OCR Interpretation


Ohio Waisenfreund. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1874-1953, December 02, 1942, Image 1

Image and text provided by Ohio History Connection, Columbus, OH

Persistent link: https://chroniclingamerica.loc.gov/lccn/sn91069201/1942-12-02/ed-1/seq-1/

What is OCR?


Thumbnail for

Si
'41
4
tJ
Ci'-A
'fr''
Aahrgang 70
In einer^ Radiobotschaft cm Portu
gal hat Papst Pius der Zwölfte die
Kirche und die Welt dem Unbefleckten
Herzen Maria geweiht. Dieser feier
liche Weiheakt ist demjenigen vergleich
lich, den Papst Leo der Dreizehnte im
Jahre 1899 vornahm, als er das
Menschengeschlecht dem Heiligsten Her
zen Jesu weihte. Dieser neue Schritt
des Hl. Vaters hat in Portugal und
,in der ganzen christlichen Welt tiefen
Eindruck hinterlassen.
Veranlaßt wurde die Weihe durch
das 25. Jubiläum der Erscheinung
der Allerseligsten Jungfrau im por
tugiesischen Dörflein Fatima. In ei
ner der Muttergotteserscheinungen
gab die Allerseligste Jungfrau kund,
daß der gegenwärtige Krieg enden
würde, wenn die Menschheit dem 11 n«
befleckten Herzen Maria geweiht sei.
Der Papst erinnerte an die Ver
ehrung der Muttergottes beim russi^
schen Volke und fügt die Bitte bei, es
möge dieser Nation recht bald mit
dem Frieden auch die Rückkehr zur
Kirche Gottes beschieden sein. Er
flehte zur Mutter des Herrn urn 9351
kersrieden und vollen Frieden der
Kirche, um Einhalt der alles über«"
.schwemmenden Flut des Neo-Paga-
trismus und um Rückkehr der Völker
jzum christlichen Lebenswandel. 7
Unmittelbar nach der RadioadreM
des Hl. Vaters sandte General Cat'
mona, Präsident von Portugal, ein
Dankestelegramm an den Hl. Vater,
womitf dieser ihm den päpstlichen
Segen übersandte. Kardinal Luigi
Magltone, der päpstliche Staatssekre
tär, und der portugiesische Premier
Dr. Salazar beglückwünschten sich ge
genseitig.
In einer gemeinsamen Kundgebung
haben die katholischen Erzbischöse und
Bischöfe der Ver. Staaten für die
Nachkriegszeit eine Neuregelung ge'
fordert, die das Profitelement in. der
Wirtschaft in den Dienst des Gemein
Wohls und der Völker stellt und er
tlärt, auf keine andere Weise werde
es möglich sein, zu einem dauernden
frieden zu gelangen.
„In dem Gefühl der Verantwort
lichkeit, die das Hirtenamt uns auf
erlegt, sind wir von schweren Sorgen
ttm die Neuordnung der Dinge nach
Wiederherstellung des Weltfriedens
erfüllt", heißt es in der feierlichen Er
klärung des Episkopats „ein' echter
und Dauer versprechender Frieden auf
Grundlage rein weltlicher Zic^le ist un
möglich. Die Beengtheit weltlicher
Gesichtspunkte wird der Mens'chen
natur als Ganzes nicht gerecht, da sie
'5ie geistige Seite der menschlichen See
le und die höchsten Menschheitsgüter
nicht umfaßt.
Wo es nur auf Ausbeutung abge
.sehen ist, kann es keinen wirklichen,
bleibenden Frieden geben. Wo sich
'Habgier, Machtstreben und Selbst
sucht Ott die Stelle der Gerechtigkeit
setzen, gibt
Unpolitische Zeitlünfte
ordmmg. Totalitarianismus, ob na
zistisch, kommunistisch oder faschistisch,
kann einen wahren Dauerfrieden nicht
