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Ohio Waisenfreund. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1874-1953, September 08, 1943, Image 4

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I Allerlei
mi
Kanonischer Rechtskodex ins Chines!
fchc übersetzt
In einem Kabelgramm von Erz
Bischof Mario Zanin, dem Apostoli'
schen Delegaten in China, wird die
Drucklegung einer Übersetzung des
kanonischen Rechtes ins Chinesische
mitgeteilt. Die Hl. Kongregation der
Glaubensverbreitung in Rom hat das
Unternehmen beglückwünscht.
Die ersten Anfänge dieses schwiert«
gen Werkes fallen in das Jahr 1938,
und dasselbe wurde von Bischof Cy
ril Jarre, O.F.M., apostolischem Vi
far von Tsinanfu, begonnen. Das
Werk stie anfänglich aus große (Schwie
rigkeiten wegen der Wiedergabe der
juristischen Terminologie in der chi
nesischen Sprache. Obwohl die Ueber
setzung vorläufig noch inoffiziell ist,
wird sie von der Kommission des ka
nonischen Rechtes hoch willkommen ge
heiße«.
Spaxie» bleibt eine katholische
Nation
Anläßlich deS Arbeitertages vom
20. Juli hat General Franco in ei
tier Ansprache betont, Spanien sei ent
schlösse», fernen katholischen Überlie
ferungen treu zu bleiben, und daß die
Losung sozialer Probleme nur in den
Vorschriften des Christentums zu sin
den sei.
Da haben wir den Grund, weshalb
Sozialisten, Atheisten, Kommunisten
nichts Gutes zu sagen haben und ihn
und Freimaurer über General Franco
des Faschismus anklagen. Sie sind
die erklärten Feinde des Christentums
und besonders der katholischen Kirche,
des katholischen Spanien.
Es ist eine bedauernswerte Tatsa
che, daß wohlmeinende Nichtkatholiken
und selbst Katholiken heute noch in
den kommunistischen „Loyalisten" des
spanische.» Revolutionskrieges legitime
Vaterlandsverteidiger erblicken.
General Franco hat seit jenes für
das spanische Volk so verheerenden
Revolutionskrieges unter den größ
ten Schwierigkeiten und großen Ersol
gen am Ausbau Spaniens gearbeitet.
Seine Lage ist keineswegs eine leich
te. Er hat, trotz des Druckes der Ach
fettmachte, die Neutralität Spaniens
zu wahren verstanden und durch seine
Neutralität den alliierten Mächten es
ermöglicht, die Kampagne in Afrika
so erfolgreich zu beginnen und durchzu
führen.
General Franco's Politik
Auf die immer von katholikenfeind
Itcher Seite behauptete Anklage, Ge
neral Franco sei Faschist und ein
Gegner der Demokratie, hat die spa
nische Wochenschrift in Madrid „El
Espagnol" folgende Erklärung ver
öffentlicht:
1. Spanien ist außerhalb des Krie
ges, weijt die Regierung, trotz „Re
gungen der Sympathie und des Mit
gefühls in bestimmten Schichten der
Bevölkerung" den Status der Nicht
kriegsühung „aus freier eigener Ent
scheidung" aufrechterhält.
2. Das Regime der spanischen Fa
langistenpartei ist ein nationales Re
gime, steht aber über den internatio
nalen Ereignissen und kann durch den
Gturz des Faschismus in Italien und
«»er Welt I
durch andere Entwicklungen nicht
be­
einflußt werden.
(Diese Erklärung der spanischen
Politik folgte auf eine zweistündige
Unterredung des britischen Botschaf
ters Sir Samuel Hoare mit Genera
lissimo Franco und Außenminister
Graf Jordana. Ueber die Unterre
dung wurde kein Kommunique ausge
geben. Aber man nimmt an, daß Fra
gen in Zusammenhang mit Spaniens
Neutralität, wie der Status der in
Nußland auf deutscher Seite kämpfen
den „Blauen Division", die Zustände
in der von Spanien besetzten Tanger
Zone und ähnliche Probleme bespro
chen wurden.)
(Londoner Berichte zitierten die
„Evening News" mit folgender Erklä
rung: „Eine Sache, die wir von
Franco verlangen werden, ist, daß
Spanien zumindest eine vollständige
und sorgfältige Neutralität von nun
an an den Tag legt und keine Achsen
Verbrecher bei sich aufnimmt. Wir sind
schließlich in der Lage, solche Forde
ningen zu stellen.")
Ein zweites Ereignis wirft noch auf
Spaniens Haltung ein bezeichnendes
Licht. Das ist die große Wallfahrt
taufender von Falangisten nach San
tiago de Compostella, wo General
Franco und hohe Parteiführer sich den
Wallfahrern anschlossen. Diese Pilger
fahrt war bewußt darauf angelegt,
den katholischen Charakter der Partei
und des staatlichen Regimes zu zeigen.
