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Ohio Waisenfreund. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1874-1953, July 05, 1947, Ausgabe der 'Wanderer', Image 2

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CluAlainß
Pan Prof. I. M. Döhren,
Redakteur des .WaUenfreund'
Ph. M., Kv.-
Möhren oder gelbe Rüben (Car
rots) sind, augenärztlichen Untersuch
im gen zufolge, nicht nur gut für
schwache Augen, sondern auch in an
derer Beziehung sehr nahrhaft und
gesund. Tie modernen Aerzte wenden
sich immer mehr zu den altbewährten
Kräuterheilmitteln und vegetabilen
Mitteln und es sind schon durch wich
tige Forschungen auf diesem Gebiet
neue Heilkräfte entdeckt worden. So
wollen Aerzte aus Los Angeles in
Mohrrüben ein Mittel gegen die ge
wöhnliche Erkältung entdeckt haben.
Nach sieben Jahren wissenschaftlicher
Untersuchungen glaubt eine Gruppe
von Aerzten ein Mittel «gegen diese
Krankheil gefunden zit haben, die
jährlich die Industrie einer größeren
Anzahl von Arbeitsstunden beraubt
als irgendeine andere Krankheit, und
die das amerikanische Volk jedes Jahr
Millionen von Tollars kostet, ganz
abgesehen von dem miserablen Ge
fühl, das sie verursacht. Tas neue
Heilmittel, so glauben die Aerzte, er
gibt das „Carotene", ein sahnenwei
ßes Präparat, das aus der gewohnli
chen Mohrrübe, oder besser gesagt, ei
lie neue Substanz, die Protamin A,
Faktor 3, das aus dem Carotene ge
Wonnen wird. Sie brauchen es nicht
zu schlucken, Sie brauchen es nicht ein
zuspritzen, sondern Sie reiben es sich
einfach ein. Dieses Carotene wurde
von dem Llewllyn Biological Institute
in West Los Angeles, dessen Direktor
Dr. R. L. Cunningbam ist. entwickelt.
Es wurde bereits an hundertundfünf
zig Patienten ausprobiert mit, wie er
sagt, gutem Resultat. „Im Augen
blick," erklärt Dr. Cunningham, „liegt
es in den Händen einer Anzahl von
Aerzten. und sobald wir es an wei
teren fünftausend Patienten auspro
biert haben, werden wir genau wis
sen. was wir haben. Obgleich ich vor
läufig noch nichts sagen möchte, scheint
es doch, als ob es sich um ein spezisi
fches Mittel für Kopferkältungen han
delt." Tie Anwendung ist so einfach
wie nur möglich. Die beste Methode
ist. fünfzehn Tropfen in die Ober
schenket einzureiben, oder dreißig
Tropsen auf den Leib. Die Haupt
fache ist, es auf eine Fläche im Um
fang von zehn Ouadratzoll zu verrei
ben, die es absorbieren kann. Im An
fangsstadium einer Erkältung sind
von hundertundfünfzig Patienten
hundertundeins schnell auf diese Weise
geheilt worden. Eine bemerkenswerte
Besserung fand in dreinndzwanzig
Fällen statt, während bei nur achtzehn
Patienten keine Besserung zu verzeich
it en war.
M. D., £.
Tone und Worte auf größere Ent
fernungen zu übertragen, gelang be-
I
Bewohner von Nürnberg in Deutschland suchen
in einem Militärabfallhaufen nach N ahrung
B. Tex.
reite tw-Jahre 1861 dem Deutsch en toen dung iffc Sffig sehr
Philipp Reis das Telephon in der
Gestalt, wie es in wenigen Jahren
später, zuerst 1876 dem Amerikaner
Alexander Graham Bell gelungen ist,
ist seitdem noch bedeute«^ Wervoll
kommnet worden.
Tiefer .Knipperdolling ist keine sa
genhafte, fondern eine historische Per
jöiiIichfiNt und jedem Münsteraner be
kannt. Bernhard Knipperdolling war
einer der blutrünstigsten Schreckens
manner des sechzehnten Jahrhunderts.
Er, wie sein Schwiegersohn Johann
von Leiden, waren Wiedertäufer.
Letzterer wurde mit Knipperdolling
und andern Blutmännern in einem
Käfig am Liberti-Turm in Münster
aufgehängt und wurden am 23. Ja
nuar 1536 hingerichtet. Ter Schin
derhannes soll ein Näuberhauptmann
gewesen sein, der im Hunsrücker Wald
zwischen Rhein, Mosel, Saar und
Siahe seine Raubzüge vornahm.
