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Ohio Waisenfreund. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1874-1953, April 12, 1947, Ausgabe der 'Wanderer', Image 8

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(Fortsetzung don €ebe S)
seelisch so arg vernachlässigte Ju
gend erfassen und sammeln was da
rin z. Zt. geschieht, ist nur ein Zagen
und Stammeln, ein kleiner Bruchteil
von dem, was feilt könnte und müßte.
Wie ringen doch meine großen Kin
der um diese seelische Ttütze, sehnen
sie sich nach der kirchlichen, geistlichen
Betreuung, die ihnen nicht wird. Ge
teilte jetzt könnte man die innerlich
zerschlagenen Männer und Frauen
sammeln und ihnen geistige Nahrung,
festen Halt geben, und es geschieht
nichts von bleibender Bedeutung. Mit
btr Tonntagspredigt, mit der Gele
grnheit zur Erfüllung der Sonntags
Pflicht allein ist das heute nicht getan.
Gerade jetzt hätten wir die Möglich
feit, beim Aufbau des neuen Deutsch
land fundamentale Hilfe zu leisten,
indem wir unseren Glaubensgenossen
katholisches Glaubensgut in Bezug
auf den Sinn und das Wesen einer
wahren Demokratie vermittelten in
katholischen Standesvereinen. Vielsach
Schweigen. Woran liegt das alles
nur? Können Sie mir Antwort ge
ten? Es war doch etwas Herrliches
und Erhebendes. da im Dienste des
Herrn meinen Kameraden ich geistige
und seelische Hilfe und Stütze, Laien
apostel sein konnte dort drüben in den
33er. Staaten hier liege ich brach,
obwohl ich gern mit helfen möchte.
Mein Pfarrer kümmert sich um diese
wichtigen Tinge nicht. Schade, sehr
schade um der vielen ringenden Men
schen willen!
Uothilte kür die deutsche
WMentchatt
Aus der vorigen Nachkriegszeit
schreibt die ,9t. A. Staatszeitung' j—
erinnert man sich der „Notgemein
schast der deutschen Wissenschaft", die
damals so Verdienstliches zur Be
kämpfung der Gefahren leistete, die
6er wissenschaftlichen Forschung und
bcm allgemeinen geistigen Leben in
Teutschland infolge der Inflation und
der wirtschaftlichen Schwierigkeiten
der zwanziger Jahre überhaupt droh
ten. Der zweite Weltkrieg, der mit so
viel tiefergehenden wirtschaftlichen
Verheerungen verbunden war und
dem eine so radikale Proletarisierung
der alten kulturtragenden deutschen
Volksschichten gefolgt ist, wie tie nach
bem ersten Weltkrieg kaum vorstell
bar gewesen wäre, hat nun für die
deutschen Universitäten, die deutschen
Forschungsanstalten, wissenschaftlichen
Bibliotheken usw. geradezu die Ge
fahr völligen Untergangs infolge
mangelnder finanzieller Mittel ir.it
sich gebracht. In ungleich höherem
Maße, als es nach der deutschen Nie
derlage von 1918 der Fall war. be
barf das geistige Leben Teutschlands
nun einer großzügigen Hilfsaktion,
die aber diesmal, im Gegensatz zu den
Verhältnissen in den ersten Republik
ißhren, nur denkbar ist, wenn sie in
her Hauptsache von außerdeutschen
Kräften getragen wird.
Tie einstige „Notgemeinschaft"
wurde vom Reiche und der deutschen
Wirtschaft unterstützt. Die Republik
von Weimar lieferte beispielsweise
Mittel für eine ..Austauschstelle", die
ausländische wissenschaftliche Litera
tur ins Reich hereinbrachte und da»
für ähnliches deutsches Material ins
Ausland gelangen ließ. Der „tctalc
Krieg" hat keine Reichsregierung
mehr hinterlassen, und die im Ausbau
gegriffenen einzelnen deutschen „Län
derregierungen" sind zur Uebernahme
kultureller Aufgaben, wie die kata
ftrophale Lage der deutschen For
schungsstätten sie nun stellt, weder
durch ihre Finanzen, noch nach den
politischen Gegebenheiten befähigt.
