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Ohio Waisenfreund. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1874-1953, July 26, 1947, Ausgabe der 'Wanderer', Image 8

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Dieses Wochesblatt erscheint seit
dem Jahre 1873 regelmäßig jeden
Samstag und wird herausgegeben
zum Besten des Päpstlichen Kolle
gium Josephinum der hl. Kongrega
tion der Propaganda in Columbus,
dessen Zweck die Heranbildung beut
scher Priesterzöglinge für die Ver.
Staaten ist. Diese Anstalt ist Haupt
sächlich angewiesen auf die Einkünfte
dieses Biattes und die Geschenke sei
ner Leser.
Sonntag, 27. Juli: Neunter Sonn
tag nach Pfingsten. E v a n e
Ii u m: Jesus weint über Jerusa
lem (Luk. 19).
Montag, 28. Juli: Viktor.
Dienstag, 29. Juli: Martha.
Mittwoch, 30. Juli: Tonatilla.
Donnerstag, 31. Juli: Ignatius von
Loyola.
Freitag, 1. August: Petri Kettenfeier.
Samstag, 2. August: Alphonsus.
(Portiuncula.)
M. B. T.
Seit geraumer Zeit haben wir
nichts mehr von unserem Garten be
richtet. Er sieht nicht mehr einem See
ähnlich. Ten gegenwärtigen muster
haften Zustand des Gartens verdan
ken wir den Bemühungen der Ge
brüder Werner, zwei Seminaristen,
welche ihre Ferien in der Anstalt
verbringen. Sie machen keinen An
spruch auf erfahrenes Farmer-Talent
aber ihre Garten-Arbeit macht ihnen
alle Ehre.
Wir haben Süßkorn, Mohren, Boh
nen, Rotrüben und Salat alle in
gutem Zustand. Ein Prachtstück des
Gartens ist das Tomato-Beet. Etwa
2500 Tomato-Pflanzen befinden sich
in herrlichem Wachstum. Trotz dem
fast ununterbrochenen Regenwetter
verspricht der Garten einen bessern
Ertrag als je zuvor trotz des üp
p»g wuchernden Unkrauts
Zur besonderen Beachtung für un
sere Studenten! Wir setzen vor
aus, daß die von allen gemachten
Vorsätze, in diesen Ferien so viele
Zeitungen als möglich zu verkaufen,
von ihnen gehalten werden. Jeder
Student sollte wenigstens 25 neue
Leser gewinnen. Unser Ziel ist 5,000!
Man kann überall Zeitungen verkau
fen, nur nicht im Schaukelstuhl
Unsere Studenten haben etwas
wirklich Interessantes zu verkaufen.
Sie sollten ihren Verwandten und
Freunden diese wertvollen Quellen
der Unterhaltung und Belehrung nicht
vorenthalten.
Zur Bestätigung dieser Wahrheit
lassen wir zwei Studenten sprechen,
die nach großen anfänglichen Schwier
igkeiten guten Erfolg hatten. Zuerst
unser Seminarist Tave. „Ich reiste in
Freeburg herum, Zeitungen zu ver
kaufen. Es ist dies eine kleine, etwa
i e e e s e
Sende den ,Ohio-Waisenfreund' bei«
nen Angehörigen in Deutschland.
PreiS: $3.00 pro Jahr.
LEIDEN SIE AN
DIABETES (Zuckerkrankheit), PY
ORRHEA, RHEUMATISMUS, BLUT
VERGIFTUNG oder GANGRENE
gebrauchen Sie da* weltberühmte
D—0—D
Tie
(lebraiK'hBanWeisung ist »ehr einfach.
1—O—1 is absolut giftfrei, kann Ihnen
deshalb nie schneien. Keine Hungerkuren.
Tausende von Zeugnissen. Unsere Kun
den sind unsere Verkäufer. Wenn richtig
gebraucht, bringt I)—)—1 den gewünsch
ten Erfolg. Hpseißc Nc. 3 für menschlichen
Gebrauch. Per Büchse (reicht monatelang):
$1.56. Specific So. 1 für äuBserlichen Ge
brauch. Per Pfund-Büchse: nur $4*50.
