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Ohio Waisenfreund. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1874-1953, August 12, 1942, Image 3

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es nicht auf die Vernichtung der christ
lichen Kirche iinb des christlichen
Glaubens ausginge. Es nahet eine
allgemeine Ehristenversolgnng, und
baS ist eigentlich der rechte Sinn al
let Bewegungen und Kämpfe unserer
Tage wir können nicht oft genug
wiederholen, es ist gar kein Politik
scher Kamps, in welchen« wir stehen
'(der ist es nttr in den blöden Augen
der sogenannten „Liberalen"),, so»
dern ein sozialer, und ein sozialer
Kainps.... ist er doch nur, insofern
er ein Kampf mit den Glauben ist,
um den Glauben an den lebendigen
Gott, Schöpfer Himmels und der Er
he, und Vater unfers Herrn Jesu
Christi, der auferstanden ist von den
Toten, sitzet zur Rechten des Vater?
und wiederkommen wird zu richten
die Lebendigen und die Toten. Jeder,
der diesen Glauben Niahrhaft und le
bendig in sich trägt, dem nicht Gott
und Jesus bloße altgewohnte uiiö
hergebrachte Redensarten sind, Ihm
denen er sich nichts denkt, wie das jetzt
bei den meisten Menschen, welche nicht
Revolutionäre sind, der ^all ist, jeder,
in den« Christus Leben und Gestalt
gewonnen hat, daß er mit ihm redet
wie ein Mann mit feinem freunde
Jeder dieser Art wird dutch das
bloße Dasein^ durch jedes Wort seines
Mundes nicht allein, sondern durch je
de Miene und jeden Blick des ÄugeS
ein Vorwurf und ein Anstoß sein für
die, welche nicht glauben,' d. h. nicht
glauben wollen. Weg mit ihm! heißt
es jetzt schoit in Worten, lveg mit ihm
Mittwsch, If* 12. T»s»st 1942 Oßji» Waife«fre«Äi
I
heißt es bald in der Tat. Sie können
mit uns nicht zusammenleben, weil
sie itt jedem unserer Worte und in
jeder unserer Handlungen, tvenn die
selbe auch garnicht gegen sie gerichtet
sind, eine Verurteilung ihrer Worte
und Handlungen, und garnicht mit
Unrecht, sehen, nnd dabei wohl her
ausfühlen, daß wir nach ihrer 93er
tirii'Hung, die sie über uns ausspra
chen, ganz und gar nicht fragen, weil
sie sich selbst sagen müssen, daß diese
Verurteilung vollkommen unntächtij
und nichtig ist daß wir also gar
nicht, wie es ihnen ganz recht wäre,
auf dem Fuß des gegenseitigen Ha
Jdents und Zankens mit ihnen stehen.
Sie können, und haben an ihrem Teil
ganz recht, mit uns nicht zusammen^
leben, weil sie unsere Sprache jetzt
schon fast ganz, bald ganz und gar
nicht mehr verstehen, dabei aber wohl
merken, daß wir ihre Sprache ganz
genau verstehen, ja daß wir ihre ge
heimstell Gedanken belauschen, und
ihustt klar und bestimmt nicht allein
Autorität i
Als im Februar d. I. der 50.
Todestag des Kardinals Mermillod,
Bischof von Lausanne Genf, sich jähr
te, da verlor die katholische Presse iuh
seres Landes auch nicht ein Wort über
das Ereignis. Und dies, obgleich
Merinillod in mancher Hinsicht mit
Bischof Ketteler in Parallele gestellt
werden darf. Nicht nur weil er be
deutender Prediger und Führer des
westfchlveizer. Katholizismus lvar,
sondern anch wegen feiner Tätigkeit
auf sozialem Gebiete. Er war füh
ret der Gruppe, die zu Freiburg in
der Schweiz wichtige Vorarbeiten für
die Enzyklika Leos des Dreizehnten
über die Arbeiterfrage leistete. Zli
dem wurde Mermillod wegen Betrei
büng der Wiedererrichtung Genfs
zum selbständigen Bisttim durch den
Bundesrat der Schweiz verbannt.