Solange die „Vierteilung" Deutsch
lands und die Zonenblockaden fort
dauern und den verschiedenen deut
schen „Ländern" eine umfassende Zu
sammenarbeit auch nur auf kulturel
lfm Gebiete verwehrt wird, kann na
türlich von etwas Aehnlichem wie ei
»er leistungsfähigen Arbeitsgemein
schaft der deutschen wissenschaftlichen
Anstalten denn damit hatte man es
in der einstigen „Notgemeinschaft" zu
tun gar keine Rede sein.
Tie Abhängigkeit des deutschen
Neuaufbaus vom Ausland auf dem
intellektuellen Gebiete bedeutet aber
nun, wie die Dinge im heutigen Eu
topa liegen, nichts anderes als Ab
Hängigkeit von Amerika. Nicht nur
Verfügt Amerika im Grunde über al
le die für die Wiederbelebung des
deutschen Forschungsbetriebes und
Geisteslebens erforderlichen finanziel
len Mittel, das amerikanische Buch
und die amerikanische wissenschaftliche
Fachzeitschrift vermögen auch die be
sten fachlichen Beiträge zur geistigen
Reorientierung Deutschlands zu lie
fern.
Diese Erkenntnis hat die „Germa
vistische Gesellschaft von Amerika"
bestimmt, die Initiative zu einer Art
Rettungsaktion für das gefährdete
deutsche Kulturleben zu ergreifen,
dem die Menschheit in glücklicheren
Zeiten so viel zu verdanken hatte und
Auf das die Weltzivilisation auch für
die Zukunft nicht ohne stärkste Ein
Huße verzichten kann. Ein Aufruf der
Germanistischen Gesellschaft verweist
Darauf, daß die britische, wie die rus
fische äSUttärregietüng in Deutschland
..W. -"SK
auf dem Gebiet der kulturellen Ein
flußnahme nicht müßig sind. Wenn
das geistig interessierte Amerikaner
tum deutscher wie sonstiger Abstam
mung die von der genannten ange
sehenen Organisation eingeleitete in
formelle Kollekte zugunsten einer
Nothilfe-Aktion für die deutsche Wis
senschaft unterstützt, so erfüllt sie da
mit zugleich eine Pflicht des amerika
nischen Patriotismus, wie in dem
Aufruf hervorgehoben wird. Insbe
sondere sollten aber die Deutsch-Ame
rikaner diese Aktion nach Kräften för
dern. Nicht zuletzt liegt es an ihnen,
ein Absterben der deutschen Kultur
zu verhindern!
Aua dem Leiche der Mitte
Drei loufljofjrigc China Missionare
von Kommunisten ausgewiesen und
unterwegs von Kampsfliegern
der Regiernngstruppen ange
griffen
Augenzeugenbericht von P. Theo
dulf Noll, O.FJI., Tsifu
nanfu—Hunkialou, Catholic
Mission, Shantung, China
Am 20. Februar dieses Jahres er
schienen ganz unerwartet in unseren
drei Missionsstationen Wangkiachu
ang, Maechuang und Dungchuang, im
Kreise Taianful (Shantung) gelegen,
Polizisten der kommunistischen Kreis
Verwaltung. Sie ließen die Missiona
re dieser drei genannten Missionssta
tionen wissen, daß sie sich von nun an
nicht mehr frei wie bisher in China
bewegen könnten. Es waren dies die
drei deutschen Franziskanerpatres
Lullus Huette, Eoban Tanne, Theo
duls Noll. Ferner noch der chinesische
P. Michael Mong. Tie Herren der
Polizei gaben zunächst einige nichts
sagende Höflichkeitsphrasen zum Be
steil. Danach ging man sofort zum ei
gentlichen Thema über. U. a. sagten
die Polizisten, daß nach vielen einge
zogenen Erkundigungen wir drei Mis
sionare in all den Jahren uns hier
nichts Nennenswertes hätten zu
chulden kommen lassen. Das sei auch
der Grund gewesen, weshalb man uns
bisher so ziemlich in Ruhe gelassen
habe. Da nun aber, wie wir ja wohl
wüßten, die Kommunisten die eigent
lichen Herren des Landes seien, hät
ten alle sich ihnen zu fügen. Sie kä
men heure in höherem Auftrag, uns
dies mitzuteilen. Wir drei Missionare
seien deutscher Nationalität, seien Fa
seinsteit. Deutschland aber sei jetzt eine
besiegte Nation, drum hätten wir
Deutsche nichts mehr in China zu su
chen. Deutschland trage zudem die
Hauptschuld am zweiten Weltkriege,
in welchem soviele Menschen getötet
und Sachwerte vernichtet worden
seien. Sie fragten, ob wir das alles
verstanden hätten. Ich sagte darauf,
wir Missionare verbreiteten nur die
katholischen Religionswahrheiten und
kümmerten und dürften uns auch
nicht um politische Sachen kümmern,
und wir Missionare seien selbst nicht
mit dem einverstanden gewesen, was
die Hitler Regierung alles unternom
men hatte. Darauf hatten die Herren
Polizisten nichts mehr zu antworten,
es waren ja nur gut auswendig ge
lernte Redensarten, mit welchen sie
ihr Vorgehen gegen uns Missionare
bemänteln wollten. In Wahrheit ge
lüftete es sie nach den Gebäulichkeiten
und dem Eigentum der Mission und
unserem Privateigentum.