Bestellungen im Staate Ohio muss die Sale*
Tax beigefügt werden Zu beziehen von
Versender vee D—O—D
«sieben Mellen von meiner Heimat ent
I fernt, gelegene Ortschaft, wo alle mir
fremd waren. Ich ging von Haus
zu Haus, um ausfindig zu machen, wo
Katholiken wohnten, da ich katholi
sche Zeitungen zu verkaufen hatte.
Ich hatte an dem Nachmittag ziem
lief) Erfolg, konnte ich doch zehn neue
Leser in meine Subskriptionsliste ein
tragen. Ich hatte vom langen Mar
schieren mir eine Blase am Fuße zu
gezogen, aber mein Erfolg überfchat
tete diese Schwierigkeit."
Ja, Dave, das hast du gut ge
mocht. Seit diesem erfolgreichen er
sten Tage hat Dave schon eine er
kleckliche Anzahl neuer Leser einge
sandt.
Darauf kommt Paul von den gro
ßen Ebenen des Staates Kansas. Er
schreibt: „Während ich letzten Don
nerstag zuschaute, wie meine Car in
guten Zustand gebracht wurde. Ich
fühlte neuen Arbeitsmut in mir. In
einer Tasche in der Car fand ich eine
Nummer der ,Josephinum Review'.
Ich versorgte mich mit einem Quit
tungsbuch und trat meine Kampagne
an. Ich ging zuerst auf die Wohn
ung des Pfarrers los, um seine Er
laubnis und sein Abonnement ein
zuholen. Beides erhielt ich. Bei mei
nen sechs Besuchen erhielt ich fünf
neue Leser. Von einem neuen Leser
wurde ich bei einem andern einge
führt, da ich in der Ortschaft nicht
bekannt war."
Wir hoffen, daß Paul zweihundert
Besuche machen wird.
Wir erwarten ähnliche Berichte von
den andern 299. Wir werden uns
gezwungen sehen, über 1000 Adressen
von unserer Zeitungsliste zu streichen,
wenn dieselben nicht bald ihre rück
ständigen Beträge einsenden. Viele
dieser Leser befinden sich in den hei
matlichen Ortschaften unserer Studen
ten. Hoffentlich werden diese sich um
die rückständigen Leser bemühen.
Ein Bericht über das „State Rur
al Life Seminar", das am 22. und
23. Juli im Josephinum abgehalten
wird, werden wir in nächster Num
mer berichten.
Jedermann wird sich für die er
fahrenen ausgewählten Sprecher in
teressieren, die neue erprobte ländliche
Probleme behandeln werden//
Wir ersuchen unsere Leser, das
Datum hinter ihrer Adresse auf ihr
em Blatt nachzuschauen. Es ist das
Datum, an dem Euer Zeitungsabon
nement erneuert werden muß. Man
benutze den in jeder Nummer unserer
Wochenblätter befindlichen Bestell
Zettel. Jeder Leser spart einen Dol
lar, wenn et auf drei Jahre bestellt
und bezahlt.
Wir haben jeden Leser,' dessen
Abonnement fast ausgelaufen ist,
brieflich ersucht, sein Abonnement zu
erneuern, da wir uns gezwungen
sehen, alle Leser, die ihren Abonne
mentsbetrag zu lange hinausschieben,
von unserer Liste zu streichen. Jeder
kann uns Zeit und Geld ersparen,
wenn er regelmäßig etliche Monate
vor Ablauf des Jahresbetrags-Da
turns sein Abonnement erneuert. Im
voraus unsern besten Tank.
Wir können mit großer Genug
tuung feststellen, daß wir nun den
ältesten Kohlengräber (Miner) der
Ver. Staaten zu unfern Lesern zählen.