Hy. B., Mo.—
Besten Dank für den Ausschnitt aus
dem.Kansas City Star' über den Ur
sprung des Ausdrucks „Missouri
Meerschaum" für die „Corncob Pipe".
Zum Besten unserer Leser bringen
wir die Geschichte dieser populär ge
wordenen Pfeife, wie sie der Leser
Floyd C. Shoemaker im genannten
Blatt berichtet: „Ein bejahrter deutsch
amerikanischer Farmer, namens John
Schanike, kam im Jahre 1869 in den
.Woodworking Shop' eines geivis'en
Henry Tibbu in Washington, Mo.,
und ersuchte ihn, einen .Corncob' aus
zubohren. denn man konnte aus dem
selben, mit einer wassenden Rohre ver
bunden, eine wohlschmeckende Pfeife
herstellen. Tie neuartige Tabakspfeife
bewährte sich und in kurzer Zeit er
wuchs der Pfeifenfabrik ein lohnendes
Geschäft. Um die Pfeife haltbarer zu
gestalten, wurde sie inwendig mit ei
ner Gypswandung versehen. Tibbes
Sohn, der fünfzehnjährige Anton,
drang in seinen Vater, die Herstellung
der Corncob Pfeife patentieren zu las
sen. Er lieh das Geld zur Erlangung
eines Patents und begann im Jahre
1878 in großem Maßstab mir der
Fabrikation der neuen Tabakspfeife
unter der Firma .Missouri Meer
schäum' Company. Mit den Jahren
wurde die Fabrik vergrößert und heu
te stellt die Firma täglich fünf zehn
tausend Corncob-Pfeifen her."
Ph. M., Md.—
Nach dem Urteil prominenter Aerz
te ist Essig, innerlich genommen, der
Gesundheit sehr fchädlich, weil er die
Schleimhäute reizt und z?rswit und
weil die Säure (Acid) unverdaulich
ist. Essig soll viel nachteiliger auf den
Körper wirken als Alkohol. Die Früch
te enthalten genügend Säure für den
Körper. Am schädlichsten sind, beson
ders für Kinder und junge Leute, ein
gemachte Gurken (Pickles). Bei der
Zubereitung von Gemüse sollte man
Zitronensaft (Lemon Juice) anstatt
Essig gebrauchen. Bei äußerer An-
Ihre Gabe an den "German Relief Fund" der Wanderer Printing Co. wird fuer den Ankauf von
Lebensmitteln, Kleidung und Medikamenten fuer die unschuldigen Opfer in Deutschland und Osterreich
verwendet und durch Vermittelung des offiziellen Hilfskomitees der amerikanischen Bischoefe at*£ ra
schestem Wege den kath. Karitasverbaenden derbeiden genannten Laender zugeleitet werden.
Bitte, schicken Sie Ihre Gabe noch heute.
(Spenden an diesen Fonds koennen bei der Einkommensteuer in Abzug gebracht werden).
Hautkrankheiten aller Art.
•m B.?
Sie haben der eth?#äTigc
Bürgermeister und nachmaliger Gon
verneur Frank I. Lausche stamme aus
dem Gottscheerland, und mochten et
was Näheres über dieses Fleckchen Er
de hören. Hr. Lausche selbst wurde in
Cleveland, O., geboren, aber sein Va
ter und seine Mutter waren im Jahre
1885 aus Gottscheer nach Cleveland
ausgewandert. Tas Gottscheer Land,
das in der slowenischen Sprache Ko
cevje oder Ansiedlung heißt, liegt in
der jugoslawischen Banovina (Bann
schaff) Trau zwischen Fiume und
Agram, südöstlich von Laibach. Es ist
kein großes Land, denn es umsaßt nur
eine Gesamtoberfläche von siebenhun
dertundsechzig Quadratkilometern und
bat siebzehntausend Einwohner. Diese
Leute sind Nachkommen der im vier
zehnten Jahrhundert aus Franken
und Trüringen zu Kolonisationszwek
ken eingewanderten Familien, die
später durch Zuzüge aus Franken und
Thüringen verstärkt wurden. Sie spre
chen eine bajuwarische Mundart mit
schwäbischem Einschlag und haben sich
wie die Banater, die Siebenbürger
und die Wolga-Deutschen ihre uralten
Volkslieder und altheimatlichen Ge
brauche erhalten. So wurde und blieb
