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Ohio Waisenfreund. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1874-1953, June 28, 1947, Ausgabe der 'Wanderer', Image 5

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28. Juni
1
y
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W"
ift
{eil, und ihre Gräber sind Zeugen für
oen Ungeist eines Zeitalters, in wel
chem Völkerhaß, Vernichtungswahn
sinn, Ungerechtigkeit die Macht der
Finsternis sich noch einmal austobten4
Tie Welt möge aber darin ein Zei
chen der neuen Zeit erblicken, daß das
deutsche Volk, das viel Vergebung er*
•fleht, seinen Feinden aufrichtigen
Herzens vergeben möchte, Versöh
nung wünscht und daß seine führen
den Männer die Erneuerung ihres
Volkes in friedlicher, gerechter Ge
meinschaft mit den andern Völkern
Europas und der Welt ersehnen und
diMirklichen wollen.
Pottnungsw«
Em sehr düsteres Bild der Zukunft
Deutschlands entwirft in der ,N. A.
Staatszeitung' Dr. P. Schwarz. Er
schreibt unter der Überschrift „Bilanz
nach Hitler":
k
K a S u W e
Unter dem Pseudonym Eonstantin
Silens ließ ein Deutscher ein ausge
zeichnetes Buch erscheinen, das den
Titel trägt „Irrweg und Umkehr".
Er sagt in der Einleitung von sich
selbst, „daß er jenem christlichen und
konservativen Teutschland angehört,
dessen Stimme seit der Zeit Ludwigs
von Gerlach (Gegner Bismarcks) ver
klungen ist". „In dem Teutschland
Bismarcks, Wilhelm //. und Hitlers,"
so führt Silens aus, „wurde diese
Stimme übertönt und niedergeschrien.
Wenn die falschen Klänge des Unheils
endlich weichen sollen, io wird sie wie
der hörbar werden müssen. Denn ohne
eine geistige Haltung, die, getragen
'vom Geist der christlichen Nächsten
achtung. an das Edle und Gewachsene
im deutschen Volke anknüpft, die das
gute Gewordene zu bewahren, und
aus ihm das bessere Neue mit Geduld
zu entwickeln trachtet, eine Haltung
kurzum, die den Akzent ihres Tuns
auf das Positive und nicht auf Nega
tion und Haß legt, kann es keine deut
sche Zukunft geben."
Silens, dessen Buch an dieser Stel
leschon früher erwähnt wurde, zitiert
itt seinem Vorwort eine bemerkens
werte Stelle aus den Schriften von
Jacob Burckhardt, des Schweizer Kul
turhistorikers aus der bekannten
Basler Patrizierfamilie, folgendes:
„Auch auf das Schrecklichste, was ge
schehen, muß die Menschheit sich wie
der einrichten, ihre noch heilen Kraft:
herbeibrin,?' n und weiterbauen!" Tie
fer Satz Burckhardts sollte als Prä
ambel übe.- dem künftigen Frieden»
Vertrag itit Teutschland stehen.
In sehr klarer Sprache gibt Silens
eine Art Bilanzbild des Zustandes
Deutschlands und Europas nach Hit
lers Untergang. Ueber den größten
Teil von Europa ist die Kriegsfurie
dahingegangen, über einige Länder
ztpeimal, wie Frankreich, Holland,
Rußland und Polen. Das Ergebnis
der „Europa-Politik" Hitlers ist ein
verarmter und zerstörter Erdteil.
'.^Deutschland ist heute nicht, wie
ntanche glauben wollen, mit Frank
reich nach dem ersten Napoleon zu ver
gleichen. Es ist auch nicht Spanien
naÄ) der Vernichtung der Armada
oder Schweden nach Karl XII.
Deutschlands staatliches Leben hat
aufgehört. Es ist nur noch ein geogra
phischer Begriff und eine im Elend
verkommende Bevölkerungsmasse.
