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Ohio Waisenfreund. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1874-1953, March 15, 1947, Ausgabe der 'Wanderer', Image 8

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(Fortsetzung don 6cUe S)
refit
Hoover an der oft behaupteten
Diskrepanz zwischen der offiziellen
Und der tatsächlichen Kalorienzahl der
Deutschen Diät vorüber, In ihren Mit
Heilungen über die Resultate der Un
Versuchung im vorjährigen Herbst gab
Unsere Militärregierung freimütig zu,
&at3 die amtliche Rationsbemessung im
September „von politischen Motiven
inspiriert" war. Tas Tempo der Le
Kensmitteleinfuhr entsprach, wie es in
dem Clay'schen Dokument hieß, nicht
einmal zur Hälfte dem Bedarf, wäre
es wirklich auf Erfüllung des Ver
sprechens einer Fünfzehnhundertund
ftinfzig-Kalorien-Tiät für die deut
i i n „Normalverbraucher" a e s e e n
gewesen. Tas war wohlgemerkt?
•—vor Eintritt des Winters mit der
Mispiellosen Wetterunbill, die er mit
sich bringen sollte, und zudem war es
im ^ahre einer deutschen Rekord
Minernte!
Es liegt übrigens nahe, das ein
drucksvolle Ziffern- und Tatsachen
material des Hoovcr'schen Berichts in
diesem Zusammenhang noch in einem
anderen Punkte zu ergänzen: Unser
eignes Land, das schließlich, soweit es
auf die amerikanische Besetzungszone
ankommt, mit der Erzwingung der
totalen Kapitulation auch die totale
Verantwortung für die Zu
stände in Teutschland übernommen
hatte, erfreute sich gerade im Jahre
1946 einer Lebensmittelproduktion,
die alle früheren Rekorde brach. Tas
Landwirtschaftsamt in Washington
berichtete damals über die gewaltig
ste Winterweizen-Ernte der amerika
nischen Geschichte.
Um den Minimalbedürfnissen der
deutschen Volksernährung in unserer
Zone gerecht zu werden (die wirt
schaftspolitisch nun mit der englischen
zusammengelegt ist), müssen wir,
Venn wir den Empfehlungen Hoovers
folgen wollen, unsererseits bis zum 1.
Juli $384,000,000 aufwenden (in
Gestalt von Lebensmittel-, Petro
leumprodukten- und Tüngemittel-Lie
ferungen). Für das dann beginnende
fiskalische Jahr 1947/48 beziffert
Hoover den Gesamtbedarf der atneri*
ionisch-englischen Zone, der zur Ver
meidung des Hungerchaos und der
Anarchie erforderlich ist, auf $567,»
000,000, wovon wir die Hälfte bei
zutragen hätten. Gleichzeitig bezeich
net Hoover aber Mittel und Wege,
Sie ein Teil tiefer Summe vielleicht
ohne Gefährdung der Zwecke unserer
Lkkupationspolitik und der deutschen
Volksgesundheit gespart werden könn
te. Beispielsweise verweist er auf die
^Möglichkeit einer Expansion des deut
schen Fischereigewerbes und verstärk
-#i$r Heranziehung landwirtschaftlicher
Ueberschichvorräte aus Nachbarlän
dern Deutschlands. Außerdem drängt
er auf Abgabe eines Teiles der riesi
gen überschüssigen Kartoffelvorräte
Amerikas an Teutschland, wo gerade
Ifle Kartoffel eine so wichtige Rolle
itt der Volksernährung spielt.
Was Hoover über die anzustreben
e S i e u n e k e s a t
tung unserer Waren kredite sagt,
mag von Skeptikern bezweifelt wer
ben. Aber in Wahrheit haben wir in
diesem Falle keine Wahl. Es müßte
denn die Wahl sein zwisckM der Fort
setzung der bisherigen Politik der sy
stematischen Verelendung des besieg
ten Volkes (das so ein dauernd den
Weltfrieden gefährdendes Problem
bleiben würde?) und der neuen
Hoover'fchen Politik, die Teutschland
helfen will, wieder auf die eigenen
Füße zu kommen, so daß es sich in
absehbarer Zeit selber helfen kann
Mtd wieder ein gesundes Glied der
westlichen Knlturwelt wird.