Nach dieser Theaterkomödie begann
nun sofort die Arbeit der Polizei. Das
wenige Missionspersonal männlichen
und weiblichen Geschlechtes sperrte
man mit uns Missionaren in einem
Räume zusammen und ließ uns alle
militärisch scharf bewachen. Es war
dies das Krankenzimmer, in welchem
P. Lullus seit vier Wochen auf den
Tod krank zu Bett lag, als dies alles
geschah mit uns. Wir standen oder
saßen um das Krankenbett herum und
durften uns nicht rühren. Sodann
begann die Hausdurchsuchung und ge
naue Inventaraufnahme aller für die
Roten irgendwie brauchbaren Sachen
in den Wohnzimmern, in Keller, Kü
che, Stall und auf dem Speicher. So
gar leere Meßwein- und Essigflaschen
und fönst ganz nebensächliche Dinge
wurden genau gezählt und aufnotiert.
War in einem Räume alles zu Pro
tokoll genommen, wurde der Raum
verschlossen, versiegelt und der Schlüs
sel blieb in Händen der Polizei. Die
Untersuchung aller Räumlichkeiten
dauerte von vormittags acht bis nach
mittags drei Uhr. Auch unsere drei
Milchziegen und ein Esel standen ne
ben all den anderen Sachen glücklich
mit auf der Liste, als man wieder im
Zimmer erschien und uns mitteilte
daß von den nun aufnotierten Sachen
nichts mehr Eigentum der Mission
sondern der kommunistischen Kreis
Verwaltung sei. Also: gewaltsame An
eigitung allen rechtmäßig erworbenen
Missionsgutes durch die Kommuni
sten. Dagegen Einspruch zu erheben,
war ganz zwecklos und hätte nur noch
andere Belästigungen zur Folge ge
habt. Die Polizei verschwand nach die
ser Registrierarbeit für einige Zeit.
Tie militärische Bewachung der Mis
sionare und der gemachten Beute dau
erte fort bis zum folgenden Wsegen.
w.:w
Inhaftierung
s
Niemand von uns konnte sich frei Be
wegen. Wir Missionare sowohl wie
die drei mit uns eingesperrten chine
fischen Lehrerinnen der Mission wur
den auch zum Abort „militärisch" be*
gleitet. Vier volle Tage und Nächte
lang saßen wir so mit unseren Haus
leuten in einem einzigen kleinen Rau
me eingesperrt. Tie drei Lehrerinnen
waren für sich in einem angrenzenden
Zitnliier. Betten hatten wir nicht und
mußten bei der Winterkälte auf dem
harten Fußboden schlafen. Sonnt war
die MissionSstation Wangkiachuang
für diese Zeit mit einem Male zum
„Konzentrationslager" umgewandelt
worden. Jeder Umgang mit unseren
Christen, jede Ausübung der Seel
sorge war uns somit unmöglich ge
macht. Auch die heilige Messe konnten
wir nicht lesen. Das Allerheiligste im
Tabernakel der Missionskirche konnte
noch zuletzt durch eine fromme chinesi
sche Jungfrau summiert und so vor
Verunehrung durch diese Horben be
wahrt bleiben. So harrten wir in un
terem Konzentrationslager betrübten
HerzenS der kommenden Dinge. Und
die kamen am 24. Februar.
