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Ohio Waisenfreund. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1874-1953, September 13, 1945, Ausgabe der 'Wanderer', Image 2

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I
Erinnerungen
Vom Buschpfarrer
(Fortsetzung)
Was für ein Kind und seine Zu
fünft das Gebet und das Beispiel
guter Eltern find, wird ein jeder in
seinem Leben erfahren haben. Es war
im Spätherbst desselben Jahres, ein
wunderschöner Abend, wie wir deren
um diese Zeit in regenfeuchtem Kli
ma am Nieder-Rhein nicht viele erle
ben. Nach getaner Arbeit gingen die
älteren Brüder zu einem Plauder
stündchen zu den Nachbarn. Die bei
den Jüngsten mußten in's Bett. Die
Mutter hantierte mit der Magd in
der Küche herum. Zu guterletzt wurde
es auch bort ruhig. Nur das Mund
werk der Frauen ging noch wie ge
schmiert, während sie für den folgen
den Tag die Kartoffeln schälten.
Ich sasz in der vordem Stube bei
einer schriftlichen Arbeit, die nicht
recht voranging. Durch das offene
Fenster strömte der scharfe Geruch
der fahlen Blätter des großen Nuß
baumes vor dem Hause. Eintönig
spielte der Wind mit den langfinge
rigen Blättern, deren Schatten im
Mondschein allerlei Figuren auf Fen
sterglas und Boden zeichneten. Die
Stille ringsum wirkte ermüdend. Ich
schlief über meiner Arbeit ein und
wachte erst auf, als die Uhr vom
Kirchturme die elfte Stunde schlug.
Alles war zur Ruhe gegangen.
Leise stand ich auf, mein Lager auf
zusuchen. Dann erschaute ich ein Bild.
Aus der Wohnstube führte eine
Türe in der Mutter Schlafzimmer.
Als sie zur Ruhe ging muß sie mich
wohl schlafend gefunden haben. Um
mich nicht zu wecken, unterliefe sie
wahrscheinlich, die Türe zu schließen.
Der leichte Luftzug vom offenen Fen
ster her hatte sie so weit geöffnet, daß
ich in der Mutter Schlafstube sehen
konnte. Dort kniete sie vor ihrem Bett
auf beiden Knieen und stützte ihre
Ellenbogen auf den weiß überzogenen
Bettrand.
Die Hände hatte sie gefaltet wie
ein Kind. Ihr Kopf war ein wenig
zur Seite geneigt. Ihre Augen schau
ten unbeweglich in unbekannte Fer
nen, als ob sie dort mit dem Unsicht
baren Zwiesprache halte. Durch das
Fenster fiel das M»rtdlicht auf ihr
glänzend schwarzes Haar, das sie stets
glatt gescheitelt trug. Es schien mir,
als ob von ihrem Haupt ein Leuch
ten ausginge, das ihr müdes Haupt
mit einem Heiligenschein frönte. Ihr
Gebet schien ein Gebet ohne Worte.
Völlig lautlos kniete sie dort, wäh
rend ihre Schultern sich hoben und
senkten, als ob die Last der stummen
Worte sie niederdrückte.
Mutter war stets eine religiöse
Frau. Von frühester Kindheit an hielt
sie uns zum Beten an, lehrte uns
aber auch, daß Beten ohne Opfergeist
nur Wortgeklingel fei. Darum muß
ten wir auch auf Wort gehorchen, ob
es uns gefiel oder nicht. Darin kannte
sie feine Nachsicht. Beim Gebet galt
der Grundsatz: „Nicht zu lang, aber
regelmäßig." Trotz ihrer vielen Ar
beit in Haus und Stall stand sie jeden
Abend beim Abendgebet an unserer
Seite, die Arbeitsschürze vorgebun
den, die frumm gearbeiteten Hände
gefaltet, und mit ernsthaftem Blick,
der sich beim Beten in unbekannte
Fernen zu verlieren schien. So lebt
sie im Gedächtnis ihrer Kinder fort.
Uns Kindern gehörte ihre Gegen
wart beim Beten, wie das Amen zum
Vaterunser. Aber wie diesen Abend
hatte ich sie noch nie beten setzen. Heu
te fniete sie da, einfältig und beschei
den. gänzlich der Welt abgewandt
und in die Gegenwart Gottes Oer«
senkt, wie nur Heilige zu beten ver
stehen. Ihre beiden Arbeitshände wa
ren in ungewohnter Ruhe sanft und
ergeben in einander verschlungen.
