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Ohio Waisenfreund. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1874-1953, July 14, 1943, Image 4

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I Allerlei a«S aller Welt
Das Radio sagte, die Lebensbedin
gingen der Missionare in China hin
gen mehr als anderswo davon ab, ob
ihr Wirkungskreis im besetzten oder
unbesetzten Gebiete liege, und welcher
der beiden Mächtegruppen ihre Nation
angehöre.
Es hieß weiter, z. B. in Hongkong,
wo Hunderte von Chinesen des Hun
gers sterben und woher Fälle von
Menschenfresserei berichtet werden,
feien 15 Mitglieder einer amerikani
schen Missionsgesellschaft verhaftet
worden ihre Repatriierung werde
zwar erwogen, aber vorläufig müß
ten französische Missionare die ame
rikanischen Pater in Hongkong unter-
Radio Vatikan erklärte den Deut
schen ferner, in Rom herrsche ein er
heblicher Mangel an Gemeindegeist
lichen, und zwar wegen der Verar
mung der moralischen und ideellen
Werte, Verschwinden des religiösen
Geistes aus dem Familienleben und
der Erziehung, eines allgemeinen
Rückganges der Moral, Leichtsinnes
und Vergnügungssucht in aüen Le
benssphären.
cht
Gchicksal katholischer Priester i« Nazi-
Konzentrationslagern
Die „Apologetischen Blätter", ein
katholisches Organ, das in Zürich er
scheint, veröffentlichten den Bericht ei
nes nach Zürich entkommenen deut
schen Flüchtlings, demzufolge allein im
Dachauer Konzentrationslager 3000
Priester gefangen gehalten werden.
Darunter sind 2000 polnische Priester,
400 deutsche, 600 tschechische, hollän
dische, belgische und solche anderer
Hrfunft Diese Priester wurden, wie
es in diesem Bericht heißt, bis Fe
bruar 1941 außerordentlich schlecht
behandelt. Erst dann wurden die Aus
peitschungen und der Zwang, schwere
körperliche Arbeit zu leisten, für diese
Priester abgeschafft. Es wurde ihnen
sogar das Lefen einer täglichen Messe
gestattet, die Mahlzeiten wurden bes
ser, auch gab es von da an täglich
einige Ruhestunden. Im Herbst 1941
wurden alle diese Vergünstigungen je«
döch fast ganz widerrufen, vor allem
für die polnischen Priester. Zur Zeit,
da der Berichterstatter floh, war nur
noch die Abhaltung der Messe erlaubt.
Die Auspeitschungen wurden wieder
eingeführt, selbst für allergeringste
Übertretungen der Lagerordnung.
Dasselbe gilt von der Schwer- und
und Schwerstarbeit, die die Priester
nun wieder ausführen mußten. Wie
der Flüchtling mitteilt, starben im
letzten Jahre in Dachau 1500 polni
sche Geistliche infolge Unterernährung,
aber auch die deutschen Priester sind
dem Hungertod ausgesetzt. Der Bericht
enthält die Namen etlicher Priester, die
dem Flüchtling persönlich bekannt wa
ren. Unter diesen sind folgende: Msgr.
Origer von Luxemburg Hw. Caroli
Vatikan protestiert gegen Mißhand-i von Speyer Hw. König, Vikar tum
lung katholischer Missionare Paderborn Kaplan Flintrop von
Der Rundfunk des Vatikans hat,'Köln Kaplan Markkötter von Mün
wie in New Work von einer Regie'
rungsabhörstelle gemeldet wurde, in
einer nach Deutschland gerichteten Sen
dung die japanische Mißhandlung ka
tholischer Missionare in den besetzten
Gebieten scharf verurteilt.
ircr Hw. Zillikens von Trier Hw.
Eisele von der Pfalz und Hw. Riepe,
S.V.D. Wie es in dem Bericht heißt,
ist Pfarrer Niemöller noch immer im
Dachauer Konzentrationslager.
Zweitgrößte Stadt Oregons ohne
Kirche und Schule
Vanport, die zweitgrößte Stadt des
Staates Oregon, besitzt weder Kirche
noch Schule. Die neuerstandene Stadt
liegt zwischen Vancouver, Wash., und
Portland, Ore. Noch vor einem Jahre
stand fast kein Hans, wo heute nicht
weniger als 100,000 Menschen woh
nen. In der sumpfigen und mit wil
dem Gestrüpp bedeckten Ebene entstand
fast über Nacht eine moderne Stadt,
aber für Kirchen, Schulen und Ver
sammlungshallen war kein Platz vor
gesehen. Die Entstehung neuer infolge
des Krieges erstandener Industrien
erwies sich als eine so starke Zugkraft,
daß in kurzer Zeit Zehntausend hier
zusammenfluteten.