das Gottscheer Land das einzige zu
sammenhängend besiedelte Gebiet in
Krain. Ta das Gottscheer Land ein
aus Kalkstein (Karst) ausgebautes und
zudem größtenteils bewaldetes Berg
land ist, gibt der Ackerbau, die solide
ste und erträglichste Erwerbsquelle ei
ner jeden Gemeinschaft, den Bewoh
iiern nur geringen Ertrag. Infolge
dessen sind sie nur im Tal Bauern
und im Gebirge Holzarbeiter. Auf zu
sävliche Einnahmegelegenheiten ange
wiesen, ziehen darum viele von ihnen
über Winter als Wanderverkäufer mit
Südfrüchten und Zuckerwaren in den
deutschen Nachbarländern umher. Sie
sind als Gottfcheeber bekannt. Früher
verfertigten sie in Hausindustrie auch
Holzwaren und handelten ebenso in
selbsterzeugter Leinwand. Ferner
spielten Schweinezucht und Speckhan
del, Lodenerzeugung und Kohlenbren
neu eine Rolle. Neuerdings wurde der
Obstbau mehr gepflegt und das Un
terland baute Wein. Trotzdem hatte
das Land immer mehr Einwanderer,
als es richtig ernähren konnte, und
deshalb bestand immer eine starke
Auswanderung, besonders nach den
Ver. Staaten, wo ungefähr fünfund
zwanzigtausend Gottscheer wohnen.
Tie meisten ließen sich kolonieartig in
Brooklyn und Cleveland nieder und
sie besitzen dort ihre eigene katholische
Kirchengemeinde mit eigener Schule.
Gottscheer war bis zum Jahre 1623
eine Grafschaft, worauf es 1641 in
den Besitz der Grafen von Anersperg
überging. Im Jahre 1791 wurde das
Gebiet durch den Kaiser Leopold II.
zur Würde eines Herzogtums erhoben,
bis es Slowenien beziehungsweise Ju
goslawien einverleibt wurde. Der Mit
telpunkt der ganzen Siedlung ist die
Stadt Gottschee, die in einem Tal am
U N E
SITZT AN EINEM LEEREN
TISCHE
Tag für Tag geben in Deutschland, infolge der
mörderischen Wirkung der Unterernährung im
mer mehr und mehr unschuldige Kinder einem
langsamen Tode entgegen.
Viele von ihnen werden gar nie alt genug wer
den, um etwas anderes als Hunger, Krankheit und
Tod kennenzulernen. Die christliche Caritas ruft
nach Ihrer Hilfel
HELFEN SIE IHNEN
JETZT!
OHIO WAISENFRBtJiro
Rttmsche.Mttß Wr $*i$b darauf im
Boden verschwindet) vierhundertund
sechzig Meter über dem Meeresspiegel
liegt. Sie ist eine Bahnstation (Neben
linie nach Laibach), hat meist deutsche
Einwohner, besitzt eine Holz-, Kera
mik-, Textilien- und Bergbau-Jndu
strie und auch ein Schloß. Mehrere
Bildungsanstalten wie die Holzindu
strie Fachschule, das Studentenheim,
der Turnverein, der Leseverein usw.
sielen dem slowenischen Nationalis
mu§ zum Opfer. In der Nähe von
Gottschee befinden sich die Sehenswür
digkeiten der Ruine Friedrichsstein
und der Friedrichssteiner Eishöhle.
It.—
Sin gutes Mittel. Ameisen zu ver
treiben, ohne daß es Menschen, Tie
reit und Pflanzen schadet, nnd auch
innerhalb des Hauses angewandt wer
den kann, ist Chlorkalk (Chloride os
Lime). Wenn man ein Gesäß mit
Chlorkalk in ein Zimmer (besonders
in ein Krankenzimmer) stellt, verbes
sert es die Lust und vertreibt auch die
Fliegen. Es hält sogar Mäuse und
Ratten ab. Es gibt ein sehr einfaches
nnd gründliches Verfahren, Amenan
nnd Schwaben (Cockroaches) aus dem
Hause zu vertreiben: Man fMIt in
allen Zimmern in den Ecken gläserne
Behälter (GIaß Jars) aus, die man
mit versüßtem'Wasser (Zucker, Jelly
oder Sirup) etwas weniger als zur
Hälfte ausfüllt. Tie Ameisen kriechen
hinein und können nicht wieder hin
aus. In einer Woche erneuere man
das versüßte Wasser und in etlichen
Wochen ist matt die ungebetenen Gä
ste los.