Sie schien der Gegenwart entrückt.
Für wen betete sie? Ich weiß es nicht.
Nur Gott ist es bekannt.
Aber das weiß ich: Eine rechte
Mutter sucht auch im Gebete nicht ihr
eigenes Selbst. Betete sie etwa, um
mein Fortkommen in den Studien,
daß ich endlich zum Ziele gelangen
möge, das wir beide gleich ersehnten?
Betete sie für den Bruder, der in etli
chen Tagen beim Militär einrücken
sollte? schon mehrere Male hatte sie
sich geäußert: „Wenn der Mathias
nicht zu den Preußen müßte (ein
volksbekannter Ausdruck für Soldat
werden), könntest du in Gottes Na
tnen deine Studien wieder aufneh
men." Cdcr betete sie für alle, ohne
einen auszunehmen oder zu bevorzu
gen? Einer guten Mutter Herz ist so
weit und groß, daß alle ihre Kinder
gleicherweise darin Platzfinden. Eine
Mutter nur zu gut, daß alle ihre
Kinder nur unter dem Schutze des
Allerhöchsten jenen Platz im Leben
einnehmen können, den Er für sie be
stimmt hat.
Mir lief es beim Anblick der beten
den Mutter glühend heiß über den
Rücken. Es fchien, als erschaute ich sie
in einem neuen Lichte, wie ich sie bis
her noch niemals sah. Ich erkannte
sie als eine Mutter, die ich bisher noch
nicht voll und ganz erkannt hatte. Sie
kam mir vor wie eine Priesterin des
Allerhöchsten, die mit ihren arbeitS
gefrümmten Händen ihre ganze gro
ße Liebe wie in einer Opferschale für
die Ihrigen dem Allerhöchsten weih
te. Es wurde mir dabei zumute, als
sei ich unberechtigt, in ein Heiligtum
einzudringen, und als habe ich ein
heiliges Geheimnis erschaut, das mei
ne profanen Augen zu sehen nicht
würdig seien.
Still, um die Gute nicht zu stören,
suchte ich mein Lager auf. Aber der
Schlaf floh meine Augen für mehrere
Stunden, obwohl ich sehr ermüdet
war. Wenn in spätem Jahren das
Leid mich drückte ober die Versuchung
mich quälte unb brängte, und wenn
die Zufunft drohend dunkel mir ent
gegenstarrte, trat mir jenes Bild der
betenden Mutter vor Augen. Zu wis
sen, daß eine Mutter für mich betet,
gab meinem Tun Sicherheit, meinem
Wollen Zuversicht und Festigkeit und
leitete mich ungefährdet durch die Der
toorrendften Lagen meines Lebens.
(Fortsetzung folgt)
diL&kanßJt
Bon Prof. I. M. führen,
Redakteur des ,Waisenfreuud'
Frau Wu». 8., Pa.—
Ihnen und allen neuen Lesern
geben wir die Versicherung, daß die
in allen unsern Anzeigen angebote
nen und von uns empfohlenen Heil
mittel nur aus Heilkräutern herge
stellt sind und keinerlei schädliche
Drogen enthalten.
F. B., Neb.—
Trotz mancher Schwierigfeiten be
absichtigen die Oberammergauer,
nächstes Jahr eine Sondervorstellung
der Passionsspiele zu geben. Diese
Passionsspiele werden in Oberammer,
gau seit dem Jahre 1634 gegeben.
Damals fanden sie zum ersten Male
statt als ein Ausdruck des Danfes
dafür, daß Oberammergau während
einer Pestepidemie von der Seuche
verschont blieb. Obwohl die Ortschaft
von Bomben verschont blieb, hat die
selbe über hundert Männer verloren.
Von den dreitausend Bewohnern des
Dorfes benötigt man vierzehnhundert
Personen zur Aufführung der Spiele.
RheiulLnderiu
Heber die Zerstörungen im Rhein
land, wie überhaupt über die allge
meinen Zustände im Rheinland und
in andern Teilen Deutschlands, er
fährt man noch wenig, bis einmal
der Postverkehr mit Deutschland er
öffnet wird. Etliche spärliche Einzel
heiten berichtet der Sonderkorrespon
dent der ,N. A. Staatszeitung' Wal
ter .Nidder aus Köln.