gewährleisten. Wenn der Staat tota
litäre Machtbefugnisse beansprucht,
so wird er damit gegenüber dem ei'
genen Volke zum Tyrannen, und zu
gleich wird er dann eine Gefahr für
die Völkerfamilie. Wohl aber vermag
der Geist des Christentums allen Na-
Einer der jüngsten
Mio Waismkreuntl.
Uin Familienvlatt für Wahrheit und Recht zur Belehrung und Unterhaltung
K Erscheint wöchentlich im Päpstlichen Collegium Josephinum 511m Besten der Priesterzöglinge
Herausgegeben vom Päpstlichen Collegium Josephinum. Preis für ein Jahr in den Vereinigten Staaten $2, in Kanada uiii allen anderen Staaten 52.50
Mijäljriitcr General der U. S. Armee
(vvnvriilc
her
lt. S. Armee ist der 36 Jahre alte
Brigadegeneral Paul 23. Wurt
smith von Detroit. Nach Vollen
dung der Pfarrschule dys Hl'sten
tionen, und zwar auch den nichtchrist
lichen, einen wirklichen und dauern
den Frieden zu geben."
Die Erklärung der Oberhirten
der amerikanischen Diözesen bezieht
sich dann auf die „von dem Präsiden
ten Roosevelt in feierlicher Form ge
gebene Versicherung, die Ver. Staaten
planten keine dauernden Eroberungen
und verfolgten keine selbstsüchtigen
Interessen, vielmehr werde der Be
völkerung aller zeitweilig besetzten
Länder so gut wie unserem eigenen
Volke der Anspruch zugebilligt, in
Frieden und Sicherheit zu leben/
„Die Ver. Staaten sind gezwutv
gen worden, in den verheerendsten
Krieg aller Zeiten einzutreten, in dem
es zugleich um die gewichtigsten ethi
schen Probleme unserer Tage geht",
fährt hie Kundgebung des Episko-
pats fort: „es gibt Nationen, die in
diesem Kriege Seite an Seite für das
Ziel der Weltversklavung kämpfen.
Wir dagegen befinden uns in dem La
ger anderer Mächte, die in einem
es seine gesicherte Welt' s-KamPf auf Tod und Leben gegen jene
Nationen zusammengeschlossen sind,
um die Freiheit der Welt 31t sichern."
Auf die „außerordentlichen Ver
Hältnisse im Leben unseres Volkes
während der Kriegszeit" eingehend,
fährt die Erklärung fort: „Unsere
Regierung hat es unter den Gesichts
punkten der Kriegserfordernisse als
unerläßlich bezeichnet, Frauen in einer
Zahl, wie sie nie vorher erwerbstätig
waren, zu den Arbeiten in der Indu
strie heranzuziehen. Wir wirken auf
dem Gebiet der Kriegsführungsmaß'
Erlösers
und Abiolüicruitg der
Universität in Detroit trat er dem
Army Air Corps im Jahre 1927
bei. Er befindet sich zur Zeit als
Commander der Kampfflugzeuge
im südlichen Pazifik.
nahmen vorbehaltlos mit unserer Re
gierung zusammen, können aber als
Seelenhirten doch die Sorgen nicht
verhehlen, die sich für uns an die
Pflicht knüpfen, in diesen gefahrvollen .....
Tagen auf Erhaltung des christlichen bolschewistischen und brttychen
Heims in unserem geliebten Heimat-'nen *amen
lande hinzuwirken. Die Beschäftigung
von Müttern in der Industrie bringt
unvermeidlich ein ernstes Problem auf
dem Gebiet der Kinderfürsorge mit
sich. Es sollte alles getan werden, die
gewerbliche Arbeit von Müttern im
Rahmen des Notwendigen zu Helten,
insbesondcrs soweit es auf junge
Mütter ankommt, und es muß pflicht
