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Ohio Waisenfreund. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1874-1953, January 13, 1943, Image 1

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In einer Ansprache vor der Katho
lischen Soziologischen Gesellschaft er
klärte Msgr. John A. Ryan, der Lei
ter der „Social Action"-Abteilung
der N.C.W.C.: „Wenn unsere Solda
ten und Matrosen einmal aus dem
Kriege heimkehren, so werden sie sich
-nicht mehr mit dem alten Phrasenge
klapper von ,rauhem Individualist
mu§', amerikanischer Gelegenheit' unS:
^amerikanischer Gleichheit' zum Nar
ren halten lassen. Noch werden sie ge
neigt sein, sich mit Gemeinplätzen voi^
Verteilungsschwierigkeiten' oder mt£
dem Versprechen einer eben ,um di^
Ecke kommenden' Prosperität abspeisech
'zu lassen. Vielmehr werden sie sofort
tige Arbeitsgelegenheit verlangen, unfcj
ich bezweifle es, daß ein auf dem
Grundsatz der Unternehmerfreiheit ba^
-sierendes Wirtschaftssystem imstande!
...sein wird, diesem Verlangen dey
el Heimkehrer gerecht zu werden. Dies^
^haben gelernt, daß unsere Industry
einer nahezu unbegrenzten Produktij
^vität.fähig ist, wie sich im Kriege Herl
und
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infolgedessen werden
^darauf bestehen, daß ihnen die
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sitj
Mog-j
ichfeit gegeben wird, durch rechtschaffen
Hne Arbeit einen angemessenen Anteils
bem gewaltigen gesellschaftliches
.Arbeitsertrag zu erlangen." I
„Aber noch eine weitere
bestimmte
-Voraussage glaube ich wagen zu fön-f
•nen", fuhr der Prälat fort, „wenn diel
-Mittelklassen, das heißt die wohlha-f
benden Farmer, die Leute der freien!
Berufe, die kleineren Geschäftsleute,
•Zye leitenden Angestellten der Groß
industrie und die Mehrheit der „Steh
kragenleute" überhaupt, nicht aushö
ren, ihre Meinungen lediglich den Ta
geszeitungen zu entlehnen, und wenn
•sie nicht eines größeren Maßes eigener
realistischer Wirtschaftseinsicht fähig
sind, so wird nicht diesen Klassen der
.bestimmende Einfluß in der Neuauf
-bauzeit nach dem Kriege zufallen. Vor
.einer solchen Kalamität möge uns aber
der gute Gott in Gnaden bewahren."
Die amerikanische Arbeiterschaft ist
-nach Msgr. Ryans Ueberzeugung in
"größter Gefahr, alle ihre seit dem Juni
1933 (in der New Deal-Aera) errun
genen Fortschritte wieder einzubüßen,
wenigstens dann, wenn die herrschen
den Klassen „und die ihnen naheste
henden Leute samt ihren Mitläufern"
.ihren Willen haben sollten. Als.sypm
.tomatisch für. eine solche Absicht der
^wirtschaftlichen Oberklasse und ihrer
'„Satelliten" führte der päpstliche
'Hausprälat und Gelehrte folgende
-Erscheinungen der jüngsten Zeit an:
„die Kundgebungen des Nationalen
'Fabrikantenverbandes gewisse Aeuße
*rungen der meisten großstädtischen Zei
jungen und die ganze allgemeine Ten
!denz dieser Art Presse die jüngst-' ist Marokko nun auch noch in der La-
Stellungnahme und verschiedene Aktio- ge, große Mengen von Bodenschätzen
•nen der mächtigsten Farmerverbände und Lebensmitteln nach den alliierten
und schließlich die reaktionäre Hal- Ländern auszuführen. „Ueberall in
hing der Mehrheit des kürzlich neu'- diesem reichen Lande, das die Nazis
V/*e *.* v
Jahrgang 70 Mittwoch, den 13. Januar 1943
Unpolitische Zeitläufte
Ein Familienblatt für Wahrheit und Recht zur Belehrung und Unterhalts
^.. Erscheint wöchentlich im Päpstlichen Collegium Aosephinum zum Besten der Pricsterzöglinge
erwählten Kongresses kurz und
gut, der wahren Bourbonen unserer
Zeit, dieser Leute, die nichts gelernt
und nichts vergessen haben."