„Wenn man das östliche Ufer des
Rheins abwärts fahren will," schreibt
Nidder, „fängt man in Wiesbaden
an, das durch wiederholte Luftangrif
fe und späteres Artilleriefeuer schwer
beschädigt würbe. Auf der anderen
Seite des Flusses liegt die stark mit
genommene Stadt Mainz, die sich
jetzt erst wieder zu regen beginnt,
nach den schweren Schlägen, die sie im
März erhielt. Man fährt durch die
berühmten Weinstädte Johannisberg,
Rübesheim und Asrnannshausen. Die
erstere und die letztere sind noch in
taks, aber Rübesheim ist mehr tot
als lebenbig, unb man sieht bie be
rühmten Weinberge durch die übrig
gebliebenen Gerippe zerstörter Häu
s e
»Je weiter man den Rhein abwärts
fährt, je größer wird bie Zerstörung.
Zu den alten, gewohnten Wahrzeichen
sind neue gekommen, die größeres
Interesse hervorrufen. Wer hat in
den Tagen vor berrt Krieg je in Re
magen Halt gemacht? Aber heute
hält dauernd eine Kolonne von Last
wagen und Jeeps und Automobilen
vor den Ueberbleibjeln der Lüben
borff-Eisenbahnbrücke, die den Ver
einten Nationen als erster Stützpunft
auf der Ostseite des Rheins diente.
Heute gibt es in Remagen nur eine
Pontonbrücke, aber krumme Brücken
träger und zerstörte Geleise bezeich
nen noch die Endstation dieser be
rühmten Brücke.
„Die reizende alte Universitäts
stadt Bonn wird aus lange Zeit nicht
mehr Dort Studentenliedern wider
hallen. Sie stetnb zwei aufetttanber»
ftoßeitben Armeen im Wege, unb ein
guter Teil ber Stabt liegt in Rui
nen. Durch irgendeinen sonderbaren
Zufall ist das Geburtshaus Beetho
vens unbeschädigt geblieben, obgleich
etile Gebäude in der Nachbarschaft
zerstört würben. Es ist praktisch das
einzige historische Gebäude, bas in
Bonn unzerstört blieb.
»Das ist heute ber Rhein ein
gespensterhaftes Bilb von Ruinen,
alten unb neuen, angefangen bei der
gewaltigen Zerstörung von Köln, bis
zu ben mit Trümmern übersäten
Straßen Don Mainz. Von keinerlei
Flußverkehr belästigt, von Stäbte
rumen beschützt, entspricht ber Rhein
heute ben Worten Heinrich Heines in
der .Lorelei': ,Die Lust ist fühl und
E. H., Ky.
OHIO WJISENFRKÜND
es dunfeit, und ruhig fließet der
Rhein'. Es ist heute in der 5Cot dun
fei am Rhein."
M. W., Calif.—
Unter Chauvinismus versteht man
eine überspannte, kriegslustige und
eroberungssüchtige patriotische Stim
mung oder Vaterlandsliebe. Die Be
Zeichnung rührt von dem Namen ei
nes Refruten Chauvin her, der in
Cogniards Lustspiel „La Cocarde Tri
colore" aus dem Jahre 1831 eine
Rolle spielt. Hier in den Ver. Staa
ten nennt man diesen überspannten,
intoleranten Patriotismus „Jingo
isrnus".
Es ist eine von prominenten Nicht
fatholifen anerfannte Tatsache, daß
die fatholische Kirche der einzige ru
henbe Punkt in ber gegenwärtigen
Weltkatastrophe ist und, wie sie es
schon in kritischen Zeiten in der Ver
gangenheit war, die einzige Rettung
aus dem zunehmenden chaotischen Zu
stand.
Vor nicht gar langer Zeit hat u. a.