An diesem Tage erfolgte unsere
endgültige Ausweisung aus unserer
lieben langjährig so treu verwalteten
MissionSstation. Es war eine enteh
rende Austreibung. So schnell wie
eben möglich hatten wir aus der Mit
te unserer lieben Christen zu Der«
schwinden, die sich betrübten Herzens
fast vollzählig am großen Tore der
Mission zu unserem Abschied viel
leicht für immer eingefunden hat
ten. Ihnen und uns Missionaren brach
vor Trennungsschmerz und Leid bei
nahe das Herz. Aber es war so Got
tes Witte. Drum brachten wir nach
all den bisher schon gebrachten Opsern
auch dies eine noch gern. Wie Aus
gestoßene, Vogelsreie, Geächtete, wie
wirkliche Bettler bestiegen wir die fünf
von unseren lieben, treuen Christen
gestellten chinesischen Schieb- oder
Reisekarren. An persönlicher Habe
dursten wir nur mitnehmen, was wir
an Kleidung bei unserer unerwarteten
Otticj WAISENFREUND
gerade am Leibe trugen.
Und das war bitter wenig. Eine Bett
decke für das Uebernachten in der kal
ten Herberge unterwegs wurde uns
schließlich konzediert. Das war alles.
onst habe ich von meinen persönli
chen Sachen mir noch mein Brevier,
meinen Rosenkranz, die Taschenuhr
und das Rasierzeug mitnehmen ton
nen. Mit diesem Wenigen traten wir
also die Reife aus dem Konzentra
tionslager an. Großmütig hatte uns
die kommunistische Polizei mit einem
„Reifepaß", wie sie sagte, versehen.
Der sollte uns sicheres Geleite durch
das übrige kommunistisch besetzte Ge
biet verschaffen. In Wirklichkeit aber
war dies ein ganz gemeines Schrift
stück folgenden wortwörtlichen Inhal
tes: „Gegner unseres Systems, drei
deutsche Teufel, die in unserem Revier
ihr Unwesen getrieben, sind von uns
ausgewiesen und haben sich nach Tsi
itan zu verziehen." Drei Tage vorher
und noch am Tage vor unserer Ver
treibung hatte derselbe Herr Polizei
Präsident in den höchsten Tönen unser
mustergültiges Betragen in dieser Ge
gend während all der Jahre gerühmt.
Und nun am Morgen unserer Abreise
stellt derselbe Herr diesen uns Missio
nare so entehrenden Wisch als „Revc
und Schutzpaß"^aus. Wohlgemeint,
dies entehrende Schreiben wurde uiiv
erst unterwegs schnell noch nach
a
sandt, als wir schon einige Kilometer
weit waren. .,
Der „Hölle der Rottm und dein
Konzentrationslager" glücklich enl
kommen, Begannen wir in großer see
lischer Niedergeschlagenheit und im
ßerst gedrückter Stimmung unsere
lange Reise. P. Lullus, von feiner
fast sechswöchigen sehr schweren (fr
krankung, während welcher er auch die
heiligen Sterbesakramente empfem
gen, soeben ein wenig genesen, warne
zugleich mit uns diese weit über hur,
dert Kilometer lange Reise bis Tsi
nanfu, der Zentrale unserer Misfirm.
„Lieber unterwegs sterben, als allen
in dieser Hölle noch länger zurückblei
ben!" hatte er am Morgen zu uns ^e
lagt. Wir ahnten nicht, daß ihm sein
Wunsch schon sobald erfüllt werden
sollte! Mühsam hatten wir ihn cur
dem Karren weich auf Decken gebe!
tet und gut zugedeckt. Nur so war die
nun folgende holperige Fahrt für den
Schwerkranken einigermaßen möglich.
Noch waren wir kaum vierzig Kilo
meter vom Ausgangsziel unserer Rvi
je entfernt, als auf einmal von Tsi
nenfu her zwei sehr schnell und sein
tief fliegende Kampfflugzeuge der
gierung über uns hinweg brausten.