^ßdankm
u, Erinnerungen
Loa Äes. F. 8r« e |cS
(Nr. 43)
(Fortsetzung)
Hochw. Oeink war ein tüchtiger
Student und Professor gewesen in
Ouincy und in Emmettsburg. Dort
hatte er Deutsch, Englisch, Latein und
Literaturgeschichte doziert, im Semi
nar nebenbei auch Kirchenmusik. Er
war in den Klassikern gut beschlagen
und war beim Herrn Rektor Wattson
hoch angeschrieben.
Zuerst fragte er mich, ob ich das
Leben des hl. Ambrosius gelesen und
wie es mir gefiele.
„Ich habe es etwa zur Hälfte gele
sen," erwiderte ich, „und lese es mit
großem Interesse. Manches kam mir
auffällig, fast unerklärlich bor."
«Na, was mag das sein?" fragte er.
„Der arianische Bischof von Mai
land," meinte ich, „war gestorben, und
nun sollte. Ambrosius, der nicht ein
mal getauft war, sein Nachfolger wer
den, also ein ketzerischer Bischof, und
wenn er das nicht wird, kann er ihm
nicht folgen, denn das arianische Volk
nimmt doch keinen katholischen, ortho
doxen Bischof an."
„Ja," sagte Father Oeink, „das wä
re wohl wahr, wenn das ganze Volk
ariamsch gewesen wäre. Aber das Volk
war gut katholisch, nur der Bischof
roar arianisch. Darum verlangte das
Volk laut den Ambrosius."
Es war damals in Mailand ähn­
An der Spitze der Arianer stand
die Kaiserin Justina, ein stolzes, ei
gensinniges Weib, das gegen die Ka
tholiken Verschwörungen erregte. Die
se blieben jedoch ohne Erfolg solange
Kaiser Gratian lebte. Während die
Kaiserin Justina das Feuer des Aria
nismus schürte, zeigte der Kaiser stets
seine Vorliebe für die katholische Kir
che und fügte sich in allem stets dem
Rate des hl. Ambrosius. Aber die
Verfolgung brach heftiger aus nach
der Ermordung des Kaisers um das
Jahr 383, als sein Bruder, Volenti
man II., erst zwölf Jahre alt, den
Thron bestieg. Dieser Fürst, in der
Tat noch ein Kind, stand natürlich
ganz unter der Herrschaft feiner Mut
ter, die ihm alle ihre Vorurteile ge
gen Ambrosius und ebenso ihre ganze
Vorliebe für die Arianer beibrachte.
Diese Arianer baten ihre Beschützerin,
die Mutter, um Ueberlassung der
Portianischen Basilika, außerhalb der
Stadt gelegen. Ter Kaiser ersuchte den
hl. Ambrosius darum. Dieser aber
antwortete:
„Ter Kaiser hat Paläste, er lasse
dem Bischof seine Kirchen. Was hast
du mit dieser ehebrecherischen Sekte
gemein? Ja, ehebrecherisch ist sie, da
sie nicht in legitimer Verbindung mit
Christus lebt."
Nicht lange nachher begehrte 'man
sogar die Basilika Nova, die inner
halb der Stadt lag und viel geräumi
ger war als die Basilika Portiana.
Man ließ die Basilika sofort mit be
waffneter Macht umringen. Als der
Bischof befragt wurde, wie er es wa
gen könne, dem Willen des Kaisers
zu widerstehen, erklärte er:
„Ich besitze nur eine Waffe, das ist
der Name Jesu Christi. Ich habe
nichts als meine Person und diese
überliefere ich deinen Händen."
Durch diesen passiven Widerstand
zwang d?r Bischof den Hof, von seinen
Maßnahmen gegen die Katholiken ab
zustehen und die Zugänge zur neuen
Basilika freizugeben.
Indes hatten diese Vorgänge in
dem rachsüchtigen Herzen der Kaise
rin Justina eine Erbitterung zurück
gelassen, die sich ein Jahr später Lust
machte. Diesmal ließ der Kaiser dem
hl. Ambrosius kurzweg sagen: ..Geh'
hin, wohin du willst, nur geh weg
von Mailand?" Ter Bischof aber er
klärte, nicht wie ein Feigling von sei
nem Stuhl herabsteigen zu können.
