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Ohio Waisenfreund. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1874-1953, March 08, 1944, Image 1

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Aahrga»« 71
Am vergangenen 2. März waren
es fünf Jahre, seit Pius der Zwölfte
als der 262. Nachfolger Petri den
päpstlichen Dhron bestieg. Seine Er
wählung fand den 2. März 1939 statt
und der zweite Weltkrieg entbrannte
im selben Jahre, trotz seiner eifrigen
Bemühungen, denselben zu verhüten.
Bejonoers seit seiner Erwählung hat
Papst Pius unentwegt und unPartei
isch das Los der Kriegsgefangenen
und der vom Krieg Betroffenen zu
mildern gesucht und die Flüchtlinge
aller Länder 'durch Geldmittel unter
stützt. Er wird als einer der größten
Päpste in der Geschichte fortleben.
Sein kleines, irdisches Besitztum,
die Vatikanstadt, ist rings von Kriegs
gefahren umgeben und hat bereits
Zahlreiche Kriegsschäden erlitten. Die
altberühmte Benediktinerabtei Monte
Cassino ist bereits dem Kriegsmoloch
zum Opfer gefallen und der päpstliche
Sommeraufenthaltsort Castel Gandol
so hat bereits namhaften Schaden er
litten. Sollte die Stadt Rom Kriegs
schauplatz werden und in den Straßen
tmb Vororten Roms gekämpft werden,
dann würde Rom das Schicksal ande
rer italienischer Städte ereilen. Es be°
steht immer noch die Hoffnung und
es ist die Absicht der Alliierten, daß
die Stadt Rom umgöngen werden
kann, wenn bittere Kriegsnotwendig
feit nicht dazu zwingt. Wenn das mög
lich wird, haben sich die Generäle und
Führer der alliierten Armeen die
Dankbarkeit der ganzen Welt verdient.
„Ohne Gott und Religion kann kein
dauernder Frieden zustande kommen."
Das ist, wie Erzbischof Schrembs von
Cleveland wieder einmal betonte, eine
von der Geschichte bestätigte Tatsache.
„Der Verfailler Pakt", betonte der
Erzbischof, „hat diesen zweiten Welt
krieg hervorgebracht. Wenn diesmal
Gott ignoriert wird, wird «der Welt
wieder ein Scheinfrieden beschert wer
den. Ohne Gott kann nichts Dauern
ües bestehen. Ein Frieden muß ein
testes Fundament haben und nur Got
te§ Gesetz kann ein festes Fundament
dieten. Wer die 1900 Jahre alte Men
schen- und Weltgeschichte studiert, wird
bestätigt finden, daß da, wo Gott bei
seite gesetzt wurde, Krieg und Unglück
die Völker heimsuchten.
Christus soll und muß am kommen
den Friedenstisch ein Platz zugewiesen
werden, und zwar durch seinen Stell
Vertreter, den Papst. Er könnte mehr
gu einem andauernden Frieden beitra
gen, als alle andern zusammen. Wird
nun der Papst eine Einladung erhal
ten? Freilich nicht er selbst, sondern
ein Legat würde feine Stelle vertre
ten.''
Sehr wahrscheinlich wird niemand
an ihn denken. Und doch ist es der
Papst, der ein unparteiisches Urteil
abgeben könnte.. Ihm ist nur am Frie
den für die ganze Welt gelegen, ohne
persönliches Interesse. Das letzte Mal
UnpolitifcheZeitläufte
wurde Gott nicht am F^iedenstisch zu
gelassen. Und was war die Folge?
Ein anderer Krieg. Man will, so
fürchte ich, Gott nicht am Friedenstisch
haben.
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An Familienblatt für Wahrheit und Recht zur Belehrung und Unterhaltung
Erschein wöchentlich im Päpstliche» Collegi»« Josephiu»« zum Beste» der PriestcrzSglwge
&sm&&&ben vo« PZpMtchr« SeSegimn Iofephmmn. Prej» für ein Jahr rit den Bereinigten Staaten $2, in Kanada und afleo onixtm trtutoi $S»8S
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er feinem Lande geleistet.
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Im Bereich des gegenwärtigen
Kampfplatzes in Italien befinden
sich viele altehrwürdige Kirchen, wie
Grand Rapids, Mich., hat auf einer
Versammlung in Toronto, Kanada,
zur Besprechung über Mittel und We
ge zur Errichtung einer bessern sozia
len Nachkriegswelt zwei zu erstrebende
Ziele vorgeschlagen: Christus und
Brot.
Um diese beiden Begriffe dreht sich
der christliche Gedanke und liegt ie
einzige Hoffnung auf eine Weltord
nung. Diese christlich^ Auffassung be
steht darin, daß die Menschen in der
