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Ohio Waisenfreund. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1874-1953, April 24, 1948, Ausgabe der 'Wanderer', Image 5

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Es gibt gewisse Prinzipien, sagte Be
nesch ern Größerer als er forder
te: Du sollst nicht töten! Du sollst
nicht stehlen! Du sollst kein falsches
Zeugnis geben wider deinen Nächsten!
Es liest sich wie eine Ironie, wenn
Erzbischof Bereut ht den Tagen der
„Machtübernahme" seinen Volksge
Nossen
zuries: „Zerstört nicht das
Werk eines Masaryk, und eines Be
nesch!" Nein, nein, feine Sorge, Gott
wald hat es nur fortgeführt und fester
begründet!
In den Tagen der Krise erklärte
Benesch einer Delegation, daß für ihn
„keine Regierung ohne Kommunisten"
möglich sei: „Tie künftige Regierung
wird daher nicht nur Kommunisten,
sondern auch Gottwald umfassen.
Gotkvald ist der Präsident der stärk
sten Partei, und wenn eine neue Re
gierung bestellt wird, wird er der Lei
ter sein. Das ist für mich absolut
klar." „Ihr könnt darauf vertrauen,
daß ich weder jetzt noch in Zukunft
in irgend einer Situation etwas tun
werde, das zum Atlsschwß dieser oder
jener Gruppe aus der Teilnahme an
der Regierung führen würde. Ich
werde nie etwas derartiges unterzeich
iten." So Benesch am 21. Februar
(.Basler Nachrichten', 23. Februar).
Am selben Tage richtete er ein Glück
Wunschtelegramm an die Gründungs
Versammlung einer „Gesellschaft zur
Förderung der russisch-tschecho-flowa
tischen Freundschaft". Darin heißt es:
„Alle Nationen, die den Weg des
neuen Sozialismus gehen und damit
dem von der Sowjet-Union gesetzten
Beispiel folgen, werden ihren eigenen
Weg wählen. Tie Tschechen und die
Slowaken wissen, daß ihr Nachbar,
die Sowjetunion, die stärkste Garan
tie ihrer Sicherheit darstellt und ih
ren Dank und ihre unerschütterliche
Freundschaft verdient" (Ebd.). Der
„Demokrat" Benesch hält also die Zu
sammenarbeit mit der russischen Dik
tatur nicht bloß für möglich, sondern
für notwendig. Derselbe Benesch, der
un Tage des Einmarsches Hitlers in
Wien erklärte: Lieber Hitler als
Habsburg! hat keine grundsätzlichen
Bedenken gegen eine Diktatur. Nur
steht er dem Panslawisten Stalin nä
her. Wäre Stalin statt Hitler 1938
einmarschiert, es wäre zu keiner Krise
gekommen, er Hätte nicht die Welt in
den Krieg hetzen helfen, und sich mit
der Rolle des Gauleiters von Stalins
Gnaden, abgefunden.
Am 24. Februar richtet Benesch ei
nen Brief an Gottwald, in dem er
sein „aufrichtiges demokratisches Be
kenntnis" wiederholt die beraub
ten, geschändeten, gemordeten Sude
tendeutschen haben diese Demokratie
ja erlebt: „Ich muß diesem Bekennt
nis auch im gegenwärtigen Augen
blick treu bleiben, da nach meiner Ue
berzeugung die Demokratie die einzi
ge feste und dauernde Grundlage für
ein ehrliches und menschenwürdiges
Dasein bietet Ich habe meine
politische Arbeit auf diesen Grundla
gen ausgebaut und kann nicht anders
handeln, ohne zum Verräter an mir
selbst zu werden." Dazwischen steht
neuerdings die Phrase vom Sozialis
mus: „Es ist mir klär, daß der So
^ialismus die Lebensform ist, die von
der überwiegenden Mehrheit unserer
Nation gewünscht wird. Ich glaube,
daß ein gewisses Maß von Freiheit
und Eintracht mit dem Sozialis*
mus vereinbar sind." Gottwald lehn
te ab und forderte eine Regierung,
die sich aus „aufrichtigen, progressiv
nen Patrioten" zusammensetze unter
Ausschaltung derer, die „die Ideale
der Volksdemokratie verraten und die
Nationale Front mit Füßen getreten
haben". Und „Demokrat" Benesch
wird „zum Verräter an sich selbst",
besser gesagt, er anerkennt restlos und
unzweideutig die „Volksdemokratie",
den Kommunismus, den er als Te
mokratie maskiert eingeschmuggelt
hatte. Am 21. Februar erklärt er:
„Ich werde nie etwas derartiges un
terzeichnen", am 25. Februar erfolgt
das
an Sta-
lin-Gottwald. Tie „Volksdemokratie"
bat gesiegt die Phantasie politischer
Kinder, daß Demokratie und Kommu
nismus vereinbar seien, ist vergan
gen die mit soviel Geld und Lügen
ausgebaute Legende von der „Insel
der Demokratie" im Herzen Europas
ist demaskiert. Tie einzigen, die so
etwas wie Zivilkurage zeigten, sind
Prager Studenten, die erklärten, sie
würden in der Erinnerung an die
acht Studenten, die am 17. November
1939 von den Nazis erschossen wur
den, „die Freiheit der Parteien mit
ihrem Blute verteidigen". Wie
viele wohl die Volksdemokratie Be
neschs schon „liquidiert" Hat?
