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Ohio Waisenfreund. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1874-1953, January 17, 1945, Image 4

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Papst verteilt persönlich Weihnachts
gebe« unter Kinder
Papst Pius der Zwölfte hat unter
2500 Kindern, darunter viele Flucht
lingskinder, in der Gregorianischen
Universität in Rom eigenhändig Weih
nachtsgaben verteilt. Es war das erste
Mal seit 1870, daß ein Papst Person
lich S&nder der Stadt Rom mit Gaben
beschenkt hat. Der Papst ermahnte die
Ämter, für den Wiederaufbau der
Welt zu beten. Knaben und Mädchen
umringten den Papst und baten ihn,
noch länger bei ihnen zu verweilen.
Nach Erteilung des päpstlichen Se
gens verließ der Papst die Universität
und wurde auf seinem Rückweg zum
Vatikan von einer begeisterten Menge
begrüßt.
If 1t ff
Generalpräses Msgr. Theodor Hnerth
Opfer eines Luftangriffes
Die ganze amerikanische Kolpings
familie, so schreibt das „Kolpingban
iter, vernahm mit Erschütterung und
Trauer die Nachricht vom tragischen
Ableben des H. H. Generalpräses,
Mrsgr. Theodor Huerth, der Zeitungs
meidungen zufolge bei einem Luftan
griff auf Köln ums Leben gekommen
ist.
Der so rasche, unerwartete Verlust
des «dritten Nachfolgers Adolf Kol
pings hat unsere Kreise tief berührt.
Wir alle kannten und liebten den lie
benswürdigen Priester und Gesellen
vater. Zu oft hat er in Wort und
Schrift zu uns gesprochen, als daß
wir seinen glühenden Eifer und seine
sorgende Lixbe vergessen könnten.
Generalpräses Tehodor Hubert H.
Huerth erblickte am 18. Mai 1877
in Aachen das Licht der Welt. Er
wurde am 31. März 1900 zum Prie
ster geweiht. Schon in seinen jungen
Priesterjahren wurde er mit dem Werk
Vater Kolpings beannt und bald dar
auf finden wir ihn als Vizepräses des
Kölner Vereins. Dieses Amt bekleidete
er viele Jahre mit großer Hingabe
und Erfolg. Zur Pfarrseelsorge zu
rückgekehrt, amtierte er als Pfarrer
in Aldenhoven. Am 21. Oktober 1924
wurde er vom Schutzvorstand des Köl
ner Hispitiums zum Präses des Köl
ner Vereins und Generalpräses des
Kolpingwerkes erwählt. Zwanzig Iah
re lang arbeitete der Heimgegangene
selbstlos und treu als Verwalter des
großen Erbes, das Vater Kolping
hinterlassen.
Die Begeisterung für das Kolping
werk und dessen Programm war eine
große. Es schien als ob dem Gesellen
verein eine große Zukunft bevorstün
de. Diese Hoffnungen sollten sich lei
der nicht erfüllen. Die großen Politi
schen Wirren im Reich, die alles in ih
ren Stüde! zogen, gingen auch am
Gesellenverein nicht spurlos vorüber.
Mit Hitlers Machtantritt setzte eine
große LeidensperioÄe für das Kol
pingwerk ein. Der Verlauf des großen
deutschen Gesellentages in München,
bei welchem von den machttrunkenen
Elementen der ,Neuen Ordnung" ein
regelrechtes Kesseltreiben gegen die
Festteilnehmer inszeniert wurde, ließ
nichts Gutes für die Zukunft ahnen.
Bald wurde denn auch die Aktivität
der Vereine durch allerlei Verordnun­
yt&ju&A auA aJUßA ü/jzti
gen und Zwangsmaßregeln immer
mehr eingeengt und schließlich nahe
zu ganz unterbunden. Es folgte die
Schließung und Beschlagnahmung von
Gesellenhäusern und die Auflösung
von Gesellenhäusern und die Auflö
sung von Vereinen, ja von ganzen
Diözesan- und Landesverbänden.
Trotz der zahlreichen Bombenüber
fälle über Köln hielt er es für seine
Pflicht zu bleiben und sich der Kol
pingfamilie anzunehmen. Einem der
letzten Uebelfälle fiel, wie gemeldet
wurde, der seeleneifrige und opfer
willige Generalpräses zum Opfer. R.
I. P.
11 If ff
OHL» ttfttfcsfrettsfc
Katholikenzahl in amerikanischen
Städte»
Nach einem Artikel des Hw'sten Bi
schoss John F. Noll von Ft. Wayne in
der neuen Publikation „Priest" be
findet sich der höchste Prozentsatz ka
tholischer Bevölkerung in Boston mit
74.3 Prozent.
In den neu katholischsten Städten
befinden sich: New Orleans mit 66
Prozent, Providence mit 56.7 Pro
zent, Syracuse mit 52.5 Prozent, Jer
sey City mit 52.2 Prozent, Buffalo
mit 52, Worcester mit 49, Detroit
mit 46.2, St. Louis mit 42.9 und
Chicago mit 40.8 Prozent. New Dorf
hat nur 22.3 und Philadelphia 29.3
Prozent.