Die kirchlichen Obrigkeiten began
nen sofort sich den dürftigen Verhält
nissen anzupassen und eine religiöse
Tätigkeit in die Wege zu leiten. Erz
zischos Edward D. Howard von Port
land trug Sorge, daß den 30,000 Ka
tholiken Gelegenheit gegeben wurde,
on Sonn- und Feiertagen der hl. Mes
fe beizuwohnen in irgendeiner der
zur Verfügung stehenden Wohnungen,
und Ordensschwestern versammelten
die Kinder zum Religionsunterricht.
Erzbischof Howard hat die Angele
genheit der Catholic Church Extension
Society übergeben, welche ihr Mög
lichstes zur Einführung regelmäßiger
Gottesdienste und. religiöser Uebungen
tun wird.
Sorteile des Lazarettflugzeugß
Was im gegenwärtigen Kriege die
Zahl der Sterbefälle unter den ame
rikanischen Verwundeten erheblich ver
ringert, sind die Lazarettflugzeuge.
Brigadegeneral David N. W. Grant,
,der erste „Flugchirurge" dieses Zwei
tes unserer Wehrmacht, gab vor der
American Medical Association staati
siische und sonstige Einzelheiten über
die Rolle der Lazarettflugzeuge im ge
genwärtigen Kreige zum besten. Die
folgenden Angaben sind den Ausfüh
rungen Grants entnommen: Die Zahl
der schwerverwundeten von den
Kampfschauplätzen aufgehobenen Ame
rikaner, deren sich die „fliegenden Ho
spitäler" annahmen, beträgt bereits
30,000. Nur zwei Todesfälle waren
bisher unter ihnen zu verzeichnen. Die
aeronautischen Lazarette fliegen an
Schlachttagen bis an die Front, mit
Blutplasma und überhaupt irgend
welchen wesentlichen Lazarettausrü
stimgett befrachtet. Es werden keine
ziffernmäßigen Angaben über die
Tragfähigkeit solcher Flugzeuge ge
macht, aber um sich einen Begriff von
ihrer Leistungsfähigkeit zu machen, ge
nügt es zu wissen, daß, wie Dr. Grant
mitteilte, nur zwei solcher Apparate
erforderlich waren, um ein Hospital
mit 25 Betten von den jßer. Staaten
nach Alaska zu bringen.
Ohio Waisenfreund Mittwoch, ben 14. Juli 1$$
Sowjetischer Religionskrieg ein
Fehlschlag
Das ist die Ansicht des britischen Edi
wrs und Schriftstellers Sir Bernard
Pares, eine Autorität für russische Ge
schichte.
„Der Versuch, die Religion in Ruß'
land zu zerstören", erklärt Sir Pares,
„ist fehlgeschlagen. Wir brauchen uns
um die Zukunft der Religion in Ruß
land keine Sorge zu machen, und kön
nen auch ohne jegliche Bedenken an
Rußlands Seite gegen den gemeinsa
men Feind kämpfen.
Der Angriff auf die Kirche hat die
Religion im russischen Volke von
neuem angefacht. Während der stürmi
schen Periode des Sowjetregimes blie
ben die von der orthodoxen Kirche un
ter dem Zarentmn verfolgten Non
conformisten unbelästigt. Auch sie er
starkten unter dem Sowjetregiment."
Helicopter, der Luftomnibus der
Zukunft
Die Greyhound Lines haben sich
entschlossen, den Luftomnibusdienst per
Helicopter im Lande einzuführen, und
zwar zunächst als schneller Anschluß
dienst an Ueberlandrouten. Der erste
Versuch soll zwischen Detroit und Flint
in Michigan unternommen werden, so
bald das Luftministerium die nachge
suchte Bewilligung erteilt hat, und
dann sollen ähnliche Verbindungen in
anderen Landesteilen, darunter in
Cincinnati und Cleveland, eingerichtet
werden. Die Abfahrten und Landun
gen erfolgen auf den Dächern der jet'
igen Omnibusbahnhöfe.
In Vorbereitung dieser hochmoder
nen Transportlinien haben sich bereits
einige Firmen an die Arbeit gemacht,
Helicopters im Massenbetrieb herzu
stellen. Dazu gehören das Sikorski
Werk der United Aircraft in Bridge
port, Conn., die Consolidated Aircraft
Co. in Detroit und die Nash-Kelvina
tor Corporation in Chicago. Der Heli
copter, der auf unserem Bilde zu sehen
ist, entstammt der letztgenannten
Firma.