Noch »am 25. Februar sang einer
der Benesch-Lobhudler Jules-Albert
Jaeger, ein Franzose, in den ,Basier
Nachrichten' ein hohes Lied des „stol
zen" Volkes und zitierte ein angebli
ches Benesch-Wort: „Sie sollten wis
sen, daß wir nicht in Ungarn sind. In
der Tschecho-Slowakei ist das Volk er
zogen, es überlegt und wägt die Hand
lungen der Regierungsleute sorgsam
ab. Ein Gewaltstreich würde für die,
die ihn versuchen sollten, mit einem
Abenteuer enden, denn sie würden
rasch vom Volkszorn weggefegt. Die
tschechischen Demokraten haben eine
K y" *'. ,- v
lange Lehre in der Freiheit durchge
macht. Sie lassen sich das Maul nicht
stopfen." Wie billig doch diese Phra
sen sind! Sobald eine Diktatur die
Macht ergriffen hat, ist Widerstand
vergebens, wenn nicht selbstmörderisch
(wie ja der Selbstmord Jan Masa
ryks beweist). Ter Volkszorn wird di
rigiert wie alles andere nicht gegen
die Verbrecher, sondern gegen die Ver
teidiger der Freiheit. Und niemand
braucht den Massen „das Maul ver
binden" sie wissen instinktiv, daß
Reden nicht Silber, sondern Tod be
beutet. Nur einer hat sich das Maul
verbinden lassen, sich und damit sei
nem Volke: Benesch. „Es gibt Prin
zipien der politischen Moral, die nie,
unter keinen Umständen, unter kei
nem Truck, mögen auch Vorteile win
ken. geopfert werden dürfen." Ter
Mann, der das fagte, wurde Hatha
//., nur war er von keiner auswärti
gen Macbt bedroht, niemand sprach
von Bombengeschwadern über Prag:
Ter Fordernde war der Erstminister
des Landes, dessen Amt von der Be
stätigung des Präsidenten abhängig
ist. Ja. wenn den Tschechen heute nicht
„das Maul verbunden wäre", so wür
den sie nicht Gottwald anklagen, der
ja immer Kommunist war und schon
bei seinem Eintritt ins Parlament
drohte seiner Opposition das Genick
zu brechen unter Anklage stünde
nur ein Mann: Benesch. Und wenn er
heute unter Bewachung steht, so nicht
allein, um seine Flucht zu verhindern,
sondern um ihn vor dem Volkszorn
zu schützen. Es ist schon so, wie mir
eben ein bekannter Journalist schrieb,
der die Nazi-Zeit in der Tschechei und
Beneschs Entwicklung bis 1946 mit
verfolgen konnte: „Gottwald wird
nicht so dumm sein, diesen größten
Charlatan unseres Jahrhunderts ent
schlüpfen zu lassen, wie Hacha es ge
tan hat, der ihn 1938 ohne weiteres
hätte verhaften und zum Gaudium
der Nation hätte prozessieren lassen
können. Man hätte ihn gelyncht, wenn
er damals gewagt hätte, sich auf der
Straße zu zeigen. Gottwald wird ihn
liquidieren, wie er bereits ,Pavel
Svaty', seinerzeit Trtina, Beneschs
rechte Hand im Exil, erledigt hat.