Nach einer Kabelmeldung wendet
sich ein deutscher Hirtenbrief an die
alliierten Außenminister, sie mögen
ihre Friedenssorderungen an Teutsch
land auf „gerechtfertigte Wiedergut
machungen" beschränken, um einen
dritten Weltkrieg zu vermeiden. Ter
Hirtenbrief ist von Bischof Johannes
Dietz von Fulda erlassen worden, und
soll am 16. März in allen katholischen
Kirchen der Diözese Fulda in der ame
rikanischen Zone verlesen werden.
lebt« eu a
Pyorrhe», Ahe»mati»m«O, $Utdnv
IMtttttrgtftaftg »de? @eißreftc
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D——D dt abfoiu! ffimtEi, rann Ihnen m*
mid nt* fdbübnt Keine Hungerkur«!.
XaufeiLbe von Beuantffen. Unser« ftimbfH tafc
unsere Brrfüufec. Wenn rlAtto «vrautht.
fcrtnei i—o—D den gewünschten ftfdfc
CSectflc Vie. 8 für menichlichen wbtouCb. Ka
Büchse (reicht monatelang): 91.64. (MtttfU
*8. 1 für ärgerlichen Gebrauch.
nur HflO
Zu bezteden ben
WOLFRAM'S MALTÜM
a z k a e e
Unser Malzkafee ist feint geröstete,
sondern gemalzte Gerste nach Pfar
rer Kneipp'scher Methode. ES ist pu«
res Malz, reich an Nährstoffen mtt
angenehmem Malzgeschmack. Beson
ders Kindern, alten Leuten urtb
Kranken zu empfehlen.
Preis: 25c per Pfund 22 Pakete, |6
PjOA SS Ctinabiw, Ohle
WI iWim I im ckt
Achicklsl eines
öeutfchen LwÜers
(Fortsetzung)
Ter Menschenstrom am Main
drängte weiter und weiter, da, man
noch eine Erplosion auf der Festung
fürchtete und zudem in der Nähe der
Stadt ständige Gesahr von Zeitzün
dern drohte. Wir Klostersrauen flüch
teten uns aber zum größten Teil in
unsern Garten, wo die vielen Brand
bomben bereits abgebrannt und das
Gärtne^haus dank der Umsicht unse
res braven Gärtners bereits gelöscht
war. Nur die festgebaute Gerätehalle,
in die wir den größten Teil der Schul
bibliothek und viele Internatssachen
„zur Sicherheit" vor Monaten schon
gebracht hatten, war schon fast her
untergebrannt. An ihrer Asche wärm
ten wir uns in den kommenden Nacht
stunden. Ein Teil der Klostersrauen
half noch Wasser vom Main ans Ehe
haltenhaus tragen, das nur leicht
brannte und dank der Zusammenar
beit auch gelöscht werden konnte. Tort
ist heute noch werktags der Pfarrgot
tesdienst von 2t Adalbero, weil die
eigentliche Pfarrkirche erst wieder ge
richtet wird. Ten lieben Heiland hat
ten wir im Luftschutzkeller dabei ge
habt und gerettet im Nottabernakel.
In der Morgenfrühe des 17. März
kniete eine um die andere von uns im
Gärtnerwohnzimmer in Schutt und
Staub und Zerstörung nieder und
empfing die heilige Kommunion.
Tann kochte uns Frau Bach einen
Kaffee von Mainwasser, zu essen hat
ten wir nichts, denn das Btot reichte
ja lange nicht für alle. Tie Mutigsten
wagten sich dann an einen Gang ins
Kloster, kamen aber nicht i n s Klo
ster. sondern nur in seine Nähe, weil
die Hitze in der Stadt noch viel zu
stark war. Nur soviel konnten sie be
richten, daß alles ausgebrannt sei und
nur noch Trümmer standen.
So wußte man nur, daß man in
Würzburg nicht bleiben konnte
aber wohin??? Kissingen war erstens
zu klein, zweitens selbst ganz belegt
mit einer Krefelder Oberschule, drit
tens konnte ja Kissingen am nächsten
Tag das gleiche Schicksal drohen, nach
dem gefährliche Munitionslager in
seiner Nähe waren. Wohin??? Da
wußte auch Würdige Mutter und
Mutter Raphaele, die Zahlmeisterin,
nicht Rat. Es besann sich ein jedes,
wo es Geschwister oder Verwandte
oder Bekannte auf dem Lande wußte.
