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Ohio Waisenfreund. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1874-1953, December 20, 1944, Image 2

Image and text provided by Ohio History Connection, Columbus, OH

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Ist einer wo.
Der dies ganz vermißt?
Das war Dein Königtum
Bei uns auf Erden:
Ein armes, kleines
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Der neugeborene
Erlöserkönig
Im Flammensprüh'n
Der kreisenden Gestirne,
Auf blauen Aetherwogen
Ragt Dein Thron,
Und Cherubim. steh'n,
Tausend Bataillon,
Mit steilen Flügeln
Und gesenkter (Stinte,
Vor Deiner Augen
Hellen Feuerblitzen
Und leise klirren
Ihrer Schwerter Spitzen,
Wenn donnetnd.
So wie vieler Wasser Fall,
Das Rauschen Deiner Stimme
Braust im All
In Deiner Rechten knistern.
Herrlich sprühend,
Gewaltig sieben Sterne
Doch ihr Licht
Und ibas der sieben Leuchter,
Feurig glühend.
Verblaßt vom Glanz
Auf Deinem Angesicht ....
Zweischneidig ragt ein Schwert
Aus Deinem Munde
Und all die Cherubim
Weit in der Runde
Gehorchen jedem Worte,
Das es spricht
Und Reihe gibt an Reihe
Fort die Shmde ...
Und doch
Der Erde
(Schemel Deiner Fütze
Die strahlend
Wie geglühtes Erz erglänzen),
Ja, unserer Erde
Ward die gleiche Süße,
Die Süße Deiner Liebe
Ohne Grenzen!
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Menschenkind zu wer«».
Gewaltiger •4
Der ewig war und ist
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Liebe lehren,
Helden, leiden, sterben.
Um uns verlorne
Himmel zu erwerben
Wir jubeln Dir,
Der Du die Liebe bist
Dein sind wir eitt
Und eines Reiches Erben
Glorreicher Heiland,
König Jesus Christ!
Wie vor fast 2000 Jahren wird
wiederum die trostvolle und erlösende
Weihnachtsbotschaft einer friedlosen,
im Todesschatten sitzenden Welt ver
kündet. Aber je dunkler die Geschicke
der Menschheit, je mehr Zwiespalt,
Krieg und Not der Völker, um so hoff
nungsvoller schaut die Menschheit auf
den, der einst gesandt wurde, der Welt
Erlösung, Licht und Frieden zu Brin
gen.
Jesus Christus, die zweite Person
der Gottheit, tritt aus Liebe zu den
Menschen sozusagen aus der Gottheit
heraus, um in Menschengestalt in ab
soluter Weise Erlöser und Führer der
Menschen zu werden. Wohl scheint
dem engbegrenzten Menschenverstand
ein menschwerdender Gott unbegreif
lich. Aber ist die Schöpfung und be
sonders die Schöpfung des Menschen
mit ihren tastenden Sehnsüchten als
sinnvoll denkbar, wenn diesen Sehn
süchten nicht Erfüllung winkt? Wenn
dem Wissenwollen der Menschen nicht
Aufklärung, ihrem Fallen und Irren
nicht Verzeihung und Gnade, ihrem
von der Erde nie gesättigten Hunger
nicht Stillung in einer unerhörten
Welt winkt? Was wäre das für ein
Gott, der Geschöpfe ins Dasein riefe,
um sie dann an ihren ungelösten Rät
seln und nicht befriedigten Sehnfüch
ten qualvoll zugrunde gehen zu las
sen? Muß neben dem Schöpfergott
nicht auch ein Erlösergeist stehen?
Aber keine herrlichere Weise von Er
lösung ist denkbar, als das Bruder
werden des Erlösers gegenüber den
zu Erlösenden, als die Uebernahme ih
rer Daseinsbedingungen, als die Ver
mittlung von Licht und Kraft an die
Menschen in der Gestalt und Wirk
samkeit idealer Menschlichkeit. Erlö
sung durch menschgewordene Opfertat
und liebevollem Mitgefühl erscheint
doch göttlicher als Erlösung etwa
durch mächtige Aktionen, gewaltige
Demonstrationen, zauberhafte Heber
schüttungen. Gott offenbart etwas von
seiner Herrlichkeit im Sonnenlicht und
Önelier s. 1917, authorised Uefewber 14, 1818. Peblic»ti»* Office,
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Ohio SBatfesfrats* Mittwoch
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Sternenhimmel, im Meeresbrausen
und Wolkenzug. Soll er sich nicht in
seiner ganzen Größe, Weisheit, All
macht und Güte in Menschengestalt
kleiden können, um so die Vergöttli
chung der Menschen grundzulegen?
In dem Gott und Jdealmenschen
Christus, der die Armut geadelt, die
Niedrigkeit erhoben, den Schmerz ge*
Preis dem Starken in
der Höhe!
Preis dem Starken in der Höhe
Der aus sich das Schicksal lenkt.
Alles Glück und alles Wehe
Gnädig uns voraus bedenkt.
Er bestimmt das Maß der Zeiten
Und Er ordnet Jahr für Jahr,
Was die Monde vorbereiten,
Macht Er keinem offenbar.
Ruhmgewaltig herrscht Er morgen
Wie Er heute hoch gebeut,
Nichts besteht, das Ihm verborgen,
Und kein Wort hat Ihn gereut.