ein gewisser Thomas Lomar Hunter
(Nichtkatholik) in ber .Richmond
Times Dispatch', Richmond, 93a., die
folgenden Aeußerungen getan: „Wenn
irgendeine Institution den wahnwit
zigen Wirrwar der heutigen Welt
siegreich zu überleben vermag, so ist es
ganz bestimmt die römisch-katholische
Kirche. Gegen diesen unnachgiebigen
dogmatischen Supernaturalismus
sind die Pfeile des materialistischen
Rationalismus so ohnmächtig, als
wenn sie gegen die Milchstraße abge
schossen würden. Darin erblicke ich den
stärksten Beweis für die unerschüt
terliche Dauer der fatholischen Kir
che. Hinter diesem starten Bollwerf
ist sie gesichert. Sie hat zahlreiche
Schismen überlebt und ist imstande
noch weitere zu überleben. Der tollste
und- wütendste Atheismus fann sie
nicht im geringsten berühren. Sie ist
so alt wie das Christentum und ihre
Geschichte ist die Geschichte der christ
lichen Kirche. Sie überlebte den Un
tergang des römischen Reiches, die
Erhebung des Mohammedanismus
und hielt die Gefahr des Islam von
Europa fern bei Tours und Lepanto.
Sie erlitt siegreich die tartarischen
Uebersälle. Wenn ich die Politifer
von der Zerstörung des Christentums
reden höre, so blicke ich auf die rö
misch-fatholische Kirche und fühle mich
beruhigt. Man fann dieselbe verfol
gen, aber man fann sie nicht zerstören.
Stalin und Stalinismus sind nur
eirte vorübergehende Erscheinung.
Die Kirchenglocken werden wieder im
Kreml erschallen. Die Kirche hat
schlimmere Verfolger als Hitler und
Hitlerismus erlebt. Der Kirche bangt
nicht vor Hitler. Sie hat einem Nero,
einem Commodus, einem Caracalla,
einem Caligula und andern blutdür
stigen Despoten Trstz geboten.
In ihrem unnachgiebigen, unüber
windlichen Supernaturalismus steht
sie da, unerschütterlich, ewig."
Diese von einem aufrichtigen nicht
fatholischen Beobachter ausgespro
chene Wahrheit wirb in diesen schwe
ren Zeiten der Verfolgung alles Re
ligiösen, Guten und Edlen von Mil
lionen Nichtfatholifen anerfannt und
bewundert. Man schaut hoffnungs
voll zu diesem über alle Länder der
Erde hinscheinenden Leuchtturm auf
dem unüberwindlichen, sturmerprob
ten Felsen Petri hinauf als zum ein
zigen sichern Port in den tosenden
Wirbeln einer sturmgepeitschten Welt.
Möge der von Gott selbst hingestellte
Leuchtturm recht vielen den Weg zu
ihrem irdischen und ewigen Heile zei
gen!
Th. F., Moni.
Obwohl die tierischen Fette nahr
hafter und zum Aufbau unseres Kör
pers notwendig sind, so haben die
Pflanzenöle doch einen unschätzbaren
Wert als Heilmittel. So wird das
bekannte Eukalyptusöl in allen Kul
turländern der Erde von den Aerzten
als Einreibemittel bei Rheumatis
mus, Gicht, Verrenkungen, Hexen
schuß, Neuralgie, Zahnschmerzen,
Verbrennungen, Hautkrankheiten
usw. angewendet. Ein anderes viel
angewendetes Heilöl ist das Oliven
öl. Es trägt zur Darmanregung bei,
bewirkt bessere Ernährung, entfernt
Gallensteine, wird bei Dyphteritis,
Blasensteinen, Diabetes, Wassersucht
usw. angewandt. Neuere Experimen
te haben ergeben, baß Olivenölein
spritzungen mit gutem Erfolg bei ver
schiedenen Leiden angewandt werben
formen.
Olivenöl ist nicht nur ausgezeich
net für ben Magen und die Ver
bauung, fonbern auch für den ganzen
Körper unb fanrt innerlich unb äu
ßerlich angewanbt werden. Ist auch
gegen Hartleibigfeit zu empfehlen.
Wm. Sch., Mo.—
Der Gesunde ist immer immuner
gegen Ansteckung als Kranke und
Schwache. Wer einen abgehärteten
Körper hat, wird selten angesteckt.
Die meisten Krankheitskeime sammeln
sich da an, wo viele Menschen verkeh
ren, auf den Straßen der Städte und
in den Theatern. Wenn man Bedenkt,
daß ein einziges Grqmm Straßen
staub und-schmutz achtzehn Million«,
Batterien enthält und daß bei jeder
Wohnungssäuberung etwa hundert
fünfundzwanzig Gramm Staub auf
gewirbelt wird, die eine Menge von
rund sechzig Millionen schädlicher
und unschädlicher Kleinlebewesen ent
halten, so muß man sich wundern, daß
nicht mehr Kranfheiten verbreitet
werden. Man sollte jeden Abend vor
dem Essen und Schlafengehen sich
gründlich waschen und antiseptische
Mittel gebrauchen.
