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Ohio Waisenfreund. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1874-1953, December 08, 1943, Image 3

Image and text provided by Ohio Historical Society, Columbus, OH

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i,
nur durch organisierte Produktion und
harmonische Zusammenarbeit. Wir be
sitzen und werden besitzen ein Land
unerschöpflicher Produkte und Boden
schätze und vor allem haben wir eine
unternehmende und wohlgeschulte Be
völkerung. Wenn wir es verstehen, un
sere demokratischen Güter zu erhal
ten, -sind wir die reichste und unabhän
gigste Nation der Welt."
„Busineß Week" erklärt in einem
Artikel, daß Eigenheime nach dem
Kriege keine Märchenhäuser fem, son
dern genau so aussehen werden, wie
die im Jahre 1941 gebauten, und daß
drei bis sechs Monate, nachdem der
Frieden geschlossen ist. Automobile auf
den Markt kommen dürften, die wie
das Modell 1942 aussehen. Damit
wird vielen Träumen, die mancher in
dieser Hinsicht gehabt hat, ein Dämp
fer aufgesetzt. Die Nottvendigkeit, die
Kriegsindustrie schnellstens auf den
Friedensbetrieb umzustellen, wird den
Bau von Wundermotorfahrzeugen von
selbst verbieten, erklärt die Zeitschrift.
Leute, die von Materialien etwas ver
stehen, meinen, der hauptsächlichste
Nachteil bei der Errichtung eines
Traumhauses sei eine völlige Unmög
lichkeit. Was das SuperHeim anbe
trifft, wird die Förderung solcher
Ideen hauptsächlich jenen Leuten zu
geschrieben, „die außerhalb der Jndu
strie stehen und da nicht verantwort
lich sind, ein solches Traumhaus zu
erschwinglichen Preisen zu liefern, von
dem jetzt in den Zeitungen so viel zu
lesen ist."
Auch ist man sicher, daß der durch
schnittliche Mann und seine Frau kein
solches „Haus der Zukunft" kaufen
werden. „Der Durchschnitt der Leute
betrachtet jegliche größere Neuerung
auf diesem Gebiet als absolut verrückt,
solange sie nicht von Freunden ein
paar Jahre lang ausprobiert worden
ist. Dies beziehe sich besonders auf
Waschtische mit eingebauten Waschma
schinen, eine Verbindung von Toilette
mit Badewannenschrank und ähnliche
ausgefallene Dinge. „Keine Produkte
oder Prozesse, die es jetzt gibt, oder
die in Aussicht stehen", schreibt die
Zeitschrift, „können den Wert oder
die grundlegende Einrichtung eines
alltäglichen Hauses für den Massen
markt ändern. Keine revolutionären
Neuerungen stehen zu erwarten."
Steile Hungersnot lit
Indien
Obwohl die Ausläufer des Welt
krieges die Grenze des großen indi
schen Reiches noch nicht in dem Maße
erricht haben, wie in manchen euro
päischen Ländern, so herrscht vor al
lem in dem dicht bevölkerten Bengalen
unter seinen 60,000,000 Menschen ei
ne umfangreiche Hungersnot. Lord
Wavell, der neue Vizekönig, der erst
vor kurzem sein Amt angetreten, steht
vor einer schwierigen Aufgabe. Die
kritische Lage ist dazu angetan, die
Kluft zwischen den Befürwortern in
difcher Unabhängigkeit und der briti
schen Regierung zu erweitern. Die in
frischen Politiker halten die Engländer
dafür verantwortlich, weil sie der be
reits seit langem drohenden Hungers
not nicht Beizeiten vorgebeugt hätten.
Es lägen etwa 105,000,000 Acres
Land unbebaut, welche hätten bebaut
werden können. Ferner hätten die Bri
ten es verabsäumt, den Import von
Lebensmitteln von Australien und
Kanada in die Wege zu leiten.
Diese Hungerkatastrophe in In­
Mttkkwch, den 8. Dezember 'IM Ohio Waisenfrennd
dien, kommentiert die N. £). Staats
zeitung, fügt zu den vielen Sorgen
unserer britischen Verbündeten eine
weitere und besonders schwerwiegende
hinzu. Eine Sorge, die auch die Ver.