Zehn Jahre lang, 1873—1885, dnrf-
ihre gegenwärtige, sondern auch ihre
künftigen Seelenznständ« ausdeuten
nnd voraussagen. Daraus folgt, auch
int gewöhnlichen Leben, heftiger Wi
derwille, Erbitterung, Wut, tödlicher
Hätz. Es geht da so, wie es in vie
len unglücklichen Ehen geht, der eine
Ehegatte mit ungebärdigem und ittv
gebrochenem Herzen wird leider gar
nicht selten dnrch die Ruhe, Seelen
stille ititd Sanftmut des anderen ttni)
durch den lebendigen Vorwurf, den
das bloße Dasein des anderen für
ihn täglich und stündlich enthält, zu
stets gesteigerter Ungeberdigkeit und
Feindschaft, zu stets erhöhter Ingrim
lli'igkeit getriebeil, bis in den schlimm
ften Fällen das Zusammenleben zur
völligen Unmöglichkeit wird. Sie
werden die Zähne über uns zusam
menbeißen, wie einst über Stephanus
die Juden, und am Steinigen hat es
ia zum Teil schon jetzt nicht gefehlt,
wirb es aber in der Zukunft noch weit
weniger fehlen."
Dieser drohenden und wachsenden
Armee des Hasses gegenüber preist der
freund des deutschen Volkes :nit be
redten Worten die Macht der Liebe,
des Gebets für die Abgefallenen, für
die seiu weites Herz liebevolles Ver
ständnis zeigt: „Ach die Welt ist dar
um so arm und kalt, so wirr und so
irre, so wild und grimmig, weil man
ihr viele Meilschenalter lag. schon seit
unserer Großväter Gedanken, immer
Steine statt des Brotes gereicht, weil
man ihr nicht lebendiges fleisch und
Blut, sondern dürre Blätter Papier,
„Wissenschaft" genannt, gegeben, sie
nicht an ein warm schlagendes Herz,
sondern an das kalte Eisen der Logik,
der menschlichen Gedankenkunst ge
legt, ihr nicht Freude und Hoffnung
und Zuverficht und selige Gewißheit,
fondern Unsicherheit und Zweifel,
Mißmut und Langeweile gepredigt
und in das Herz gepflanzt hat. Oder
wodurch meint ihr, zumal ih,r Libe
ralen, die ihr euch noch für Christen
ausgebt, loodnrch meint ihr, daß die
Revolutionäre so große Ersolge ha
den?
Leider müsse« wir hiev abbrechen.
Dieser Bolkss reund, der so schrieb,
war der lutherische Theologieprofessor
A. Vilmar, dessen Nachfolger in Her
sen mit den Katholiken Schulter an
Schulter in dem Kulturkampf kämpf
ten für die Freiheit der Kirchen, aber
das „kalte Eisen der Logik" hat mich
aus ihren Reihen in die katholische
Kirche zurückgeführt. Aber ich
ttH Freiheit
habr
Unten viel zu danken. F. W. Schu
chard.
te er seine Heiniat nicht betrete«.
Der gegenivärtige Bischof von Lau
fanne, Genf und Fribourg, Msgr.
Baffott, ist ebenfalls eine hervorra
gende Gestalt im katholischen Episkopat
der Schweiz. Anch er ist sozial ein
gestellt nnd übt einen weitreichenden
Einfluß aus. So hielt er unlängst
zu siürich im Auditorium maximum
der Technifchen Hochschule nachstehen
den Bortrag über den für unsere
Zeit so hochwichtigen, in der Ueber
schrift allgegebenen Gegenstand. Bi
schoss Bessons Worte, kurz zusammen
gefaßt, folgen.