Würdige Mutter teilte jeder Kloster
frau einen Zehrpfennig aus und
konnte nicht anders, als die Kloster
frauen mit blutendem Herzen in eine
ungewisse Zukunft ziehen lassen.
Wann und wo wir uns wieder tref
fen sollten niemand wußte darüber
ein Wort zu sagen. Würdige Mutter
Theodora war todkrank, hatte schon
seit Wochen Fieber und konnte sich
doch wegen der ständigen Alarme nicht
legen. Nun hatte sie die Nacht im
Freien verbracht, Hab und Gut und
die Klosterheimat verloren, ihre Töch
ter mußte sie in alle Winde ziehen
lassen und sie selbst machte sich am
Samstagvormittag auf den Weg ins
Schwesternhaus Sift, wo Dillinger
Franziskanerinnen sind. Vier Stun
den brauchte die schwerkranke Frau
zu diesem letzten Todesgang, denn es
war an jenem Morgen kein Gesährt
aufzutreiben. Beim Eintritt ins Haus
sagte sie: „Ich falle euch nicht lange
zur Last." Am 24. März schon bestä
tigte sich dieses Wort denn da holte
sie der liebe Gott heim in eine ewige
Heimat. R.I.P.l Tie meisten ihrer
Töchter erfuhren erst nach Wochen
vom Tod.
Am Morgen des 17. März versuch
ten wir nach einigen Stunden noch
mals bis ins Kloster vorzudringen,
und diesmal gelang es. Wohl war
der Schutt noch glühend heiß, aber
wir strebten zum Garten, wo etwas
weniges lag, und von dort zur Grust.
Im Keller waren die Koffer und Ki
sten alle verbrannt, im ganzen Haus
nichts mehr, was man anziehen konn
te unsere einzige Hoffnung war
der Neben räum der Gruft, wo wir
noch Pakete in Sicherheit gebracht
hatten. War dieser Raum auch aus
gebrannt, dann hatten die allermei
sten von uns einfach gar nichts mehr
nicht einmal ein frisches Taschen
tuch, das wir nach dem Staub und
Rauch der Nacht alle mehr als not
wendig brauchten, nicht einmal ein
Paar frische Strümpfe, die wir an
helle der in der Nacht durchweichten
hätten anziehen können. Darum dran
iivit wir mit Angst und Spannung bis
zur Gruft vor der Gruftdeckel war
verbrannt und hinuntergebrochen, der
Schutt bis weit über die Eingangs
Wölbung. Aber es gab ja noch zwei
kleine Fenster. Darum Schleier ab.
Kleid hochgeschürzt und hinunter
durch fingerdicken Staub! Alles stock
dunkel wir tasteten uns zum Ne
benraum o Freude die Türe
war nicht verbrannt! Ter Schlüssel
lag unter den Trümmern, wir brachen
die Türe auf und standen vor dem
letzten Rest unserer Habe in dick mit
Staub und Asche bedeckten Schachteln
und Truhen. Tie Schachteln reichten
wir nun durch das Kellerfenster hin
auf, die Truhen mußten wir unten
lassen, da die Oeffnung des Fensters
zu niedrig war. Da wir feine Schlüs
sel hatten, mußten wir den Inhalt
Im Laufe des Samstags warey die
meisten Klosterfrauen auf irgend eine
Landstraße gegangen, um mit dem
Flüchtlingsstrom zu Fuß oder mit
Wagen oder mit Auto zu irgend wel
chen Verwandten oder Bekannten zu
kommen. Am Abend übernachteten
wir Zurückgebliebenen zu neunt auf
Stühlen fitzend in der engen Wasch
fiiche des Gärtnerhauses, das Aller
heiligste im Nottabernakel auf dem
Waschkessel vor uns. Wenn wir die
Flieger hörten, verteilten wir uns im
Garten, damit wir nicht mit einer
Bombe alle auf einmal umkämen.