Auf die Dauer wird sich die Er
kenntnis Bahn brechen, daß kein Volk
unter, diesem Hitler, der einer der
furchtbarsten Zerstörer war, so gelit
ten hat, wie das deutsche.
Man muß sich vor Augen halten,
daß die biologische Kraft des deut
sehen Volkes bereits vor Hitler im
Rückgang war, um ungefähr zu er
messen, was die Kriegsverluste an
Menschen wirklich bedeuten. Tie Zahl
der Deutschen, die in diesen zwölf
Hitler-Jahren, in den sechs Jahren
des wahnsinnigsten Krieges, den zu
führen jemals ein Volk angetrieben
wurde, gefallen, zerbombt, gehenkt,
erschossen, vergast wurden und vor
zeitig an Krankheiten gestorben sind,
ist statistisch noch nicht bekannt. Sie
wird auch nie mehr festzustellen sein,
weil der entsetzliche Zug des Todes
seither für die Deutschen nicht ausge
hört hat, sondern erst recht begonnen
zu haben scheint. Auch ohne den Fort'
gang des Krieges "gegen das deutsche
Volk mit anderen Mitteln man
denke nur an die Zerstörung Ost
Deutschlands wäre das deutsche
„Großvolk" für immer zahlenmäßig
auf die Stufe eines Mittelvolkes her
abgesunken. Selbst wenn bie Zahl al
ler Toten bis Kriegsende"nur bei zehn
Millionen läge, was man als minde
stens annehmen muß wahr schein
lich ist sie höher —, so steht fest, daß
ganze Jahrgänge gefallen sind. Die
große „Hypothek des Todes", die in
der Überalterung des deutschen Vol
kes lag, ist teilweise infolge der
Kriegsverhältnisse bereits fällig ge
worden. Sie wird weiterhin fällig je
schlimmer die Lebensverhältnisse in
Deutschend werden, desto früher. Die
gefallenen Jahrgänge sind für den
zukünftigen biologischen Aufbau un
erfetzlich. Das gilt nicht nur für die
Zahl, sondern auch für die Güte des
Volkskörpers. Unermeßlich ist. die
v 44*^^ .*• *, .»:^r? v^7**, 5:?
'V'' 7 v., «,- v
Zahl der gefallenen einzigen Söhne
gerade in den Familien der Kultur
und der Intelligenz, die damit aus
sterben. Denkt man noch an die endlo
sen Zahlen der Kriegskrüppel, die
kaum zu einer Familiengründung
kommen werden, an das vielleicht noch
jahrelange Ausbleiben der Kriegsge
fangenen, so kann an einer ganz er
heblichen Schrumpfung des deutschen
Volkskörpers nicht gezweifelt werden.
Teutschland ist ein Land der Witwen
und Waisen geworden.
Unermeßlich wie der biologische
chaden ist auch der wirtschaftliche
und materielle, der bereits bei Hitlers
Abgang entstanden war. Allein die
Vernichtung des größten Teiles aller
deutschen Großstädte ist eine gar nicht
abzuschätzende Einbuße an Volksver
mögen. Eine zerstörte Industrie, ein
zerschlagenes Verkehrswesen, ein er
schöpfter und verwilderter Ackerboden,
Raubbau im Forstwesen, wohin in die
sem Bilde das Auge steht, trifft es
auf verwüstete Substanz.