Autorität und FreiheD! Zwei in
haltsschlvere Begriffe, die sich zu wi
derfpreckjeud und unvereinbar zu fein
scheinen: zwei schtverwiegende, gerade
heute viel diskutierte und heftig um
strittene Probleine! Gerade deshalb
ist es aber unsere Pflicht, mts über
die Tragweite dieser beiden, auch für
unser nationales Leben so wichtigen
Begriffe Klü.heit zn Erschaffen. Für
den Katholiken dürfte dies nicht
schtucr sein denn es stehen ihm die
von der Kirche gegebenen, ans dem
Evangelium geschöpften und durch die
Rundschreiben der letzten Päpste in
die Spracheil unserer Zeit nlid der
heutigen Verhältnisse übertragenen
Richtlinien zur Verfügung. Eine tut
Rahmen eines Vortrages natürlich nur
himmarffch mögliche Darlegung der
selben möge als einfaches und loyales
Bekenntnis im Sinne einer gegensei
ligen Annäherung und zum Zwecke
eines besseren gegenseitigen Verstand
liisses gewertet werden.
Autorität und Freiheit sind G?
gensätze. Es fragt sich nur, ob sie
vereinbar oder unvereinbar sind. Si
cher ist, daß die Kirche sich immer
gegen die Auswüchse auf der einen
oder anderen^Seite gewehrt hat. Es
ist deshalb kein Wunder, we»ln die
jenigen, welche diese Gegensätze für
unvereinbar halten, ihr bald vortver
sen, sie sabotieren die Freiheit, und
bald wieder behaupten, sie untergrabe
die Autorität. Die Kirche ist eben ein
Zeichen des Widerspruches, genau wie
ihr Stifter Jesus Ehristus ein solches
gewesen ist. Er hat ja stets die Au
torität Gottes, aber auch die heilige
Freiheit der Kinder Gottes gepredigt.
Er hat gesagt: „Mein Joch ist süß
und meine Bürde ist leicht." Joch
und Bürde bestehen also, aber sie sind
mild. Er hat gesagt: „Wer sein Le
ben verliert, der gewinnt es" nnd:
..Wer sich selbst erniedrigt, wird er*
höht loerden." Die Erniedrigung des
Karfreitags führt zum Triumph des
Ostertages.
Ist nicht muh der Mensch selber
ein Geschöpf voll von Widersprüchen
und Gegensätzen, eben weil ejr ans
Seele und Körper, Geist und Materie
besteht? Muß man sich da wundern,
daß auch seine Gefühle die ganze
Skala vom krassesten Egoismus bis
zur vollständigen Selbstaufopferung
und Hingabe des eigenen Lebens
durchlaufen körnte»?
Wir dürfen daraus den Schluß zie
hen, daß Gegensätze zum Leben ge
hören und nötig sind, daß matt aber
nicht zugleich nach dem Geist und nach
dem Körper leben kann, sondern eben
lvählen muß, auch wenn man sich da
durch dem Gespött jener aussetzt, die
auf der andern Seite stehen. Es
kommt ja einzig darauf an, ob man
auffeiten Gottes steht oder nicht.
Es ist deshalb selbstverständlch,
daß die Kirche in erster Linie für die
Autorität Gottes eintritt. „Te per
orbem terraruut faneta confitetur ec
clefia", betet sie im „Te Deuni". Hier
fordert sie unbedingte Nnteriversung,
wie es sich dem Geschöpf dem Schöp
fer gegenüber ziemt, eine lluterwcr
futig, die nur in der Anbetung gebtib
enden Ausdruck finden kann. Sie
wird also in Widerspruch geraten allen
jenen gegenüber, die falsche Götter
anbeten es branch?» dies nicht unbe
dingt heidnische Idole zu sein, sie kön
nen auch Schönheit, Kunst, Natur,
Gold oder Persönlichkeiten heißen.
Die Kirche fordert, daß wir uns Gott
bedingungslos unterwerfen, macht
uns aber diesen Gehorsam leicht, in
dem sie uns die von Gott geoffen
barten Gesetze in Form von Vor
schriften überliefern. In diesen Pnnk
ten gilt also unser Gehorsam nicht
der Kirche, sondern Gott.
