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Ohio Waisenfreund. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1874-1953, March 18, 1950, Ausgabe der 'Wanderer', Image 5

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18. Märe
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flfrrtfT J^Hetifchi'ei&err trttf "Wt? brrf?
Pri
de (Gefahr aufmerksam gemacht. Sie
haben vor allem auf die schwächste
HinlbruäMell'e hingewiesen, die sozia»
Je Not. Wenn die kommunistische Pro
paganda erkläre, das Land stünde vor
•der Alternative: Kommunismus oder
Kapitalismus, es müsse den Kommu
niymiis wählen, wenn es einen Aus
Wog aiiv den wirtschaftlichen Schwie
rigkeiten wünsche, so betonen die Bi
jschöfe dagegen ine UnHaltbarkeit die
ser Alternative und fordern die Lö
sung der Fragen durch idie Vernunft
und die soziale Liebe:
„Das wäre ein trauriger Tag, an
bcni wir es Zulassen sollten, daß das
Borkainpfertum für die sozial Benach
teiligten in die Hände der Gottes
feinde überginge. Diese AVlle Wört
den Katholiken."
Es gibt in Indien 4,680,000 Ka
tholiken. Wenn 95,000 unter ihnen
ebenso mutig und einsatzbereit die
christliche Lösung vertreten würden,
wie die Kommunisten, 'liehe sich dann
die große Gefahr nicht bannen, frei
lich immer vorausgesetzt, daß es ihnen
•gelänge, die breiten, gewaltigen Mas
sen nicht zwar zu überzeugen, aber
doch zu gewinnen
„Verkünder des Gedankens
der Ustholitchen Aktion"
%m Vorabend der Seligsprechungs
feier des Priesters und Ordensstifters
Binzenz Pallottis empfing der Hl.
Vater die Pallottiner und Pallotti
ner innen mit vielen Pilgern in ge
meinsarner Audienz. Es mögen gegen
dreitausend Menschen beisammen ge
Wesen sein. An der Spitze dieser
Gruppe standen Msgr. Franziskus
Hennemann, Bischof aus Kapstadt,
der General der Pallottiner, P. Adel
ibert Turowski, mit seinem General
vikar, iP. Dr. Carl Hoffmann, sowie
mit seinen Genertilräten und Provin
zjalen. Ter Papst benutzte die Gele
genheit, an die Pilger persönlich ein
väterliches Wort zu richten. In sechs
Sprachen wandte er sich an die Anwe
senden und beglückwünschte alle, daß
sie sich den großen „Apostel Roms, die
Zierde des Klerus und den Verkün
der des Gedankens der Katholischen
Aktion, Vinzenz Pallotti, als Vorbild
genommen haben, das Reich Gottes
im Zusammenschluß von Geistlichen
und Laien mit allen Kräften weiter
auszubreiten".
Ueberlegt man diese Worte, so
kommt man zu dem Schluß, die Bs^'
deutung des sei. Vinzenz Pallotti sei
bei uns kwher kaum genügend hoch
eingeschätzt worden. Man bedenke
doch, .der seiner heroischen Tugenden
wegen, von der Kirche in die Zahl der
Seligen aufgenommene Priester
wird u. a. vom Papst als Verkündet
des Gedankens der Katholischen Ak
tion bezeichnet, der durch die von ihm
gegründete Genossenschast besonders
mich das Missionswerk gefördert 'hat
„Pallotti schätzte das Werk der
Glmldensverbreitung sehr hoch,"
schreibt Lucas in seinem Pallotti
Buch, „und er stellte es über alle an
deren guten Werke, weil mit der Aus
breitung des Glaubens alle geistli
chcn Güter vorbereitet werden, die Je
sus Christus uns geschenkt hat."
Pallotti richtete zahllose Male flam
mende Aufrufe zugunsten der Welt'
mission oder der Missionen einzelner
Länder an die Italiener und an die
Katholiken der ganzen Welt. Und heu
te noch sind umfangreiche Listen je
ner Gaben enthalten, die der eifrige
Missionsapostel von Haus zu Haus
gesammelt oder sonstwie den Missio
nen vermittelt hat. Pallotti trat als
einer der Ersten für die Gründung
von Missionsseminarien in der Hei
mat und die Errichtung von Semina
rien zur Heranbildung eines einhei
mischen Klerus in den Missionslän
derrt ein.
