OCR Interpretation


Ohio Waisenfreund. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1874-1953, September 29, 1943, Image 7

Image and text provided by Ohio History Connection, Columbus, OH

Persistent link: https://chroniclingamerica.loc.gov/lccn/sn91069201/1943-09-29/ed-1/seq-7/

What is OCR?


Thumbnail for

w
7 5
SUfttuuJ), den 29« @Rj!rttthf6cr 1943
Die Macht des Rosen»
kranzes
Der hl. Papst Pius der Fünfte rief
im Jahre 1571 die Fürsten Europas
zu einem Kreuzzuge gegen die immer
drohender vordringenden Türken auf.
Das Deutsche Reich war gerade vom
Religionshaß, Frankreich vom Bür
gerkrieg zerrissen, England vom Glau
Ben und der katholischen Kirche abge
fallen. Daher erklärten sich nur der
König von Spanien und die Republik
Venedig bereit, mit dem Heere des
Papstes vereint gegen die Türken zu
streiten. Don Juan d' Austria, ein
Halbbruder des spanischen Königs, er
hielt, obwohl erst 24 Jahre alt, den
Oberbefehl. Der Papst befahl ihm,
festes Vertrauen auf Gott und die
Hilfe der seligsten Jungfrau zu ha
Ben, die Soldaten vom Fluchen, Spie
len und Schwelgen abzuhalten, sie da
für zum Rosenkranzgebet anzuhalten.
Am Feste Maria Geburt empfingen
alle Mannschaften, Offiziere und Sol
baten, die hl. Kommunion. Am 21.
September segelte die christliche Flotte
aus dem Hafen von Messina aus und
stieß am 7. Oktober auf die weit stär
fere Flotte der Türken. Don Juan
d' Austria ließ auf seinem Admirals
schiff eine Fahne aufziehen, geziert
mit einem Kruzifix und der alten sieg
verheißenden Inschrift: In diesem
Zeichen wirst du siefen! Die ganze
Christenheit betete Tag für Tag in al
len Kirchen den Rosenkranz, vorab
aber Pius der Fünfte. An dem Tage
der Schlacht wollte der Schatzmeister
des Papstes, der fast alle Kriegskosten
Bestritt, eine wichtige Angelegenheit
mit ihm besprechen. Aber plötzlich
hielt der Papst im Gespräch mite, öff
nete das Fenster, sah gen Himmel und
sagte dann dem Schatzmeister: „Jetzt
ist keine Zeit zu Geldgeschäften, gehe,
sage Gott Dank. In dieser Stunde
hat unsere Flotte die türkische geschla
gen und vollkommen vevrnichtet."
Was der Papst verkündete, war ein
getroffen. Don Juan d' Austria hatte
einen Sieg erfochten, wie er kaum
glorreicher in der Weltgeschichte auf
gezeichnet ist. Daher ließ der Papst
zum Andenken an diesen Sieg in die
Muttergotteslitanei die Bitte einfü
gen: Hilfe der Christen! bitte für uns!
Und zwei Jahre darauf ordnete Papst
Gregor der Dreizehnte das Fest des
hl. Rosenkranzes zum ewigen Gedächt
itis an jenen Sieg an, und setzte es
auf den ersten Sonntag im Monat
Oktober, um die Christenheit für alle
Zeiten daran zu erinnern, daß ihr der
Rosenkranz Glück gebracht hat. Glück
und Sieg über einen mächtigen Erb
feind.
Zu Rom in der Sixtinischen Ka
pelle hat der berühmte Maler Michel
Angelo das Weltgericht gemalt. Auf
diesem Gemälde werden die Seelen
der Auserwählten an einer Perlen
schnur in den Himmel hinaufgezogen.
Diese Perlenschnur bedeutet aber nichts
anderes als den Rosenkranz.
Jedem Gläubigen, der sich mit dem
Rosenkranz vertraut macht, ihn Häu
fig betet und an ihm die hehrsten