Je länger, je mehr muß sich der
materielle Verlust der Millionen von
Wohnstätten, der nur bei einem ge
sunden Wirtschaftsleben allmählich zu
ersetzen wäre, auch als kultureller und
sittlicher Schaden von ungeheurer
Bedeutung erweisen. Nichts wirkt so
sehr auf den Geist des Menschen als
„das Haus" im Sinne des Mittel
punktes, in dem sich Ehe- und Fami
lienleben abspielen. Gerade was hier
an immateriellen Werten zugrunde
gegangen ist, an altem Familienhaus
rat, an Kunstsinn und Erinnerungen
von Generationen, Bildern, Briefen,
Urkunden, das sind kulturelle Verlu
ste, die nicht leichter wiegen als die
zerstörten Bibliotheken und Samm
lungeit, die Millionen von Büchern
und Tritcfstocken in Leipzig, deren
Wiederherstellung selbst unter norma
ten Verhältnissen in einem Wirtschaft
lich, wissenschaftlich und kulturell blü
henden Lande, vielleicht ein Jahrzehnt
beanspruchen würde, in dem heutigen
Elend aber in einem Menschenleben
nicht erhofft werden kann.
Was viele Jahrhunderte geschaffen
haben an kostbaren Bauten, profanen
wie religiösen, Zeugen einer reichen
Kultur und großen Geschichte, liegt in
Schutt und Asche.
Das Absinken der geistigen Bildung
in Schulen und Universitäten durch
die Einflüsse
der
1
Hitler-Ingen), der
A-Sportsorganisationen, der Be
setzung der Katheder durch ungeeig
nete Kräfte, die Herrschaft von Schlag
Worten
und Irrlehren war
schon
bis
1939 erschütternd und nicht der ge
ringste der Gründe, warum die alten
bürgerlichen Schichten innerlich gegen
den Nationalsozialismus eingenom
men blieben. Sechs Jahre Krieg mit
immer wieder aussetzendem Schulun
terricht wegen des Lehrermangels und
des Luftkrieges, mit halbgeschlossenen
Universitäten, haben die geistige Ver
wilderung weiter anwachsen lassen
oweit heute achtundzwanzigjährige
Männer aus dem Kriege zurückkehr
ten, sind die meisten von ihnen neun
Jahre an Lager, Kaserne und Feld
gewöhnt gewesen: denn wenn sie mit
neunzehn die höhere Schule verließen,
haben sie ein Jahr Arbeitsdienst, zwei
Jahre militärische Dienstzeit und sechs
Jahre Krieg hinter sich, in denen ihr
Hirn jeder ernsten geistigen Arbeit
entwöhnt wurde. Es ist hier ein kaum
überbrückbarer Ausfall an geistiger
Fähigkeit zu erwarten.
Dies grausige Sterben von Millio
nen, diese Millionen hoffnungsloser
Krüppel, Millionen von Witwen und
Waisen, Hunderttausende aussterben
der Familien, vernichtetes Vermögen,
verlorenes Kulturgut, vertane geistige
Kraft, sind Opfer an Blut und Gut,
wie sie keines der anderen Völker, auch
nicht das russische, im Verhältnis der
Volkszahl und der Werte gesehen,
durch die Katastrophe des Hitler
Wahnsinns zu tragen hat. Doch wer
über ihr Trümmerfeld hinblickt, dem
blutet heute das Herz über die Opfer
in Frankreich und Norwegen, in Hol
land und Belgien oder in Rußland,
über den Massenmord an Juden, an
Polen und anderen Nationen aber
wenn er nicht ein großer Mensch, ein
wahrhaftiger Christ oder selbst mit
dem deutschen Volk verbunden ist,
trübt sich der Blick, sobald es sich um
die deutschen Opfer handelt.
Diese traurige Tatsache gehört zu
dem furchtbarsten Teil der Bilanz nach
Hitler, den es zu erkennen gilt, zu der
seelischen Zerstörung, die er hinterließ
Grauenhaft ist zunächst, darüber
kann kein Zweifel bestehen, der Scha
den an der seelischen Substanz des
deutschen Volkes selbst. Namenloses
Leid verwüstet die Herzen. Nie ist
durch ein europäisches Land seit Jahr
Hunderten eine solche Totenklage ge
gangen. Doch nicht nur dies Leid zer
stört die Seelen, furchtbarer sind der
Mißbrauch der inneren Werte und
die Schändung des Namens der Na
tion. Hitlers entsetzliche Schuld ist der
Betrug an den Seelen von Millionen.
