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Ohio Waisenfreund. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1874-1953, November 25, 1942, Image 1

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In einer ungewöhnlichen, dem
Ernst der geschichtlichen Stunde ent
sprechenden Proklamation forderte
Präsident Roosevelt das amerikanische
Volk auf, sowohl den Danksagungs'
wie den Neujahrstag diesmal als Ta
ge des Gebets zu begehen.'
Nach Zitierung des 92. Psalms:
„Gut ist's, den Herrn zu bekennen
und lobsingen Deinem Namen, Aller
höchster!" und des 23. Psalms: „Der
Herr ist mein Hirte" führt die Pro
klamation u. a. aus:
„Laßt uns, von dem Mut und
Oottvertrauen dieser Worte beseelt
i(ttach der Anrufung Gottes), in die
ftr nationalen Krisenzeit von neuem
Wt die Arbeit gehen an die Ar
Veit, die zu tun ist in den bewaffne^
Im Streitkräften, in der Handels
marine, in Fabriken und Büros, auf
Hem Lande, in den Bergwerken, auf
Ldn Landstraßen, im Eisenbahn- und
Klugverkehr und in den vielen son*
fügen Stätten des Dienstes für das
Gemeinwohl ujtb ebenso in unseren
Keimstätten."
Es ist die gottlose Propaganda des
Modernen wissenschaftlichen Unglau
Kens, der sich Liberalismus nennt,
Welcher das Chaos geschaffen, in toel*
'cher die Menschheit sich heute befindet.
In diesem verwirrenden Labyrinth
lirt die entsetzte Welt hoffnungslos
Umher, ohne Hoffnung auf einen 6e*
freienden Ausgang. Die liberalen
Propheten, so führt die „Schildwa
che" an der Hand der Geschichte aus,
haben der modernen Menschheit ein
Paradies auf Erden versprochen, wenn
einmal das Licht des Liberalismus,
Ker „Wissenschaft" ganz über der
Menschheit aufgegangen sei. Bevor
Kies geschehen könne, müßte aber noch
Hie „Finsternis" des Glaubens in Ii«
Oerales Licht aufgelöst werden und
He Dogmen, das Papsttum, die „Vor
urteile des Aberglaubens" gemeint
waren unsere katholischen Glaubens
ftitzc und Katechismuswahrheiten,
spurlos von de? Bildfäche des Lebens
verschwinden.
Nachher komme dann das volle
Licht über die Menschheit!
Georg Meautis hat im „Journal
He Geneve" geschrieben, man könn"
tmr mit einem wehmütigen Lächeln
.jene Werke von Dichtern und Prophe
ten des 19. Jahrhunderts lesen, wor
tft sie uns vom „Glück der modernen
Wissenschaft reden, das im 20. Jahr*
hundert über die Menschheit kommen
Viktor Hugo, dieser gefeierte Pro
phet des modernen Unglaubens, hat
verkündet:
„Die Fortschritte der modernen
Wissenschaft würden^ alle zu einem
großen herrlichen Ziele führen,
zum Recht, zur Vernunft, zur
Brüderlichkeit, zur religiösen, hei*
Eigen Wahrheit.... alles wird gc
recht, groß, guj und schön sein!"
Dohm haben nun all diese moder­
nett Erfindungen geführt, all der ma
terielle Fortschritt der Wissenschast?
Zur Verbrüderung? Zum Guten,
Schönen und Gerechten? Sie dienen
alle heute auf den Schlachtfeldern und
sogar aus der Luft, um die prophe-
Jede Woche werden katholische
Priester als Feldkapläne für un
sere Armee einberufen. Obwohl ei
ne große Anzahl derselben bereits
sich ill der Armee befinden, genügen
dieselben immer noch nicht, um der
sich auf 45 Prozent belaufenden
zeite liberale Menschenverbrüderung
ohne Glaube und Christentum, vor al
ler Augen ad absurdum zu führen.
Berthelot, der berühmte französische
Chemiker, rief an einer offiziellen
Feier am 5. April 1894 prophetisch
aus:
„Es wird der Tag kommen, wo ein
jeder seine kleine stickstoffhaltige Ta
blette, seine Fettpille zu seiner Ernäh
rung und sein Gläschen aromatischer
Gewürze nach seinem Geschmack bei
sich tragen wird. Das alles wird Haus
hälterisch in unerschöpflichen Quanti
täten in unseren Laboratorien herge
stellt werden. Die Landwirtschaft
wird infolgedessen verschwinden.
Der Mensch wird in Annehmlichkeit
und Sittlichkeit leben denn er wird
dann nicht mehr leben, indem er an
dere Lebewesen zerstört. Die Mensch
heit wird dann im Ueberfluß des le
gendären goldenen Zeitalters dahin
leben!" 4'
Das waren die Berge versetzenden
Hoffnungen großer Propheten des
Liberalismus, des modernen wissen
schaftlich^.- Unglaubens, für unsere
Zeit! Diese Hoffnungen setzten sie auf
ihre gottlose „Religion der Wis
senschaft!"
ONo WaisettftTititdL
Ein Familienblatt für Wahrheit und Recht zur Belehrung und Unterhaltung
Erscheint wöchentlich im Päpstlichen Collegium Josephinnm zum Beste» der Priesterzögliuge
Herausgegeben vom Päpstlichen Collegium Iosephinum. Preis für ein Jahr in den Vereinigten Staaten $2, in Kanada und allen anderen Staaten $'2.50
Jahrgang 70 Mittwoch, den 25. November 1942 No. 30
Meffekofser der katholischen Armeekaplane
Und nun? Was ist aus diesen hoch­
tönenden Prophezeiungen dieser gott
losen Propheten geworden? Ihre viel'
gepriesene Wissenschaft, „frei von ol
len Vorurteilen des Glaubens", hat
uns in kurzen Jahrzehnten das Leben
zu einer Hölle gemacht!