Sämtliche Protestanten, die Kirchen
besuchen es gibt dererer 35,000,
000 —, von denen 80 Prozent auf
dem Lande wohnen. In Städten gibt
es nur 7,000,000 protestantische Kir
chenbesucher, während die katholische
Kirche in Städten 20,000,000 Kirchen
besucher zählt.
Bischof Noll macht auf die rücksichts
lose Parteilichkeit der Tagesblätter
unserer Großstädte gegen die lieber«
zahl katholischer Leser in diesen Städ
ten aufmerksam, da die protestantische
Leserzahl dieser Städte kaum 10 Pro
zent beträgt.
Nach unserer unmaßgeblichen Mei
nung wären viele nichtkatholische Ta
gesblätter in unfern Städten willens,
katholische Artikel aufzunehmen, wenn
sie ihnen vonseiten der Katholiken zur
Verfügung gestellt würden.
ff ff ff
Katholische Kirche in protestantischem
Licht
Ein wohl verdientes Lob wird von
Harold E. Fay im „Christian Cen
tury" der katholischen Kirche gezollt.
Mr. Frey stellt zu seinem größten
Schrecken die starke zunehmende
Bedeutung der katholischen Presse in
unserem Lande fest. „Das Rückgrat der
katholischen Presse", erklärt Herr
Fey, „sind die Diözesanblätter, welche
im großen und ganzen von fähigen
Journalisten geschrieben werden und
die Ansichten der Bischöfe wiedergeben.
Als zusammenarbeitendes Ganze kon
trolliert das wohl organisierte System
alle Staaten."
Als Beispiel dieses sich geltend ma
chenden Einflusses der katholischen
Presse erwähnt Mr. Fey ein Pamphlet
des N.C.W.C.-Dienstes über die Art
und Weise, wie dieser katholische Pres
sedienst die Ehrbarkeit des Films be
einflußt hat. Anstatt darüber seine Zu­
friedenheit auszudrücken und diese
Kulturarbeit zu belobigen, meint Mr.
Fey, dies beweise, daß heute die ka
tholische Presse einen Machteinfluß
besitze, den ihr man vor einer Gene
ration nicht zugetraut hatte. In den
Augen Mr. Fey's und anderen fana
tischen (unamerikanischen) Federfuch
sern wäre es schrecklich, wenn Amerika
gar katholisch würde. Diese kurzsichti
gen, undemokratischen „Helden von
der Feder" sollten nicht vergessen, daß
die Zeit kommen mag und sie ist
nicht mehr fern wenn eine starke
katholische Presse sich als ein mächtiges
Bollwerk gegen die unsere freie De
mokratie bekämpfenden atheistischen
Totalitarian er und kommunistische
Umsturzelemente erweisen wird.
ff ff ff
Elsässische Kathedralen erhalten
Wie aus Paris berichtet wird, sind
die beiden berühmten Kathedralen von
Straßburg und Metz vor der Zerstö
rung bewahrt worden. Einzelne Be
schädigungen können leicht repariert
werden.
Religiöse Feiern wurden nach der
Befreiung von deutscher Besetzung
zum ersten Male wieder am 26. No
vember aufgenommen. General Lec
clerc war bei dem Gottesdienst anwe
send. Das alte, im Jahre 1015 begon
nene und 1275 vollendete Münster
wurde bekanntlich im Juni 1940 von
den Nazi übernommen und einem pro
testantischen Konsistorium überwiesen,
welches es zu semer Ehre sei es
gesagt abwies. Der Elsässer Bischof
Ruch ging in die Verbannung und,
nachdem ein großer Teil der elsässi
scheu Bevölkerung evakuiert worden
war, nahm er sich derselben in der
Verbannung an.
Bischof Heintz von Metz wurde im
August 1940 von den Nazi verbannt.
Nach der Befreiung der Stadt zog
er mit dem französischen Präfeiten
wieder in die Stadt ein und wurde
von der begeisterten Menge zur Ka
thedrale begleitet, wo ein feierliches
Te Deum gesungen wurde.
ff ff ff
Geschichtliche Irrtümer des FilmeS
„The Song of Bernadette'
Im „Far East", des St. Colum
ban's Mission Magazine, wird eine
Kritik an dem bekannten Film „The
Song of Bernadette" vom historischen
Standpunkt ausgeübt. Der Kritiker
beanstandet keineswegs den Film als
solchen, welcher auf Werfels Buch
süßt, allejn um der geschichtlichen
Wahrheit gerecht zu werden, macht er
auch folgende Tatsachen aufmerksam:
1. Die Liebesgeschichte ist reine Fik
tion. Antoine Nicolau, der junge
Müller, war übrigens zur Zeit der
Erscheinungen 28 und Bernadette 14
Jahre alt.