Staaten nicht ganz unberührt lassen
kann. Indien, dieser Subkontinent ei
nes Kontinents, ist zwar nicht direkt
Kriegsschauplatz, aber es liegt der ost
asiatischen Kriegszone ungemein nahe.
Amerikanische Truppen stehen auch in
Indien. Und als Kriegsproduktions
gebiet, als Aufmarschgebiet für den
kommenden Burma-Feldzug Lord
Mountbattens, ist Indien von emi
nenter Bedeutung.
Gerade unter diesen Gesichtspunk
ten kann die Hungerkatastrophe in
Indien nicht ernst genug genommen
werden. Die Alliierten können jetzt
weniger denn je Unruhe in Indien
gebrauchen. Und der indische Natio
nalismus wird gewiß nicht zögern,
wenn die Londoner Regierung und
Lord Wavell des Uebels nicht Herr
werden, aus dem Hunger der Millio
nen Kapital zu schlagen.
Darüber hinaus jedoch ist das hun
gernde Indien ganz allgemein eilte
Lehre und Warnung im Hinblick auf
das Schicksal Europas. Auch dort
hungern Millionen. In Griechenland.
In Frankreich. In Polen. Der briti
sche Staatssekretär für Indien, Leo
pold S. Amery, hat das durchaus zu
treffend gekennzeichnet, als er den Kri
tikern im Parlament zu bedenken gab,
daß der Hunger Indiens eine „ernste
Warnung vor den bösen Tagen ist,
die auch anderswo in der Welt noch
bevorstehen".
Freilich, die Tage der Ueberproduk
tion an Nahrung sind längst dahin.
Amerika wird nicht die ganze Welt
ernähren können. Aber doch müssen
wir uns klar darüber sein, daß wir in
unserem ureigenen Interesse uns der
Mithilfe an der Ernährung der Hung
rigen nicht versagen dürfen. Denn
noch immer ist Hunger ein Element der
Unruhe und Friedensstörung gewesen,
und es kann keinen wahren Frieden
auf der Welt geben, solange noch in
irgendeinem. Erdenwinkel Menschen
elend, wie Tiere, des Hungers sterben.
Vielseitige Aufgaben it.
Pflichten der Feldgeist
lichen im Kriege
Die Pflichten eines Feldkaplans
der amerikanischen Armee, die einst
damit erfüllt waren, den Truppen
seelsorgerische Fürsorge zukommen zu
lassen, sind in unseren Zeiten zu einem
Beruf geworden, der eines ganzen
Mannes bedarf und eines ganzen
Mannes Zeit ausfüllt. Gemäß den
Bestimmungen des Kriegsdeparte
ments müssen alle Feldgeistlichen heut
zutage überdies erst einmal einen
fünfwöchigen Kursus in der Feldgeist
lichenschule durchmachen, bevor sie ihre
Pflichten in den Truppenlagern oder
gar an der Front übernehmen.
Was die moderne Kriegführung
vom Feldgeistlichen verlangt, geht aus
einigen der Unterrichtsfächer hervor,
die sie in diesem Kursus mitzunehmen
haben: erstens Anweisungen über die
praktischen Pflichten eines Feldgeist
lichen, ferner Führung und Verwal
tung, Disziplin, militärisches Regle
ment, Militär gefetze, militärische Hy
giene und erste Hilfe, Topographie,
Aufzeichnung von Gräbern Gefallener,
militärische Korrespondenz, Geldpro
bleme (namentlich auch hinsichtlich
*wt'PS.p. 1,.' '-"'•O'*
ausländischer Münzungsverfahren, in
nerer Wachdienst, Ausrüstungsfra
gen, Regulierung des Felddienstes,
Organisierung von Urlauberfreizeit,
Unterricht und musikalische Unterhal
tungen und alles, was in dieser Linie
auch unter das Problem des Durch
Haltegeistes der Truppen fällt, Fin
gerabdruckverfahren, Abwehr gegen
Gasangriffe, uttd tvaS' dergleichen
mehr ist.
Die Feldgeistlichen sind unbewaff
net, aber da sie bis in die vordersten
Kampflinien kommen und in Situatio
nen geraten können, in denen auch sie
vor das Entweder-Oder gestellt sind,
haben sie die Grundlagen der Selbst
verteidigung zu erlernen, auch da na
türlich vor allem wieder gegen die
chemische Kriegführung.
