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Ohio Waisenfreund. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1874-1953, December 16, 1942, Image 1

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Unsere nordwestliche Ecke, Alaska,
ist jetzt gesichert und für den Winter
feldzug voll und- ganz bereit, wie das
Hauptquartier des Alaska-Verteidi
gungskommandos versichert. Die Ver
teidigung Alaskas tritt mit Beginn
des Winters in eine neue Phase. Dip
eigentümlichen Bedingungen des Win
ters bringen es mit sich, daß die Ver
sorgung der dort stehenden Streit
fräfte im Sommer erfolgen muß.
Selbst dann ist sie nicht einfach. Stür
mische See, treibende Eisberge und
schlechte Lande- und Ankerungsver
Hältnisse schaffen allerhand Probleme.
Aber sie sind nichts im Vergleich zum
Winter, wenn das Packeis die Ber
ingstraße mit einem unburchdringli
[chert Wall abschneidet.
So lagen die Dinge, als die Ja
paner ihren Schlag gegen Dutch Har
bor ausführten. Während Fahrzeuge
der Landmacht gemeinsam operierten
um sie zurückzutreiben, mußten die
'Proviantschiffe, die für die Außenpo
ften in der Kaltwetterzone bestimmt
waren, eben warten. Viele von ihnen
-mußten auch für andere Aufgaben
strategischer Natur eingesetzt werden.
Ganze Garnisonen wurden auf dem
Luftwege hin und hertransportiert.
Verhältnismäßig kleine Flugplätze,
bie kaum mehr als ein Flugzeug täg
lich abgehen ließen, wurden mit ci
ttern Schlage Flugzentren, auf denen
täglich große Transportflugzeuge ein
trafen, mit Truppen, Geschützen, Mn
nition beladen, die ausgeladen wer
.den mußten.
j^f Dann gruben sich di^neuangekom-
«menen Heeresformationen in die
Tundren Alaskas hinein und brachten
ihre Geschütze in Stellung auf einem
Doden, der meist so sumpfig war, daß
ein Kanonier bis an die Hüften rev
Ichende Schaftstiefel brauchte, wenn er
"nach der Kantine gehen wollte. Die
Befestigung der Zelte war fast .ein
Hngenieurproblem: Schutz gegen die
gewaltigen Winde und Entwässerung
bes Schlammbodens.
Dann endlich waren die Japaner
•in Kiska, Attu und Agattu sozusagen
eingekesselt, und nun begann in Alas
fa eine gigantische Vorbereitung für
jdie kommenden Ereignisse. 24 Stun
den am Tage wurden Schiffe ausge
labert, unter der Zivilbevölkerung
mußte man immer neue Schauerleut?
heranholen, selbst Eskimos, die kein
Wort Englisch verstanden, arbeiteten
unter Anleitung ihrer eigenen Chefs.
Jetzt ist Amerikas Streitmacht in
Alaska in jeder Beziehung für den
Winter gerüstet. Schon liegt der
Schnee tief, uttd der Boden ist gefro
ren. Wer es versuchen wollte, Alaska
dnzugreifen, dürfte sein blaues Wmv
der erleben.
Und noch eins: das Schlußstück der
Maskastraße, die Kontinentalamerika
mit dem Territorium im hohen Nor
.hen verbindet, ist soeben fertiggestellt.
$Die Baumanns chasten, die von Nor­
Jahrgang 70 Mittwoch, bcii 16. Dezember 1942
Unpolitische Zeitläufte
den und vom Süden her sich durch die
ewigen Wälder des Schweigens vor
arbeiteten, haben sich soeben im Au
kon-Territorium die Hände gereicht.
Es war ein dramatischer, um nicht zu
sagen historischer Augenblick, als der
Negerunteroffizier Refines Sims aus
.Wenn katholische Indianer im
Südwesten eine Kirche erbauen, be
teiligt sich das ganze Dorf, einschl.
der Frauenbund Kinder, am Bau.
Während die Männer Bäume fäl«
Philadelphia vom Süden her mit sei
nem „Bulldozer" die letzten Bäum?
niederbrach und sich mit dem von Nor
bert kommenden Pvt. Alfred Jalufka
aus Kennedy, Tex., traf. Nun ist
das großartige Werk der Alaskastraße
fertig am 20. November wird sie
feierlich in Anwesenheit von Militär
und Zivilbehörden aus den Ver. Staa
ten und Kanada eingeweiht. Damit
aber ist Alaska nun nicht länger ein
schwer erreichbares Gebiet, dessen Ver
sorgung ständig die größten Probleme
stellte. Jetzt können von Kanada und
den U. S. A. her ununterbrochen die
Lastwagenkolonnen rollen. Und die
Japaner wissen, daß Alaska für sie
ein hoffnungsloser Fall geworden ist.
Durch die Aläskastraße.
1c
An der deutschen Grenze weilend?
Vertreter der Assoc. Preß berichten
interessante Einzelheiten über sich ent
wickelnde Zustände in höhern Nazi'
kreisen. Der Ex-Wirtschaftszar Hjal
mar Schacht soll mit großem bürokra
tischen Apparat ausgerüstet worden
Okts Waisrofmmit.