..Ich bin den Kaisern Untertan, aber
ich weiche nicht vor ihnen. Ter Kai
ser ist in der Kirche, nicht aber über
ihr. Das behaupten Wir in Demut
und werden es beharrlich zur Nicht
schnür Unsers Handelns nehmen."
An einer solchen Gesinnung war
nicht vorbeizukommen, zumal das
Volk mitdem Bischof in der Basilika,
die von Soldaten umringt war, aus
harrte und Tag und Nacht mit seinem
Hirten Loblieder sang. Endlich wurde
die Belagerung aufgehoben und es
bildeten sich wieder freundschaftliche
Beziehungen zwischen dem Hose und
dem Bischof. Zugleich war nun auch
der Kampf mit dem Arianismus
Ende. Und es ist wahr, was der hl.
Hieronymus schreibt: Als nach dem
Tode des Kaisers Auxentius Ambro
sius Bischof von Mailand geworden
war, bekehrte sich ganz Italien zum
wahren Glauben.
Wie gegen die Häresie, so kämpfte
Ambrosius auch gegen die Iteberreste
des Heidentums, und zwar mit glei
chem Erfolg. Zu den zahlreichen Mo
numenten, an welche der Götzendienst
in Rom geknüpft war, gehörte der im
Senat errichtete Altar der Viktoria.
Kaiser Konstantin hatte diesen Altar
dem Untergang bestimmt. Der abtrün
nige Kaiser Julian, der Apostat, hat
te ihn wiederhergestellt. Kaiser Valen
tinian /. hatte ihn mehr ignoriert als
geduldet.
(Fortsetzung folgt)
OHIO WAISENFREITND
lich wie es in Deutschland war, als
Luther und die schlechten katholischen
Bischöfe abfielen und die leichte luthe
rische Lehre annahmen. Das deutsche
Volk war gut katholisch und kannte
keine andere Religion. Es., wollte
nichts von der neuen Ketzerei wissen.
Es waren die Fürsten und die Fürst
bischöse, die Hirten, die abfielen und
das Volk verführten, ja durch Lug
und Trug, durch Druck und Zwang,
durch Gefängnis und Strafen zum
Abfall zwangen
Mit dieser Erklärung war ich boß
ständig befriedigt.
„Doch noch eine Frage möchte ich
stellen: Wie kam es, daß sich damals
die Leute so spät tausen ließen, wie
z. B. Ambrosius, Augustinus, Hiero
nymus, Kaiser Konstantin u. a. m.?'
Antwort: Das war eben ein Miß
brauch, der auch abgeschafft wurde.
Man hat in der Kirche immer darauf
bestanden, die Kinder früh taufen zu
lassen. Aber Erwachsene, die vorher
heidnisch waren, konnte man die Tau
se ja nicht früher spenden.
Ich las weiter in meinem Buche:
Jetzt begann in Mailand der Kampf
gegen den Arianismus. Ambrosius
war durch fleißiges und unablässiges
Studium in der Religion wohl unter
richtet. Auch kannte er die griechische
Sprache so gut wie die lateinische. Mit
den notwendigen Kenntnissen ausge
rüstet, unternahm er die kommenden
schweren Kämpfe und konnte sie er
folgreich zu Ende bringen.
Dubuque, Ja. Am vergangenen
Donnerstag fanden hier die Trauer
feierlichkeiten für den im Alter von
vierundsechzig Jahren, nach langem
Leiden, verstorbenen hochw'sten Msgr.
Joseph I. Zeyen, seit neunzehn Jah
ren Pfarrer der hiesigen St. Marien
Gemeinde, statt. Er war in Deutsch
land geboren, war Kaplan des katho
lischen Försterverbandes und war auch
im Roten Kreuz-Dienst hier tätig.
