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Ohio Waisenfreund. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1874-1953, April 17, 1948, Ausgabe der 'Wanderer', Image 8

Image and text provided by Ohio Historical Society, Columbus, OH

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Diese» Wochenblatt erscheint feit
dem Jahre 1873 regelmäßig jeden
®cnrstaa und wird herausgegeben
|um Besten des Päpstlichen Kolle
gium Josephinum der hl. Kongrega
tfnn der Propaganda in Columbus,
dessen Zweck die Heranbildung beut
scher Priesterzöglmge für die Ver.
Staaten ist. Diese Anstalt ist Haupt
sächlich angewiesen auf die Einkünfte
dieses Biattes und die Geschenke sei«
iter Leser.
1
SiMnaringen.
=B=gg»
Sonntag, 18. April: Tritter Sonn
a n a O s e n E v a n e
lium: Nur eine kleine Weile
(vsoh. 16).
Montag, 19. April: Emma.
Dienstag, 20. April: Theodor.
Mittwoch, 21. April: Konrvd von
Parzham.
Tonnerstag, 22. April: Soter und
Cajus.
Freitag, 23. April: Georg.
Samstag, 24. April: Fidelis von
Stimme des Volkes
für das Josephinum
Einliegenden Scheck übersende ich
Ihnen als Danksagung für die Er
höriWg einer Bitte.
O.
Einliegend $3, eine Gabe, die ich
zu Ehren bef HL Joseph in schweren:
Kummer versprochen hatte.
Leser, MAn.
Einliegend $5, die ich in verschie
denen Anliegen versprochen hatte. Ich
bin, Gott sei Dank, jedesmal erhört
worden. Möge der liebe Gott Sie und
Ihre Anstalt reichlich segneu!
Alte Leserin, Pa.
Todesanzeigen
John B. Neumann, gestorben am
6.
April 1948 in Columbus, O. Er
war geboren in der Rheinpsalz und
wohnte anfänglich in Utica, N. I).
Er hinterläßt seine Gattin Barbara,
Mei Töchter (Frau Joseph Howard
und Frau W. Burkley), acht Enkel,
drei Urenkel und einen Bruder (C.
R. Neumann). Ter Verstorbene war
vierzig Satire lang Buchführer in der
.Ohio-Waisenfreund'-Office u. Agent
des Blattes. Er gehört zum Namen
Jesu-Verein, zum St. Franz-Taver
und zum St. Johannes-Verein. Das
feierliche Requiem fand am 9. April
in der Kirche des hl. Johannes des
Evangelisten statt und das Begräbnis
erfolgte auf dem Kaloarien-Friedhof.
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u. Erinnerungen
V»» ITtW. gr. a e i
(Nr. 79)
v
(Fortsetzung)
Wir zogen eine Meile nach der an
dern mit Sack und Pack langsam und
mühsam weiter, an der alten Block
kirche (ohne Pfarrhaus) vorbei
kein Priester. Indes war am Sonn
tag Father Untraut angekommen und
wohnte bei einem Farmer in der Nä
he der Kirche.
Endlich nach vier Meilen ange
strengten! Marsch kamen wir bei Pie
per» an. Doch was für ein Loghaus!
Oben und unten nur ein Zimmer, fast
feine Türen und Fenster, nur ein
guter Stall. Da hinein krochen wir
mit den Piepers zusammen, die nur
zu vier waren. Mit unsern sieben Per
sonen zusammen war das Haus voll
wie ein Bienenschwarm.
Wir aßen tüchtig Pfannkuchen mit
Eirup und Brot, Maplesirnp so süß
mie Honig auf dem Brot und etwas
^peck dazu. Aller Trubel und alle
Müdigkeit waren vergessen.
Nach zwei Tagen zogen wir in eine
andere Blockhütte bei Joseph Späts
(sen.) Farm, die Matt Penzler gehör
te und auf seinem Vierzig-Acres
Land lag. Matt war ein Junggeselle.
