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Ohio Waisenfreund. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1874-1953, January 26, 1944, Image 3

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bort als Mitglied des akademischen
Lehrstabes und stattete England nur
noch gelegentlich einen Besuch ab. Für
ihn bestand in seiner akademischen
Stellung natürlich dasselbe Gebot der
.^-Zurückhaltung in politischen Fragen."
Von seinen Kritikern in den Emi
grantenreihen sagte Treviranus, sie
seien, soviel er wisse, nahezu alle Kom
munisten oder doch frühere Werkzeuge
der nun „verstorbenen" Komintern.
Den Geschichten von „nichtnazisti
Men" Generälen in Deutschland mißt
Treviranus, wie er seinem Ausfrager
erklärte, keine Glaubwürdigkeit bei.
Alle Nichtnazis unter der deutschen
Generalität seien entweder tot, liqui
diert, interniert oder doch pensioniert
und entmachtet. Wenn aber der Hit
ler bann einmal gebrochen ist, so wür
ben sich, meinte Treviranus, vielleicht
aus der Masse des Volkes unbekannte
Führer erheben. Lenin habe ja, als er
noch Rußland zurückkehrte, auch nur
eine Handvoll organisierter Anhänger
gehabt, noch nicht die Millionen, die
ihm „im Oktober folgten". Unter den
Tausenden, die aus den deutschen
Konzentrationslagern strömen oder
nach Befreiung der Kirchen hervortre
ten würden, könne sich das deutsche
Volk einmal neue Führer wählen, die
dann freilich „keine irgendwelchen
Diktaten gehorchende Quislings oder
Figurcmten" sein dürften.
Im übrigen können -die Ver. Sta
tionen sich im Innern Deutschlands
nach Treviranus' Meinung Hilfe nur
dann versprechen, wenn etwas aus der
Masse der Hitlerleute selber Jemand
die Kurage aufbringt, einmal eine
Säuberungsaktion (purge) zu unter
nehmen, wenn auch „anders herum",
das heißt auf Kosten Hitlers und des
Hitlertums.
Nun fragte Moseley: „Warum ha
ben Sie Hitler nicht erschossen?" Er
bekam folgende Antwort: „Das ist
leichter gesagt als getan. Vor Jahren
stellte mir der alte liberale Journalist
Theobor Wolff, der frühere Chefre
dakteur des „Berliner Tageblatts",
dieselbe Frage, und ich erwiderte mit
der Gegenfrage: „Wie würden Ihre
Schlagzeilen dann am Tage danach
ausgesehen haben?" Etwa so: „Reichs
minister ein gewöhnlicher Mörder!"
Wolff gab denn auch zu, daß gemäß
-der Weimarer Verfassung oder unter
irgendtvelchen rechtsstaatlichen Zu
ständen überhaupt die Entscheidung
über das Schicksal von Männern wie
Oswald Mosley in England oder ge
wissen Leuten in Amerika in ordent
lichem Nechtsverfahren gefällt werden
müsse. In diesem Zusammenhang er
wähnte der ehemalige Reichsminister,
daß sowohl im Bismarckreiche, wie in
der Weimarer Republik die deutschen
„Länder" ihre autonome Verwaltung,
Gerichtsbarkeit und Polizei hatten.
Hierin habe auch der Grund dafür be
standen, daß er, Treviranus, es in dem
kritischen Jahre 1931 ablehnte, einer
sozialdemokratischen Anregung zu ent
sprechen und das Ressort des Reichsin
nenministers zu übernehmen, in dem
er ohne „exekutiven Arm" gewesen
fein würde. Für die Durchführung
bon Regierungsbeschlüssen hätte er,
sagte Treviranus, dann nur die be
waffneten Streitkräfte heranziehen
können.
Auf Me Bemerkung Moseleys, er
innere sich, daß das deutsche Kabinett
es in der Zeit der Weltkrise nicht leicht
gehabt habe, und daß es oft erstaun
lich gewesen sei, wie Brüning das
Reichsschiff «durch so manche Stürme
steuerte, reagierte Treviranus mit ei­
ner Feststellung, die dem Sinne nach
die (häufig znr Rechtfertigung oder
doch zur Beschönigung des national
sozialistischen Umsturzes vorgebrachte)
Behauptung von einem Versagen des
Parlamentarismus in den letzten Jah
ren vor Errichtung des ersten auto
ritären Kabinetts in das Reich der
Sage verwies:
„Entgegen gewissen Stimmen aus
dem Dunkel hatten wir eine Reichs
tagsmehrheit für alle Notmaßnahmen,
die in der Zeit von 1930 bis 1932 er
forderlich wurden, trotz der heftigen
Opposition der hierbei gemeinsam ope
rierenden Nazis und Kommunisten
und der Deutschnationalen der alten
Hugenberg'Garde. In jenen Jahren,
in denen die wirtschaftliche Influenza
epidemic ihren Höhepunkt erreichte,
war es leicht, irgendeiner Art Regie
rungspolitik zu opponieren. Hätte
Hr. Stimson im April 1932 seinen
Willen gehabt, Hitler wäre nicht zur
Macht gelangt. Auf 100 Meter war
Brüning dem Ziel einer dauernden
friedlichen Zusammenarbeit der VAö