."•*
Die meisterhafte Kriegspolitik und
-sirategie der Alliierten Nationen, die
sich an allen Kriegsfronten, namentlich
Herausgegeben vom Päpstlichen Collegium Iosephimun. Preis für ein Jahr in den Vereinigten Staaten .$2, Knnada und allen anderen Staaten $2.50
Our (GreatAmerica ifr fyTrnon
•St
in Pordafrika, so vorteilhaft bewährt
hat und die, nach der Erklärung Win
ston Churchills, dem Verdienst unseres
Präsidenten zuzuschreiben ist, hat nicht
nur eine effektvolle zweite Front in
Nordafrika ermöglicht, sondern auch
den guten Willen der Völker der nord
afrikanischen Staaten erwirkt und per*
manente Freundschaft gesichert, son
dern auch die hungernden Massen der
von den Nazi völlig ausgehungerten
afrikanischen Völker unter französi
schein Protektorat vor dem Hunger
tobe bewahrt.
Dies geht bereits aus einer Mel
dung des Hauptquartiers der ameri
konischen Armee hervor, die von der
amerikanischen Militärbehörde in Ma
rokko veröffentlicht wurde. Dieselbe
läßt erkennen, daß der französisch'
Schutzstaat in Nordwestafrika nun,
nachdem die Landung der Leute Ei
senhowerH der Herrschaft der deutschen
Wasfenftillstandskommisiion iYi dem
Protektorat ein Ende gemacht hat, das
Land wieder auflebt. Die Bevölkerung
erfreut sich des Beginns einer neuen
Prosperität und unbeschadet einer
reichlicheren Versorgung der Marok
kaner mit allen Lebensnotwendigkeiten
v
Waismfttmid.
schonungslos' ausgesogen haben, um
mit dem Raub ihre Kriegsmaschine
speisen zu. können, pflügen arabisch-'
Bauern nun wieder den Boden, der
zwei Jahre hindurch unbestellt geblie
den war", heißt es in dem Bericht.
„In den vergangenen Monaten
herrschte unter den Eingeborenen eine
förmliche Hungersnot", erfährt man
aus dem Dokument weiter „nun fan
gen die Marokkaner an, wieder regel-
^VAERICAM
AU-T«MB RBCORP
mäßig zu essen, und sie kleiden sich
auch besser. Der Umstand, daß Ame
rika nun für fortlaufende Ergänzung
der Vorräte sorgt, hat es möglich ge
macht, Mengen von Fleisch, die von
den Deutschen in öffentlichen Speichern
für spätere Abtransportierung aufbe
wahrt worden waren, an die Bevöl
kerung abzugeben. Die marokkanische
Fleischproduktion ist zwar bedeutend,
aber unter der deutschen Herrschaft
blieb dem Lande nur ein geringer Teil
der von ihm produzierten Fleischvor
täte. Das amerikanische Militär fand
allein in einem Lagerhaus in Fedela
350 Tonnen Fleisch vor, die für den
Versand nach Deutschland bestimmt
waren. Die Schikanierung des Fi
schereigewerbes durch die früheren
deutschen Herren hatte zur Folge, daß
frische Fische vollständig vom Markte
verschwanden- Im Laufe dieses Mo
nats gelangen wieder 280 Tonnen die
ser Ware in den Handel. Es war eine
freudige Ueberraschung für die marok
kanischen Fischer, zu erfahren, daß un
ser Generalmajor George S. Pattort,
im Gegensatz zu dem Zustand vor den
amerikanischen Landungen, nicht dar
an denkt, sie konzessionspslichtig zu
machen und ihnen Lizenzabgaben abzu'
knöpfen.