Hitler zerstörte nicht nur in der sicht
baren Welt, was Jahrhunderte müh
sam aufgebaut hatten, er mißbrauchte
ohne Hemmung die anständige, ruhi
ge Gutgläubigkeit, die aus Jahrhun
derten des Untertanenstaates allzu
stark entwickelte Autoritätsachtung vor
der Obrigkeit. Ein irregeleitetes und
betrogenes Volk ist tu seiner guten
im-v,::
v w
OHIO WjttSENFItre*»
moralischen Substanz genau so ver
braucht worden wie in fernst leibli
chen, geistigen und materiellen. Es
steht in seiner Millionenmasse vor ei*
ner grenzenlosen, alle Vorstellungen
von Anstand und Wahrheit erschüt
ternden Enttäuschung. Der Charakter
des Krieges als eine Art Welterobe
rungcversuch und, mehr noch, die na
menlosen Greuel in Konzentrations
lagern und besetzten Ländern, sind dem
größten Teil der Nation kaum eine
dunkle Ahnung, geschweige denn ein
Wissen gewesen.
Darin, daß man dies leugnet und
fast alle Deutschen heute als Verbre
cher brandmarken will, enthüllt sich, so
sucht Silens zu erklären, das Letzte
und Furchtbarste, womit die Bilanz
Hitlers endet: die Schändung des
deutschen Nametis, die das größte sei
ner Verbrechen gegen Deutschland ist.
Mit diesem Verbrechen hat er den
Geist der Welt vergiftet und jenen
vom Mißverständnis genährten Haß
erzeugt, der die Hoffnung auf Frie
den zuschanden werden läßt. Dieser
Haß schickt sich an, das wehrlose
Deutschland zu verderben. Ein falscher
Schuldbegriff, tagt der Verfasser des
Buches, der Sphäre des gottlichen
Rechtes entrückt, ,droht zur furchtba
ren Waffe für die Zerstörung eines
Volkes zu werden. Und er fragt:
Soll wirklich der Irrweg der Deut
schen in einem Untergang des Abend
landes enden?
Diese eindrucksvolle Darstellung
des Konstantin Silens schildert mit
rücksichtsloser Klarheit die Lage, in die
Adolf Hitler und feine Mitverbrecher
das deutsche Volk, die deutsche Nation
gebracht haben. Die von Silens auf
gestellte „Bilanz" der deutschen Lage
nach dem Zusammenbruch zeigt die
ituation des deutschen Volkes auf in
einem Zeitpunkt, der für die künftige
Gestaltung des „Herzens Europas?
von entscheidender Bedeutung seiff
dürfte.
Noher der
heutige Unglaube?
Boa I
»stns Schweiz? r,
O.S.B.
(Der erste Teil des Artikels erschien
vor zwei Wochen, Ausgabe
vvM 12. Juni.)
(Schluß)
Der Hauptprophet des National
sozialismus, Rosenberg, schreibt u. a.
„Die rassengebundene Volksseele ist
das Maß aller unsrer Gedanken, Wil
lensehnsüchte und Handlungen, iei
letzte Maßstab unsrer Werte. Der
Gott den wir verehren, wäre nickt,
wenn unsre Seele und unser Blut
nicht wären (ein armer Gott!)
Volksgeschehen ist Gottgeschehen." Die
deutsche Rasse ist die höchste Rasse. Und
an deutscher Art und deutschem Wesen
sollte die Welt genesen? „Der ewige,
unendliche Gott wurde durch das ewi
ge deutsche Volk ersetzt," schreibt tief
betrübt 'Erzbischof Gröber. Und Pius
A7V verurteilt in seiner Enzyklika
„Mit brennender Sorge" (1937) die
se Rassenlehre: „Wer in Pantheist!«
scher Verschwommenheit Gott mit der
Welt gleichsetzt, Gott in der Welt ver
weltlicht und die Welt in Gott ver
göttlicht, gehört nicht zu den Gott
gläubigen ... Ein solcher ist weit vom
wahren Gottesglauben und einer sol
chem Glauben entsprechenden Lebens
auffassung entfernt." Und der heutige
Hl. Vater, Pius XII.: „Auf einem
gigantischen Gipfelpunkt widerchrist
licher Irrtümer und Bewegungen
sind aus ihnen unsagbar bittere
Früchte gereift, und diese sprechen ein
Verdammungsurteil, dessen Wucht je
de bloß theoretische Widerlegung
übertrifft."