Er hatte diese Hütte aus Logs gebaut
mit einer Küche dazu. In letzterer
wohnte er selbst und überließ uns das
Haus eine Stube mit Dachroost
unter den Shingles, durch welche die
onnenstrahlen und Schneeflocken
eindrangen. Das war die Herberge,
wo die Kinder schliefen. Tie beiden
Enden waren zugepackt mit Brenn
holz. Wir schliefen in der Mitte flach
auf dem Boden, wie Abraham Lin
coin einst in Indiana aus dem Bal
ken. Wir schliefen gut und sorglos.
Vater und Mutter sorgten ja für uns.
Wir hatten genug zu essen, hatten
keine Schule, konnten herumspringen
wie die Chippewa-Jndianerkinder.
Sonntags ging's zur Kirche. Edson
hatte einen strammen schwäbischen
Pfarrer bekommen. Derselbe gewahr
te mich bald, und so mußte ich Meß
dienen lernen.
Wir mußten immer vorbei an
Sommers Farmhaus, wo er wohnte.
Er nahm mich mit in seine Wohnung
und zeigte mir seine Bücher. Er wohn
te dort bei den guten Leuten fast den
ganzen Sommer, bis das neue Psarr
Haus gebaut werden konnte. Ter Va
ter und Franz Pieper halfen beim
Ausgraben des Kellers.
Der Vater arbeitete einige Monate
in Moor's Stave Factory, später in
der Derfuß Brickyard. Aber es fehlte
doch eine gute Arbeitsgelegenheit und
die Löhne waren zu niedrig, so daß
man kaum leben konnte. Unter die
sen Umständen war keine Aussicht für
die Zukunft. Alle Hoffnungen, die sich
der Vater gemacht hatte, zerschlugen
sich. Tazu kam-noch eine Mißernte.
Es blieb nichts übrig, als nach Ohio
zurückzuwandern.
Franz Pieper blieb. Er starb im
Jahre 1885.
Ter Vater hatte manche schlimme
Zeiten durchlebt und ist manchen Ge
fahren entgangen, weil er immer ein
starkes Gottvertrauen hatte.
Uebereiser
In jedem Stande kommt es vor,
daß Leute übereifrig oder gar hitzig
in ihren Beschäftigungen sind. Ein
rechter Eifer für das Haus Gottes
und für die Rettung unsterblicher
Seelen ist gewiß lobenswert und wird
von Gott belohnt. Das Gegenteil da
von ist der selbstsüchtige Eifer, der
vor andern besonders Vorgesetzten
groß und tüchtig erscheinen will,
um gelobt zu werden und auf andere
seinesgleichen verächtlich herabschaut.
Dieser selbstsüchtige Eifer beginnt
schon in der Klein kin der schule und
wächst weiter bis hinauf zu den höhe
pen Klassen, Hochschulen und Univer
sitäten. Ein guter, eifriger und ersah
rener Lehrer (Lehrerin oder Schul
schwester) erkennt dies bald und ist
bemüht, diesen Eiser in die rechten
Bahnen zu leiten. Das gehört zur
Erziehung.
Eine andere Art Eifer ist där blin
de Eifer. Der ist schädlich und oft
sündhaft. Den Eifer für die Ehre
Gottes, den heiligen Eifer besaß Mo
ses, als er vom Berge herabstieg und
den Tanz um das goldene Kalb er
blickte. In seinem berechtigten Eifer
zerbrach er die Gesetzestafeln am Fu
ße des Berges. Tobias verlegte sich
mit so großem Eifer auf die Aus
Übung der Werte der Barmherzigkeit,
daß er sogar des Königs Ungnade und
Verfolgung nicht achtete und selbst
vom Festmahle wegeilte, um die To
ten zu begraben.
Das ganze Leben Jesu von der
Krippe bis zum Kreuzesopfer war ei
ne Kette eifrigsten Wirkens für Got
tes Ehre, für die Ausbreitung des
Reiches Gottes und die Bekämpfung
der Sünde. „Meine Speise ist, daß
Ich den Willen Dessen tue, der Mich
gesandt hat, damit Ich Sein Werk
vollbringe." Von Ihm steht geschrie
ben: „Der Eifer für Dein Haus ver
zähret Mich."