Eine neue „Treuga Sei", ein „Got
tesfrieden" für die friedlose Welt ist
wahrlich vonnöten. Wenn man den in
vielen Ländern der Erde entbrannten
Geist vollständiger Anarchie und Gott
losigkeit betrachtet, möchte man wün
schen, daß ein Schutzwall, ähnlich dem
der „Treuga Dei", des Gottesfriedens
errichtet werden könnte. In der darna
ligen Zeit, besonders seit dem Verfall
der karolingischen Monarchie, war
über Völker, welche von der bisherigen
starken Zentralgewalt losgetrennt wa
reit, infolge des entfesselten Fehdewe
sens und des Faustrechts, ein Zustand
allgemeiner Anarchie und wilder Bar
barei hereingebrochen. Alle starken
Elemente des staatlichen Zusammenle
bens befanden sich in Auflösung und
Verwilderung. Ueberall herrschte rohe
Willkür, Raub und Mord, ein Krieg
aller gegen alle. Gewalt ging vor
Recht (wie heute). Trotzig griff jeder
zur Selbsthilfe, und in den blutigen
Kämpfen, welche die Großen unter sich
ausfochten, mußte das niedere Volk
völlig recht- und schutzlos jede Unge
bühr und jede Last über sich ergehen
lassen. Erinnert die Gegenwart nicht
an jene unglücklichen Zeiten? Wenn
der große Dichter Schiller lebte, würde
er gewiß in noch grelleren Farben in
seinem unsterblichen „Lied von der
Glocke" den Umsturz zeichnen denn
heute, wie damals, ist es fürchterliche
Wirklichkeit:
„Freiheit und Gleichheit!" hört man
schallen,
Ter ruh'ge Bürger greift zur Wehr
Die Straßen füllen sich, die Hallen.
Und Würgerbanden zieh'n umher.
Nichts Heiliges ist mehr, es lösen
Sich alle Bande frommer Scheu
Der Gute räumt den Platz dem Bö
sen,
Und alle Laster walten frei.
Gefährlich ist's, den Leu zu wecken.
Verderblich ist des Tigers Zahn,
Doch der schrecklichste der Schrecken,
Das ist der Mensch in feinem Wahn."
Der im Mittelaltr von den kirch
lichen Autoritäten eingeführten
„Treuga Dei", die von vielen welt
lichen Fürsten unterstützt wurde, ge
lang es, in den meisten Ländern wie
der allmählich Ordnung einzuführen.
Wesen und Zweck des „Gottesfrie
dens" erforderten, öaß die Kirche zur
Durchführung desselben alle ihr zu
Gebote stehenden Mittel in Anwen
dung brachte und zu den stärksten
Maßnahmen griff. Auf anderem We
ge war es unmöglich,.die blutigen Ex
zesse des Fehdewesens zu unter!)rüf
felt, die wilden Leidenschaften einzu
dämmen und den Trotz der kriegslu
stigen Völker zu brechen oder seine
Ausbrüche wenigstens zu mäßigen.
Wie die Form der „Treuga Dei" in
verschiedenen Ländern und Zeiten sehr
verschieden war, so bieten auch die
Mittel, sie in Vollzug zu setzen, eine
große Mannichfaltigkeit dar. So muß
ten alle Einwohner von einem Be
stimmten Lebensalter an den Gottes
frieden nach einer vorher vereinbarten
Formel beschwören und eidlich das
Versprechen abgeben, nicht nur den
Gottesfrieden selbst genau zu beob
achten, sondern auch jede Verletzung
desselben den vorgefetzten Behörden
anzuzeigen und ihnen bei Verfolgung
des oder der Uebeltäter mit den Waf
fen in der Hand beizustehen. Der
Bruch des Friedens galt als Meineid,
und wer sich dessen schuldig machte,
galt als Feind der bürgerlichen Ge
sellschaft, war friedlos und stand au»
sMhalb öes OÄjutzeß Der Gesetze. Der
Friedensstörer verfiel ipsa jure der
Exkommunikation. Seine Güter ober
Territorien wurden überdies mit dem
Interdikt belegt, und weder die eine
noch die andere Maßnahme ward ohne
Unterwerfung und vollständigen Er
satz des eingerichteten Schadens zurück
genommen. Tie Bischöse waren streng
verpflichtet und unter Androhung der
Amtsentsetzung angewiesen, ohne An
sehen der Person, ohne Menschen
furcht, nur Gott und das Wohl des
Volkes vor Augen, in der gesetzlich
vorgeschriebenen Weise einzuschreiten,
ihre benachbarten Kollegen von jedem
Schritte, den sie unternahmen, als
bald zu benachrichtigen und überhaupt
sich gegenseitig mit Rat und Tat zu
unterstützen. Obwohl die strenge«
Maßnahmen der „Treuga Dei" nicht
überall den erwünschten Erfolg hat
ten, wurden indes allenthalben die
gröbsten Auswüchse abgeschafft. Die
in den fürchterlichsten aller Kriege
hineingezwungenen ^Völker erhofften
nach Beendigung desselben eilten Got
tesfrieden. Die Friedensmacher suchen
immer noch nach einem soliden Funda
ment. worauf fie das Friedensgebäude
errichten könnten. Nur auf einem re
ligiösen Fundament kann ein gerech
ter und dauernder Weltfrieden auf
gebaut werden.