Noch gefährlicher als der Panthciv
mus mjt seinem Rattenschwanz von
Blut und Rasse ist der Materialis
mus. Seine zwei Grundpfeiler hei
ßen: „Alles ist Stoff" und „Alles ist
Entwicklung." Gott und Geist gibt es
bei den Materialisten nicht. Im Gebiet
der Naturwissenschaft sind Darwin
und Häckel die Hauptvertreter, in Ge
schichte und Gesellschaftslehre ist Karl
Marx der Hauptprophet, der Vater
des Sozialismus. Die Sozialdemo
kratie machte den materialistischen
Itheismus zu ihrem Programm und
damit zur bevorzugten Weltanschau
ung des Proletariats. Der „Verband
internationaler proletarischer Freideil
ker" umfaßt die sozialistischen Frei
denkerorganisationen aller Länder.
Die bolschewistische Gottlosen-Bewe
gung Rußlands, organisiert im 1925
gegründeten „Bund des kämpfenden
Gottlosen" unter der Devise: „Kampf
gegen die Religion, ist Kamps für den
Sozialismus", bekämpft unter dein
Schutz des bolschewistischen Staats
regimes jede Art von Religion als
«den Feind der vollen geistigen und
wirtsckaftlichen Emanzipation". Mit
welchem Radikalismus der russische
Atheismus vorgeht zeigt das am 15.
Mai t932 erlassene Dekret der
USSR, das in einem Fünfjahrsplan
mit geradezu satanischen Methoden die
restlose Austilgung alles Gottesglau
Bens und die Durchdringung der?
„Massenpsyche mit dem verswndesmä
ßigen Unglauben" anordnete. Ge­
gen den atheistischen Kommunismus
erließ Papst Pius XI. am 19. März
1937 die Enzyklika „Divini Redemp
toris".
Wenn man die Methoden kennt,
womit die Nazis arbeiteten, wenn
man die ebenso massiven Methoden
der Bolschewismen und die feinern der
Freimaurer überdenkt, dann dämmert
die Erkenntnis auf, wie Millionen, die
nicht mehr fest waren im christlichen
Glattben, diesen verloren und un
gläubig wurden. Nicht bloß in den
Kreisen der Arbeiter, sondern auch
bei den Gebildeten und Halbgebilde
ten sehlt es vielfach an den entspre
chenden religiösen Kenntnissen, um
dem Gift und Druck der gottlosen Pro
paganda zu widerstehen. Aus dieser
Erkenntnis heraus hat die Konferenz
der Katholischen Mittelschullehrer der
chweiz schon vor Jahren die Schaf
fung eines religiösen Lernbuches ge
plant. „Der Schüler soll alles in ihm
vorfinden deutlich und klar, metho
disch richtig, d. h. auch leicht lernbar,
tva* er wissen muß, um ols gebildeter
Katholik ein mit seinem übrigen Wis
sen auf gleicher Stufe sich befindliches
religiöses Wissen zu besitzen."