mäßig dafür gesorgt werden, daß die
Kinder erwerbstätiger Mütter über
Tag nicht unbetreut bleiben. Das ge
sundheitliche und sittliche Wohl der
Frauen, die in industriellen Betrieben
arbeiten, sollte durchaus gewährleistet
bleiben."
Zum Schluß verweisen die Bischöfe
in ihrer Botschaft auf den Friedens
plan des Hl. Vaters. „Wir spornen
zu ernstem Studium der Friedens-
Ro. 3i
Pläne von Papst Pins dem Zwölften«
an", heißt es wörtlich in der Bot
schaft, und fortfahrend, „welche dar
auf bestehen, daß Gerechtigkeit von
Liebe getragen sei erstens Liebe
31t Gott und dann, Liebe zu allen
Menschen. „Das Gebot der Nächsten-i
liebe, wie wir es in den Evangelien:
finden", »sagte Benedikt der Fünf-1
zehnte, „weicht in keiner Weise ab!
von dem, das herrschen soll zwischen!
Staaten und Völkern". (Pacem Dei,
Benedikt der Fünfzehnte, 1920.) i
Wenn wir keinen christlichen Frieden
bekommen, dann lverdcn wir nur ei
nen Waffenstillstand haben und wir
werden anfangen, für einen dritten.
Weltkonflikt zu rüsten. I
WL schließen, indem wir wieder«'
um zu «haltenden Gebeten ermahnen,!
das Gebet aller Gebete verrichtet von
den Priestern, die hl. Messe Gebets,
gerichtet an die allerseligste Jungfrau/
daß sie Fürsprache einlege bei ihrem!
göttlichen Sohne für Barmherzigkeit!
an einer kriegverworrenen Welt. Wir
bitten, daß Dienstag, den 8. Dezem«!
6er, das Fest der unbefleckten Emp^
fängnis Maria, der Patronin unfcrcSj
Jan des, als besonderer Gebetstag be
-gangen wird.
Wir empfehlen das gemeinsame Ro*|
senkranzgebet in uns er n Kirchen so»,
wohl als in unfern Heimen. Wir l)of-|
feit, daß die Kinder unseres Landes,
fceit vielen Aufrufen unseres Hl. Va-'
terJ folgend, ihre unschuldigen Gebets
fur Frieden aufopfern werden. Lasset'
uns alle im Gebete vereinigen für!
wie er Gott an-
Sieg und Frieden,
nehmbar ist."
-t-
In Zürich eingetroffene Nazizeit
tmtflen .berichten, daß die Urteile von
Sondergerichten in Dresden, Magde
burg, Klagenfurt, Bayreuth und dein
tschechoslowakischen Li turner ice gefällt
wurden. I
Einige der Verurteilten waren be-'
schuldigt, nicht nur ausländischen
Rundfunk abgehört, sondern die Nacf)-j
richten auch verbreitet 31t haben. Ei
ner von ihnen, Josef Seiter, 53 Jahre
alt, hatte außer dent „anderen Leuten
ermöglicht, die feindlichen Sendun
gen abzuhören", die hauptsächlich von
totio-,
Da die Sondergerichte solche Urteile!
ohne Voruntersuchung fällen, so kann«
mit Sicherheit angenommen werden,
daß die Angeklagten erst tu den letz-,
ten Tagen verhaftet wurden. Darausj
ergibt sich, daß die jüngsten militäri
schen Ereignisse in der deutschen Be-j
völkerung erhöhtes Mißtrauen gcgcit-j
über den Nazimeldungeu erzeugt und:
die Lust vermehrt haben, ans alliier
ten Quellen zu erfahren, was in der
Welt vorgeht. Diese Haltung ist um
so bemerkenswerter, als das gleiche
Delikt gemäß eigenen Berichten der.
Nazis bisher mehrfach mit Todes-!
urteilen geahndet wurde.
i
Die türkische Zeitung „Aeni Sa»!
bah" berichtet, daß in Polen und be*,
(Fortsetzung aus Seite 11) Z*"

Mittwoch, den 2. Dezeckber 1942

xml | txt