(Mit schweren Kopfwunden vor fei
nein Hanse aufgefunden, offiziell:
Selbstmordversuch!) Benesch würde
ja, wenn er sich damit an der Krippe
halten könnte, auf allen Vieren den
Hradfchin hinaufkriechen oder Stalin
auf dem Wenzels-Platz dio Stiefel ab
lecken. Ich glaube aber, daß man sich
auf die eiserne Konsequenz der Kom
munisten ebenso verlassen kann wie
auf die Tatsache, daß ein Benesch sich
zunächst noch bis an die Grenze des
Menschenmöglichen erniedrigen wird."
Benesch ist tot ob er an Alters
schwäche stirbt oder am Galgen, den
er für seine politischen und rassischen
Gegner bestimmte. Man würde Quis
ling beleidigen, würde man Moskaus
untertänigsten Lakaien einen Quis
ling nennen. Vielleicht nennt eine
kommende Zeit diese Art politischer
Taschenspieler, die Meister der Jntri
gue, der diabolischen Lüge, die Pla
ner von Raub und Rassenmord ein
mal Beneschisten.
Z n a n
Uilfi
Hr. Truman hatte erstmals im No
tiember vorigen Jahres seinen Plan
zur Bekämpfung der Inflation dem
Kongreß vorgelegt, wozu Preis- und
Lohnkontrolle sowie Rationierung ge
hören. In Anbetracht aller Faktoren
habe die Inflationsgefahr während
der letzten Monate nicht abgenommen,
stellte der Präsident am Samstag fest.
Im Gegenteil: die Notwendigkeit sei
nes Planes sei heute noch dringlicher
als damals. „Es will mir scheinen, als
sei das grundlegende Problem klar.
Es handelt sich darum, ob wir recht
zeitig vorgehen, während wir noch
etwas tun können, oder warten, bis
wir uns inmitten der Krise befinden."
Mit zwei gegen eine Stimme er
klärte ein Bundes-Gerichtshof die Be
stimmung des Taft-Hartley-Gesetzes
für rechtsgültig, unter der eine Union
nicht die Dienste des National Labor
Relations Board in Anspruch nehmen
kann, wenn sich ihre Beamten wei
gern, zu beschwören, daß sie feine
Kommunisten sind. Die Frage war,
ob die Bestimmung gegen die Bun
desverfassung verstößt oder nicht. Die
Mehrheit erklärte, der Kommunismus
bilde eine Gefahr für die Nation und
die Demokratie, und der Kongreß ha
be das Recht, Kommunisten aus Füh
rerstellungen in der Arbeiterschaft
auszuschließen.
Einstimmig hielt derselbe Gerichts
hof eine andere Bestimmung des Ge
setzes aufrecht: eine Union muß dem
Arbeitsdepartement jährlich einen Fi
nanzbericht und gewisse andere Anga
ben unterbreiten.
Sieben republikanische und sieben
demokratische Mitglieder des Reprä
sentantenhauses beabsichtigen, Ansang
Mai eine Gesetzesvorlage einzubrin
gen, die im Falle der Annahme ent
weder eine völlige Umstellung der
Charte der „Vereinten Nationen",
T* "Vf'TV, v
1
oder aber die Schaffung einer neuen
Weltorganisation unter Ausschluß der
Sowjet-Union zum Ergebnis haben
kann.
Angesichts des Veto-Rekords der
U. S. S. R. dreiundzwanzig Ve
tos in den letzten zwei Jahren lie
gen dem Haus nicht weniger als acht
undzwanzig und dem Senat zwei Ab
änderungsvorschläge der UN Charte
vor. Im Falle der Annahme durch den
Kongreß würden diese zwar nur einen
„Ratschlag" für das Staatsdeparte
ment darstellen, es wird aber erwar
tet, daß derartige Pläne dann durch
die amerikanische Delegation der UN
unterbreitet würden. Falls eine Groß
madtf die Reformvorschläge ablehnt,
sollten nach Meinung der Urheber die
Ver. Staate die Führung überneh
men, eine neue, wirksamere Weltorga
nisation zu schaffen.