Sie sahen uns, ließen uns auch in
Ruhe und flogen ihrem südlichen Zie
le entgegen. Es hatte also diesesmal
gut gegangen, und so setzten wir nichts
Böses ahnend ruhig unsere Fahrt fort.
Nach kaum fünf Minuten aber kamen
die beiden Flieger in rasendem Tempo
schon wieder zurück. In kaum zwanzig
Meter Höhe steuerten sie geradeswegs
auf uns zu. Sofort ließen die Christen
die Karren stehen, warfen sich auf den
Boden oder suchten hinter Steinhau
feit und in Erdlochern Deckung. P.
Eoban, die Gefahr wohl erkennend,
kletterte noch schnell vom Karren und
warf sich auch zu Boden. Der schwer
kranke P. Lullus konnte sich nicht hel
fen, blieb seinem SchMal Ü6e4ö#ett
und erhielt'so'einen oder mehrere Ma
schinengewehr-Schiisse in den Kops.
Tie ganze vordere Schädeldecke, die
halbe Nase, beide Augen waren von
den im Kopfe explodierenden Geschos
sen weggerissen worden. Äuch der
Mund, die Pelzmütze und der Woll
schal des P. Lullus waren arg zer
fetzt. Der Tod war auf -der Stelle ein
getreten. Der am Boden neben der
Marre liegende P. Eoban erhielt einen
Schuß durch den linken Fuß und die
rechte Ferse war weggerissen. Ich saß
kaum zwanzig Meter von der Un
glücksstelle entfernt aufrecht auf einem
Steinhaufen, sah den ganzen unglück
lichen Vorgang und blieb wie durch
ein Wunder allein ganz unverletzt.
Erst als Me Flieger ein zweites und
drittes Mal über uns ihre Kreise zo
gen, hatte auch ich inzwischen etwas
Deckung gesucht. Dann erst flogen sie
heimwärts, nachdem sie auch diese bei
den Male, doch ohne etwas zu tref
fen, geschossen hatte. Unbekannt ist
bis heute, warum die Flieger auf uns
harmlose Reisende geschossen, hatten.
Inzwischen Haben Vertreter der Re
gierung in unserer Missionszentrale
ihr großes Bedauern über den Un
glücksfall ausgesprochen.
Schnell mußte nun ge^mfl^NSer
den. Als Leiter der Reisegesellschaft
ließ ich 'die Leiche des P. Lullus wie
der auf den Karren packen, den
Schwerverwundeten auf die andere
Seite wie auch vorher, und die Reife
ging Tag und Nacht weiter, um ja
schnell ans Ziel zu kommen. Am fol
genden Nachmittag kamen wir mit der
traurigen Fracht in Tsinan an, wo
sofort der Verwundete in der Kran
kenstube, der Tote aber im Leichen
hause unseres Missionshospitals abge
liefert wurde. Von dort aus ist dann
am zweitnächsten Tage die Leiche des
zur Unkenntlichkeit zerschossenen lie
ben Mitbruders auf unserem großen
Missionsfriedhofe in Hungkialou fei
erlich begeisetzt worden.
So mußte der seit 1921 überaus
segensreich hier in China wirkende P.
Lullus Huette auf eine so tragische
Weise zu Tode kommen. In all den
langen Jahren hatte er in. den ihm
anvertrauten Missionsbezirken viele
schmucke Kapellen und Kirchen, geräu
mige Schulen und sonstige Missions
gebäude erbaut. Die dazu so notwen
digen Geld- und Hilfsmittel hatte er
sich durch Bettelbriefe von feinen vie
len treueif Missionsfreunden und
Wohltätern in Amerika und Kanada
selbst erbettelt. Seine große Frömmig
feit und sein Missions- und Seelen
eifer sind weit über die Grenzen un
seres Vikariates hinaus bestens be
kannt. Nachdem er nun so über ein
viertel Jahrhundert hindurch rastlos
zur größeren Ehre Gottes und zum
Heile der unsterblichen Seelen ge
wirkt, hat Gott der Herr ihn, den
immer zum Schaffen und Sterben
Bereiten, im einundsechzigsten Jahre
seiens Lebens zu Sich in die ewigen
Wohnungen aufgenommen. Tie Fran
ziskanermission des Vikariates Tsi
nanfu verliert in 'dem so unerwartet
dahingeschiedenen P. Huette einen ih
rer eifrigsten Missionare. R.I.P.