Kaum wieder in unsere Waschküche
zurückgekehrt, wurden wir vom Herrn
Gartner gerufen, denn in unserer
nächsten Nähe war wieder ein Groß
brand ausgebrochen, der auch ein noch
stehendes Haus bedrohte. Wieder
schleppten wir wie in der Brandnacht
Eimer um Eimer aus dem Main und
schleppten sie zur Brandstelle. Tie
Männer drangen zum Feuer vor und
löschten dort, wo das stehende Haus
bedroht war. Unsere Arbeit hatte auch
wirklich Erfolg. Heute ist das Haus
dicht bewohnt.
Am Sonntag früh gingen wir auf
dem Koppele in die heilige Messe, ich
glaube es war die einzige Kirche,'tn
der damals Gottesdienst sein konnte.
Tann gingen wir mit einer Schüssel
in die Stadt, um bei irgend einer
öffentlichen Stelle etwas Warmes zu
essen zu bekommen, denn wir hatten
seit Freitagabend nur Main-Wasser
kaffee getrunken und etwas Brot ge
gessen. Etwas Gekochtes trieben wir
aber nicht auf, nur saure Milch und
einen Laib Brot brachten wir zurück.
Inzwischen hatten ein paar andere
Klostersrauen aus unserm Küchenkühl
raum, von dem wohl die Tecke durch
gebrannt war, dessen Wände aber noch
standen, etwas „geräuchertes" Fleisch
mitgebracht, das wir uns gut schmek
feit ließen. Während wir aßen, war
wieder Alarm und Bomben brachten
im Main-Viertel, das am 16. März
weniger abbekommen hatte. Tie Zel
lerau wurde erst am Karsamstag zer
stört.
Erst am Tienstagnachmittag ver
ließ ich mit den Letzten uniern Gar
ten, da unseres Bleibens ja nicht län
ger sein konnte. Vorläufig war Wurz
burg tot nur die Totengräber und
Leichen-Lastautos hatten noch zu tun.
Man zog fort mit dem unbeschreiblich
w e e n e E s i s a e s
aus! Es ist unmöglich, daß jemand
das nachfühlt, der es nicht durchge
macht hat. Es ist alles aus! Tas Ge
fühl war so stark, daß man sich wun
derte, daß in den Törfern, in die man
kam, das Leben feinen Gang weiter
ging.
Am Bahnhof in Heidingsfeld kam
ich erst nochmals mit Mutter Berch
mana in einen dreifachen Angriff, der
für die Heidingsfelder Brücke ge^
münzt war. Wir glaubten unfer letz
tes Stündchen gekommen und riefen
nur manchmal einander zu: Leben
Sie noch?
Am Mittwoch früh kam ich nach
mancherlei Strapazen endlich bei Ver
wandten in einem badifchen Torflein
an, wo ich gut aufgenommen wurde
und bis zum 28. April Kindermädchen
machte. Inzwischen war Würzburg
vollends zerstört worden bis auf die
äußersten Außenbezirke. Es war von
den amerikanischen Truppen einge
nommen, und schon regte sich ein klein
wenig das Leben. Mich hielt es nicht
mehr. Zu Fuß legte ich die achtund
zwanzig Kilometer zurück und traf im
Gärtnerhaus Schwester Konrada,
Schwester Norberta, die mir um den
Hals fielen und riefen: „Gott fei
Tank, daß Sie kommen! Tas Urfu
linenklofter foll doch nicht untergehen,
wir wollen doch wieder anfangen!"
Freilich wollten wir wieder anfangen
aber wo und wie? Wir schliefen
bei der Mutter von der verstorbenen
Mutter Calasanza, deren Wohnung
erhalten geblieben war, fochten bei
Gärtners und schafften untertags im
Kloster, wo man jetzt noch dies und
das bergen und in Sicherheit bringen
mußte, was nicht schon gestohlen war.
Wir trugen die nicht ganz verkohlten
Balken als Brennholz zusammen,
räumten den Luftschutzkeller, der gott
lob nicht ausgebrannt war. schafften
im Garten und waren nur immer zu
wenig Leute für die viele Arbeit. All
mählich kamen noch andere Schwestern
da fam die Not: Wo schlafen?