Amtlich wurde immer wieder betont,
daß diese Katholizität den spanischen
Falangismus von allen, vom Faschis
mus und Nazismus, unterscheide.
„El Espagnol" betonte schließlich,
daß bei den Ereignissen außerhalb der
spanischen Grenze „nichts von unserer
Innenpolitik auf dem Spiele steht".
„Wenn wir die Weltereignisse mit der
notwendigen-Objektivität und mit Re
alismus betrachten, dann muß auch
Spanien objektiv mit der Feststellung
behandelt werden, daß es nicht in den
Krieg eingetreten ist."
Kongreßmann warnt vor Gefahr für
Privatschulen
Volksvertreter Hatton W. Sum
mers, Vorsitzender des Rechtskomitees
des Repräsentantenhauses, hat starken
Einspruch erhoben gegen die Propa
gandisten, welche bestrebt sind, Hilfe
des Bundesstaates für das Erzie
hungswesen zu erlangen und gegen
die Bestrebungen, Tätigkeiten zu
übernehmen, welche eigentlich dem
Staate und privaten Agenturen ob
liegen. Er erklärte weiter, die augen
blicklichen Verhältnisse zeigen deut
lich, wie weit wir schon gegangen sind.
Dies würde lediglich eine verschwen
derische Dyplikatwn von Fonds zur
Folge haben.
Vertreter Summers diesbezügliche
Erklärungen sind in einer Broschüre
zusammengefaßt und erschienen bei
der „Dallas Times". Diese Broschüre
enthält ebenfalls Kritiken von ver
schiedenen Prominenten Persönlichkei
ten aus dem Staate Texas. Die Bro
schüre ist betitelt: „State Sovereignity
Must Face Its Responsibilities".
Gerade jetzt, sagte Vertreter Sum
mers, ist man bestrebt, den Bundes
ftaat zu beeinflussen, damit dieser die
freien Schulen des Landes unterstütze.
Die Tatsache, daß irgend jemand in
unserem Teile des Landes die Idee
für gut befindet, zeigt, wie weit wir
uns treiben lassen haben und was wir
willens sind zu tun, um Gelder von
unserem „bankerotten" Bundesfinanz
amt zu erhalten.
Es ist selbstverständlich, wenn die
Bundes- und Staatsregierung an ein
und derselben Angelegenheit arbeiten,
daß dies eine Duplikation von Aus
gaben und eine Zunahme von Regie
rungsangestellten zur Folge haben
wird. Der Lohn der Angestellten wird
natürlicherweise von den Geldern der
Steuerzahlenden genommen, bevor
ein Teil des Geldes für die Zwecke
verwendet wird, für' die es anfänglich
bestimmt war.
Amerikanische Kapitalanlagen in
Italien
Die amerikanischen Kapitalsinteres
sen in Italien beziffern sich den neue
sten Schätzungen nach, die hier verfüg
bar sind, aus zusammen rund $150,
000,000. Die italienischen Kapitals
anlagen hierzulande bttragen nur un
gefähr $55,000,000. Die amerikani
schen Kapitalsanlagen in Italien wer
den jedenfalls aus der kommenden
Friedenskonferenz geregelt werden.
Was mit den gesperrten italienischen
Anlagen hierzulande geschehen soll,
wird wahrscheinlich vom Kongreß ent
schieden werden. Derzeit bestehen keine
Gesetze über die Verwendung gesperr
ter ausländischer Vermögenswerte.
Von den amerikanischen Anlagen
sind $73,000,000 rund die Hälfte
in der italienischen Industrie an
gelegt, $38,000,000 davon allein in
Raffinerie- und Handelsunternehmun
gen der Petroleumindustrie.
Amerikaner haben außerdem annä
hernd $73,000,000 (Pariwert) ita
lienische Bonds im Besitz, von denen
rund $33,000,000 auf Regierungsan
leihen oder solche Papiere entfallen,
für die sich die Regierung verbürgt
hat, während der Rest italienische Kor
porationspapiere sind.
Unser Kaffeeimport aus Brasilien
Brasilien, der größte Kasseeprodu
zent der Welt, hat wesentlich dazu bei
getragen, daß die Ver. Staaten die
Rationierung von Kaffee wieder auf
geben konnten, erklärte Jayme Glie
des, der Präsident des brasilianischen
nationalen Kaffeedepartments in Rio
de Janeiro. „Wenn die Dinge nur bis
Ende des Monats so gut weiter ge
hen wie bisher, wird Brasilien bereits
mehr Kaffee nach den U. S. A. gelie
fert haben, als im ganzen Quotenjahr,
das am 30. September 1942 ablief",
sagte er.