Gesellschaftsordnung zu der Erkennt
nis und Ueberzeugung gelangen, daß
Gott der Vater aller Menschen ist und
daß alle Menschen Brüder sind durch
seinen Sohn Jesus Christus. Darin
besteht die Würde des Menschen.
Der zweite Begriff „Brot" ist sym
bolisch aufzufassen. Darunter versteht
man alle Dinge, die zum physischen
Leben und Wohlsein dienen. Diese
Dinge sollten in genügender Menge
produziert und so verteilt werden, daß
niemand Not zu leiden braucht. Nur
so kann die Nachkriegsfrage gelöst wer
den.
Dazu gchort auch das Recht der zu
rückkehrenden Soldaten auf eine an
gemessene Beschäftigung und alle an
dem Vorteile, welche eine geordnete
menschliche Gesellschaft genießt. Diese
Stellung hat er sich evungen durch den
harten und gefahrvollen Dienst, den
Ein Korrespondent der polnischen
Nachrichtenagentur KAP aus Jerusa
lent teilt der katholischen Preßagentur
mit, daß zahlreiche polnische Kinder die
endlosen Steppen des asiatischen Ruß
land durchwandern. Es sind Kinder
unter zehn Jahren, die in Gruppen
die unbekannten Länderstrecken den
Berühmte Kirche Roms
MÜH u.
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A,
beispielsweise obige St. Paul's Ba
silika. Viele dieser Kirchen werden,
Grenzen Iran's zuwandern. Hun
gernd und frierend irren sie umher.
„Während meines Aufenthaltes in
Bagdad", so erzählt der Korrespon
dent, „hatte ich Gelegenheit, einer sol
chen Gruppe von Kindern zu begeg
nen. Es waren drei Knaben und zehn
Mädchen im Alter von 7 bis 10 Jah
ren, welche in denkbar elendem Zu
stände in Iran ankamen. Sie waren
von Taschkent abgewandert, wo die
Sowjets ein Konzentrationslager Pol
nischer Gefangener „liquidiert" hat
ten. Die älteren Leute wurden nach
unbekannten Gegenden deportiert und
die Kinder ihrem Schicksal überlassen.
Mitleidige Menschen in Bagdad nah
men sich ihrer an. und gaben ihnen
ärztliche Hilfe.
Spanische Blätter führen bittere
Klage über die an zwei spanischen
Prälaten verübten Mißhandlungen.
Msgr. Angel Olano, Bischof von Gu
am, und sein Sekretär, Rev. Jaure
gui, wurden zuerst unter Hausarrest
gestellt und hierauf gezwungen, nach
einer Kirche zu wandern, wo ameri
kanische Gefangene interniert waren.
Nur zehn Minuten Zeit erlaubte
man den Priestern, weshalb es ihnen
unmöglich war, ihre Privatsachen, Bü
cher und Dokumente mitzunehmen
und sie wurden, trotz ihres hohen Al­
No. 45
ters, gezwungen, ihr Bettzeug selbst
mitzunehmen.
Es ist Tatsache, daß sie Spanier wa
reit, also einem Lande angehören, das
mit Japan nicht im Krieg sich befindet.
Später wurden die beiden Priester
im Schiff Argentina Maru einge
sperrt, wo sie 39 Stunden lang ohne
frische Luft nach Shikoku in Japan
transportiert wurden mit anderen
$**
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wenn die Stadt Rom belagert wer
den sollte, der Zerstörung onheim
fallen.
Gesangenen.
Die spanische Presse erwartet, daß
die Regierung Schritte tun wird, um
solche unverständlichen und gesetzwid
rigen Behandlungen spanischer Bür
ger vorzubeugen, die Bürger eines
Landes sind, das nicht im Kriege ist
und das als solches die Interessen Ja
pans in verschiedenen südamerikani
schen Republiken vertritt.
Ret). Claude Herman Heithaus, 5.
I., hat appelliert an die Studenten
der Universität St. Louis, sich jenen
anzuschließen, die um Zulassung von
Negern zum Besuch der katholischen
Lehranstalt bemüht sind. „Die An
Hänger Mohammeds und Lenins", er
klärte er, „machen keinen Farbenun
terschied. Aber für einige Anhänger
Christi macht die Hautfarbe eines
Menschen allen Unterschied in der
Welt aus." Die Universitätsleitung
hat die Möglichkeit einer Zulassung
von Negern untersucht, und die Ent
scheidung darüber wird in Bälde er
wartet.
Ein mit alliierten Fliegern über
Rom kämpfendes Naziflugzeug warf
Bomben über die Vatikanstadt und
stürzte, im Begriff eine Notlandung
zu machen, zu Boden. Die ganze Be
satzung des Flugzeugs wurde getötet.

Mittwoch, den 8. März 1944
Auch Bischof Francis I. Haas von

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