Bemerkt sei noch: Der jüngst im
Perlag Benziger zu Einsiedeln in der
Schweiz erschienene erste Band der
„katholischen Glaubenslehre" ent
spricht durchaus diesen Anforderun
gen. Die Darlegung des Verfassers,
Prior Adrian Kunz aus dem Kapuzi
iterorden, ist klar, übersichtlich, über
zeugend. Das beweisen schon die von
uns aus dem Werfe angerührten Stel
len. Hätte der verstorbene Präsident
Roosevelt dieses oder ein ähnliches
Buch über die katholische Glaubens
lehre studiert, er wäre wohl vor man
nen Fehlurteilen und Fehltritten be
wahrt worden.
C.*St. d. C.-V.
Veruulchtes
Die Postämiet des Landes wurden
vom Postdepartement dahin verstän
digt, daß auf Grund der Order Nr.
34758 vom 12. Juni 1947 nunmehr
illustrierte Postkarten nach allen vier
Besetzungszonen Deutschlands gesandt
werden können, vorausgesetzt, daß sie
weder faschistische noch gegen die Be
savungspolitik gerichtete Tendenzen
aufweisen»
Papst Pttfl forderte am Donners
tag am Radio seine Zuhörer auf, „die
Augen zu öffnen" und die Tatsache zu
ei tennen, daß die heutigen Probleme
„soziale Gerechtigkeit" von selbst er
fordern. Er richtete seine Worte an
den Marianischen Kongreß in Otta
wa und sprach acht Minuten franzö
sisch und wendete sich alsdann auf
englisch an seine zweisprachigen Hörer
in Kanada. Seine französische Rede
enthielt größtenteils Worte religiöser
Ermutigung, sowie eine Aufforderung
an die Kanadier, „über ihre groß
artige Tradition eifersüchtig zu wa
chen".
Eine belgische Untersuchungskom
mission von acht Mitgliedern, darun
ter der Präsident des Gerichtshofs,
mehrere Rechtsanwälte und Universi
tätspräsidenten, die mit der Nachprü
fung der Vorgänge in Belgien seit
1936 beauftragt ist, erklärte am
Freitag das Verhalten König Leo
polds als völlig einwandfrei, da
„Belgiens Sicherheit und Wohlfahrt
immer des Königs letztes Ziel geblie
ben" feien. Eine offizielle Stellung
nahme zu diesem Bericht wurde noch
nicht verlautbart, jedoch wird er we
nig an dem gegenwärtigen Status
König Leopolds ändern, der in der
Schweiz im Exil lebt.
Aus Trieft meldete am 19. ds. die
„Ass. Preß": Msgr. Antonio Santin,
römisch-katholischer Bischof von Capo
distria und Trieft, wurde auf dem
Wege nach Capodistria, um dort das
Fest des Stadtheiligen zu feiern, vom
Pöbel überfallen und schlimm zuge
richtet. Capodistria liegt im jugosla
wisch besetzten Gebiet. Die Menge griff
den einundsünfzigjährigen Kirchen
fürsten mit Knüppeln und Rasierklin
gen an. Sie riß ihm das Bischofskreuz
von der Brust und trampelte 'darauf
herum. Bei seiner Verteidigung wur
den mehrere junge Burschen aus Ca
podistria und Studenten des dortigen
Seminars verletzt. Die Menge folgte
ihm, als er im Seminar Zuflucht
suchte, dorthin nach.
Zeugen bekundeten, daß der Bischof
vom Augenblick seiner Einfahrt in
Capodistria bedroht worden sei und
nur mit Mühe bis zum Seminar ge
langte. Der Ueberfall begann, als er
'das Seminar wieder verließ, um eine
Prozession durch die Straßen der'
Stadt zu führen. Eine slawisch reden
de Menschenmenge sei in das Seminar
eingedrungen und habe dort im Erd
geschoß alles kurz und klein geschlagen.
Es wird behauptet, einige der Angrei
fer feien als Jugendliche aus Trieft
erkannt worden. Der Unwillen unter
der katholischen Bevölkerung machte
sich in heftigen Aeußerungen Luft.
Demonstrationszüge bildeten sich und
zogen vor die bischöfliche Residenz.
