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Ohio Waisenfreund. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1874-1953, December 15, 1943, Image 8

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Gedanken und
Erinnerungen
(Fortsetzung)
„Wer hätt' das gedacht, daß Herr
Bismarck solch einen Religionsstreit
oder Katholikenverfolgung hätte an
fangen wollen nach dem Kriege, da
die Katholiken doch so treu waren, die
besten Soldaten lieferten in allen drei
Kriegen und besonders 1870. Welche
Hilfe haben nicht die Ordensleute auf
den Schlachtfeldern, in den Lazaret
ten, Hospitälern und überall geleistet
und dafür als Lohn wurden sie aus
dem Lande gejagt und verbannt, ihre
Klöster eingezogen und ihre Hospi
täler und andere Anstalten verstaat-
licht. Jetzt dürfen schon einige Orden
zurückkehren, doch die Jesuiten müssen
noch ganz wegbleiben."
„Ja", meinte die Mutter, „de olle
Bismarck, der Stahl- und Eisenmann,
eiserner Kanzler genannt, wird auch
schon weich werden, wie alle Kirchen
feinde, wenn er sieht, daß er nicht alle
Christen (Katholiken und Protestan
ten) unter einen Hut bekommen kann,
um sie auf einem Präsentierteller dem
Herrn Kaiser, seiner Majestät, als
Staatsreligion anzubieten. Eine ein
zige Religion für den Preußenstaat
und das Kaiserreich Deutschland wie
in Rußland die russische Orthodox
firche, oder in Schweden, Norwegen,
Dänemark, oder die englische Kirche,
alles Staatskirchen, wo der König
Papst und König oder Kaiser ist, kann
er nicht durchbringen. Er hat schon
verloren: Wir gehen nicht nach Ka
nossa, sagte er mal im Reichstag, und
doch ging er und machte Verträge oder
Konkordate mit dem Hl. Stuhl."
Sie setzten sich und beide Frauen
tranken ein Täßchen Kaffee um 3 Uhr
und sprachen noch über dies und das,
besonders daß Äie Deutschen bald
kommen würden. So hätte Mr. Wolf
erzählt darum müßten sie stch beeilen
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und Tag und Nacht arbeite^ daß die
Wohnungen fertig würden an den drei
Plätzen, wo die Gesellschaft die Leute
hinbringen wollte, nämlich'nach Zeche
15 unter Corning, dann nach Nr. 12
oder Hamburg, und nach Zeche 19,
Buckingham. Dies sei aber der Haupt
platz und die beste Zeche, weil hier die
besten Kohlen säßen, und «das dickste
Flötz 12—15 Fuß sei dazu noch ein
sehr großes Kohlenfeld, das am Tage
liege und deshalb leicht herauszune
men sei mit wenigen Auslagen.
Augenblicklich galt es, die Eisen
bahn von Zeche 12 nach Buckingham
zu leiten. Es mußten noch fünf Bahn
brücken gebaut werden, dann Geleise
gelegt, Weichen eingepaßt, fünf
Stränge bei der Zeche unter der Kippe,
ein Seitengeleise, das halbwegs bis
Hemlock geht, weitergeführt werden.
Dann mußte die Bahn ausgefüllt wer-
Katholisches Komitee sammelt Blutspenden
den, gewöhnlich mit Schlacken,. Schrei
ner, Schacht- und Brückenbauer, Bahn
arbeiter aller Art waren wochenlang
an der Arbeit, bis sie fertig wurden,
ohne daß der erste Zug nach Bucking
harn kam. So auch in der Zeche und
obenauf war noch sehr viel zu tun,
ehe daß der erste Förderkorb mit Koh
len aufgezogen werden konnte. Bisher
wurden die Kohlen aus dem Stollen
gezogen mit Pferdekraft. Man schüttete
sie auf einen großen Haufen später
hat man sie verkauft oder einfach lie
gen lassen. Diese Kohlen haben sich die
Bergleute, als die Grube stillag, nach
Hause geschleppt, denn sie blieben
wohnen und brauchten Kohlen. Als
nach einigen Jahren die Grube wieder
ausgemacht wurde, war der große Koh
lenhäufen verschwunden. Die Gesell
schaft war zufrieden, denn die Berg
leute in ihren Häusern hatten ja die
Miete treu bezahlt und so hatte die
Gesellschaft keinen Verlust.
Die ersten Wochen in Buckingham
Eben komme ich aus dem Hospital
St. Mary's, E. St. Louis, III., wo
ich fast sechs Wochen lang krank lag,
und nun will ich meine Erinnerungen
früherer Zeit fortsetzen. Doch ehe ich i
7735 Pint Blut von Mitgliedern von 56 Pfarreien und Schwestern
in zwei Klöstern gesammelt.
DG» Sfciftttfreitafc Mttwsch, den 15» Dezember
fortging, hörte ich von draußen ein
Fauchen und ein Bellen, das meine
Aufmerksamkeit auf sich zog. Ich
schaute aus dem Fenster der Südseite
in die Allee herab, wo heute noch
mehrere Negerfamilien wohnen wie
vor 40 Jahren, und was sah ich da?
Eine bunte Katze war auf den
Zaunpfosten geflüchtet und mit gebo
genem Rücken, buschigem Schwanz und
giftigem Blick schüttete sie Feuer und
Galle auf den weißen Spitz, der sie
gejagt und setzt davor stand in auf
rechter Stellung und sie anschnarchte.