»stsg
iL Wt
Zimt 1400. Tode
des hl. Lenedikt
(Fortsetzung)
De» gewaltigen und wohltätige»
Einfluß,
den baS Benediktinertum auf jene
Welt von damals ausübte, so wie die
Fülle dessen, was es im Laufe auch
der folgenden Jahrhunderte an Gu
tent wirkte, muß jeder anerkennen,
der, nicht bestimmt durch vorgefaßte
Meinungen, sondern geschichtlich treu
das menschliche Geschehen überblickt
und recht beurteilt. Denn abgesehen
davon, daß, wie Wir schon sagten, die
Benediktiner fast allein es waren, die
in dunkler Zeit, inmitten all der Un
wissenheit bei den Menschen und all
dem Durcheinander der Verhältnisse,
die Kodizes des Wissens und des schö
nen Schrifttums gerettet haben, sorg
fältig sie abschrieben und kommentier
ten sie waren es vor allem auch, die
Kunst, Erziehung, Unterricht ausüb
ten und in jeder Hinsicht förderten.
Man kann darum geradezu behaup
ten: Wie eine katholische Kirche vor
allem in den ersten drei Jahrhunder
ten ihres Bestehens durch das heilige
Blut ihrer Märtyrer wunderbar ge
festigt und gemehrt wurde, und wie
in eben dieser und der Folgezeit die
unversehrte Ganzheit ihrer gottge
schenkten Lehre, gegen den Ansturm
und die Trugschlüsse der Jrrlehrer,
durch das kraftvolle und weise Wirken
der heiligen Väter wieder hergestellt,
beschützt, bewahrt wurde, so wurde der
hl. Benedikt und seine blühenden Nie
derlassungen nicht ohne ein besonderes
Walten der Vorsehung ins Leben ge
rufen, damit beim Zusammenbruch
des Römischen Reiches und beim all
seitigen Einbruch wilder kriegswüti
ger Völkerschaften die Christenheit die
eigenen Wunden wieder heile und
überdies die neuen Völker, gebändigt
durch das Evangelium mit seiner
Wahrheit und mit seiner Liebe, in
klugem, unablässigem Bemühen zu
brüderlicher Eintracht führe, zu frucht
bringender Arbeit und zu jenem Tu
gendleben, das sich nach den Gesetzen
unseres Erlösers richtet und sich von
der Gnade nährt. Wie nämlich in der
Zeit vorher auf den von großen Kon
suln erbauten Straßen die römischen
Legionen zogen, um der Herrschaft
ihrer mütterlichen Stadt die Völker
alle Untertan zu machen, so wurden
damals ungezählte Mönchsscharen ge
wappnet nicht mit „Waffen des Flei
sches, sondern mit der Macht Gottes"
(2. Kor., 10, 4), vom obersten Prie
ster entsandt, damit sie nicht mit
Schwert. Gewalt und Blut, sondern
mit Kreuz und Pflug, mit Wahrheit
und Liebe die Friedensherrschaft Jesu
Christi bis an die Grenzen der be
wohnten Erde segensreich verbreiteten.