Die hl. Apostel trieb der Eifer für
die Sache Gottes durch alle Länder,
obschon sie wußten, daß sie Verfol
gung und Martyrium erleiden wür
den. Ihnen folgten und eiferten wür
dig nach so viele heilige Missionare
alter und neuer Zeit, welche weder
'Mühen noch Gefahren scheuten, um
das Reich Gottes auszubreiten, so
viele Märtyrer, die für die heilige Re
ligion die größten Qualen erduldeten
fromme Könige, die all ihren Einfluß
und ihre Schätze Hingaben, um die
Religion Jesu Christi zu verbreiten
und Kirchen und Klöster zu errichten.
Man denke nur an Kaiser Karl den
Großen, Kaiser Heinrich, König Ste
phan und Ludwig IX. heilige Päpste
und Bischöfe, die von heiligem Eiser
erglühten für Glauben und Sitten.
Gottesdienst und Wissenschaft, wie ein
Gregor VII., Karl Borromäus, Franz
von Sales, die Kreuzfahrer, die für
das Hl. Land und die Befreiung der
Gefangenen aus den Händen der Un
gläubigen so große Opfer brachten, so
viele Orden und Bruderschaften, wel
che für die Sache Gottes eine so reiche
Tätigkeit entfalteten.
Es gibt auch einen Eifer für die
eigene Heiligung und die Verrichtung
guter Werke. Das ganze Alte Testa
ment enthält eine Fülle solcher Bei
spiele. .....
(Fortsetzung folgt)
Austin, Tex. Ter hochw'ste Hr.
Louis I. Reicher wird am 13. Mai
als erster Bischof von Austin in der
zur Kathedrale bestimmten St. Ma
rien-Kirche feierlich installiert werden.
Tie Weihe des neuen Bischoss fand
am 14. April (gestern) in der St.
Marien-Kathedrale in Galveston statt.
Cleveland, O. Die Konsekration
des hochw'sten Hrn. John F. Dearden
zum Titularbischof von Sarepte und
Koadjutor des Bischofs Hugh C.
Boyle von Pittsburgh, findet am 18.
Mai hier in der St. Agnes-Kirche
durch den päpstlichen Delegaten, Erz
bischof Cicognani, unterstützt von Bi
schof F. Hoban von Cleveland pnd
Hilfsbischof F. L. Begin von Cleve
land statt.
St. Paul, Minn. Am kommen
den Sonntag, 18. April, beginnt die
vierzigftündige Andacht im St. Jo
sephs-Waisenhaus, St. Paul, und in
folgenden Pfarrkirchen der Erzdiöze
se: St. Kolumbas, St. Paul St.
Stephans, Anoka St. Marien, Tel
ano St. Patrizius, Edina Hl. Er
lösers, Montgomery St. Josephs,
St. Joseph.
St. Cloud, Minn. Aus der Tiö
zesant'anzlei wurden die folgenden
Versetzungen unter dem hochw. Psarr
klerus bekannt gegeben: Hochw. Hr.
Benno E. Retzek, bisher Pfarrer der
St. Michaels-Gemeinde in Motley,
als Pfarrer der SS. Peter und
Pauls-Gemeinde in Elrosa Hochw.
Hr. Paul I. Schmelzer, zuletzt Ad
ministrator in Elrosa, als Pfarrer der
St. Michaels-Gemeinde in Motley.
Tie Versetzungen treten am kommen
den Sonntag, 18. April, in Kraft.
Silbernes Priesterjubilanm von
P, Bernard Straßer, O.S.B.
