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Ohio Waisenfreund. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1874-1953, March 31, 1943, Image 1

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Der heute über die ganze Welt der
breitete Kindheit Jesu-Verein kann in
diesem Jahre seinen 100. Gründungs»
tag feiern. Während im 1. Jahre die
Gründung dieses Vereins zum Be
sien verlassener chinesischer Kinder die
Geldsamm^lung $25,000 betrug, wur
den in diesem Jahre im ganzen $2,
000,000 gesammelt, welche in 600
Missionszentren zur Verteilung ka
men. Unser gegenwärtiger Papst
Pius der Zwölfte war als Kardinal
Eugenia Pacelli der Protektor des
Kindheitvereins. Gegenwärtig umfaßt
der Verein 750,000 Kinder in den
Ver. Staaten, welche in 107 Erzdiö
zesen und Diözesen des Landes tätig
sind.
Gründer des nun 100 Jahre alten
Kindheit Jesu-Vereins war Bischof
Charles Forbin-Janson im Verein mit
Pauline Jaricot, der Gründerin des
Vereins der Glaubensverbreitung.
Geboren in Paris im Jahre 1785,
wurde Forbin-Janson zum Bischof von
Nancy, Frankreich, ernannt. Er sah
sich im Jahre 1830 wegen einer antv
klerikalen Regierung gezwungen, sei
nen Bischofssitz zu verlassen und wid
mete sich dem Missionsleben in fernen
Gegenden.
Obwohl der Verein vor allem zum
Besten verlassener Kinder in den aus
wärtigen Missionsländern, besonders
in China,gegrndet worden, unternahm
derselbe auch die Errichtung von
Waisen Häusern, Arbeitshäusern und
Findelhäusern.
Der Verein wurde im Jahre 1846
in Amerika eingeführt, wo Bischo
Janson als Missionar gewirkt hatte
Die erste Niederlassung wurde in ei
ner französischen Pfarrei in New Aork
gegründet. Der Hl. Vater Papst Pius
der Zwölfte hat das Protektorat über
den Verein beibehalten.
Von der ganzen Presse des Landes
wurde die vom Jesuitenpater Hubbard
vor der „Geographie Society of Chi
cago" über die sowjetrussische Politik
gehaltene Rede mit belobigenden
Worten besprochen. „Wenn", so er
klärte Pater Hubbard, „Rußland sei
nen Fischereivertrag mit Japan an den
Kamtschatka-Inseln wieder erneuert,
so kann das als ein sicheres Zeichen
gedeutet werden, daß Rußland ein
starkes Japan im Fernen Osten
wünscht. Japan ist wegen der gewal
tigen durch Eroberung in seinen Be
sitz gelangten Schätze aller Art nicht
mehr auf die Fischerei in Kamtschatka
angewiesen. Der einzige Grund, wes
halb Japan auf einer Erneuerung der
Fischereirechte bestehen wird, ist der,
daß die Japaner in nächster Nähe der
Aleuten wertvolle Beobachtungen zu
machen die Gelegenheit sich verschaf
fen zu können beabsichtigt. Im Fall
einer neuen Konzession an Japan ist
auch die Wahrscheinlichkeit ausgeschlos
sen, daß Rußland es je Amerika ge
statten wird, Japan von russischen Hä
ftn aus anzugreifen. Es liegt auf der
Jahrgang 70 Mittwoch, den 31. März 1943
Unpolitische Zeitlüufte
Hand, daß, wenn uns von unfern ruf
ssischen „Verbündeten" dieses Recht
versagt wird, der Krieg mit Japan sich
jahrelang in die Länge ziehen und
unserm Lande zahlreiche Menschenle
ben kosten mag.
Falls uns ein Angriff auf Japan
GItio Wiibcnfmwit.
An Familienblatt fur Wahrheit und Recht zur Belehrung und Unterhaltung
Erscheint wöchentlich im Päpstlichen Collegin« Josephinnm zum Beste« fcor Priesterzöglinge
Herausgegeben vom Päpstlichen Collegium Josephinum. Preis für ein Jahr in den Vereinigten Staaten $2, in Kanada und allen anderen Staaten $2.60
Alte Miffionskirche im Südwesten
Ii
In Arizona und New Mexico
befinden sich zahlreiche Kirchen, wel
che von Missionaren des 17. und
18. Jahrhunderts für die Indianer
russischerseits gestattet wird, so stellte
das für uns sich als eine zweite Front
dar, die für uns sich als eine so große
Wichtigkeit erweisen würde, als für
Rußland die Eröffnung einer zweiten
Front in Europa vonseiten Englands
und der Ver. Staaten. Was werden
London und Washington dazu zu sagen
haben?
Ergänzend zu dem von Kardinal
Erzbischof Schuster von Mailand am
Feste Mariä Geburt erlassenen Hir
tenbrief werden nachträglich weitere
Einzelheiten aus dem erzbischöflichen
Schreiben bekannt. In demselben wies
der Kirchenfürst hin auf Maria, die
Königin des Friedens. Die Kirchen
gefchichte berichtet, daß die hl. Jung
frait immer das christliche Volk be
schützt und ihm die Gabe des himm
lischen Friedens vermittelt hat. Durch
das ganze Mittelalter wurde Maria
als „Salus populi Romani" (Heil des
römischen Volkes) verehrt und beim
großen Sieg über die Türken bei Le
panto und vor Wien war Maria die
Judith des Volkes Gottes. Pius der
Siebente hat selbst seine Befreiung aus
der Gewalt Napoleons der Fürbitte
der Gottesmutter zugeschrieben, und
Pius der Elfte anerkannte im glück-
lichen Friedensschluß zwischen Italien
und dem Papsttum, wie dieser in den
Lateranverträgen zustande kam, das
Werk Marias. Schon seit Pius der
Elfte Ende September 1938 durch den
Rundfunk feinen letzten bewegten Frie
densruf an die Welt richtete, haben die
italienischen Katholiken, angesichts der
heraufziehenden Gefahr, ihr Vater
land dem besonderen Schutze der hlst.