Mn Familienblatt für Wahrheit und Recht zur Belehrung und Unterhaltung
f:
Erscheint wöchentlich im Päpstlichen Collegium Josephiuum zum Besten der Priesterzöglinge
Herausgegeben vom Päpstlichen Collegium Josephinum, Preis titr ein ?abr tn den Vereinigten Staaten $2, tu Kanada und allen anderen Staaten $2.50
grauen beteiligen sich am Kirchenba«
fein zur Prüfung von Friedensmög
lichkeiten. Die erhaltenen Jnstrnktio
nen sprechen offen von der Gefahr ei
nes Abfalles Italiens und einer Nie
derlage der Achsenmächte.
Von Gewährsleuten, die über gute
Beziehungen zu den Achsenführern
verfügen, erfährt man, Adolf Hitler
persönlich habe Schacht beauftragt, die
Möglichkeit einer Beendigung des
len und dieselben herbeischaffen,
zimmern die Frauen die Bäume zu«
recht (obiges Bild) und formen
Adobe-Bauziegeln aus Lehm und
Stroh (unteres Bild).
Krieges und die Folgen, die sich bei
den verschiedenen Eventualitäten für
das Reich ergeben können, zum Ge
genstand einer Prüfung zu machen
und ihm später einen erschöpfenden
Bericht über das Ergebnis seiner Un
tersuchung zu unterbreiten.
Dem Minister Schacht ist noch
Kabinettsmitglied ohne eigenen Amts
Bereich werden, wie gesagt, für
die Zwecke der Durchführung feines
Auftrages fieite eigene Amts räume
und die Dienste eines LOköpfigen
Stabes zur Verfügung gestellt. Er
soll angewiesen worden sein, seinen
Studien auf dem bezeichneten Gebie
te zwar die Annahme des weiteren
Bestandes des nationalsozialistischen
Regime, zugrunde zu legen, aber doch
die Möglichkeiten des Verlustes Ita
liens und der kleineren Achsenpartner
als Bundesgenossen und einer Nieder
lage Deutschlands mit Betracht zu
ziehen. Im einzelnen wünscht Hitler
von dem Manne, auf den er sich in den
ersten Jahren seiner Regierung in,
de» schwierigen Fragen der Finanzier
No. 33
rung der Kriegsvorbereitung stützte,
den vorliegenden Formationen zufolge
noch zu erfahren, was werden soll,
1. wenn Deutschland unterliegt
2. wenn Deutschland in die Lage
kommt, einen Kontprontißfrieden mit
seinen Feinden anstreben zu müssen»
3. wenn es möglich sein sollte, zu
Separatfriedensverträgen mit Frank
reich, England, den Ver. Staaten und
Rußland zu gelangen:
4. wenn Italien, Rumänien, Un
garn oder andere Vasallenstaaten vom
Reiche abfallen.
Der deutsche Führer wünscht, wie
es heißt, in Schachts Bericht zn gege
bener Zeit die Unterlagen für fofor*
tige Entschlüsse in dem entert oder
anderen dieser Fälle zu finden.
Schließlich lautet der Schacht zuteil
gewordene Auftrag noch dahin, den
Fall ins Auge zu fassen, daß die Ver.
Nationen später in der Lage sei»
sollten, dem Reiche Friedensbedingun»
gen zu diktieren, wie sie in den iürtg*
?en Kundgebungen Roosevelts. Chur
chills und Stalins bezeichnet wurden,
und seine Auffassungen der möglichen
innerpolitischen Auswirkungen eines
solchen Diktatfriedens für Deutsch
land zu entwickeln.
Das ununterbrochen siegreiche Vor
gehen der Alliierten in Nordafrikct ist,
trotz der strengen Zensur und aller er
denklichen Maßnahmen, um die aus
ländischen Rundsunkmeldungen
aus England und Amerika zu un
terdrücken, dem deutschen Volke und
der Bevölkerung in den besetzten Län
dern bekannt geworden. Ans seinen
eigenen Naziblättern erfährt da$
deutsche Publikum nur Spärliches
und das Wenige enthält die Wahrheit
vor.
Der Berliner Korrespondent der
Basler „National-Zeitung" berichtet,
daß die Bevölkmutg der Reichshaupt
stadt die Zeitungsstände belagert und
daß er dieses Interesse für Zeitungen
in den vergangenen drei Kriegsfällen
nur zweimal beobachtete.
In den verflossenen zwei Wochen
oder genau seit dem Tage, da die bri
tische Offensive gegen Rommel sich
mit Macht entfaltete, sind die großen
Berliner Zeitungen an den Kiosken
ausverkauft. Das geschah in drei
Jahren nur im September 1939
als der Krieg begann und im Juni
1941 als Hitler in Nußland ein
fiel —, sagt der Korrespondent der
.,.NotionaI'Zeitung".
„Die Bevölkerung", fährt er fort,
..verlangt nach zuverlässigen Nach
richten über die Lage in Afrika, trt$
befondere über Rommel, aber fast
nichts kommt durch. Die absolute Nie«
derlage dieses populären deutschen Ge
nerals ist eine Sache, die der Durch
schnittsdeutsche sich einfach zu glaubet
weigert."
Ueber die Niederlage Rommels er
fuhr die deutsche Bevölkerung nur
oder mindestens nur aus Naziquelle«,
daß Tobrnk „in voller Ordnung" g§#
soitmt worden sei und daß die Britek
(Fortsetzung auf Seite 12)

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