Geheimnisse unseres Glaubens, des
Lebens, Leidens und Sterbens Christi
und seiner Auferstehung betrachtet,
wird der Rosenkranz zum Bande, an
dem Maria den frommen Beter zum
Himmel hinaufzieht.
Gleichgültigkeit oder gar Menschen
furcht halten manche oft ab, den Ro
senkranz zu beten. Wenn berühmte
'Kriegshelden, wie der Feldmarschall
Die Kirche als Hüterin
der Freiheit
Als Abschluß der an der Universi
tät Freiburg, Schweiz, im Jahre 1941
abgehaltenen Ferienkurse sprach der
Bischof von Lausanne-Genf-Freiburg,
Msgr. Marius Besson, über das so
zeitgemäße Thema „Die Kirche als
Hüterin der Autorität und der Frei
heit". lieber letzteren Gegenstand ist
in jüngsten Jahren viel gesprochen
worden, immer in der Absicht, die Ge
fühle der Massen aufzupeitschen. Es
erscheint daher wünschenswert, einen
so ausgezeichneten Vertreter der Kir
che, wie dies Bischof Besson ist, dar
über zu vevrnehmen. Er erklärte in
genannter Anrede:
Ohio Waffeafre»»d
Stets Hüterin der Autorität, ist die
Rev. Charles W. Koleck, O.S.
B., von der St. Procopius-Abtei in
Lisle, III., feiert die hl. Messe in
Kirche nicht weniger auch Schützerin
der Freiheit. Vorerst indem sie der
Welt Gerechtigkeit und Liebe verkün
det, „sie hat Sanftmut in die Seelen
gesenkt, Menschlichkeit in die Sitten,
Billigkeit in die Gesetze: weit entfernt
davon, einer ehrenhasten Freiheit
feindlich gesinnt zu sein, ist die Kirche
immer zurückgeschreckt vor der Tyran
nei". Sie hat sich um die Zivilisation
verdient gemacht, indem sie die Skla
verei allmählich beseitigte, in weisem
Fortschreiten, ohne Erschütterung, oh
ne verletzenden Stoß. Sie hat das
Radetzki und Feldherr Tilly, wenn
ein großer Politiker wie Windthorst
sich nicht schämten, den Rosenkranz zu
beten und ein so großes Vertrauen in
dieses Gebet zu setzen, so sollten uns
diese großen Beispiele allzeit vorschwe
ben.
Es wird gegenwärtig ein viel ge
waltigerer Kampf ausgekochten gegen
die Feinde Gottes. Der heutige Papst
Pius der Zwölfte fordert wiederum
auf zum Rosenkranzgebet. Derselbe
Gott und dieselbe mächtige Fürspreche
rm, die Allerseligste Jungfrau können
und werden auch heute der bedräng
ten Welt Hilfe bringen, wenn die
Menschheit sich vertrauensvoll an sie
wendet.
Recht, mehr als sonst jemand, von
Freiheit zu sprechen, von Gleichheit
und Brüderlichkeit, denn sie gibt diesen
Worten ihren wahren und gerechten
Sinn.
Denn es gibt Freiheit und Frei
heit. Viele nennen Freiheit, die Fä
higkeit und Möglichkeit eines jeden,
alle Irrtümer zu verbreiten, allen
Leidenschaften freie Bahn zu lassen,
die Verbrechen straflos zu dulden, al
le tugendhaften Menschen zu unter
drücken. Eine solche Freiheit will die
Kirche natürlich nicht aber indem sie
sich dieser Art von Freiheit wider
setzt, erweist sie der Menschheit einen
wertvollen Dienst. Die wahre Frei
heit ist nicht die absolute Unabhängig
keit, die Unabhängigkeit von Gott,
aber die Unabhängigkeit von all dem,
was nicht Gottes ist.
Hl. Meßseier ans pazifischer Insel
einer Hütte auf einer Insel des
Stillen Ozeans. Rev. Koleck macht
die Runde auf der Insel und liest
Der Erlöser selbst ist das schönste