Die gegensätzlichen Auffassungen
zur Abmontierung deutscher Betriebe
für Reparationszwecke bilden nach wie
vor den Gegenstand der Kritik und
Tiskussion im Kongreß. So führte am
letzten Tonnerstag der republikanische
Senator Henry C. Tworshak von Ida
ho im Laufe der Diskussion aus:
„Seit mehreren Monaten ist der
Senat bemüht, vom Staatsdeparte
ment eine genaue Auskunft über die
Lage der abmontierten Betriebe in
der amerikanischen Zone zu bekom
men. Als die Mitglieder des Budget
ausschusses im Herbst. West-Europa,
besonders Deutschland besuchten,
herrschte große Unzufriedenheit mit
dem Programm, daß die demontier-,
ten Betriebe umfaßt.
«Als der Ausschuß mit General
Clay in Berlin konferierte, war es
augenfällig, daß unser Militärgou
verneur der angenommenen Politik
in vielem nicht zustimmte, aber er
rechtfertigte das Verfahren, das ge
maß den in der Potsdamer Erklärung
niedergelegten Abkommen befolgt
wurde ... Ich war erstaunt und
bestürzt, eine Meldung der ,Ass.
Preß' aus Berlin zu lesen, in der
General Clay zitiert wurde, daß Ruß
land und feine Vasallen den Löwen
anteil der industriellen Reparationen
aus der amerikanischen Zone an sich
gerissen haben. Ter General errech
nete den russischen Anteil auf dreiund
sechzig Prozent. Ich betone, daß nach
dem Potsdamer Abkommen Rußland
und Polen berechtigt waren, fünfund
zwanzig Prozent der abmontierten
Betriebe zu erhalten, aber General
Clays Bericht zeigt, daß Rußland und
Polen nicht fünfundzwanzig, sondern
mindestens vierzig Prozent empfan
gen haben, und weitere dreiundzwan
zig Prozent gingen an andere Basal»
lenländer.
„Tie Rechtfertigung war, daß jene
Betriebe ein Ktiegspotential bedeu
ten, so lange sie in Teutschland blei
ben. Ich möchte gern vom Staatsde
partement hören, ob jene Betriebe ihr
Kriegepotential als Bedrohung behal
ten, wenn sie in der deutschen Zone
abmontiert und in Länder hinter dem
Eisernen Vorhang transportiert wer
den.
„Wie ich bereits betonte, ist General
Clay bemüht, das Abkommen von
Potsdam zu befolgen, aber es will
mir scheinen, daß das ganze Temon
tageprogramm unvereinbar ist mit
den Anstrengungen, die soeben von
den Ver. Staaten unternommen wer
den, nm das deutsche Volk oder min
destens die amerikanische Zone auf ei
gene Füße stellen zu können.
„Teutschland ist in den Rahmen des
Europa-Hilfsprogrammes gestellt und
je mehr von diesen abmontierten und
abtransportierten Betrieben aus
Teutschland entfernt werden, umso
mehr werden die Ver. Staaten ange
gangen, genügend Stahl und Ausrü
stutig zu liefern, um für die demon
tierten Betriebe Ersatz zu schaffen und
Teutschland zu befähigen, nicht nur
seine eigene Industrie wieder herzu
stellen, sondern auch, seinen Beitrag
zur Restaurierung der anderen sech
zehn Nationen zu leisten, die in den
Marshall-Plan eingeschlossen sind.
„Ich wünsche zum Schluß zu beto
nen: Während Rußland und Polen
vierzig Prozent der ans unserer Zone
abmontierten Betriebe erhalten, ist
bekannt geworden, daß die in der Rus
senzone demontierten Betriebe zu hun
dert Prozent nach Rußland und an
seine Vasallen gehen. So haben wir
das ziemlich ungleiche Bild: Rußland
und Polen erhalten vierzig Prozent
anstatt fünfundzwanzig. Andere Län
der hinter dem Eisernen Vorhang
empfangen zusätzlich zu diesen vierzig
Prozent noch weitere Betriebe. Dann
aber erhält Rußland hundert Pro
zent aller demontierten Betriebe aus
der Russenzone.