A rib a n, Minn. Die kleine
Gemeinde Arban erbrachte am Wei
ßen Sonntag, 4. April, wieder ein
mal den Beweis, was selbst wenige
Familien leisten können, wenn sie den
echten katholischen Pfarrfamiliensinn
besitzen, wie es früher mehr allgemein
noch dar Fall war. Tie kleine Mis
sionskirche vom Hl'sten Herzen Jesu
wird seit etwas über zwei Jahren wie
der aushilfsweise von der St. John's
Abtei in Collegeville versehen, die
1873 dort die Seelsorge und den Bau
einer Kirche begannen. Hochw. Ber
nard Straßer kommt seit einem hal
ben Jahr regelmäßig dorthin, und die
dankbaren Arbaner ließen es sich nicht
nehmen, die fünfundzwanzigste Wie
derkehr seiner Priesterweihe mit einer
in jeder Beziehung vorbildlich gelun
geliert Festlichkeit zu feiern. Ta zur
selben Zeit fünf der Kleinen zur er
sten beziehungsweise feierlichen heili
gen Kommunion gingen, bekam das
Fest noch mehr den Charakter eines
traulichen Familienfestes.
Um 9 Uhr 30 vormittags war in
der festlich geschmückten kleinen Pfarr
kirche ein feierliches Hochamt, bei dem
Mitbrüder des Jubilars von der Ab
tei in Collegeville mithalfen: P. Cöle
stin Capsner, als Diakon und Fest
Prediger P. Casper Keogh, der Vor
ganger P. Bernards in Arban, als
ubdiakon P. Gerard Farrell mit
vier Seminaristen als Organist und
Chorhelfer Bruder Bernard Lütgen
als Zeremomenmeifter. Father Scheu
rer, der vor ungefähr dreißig Jahren .....
nicht nehmen trotz seiner sechsundsieb
zig Jahre beim Feste anwesend zu
fein.
Nachmittags um zwei Uhr war fei
etlicher Segen und hernach Familien
feier in der nahen Schule* mit Lunch,
wozu foviele Freunde des Jubilars
und der Pfarrei Arban, viele Meilen
weit kamen, daß nicht alle Platz fin
den konnten.
P. Bernard mußte in der Hitler
Zeit aus Deutschland fliehen und kam
1940 nach Amerika. Seit 1941 lehrt
er an der St. John's University
Deutsch und Französisch.
LirchUche Nschrichten
In Prag ist nach langem schweren
Krebsleiden Universitätsprofessor Dr.
Robert Mayr-Harting verstorben. Er
war ein über ganz Europa bekannter
Jurist. Nach dem ersten Weltkrieg be
teiligte sich Mayr-Harting am Auf
bau der Deutschen Christlichsozialen
Volkspartei und wurde zuerst in den
Senat, später ins Abgeordnetenhaus
gewählt. Mayr-Harting war mit sei
ttem Universitätskollegen Dr. Spina
der geistige Vater des politischen Ak
tivismus, d. h. der Zusammenarbeit
zwischen Deutschen und Tschechen auf
dem Boden der Tschecho-Slowakei.
1926 trat er als erster Sudetendeut
scher ins Prager Kabinett ein und
übernahm das Justizministerium.
1945 wurde er zwar nicht ausgewie
sen wie die Mehrheit seiner Volksge
nossen, aber er verbrachte seine altern
den Tage in bitterster Not und Ent
behrung. Ein CARE-Paket, das der
chreiber dieser Zeilen ihm sandte,
wurde nicht zugestellt, da der Adres
sat d. h. ein Universitätsprofessor,
zeitweiliger Rektor und langjähriger
Justizminister der Tschechen „in
Prag unbekannt" war. Mayr-Har
ting war praktizierender Katholik und
täglicher Kommunikant. Bei verschie
denen Anlässen hat er mir als Mini
strant bei der heiligen Messe gedient.