Der hochw'ste Hr. Erzbischof Beck
man, der im November 1946 als Erz
bischof von Dubuque resignierte und
vom HI. Vater zum Titular-Erzbischos
von Phulli ernannt wurde, hat sich
nunmehr in seiner Geburtsstadt Cin
cinnati zur wohlverdienten Ruhe ge
setzt..
Chicago, III. Das katholische
chutzengel-Heim in Jöliet feierte am
13. Juli sein goldenes Jubiläum. Se.
Eminenz Samuel Kardinal Stritch,
Erzbischof von Chicago, präsidierte bei
einem feierlichen Pontifikalamt in der
St. Francis-Klofterkapelle, zelebriert
vom hochw'sten Henry Ambrose Pin
ger, O.F.M., Apostolischer Vikar von
Chorotsum, Shantung, China. Eine
feierliche Prozession leitete die Feier
ein. Um vier Uhr nachmittags wurde
auf den Anlagen des Heims feierlicher
sakramentaler Segen erteilt. Am
Abend war Lichterprozession nach der
Lourdes-Grotte. Samstag, 12. Juli,
war Kindertag Hochw. Francis Eci
movich, von Louisiana, ein früherer
Zögling des Waisenheims, zelebrierte
ein Hochamt. Am Montag, 14. Juli,
wurde ein feierliches Amt für die ver
storbenen Priester, Schwestern, Kin
der und Wohltäter des Heims aufge
opfert. Die Schwestern des hl. Fran
ziskus von der Unbefleckten Empfäng
nis Maria eröffneten das Heim, an
dem jetzt einundzwanzig Schwestern
wirken, im Oktober 1897 in einem
kleinen Haus auf den Anlagen, ihres
Mutterhauses. 1
Pawa, Indien. Wie letzte Wö
che in Rom bekannt gegeben wurde,
hat Papst Pius soeben den aus St.
Louis, Mo., stammenden hochw. Hrn.
August F. Wildermuth, 5./., zum Bi
schof von Patna ernannt.
St. Paul, Minn.
Im Alter von siebenundsiebzig Jah
ren starb am Freitag l. W. der hochw.
Hr. Patrick Shea, seit nahezu fünfzig
Jahren Pfarrer in Benson, Minn. Ge
boren in Monson, Mass., am 18. Sep
tember 1869, machte der nunmehr
Verstorbene seine Studien am St.
Charles College in Baltimore und am
Holt) Croß College in Worcester,
Mass., und vollendete dieselben am St.
Pauler Seminar, wo er am 19. Ja
nuar 1895 von Erzbischof Ireland die
Priesterweihe empfing. Daraufhin
war er bis September 1898 an der
•ct. Mary's-Gemeinde in St. Paul
stationiert und wurde sodann zum
Pfarrer in Benfon mit den dazugehö
rigen Missionen ernannt, wo er seit
her wirkte.
Die feierlichen Exequien erfolgten
am Dienstag. Das Pontifikalrequiem
zelebrierte Bischof Welch von Duluth.
Tie Predigt hielt der hochw. Hr. Ri
chard King. Ein Priesterchor unter
Leitung von Father Missia vom St.
Pauler Seminar fang das Totenossi
zium und die Messe. Die Beisetzung er
folgte auf dem Gemeinde-Friedhvf in
Benson. I
Im Alter von kaum fünfundvierzig
Jahren starb am 22. Juli der hochw.
Hr. Joseph L. Lord, zuletzt in Regal
stationiert. Am 27. Juli 1902 in Fo
ley, Minn., geboren, wurde er 1929
von Erzbischof Dowling geweiht,
machte daraufhin zwei Jahre lang in
Deutschland Spezialstudien und wirk
te seither in der Pfarrseelsorge. Die
feierlichen Exequien erfolgten heute
(Donnerstag) in der St. Luke's-Kir
che in.St. Paul. Das Pontisikalre
quiem zelebrierte der hochw'ste Weih
bisch,of Byrne die Predigt hielt der
hochw'ste Msgr. Cullinan. Ein Prie
sterchor unter Leitung von Father
Missia sang das Totenossizium und
die Messe. Die Beisetzung erfolgte in
Foley. I
Zwilchen Krfog u. Frieden
(Fortsetzung von Sette 1)
Inwieweit die Ver. Staaten ge
zwungen sein können, den Griechen
direkte Hilse leisten zu müssen, ist noch
nicht zu übersehen. Es wird sich zu
nächst zeigen müssen, ob die „fried
liebenden Nationen" Mittel und We
ge finden, das drohende Unheil an den
Grenzen Griechenlands aufzuhalten,
um die Gefahr eines größeren, inter
nationalen Konfliktes rechtzeitig abzu
wenden.