Katze und Hund int Kriege. Das gab
mir Anlaß zu diesen Versen:
Ein buntes Kätzchen sprang voll
Angst Auf einen hohen Pfosten
Der weiße Spitz gelaufen kam.
Mußt' Mitzis Krallen kosten.
Er jagte sie, sprang auf zu ihr,
Doch Mitzi hielt sich tapfer. Er
schnarcht sie an, sie spuckt nach ihm,
Denn beid' sind stark bewaffnet.
„Komm du mal her, mich freut es
sehr, Mit Äir will ich abrechnen.
Denn lange schon läufst du hin
und her, Als wolltest du mich auf
fressen."
Der Spitz hört zu, versteht den
Spott, Will ihr den Schwanz ab
beißen, Da haut' ihn Mitzchen mit
der Psot' Die Nas' ihm blutig rei
ßend.
So dies war eins, und hier ist
zwei, Noch eines dazu macht drei
mir macht es Spaß und gebe frei,
Soviel du Freude hast.
Der Spitz steckt's ein, leckt sich die
Nas', stolz trollt er sich von bannen
Und lauert nun seit langem schon
Ob Mitzi sich läßt fangen.
Aehnliche Geschichten kamen auch in
Buckingham bei uns vor, denn Mut
ter Mitzi, die mausfahle Mutterkatze,
geschenkt von der Bauersfrau Flick, lag
auch in Feindschaft mit unserem Nach
barhunfc Moppt. Sie konnten sich auch
nicht ausstehen. Mutter nahm Mitzi
immer in Schutz und Mopsi mußte
ausreißen, wenn et nicht den Besen
stiel fühlen wollte.
MortseHmg folgt)
Pius' des Wften Fahrt nach Gaeta
(Fortsetzung von Seiet 7)
feit als ein Fingerzeig der Vorsehung,
und Pius der Neunte beschloß, sofort
fein Land zu fliehen, um den Plan
wußten vorzüglich der bayerische und
französische Gesandte. Zufälligkeiten
hätten indessen fast alles vereitelt. Die
Gräfin Spaur eilte mit ihrem Sohn
und dessen Erzieher, dem Priester
Seb. Liebl, am 24. November mor
gens nach Albano voraus. Sie schreibt
darüber: „Das Geheimnis der Ver
kleidung und Abreise des Papstes war
unterdessen, außer meinem Mann und
mir, noch mehreren andern zuverläs
sigen Personen anvertraut worden, die
sich gleicherweise bereitet hatten, jeder
die ihm zugefallenen Aufträge auszu
führen. Als die Stunde da war, ver
fügte sich der französische Botschafter,
Herzog von Harcourt, in den quirina
lischen Palast und bat um eine Au
dienz beim Papst. Es war fünf Uhr,
abends, als er in dessen Gemach trat.
5n Gegenwart des Botschafters legte
der Hl. Vater seinen gewohnten An
zug ab, den langen weißen Rock
Sottana —, das Käppchen von gleicher
Farbe und die Pantoffeln von rotem
Marokin mit den auf dem Oberleder
gestickten Kreuzen. Hierauf Heibete er
sich als einfacher Priester, setzte eine
Brille auf und verließ so das Gemach
durch eine Türe, welche in öde Ge
mächer führte, die mit der Korridor
der Schweizerwache durch eine Pforte
in Verbindung standen, welche wer
weiß seit viel Jähren nicht mehr ge
öffnet worden war. Der Herzog von
Marcourt blieb in des Papstes Ge
mach allein zurück, ängstlich auf das
Geräusch des Rollens der Räder je
nes Wagens lauschend, den man ab
sichtlich, wie im gewöhnlichen Palast
dienst, mehrmals hatte kommen und
gehen lassen und welcher den Papst
aus seiner Wohnung wegführen sollte.
Schon war er bestürzt, als er im
Hofe kein Geräusch vernahm, als er
plötzlich den heiligen Vater, ein Wachs»
licht in der Hand, wieder eintreten
sah, indem er sagte: er habe die alte
Türe des Korridors durch keine An
strengung zu öffnen vermocht. Wenig
fehlte daran, daß der Botschafter vor
Schreck hingefallen wäre. Zum Glück
eilte einer der vertrauten Hofbeamten
des Hl. Vaters, der Truchseß Bene
detto Filippan, herbei mit der Nach
richt, die Türe ssi endlich geöffnet.
So kehrten sie denn nochmals zurück,
woher sie gekommen, erreichten den
Korridor und ließen die Türe bloß
angelehnt, um nicht so viel Zeit zu
verlieren wie beim Oeffnen. Dieser
Umstand hätte gleichfalls das ganze
Unternehmen beinahe scheitern ge
macht denn ein geschäftiger Kleinig
keitskrämer von einer früher in Rom
häufigen Sorte, der zufällig über den
Korridor ging und die Türe offen
sah, wollte als diensttuender Kammer
Herr den Grund dieser Neuerung zu
wissen, und begann schon den guten
Grafen Gabriel Mastctt, des Papstes
ältern Bruder, mit lärmenden Fragen
zu bestürmen. Glücklicherweise ent
stand weiter nichts daraus, und der
Papst, von seinem treuen Truchseß
begleitet, verließ ungehindert und in
aller Sicherheit den Palast durch das
große Tor, mitten den daran postier
ten zahlreichen Wachen und Bürger
gardisten hindurchfahrend, die ihn
nicht einmal ansahen, geschweige auf
in achteten. Schluß folgt. C
St. d. Gi-V.
V
i V.

von Rev. F. Fuertges
Vom „Buffalo Diocesan Blood
Donor Service" wurden bis jetzt

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