Aus dem gleichen Grunde müssen
wir uns auch der kirchlichen und staat
Gesunde Menschen
gemessen den
Sommer!
3 Fahrney Medizinen
mögen Ihnen helfen:
1. Forni's ALPEMKRÄUTER
die bet Urn ingettöe ilhigeiittiliaTett
anregende Medium, beten Äect
feit über 5 (WetiemHouen uu*
Menschen erprobt worden ist bei:
fmtftiaiialet' Hart! eibig
keit utt¥
yferuofität, Perdannngsstörunge«
lutb
verstimmte»« jWitueit, Kopf
schmerzen, Schlaf- into Vlppetir«
lofiu'ett, üblem Mundgeruch uufci
belegter Zunge, lueitu diese Be«
schwenden auf fehlerhafte Bec
vannng und Ällvscheidung zurück-
Jaitft
ltifitbieit sind. Alpenlräuter mirft
und gründlich mit bei Mittue
auf diesem vierfache» luichliaeii
Weg?: es Hilst der Tätigfeil deA
Magens', belebt den totichlgmig:
foerinetnt die Änsscheidung bind»
die Nieren hilft und beschlennigr
Berdannng. Besorgen Sie siH
noch heute eine Flasche Alpe«»
fränter und yettießeii Sie feine
Aorzuge selbst.
2. Feml's Heil-Otl Liniment
Wenn rheumatische utib neu cat*
gische Scwnerzen sich bemeiibac
utachen, wenden Sie da» liiif
benibe, luänuenbt Heil Oel an,
baS schmerzstillende Mittel im
(^ebrmich seit I SS.'». 0» bringt
schnelle, tuillfoumieiie Vinberiiug
uei muskulösen Rnckenschiner^en»
steifen ober schmerzenden M«S
kein, Verrenkungen, Etoßlvnnben
oder Aerstauchuligen, juckenden
ober brennenden ^üsieir Es hilft
die Zirkulation von reichem ruieit
Blnt bnrch schmerzende (flehenden
aiijiiregeii. Ein gutes ÄiuUmeutt
3. Forni's Magole
Eine toirfinnie, angenehm
fchmecfeiibe, alkalische Meoi^in im
Gebrauch seit iibev 55 ^nhien 41CC
sofortigen Minderung bei geluisfe«
aknten Magenstörnttgen tuie Sod
brennen und Berdanungöstörnn
eii, heroorgerufen durch ein
lebermah an Sänre. ?I»ch ivert
boll Krämpfe und Erbrechen gvt
bekämpfen bei iKifcetu Wetter auf
Grund bon Sominerbeschtverden.
Sp«ri»lAi»i»fcot BmUIUb Sie t«nt»l U
Bitte senden Sif mir:
I I Unzen Forni's Alpenkrituter
$ 1.00 portofrei.
2 reguläre 60# Flaschen Forni's
portofrei. 1
2 reguläre 60# Flaschen
von
Forel'e I
Magole $1.00 portofrei. I
O O. D.
per Nachnahme
(zuziig-
D*p(16-68C
COM.
lichen Antot ität untei Ivel fen d«
kirchlichen, weil die Kirche bort Chri
stus gestiftet worden ist, der staatlichen,
weil jede tecktmäs ige Anitsgewalt in
letzter i'inic uuit (Mott gegeben ist. I«
dieser Hinsicht ist für und der Aus
spruch des Apostels Paulus (Mimi,
18, I ff.") inasigebend: „Iederinan«
sei den vorgesetzten Obrigkeiten
Un­
tertan: denn es gibt keine Obrigkeit,
aufter bon Gott die lvstelienden aber
sind
Gott eingesetzt. Somit wider­
steht der, welcher sich der Obrigkeit
(Fortsetzung auf Seite 12)

Ueil-Oel Liniment $1.00 I
lieh Gebühren. I
DK. PETER FAHRNEY Ii SONS CO.
1501 WonhhfloB Blvd., CMoego, w. i
1U Stanley St., Wlnnipeq. Mae.,

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