Helicopters eignen sich ausgezeichnet
für Luftbusbeförderung, denn sie kön
nen nicht nur senkrecht aufsteigen und
landen, sondern sie ähneln auch äußer
lich Omnibussen mehr als die üblichen
Flugzeuge. Diese Maschine kann sich
auf dem Wasser, dem Land, auf
Schnee, dünnem Eis, auf Dächern
oder Parking Lots niederlassen, kann
mitten in der Luft bewegungslos blei
ben und vermag rückwärts oder vor
wärts mit gleicher Leichtigkeit zu fite
sen. Es hat einen aus drei oder vier
flächen bestehenden Propeller oben
und einen kleinen hinten, die beide
vom gleichen Motor betrieben wer
den. Und die Dontrollen ähnel« de
nen eines Tanks oder Traktors
Ler. Nationen bereit für eventuellen
Gaskrieg
Der Budgetausschuß des Abgeord
netenhauses hieß die Pläne der Ar
mee gut, die Ausgaben von $1,152,«
490,000 für die chemische Kriegfüh
rung vorsehen, da die Alliierten in der
Lage fein müssen, jeden Versuch der
Feinde, Giftgas zu verwenden, sofort
mit Gleichem zu vergelten. Bevor der
Ausschuß diese Summe guthieß, ver
nahm er Aussagen leitender Offiziere
und Beamter der chemischen Kriege
führung, darunter Generalmajor Wm.
N. Porter, Chef des Chemical War
fare Service.
Der Ausschuß begleitete feilte Ent
scheidung mit den Worten: „Wir hof
fen zwar, daß keines der Achsenlän
der versuchen wird, zu dieser Art
Kriegführung Zuflucht zu nehmen,!
aber der Ausschuß ist entschieden da-1
für, daß wir selbst und unsere AM-^
ierten zu jeder Zeit und an jeder
Front sowohl defensiv als auch offen«"
siü vollkommen bereit sind, sofern un
sere Feinde zu dieser teuflischen Alt«
griffsform greifen sollten. Und dsV'
Ausschuß hat jede Sicherheit dafür/
daß unsere Streitkräfte für jede Mög
lichkeit gerüstet sind."
Der Vorsitzende des Ausschuss^»
Abg. Snyder (Dem., Pa.), stellte'
iem General im Verlause' des Verhörs'
die Frage, ob nach wie vor keine Be**
weise vorlägen, daß der Feind sich he«
leits der Giftgaskriegführung bedient/
abgesehen von den unbestätigten Be»^
richten über die Verwendung in klei
nem Maßstabe durch die Japaner in
China. Der General konnte diese Fttk-»!
ge verneinen.
Andorra fühlt sich wohl und sicher iA
Weltkriege
Francisco Ciarat Freizas, weichet"
zum drittenmal als Präsident der fiel*
nen Republik gewählt worden ist, er?
klärt, daß das Volk „so glücklich W,
wie das in einem so furchtbaren Welt«
konflikte möglich sein kann."
„Wir sind vollkommen frei von ter
ritorialen, wirtschaftlichen oder ande
ren Ambitionen", fügt er hinzu. „Nur
wenige Nationen halten im gegenwät»
tigen Kriege eine so strikte Neutralität
wie wir. Mein dritter Termin ist das
einzige, was ich mit Präsident Roose
velt gemeinsam habe. Während er der
oberste Exekutivbeamte der größten
amerikanischen Republik ist, bin ich es
der kleinsten in Europa und überhaupt,
in der Welt."
Andorra, das aus 32 kleinen Wei
lern besteht, hat eine ausgezeichnete
Wirtschaftslage dank der Hilfe, die
Spanien leistet. \t:
„Seit der Okkupation Frankreichs
haben Hunderte von Flüchtlingen von
unserem traditionellen Gastrecht Ge
brauch gemacht. Aber soweit wir fest
stellen konnten, befindet sich nicht ein
einziger Millionär darunter die mei
sten Flüchtlinge haben keinen Penny.
Da unsere Hospitalgelegenheiten be
schränkt sind, mußte eine Zahl von
Flüchtlingen, die sich bei einem Marsch
über die Berge die Füße erfroren hat
ten, zur Behandlung nach dem spani
schen Hospital- in Ceo de Urgel ge-,
schickt werden." Mr
Ciarat erklärte, daß- vorläufig
Brot rationiert werden wird, und daß
die 5322 Einwohner und 254 Flücht
linge alle übrigen Lebensmittel W
freien Handel erstehen können. lar*
Unlängst ist der Präsident incog
nito nach Barcelona gefahren, um
dort mit dem hauptsächlichsten Vertier'
ter Andorras im Auslande, Sens?,
Arti Sella, zu konferieren. Ciarat be
stritt Berichte, welche in der kataloni-:
fchen Presse erschienen sind, wonach sich
unter den Flüchtlingen in Andorra
300-:' arnerttauHl^.-MMDiKp,
den sollen.
1
'/j-/
Uebertrnmpft
„Ich habe einen Hut erfunden^ HUP
sich ausdehnt, wenn es regn^ uMn
dann als Regenschirm dient."
„Das ist noch gar nichts! Mein:
Bruder hat eine Wasserleitung kon
struiert, deren Hahn Eier legt."
„Mein Bart wächst so mächtig, daß
ich mich dreimal täglich rasieren muß-."'?
„Na, das ist doch gar nichts mein
Bart wächst so schnell, daß ich mich
schon immer,einen Tag wrher. rasie
ren muß."
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