Wie berichtet wird, haben die alliier
ten Militärbehörden sich im britischen
Hauptquartier zu Padua auf diesen
Zwischenfall hin sofort zusammenge
funden und empfahlen ihren Regie
rungen, diplomatische Schritte bei der
jugoslawischen Regierung zu unter
nehmen.
Alls dem Leserkreis
Liebe Le^er!
Privatbriefe bieten das b?ste Licht,
um die Zustände der verschiedenen
Länder Europas zu beleuchten Et
was aus einem Briefe ans der ame
rikanischen Besatzungszone:
„Die Verpflegung ist ja so schlecht
dort (in der russischen Zone). Nur die
Schwerstarbeiter haben eine verhält
nismäßig ausreichende Verpflegung.
Für Hausfrauen ist es zum Verhun
gern. Eine Frau sagte mir: Einhun
dertundfünfzig -Gramm Fleisch in 10
Tagen, die sie aber sehr oft überhaupt
nicht bekommen. Wir erfahren ja im
allgemeinen gar nichts aus der russi
schen Zone. Höchstens einmal durchs
Leute, die ,schwarz' aus dem russi
schen Gebiet zu uns oder in die eng»
lische Zone kommen. Wie wird daß
noch werden?
„Wir sind ja so arm geworden, so»
gar hiör in der amerikanischen Zone,
wo es uns 'doch noch viel besser geht
als in der russischen. Wochen voraus
sparen und sparen, um ein paar Weih»
nachtsplätzchen auf Kriegsrezept zu
backen, und dazu trank man deutschen
Tee statt dem sonst üblichen Punsch.
Man glaubt nicht, wie wichtig auf
einmal die Ernährung wird, wenn
sie nicht mehr ausreichend vorhanden
ist. Mit dreihundert Gramm Butter
und eintausend Gramm Fleisch und
sechshundert Gramm Nährmittel in
vier Wochen per Kopf hat man schon
seine Nahrungssorgen. Wer hätte sich
früher über das Essen unterhalten,
und jetzt jagt man den ganzen Tag
nach dem Essen. In der Frühe geht
es schon an, daß man um ein Viertel
Liter Magermilch, die man pro Kopf
und Tag bekommt, anstehen muß. In
der russischen Zone gibt es nicht ein
mal das.
„Man kann sich dieses arme
Deutschland überhaupt nicht vorstel
len im Ausland. Außer der mangel
haften Ernährung (ein Kilo Butter
könnte man wohl auf dem schwarzen
Markt um zweihundertundachtzrg
Reichsmark kaufen) gibt es kein
Brennmaterial. Diesen Winter wur
den uns zwei Zentner Braunkohle
zugewiesen. (Vom Einsender zuge
fügt: In einem anderen Briefe
vom verflossenen Winter —, "und
zwar aus der russischen Zone, heißt
es: „Hoffentlich können Sie meine
zittrige Schrift lesen, meine Finger
sind ganz klamm. Ich gehe jetzt zu
Bett." Also keine Heizung im Hause,
ganz ungenügende Nahrung und das
bei der ungewöhnlich strengen Kälte.)
„Kleidung und Schuhe konnten wir
seit 1939 sticht mehr frei kaufen, nur
auf Bezugscheine oder Kleiderkarte,
die spärlich war. Seit Kriegsende
konnten wir gar keine Kleidung ir
gendwelcher Art kaufen. Auch nicht
die vielen Flüchtlinge, die alles ver
loren haben. Viele Kinder können
nicht zum Rodeln oder Spielen in den
Schnee, weil sie keine Schuhe haben.