Der Diener Gottes trug sich sogar
mit dem Plan, innerhalb seiner er
sten Gründung in Rom ein Missions
folleg einzurichten. Nach vielverspre
chenden Anfängen mußte das Werk
tiber wieder aufgegeben werden. Den
noch waren die Bemühungen Pällot
tis nicht umsonst denn Mitarbeiter
der ersten Stunde gründeten 1850
das „Mailänder Missionsseminar".
Auch das englische Missionsseminar
Von Mill Hill und die bekannte Steh
fer Mission sgesellschast verdanken ihr
-Entstehen den Anregungen Pallottis
oder seiner Mitarbeiter.
Merzig Jahre nach dem Tode Pal
Httis war auch seine eigene Gesell
schaft in der Lage, ihre ersten Missio
nare aussenden zu können, nachdem
sie bereits früher einige Mitglieder
für die Auswandererseelsorge in Eng»
land und Amerika zur Verfügung ge
stellt -hatte. 1890 übernahmen die
Pallottiner nämlich eine Mission in
.Kamerun, die von dem 1892 in Lim
burg eröffneten deutschen Mutterhaus
aufs beste betreut wurde.
Die erste Mission, die die Pallotti"
ner sodann in 'der Zwischenkriegszeit
-Wieder übernahmen, war Oudtshoorn
in Süd-Afrika. Sie zählt indem 185,
000 Kilometer umfassenden Gebiet,
unter 300,000 Einwohnern, 3,819
Katholiken und zweihundertunddrei
.zehn Taufbewerber. Nqdj steiniger als
1
TTR %NXÜ"LJUÜTLL T]T OTP VCL^TOW TTTT
Apostolischen^ Vikariat Kirnberley
(West-Australien), die 1928 von den
Pallottinern zum zweiten Male über
nommen wurde. Unter 19,000 Ein
wohnern, die über eine Fläche von
312,000 Quadratkilometer verstreut
sind, zählt sie 1200 Katholiken und
zweiundvierzig Taufbewerber.
Im Jahre 1929 begannen die Pal
lottiner in Cueenstonm (Süd-Afrika)
ihre zweite afrikanische Mission. Nach
der Statistik von 1948 umfaßt sie in
dem 200,00 Einwohner zählenden
Gebiet 4,047 Katholiken und 1,112
Tausbewerber. Auch hier ist der pro
testantische Einfluß sehr bedeutend.
Tie Apostolische Präfektur Moulo
(Tanganjika) ist die jüngste und er
folgreichste Mission der Pallottiner.
Sie wurde 1943 gegründet und zählt
heute bereits 8,745 Katholiken und
C,f25 Taufbewerber.
Das gesamte Missionspersonal
zählt drerhundertfünfnndsiebzig Prie
ster, Brüder und Schwelten». Außer
dem gehört Msgr. Franz Heime
lnann, der resignierte, langjährige
Apostolische Vikar von Kapstadt, der
Gesellschaft der Katholischen Aktion
art, und die Schwestern von Marien
born, die aus einer von Pallotti ge
gründeten Schwesterngemeinschaft
hervorgegangen sind, arbeiten außer
in den oben genannten Missionen auch
in Kamerun, Kapstadt und British
Honduras.
In unsrem Lande besitzen die Pal
lottiner mehrere Niederlassmtgen, un
ter denen die zu Milwaukee obenan
steht. Zur Ausbildung des Nachwuch
ses dient das Studieichau» zu Wash
ington.
C.*St. d, C,*V.