Edler schuf» Er uns die Stirne
Als der Niedern Kreatur,
Und die wandelnden Gestirne
Rühren uns den Busen nun
Lob und Preis und Rühm und Ehre
Wird Ihm ewig dargebracht.
Jedes Licht im Sternenheere
Schwebt getrost in Seiner Macht.
Auch das stille Rund der Erde
Ne|gt sich Ihm in Dankesschuld.
Daß Er fort uns schirmen werde.
Hoffen wir von Seiner Huld.
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weiht und den Tod überwunden hat,
empfing die Menschheit das Ideal des
Menschentums, die echte Humanitäts
idee, welche die alte Welt in ihrer vol
len Bedeutung nicht geahnt hatte.
Die alte Welt kannte nur brutale
Macht, irdisches Gepränge und Pseu
doweisheit. Der göttliche Erlöserkönig
hat die Welt erobert nicht mit Heeren,
Reichtümern, Gelehrtenakademien und
machtvollen Imperatoren, sondern mit
einfachen Fischern. Nicht mit der Ver
heißung von Sonderstellungen auf
Erden, mit Anwartschaft auf Füh
rungsposten und Landgüter, auf irdi
sche Lorbeerkränze und Ruhmesdenk
mäler, sondern mit der Aufforderung
zu Verzichten und der Verheißung von
Heimsuchungen und Verfolgungen?
„Ich kenne", schreibt Lacordaire, „kei
ne anderen menschlichen Mittel, hier
in der Welt etwas zu gründen, als die
Politik, die Gewalt, die Wissenschaft,
die Philosophie, die
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Geschicklichkeit. Gegend."
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Jesus hat sich dieser al
ler gänzlich enthalten.
Dies eben, daß er sich
aller menschlichen Mit
tel enthielt, beweist daS
göttliche, die allmächtige
Kraft seines Wesens.'*
Wo hat ein bloßer
Mensch über Länder und
Meere hinweg und
durch Jahrhunderte hin«
•durch eine Gesellschaft
wie die Kirche begrüW
det, eine Gemeinschaft
von Gläubigen, die fid), bei aller zeit
weiligen Erschlaffung, immer wiedA
aus dem erhaltenen Gedanken- utiS
Gnaden schätz erneuern? Die Uran#
wieder neue Heilige hervorbringt in#
zahllose segenspendende Werke begrün*
So haben denn Große und GrößtH'
Gelehrte und Forscher, Könige utä»
Fürsten aller Jahrhunderte an beb
Gottmenschen geglaubt, ihn bewu«,
dernd angebetet, Männer wie: Hier*»
nymus und Origenes, Augustinus unk
Ambrosius, Thomas und Bonaventip
ra, Dante und Michelangelo, Nikolatffv
von Cusa und Erasmus, Galilei mit'
Kopernikus, Dürer und Leibnitz, Cat
deron und Lope de Bega, Pascal unb
Fenelon, Schilling und Görres, Leo
pold von Stolberg und die Droste
Manzoni und Ozanarn, Balrnes unb
Newman, Solowjew und Marconi
und ungezählte andere, Theologen
und Laien. Wenn man sagt, der ForH»
schritt führe über den Glauben voh
gestern hinweg, so ist zu erwidern, daK
dieser Fortschritt etwas sehr RelatV
ves, um nicht zu sagen Zweifelhaftes
ist. Fortschritte auf einzelnen Gebis
ten werden meist mit großen RüiK
schritten auf anderen Gebieten bezahl^
Die heutige Menschheit ist groß in
allem, was Technik. Maschinenwesen,
Verkehr, Hygiene betrifft. Aber schon
die Literatur und Ku «st der Gegen
wart b/eibt unendlich hinter den Sha
kesspeare :5 Goethe zurück. Die Eni
Wicklung auf dem Gebiete des Seeli
schen, der Metaphysik vollends, ist ge
radezu bitterarm geworden gegenüber
der spekulativen Kraft und Beseelung^.
früherer Zeiten. Da besteht feilt
Grund zum Stolz, sondern nur zur,
Klage, zur Erkenntnis der riesige#
Verarmung. So vermag uns defc\
Christusglaube der großen Genien det.
Geschichte gerade heute mehr als in./,
zu sagen und zu geben. /t
Der Christusglaube hat Kultur^).
Wissenschaft und Kunst aufgebaut unfc
sie durch. alle Zeiten der Menschheit.
erhalten. Sie wird er auch auf dest.
Trümmern der gegenwärtigen Zerstij*
rung eine neue, bessere Welt aufzu*
bauen imstande sein.
Ungestillter Wissensdurst
Zwei Wandervögel bewundern Ni,
einer abendlichen Wanderung ii$
Pracht des gestirnten Himmels.
sie über die Frage, welches der fleinfe
Bär sei, in Meinungsverschiedenheiten
geraten, entschließen sie sich, einen ge
rade des Weges kommenden WanderM
nach seiner Meinung zu fragen.
„Glauben Sie nicht auch, meist
Herr", meint der eine Wandervogel
indem er nach Südwesten zeigt, „do|
das da der kleine Bär ist?"
„Das kann ich Ihnen wirklich ni
sagei^' erwidert der Tourist höfli
„ich bin hier nämlich fremd in
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