Beispiel dafür, welches der wahre
Geist der Freiheit ist, und seine voll
kommenen Jünger, seine größten Hei
ligen waren in wunderbarer Weise
frei. Niemand verneine das kühne
Wort des hl. Augustinus: „Liebe Gott
und was du willst, tue, Dilige et quod
vis fac" (man sagt gewöhnlich, aber
zu Unrechty Ama et fac quod vis),
oder das des hl. Johannes vom Kreuz:
„Für den Gerechten gibt es kein Ge
fetz mehr." Und was können wir sa
gen über die erstaunliche Freiheit des
hl. Franziskus von Assisi? Jette Frei
heit, die von allem befreit, was hin
dert, zu Gott zu gelangen und die
froh leben läßt in Seinem Dienste,
sie ist es, die die Kirche beschützt und
fördert, selbst durch Mittel und Maß
nahmen, die viele als selbstsüchtig und
unduldsam betrachten. Wenn die Kon
zilien den Wucher, den Aberglauben,
die heidnischen Sitten verboten, so
wollten sie dadurch nur den Menschen
von einer schmerzlichen Sklaverei be
freien. Wenn die Päpste den nach
drücklichen Kampf, der unter der Be
zeichnung Jnvestiturstreit bekannt ist,
aufgenommen haben, so wollten sie'
dadurch nur die christliche Welt von
der Herrschast der Kaiser über die Re-
ligion befreien. Die Autorität der
Kirche, so groß sie ist, steht, um es so
zu sagen, im Dienste einer Befreiung.
In unseren Tagen, inmitten der
verschiedensten Umstände, verfolgt die
Kirche das gleiche Ziel, indem sie die
das richtige Maß überschreitenden
Freiheiten verurteilt, die wir moder«
nc Freiheiten nernten. In einem freien
Gemeinwesen, sagt Leo der Dreizehn
te, in dem die Gerechtigkeit nicht über
all in Ehren steht, in dem das Volk
nicht stets und nachdrücklich zur Jnne
Haltung der Vorschriften des Evan
geliums ermahnt wird, kann sich die
Freiheit diese angebliche Freiheit
unheilvoll auswirken. Es ist nicht
erlaubt, zu verlangen oder ohne Un
terscheidung zu bewilligen jene unbe
grenzte Freiheit des Gedankens, der
Presse, des Unterrichts, des Kultes,
die hl. Messe, wo immer er Truppen
antrifft, die nicht ihren Posten ver
lassen dürfen.
gewissermaßen als Vorrechte, die die
Natur dem Menschen verliehen hätte.
Wenn die Natur sie wirklich dem
Menschen verliehen hätte, dann hätte
der Mensch das Recht, sich der Allge
walt Gottes zu entziehen und kein
Gesetz könnte die Ausschreitungen der
menschlichen Freiheit mäßigen. Man
müßte das Böse ebenso gut fördern
wie das Gute. Bei aller grundsätzli
chen Verurteilung dieser Auswüchse
der Freiheit trägt die Kirche doch den
vorhandenen Gegebenheiten Rechnung.
Sie läßt es zu, daß angesichts der Um
stände, in denen heute die meisten
Völker leben, diese verschiedenen Ar
ten der Freiheit aus gerechten Grün
den geduldet werden, vorausgesetzt,
daß diese Völker nicht in allzu großer
Freiheit und in Unordnung verkom
men. Da, wo diese Freiheiten schon in
Gültigkeit sind, darf man sich ihrer
bedienen, indem man sich an die Auf
fassung der Kirche hält und sich dar
an erinnert, daß die Freiheit nur in
dem Maße gerechtfertigt ist, in dem
sie mithilft, das Gute zu tun. C.
St. d. C.-V. (Schluß folgt)
Brate nicht, was du nicht essen
kannst. (Blase nicht, das dich nicht
brennt.)

xml | txt