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Ohio Waisenfreund. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1874-1953, February 16, 1944, Image 4

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•EU,
Don Bosco über die Verbreitung
guter Bücher
Verbreitet so viel als möglich gute
Bücher unter euren Bekannten und
Freunden! Ein gutes Buch findet
leicht Eingang in ein Haus, wo der
Priester keinen Zutritt hat und wird
selbst von schlechten Menschen als An
denken oder Geschenk geduldet. Bei
seiner Ankunft errötet es nicht. JZBird
es vernachlässigt, so macht es sich nichts
daraus. Wird es verachtet, so beklagt
es sich nicht und hinterläßt die Reue,
welche oft den Wunsch erweckt, die
Wahrheit kennen zu lernen, die es
jederzeit zu lehren bereit ist.
Ein geschenktes gutes Buch bleibt
manchmal verstaubt auf einem Tische
liegen. Niemand achtet darauf.
Kommt dann einmal die Stunde der
Verlassenheit, des Zweifels oder der
Trauer, dann schüttelt dieser treue
Freund seinen Staub ab, öffnet seine
Blätter und es wiederholen sich die
wunderbaren Bekehrungen eines hl.
Augustinus, eines sel. Kolumbus, ei
nes hl. Ignatius.
Wie viele Seelen wurden durch gu
te Bücher gerettet, wie viele vor Irr
tum bewahrt, wie viele zur Tugend
aufgemuntert! Wenn durch das Ver
schenken eines guten Buches kein an
derer Erfolg erreicht würde, als nur
einen Gedanken an Gott zu erwecken,
würde sich schon ein unschätzbares Ver
dienst bei Gott erworben haben. Wie
viel mehr wird aber noch erreicht!
Wenn in einer Familie ein Buch von
demjenigen, dem es geschenkt wurde,
oder für den es bestimmt war, unge
lesen bleibt, so wird es vom Sohne,
von der Tochter, vom Freunde oder
vom Nachbarn gelesen. Oft macht es
die Runde in der ganzen Ortschaft
und Gott allein kennt alles Gute, das
es gestiftet hat.
Dasselbe gilt auch von der Verbrei
tung guter Zeitungen. Zu keiner Zeit
ist eine gute Zeitung so eminent wich
tig, als in dieser von falschen Ideen,
irreligiöser und moralloser Literatur
und vergifteten Atmosphäre. Jeder
Katholik soll und muß seine Presse
unterstützen und zu ihrer Verbreitung
beitragen.
Katholiken und die Feder
Dem „Catholic Worker" von Mel
bourne entnimmt die „Social Justice
Review", daß die katholische Presse
Australiens von nur 10 Prozent der
Katholiken Australiens unterstützt
wird. Vor fünf Jahren betrug der
Prozentsatz bloß 5 Prozent, was ge
wiß einen Erfolg barstellt.
Freilich, so fügt der Herausgeber
des Blattes hinzu, zeichneten sich die
katholischen Blätter nicht besonders
durch ihre technische Vollkommenheit
aus. Die neue Technik des Journalis
mus mit kurzen, bestechenden Ar
tikeln und zahllosen Illustrationen
zieht beim Lesepublikum. Die katho
lische Presse ist berufen, mit ihrer
Haltung über der üblichen Oberfläch
lichkeit, in der Nachkriegswelt eine
wichtige Stellung einzunehmen. „Nach
meinem Dafürhalten", erklärt Done
gal?, „sollte die katholische Presse un
fern Landes (Australiens) sich der
katholischen Presse der Ver. Staaten
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eng anschließen. Wir müssen die besten
Artikel, die interessantesten Jllustra
ticnen bringen und die tüchtigsten ka
tholischen Schriftsteller gewinnen. Wir
sollten eine genügende Unterstützung
aller Katholiken finden, damit wir die
fähigsten Männer für unsere Sache
interessieren können." Wenn der Krieg
beendet ist, erwartet uns eine Riesen
arbeit. Nur der katholischen Kirche,
unterstützt von einer starken katho
lischen Presse, ist es möglich, die Welt
zu erneuern und die menschliche Ge
sellschaft auf eine feste Basis zu stel
len.
„Königin der Gesellschaft Jesu"
In allen Häusern der Gesellschaft
Jesu wird am kommenden 22. April
ein von Papst Pius dem Zwölften
für den Jesuitenorden approbiertes
neues Muttergottesfest gefeiert wer
den: das "Fest „Unserer lieben Frau,
der Königin der Gesellschaft Jesu".
Eine speziell komponierte Messe und
die Ab betung der lauretanischen Lita
nei mit Hinzufügung des neuen Ti
tels wird in die Tagesfeier cinge
schlossen sein. Das Fest wird nur im
Jesuitenorden gefeiert werden.