R. I. P.
In Lana, Provinz Bozen, Südtirol,
ist am 26. Januar der Abt-Hochmei
ster des Deutsch-Ordens (früher Deut
scher Ritter-Orden) Robert Schälzky
an einem Herz- und Nierenleiden im
Alter von sechsundsechzig Jahren ver
storben. Schälzky war der Sohn ar
mer Webersleute aus dem Altvater
gebirge. Er studierte in Brixen und
wurde nach seiner Priesterweihe Ka
plan, später Pfarrer von Freuden
lhal. Er war unermüdlich tätig im
Aufbau der Katholischen Volksbewe
gung 1919 wurde er ins Prager
Parlament gewählt, wo er sich beson
ders um den Ausbau der Sozialge
setzgebung bemühte. 1936 wurde er
als Nachfolger Abt Paul Heiders zum
Hochmeister des Deutsch-Ordens ge
wählt. Die Nazis beschlagnahmten
das Vermögen und lösten den Orden
auf. Seitdem haben die Tschechen den
Besitz geraubt und den Hochmeister
sowie die Ordensmitglieder vertrie
ben. Abt Schälzky erlag den Sorgen
und Aufregungen der durch Potsdam
vertriebenen Christen auf einer Visi
tationsreise in Südtirol. R. /. P.
Friedliches
Pfarrer in Äriyn war, ließ es jichmsl bei dö Fraukes Direktors aus,
E. J. R.
Entgegenkommen
Die Eheleute Kundig waren recht
glücklich miteinander sie hatten zwei
liebe Kinder, die gesund und fröh
lich waren. Auch sonst litten sie nicht
übermäßig unter der Not der Zeit.
Nur etwas bereitete Frau Kundig
oft schweren Kummer, nämlich die
Schwiegermutter, die mit ihrer Toch
ter, einer Lehrerin, am gleichen Ort
wohnte. Die alte Frau Kundig ge
hörte zu den Menschen, die an allem
und jedem etwas auszusetzen haben
und am meisten art der Schwieger
tochter. Sie hatte nur den einen Sohn
gehabt, ihn umsorgt und verwöhnt,
und nun konnte sie es nicht verwin
den, daß eine andere und Jüngere an
ihre Stelle getreten war. Das wa
ren gewiß feine schönen Empfindun
gen, aber schließlich sind sie xiner
Mutter, die zahllose Opfer für die
Ausbildung ihres Sohnes brachte,
zu verzeihen.
Die junge Frau hingegen konnte
die Schwiegermutter mit ihren ewi
gen Sticheleien und Nörgeleien nicht
leiden. Sie war immer bestrebt ge
wesen, ihrem Gatten eine gute Haus
frau zu fein, aber wenn er von ei
nem Besuch bei der Mutter heim
kehrte, hatte er auch an diesem und
jenem auszusetzen.
Nun war der siebzigste Geburtstag
der alten Frau Kundig nahe. Ihr
ohn hatte seiner Frau davon gespro
chen, aber diese hatte kein Wort daraus
gefunden. Heimlich dachte sie: „Soll
ich mich überwinden, mit den Kin
dern Verschen einüben und ihr ein
Fest Bereiten?" Sie kam zu keinem
Entschluß. Immer wieder kamen ihr
die erlittenen Kränkungen ins Ge
dächtnis und trieben alle schönen Ge
danken fort. Da sprach sie sich ein
in dessen Fabrik ihr Mann angestellt
war. Die sagte: „Es bietet sich da
für Sie eine seltene Gelegenheit,
Gutes zu tun. Führen Sie Ihren
Plan aus, ich bin gewiß, das bringt
Sie der alten Frau näher. Ein
friedliches Entgegenkommen hat noch
nie geschadet." Frau Kundig Übte
dann mit den Kindern, zwar noch
innerlich widerstrebend, kleine Ge
dichtchen ein, und als der Tag da
war, ging sie mit den Kleinen in
frischen hellen Kleidchen und einem
Blumenstrauß in das Haus der
Schwiegermutter. Die war über die
se unerwartete Aufmerksamkeit un
beschreiblich gerührt und dankte mit
Tränen in den Augen. Seit diesem
Tage beseelte ein anderer Geist sie.
Nie mehr hatte sie ein unfreundli
ches Wort für die Schwiegertochter,
im Gegenteil nur Lob und Gutes.