Ich schreibe Ihnen das nicht, weil ich
nun jammern möchte, ober man weiß
bestimmt nicht, wie armselig Deutsch
land, sofern man überhaupt noch von
Deutschland reden kann, geworden ist.
wie wenig wir es selbst ändern konn
ten. daß wir von einem Wahnsinnigen
in den Krieg gejagt wurden, und wie
wir selbst entsetzlich all das Unrecht,
das diese Hitler-Regierung anrichtete,
büßen müssen. Wir wissen wohl, daß
wir längst verhungert wären, wenn
uns nicht Amerika Lebensmittel gelie­
Äftwe
Adresse
Statt
fert hätte, und sind auch dankbar da
für. Wir wollen auch die Hoffnuna
nicht aufgeben. Aber sehr schwer ist
das Leben geworden, sehr schwer. Ich
will Ihnen noch etwas erzählen, waS
unsere Situation etwas beleuchtet.
Auf kulturellem Gebiet sucht man na
türlich wieder etwas vorwärts zu kom
men. In einer Münchener Schule,
den Bombenkrieg fast heil überstandeG
hat, ist ein Theater eingerichtet. Dort
wurde das Spiel von den Hl. Drei
Königen von Felix Timmerman»
(Flamme) aufgeführt. Es war eine
wunderschöne, innige Aufführung,
aber in dem Saale waren ein paar
Kältegrade unter Null. Ich hatte naße
Schuhe, und Äa hatte sich unter mei
nen Füßen eine Eisschicht gebildet. Es
war zum Erbarmen. Aber Sie sehen
schon, wir sind nicht so schnell mürbe
zu machen. Der große Kohlen- und
Elektrizitätsmangel macht sich art an
deren Stellen natürlich noch viel emp
findlicher bemerkbar. Viele Betriebe
müssen deshalb schließen, die Schulen
sind geschlossen usw. Diese Armut
schreit zum Himmel und nach dem
Mitleid der wohlbestellten Völker."
Mik Freuttdesgrutz und Priester
segen,
o s e W e i S. /.
3 it I a tt
Fortsetzung von Seite 1)
Welfare Conference angegriffen wur
den. Aber unseres Erachtens läßt es
fundamentale Rechte der Gewerkschaf
ten unangetastet und wird nicht zur
„Versklavung" der Arbeiterschaft füh
ren, wie Arbeiterführer zornig be
haupten. Dagegen räumt es den Ar
beitgebern wieder Rechte ein, die ih
nen unbilligerweife entzogen worden
waren.
Es ist tief zu bedauern, daß der
Kampf um das Gesetz von beiden
Seiten! nicht mit weniger Leiden
schaftlichkeit und mehr Sachlichkeit ge
führt wurde, um so die Grundlage zu
schaffen für ein Arbeitergesetz, das
allen gerecht wird Arbeitern, Ar
beitgebern und der Wohlfahrt des
Volksganzen und zugleich die tiefe
ren Ursachen der auf beiden Seiten
bestehenden Verbitterung zu erfassen.
Wir befürchten, daß der Kampf der
letzten Monate und besonders der letz
ten Tage die verhängnisvolle KluR
zwischen Arbeiterschaft und Unterneh
mertum vertieft hat und daß wir i»
der nächsten Zeit schwere Störunge!»
des Wirtschaftslebens werden durch
machen müssen.
i e e e s e
Leüellt Eure Zeitung nicht ab!
Sende den ,Ohio-Waisenfreund' dei
nen Angehörigen in Teutschlanv.
Preis: $3.00 pro Jahr.
Prachtvolle
Bo!nkrÄnse
Passend für Namens- und
Geburtstagsgeschenke
Von der Guild Arts & Crafts,
Inc., in New Dork, ist eine neu
artige Serie kunstvoller Rosen
kränze auf den Markt gebracht
worden.
I n e i e i s a e n
1. Emerald. Preis $ 1.00
2. Amethyst. Preis 5.00
3. Jet (schwarzer Bern
stein) Preis 10.CX
Es ist wohl kaum etwas zu Geschen
ken für jung und alt geeigncker,
als diese Kunst-Rosenkränze.
Zu beziehen von:
Wenn du, lieber Leser, dieser Tage vielleicht eine Rechnung für bei«
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