„Handel und Gewerbe wachen nun
in Marokko wieder aus", sagt der Be
richt weiter „die Bevölkerung selber
Zu Sen weniKn vom Weltkrieg
noch unberührten Gebieten ist der klei
ne neutrale Pyrenäenfreistaat Andor
ra mit einem Flächeninhalt von nur
682 Quadratkilometer und emer Ein
Wohnerzahi ^sn^etwa -6000. Ein Be
richterstatter aaus Andorra La Vieja
schreibt: „Wir hatten erfahren, daß
die Deutschen ein französisches Nach
bardorf nach dem andern mit Truppen
belegt hätten", erzählte einer dec
Grenzwächter, „und infolgedessen wun
terte ich mich nicht weiter, als eines
schönen Morgens ein deutscher Ser
geant mit noch einem anderen bewaff
neten Landsmann an unserer Grenze
auftauchte. „Nun, soll auch Andorra
an die Reihe kommen?" fragte ich den
Sergeanten, der lächelnd entgegnete:
„Nein, wir haben Befehl, die Gren
zen Ihres Landes zu respektieren.".^
Also eine Garantie Adolf Hitlers
für Achtung der Neutralität Andor
ras: „Nim, wir unterhielten uns noch
ein Weilchen," sagte der Grenzbeamte,
„der Sergeant war wirklich ein recht
angenehmer Mann."
Das ist alles, was bisher Über die
neue internationale Lage des interest
'anten pyrenäischen Paßstaates durch
gesickert ist. Die Hitlersche Garanti?
für die Selbständigkeit des weltabge
schiedenen, fast 700 Jahre alten
Zwergstaates mag wirklich durch Ach
tung vor dem politischen Unabhängig'
keitssinn der rauhen (ihrem Stamm"
nach katalanischen) Bergbauern in
den alpinen Hochtälern und den engen
Schluchten Andorras diktiert sein,,ob
wohl die Wahrscheinlichkeit dafür
spricht, daß für die betont-loyale „An»
dorra-Politik"
4
6!
No. 37
hatte vorher die Wirtschaft lahmgelegt,
eine Form passiven Widerstandes ge
gen die Bemühungen der deutschen
Waffenstillstandskommission, Marokko
aller seiner wirtschaftliche» Hilfsmittel
zu entblößen und es weißzubluten.
Marokkos Grilse, Obst, Fleisch,
Wein, Erze, F.,che, Leder und Eisen
gingen früher zu 80 Prozent in deut
sche Hände über. Die Minderproduk
tion in dem Lande vermochte nicht zu
verhindern, daß die Deutschen hier
dennoch beträchtliche Mengen von Ma
terial erlangten, das die Nazis für ih
re Kriegszwecke bitter nötig brauchten.
Paß sie nun die Herrschaff über das
französische Protektorat verloren ha*
hen, bedeutet in doppeltem Sinne et'
nen wirtschaftlichen Rückschlag für das
Dritte Reich: Während Deutschland
selber damit bedeutende wirtschaftlich.'
Hilfsquellen eingebüßt hat, kommt den
Ver. Nationen nun die marokkanische
Produktion zugute, die nach und nach
wieder das hohe normale Niveau de?
Jahres 1940 erreicht. 7
der Wilhelmstraße
mehr als Sorge vor einer unnötigen
Verstimmung der Franco-Regierung
in Madrid bestimmend war. Weiß
man doch, daß das falangistifche Spa^
men schon längst Ansprüche aus das
Ländchen erhebt!
Seit Kriegsbeginn in Europa sind
(Fortsetzung auf Seite 12)

rtue AVERA6R U.S. FARMER HAS
27 ACRES OF WOOPLAND
ENOU6H Tt*€ttOV/ A NBW
SIX ROOTA HOUSE "ANNtiALlV'
MILLS THIS
YEAR WILL PRODUCE
TEXTILES A VARD
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AMIES PER HOUFLG,
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