ker nahegekommen.
Unpolitische Zeitläufte
(Fortsetzung von Seite 1)
Mehrheit besteht aber nicht darauf,
daß der nächste Präsident der Ver.
Staaten darüber die gleichen Ansich
ten hat.
In zweiter Linie ergab die En
quete, daß 77.2 Prozent der Bevölke
rung jetzt eine dauernde Demobilisie
rung der deutschen Armee wünscht und
drittens begünstigt die Mehrheit der
Amerikaner jetzt nicht die Vernichtung
des Reiches als Industriestaat.
„Die Amerikaner sind nicht ledig
lich über die Nazis empört, sondern
auch mit dem deutschen Volke", glaubt
die Zeitschrift auf Grund ihrer Er
hebungen feststellen zu können. „Man
ist jedoch bereit, den deutschen Staats
männern eine gewisse Ellbogenfreiheit
zur Festlegung einer Politik zu ge
währen, welche Deutschland verhin
dern wird, je wieder eine Gefahr zu
werden. Würde sich ein amerikanischer
Präsidentschaftskandidat dafür ein
setzen, daß Deutschland nicht besetzt
werde, dann würde eine Mehrheit der
Amerikaner trotzdem für ihn stim
nen", findet die Zeitschrift.
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Hier wird Nullgrad als warm betrachtet
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Einzelne Maßnahmen gegen daS
Reich, welche die amerikanische Mehr
heit „Fortune" zufolge begünstigt,
sind: Abschaffung der Nazipartei, Ver
nichtung der deutschen Militärmacht
und vorübergehende Besetzung des
Reiches. Für die Abschaffung der Na
zipartei stimmte eine überwältigende
Mehrheit (87.9 Prozent). 77.2 Pro
zent stimmten für die Demobilisierung
der deutschen Armee und die Entwaff
nung des Reiches. 73.2 Prozent für
die Besetzung des Reiches, aber in der
Frage, ob das Reich in kleinere Staa
ten aufgelöst werden solle, stimmten
29.5 Prozent dafür, 40.5 Prozent da
gegen und 30 Prozent äußerten sich
gar nicht darüber. 30.9 Prozent der
Befragten 'wünschten die deutsche
Stahl-, Auto* und chemische Industrie
vernichtet zu sehen, 52.8 Prozent da
gegen nicht und 16.4 Prozent gaben
keine Ansicht auf diese Frage kund.
Eine Mehrheit fand sich schließlich auch
für den Wiederaufbau zerstörter Ge
biete in anderen Ländern durch die
deutsche Armee zu Raten, wie sie
Kriegsgefangenen bezahlt werden.
Die Zeitschrift kommt weiter zu fol
genden Schlußfolgerungen:
„Die öffentliche Meinung in Ame
rika belastete früher die Führer des
Reiches mit der Verantwortlichkeit für
die deutsche Aggression. Diese Ansicht
hat sich jetzt geändert und heute
herrscht die Ansicht vor, daß auch das
deutsche Volk selbst die Verantwortung
tragen müsse", findet die Zeitschrift
und belegt ihr Gutachten mit dem Er
gebnis der von ihr Mitte 1942 vor
genommenen Abstimmung, wonach
47.9 Prozent der Befragten die An
ficht äußerten, ein anderer hätte den
Weltkrieg verursacht, wenn es nicht
Hitler gewesen wäre. Im Juni 1943
bezeichneten nur mehr 4.2 Prozent der
befragten Personen die Prozessierung
und Hinrichtung der führenden Nazi
beamten als die einzige Maßnahme,
die sie Deutschland gegenüber empfeh
len würden. „Fortune" saßt dann die
Schlußfolgerungen aus seiner Enquete
wie folgt zusammen:
„Es ist sicher, daß die Amerikaner
mit dem deutschen Volke, welchem sie
nun die Verantwortung aufladen,
streng verfahren wollen. Sie wollen es
aber nicht vernichten. Und sie rnoch-
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Von der St. Isidore's Mission,
Fort Smith, N. W. T., Kanada, ist
der nördliche Polarkreis nicht weit
entfernt. Um diese Jahreszeit sind
die Tage kurz und die langen Näch
te kalt. Wenn das Thermometer
feti
Nullgrad anzeigt, gilt das für
warm. Nicht selten fällt die Tem
peratur bis auf 50 Grad unter
Null. Obiges Bild zeigt einen Teil
der Mission.
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ten die guten Seiten des deutschen
Charakters wie früher unterstreichen."
Nach einem in London eingetroffe
nen detaillierten Bericht aus Sizilien
ist festgestellt worden, daß Verhältnis
mäßig wenige Kirchen und Kathedra
len auf der Insel stark beschädigt wor
den sind. Von den fünf im Bericht
erwähnten Kathedralen ist nur eine
stark beschädigt worden. Auch die grie
chischen und römischen Ruinen erlitten
keinerlei Schäden, obgleich sie von den
Italienern als Verteidigungsstellung
benutzt wurden.
Laß' Gottes Wasser über Gottes
Land laufen.

Mittwoch, de» 26. Jauuar 1944 Ohio IBaifesfrenab

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