Eine neue Luftwaffe
Eine der wichtigsten kriegsgebore
lten Erfindungen auf feiten der. Alli
ierten ist das Raketenschiff der ameri
kanisch-britischen Luftstreitkräfte. Der
Laie kann sich unter dieser neuen
Wunderschöpfung unserer Technik nicht
viel mehr vorstellen als ein Flugzeug
ohne Propeller, ein Flugzeug also,
das nicht mittels eines Propellers
durch die Lüfte gezogen wird, sondern
von einem aus dem Raketenprinzip
aufgebauten Motor. Diese Maschine
wird kraft des Rückstoßes der ent
weichenden Gase eines explodierenden
Treibmittels geflogen und es handelt
sich, wie die Fachleute, soweit sie sich
über die geheimnisvolle Kriegserfin
dung äußern dürfen und können, um
die glückliche motortechnische Fortent
Wicklung der sogenannten Flüssig
rakete.
Der Theorie nach kann sich diese
Rakete und damit das von ihr getrie
bene Flugzeug im luftleeren Räume
durch das Prinzip der Erhaltung des
Schwergewichts aus eigener Krast be
wegen. In der Praxis bedeutet dies,
daß das Flugzeug um so rascher fliegt,
je dünner die Lust ist, je höher also
geflogen wird. Beim gegenwärtigen
Propellerflugzeug ist das gerade um
gekehrt. Je größer die Dichtigkeit der
Luft, desto besser zieht der Motor und
damit der Propeller.
Was durch diese längst erkannten,
jetzt aber erst praktisch angewendeten
Grundsätze mit einem solchen Raketen
fwgzeug bewerkstelligt werden kann,
ist geradezu phantastisch in seiner
Größe und Bedeutung. Es wird diese
bekanntlich schon vor Jahren vor
ausgesagte Entwicklung in der Tat
zu jenem, früher nur in Romanen
geschilderten Transozeantyp des Ra
ketenschiffes führen, das hoch über den
Meeren durch die Stratosphäre segelt
und Strecken, dis bislang nur in Ta
gen und Wochen zurückgelegt werden
konnten, in Stunden und Minuten
messen wird.
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Ohio Waisenfremld
Freilich erst „wenn es wieder
tagt", wenn die neue Erfindung ihre
Aufgabe im Dienste des Sieges der
Sache unserer Nation und ihrer Ver
bündeten erfüllt hat, wird sie auch
verkehrstechnische und daMit zivilisa
torische und kulturelle Bedeutung er
halten, wie es mit gar manchen an
deren Schöpfungen des menschlichen
Geistes der Fall ist, die heute noch
dem Werke der Vernichtung dienen
müssen.
Immerhin darf diese Geistestat
zur Bekräftigung unseres Glaubens
beisteuern, daß beim Wechsel der ir
dischen Dinge, der einen solchen Völ
kerkrieg begleiten muß, aus dem Dun
kel der Gegenwart, selbst der finster
sten Kriegszeiten, neues Licht hervor
bricht und in die Zukunft dringt. Dort
scheint schok der Fortschritt hervor,
von dem wir bisher nur träumen
konnten!
Die bekannten Nylonstrümpfe, die
gegenwärtig wegen der Kriegsbedürs
nisse so selten geworden sind, halten
Transportgleiter der Armee in der
Luft, erklärte Hiltoft Jra Jones,
Präsident des American Jstitute of
Chemists in Chicago.
Seit Ausbruch des Krieges haben
die Erfinder des Nylon ein neues
Verfahren ausgearbeitet, das dem
Reißen von Striumpffäden nach dem
Krieg ein Ende bereiten wird. Nylon
faden, die in einen Strumpf einge
strickt worden sind und in diesem über
eine leicht erwärmte Form gezogen
werden, verbinden sich an den Stel
len, wo sie sich kreuzen, fest mitein
ander. Diese Verbindung ist die Per
fekte Lösung des aus dem Reißen und
Weglaufen von Strumpffäden entstan
denen. Problems.
Zur Zeit verrichtet Nylon wichtige
Kriegsarbeit. Zu einem Seil zusam
mengedreht, wird es beim Hochziehen
von Gleitern gebraucht. Seine Elasti
zität und Festigkeit genügen den An
sorderungen in geradezu perfekter
Weife. Es wurde auch mit Stahlka
beln experimentiert. Die Experimente
damit wurden jedoch eingestellt, weil
solche Kabel nicht elastisch sind und
das Pilotenflugzeug im Augenblick
des Hochziehens des Gleiters durch
die plötzliche Mehrbelastung der Mo
toren zu stark erschüttern. Ein dehn
bares Nylonseil reduziert diese Er
schütterung aus ein Minimum.
Jones glaubt, daß man nach dem
Krieg auch Fliegenfeister aus nicht ro
stendem Nylon herstellen wird. ,Wenn
das Baby mit einem Bleistift darin
ein Loch macht, dann wird sich dieses
nach dem Herausziehen des Stiftes
durch Zurückspringen der Fäden sofort
schließen", erklärte er. Jones sagte die
Herstellung vieler Arten von Nylon
nach dem Krieg voraus. Aus diesem
wunderbaren Material wurden bereits
vor dem Krieg Borsten für Zahn« und
Haarbürsten hergestellt, und es wird
sich verbessert anstelle von fast allen
Fasern verwenden lassen.