Frau A. K., La.
Einen sehr gesunden und köstlich
schmeckenden Sirup fann man aus
Zuckerrüben (Sugar Beets) bereit«,,
wenn man den Zuckerrüben ein
Drittel Möhrensaft (Carrots) zusetzt,
der dem Sirup eine große Milde und
einen angenehmen Geschmack gibt.
Man nimmt zwei Drittel Zuckerrüben
und ein Drittel Möhren unb focht
jedes in einem getrennten Gefäße'so
lange, bis man sie mit den Fingern
zerbrüdten fann. Dann preßt mart
durch einen leinenen Sack allen Saft
heraus unb focht ben aus beiden Rü
bensorten gewonnenen Saft mit so
viel Zucker, als man wünscht, bis er
die gehörige Dicke erreicht hat. Man
muß den Saft mit einem hölzernen
Löffel beständig umrühren, damit der
Saft nicht anbrennt. Will man dem
Sirup einen anderen Geschmack ge
ben, fann man noch Zitronen(Lemon)
faft oder den Saft anderer Früchte
oder Beeren beimischen.
Deutsche Forschungsversuche in den
Ber. Staaten demnächst?
Aus Frankfurt a. M. berichtet die
„Ass. Preß" unter'm 23. August:
„Von militärischer Seite wird Be
kanntgegeben, daß eine Gruppe deut
scher Wissenschaftler und Techniker
nach den Ver. Staaten gebracht wer
den soll, damit sie dort ihre For
schungsversuche, an denen sie zur Zeit
der Kapitulation Deutschlands arbei
teten, mit praftischen Experimenten
fortsetzen. Offiziell wird mitgeteilt,
sie wären lediglich .gemietet', und es
würde Wert darauf gelegt, daß sie
keinerlei Zugang zu klassifizierten
ainerifanischen Entwürfen' finden
würden. Nach Erledigung ihrer Auf
gaben würde diese Gruppe wieder
nach Deutschland zurückgeschickt wer
den."
Deutische kriegSgefaugeue Seminari
sten werden zu Priester«
herangebildet
Wie aus Paris Berichtet wird, ist
im Kloster von Notre Dame du Ri
vet, elf Meilen von Algier, ein Semi
nar für deutsche Gefangene eröffnet
worden, die von den Nazis in die
Armee gepreßt worben waren. Alle
Seminaristen und Novizen, welche
von ber französischen Armee in Asrifa
gefangengenommen wurden, werden
nach dem neu errichteten Seminar
gebracht, um ihre Studien zu been
den. Ihr Oberer, Dom Welzer, 0.
S3.,
ehemaliger Abt des berühmten
Neuroner Benediftinerklosters, plant
ein ähnliches Seminar in der Diethe'
von Orleans für deutsche Kriegsge
fangene.
Aus London wird berichtet, daß das
britische Arbeitsministerium alle ka
tholischen Kandidaten des Priester
turns aus dem Heere entlassen hat,
„um dem großen Priestermangel ab
zuhelfen". Die Studenten müssen
drei Jahre Militärdienst hinter sich
haben. Die Kandidaten werden von
den fatholischen Autoritäten ausge
wählt werden.
Erzbischof Spellman auf der Fahrt
nach dem Pazifik
Erzbischof Francis I. Spellman
von New Norf, Militärvifar der ame
rifanifchen Streitfräfte, Befindet sich
auf einer Tour nach dem pazifischen
Kriegsschauplatz.
„Obwohl bie Feinbseligfeiten ih
rem Ende entgegengingen, als ich bei
einem Besuch des Präsidenten Tru
man in Washington meine Pläne ab
schloß," sagte der Erzbischof, „möchte
ich doch unsere Jungens draußen und
ihre Feldfapläne besuchen, von denen
Hunderte bereits seit drei oder vier
Jahren von Hause weg sind."
Erzbischof Spellman begibt sich
nach Guam, Saipan, Ofinawa und
die Philippinen. Er hofft am 4. Okto
Ber wieder in New Norf zurück zu
sein.
