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Ohio Waisenfreund. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1874-1953, December 22, 1943, Image 4

Image and text provided by Ohio Historical Society, Columbus, OH

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Nachrichten
lus aller Welt
Unbedachtes Gerede
(Office of War Information)
Während der kommenden Feierta
ge werben mehrere Millionen Män
ner im Waffendienst aus Ausbil
dungslagern, von überseeischen Stütz
punkten und aus Kampfzonen auf
Urlaub nach Hause kommen. Die 93er
suchung, mit ihnen darüber zu spre
chen, wo sie gewesen sind, was sie
getan haben, welche Art Ausbildung
sie genossen haben, tottid groß sein
besonders groß, wenn wohlmeinende
Angehörige und Freunde mit ihnen
Plaudern.
Diese Männer sind gelehrt worden,
zwischen Informationen, die für den
Feind von Wert sein könnten, und sol
chen, die keinen Wert haben, zu un
terscheiden. Sie werden sich.nicht leicht
eines sorglosen Geredes schuldig ma
chen, und wir selbst sollten uns nicht
dadurch schuldig machen, daß wir un
passende Fragen stellen, ganz gleich,
wie unwichtig und unbedeutsam un
sere Frage uns immer erscheinen mag.
Wenn aber eine informative Bemer
kung unachtsamerweise in unserer
Gegenwart entschlüpft, dann ist es
unsere Pflicht, diese Information auf
keinen Fall weiterzutragen.
Dies ist jetzt besonders wichtig,
weil wir in einer entscheidenden Pha
fe des Krieges stehen. Auf jedem
Kriegsschauplatz befinden sich unsere
Streitkräfte im Angriff und wenn
unsere Truppen ihren Vormarsch fort
fetzen sollen, dann müssen sie sich auf
das Element der Ueberraschung und
auf die Bewahrung von Geheimnissen
verlassen können.
Die Wichtigkeit, Kriegsinformatio
nen vom Feinde fernzuhalten, wird in
direktem Verhältnis zu unseren wei
teren Truppenbewegungen steigen.
Wir selbst an der Heimatfront sind
zugleich mehr und mehr, direkt und
indirekt, an diesen Angriffen beteiligt
durch die steigende Produktion von
Ausrüstung und Material, durch Ver
schiffung größerer Zufuhren und
Truppenkontingente. Da eine immer
wachsende Zahl von Menschen enger
und enger mit den Kriegsanstrengun
gen verwächst, erhöht sich die Gefahr,
daß Informationen durch sorgloses
Gerede durchsickern.
Man sollte sich hüten, die Chance
eines Mannes im Waffendienst, auch
künftighin zum Weihnachtsfeste zu
Hause zu sein, durch sorgloses Gerede
während der jetzigen Feiertage zu ver
mindern.
Mörderischer Berkehr nach dem Kriege
'Es ist die allgemeine Ansicht, daß
»ftch dem Kriege die Unsicherheit auf
imfern Hochstraßen durch den außer
ordentlich vermehrten Autoverkehr in
riesigem Maße zunehmen wird. Diese
Ansicht teilen auch die Sachverständi
gen des National Safety Council, die
mit nicht geringen Sorgen der unmit
telbaren Nachkriegszeit und den Pro
blemen entgegensehen, die diese auf
dem Gebie der Bekämpfung der Ver
kehrsunfallgefahren aufgeben wird.
„Millionen von Heimkehrern, die
im Kriege an Gefahren gewöhnt wor
den sind, werden nach der Demobima
chung bald wieder Automobile steuern,
und sie werden es schwer finden, sich
nach der langen Gewöhnung an das
Tempo der Schlachtfronten auf das
auch für die zivilen Autofahrer, die
sich nun auf einmal wieder wohlge
füllter Gasolinbehälter erfreuen wer
den, wird die Versuchung zur Meilen
fresserei groß sein. Wagen, wie Lust
reifen und Landstraßen werden unter
solchen Umständen in gefahrvoller
Weise überbeansprucht werden. Ande
rerseits werden aber nicht wenige der
Leute, die dann Hie Lenkräder der
Friedenszeittempo im Kraftwagenver-kOmstwagen handhaben werden, der
kehr und auf die Erfordernisse der Kunst der Wagenlenkung entwöhnt
Verkehrssicherheit umzustellen. Aber'sein und auf Gefahrensituationen im
A
Straßenverkehr nicht mehr mit der
früheren Genauigkeit und Sicherheit
reagieren. Kurz und gut, es werden
•dann alle Voraussetzungen für 93er
kersverhältnisse aus unseren Land
straßen gegeben fem, die vielleicht
mörderischer sein werden, als das
Land sie vor dem Kriege jemals ge
kannt hat."
Mittwoch, de« 22. Dezember 1943
nicht die Absicht, dieser Gefahr gegen
über untätig zu bleiben: Es hat ein
besonderes „Post-War Traffic Saf
ety Planning Committee" eingefetzt,
das sich unter Leitung Kenneth B.
Colmans, Vorsitzenden der Verkehrs
sicherheitskommission von Seattle,
vorbeugenden Maßnahmen auf diesem
Gebiete widmen wird.
Abblendungsvorschristen gemildert
Die Abblendungsvorschristen, welche
die Nachtbeleuchtung in den Gegen
den an der atlantischen, pazifischen
und der Golsküste beschränkten, sind
vom 1. November an aufgehoben wor
den.
Eine gemeinsame Mitteilung der
Kriegs-' urtd Marinedepartments, so
wie des War Production Board und
der Office of Civilian Defense gab
dies mit der Begründung bekannt,
der erfolgreiche Feldzug gegen die
feindlichen U-Boote habe die Abdunkv»
lung überflüssig gemacht.
Die Verringerung der Beleuchtung
erfolgte ursprünglich, weil der Licht
schein der Küstenstädte alle Schiffe in
der Nähe der Küste deutlich gegen
das Licht hervortreten ließ und sie so
zu bequemen Zielen der weiter drau
ßen lauernden U-Boote werden ließ.
Die Order, die die Abdunkelungs
bestimmmtgen aushebt, betont, daß
alle erfaßten Gemeinden sich ständig
bereithalten müssen, die Abdunkelung
oder sogar eine vollständige Verdun
kelung wieder einzuführen, wenn die
U-Bootsgesahr wieder ernst werden
sollte.
Fremdenverkehr
„Wenn Sie eine ruhige halbe
Stunde verbringen wollen", sagte der
Einheimische, „Dann können Sie nichts
Besseres tun, als unser Kunstmuseum
besuchen."
„Na, wissen Sie", sagte der FreHp
de, „davon habe ich im Reiseführer
gelesen: Beim Eintritt wäre man bis
ins Innerste-getroffen von einer Her»
kulesstatue. Darauf würde man stumm
vor Bewunderung über die Pracht der
großen Treppe. Ein wunderbares Ge
mälde im ersten Stock ergreife einen
gewaltig. Im nächsten Stock fühle man
die zerschmetternde Wucht einer gewal
tigen gemalten Naturkatastrophe. Und
am Ausgang springen dem Besucher
die scharfen Farbenkontraste eineS mo
dernen Gemäldes in die Augen! New,
mein Herr, für solche ruhige Stunde
bin ich schon zu abgespannt!"

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AmMUMMpK
Das Safety Council hat jedoch

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