Er erklärte weiter, daß während
der ersten 27 Tage des Monats Juli
,1,153,000 Sack Kaffee aus Brasilien
nach den Ver. Staaten exportiert wur
den, eine Zahl, die seit Beginn der
Krise im Juni vorigen Jahres als
ein Rekord gelten kann. In den allge
meinen Exportzahlen sind dabei 400,
000 Sack, die Brasilien kürzlich für
die amerikanischen Streitkräfte in
Ueberfee angeboten hat, noch nicht ein
begriffen und sie werden daher auch
mit den Lieferungen für den ameri
kanischen Zivilverbrauch nicht in die
Quere kommen.
Wir haben genug Kaffee vorrätig,
und wenn die Transportverhältnisse
weiter gut bleiben, liegt kein Grund
vor, den Export einzuschränken, sagte
er. „Unsere Verluste durch feindliche
Angriffe erreichen gegenwärtig noch
nicht ettt Fünftel der Verluste zu Be
ginn des U-Bootkrieges."
Der Lustfrachter der Zukunft
Die Glenn L. Martin Co. in BaW
more hat den Konstruktionsentwürf
eines ganz neuen Typs von Fracht
flugzeug bekanntgegeben, das ebenso
leicht beladen und entladen werden
kann wie ein Lastauto.
Ein Patent für den neuen FlW«
zeugtyp, deren Haupteigenschaften vie
le der Schwierigkeiten beseitigen wür
de, die sich jetzt noch dem Transport
von Luftfracht entgegenstellen, ist Wil
lem van Zelm von der Jngenieurab
teilung der Glenn Martin Co. erteilt
worden.
Eine Ladetür unter der Schwanz
Oberfläche mit einer Rampe, die ent
weder auf den Boden oder auch auf
die hintere Plattform eines Lastwa
gens heruntergelassen werden kann,
bildet eines der Kennzeichen des neuen
Luftfrachters.
Van Zelm hat fein Patent dem
Martin-Konzern überwiesen, der sich
hierzu folgendermaßen äußerte:
„Wenn auch die Nachfrage nach den
drei berühmten Martin-Bombern ge
genwärtig Äie Möglichkeit ausschließt,
das neue Frachtflugzeug in die Pro
duktion einzustellen, so sind doch schon
im Hinblick auf die kommende Luftära
der Nachkriegsperiode Konstruktions
entwürfe für eine zweimotorige und
eine viermotorige Type fertiggestellt
worden."
Diese beiden Visionen des
Zelm-Lustfrachters sind Eindecker mit
niedriger Tragfläche und mit je zwei
bezw. vier Motoren. Sie besitzen beide
eine dreirädrige Landevorrichtung.
Das zweimotorige Frachtflugzeug
hat ein Bruttogewicht von 60,000
Pfund, während die viermotorige Type
ettt Bruttogewicht von 86,000 Pfund
und eine Nutzlast von 36,780 Pfund
besitzt, wovon 27,000 Pfund oder
13.5 Tonnen reine Fracht darstellen.
Einer der größten Vorteile wurde
nach dem Martin-Konzern der fein,
daß durch diese neuen Lustsrachter der
Luftdienst wirtschaftlich und für Ge
riete praktisch fruchtbar gemacht wer
den kann, wo bisher der Gefchästsum
fang nicht groß genug war, um kost
spielige Ladeausrüstungen in Ver
kehrsmaschinen einzubauen.
Alumininmkleider gegen Kalte
Durch die Abdichtung von Tuch mit
Aluminumfarbe hofft Prof. Dr. Clif
ford A. Kirkpatrick in Minneapolis
den Soldaten, die in kalten Regionen
zu kämpfen haben, ein gutes Maß An
nehmlichkeiten verschaffen zu können.
Dr. Kirkpatrick fuhr im ersten Krieg
in Frankreich eine Ambulanz und er
warb sich das Verdienstkreuz.
Dr. Kirkpatrick wurde zu seinen
Experimenten durch Pressemeldungen
bestimmt, die über die Leiden der rus
sischen und finnischen Soldaten in ih
rem Krieg vor vier Jahren berichteten.
Mineralwasserflaschen und Leinwand
handschuhe, Aluminumfarbe und Alu
minumfolie (sehr dünn ausgewalztes
Aluminium) bildeten die Hauptrequi
siten für seine Versuche, die der Her
stellung eines leichten, temperaturdich
ten Tuches dienten. Dr. Herman Ka
bat, der, wie er, zum Stab der Uni
versität Michigan gehört, assistierte
ihm bei einigen seiner Experimente.
Diese Ergebnisse wurden dem Textile
Research Institute, Inc., und der Tex
tile Foundation in New Aork zur Ver
fügung gestellt. U. a .gelang es ihm
bei feinen Versuchen, Decken w solcher

Ohio Waiseufreund Mittwoch, best 8. September 1943

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