Wir gingen auf Zimmersuche und
fanden auch bald noch drei Räume,
weil die Leute alle uns Schwestern
gerne aufnahmen. Nach unsäglichen
Mühen und Laufereien waren wir
das kleine Gartenhäuschen am Lud
OHIO WAISENFREÜNBI
auch drinnen lassen. Wir hätten ja noch entsinnen, beziehen konnten. Frü
auch gar nicht gewußt, wohin wGW
hätten bringen sollen. Als wir @nbe
April nach Würzburg zurückkamen,
war der Eingang der Gruft von
Plünderern freigeschaufelt und Lie
Truhen gestohlen worden. Es hatten
aber nicht alle Klosterfrauen etwas in
der Gruft gehabt, manche haben gar
nichts gerettet. Las Schlimme ist, daß
unsere Klosterfrauen fast durchwegs
Würzburger sind, ihre Angehörigen
also ebenso bettelarm dastehen. Man
che Klosterfrauen-Eltern waren noch
nach Monaten in äußerster Not, der
wir dann mit dem ersten Geschenkten
abhelfen konnten.
endlich bis Oktober so weit, daß wir wirtschaftlich abhängigen Frauen, die
schwanger werden, in die Heimat zu
wigs-Kai, auf das Sie
sich
,:
her wurden hier Hühnerfutter, Zwie
fiefn'Uttd Sämereien den Winter über
aufbewahrt, jetzt bewohnen wir es zu
acht, d. h. im Häuschen selbst schlafen
drei: Würdige Mutter, Mutter Agnes
und ich. Im Gärtnerhaus unter dem
Dach schlafen noch vier. Drei schlafen
noch auswärts. Ich muß aber erst noch
nachholen, daß wir bis Juli endlich
wußten, wo die einzelnen Kloster
trauen sich aufhielten, so daß man sie
zu Exerzitien und Oberinnenwahl
nach Kissingen zusammenrufen konnte.
Aus der Wahl ging Mutter Michaela
als Oberin hervor. Es stand wohl noch
nie, solange es ein Würzburger Ursu
linenkloster gibt, eine Oberin vor so
schweren Aufgaben wie heute. Es gibt
wichtige Entscheidungen, Schwierig
keiten, Laufereien und Nöte am lau
senden Band.
(Schluß folgt)
RerulitchWU
St. Gereon, die berühmteste unter
den romanischen Kirchen Kölns, wird
nur Anordnung und mit Hilfe der
britischen Militärregierung beschleu
nigt wiederhergestellt. Die Auf«
räumimgsarbeiten am Kölner Dom
haben unter den Grundmauern des
gotischen Baues Reste eines fränki
schen Domes zutage gefördert, die
vermutlich aus dem neunten Jahrhun
üert stammen.
Die National Catholic Conference
on Family Life hat letzte Woche be
kannt gegeben, daß sie Frau Lies,
Witwe des verstorbenen Mathias Lies
von Andckle. Kans., und Mutter von
vierzehn Kindern, als Katholische
Mutter für 1947 erkoren hat. Die
mit der Ernennung verbundene Aus
zeichnung wurde am Dienstag auf
der fünfzehnten Jahresversammlung
der Conference in Chicago in einer
besondern Zeremonie der also geehr
ten Frau überreicht. Frau Lies wohnt
noch immer auf der Farm, die ihr
verstorbener Gatte vor zweiundvier
zig Iahren begründete. Es freut uns
sagen zu können, daß unser Blatt in
der Familie Lies gelesen wird.
Von Budapest wird berichtet, daß
Bischof Stephan Zadravecz, O.F.M.,
ttular von Domitiopolis, zu vier
Jahren Gesängnis verurteilt wurde.
Es war der zweite Prozeß gegen den
Bischof feit dem Ende des Krieges
vor dein ungarischen „Volksgericht".
Vorher wurde der Prälat zu fünfund
einhalß Iahren Gefängnis verurteilt,
doch wurde gegen das Urteil appel
liert und dasselbe später aufgehoben.
Kurz nach seiner Befreiung wurde der
Bifchof wieder verhaftet und wegen
„neuer Vergehen" verurteilt. Zwei
Wochen nach dem Verhör wurde das.
Urteil gesprochen.
Nach einer Meldung der „Ass.
Preß" aus Caracas, Venezuela, hat
Erzbischof Lucas Guillermo Castillo
die große Exkommunikation über
Luis Fernando Castillo Mendez und
drei andere katholische Priester ver
hängt, welche die „Apostolisch Kirche
Venezuelas" gegründet haben. Allen
Katholiken droht die gleiche Strafe
des Ausschlusses aus der Kirche, falls
sie sich der Neugründung anschließen.