2. Im Film wird Bernadette zum
Eintritt ins Kloster gezwungen (rail
roaded), was wiederum falsch ist.
Bernadette hatte schon zur Zeit der
Erscheinungen den Wunsch ausge
drückt, Ordensschwester zu werden und
zwar entgegen dem Bischof von Ne
vers, welcher ihr vorschlug, in der
Welt ein gottessürchtiges Leben zu
führen.
3. Der Film schildert die Totenbett
szene als eine strenge kirchliche Inqui
sition, was ebenfalls ungeschichtlich ist.
Bernadette starb im Jahre 1879. Im
Jahre 1878 hatte der Obere der Lour
desmissionare Bernadette Über die
Einzelheiten der Erscheinung ausge
fragt. Er war nur vom Generalvikar
von Tarbes begleitet. Bernadette gab
Mtttwsch, de« 17. Jmnmr 1946
ihnen in kindlicher Einfalt die Ein
zelheiten der Erscheinungen wieber.
Bernadette starb erst im Jahre 1679
eines, ruhigen, heiligen Todes.
ff ff ff
Warnung vor militärischer
Jngendansbilduug
Nicht nur die katholischen Bischöfe
unseres Landes, sondern auch das
.Federal Council of the Churches of
Christ", die N. A. Synode des Pres
byterianischen Kirche, daS nationale
Wochenblatt „Labor" und eine Anzahl
anderer Gruppen haben vor einem
„Peace Time Military Service" ge
warnt. Zur Zeit des Krieges, wenn es
gilt, die Rechte und Freiheiten des
Landes zu verteidigen, ist eine voll
ständige militärische Ausbildung eine
Notwendigkeit und eine Pflicht.
„Aber eine Zwangsausbildung", so
erklärten die katholischen Bischöfe, soll
te nicht zum Gesetz angenommen wer
den, bis eine solche Notwendigkeit sich
nach dem Kriege erweisen sollte.
Anläßlich eines Communion Preak
fctst des Notre Dame Clubs von New
Jork empfahl der Hw'ste Herr I.
Hugh O'Donnell, C.S.C., Präsident
der Universität Notre Dame, ein ern
stes, allseitiges Studium dieser wichti
gen Frage. „Ich bin vollständig über
zeugt", erklärte er, „daß wir eine
militärisch gebildete Nation, aber kei
ne militaristische Nation sein sollten.
Wir werden keine militaristische Kaste
heranziehen. Ferner müssen wir das
unveräußerliche Recht der Eltern über
über die Erziehung ihrer Kinder wah
ren."
Eine zwangsmilitärische Jugend
ausbildung würde zu einem Militaris
mus führen, gegen den wir doch kämp
fen und der die Welt in bissen un
heilvollen Krieg gestürzt ha5
ff ff ff
„Catholic Encyclopedia" für Sowjet»
Botschaft
Wie Walter C. I. Magen in sei
nem Jahresbericht mitteilt, hat die
17bändige „Catholic Encyclopedia"
in die sowjetrussische Botschaft in Wa
shington Eingang gefunden. Da das
allgemeine Interesse, besonders unter
Nichtkatholiken, im vergangenen Iah
re gewaltig gestiegen ist, wurde eine
neue Auflage gedruckt. Es liefen u. a.
Nachfragen ein aus den öffentlichen
Schulen in Louisiana und Texas, aus
dem Mississippi Southern College,
aus dem Seminary of the United
Brethren und eine Armeelazarett,
die Sowjetbotschaft in Washington
legte sich et nSet zu. Die neue Auf
lage wurde nach vielen Staaten der
Union, nach Südafrika, Nicaragua,
Argentinien, Cuba und Mexiko, sogar
zu Arnteekoplänen an der Kampf
front versandt. Da die neue Auflage
erschöpft ist, ist eine weitere Neuauf
lage im Jahre 1945 geplant.
ff ff ff
Daß ich nicht lache
Ein schlauer Kriegsberichterstatter
stellt die Frage: „Wie können die Nazi
die schreibende Hand an der Wand
sehen, wenn es in Deutschland keine
Wände mehr gibt?"
Tropflein muß zur Erde fallen,
Muß das zarte Blümchen netzen,
Muß mit Quellen weiterwallen,
Muß das Fischlein auch ersetzen,
Muß im Bach die Mühle schlagen,
Muß im Strom die Schiffe tragen,
Und wo wären dann die Meere,
Wenn nicht erst das Tropflein tvärei

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