Der „Molotow-Pla»«
Die Vorgänge in Griechenland bil
den eine eigenartige Begleitmusik zu
den Versuchen, West-Europa ohne
Rußland neu zu organisieren. Ruß-
land is^Mtzenscheinlich am Werk, die
Wiederaufboupläne im Westen zu stö
ren und gleichzeitig seinen Ost-Block
zu stärken. Moskau sorgt aber dafür,
daß nicht allzu viel bekannt wird von
dem, was alles hinter dem Eisernen
Vorhang vorgeht. So liegen z. B. nur
knappe Meldungen vor über „Volks
Demonstrationen" gegen Maniu und
seine Bauernpartei und zahlreiche
Verhaftungen von führenden Mit
gliedern dieser Partei.
Wichtiger aber als die Bemühun
gen Moskaus, in seinen Vasallenstaa
ten Regungen gegen die Ablehnung
der amerikanischen Hilfe nicht aufkom
men zu lassen, ist die merkwürdige
Schwenkung, die sich in Frankreich
und England bemerkbar macht. Pre
mier Ramadier, der bei der Eröff
nung der Pariser Besprechungen so
vernünftig geredet, aber augenschein
lich gereizt ist durch die heutige fach
liche und realpolitische Haltung Wash
ingtons Deutschland gegenüber, macht
merkwürdige Verbeugungen vor Mos
kau fast als ob er so von Washing
ton Zugeständnisse zu erpressen hofft
Und London verhandelt, augenschein
lich mit Erfolg, mit Moskau über
Holz- und Getreidelieferungen.
Zwischen Moskau und den rufst
schen Vasallenstaaten und unter den
letzteren wurden seit dem Pariser
Krach zahlreiche Handelsabkommen
abgeschlossen.
PaWna
Der Kampf um Palästina als Sitz
eines jüdischen Nationalstaates wird
immer erbitterter. Letzte Woche suchte
das Schiff „Exodus", das mit fünf
undvierzighundert jüdischen Passagie
ren von einem französischen Hafen
ausgelaufen war, die britische Blok
kade zu brechen. Sobald es aber in
nerhalb der Dreimeilen-Grenze war,
wurde es von einem britischen Schiff
gestellt. Der „Exodus" floh, wurde
aber von dem Briten eingeholt und
mußte sich nach erbitterter Gegenwehr
der jüdischen Flüchtlinge ergeben. Die
Flüchtlinge ^wurden zurücktra^por
tiert.
Während eine Spezialkommission
des Völkerbundes die Lage in Palä»
stina untersucht, wird Jerusalem von
Explosionen erschüttert, und der Der
ror heult durch das Hl. Land.
Japan
^ie Ver. Staaten forderten letzte
Woche Rußland und die anderen
Großmächte auf, auf ihr Vetorecht
beim Entwurf des Friedensvertrages
für Japan zu verzichten. Die Ver.
Staaten schlugen ferner vor, daß die
Friedenskonferenz in Washington
oder in San Francisco am 19. August
beginne.
Der amerikanische Vorschlag zielt
abgesehen von der Aenderung des
Vetorechtes, wie es- bei den deutschen,
österreichischen und osteuropäischen
Verträgen ausgeübt wurde und auch
in der Zukunft ausgeübt werden soll
auch darauf ab, die mittleren
Mächte zu den Beratungen hinzuzu»
ziehen. Amerika schlägt vor, daß elf
Mächte auf der Konferenz vertreten
sind.