Der erste Lehrkurs der Kaplan
schule umfaßt Kurse in Militärrecht,
Armeereglement, I n et n terieausbil
imng und sogar Buchhaltung. Ein Teil
des Unterrichts ist auch ihrem urei
gentlichsten Aufgabenkreis, nämlich
Predigten vor den Truppen, gewid
met, und jeder Kaplan hat daher 15
Minuten lange Predigten vor seinen
eigenen Kameraden zu halten, die so
mit wahrscheinlich die kritischste Zuhö
rcrschaft darstellen, die er in seiner bis
herigen Lufbahn zu verzeichnen hatte.
Seit einem Jahr ist die Kaplans
schule der amerikanischen Armee an
der Harvarduniversität in Cambridge,
Mass., untergebracht, und protestan
tische, jüdische und katholische Kapla
ne bereiten sich dort ohne Unterschied
der Konfessionen aus ihren Dienst bei
der Truppe vor. Jede Klasse besteht
aus etwa zwei Dritteln neu ernannten
Kaplänen, der Rest aus Feldgeistlichen,
die bereits bei der Truppe gedient
haben und hier nur einen Aitffri
schungskursus mitmachen. Die erste
ren treten in die Schule als gewöhn
liche Soldaten nach ihrer Einziehung
ein und erhalten nach Beendigung des
Kursus ihr Leutnantspatent.
Die Stellung von Feldgeistlichen
bei der amerikanischen Armee wurde
von George Washington im Unab
hängigkeitskriege begründet, der da
mals als erster Geistliche aufforderte,
sich den Truppen zuzugesellen, um
ihnen das Wort Gottes nahe zu brin
gen.
Dies wurde damals so organisiert,
daß Geistliche sich auf sechs Monate
bis zu einem Jahr verpflichteten, bei
der Truppe zu bleiben. Sie erhielten
aber kein Offizierspatent. Unter dem
Gefetz vom 3. März 1791 wurde die
Ernennung eines einzigen Feldkaplans
für das ganze amerikanische Heer ge
nehmigt, sofern der Präsident „eine
derartige Ernennung im öffentlichen
Interesse für richtig befindet". Pastor
John Hurt aus Virginia, der bereits
während de§S Unabhängigkeitskrieges
Feldgeistlicher gewesen war, genoß die
Auszeichnung, dieser erste amtliche
Feldkaplan der Bundesarmee zu wer
den.
Im Jahre 1837 gab es bereits 20
Armeekapläne, die gleichzeitig auch in
den Garnisonen, den „Army Posts",
als Lehrer für die Kinder der Offi
ziere und Mannschaften fungierten.
Ihre Zahl wurde im Jahre 1849 auf
30 erhöht, und mit Ausname der jet
zigen Zeit atte die Armee ihre größte
Anzahl an Feldgeistlichen am Ende
des ersten Weltkrieges: nämlich 2364.
Nach der Demobilisierung ging die
Zahl auf 125 zurück.
Im Jahre 1920 wurde durch die
„National Defense Act" das Büro
des „Chief of Chaplains" geschaffen
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ltttb Vorsorge getroffen, daß auf je
1200 Soldaten ein Feldgeistlicher
kam, der zugleich Offiziersrang, vom
Oberleutnant bis zum Oberst, erhielt,
obwohl diese Rangbezeichnungen im
Dienstverkehr im allgemeinen nicht
gebraucht wurden.
Als Anfang 1941 die Armee durch
d:e Mobilisierung ungeahnten Umfang
annahm, fehlte es an der nötigen An
zahl von Feldgeistlichen, damals Be
fanden sich nur 137 im Dienst. Heute
jedoch sind es mehrere tausend.
L. I. S. Preß.
Mit seherischem Blick hat der greife,
erfahrene Hindenburg anläßlich fei
ner Wiedererwählung als Reichspräsi
dent im Jahre 1925 bei der feierlichen
Eidesleistung die Worte gesprochen:
„Wer von der Diktatur ißt, der stirbt
daran."

MI Stanley SL, Winnipeg, M«n^ Ca»

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