Wo immer aber diese waffenlosen
Scharen, bestehend aus Predigern der
christlichen Religion, aus Handwer
kern und Landarbeitern und aus den
Lehrern menschlicher und göttlicher
Wissenschaften, den Fuß hinfetzten,
dort wurden Wald- und Brachland
umgepflügt, erstanden Heimstätten
für Handwerk und für schöne Künste,
wurden Menschen vom Leben in Wäl
dern und in Wildheit zu gesittetem
Zusammenleben und zur Pflege der
Kultur herangebildet. Als Ideal
leuchtete dabei voran das Licht, die
Lehre und die Tugendübung, wie sie
das Evangelium verkündet. Unge
zählte apostolische Männer, brennend
in Liebe, die von oben stammt, durch
zogen die noch unerschlossenen und
friedlosen Gebiete Europas, begossen
sie mit Schweiß uud Blut in reicher
Menge, befriedeten die Völkerschaften,
die dort wohnten, und brachten ihnen
das Licht katholischer Wahrheit und
Heiligkeit und alles das in einem Aus
maß, daß man wahrhaft sagen kann:
Mochte auch Rom, in vielen Siegen
groß geworden, sein Herrschaftsrecht
zu Wasser und zu Land vorangetragen
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septisch—bringt schnelle Uodsrmc TM
rheumatischen und nanrrtilpfcishna leTiai es
muskulösen Rückenschmerzen, «tei
len oder schmerzenden Muskeln, Veretaa
chungen und Verrenkungen.
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gewisse vorübergehende MagenetSrwmga*
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Adre
haben, es war doch weniger, was ihm
die kriegerische Leistung untertänig
machte, als was ihr Christi Friede
unterwarf (vgl. Hl. Leo d. Gr., Ser
mo 1 in nativ. Ap. Petri et Pauli
S. 4, 54, 423). Sind es doch nicht nur
die Länder der Briten, Gallier, Ba
taver, Friesen, Germanen und Skan
dinavier, sondern dazu noch zahlreiche
slawische Völker, die sich des aposwli
schen Wirkens dieser Mönche rühmen
können, in ihnen ihren Stolz sehen,
und die verehrten Gründer ihrer eige
nen Kultur. Wie groß ist doch die
Zahl der Kirchenfürsten, die, aus ih
rem Orden stammend, schon bestehen
de Kirchensprengel weise verwaltet
oder neu schufen und mit ihrer Arbeit
fruchtbar machten, wie groß die Zahl
der Professoren und ausgezeichneten
Gelehrten, die berühmteste Heimstät
ten für Wissenschaft und Kunst erste
hen ließen und nicht nur in die Gei
ster ungezählter, die Irrtum finster
machte, Licht brachten, sondern ganz
allgemein den Fortschritt in den welt
lichen und heiligen Wissenschaften för
derten wie groß endlich die Zahl
leuchtender Heiligengestalten, die als
Söhne des hl. Benedikt, es mit aller
Kraft zur evangelischen Vollkommen
heit gebracht haben und durch das Bei
spiel ihres Tugendlebens, durch Pre
digten und Wunderzeichen, die sie
durch Gottes Gnade wirkten, zur Aus
breitung des Reiches Christi ihren
vollen Beitrag gaben. In ihrer Zahl
befinden sich, wie ihr ja wißt, ehrwür
dige Brüder, sehr viele, die die bischöf
liche Würde trugen oder sogar im
hehren Glanz der höchsten priesterli-
chett Würde strahlten. Es würde zu
weit führen, wollten Wir im einzel
ne» hier die Namen dieser apostoli
schen Männer, Bischöfe, Heilige und
Päpste aufzählen, die in den Jahr
büchern der Kirche mit goldenen Buch
staben geschrieben stehen. Sie leuchten
übrigens so hell an Glanz, so mächtig
war ihr Eingreifen im Ablauf der Ge
schichte, daß alle sie leicht kennen kön
nen.
So hielten Wir es denn in hohem
Maße angebracht, daß, was Wir hier
in Unserem Schreiben kurzgedrängt
berührten, gelegentlich dieser Jahr
hundertfeier ernstlich Beachtung finde
und in hellem Lichte vor aller Augen.'
neu- erstehe, auf daß sie alle davon
nehmen können, nicht nur um diese
Ruhmesblätter in der Geschichte der
Kirche zu erheben und zu preisen, son
dern auch um freudigen und totberei
ten Willens zu verwirklichen, was sich
aus ihnen an Vorbildern und an Wet
sungen zu einem heiligeren Lehezz
schöpfen läßt.
(Schluß folgt)
ßM* %«imuu
BUY
TODAY
'S*

GERMAN RELIEF FUND, Wanderer Printing tid.
128 E. löth Street, 8t. Paul 1, Minn.
Gentlemen:
Enclosed is contribution of $ for relief of needy civilians in Germany.
NAME
STATE.......
Postamt
DR. PETE* FAHRNEY SOWS C*.
Dept. 16-29D
1801 Washington Blvd.. CbCar
Stanley St., Winnipeg.
1.1. SAVINGS BOMBS

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