„Ich möchte empfehlen, daß dieser
Bericht General Clays vorgelegt wird,
damit das Volk von Amerika ein kla
reres Bild gewinnt, was getan wurde,
um die Selbsterhaltung des deutschen
Volkes zu zerstören."
Der frühere Gouverneur Harold E.
taffen von Minnesota hat fernem
Wahlsieg in Wisconsin innerhalb ei
ner Woche einen neuen Erfolg hinzu
gefügt, als er in der republikanischen
Primärwahl in Nebraska eine starke
Stimmenmehrheit erhielt. Sein näch­
?i
4WÄ. -v.
omo
:In
-A
'.'
ster Rivale, Gouverneur Thomas E.
Dewey von New Aork, hat abermals
die Erfahrung machen müssen, die er
sich am 6. April in Wisconsin holte,
daß seine Popularität in den Kern
stauten des Mittelwestens hinter der
Popularität seines Mitbewerbers zu
rücksteht.
Tie Entscheidung der Wähler von
Nebraska in der republikanischen Pri
märwahl hat die Aussichten des sieg
reichen Kandidaten auf dem republika
nischen Nationalkonvent zweifellos
verbessert, wenn auch nicht in dem
Maße wie sie die Aussichten der un
terlegenen Kandidaten, insbesondere
die Aussichten von Senator Taft von
Ohio, verschlechtert hat. Es mag übri
gens sein, daß Tast durch seine Hal
tung in der Schulfrage viele Stim
men verscherzte.
Tie nächsten Kraftproben finden in
Oregon und Ohio statt.
Ter Arbeiterführer John Lewis
und seine Kohlettgräbergewerkschaft
wurden wegen Veranstaltung eines
Streiks entgegen gerichtlicher Wei
sung der „Mißachtung des Ge
richts" schuldig befunden. Lewis wur
de zu einer Strafe von $20,000 und
die United Mine Workers' Union zu
einer Strafe von $1,400,000 verur
teilt. Am Tienstag hat Lewis die Ge
werkschafter angewiesen, zur Arbeit
zurückzukehren. Gegen das Urteil wird
Berufung eingelegt werden.
Nennilchtes
Nach einer Meldung aus Stuttgart
wurde von der amerikanischen Mili
tärverwaltung eine Generalamnestie
allen jeiteit deutschen Kriegsgefange
nen gewährt, die nur „fleitte Nazis"
waren. Tiefe Amnestie erfolgte in
Form einer amerikanischen Genehmi
gung der von deutscher Seite gemach
ten Vorschläge für eine Modifizie
rung der Entnazifizierung in der
amerikanischen Zone. In der Anwei
sung der Militärverwaltung hieß es,
daß gegen Kriegsgefangene, welche
nach dem 8. Mai 1947 freigelassen
wurden, feine Strafverfolgung einge
leitet werden soll, sofern sie nur no
minell Nazis waren. Jedoch haben so
genannte „Aftivisten, Militaristen
und Kriegsgewinnler" immer noch zu
gewärtigen, daß gegen sie ein Ver
fahren eingeleitet wird. Falls sie Or
ganisationen, wie z. B. der Schutzstaf
fel angehörten, müssen sie nachweisen,
daß sie „keine Kenntnis von kriminel
len Akten" der Organisation besaßen,
«m einem Prozeß zu entgehen.
der jüngsten Ausgabe des
,Journal of the American Medical
Association' erscheint ein Artikel, der
über den erfolgreichen Gebrauch eines
ursprünglich von deutschen Chemikern
hergestellten starken Mittels zur
chmerzlinderung, welches den Vor
teil hat, daß der Patient sich nicht wie
bei Morphium daran gewöhnt. Von
den deutschen Chemikern wurde das
Mittel „10820" genannt, es wurde
dann aber in „Methadon" umgetauft.
Nach dem letzten Krieg wurde das
Präparat der amerikanischen Medizin
zugänglich gemocht. Elizabeth B. Tro
xil von der Universität Minnesota be
richtete, daß das Mittel an vierhun
dert Patienten der Universitäts-Kran
fenhäuser ausprobiert worden sei. und
in einundachtzig Prozent der Fälle
den Leidenden Erleichterung oder voll
ständige Befreiung von ihren Schmer
zen verschafft habe. Bei den Fällen
handelte es sich um Krebs, Gelenkent
jüttdung, Kopfschmerzen, Beinge
schwüre, Halsschmerzen und Zwölf
fittgerdarm Geschwüre. Allerdings
kann angesichts der geringen Zahl
der Versuchspatienten ein endgültiges
Urteil über die Anwendung noch nicht
abgegeben werden.