Capt. Eddie Rickenbacker hat sich
dahin geäußert, daß das propellerlose
Flugzeug mit Düsenantrieb den Ra
ketenflugzeugen überlegen sei, die von
Deutschen und Italienern konstruiert
worden seien. Hier habe der Krieg et
was geschaffen, was man sonst erst in
50 Jahren haben würde. Wenn der
Krieg noch fünf Jahre dauern sollte,
so würde man eine gewaltige Um
wälzung im Verkehrswesen auf Grund
des propellerlosen Flugzeuges erle
ben.
Mittwoch, de« 16. Februar 1944
Die Leidensblume von Kosnersreuth
(Sortsetzung von Seite 3)
Zukunft" durch Veröffentlichung eines
Kapitels desselben.
Was ist der letzte Sinn von Kon
nersreuth? Auf diese Frage hat sei
nerzeit ein scharfer und zuverlässiger
Beobachter, Kaplan Fahsel, die Ant
wortgegeben
„Das Wunder von Konnersreuth ist
eine lebendige Brücke zwischen Dies
setts und Jenseits, eine Mahnung an
die vier letzten Dinge: Tod, Gericht,
Himmel, Hölle."
Von besonderem Interesse ist das
Kapitel über die „Nahrungslosigkeit"
und die „Schlafverminderung" der
Stigmatisierten. „Seit Weihnachten
1922", schreibt Kaplan Fahsel,
„nimmt Therese nichts Festes mehr
zu sich. Diese Nahrungsenthaltung be
ruht nicht auf ihrem eigenen Willen.
Bei jedem Versuch zu essen, muß sie
sofort erbrechen. Auch alle Versuche,
ihr irgend welche Nahrung gewaltsam
zuzuführen, enden genau, wie bei der
Stigmatisierten Anna Katherina Em
merich, mit sofortigem Erbrechen.
Seit Weihnachten 1926 nimmt
Therese nichts Flüssiges mehr zu sich,
außer einem Teelöffel Wasser, um die
hl. Hostie beim Empfang der Kom
munion schlucken zu können.
'Seit September 1927 hat auch die
Entgegennahme des Teelöffels Was
ser aufgehört, so daß Therese nichts
mehr ißt und trinkt. Diese völlige
Nahrungsloisigkeit wurde durch eine
Vision eingeleitet. Die hl. Theresia
vom Kinde Jesu erschien ihr erneut
am 30. September, ihrem Todestage,
•in der ganzen Gestalt enter Karmeli
terin, und sagte ihr, daß sie von nun
-an keine „irdische Speise mehr be
nötige". Seit September 1930 hat
auch jegliche Ausscheidung aufgehört.
Zur Nahrungslosigkeit kommt auch
noch das Phänomen der Schlafver
minderung. Beides hängt ja eng zu
sammen. Denn nicht nur Essen und
Trinken bilden für den Menschen die
notwendige Stärkung, sondern auch
der Schlaf ist ja eine Art Nahrung.
Nun berichten Therese, ihre nächsten
Verwandten und der Pfarrer einstim
mig, daß ihr Schlaf in der ganzen
Woche zusammengenommen nicht mehr
als zwei bis drei Stunden ausmache.
Aber auch dieser Schlaf ist nicht
ganz natürlich zu erklären. Denn ein
mal hat sie einen stärkenden Schlaf
im mystischen Zustand der erhobenen
Ruhe. Hierbei ist ober, wie sie selbst
sagt, ihre Seele höchst tätig in. my*
stischer Liebesvereinigung mit "Gott.
Außerdem dauert dieser Schlafzustand
jedesmal höchstens 20 Minuten. Eine
Ausnahme bildet nur jener mystische
Zustand der Ruhe, in welchem sich
Therese nach den Karfreitagsvisionen
am Karsamstag und in der Nacht zum
Ostersonntag befindet. Dieser dauert
also sehr lange, und sie behauptet,
während dieser Zeit in außergewöhn
licher Weise mit dem Heiland vereint
zu sein, während ihr Körper teil
nimmt an der Grabesruhe des Leibes
Christi. Phänomenal ist dieser Schlaf
auch deshalb, weil nach ihm sehr oft
rasende Schmerzen, die sie infolge der
Stigmenblutung oder eines Leidens
der mystischen Stellvertretung hat,
nicht nur beseitigt werden, sondern
der Körper Theresens wieder ganz
frisch und gesund ist. Während der
Leidensvisionen verliert sie jedesmal
mehrere Pfund an Eigengewicht.
Während einer Kontrolle haben die
Aerzte eine Abnahme von sieben
(Fortsetzung auf Seite 6)

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