Der liberaUstische Mensch hat ge*
glaubt, daß die großen Lebensfragen
und -geheimnisse schließlich mit dem
A-Vär.
,/L
Zahl katholischer Soldaten geist
lichen Beistand geben zu können.
Obiges Bild zeigt einen Messekos
fer, der alles zur Feier der hl.
Messe' notwendige enthält. Eine
große Anzahl derselben ist von der
„Chaplain's Aid Society" von New
Jork geschenkt worden.
Mikroskop gelöst werden könnten und
der materielle Fortschritt würde alle
Schwierigkeiten des Lebens überwin^
den. Mail erwartet« davon Glück und
Heil für die ganze Menschheit. Man
glaubte auf diesem Grunde ein Pa
radies auf dieser Welt zu schaffen
und schließlich als liberale, autonome
Götter darin herrschen zu können.
Heute zerschellen diese und viele aiv
dere Träume menschlichen Wahns!
Sie vergehen wie Seifenblasen und
werfen uns zurück tit die Wirklichkeit
und zeigen uns, was ans dem Men
schen werden muß und wird, dem man
sagt: dein Himmelreich ist auf dieser
Welt, deine Abstammung geht zu*
rück auf den Uraffen, deine Herr
lichkeit ist mit diesem Leben zu Ende.
„Mach' dir das Leben gut und schön,
kein Jenseits gibt's, kein Wieder
seh'n!"
Wir sind keine Feinde der Wissen
schast, kein Hemmschuh des wahren
Fortschritts. Aber, der materielle
Fortschritt braucht ein höheres Ziel.
Er muß über sich das Höhere aner
kennen, muß ihm dienen. Auf sich
allein gestellt, oder gar vergöttert und
getrennt von Religion und Sittlich
keit, wird er wie wir das heute er
schütternd vor uns sehen zum raf­
finierten Mittel der Vernichtung. deS
Niederganges der Bestialität!
Aus der Pfanne des liberalen, gott
lifeii Aufklärertums und Fortschritts«
di'mkels, sind wir nnn in die glühen
den Kohlen der „kultivierten" Bestia
lität gefallen.
Die Kirche hat uns gewarnt als
weife Mutter der Völker. Man hat
sie verlacht, verfolgt, verleumdet als
Feindin des Fortschrittes mid de5
Völkerglücks! Heute erleben wir ei
gentlich nur die Katastrophe dieses
Ungehorsams, dieses Hochmuts, dieses
Abfalls von der Kirche. Wir erlebet
sie in furchtbarer Weise, aber
handgreiflich! Es ^wurde die große
Parole ausgegeben, das Glück der
Völker liege in einem Los von
Font! Ans diesem „Los von Rom"
wurde gar bald der Ruf: ..Los gegen
Rom!"
Die Propheten des liberalen Un
glaubens haben versagt. Sie haben
uns ein Paradies versprochen aber
eine Hölle gebracht. Aus dieser Hölle
gibt es nur eine Rettung: Zurück zur
wahren Kirche, zum Christentum. ES
scheint, daß die Not, das Elend, imd
wenn's sein muß, Hunger tmd Krank
heit, die zersprengte Menschheit wie«
der demütig tiont Götzentempel der
„imlimt?men Ä'kmfchheit'' herabführen
zu den wahren Quellen des GlückS
und des gesunden Fortschritts unterj
der Aegvde der Kirche, des Papsttums.,
Das muß die Hoffnung und das täg
liche Gebet zum Himmel sein, üoit:
Seite aller wahren Christen.
Die Menschheit kommt an eine»!
Scheideweg, den großen Scheidewegs
Zurück zu Christus, zum Papst, zur!
Kirche, oder weiter in die Ab-1
gründe ans dem Weg des Antichv.st.!
Vergangene Woche ist die seit Mo« i
naten im Bau begriffene Straße nach
Alaska formell eröffnet worden uttb i
ist bereits in Betrieb. Alaska konnte
bisher nur auf dein Seeweg oder per,
Flugzeug erreicht werden.
Wochen vor der angesetzten Frist ist
die Niesenarheit beendet worden. Tan«
sende von Lastwagen und Autos aller
Art werde» den ganzen Winter hin
durch auf der neuen Straße verkehren
können und Vorräte sowie Soldaten
nach Alaska bringen, wie der Kriegs
sekretär bemerkte. Die Straße beginnt
nahe Edmonton, in der Provinz Al
berta, Kanada, und endet zur Zeit
in Fairbanks, Alaska, 1G17 Meilen
vom Ausgangspunkt entfernt. Eine
Verlängerung bis Nome ait der Ber
ing-See ist in Aussicht genommen.
Wenngleich ursprünglich als eine
grobe Pionierstraße gedacht, die in
nerhalb Jahresfrist geschaffen werden
sollte, ist die Landstraße, wie sie jetzt
in Betrieb genommen wurde, eine
„gut gepflasterte, gut drainierte Last
autostraße auf fast der ganzen Länge
und wird auf vielen langen Strecken
Verkehr in beiden Richtungen ermög
lichen, erklärte das Kriegsdepartment.
Als Ergänzung für die Luft^ und
Seerouten nach Alaska geplant, dient
.(Fortsetzung auf Seite 12)
i

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