Nach einer Meldung aus Frankfurt
hat letzte Woche General Luchts T.
Clay zwei ungarische Missionen ange
wiesen, die amerikanische Okkupa
tionszone innerhalb von achtundvier
zig Stunden zu verlassen. Es ist dies
eine aus vier Personen bestehende
Mission zur Heimsendung verschlepp
ter Ungarn aus Teutschland, sowie ei
ne aus elf Personen bestehende Wie
dergutmachungsmission, welche Eigen
tum zurückzuerlangen versuchte, das
von den Nazis während der Besetzung
Ungarns gestohlen worden war. In
der amtlichen Bekanntmachung heißt
es, die Ausweisung der beiden Mis
sionen geschehe als Vergeltung für die
Ausplünderung eines amerikanischen
Heimkehrerzuges, sowie wegen „Miß
Handlung amerikanischen Personals
und anderen undisziplinierten Akte,
die von Sowjet-Truppen und Beam
ten am 23. Januar 1948 verübt wor
den sind". Ter erwähnte Zug brachte
vierhundertachtundachtzig ungarische
Staatsangehörige von Teutschland in
ihre Heintat zurück und wurde beglei
tet von einem amerikanischen Feldwe
belleutnant, sowie elf Mann. In der
Bekanntmachung des amerikanischen
Hauptquartiers heißt es weiter, un
garische Vertreter in Deutschland und
die ungarische Regierung hätten aus
.'•'' "IJ.,J7/
1
W"."'
eine ym 12. April an die amerikani
sche Gesandtschaft in Budapest gerich
tete Note „feine zufriedenstellende Er
klärung des Vorfalles" gegeben.
Wie die hiesige Zeitung ,El Tiem
po' in Bogota mitteilt, haben die blu
tigen Wirren am 9. April tausend
Menschenleben gekostet, und nicht nur
dreihundert, wie bisher immer be
hauptet worden war. Vierhundert
Opfer seien an einem Tag begraben
worden. Erzbischos Perdomo enthüllte
in einer Erklärung, daß sich Burschen
als Priester verkleidet und. von Kirch
türmen geschossen haben.
Die Karl-Universität in Prag be
ging vor einigen Tagen ihr sechshun
dertjähriges Bestehen mit einer aka
demischen Feier. Tie Tiplomaten der
westlichen Länder fehlten zum größten
Teil. Auch hielten sich die meisten Uni
versitäten fern nur drei oder vier
amerikanische Hochschulen waren ver
treten. Tie Feier der Universität
Prag ist von besonderer Bedeutung
dadurch, daß die Karl-Universität die
erste im alten deutschen Reich war.
Sie verdankt ihren Namen dem Kai
ser Karl IV. aus dem Geschlecht der
Luxemburger, unter dessen Regierung
die Gründung der Universität im
Jahre 1348 erfolgte. (Amerikanische
Tageblätter reden von einem „böhmi
schen König Karl"!) Noch heute steht
im östlichen Teil der Altstadt das
Collegium Carolinum, ein Rest der
ältesten deutschen Universität.
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von Johann Georg, sucht sei
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von Jakob, sucht seinen Halb
bruder Peter Schmalz, Jo
hanns Sohn (Vater Johann
wohnte einst bei New York).
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Kr. Celle (20), Hanover, R.
Bez. Lineburg, englische Zone,
Germany.
YAHNER, FRANZ, Sohn von
Johann Yahner, sucht Ver
wandte: Michael Engel und
seine Söhne Johann und Ra
fael Engel (in Kanada). Gefl.
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Franz Yahner, Hornpostel, Kr.
Celle (20), Hanover, R.-Bez.
Lineburg, englische Zone, Ger
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Georg Wanner, sucht seinen
Onkel Franz Wanner oder sei
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hardt. Gefl. Auskunft ist zu
richten an Max Wanner, Gu
dehausen, Post Meisendorf,
Kr. Celle (20), Pr. Hanover,
Germany.
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