Die russische Botschaft in Washing
ton enthüllte am Samstag die vom
Staatsdepartement bestätigte Tatsa
che, daß Moskau die erste internatio
nale Konferenz über den Vertrag mit
Japan boykottieren will.
Inland
(Fortsetzung von Seit« 6)
ligt. Nur verhältnismäßig geringe
Abstriche wurden vorgenommen. Bis
vor kurzem hatten führende Republi
kaner erklärt, sie würden für stärkere
Abstriche eintreten. Die Aenderung
ihrer Haltung ist zum Teil auf die
bewaffneten Zusammenstöße an der
griechisch-albanischen Grenze und auf
die immer weiter werdende Spaltung
zwischen West- und Ost-Europa zu
rückzuführen. Besonders hat hierzu
die Weigerung Rußlands und seiner
Nachbarstaaten, an der Pariser Kon
ferenz teilzunehmen, beigetragen.
Durch das Hilfsprogramm der
Bundesregierung soll Europas Wie
derausbau beschleunigt, die Ausbrei
tung des Kommunismus hintangehal
ten und den Hungrigen und Heimat
losen geholfen werde».
Präsident Truman unterzeichnete
letzte Woche eine Gesetzesvorlage, die
das sechzig Jahre lang geltende Ge
setz über die Nachfolge des Präsiden
ten abändert und praktisch den Spre
cher des Repräsentantenhauses, Jo
seph W. Martin jun. (Republikaner
von Massachusetts), als den ersten Er
satzmann fürs Weiße Haus bestimmt.
Nach dem neuen Gesetz würde Martin
in dem Falle Präsident werden, daß
Truman seine Amtszeit nicht zu Ende
führen kann was, wie Martin sagt,
hoffentlich niemals eintreten wird.
Hr. Truman hat mit dieser Unter
zeichnung ein Ziej dessen
Durchführung er sich seinem
Amtsantritt nach dem Toöe Roose
elts am 12. April 1945 vorgenom
men hatte. Zwei Monate nach seinem
Einzug ins Weiße Haus hatte Tru.
man den Kongreß gebeten, mit der
26. Juli
alten Traditio» §tt brechen, ba „fa
roe it irgend möglich, das Amt defc
Präsidenten nicht mit einem ernann
ten, iondern einem gewählten Beam?
ten besetzt werden sollte".
Das Haus folgte dem Beispiel Öd
Senats und stimmte für die Zusamt
menlegung der Streitkräfte. Die An.
nähme der Vorlage wurde im vorauß
durch die Bestimmungen gesickert, daß
das Marinekorps seine Selbständig?»,
feit behalten und die Flotte ihre ei
gene Luftwaffe erhalten soll.
Kriegssekrelar Robert P. PüktK
son hat sein Rücktrittsgesuch eingeh
reicht daß von Präsident Truman an
genommen worden ist. Zu seinem
Nachfolger hat der Präsident den bis«
herigen Untersekretät im Kriegst)e*
partement, Kenneth C. Royal, er
nannt.
In seinem Rücktrittsgesuch betont
Patterson, die Zusammenlegung der'
Streitkräfte der Ver. Staaten sei jetzt
in Sicht, und daher wäre die Zeit ge
kommen, von den Pflichten, die et
während der letzten sieben Jahre als
Hilfsstaatssekretär, Unterftaatsfekre*
tär und Sekretär im Kriegstieporte*
ment erfüllt habe, zurückzutreten.
~ein Rücktritt gilt vom 24. Juli an.
Trotzdem die Aussichten auf baldi
ge Annahme der sogenannten Strato
ton-Vorlage, nach welcher vierhundert^
tausend europäische KnegSflüchttinge
in die Ver. Staaten einwandern imr«:
fen, immer geringer werden, setzen
die Befürworter der Vorlage doch ihre
Bemühungen fort.
So gab der frühere Einwände
rungskommissar der Ver. Staaten und
jetzige Universitätsprofessor Sari G.