War
Vv'!r'
Bewohner von Nürnberg in Deutschland suchen
in einem Militärabfallhaufen nach Nahrung
CITY
IA'Ms Amt
•^•v-vy*
YV$$*
^Nermitchte«
Nach einer Mitteilung aus Wash
ington sind der berühmte Geigen künst
let und Komponist Fritz Kreisler und
seine Gattin, geb. Harriet Lies von
New Aork, zur katholischen Kirche zu
rückgekehrt. Msgr. Fulton Sheen hat
te ihnen mehrere Monate Unterricht
in den Glaubenswahrheiten gegeben.
Schwester Catharine Labours.
Die Briten gedenken am 18. ds.
auf der Insel Helgoland Sprengun
gen großen Stils vorzunehmen, wel
che die frühere deutsche Seefestung
faktisch ^vernichten sollen. Niln hatjn
elfter Stunde Wicöcrauf&auminifter
Gustav Arp in Schleswig-Holstein an
alle Deutschen und alle Freunde Hel
golands den Appell gerichtet, ein Er
suchen zu stellen, daß die Insel von
der_ Zerstörung verschont bleibt. Die
Insel sollte durch Umwandlung in
einen Kurplatz und ein Wildgehege
zu einer „Festung des Friedens" ge
macht werden. Die Regierung Schles
wig-Holsteins hat bereits angeregt,
daß Helgoland in die Treuhänder
schast der Vereinten Nationen über
führt wird.
Aus Rom meldet die „Ass. Preß":
Nach einer Mitteilung des ,Osserva
tore Romano' wird am 17. April ein
Konsistorium stattfinden, das zur ge
planten Heiligsprechung von fünf Per
fönen Stellung nehmen foil. Es sind
Giuseppe Cafafso, ein Priester aus
Turin, der 1860 gestorben ist Ludo
öico Grignion von Montfort, Frank
reich, der 1716 gestorben ist Michele
Cardicoits, ein Franzose, der 1863
gestorben ist der Einsiedler Nicholas
De Flue aus der Schweiz, und die
In einer in Wien abgehaltenen Bi
schofskonferenz haben sich die österrei
chischen Bischöfe bereit erklärt, aus
kirchlichem Besitz Land für zehntau
send Siedler zur Verfügung zu ftel
len. Ferner wurde beschlossen, den
wirtschaftlichen und sozialen Bedürf
nissen der Kleinpächter weitgehend
entgegenzukommen. Auch wollen die
Bischöfe für die Beibehaltung der drei
bisher nicht übernommenen Feiertage
(6. Januar, 29. Juni, 8. Dezember)
eintreten und die Aufhebung des
reichsdeutfchen Ehegesetzes und Schaf
fung eines österreichischen Ehegesetzes
mit kirchlicher Trauung forderst.
Die „Ass. Preß" meldete am Sams
tag aus Frankfurt: Orphans, Inc.,
eine amerikanische Wohltätigkeitsor
ganisation, teilt mit, daß sie in Frank
furt und Umgegend vierhundertund
fünfzig Waisenkinder gesunden hat,
die in beklagenswerten Umständen le
ben. Wie die Organisation weiter er
klärte, sind die Hälfte davon uneheli
che Kinder amerikanischer Väter. „In
einigen dieser Fälle handelt es sich um
eine fast unvorstellbare Unterernäh
rung," sagte Frau Jean McCool aus
San Antonio, Tex. Frau McCool ist
eine Beamtin der neu gegründeten
Organisation, und machte die obige
Erklärung, nachdem sie einige der not­
r$..«.
fcat bereits 70 Millionen Dollars aji Unterstützungen in 47 Ländern zur Verteilung gebracht. Nun
mehr braucht man Ihre Hilfe für die unschuldigen Opfer in Deutschland.
Bitte, schicken Sie Ihre Gabe noch heute.
War Relief Services-National Cath. Weif are Conference
wird sofort auf raschem Wege diesen hilfosen Opfern Lebensmittel und Unterstützung
lassen.
Spenden an War Retief Services—NCWC kflnrnn bei Jer Einkommensteuer in Abzug gebracht werden.