Der vierundzwanzig jährige Castillo
Mendez setzte kürzlich das Innenmini
sterium von der Gründung der „Kir
che" in Kenntnis und teilte mit, zwei
hundertundfünfzig Geistliche, welche
sich ihm angeschlossen Haben, hätten
ihn zum „Bischof" von Caracas er
wählt. Mendez erklärte feine Unab
hängigkeit vom Vatikan und teilte
mit, daß die lateinische Liturgie durch
die spanische ersetzt werden wird. Auch
sollen die Geistlichen die Erlaubnis
zum Heiraten erhalten.
Ter Benediktinerpater Edgar
Schmiedeler, der die Abteilung Fa
milienleben der National Catholic
Welfare Conference leitet, veröffent
lichte am Freitag einen geharnischten
Angriff gegen Armeestellen, von de
nen der Befehl kommt, „unautorisiert
schwangere Frauen" von Angehörigen
unserer Besatzungstruppen in die
Heimat zu schicken. P. Edgar erklärt,
der Ausdruck „unautorisierte Schwan?
gerschaften", der in diesen Anordnun
gen benutzt wird, erinnere peinlich an
die „schändlichen" Vorschläge der
„Kinderrationierung" in den erober
ten Ländern. Er führt u. a. aus:
«Nach neueren Berichten haben die
amerikanischen militärischen Behörden
in Teutschland Befehle erlassen, die
es gewissen legitim verheirateten ame
rikanischen Frauen praktisch verbieten,
Kinder zu bekommen. Wenn dem
wirklich so ist, so muß man den Mili
tärbehörden vorwerfen, daß sie sich
über das Naturgesetz hinwegsetzen."
Tie Familie sei eine Institution, die
ihr eigenes menschliches und göttliches
Recht habe, und der Staat fei ver
pflichtet, diese Rechte zu schützen und
nicht auf ihnen herum zu trampeln.
Das Kriegsdepartement in Wash
ington gab eine Erklärung aus. der
Wohnungsmangel in den besetzten
Gebieten mache es notwendig.
?M!^°?'AIWP
v
autorisierte Schwangerschaft" gehen
jedoch auch für verheiratete amerika
nische Frauen, die Zivilangestellte der
Besatzungsbehörden sind.
Aua Deutschland
25. Februar 1947.
Denltchlsud-Wlke der
smeriksnilchet! Uatholiken
In der Lätarewoche vom 16. bis
23. März wird in den meisten Bis
tümern der Ver. Staaten der „bi
schöfliche Unterstützungsfeldzug für
die Kriegsopfer" stattfinden. Der
Zweck dieser Sammlung ist es, Mit
tel aufzubringen, die es ermöglichen,
die segensreichen Hilfswerke der vom
amerikanischen Katholizismus begon
nenen Unterstützungstiftionen fortzu
setzen.
Da sich das deutsche Volk in einer
besonderen Notlage befindet, wird ein
erheblicher Prozentsatz der Sammlun
gen dazu benutzt werden, die kirchliche
Deutschland-Hilfe fortzusetzen.
Schon kurz nach dem europäischen
Kriegsende haben die Kriegshilfedien
ste der „National Catholic Welfare
Conference" (N.C.W.C.) die Erlaub
nis erbeten, der notleidenden deutschen
Bevölkerung helfen zu dürfen. Jedoch
erst am 19. Februar 1946 wurde end
lich das Einverständnis unserer Re
gierung erreicht Es kam in Form ei
ner Autorisierung Präsident Tru
mans für die Dachorganisation der
zur Arbeit mit Deutschland zugelas
senen Agenturen, dec sogenannten
CRALOG.
In dieser Dachorganisation sind
vierzehn Hilfsorganisationen zusam
mengeschlossen.^ Aber man denke des
halb nicht, daß die Kriegshilfdienste
der N.C.W.C. etwa nur ein Vier«
zehntel der gesamten CRALOG-Sen
dungen beigesteuert hätten. Das hieße
den lebendigen Antrieb zur Karitas
der kirchentreuen Katholiken sehr un
terschätzen. Nein, ein Drittel aller Le
bensmittel, Arzneien und Kleidungs
stücke. die Amerika dem notleidenden
Teutschland durch Vermittlung' der
CRALOG gestellt hat, verdanken ih
ren Ursprung der katholischen Gebe
freudigkeit. Es ist jetzt grade ein Jahr
her, seit die erste Schissssendung des
kirchlichen Hilfswerks New Norf mit
dem Ziel Teutschland verlassen hat.