Jungfrau anvertraut. Die Vorsehung
hat es gefügt, daß bisher der Krieg
sich viele Hunderte von Kilometer von
den italienischen Grenzen weg abspielt
und das Land von Kriegsverwüstun-
ft
erbaut wurden. Dieselben sind mit
Adobebauziegeln errichtet. Obige
Kirche befindet sich in New Mexico.
gen verschont blieb. Zwar sind die all
gemeinen wirtschaftlichen Folgen des
ungeheuren Ringens auch in Italien
spürbar, aber das Land hat doch bis
her keinen eigentlichen Krieg gesehen.
Angesichts der Gefahr von Luftbom
bardements haben die lombardischen
Katholiken in besonderer Weise Zu
flucht genommen zum Gnadenbild der
Mutter Gottes im Dom von Mailand
und bisher blieben sie auch von schwe
reu feindlichen Fliegerangriffen ver
schont. Der Erzbischof spricht schon
heute, daß nach Friedensschluß seier
liehe Dankfeste veranstaltet werden
sollen. Heute hört man vielfach die
Frage, wenn endlich Friede fein wird.
Niemand kennt den Zeitpunkt, aber
durch ein christliches Leben und flei
ßiges Gebet kann jeder dazu beitra
gen, daß die Früchte des Friedens
schneller reifen. Die Kirchengeschichte
zeigt, daß den großen Gnadenerwei*
sen Marias immer große Gebetsaktio
nen vorangegangen sind. Das unab
lässige Gebet der Gerechten vermag
viel bei Gott. Im Hinblick auf den
Monat Oktober fordert der Kardinal
darum zu fleißigem Rosenkranzgebet
auf und wünscht, daß das Rosenkranz
gebet in der großen Erzdiözese syste
matisch gepflegt werde. Jenen, welche
vermehrte Kundgebungen der Kirche
zur Gegenwartsfrage fordern, erwi
derte der Erzbischof, daß Beten und
Schweigen das Gebot der Stunde sind.
Es ist Krieg und durch den Krieg
No. 48
pricht der Herr selbst zu uns armseli
gen Kreaturen und dieser furchtbaren
Stimme gegenüber geziemt es, einzig
zu Beten, nachzudenken und etwas
daraus zu lernen.
Ueber die Wirkungen der fast Tag
und Nacht ununterbrochenen Luftan
griffe der Royal Air Force auf deut
sche Industriestädte und besetzte Ge
biete stellte der britische Luftfahrtmi
nister Archibald Sinclair fest, daß jetzt
monatlich 12,000 Tonnen Bomben auf
feindliches Gebiet abgeworfen werden
und bisher 2000 deutsche Rüstungs
werke zerstört worden sinrd. Die jähr
liche Stahlerzeugung Deutschlands ist
um 1,250,000 Tonnen verringert
worden und mindestens eine Million
Menschen wurden obdachlos. In die
sen Zahlen sind die Schäden, die von
amerikanischen Bombern in Deutsch
land angerichtet wurden, nicht mit ein
gerechnet.
Im Februar wurden 10,000 To.
Bomben abgeworfen, im März bis
zum Tage des Berichtes 4000 To.
Nach Städten gab Sir Archibald
folgende Gebiete als verwüstet an:
Wilhelmshaven, 118 Acres dem Bo
den gleichgemacht, darunter die ge
samte Arsenalgegend Rostock, 130
Acres Mainz 135, Lübeck 200, Karls
ruhe 260, Düsseldorf 380, Köln 480
Acres. In dem holländischen Ort
Eindhoven wurden die Phillips-Wer
ke so schwer beschädigt, daß' die Deut
schen mehrere Millionen Rundfunk
röhren für die Dauer des Krieges ver
loren haben.
Durch die Schlagkraft der RAF,
über deren beispielloses Wachstum der
Minister berichtete, sei bisher folgendes
erreicht worden:
Um die verheerende Wirkung der
dauernden Angriffe abzuschwächen, ist
Deutschland gezwungen worden, dop
pelt so viele Jagdflugzeuge im We*
sten zu halten als es an der Ostfront
hat
Mehr als 10 Prozent der wenigen
Flugzeuge, mit denen die Nazis wäh
rend der letzten drei Monate England
angriffen, sind abgeschossen worden
eine Verlustrate, die allgemeiner Auf
fassung nach weitere Angriffe aus
schließt
Eine fortgesetzte 24stündige Flieger
deckung für Schiffe im Nordatlantik ist
ermöglicht worden, teilweise durch den
Gebrauch von Helicopters, und Son
derflugzeuge zur Tankbekämpfung und
Kampfbombergefchwader stehen bereit,
damit im Falle der Invasion Europas
„die gesamten Mittel der RAF mit de
nen der Armee vereinigt werden".
Bereits 2500 Alumnen der Notre
Dame Universität befinden sich gegen
wärtig in der U. S. Wehrmacht. Wei
tere 3000 stehen im Begriffe, sich dem
Heere anzuschließen. Die Kongrega'
tion vom Hl. Kreuz, welche die Uni
versität leitet, hat schon über 20 Prie
ster als Feldkapläne geliefert. 31
Alumnen sind bereits im Kampfe ge
fallen.

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