4
«V V-" H. *?f
leidenden deutschen Waisenhäuser
sucht hatte.
Alter von nahezu vierundacht--
zig Jahren starb diese Woche der Au
tomobilfabrikant Henry Ford, wohl
der reichste Mann der Gegenwart.
Sein Vermögen wird auf Hunderte
von Millionen geschätzt. Seine Er
folge als Fabrikant verdankte Ford
seiner Zähigkeit und Tüchtigkeit. Daß.
ihm durch diese Erfolge ein so fabel
hafter Reichtum beschieden wurde, ist
zum Teil auf die geisttötende Massen
produktion seiner Betriebe zurückzu
führen, zum Teil auf das liberalise
sche Prositsystem, das so gut wie kei
ne Grenzen kennt. Trotz allem aber
war Ford von feinem liberalisti
schen Standpunkt aus ein Mann
von Gemeinsinn und Verständnis für
die Nöte unserer Zeit. Er wurde viel
verlacht, als er im ersten Weltkrieg,
sein berühmtes Friedensschiff ausrü
stete. Aber auch in diesem Unterneh
men offenbarte sich seine humanitäre
Gesinnung. Ungeschmälerte Anerken
nung verdient er dafür, daß er im
Gegensatz zu vulgären Emporkömm
lingen als Mann und Gatte das fie
bert eines ehrlichen, anständigen Chri
stenmenschen führte.
Auf Einladung des amerikanischen
Staatsdepartements werden sich acht
zehn Nationen am 10. April an der
Eröffnung der internationalen Han
delskonferenz in Genf beteiligen, die
auf die wirtschaftliche Entwicklung der
Welt entscheidenden Einfluß haben
dürfte. Die einzelnen Abordnungen
werden sich mit den gegenseitigen
Handelsabkommen befassen, die Sen
kung der Zolltarife und Entwirrung,
der komplizierten internationalen
wirtschaftlichen Verhältnisse zum Zie
le haben. Sie sollen gleichzeitig auch
die Vorarbeiten für die größere Ta
gung treffen, auf der die «Interna
tional Trade Organization" der Ver
einten Nationen ins Leben gerufen
werden foil. Die Arbeiten für die
Statuten der JTO dürften hinrei
chend Stoff für Diskussionen zwischen
den Abgeordneten der einzelnen Län
der liefern. Von besonderer Bedeu
tung dürfte hier die Einstellung der
Abordnung der Ver. Staaten sein.
Denn die Frage der grundsätzlichen
Einstellung der Ver. Staaten ist durch
einige Kongreßabgeordnete wieder
aufs Tapet gebracht worden, die sich
gegen die gegenseitigen Handelsab
kommen der Roosevelt'schen Aera «mStz
gesprochen haben.
WOLFRAM'S MALTUM
(Ma!
zkaffee)
Unser Malzkafee ist keine geröstete,
sondern gemalzte Gerste nach Pfar
rer Kneipp'scher Methode. ES ist pu
res Malz, reich an Nährstoffen mit
angenehmem Malzgeschmack. Beson
ders Kindern, alten Leuten und
Kranken zu empfehlen.
Preis 25c per Psunö 22 Pakete, Hb
P.OJK. 85 Columbus, Ohio
HUNGER
SITZT AN EINEM LEEREN
TISCHE
5 für Tag gehen in Deutschland infolge der
mörderischen Wirkung der Unterernährung im
mer mehr und mehr unschuldige Kinder einem
langsamen Tode entgegen.
Viele von ihnen werden gar nie alt genug wert»
den, um etwas.anderes als Hunger, Krankheit und
Tod kennenzulernen« Die christliche Caritas ruft
nach Ihrer Hilfe!
HELFEN SIE IHMN
JETZT!
t,
i
v
ixfcZ

NAME
ADDRESS
GERMAN RELIEF COMMITTEE
856 Fifth Avenue, New York 1, N. T.
War Relief Services-—National Catholic Welfare Conferetafef
Gentlemen:
Enclosed is contribution of
Relief Services-National Cath. Weifare Conference
Expreß und Parcel Post extra
THE WOLFRAM CO.
for ^fedy civilians in Germany.
ZONE STATE
12. April

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