Schwer heimgesuchte katholische Mis
sion in der Mandschurei
Seit ihrer Gründung im Jahre
1823 hat die fatholische Mission in
der Mandschurei blutige Verfolgun
gen erlebt. Das Maryfnoll-Fushun
Missionsfeld machte in den ersten
fünfzehn Jahren derartige Fort
schritte, daß es im Jahre 1838 zum
Apostolischen Vifariat erhoben wurde.
Bei den Boxer-Unruhen wurden vie
le Missionäre getötet. Bischof Gui5
Name.
Adresse
Staat. ..
Vlßju&A OMA aJUßÄ U)sdt
LeÜellt Eure Zeitung nicht ab!
We«« da, lieber Leser, dieser Tage vielleicht eine Rechnung für betet
Zeitung erhalten hast, und eS dir nicht möglich ist. jetzt deinen Jahresbeitrag
einzusenden, so bestelle nicht ab, sondern warte rnhist, bi» due den Betrag, teil»
weise oder ganz bezahle» kannst. Wir senden deine Zeitnag weite»»
Abbestellung bedeutet den Verlust eine» guten, alten Frenndes «t$
einen Schaden fix die katholische Presse.
Du kannst dein Abonnement auf den ,Ohio Waisenfrennd' oder das
Hosephinnn» Weekly' erneuern, oder einen neuen Leser einsenden ans fol
gendem Formular:
.Ghw Mmfimfreuttif
Worthingto«, Ohio
Abonuementspreis pro Jahr $2.00
Ermäßigter Preis für 3 Fahre $5.00
tan wurde in Mufden dem Feuertod
überliefert.
Im Jahre 1935 waren dort 345
Priester und 497 Ordensleute tätig.
Die firch
liehen Ordinariate in
der Mandschurei umschließen heute
die Apostolische Administration von
Harbin, die Apostolischen Vifariate
.pon Fushun, Jehol, Kirin, Mufden,
Szepingfai und jöenfi, das Apostoli
sche Exarchat von Harbin (vom By
zantischen Ritus) und die Apostoli
l'chen Präsefturen Chifeng, Kiamusze,
Lintung und Jtsitsihar.
Die. in der Mandschurei tätigen
Missionäre umfassen Maryfnoller
Patres, die Klerifer von St. Viator,
deutsche Benediftiner von St. Odi
lien, fanadische Missionäre von Pont
Viau, Schweizer Missionäre von
Bethlehem, Kapuziner der Tiroler
Provinz, belgische Scheut-Patres und
chinesischer Diözesanflerus.
Als Japan im Jahre 1941 die
Mandschurei mit Krieg überzog, wur
den alle Missionäre auf ihren Posten
interniert und durften nicht einmal
die Kranfen besuchen, lieber das Los
der verschiedenen Missionen und Mis
sionäre seit den Kämpfen der Rus
sen und der Besatzung des mandschu
rischen Gebietes liegen noch feine zu
verlässigen Nachrichten vor. Die Be
völferung der Mandschurei ist zum
großen Teil chinesisch.
Munsterturm in Ul«
Aus Ulm wird Berichtet, daß der
aus dem vierzehnten Jahrhundert
stammende, hunderteinundsechzig Me
ter hohe Turm des Münsters in Ulm
a. D. wie durch ein Wunder durch die
Luftbombardements nicht beschädigt
worden ist. Der Dom wird viel von
sich auf Urlaub befindenden C/'s be
sucht. Es befindet sich dort eine USO
Kantine, in welcher Kuchen und Kaf
fee serviert werden.
Farm-Kundtchsu
Bon I. M. Sevenich, ehemali
ger Redakteur des ,Landman«'
V i e e A u e n s i n a u
die amerifanijche Landwirtschaft ge
richtet, die im Kriege so Großes in
der Produftion leistete, obwohl es
meistens überall an Hilfe fehlte. Man
erwartet, daß die Farmer durchweg
viele neue Maschinen kaufen, z. B.,
daß von je vier Farmern einer einen
neuen Traftor fauft. Es hängt alles
davon ab, wie viel ober wie wenig die
Farmer für ihre Produfte erhalten
werden. Sollte die Kaufkraft infolge
geringerer Einnahmen sinken, so wer.
den sich viele Farmer einzuschränken
wissen.
a s A k e a u a i W a
shington erteilt den Leuten den Rat,
mehr Kartoffeln zu essen, erstens weil
die Kartoffel nahrhaft, zweitens weil
sie massenhaft vorhanden sind. Die
diesjährige Ernte wird auf 420,206,
000 Bushel geschätzt letztes Jahr gab
es nur 379,436,000 Bushel Kartof
fein. Die Konsumenten haben soweit
noch nichts von wohlfeilen Kartoffeln
gesehen.