Harrison, der auch Vorsitzender des
Verbandes für Verschleppte (Citizens
Committee for Displaced Persons) ist,
folgende Erklärung ab: „Dies ist ein
Problem, das dringend eine Aktion
erfordert. Wenn wir mit anderen Na»
tionen zusammenarbeiten wollen,
wenn wir unseren Anteil zur Aus»
rechter Haltung des Friedens in der
Welt beitragen wollen, dann müssen
wir etwas Positives tun, um an der
Lösung der Probleme der Kriechs
Flüchtlinge mitzuhelfen."
Jedoch besteht, wie gesagt, so gut
wie keine Aussicht mehr, die Stratton
Vorlage noch während der jetzigen, der
letzten Woche der augenblicklichen Sit
zungsperiode de» -M.bera«
ten. V- i?
In einem Zeitungsinterview er
klärte letzte Woche Senator James Ö*
Eastman von Mississippi: „Was die
Möglichkeiten einer wirtschaftlichen
Erholung von West-Europa unter
dent Marshall-Plan im allgemeinen
und Deutschland im besondern angeht,
bin ich Optimist. Ich betone den Wie
deraufbau Teutschlands, weil ich mir
über feine wesentliche Rolle im Wirt
schaftsleben Europas klar geworden
und immer für die Notwendigkeit sei
ner Erholung eingetreten bin. Darf
ich an eine Rede erinnern, die ich bor
fast zwei Jahren im Senat gehalten
habe, um diese These zu beleuchten,
und die Verrücktheit von Ansichten
nachzuweisen, wie sie der Mergenthau
Plan aufweist, der Deutschlands Wirt
schaftsleben fast ganz vernichtet haben
würde? Die Entwicklung der Dinge
hat sicherlich meinen Standpunkt ge
rechtfertigt."
Der Senator fuhr fort: „Was für
den Mergenthau-Plan gilt, läßt sich
auch über viele Beschränkungen sagen,
die der deutschen Erholung durch die
Vereinbarung von Potsdam auferlegt
wurden, welche sich ebenfalls als ge
fährlich, unpraktisch und unmöglich er
wiesen hat. Tie bittere Erfahrung der
letzten beiden Jahre bringt alle mög
lichen Leute zur Einsicht, daß Deutsch
land ein Hauptfaktor in der Wirt
schaft Europas ist, und nicht einmal
ein unbeträchtlicher Faktor in unserer
eigenen Wohlfahrt: daß diese Erho
lung Deutschlands im allgemeinen das
Vorkriegsmuster zum Vorbild rieh-'
men muß, immer unter angebrachter
Rücksicht aus die internationale Sicher
heit, und nicht nach einem neuen Mu
ster, welches seine Wirtschaft von
Grund auf ändern würde, wie z.B.
eine durchgreifende Verlegung von
der Schwerindustrie auf die Seicht
industrie, oder die Beschränkung der
Schwerindustrie aus eine Produkt
tionssorrnel, die mehr von politischen
als von wirtschaftlichen Rücksichten
diktiert wjrd..."
Unsere aus Heilkräutern hetfe
siellten Laxative Capsules find nicht
mir cm mildes Abführmittel, fatibem
fördern die Verdauung, entfernen Me
Giftstoffe au» Magen und den ver»
dauungsorganen, stärken dieselbe»
und reinigen das Blut. Bei cht«*
scher Verstopfung sind sie unübertrvf-'
fen.
F.OJk SS Columbia, Ohl»
4E

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1*8 East 10th St., St. Paul 1, Minn.
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June 7, 1945, at the pott office at
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for in the Act of February 28, 192&,
embodied tn Paragraph 4, Section
538, P. L. R., authorized June
1945.
Worthington, O. St. Paul, Mim».
Samefafl, 26. Juli 1947.
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CHARLES R. NEUMANN
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WOLFRAM'S LAXATIV*
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Prei»: $2.00 per Box («vrrat fttt
2 bis 3 Monate) 3 Boxes für $5.00,
Porto extra.
THE WOLFRAM 00.

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