So hat der jungen Frau ihre
Ueberwindung Segen gebracht. Es
bedarf oft so wenig, um in eiuen
trüben Tag Sonne zu bringen.
„.
Ueletriichte aus Merken
kstholitcher Kchrittüeller
Wer nicht gelitten hat. versteht
nichts, denn auf Leiden ist das Le
ben gegründet, und die ganze Ent
wicklung des Menschen beruht auf
der Weife, wie er das Leben bald
duldend, bald, handelnd -erträgt.
Leiden kommen in jedem Leben
vor allein, unglücklich wird man
nur durch Trostlosigkeit im Leiden
und das Kreuz fehlt keiner Seele
allein, das Kreuz heiligt nicht,!
fondern die Art, wie es attgertom«
men, wie es getragen wird. Nur im
Glauben wird das gelernt, nur ge
übt im Geist der Buße Akd des'
Opfers. .f'-.-i:
Die Furcht Gottes ist die einzig
sichere Grundlage der Erziehung
aus der heiligen Furcht, denjenigen
uns erlöst hat, und heilig und selig
machen will, gehen die Tugenden her
vor, die uns in den Kämpfen des
Lebens die notwendigsten sind: Wach
samkeit, Selbstbeherrschung. Opfer
sinn, Beharrlichkeit.
Zivilisation ist die Bildung der
Menschheit nach christlichen Prinzi
pien. Das Christentum allein ist bil
dend, weil sein Lebenskern das Op
fer ist, weil allein es opferwillig
macht und die Achtung fremden Rech
tes, die Erfüllung eigener Pflicht und
die heilige Notwendigkeit lehrt, den
Individualismus zu beschränken, um
die Einheit herbeizuführen, die einst
wilde Horden samt ihren Häuptlin
gen, und Sklavenvölker samt ihren
Neronen in christliche Völker umge
staltete. Das Christentum allein er
faßt die Freiheit als freiwillige Un
terwerfung von gottentstammter Au
torität, und den Fortschritt als eine
freiwillige Bewegung in der Rich
tung auch christlich-sittliche Vollkom
menheit. Dieser übernatürliche Ge
horsam, verbunden mit dieser über
natürlichen Sterbfamkeit, entwickelt
eine solche Kraft des Geistes und ei
nen solchen Adel der Seele, daß eine
Menschheit, die von diesen beiden Be
griffen durchdrungen und belebt wä
re, in die höchsten Bahnen der Zi
vilisation, der harmonischen Entsal
tung und Anwendung aller guten,
sittlichen und geistigen Kräfte einlen
ken, und ihre politischen, bürgerli
chen und sozialen Institutionen zu
einem ihnen entsprechenden Ausdruck
machen würde.
»refft.
|w/
AiHM Me Wis
deutschen Mifliomuö
In einer kirchlich blühenden, aber
armen, gut katholischen Pfarrgemein
de in Paraguay, Süd-Amerika, fehlt
bringend ein ganz bescheidenes Kirch
lein. Da es sich durchweg um ärmste
Landbevölkerung handelt (es sind au
ßer Paraguayern auch deutsche, polni
sche, russische und andere gute Katho
liken vorhanden), wird um die gütige
Mithilfe der so oft bewährten katholi
schen Glaubensbrüder und -schwestern
aus.den Staaten gebeten. Jede
atich dick'allerkleinste Gabe, die
in einem gewöhnlichen Briefe auf mei
ne volle Verantwortung gesandt wer
den kann, nimmt der unterzeichnete
deutsche Pater dankend entgegen.
Quittung wird sofort erteilt. Für die
edlen Freunde und Gönner der ge
planten HI.-Kreuz-Kirche wird monat
lich der Segen einer heiligen Messe
aufgeopfert. Gütige Gaben und Zu
schriften mögen Sie bitte richten an
Rev. Padre, Don Jose Kreusser, 5.
V.D., Coronet"Bogado (Paraguay),
South America.
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embodied in Paragraph 4, Section
538, P. L. A JR., authorized June 1,
1945.
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