E s w u e e k a n n a
die Regierung vorläufig feine wette
ren Bestellungen für Schweinelenden
fleisch machen wird, nur Schmalz steht
auf der Einkaufsliste. Schmalz muß
Bis auf weiteres in folgenden Staa­
ten für die Regierung reserviert wer
den: Arizona, Colorado, Idaho, Mt
chigan, Illinois, Indiana, Wisconsin,
Minnesota, Nord- und Süd-Dafota,
Missouri. Kansas, Wyoming, Mon
tana, New Mexico, Nebraska, Ne
vada und Iowa.
E s i s n i ö i s i
einen Eisenbahnzug von fünf Mil
lionen Frachtwagen, alle mit Fleisch
beladen, vorzustellen? dennoch stellt
dies die Fleischmenge vor, die auf den
Farmen unseres Landes während des
zweiten Weltkrieges produziert wur
de. Die Gesamt-Fleischproduktion be
lief sich im zweiten Weltkrieg auf hun»
dertsiebenundvierzig Billionen und
zweihunderifechsundvierzig Millionen
Pfund, gegen nur siebzig Billionen
und dreihundertundachtzig Millionen
im ersten Weltkrieg. An einander ge
koppelt, würden die mit Fleisch Bela
denen Frachtwagen anderthalbmal
um die Erde reichen, vierzehn Wagen
neben einander und hinter einander
gestellt würden von New Norf bis
nach San Francisco reichen. Man
mag, und das mit Recht, von den gro
ßen Leistungen unserer Ingenieure
und Fabrifarbeiter reden jedoch mar
schiert heute, wie vor Jahrhunderten,
eine Armee auf dem Magen: so zu
verstehen, daß sie ernährt werden
muß. Dazu fommt noch die Beflei
dung und Beschuhmtg, für die ba8
Rohmaterial nur auf den Farmen in
Gestalt von Wolle, Baumwolle und
Häuten für Leder zu haben /ist.
U n k s e a u e n
Farmen Wisconsins forderten letztes
Jahr hundertfünfundsiebzig Men
schenleBen und rund hundertsünsund
siebzigtausend Arbeitsstunden. Der
Sachschaden beläuft sich aus ungefähr
eine Million Dollars. Es wurden letz
tes Jahr Berichte über 19,400 Un
glücksfälle, die sich auf Farmen in
Wisconsin ereigneten, erstattet.
i e A u s s i e n e
Zucker sind alles andere als günstig,
denn auf der Insel Cuba, die uns den
meisten Zucker liefert, würbe bie Pro
buktion bur.ch die herrschende Dürre
erheblich herabgesetzt. Die Produftion
wird auf rund 392,500,000 Ton
nen geschätzt. Durch Neuanpslanzun
gen, rund sechshunderttausend Acres,
hofft man die Produftion im fom
inenden Jahr auf 425,000,000 er
höhen zu fönnen, vorausgesetzt, dokß
die Witterung einigermaßen günstig
ist.
A u s a n e a A u s a
lien, wird mitgeteilt, daß Unterhand
lungen im Gange sind, so daß Eng
land bis zum Jahre 1948 alles
Fleisch, das in Australien produziert
wird, erhalten wird. Aus Capetown,
Asrifa, fommt die Nachricht, daß von
dort eine Million Pfund Käse und
fünftausend ausgeschlachtete Rinder
nach England geschickt werden.
i e V o s e n h»
rung sieht es in Europa sehr schlecht
aus. Die diesjährige Ernte deckt nicht
einmal die Hälfte des Bedarfs. Wie
aus Frankreich berichtet wird, wur
den Fleifchfollefteure in der Norman
die von den Bauern vertrieben. Dort
stand die Agraragitation schon vor
dem Kriege in hoher Blüte. Besser als
mit der Ernährung sieht es auch nicht
mit dem Brennmaterial für den be
vorstehenden Winter aus. In Paris
sind Kohlen nicht zu haben, denn die
Produftion und der Transport lie
gen darnieder. Hunger und Kälte
starren den Europäern diesen Winter
entgegen. Selbst Schweden und die
Schweiz sehen dem Winter mit Ba«.
gen entgegen,

1$. September

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