Bei Niederschrift dieser Zeilen sind
7.849,771 Pfund in Kirchen der Ver.
Staaten gesammelte Lebensmittel.
Arzneien und Kleidungsstücke bereits
in Teutschland abgeliefert worden, ein
erhebender Trost für die hungernden
und frierenden Deutschen, die nun
wissen, daß die christliche Liebesgesin­
.7U" "*.»»
wr»se *ir»
M«. IV
mV
V
MT*
Neuer
ö
vielleicht schicken. Die Regulationen über »un
i e
•ÜF
Freiburg i. Br.
Am St. Konrads-Tag hielt der
Freibllrgev Erzbischof in Konstanz im
Münster eine Predigt, die das ,Frei
burger Katholische Kirchenblatt' zu
der bedeutsamsten zählt, die dieser
Kirchenfürst in den letzten, an bedeut
samen Predigten von ihm wahrlich
nicht armen Iahren gehalten hat. Da
rin gab er einen christlichen Ueberblick
über die Situation der Zeit, behan
delte in Einzelheiten die Schuldfrage,
den Kampf der Kirche gegen den Na
tionalsozialismus und rechtfertigte sich
schließlich gegen den Vorwurf, ein
„brauner Bischof" gewesen zu sein. Er
erinnerte an seine Predigten und Hir
tenbriefe in den verflossenen Jahren
und an die schmachvollen Verleumdun
gen, mit^ denen er damals verfolgt
wurde. Sr habe jetzt noch protokolla
risch niedergelegte Aeußerungen aus
nazistischen Ministerien, daß sein Le
ben für den Fall des Sieges verwirkt
und ein schmählicher Tod ihm sicher
gewesen wäre.
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7M bestelleitjHjt
Schenken Sie Ihren Verwandten und Freunden däS heue
deutsche Gebetbuch WIR BETEN.
"The MARIAN PRESS"
', ^-7T
15. Mi»
nung nicht die lächerliche Sache ift, als
die sie von blasphemischen Neuheiden
hingestellt wurde. Es erwähnt nicht
nur ihre Körper, sondern auch ihre
Seelen, wenn sie sehen, wie die Ka
tholiken im einstigen Feindesland sich I
Opfer auferlegen, um die Leiden ih
rer Mitchristen in Deutschland zu min
dern.
Tas Gerede, daß die Kirche eine
Angelegenheit der Vergangenheit sei,
wird handgreiflich dadurch widerlegt,
daß sie die Kraft hat, ihre Gläubigen
zu so großer Liebes tat für Menschen
zu entfachen, denen man noch furz zu
vor in kriegerischer Haltung gegen
überstand. Welche seelische Aufrich
tung diese Haltung in deutschen ka
tholischen Kreisen ausgelost hat, davon
zeugen die Dankesbekundungen des
Berliner Bischofs Kardinal von Prei
sing und viele Tausende von Briefen,
die von dankbaren Empfängern firch«
licher Liebesgaben nach Amerika ge
schrieben worden sind.
Papst Pius XII. hält die Liebes
tätigfett der fatholischen Hierarchie
für die Tarbenden und Hilflosen.im
Ausland für so wichtig, daß er in
einer besonderen Botschaft seine volle
Gutheißung zum „bischöflichen Unter
stützungsfeldzug für die Kriegsopfer"
ausgesprochen hat. Ter Papst sprach
besonders „im Namen jener heimat
losen Menichen und der auseinander
gerissenen Familien, die aus so grau
same Weise um ihr Heim und ihren
Besitz gekommen sind, und fem von
ihren Heimatländern verstreut wur
den". Am Schlüsse dieser Botschaft
gibt der Hl. Vater seinen apostolischen
Segen nicht nur den amerikanischen
Bischöfen, deren karitativem Eifer xr
hohes Lob spendet, sondern jedem
verantwortungsbewußten Katholiken,
der seinen bescheidenen Teil zu dem
großen Liebeswerk beisteuert.
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