Aua Welt und Uirche
Aus Güttingen.meldete am 6 be.
die „Ass. Preß": Die westlichen 'Al
liierten sperrten heute hundertacht
undfleunzig deutschen Flüchtlingen,
ÄS mit der Eisenbahn aus dem Ge
biet des kommunistischen Polen ein
trafen, von wo aus man sie vertrie
ben hatte, den Zugang nach West
Deutschland. Die alliierte Hohe Kom
mission hat erklärt, sie besitze Infor
mationen, denen zufolge Polen die
Absicht habe, 250,000 deutsche Flücht
linge in West-Deutschland „abzula
den". Die frühere Schätzung sprach
nur von 125,000 Vertriebenen, aber
heute verdoppelten die alliierten Be
amten die Zahl. Die westlichen Al
liierten haben den Beschluß gefaßt,
die Zwangsauswanderung zu verhin
dent. Eine Ausnähme soll nur bei
25,000 Flüchtlingen gemacht werden,
die Verwandte in West-Deutschland
haben, .welche imstande sind, für sie zu
sorgen. Die westdeutschen Regierungs
beamten haben nämlich die Westal
liierten wissen lassen, daß sie sich au
ßerstande sehen, mit dem erwarteten
Zustrom von Flüchtlingen fertigzu
werdett. Wie die westlichen Alliierten
glauben, verfolgt das 'kommunistische
Polen ein doppeltes Ziel. Es will der
westdeutschen Wirtschaft, die bereits
mit neun Millionen Flüchtlingen und
Vertriebenen und zwei Millionen Ar
beitslosen belastet ist, weitere Schwie
rigkeiten aufbürden und außerdem
mochte es von vornherein allen künf
tigen deutschen Ansprüchen auf das
Gebiet östlich der Oder-Neiße-Linie
zuvorkommen, die sich auf das Argu
ment stützen könnten, daß die Bevöl
kerung in diesem Gebiet in starkem
Umfange deutsch ist. Der heute einge
troffene Zug, der aus Güterwagen
bestand, in denen sich Männer, Frauen
und Kinder befanden, hielt in Heili
genstadt in der früheren Provinz
Sachsen (in der Nähe von Erfurt),
drei Meilen innerhalb der Sowjet
Zonengrenze. Die Behörden der So
wjet-Zone ersuchten um die Erlaub
nis, den Zug über die Grenze in die
britische Zone schicken zu dürfen. Die
britischen Behörden weigerten sich,
diesem Ersuchen Folge zu leisten. Sie
erklärten, sie könnten nur diejenigen
Leute passieren lassen, die sich auf ei
net' Liste von 25,000 Personen befin
den, welche Verwandte hier -haben.
Der Name Feines der Ankömmlinge
befand sich offenbar auf der Liste.
Eine einzige Familie von vier Per
sonen, die eine Sonder erlaubnis be
saß, welche vom internationalen Ro
ten Kreuz in Warschau ausgestellt
war. erhielt die Genehmigung, die
britische Zone zu betreten. Man er
wartet einen anderen Zug an der glei
chen Grenze in vier Tagen.
Papst Pius XII. hat den Geistli
chen Rat und Professor für Moral
theologie an der Universität Wien,
Dr. Franz Iachym, zum Titnlarerz
bifchof von Maronea und Koadjutor
ad personam des Erzbifchofs von
Wien, Kardinal Dr. Theodor Jnnit
zer, der im fünfundsiebzigsten Lebens
jahr steht, ernannt. Der Koadjutor
wurde am 3. September 1910 in
Wien, geboren, besuchte das Gyntna
sium in Hellabrunn und inskribierte
nach Ablegung der Matura im Jahre
1931 an der Wiener Universität
Theologie und Philosophie. 1941
wurde er zum Doktor der Theologie
pl'mllvviert. 9fatjpfetngi
Priester im Jahre 1936 wirkte Dr.
Iachym als Kaplan in Purkersdorf.
Von 1937 bis 1945 bekleidete er das
Amt eines erzbifchöfticheit Zeronto
niars. 1945 habilitierte er sich an der
Wiener Universität und wurde im
Vorjahre zum außerordentlichen Pro
fessor für Moraltheologie ernannt.
Unterm 9. März meldete die „Ass.
Preß" aus Rom: Unter den auslätt
Stschett Pilgern, die sich hier anläßlich
des Hl. Jahres befinden, sind die deut
schen am zahlreichsten. Sie werden an
Zahl nur von den Italienern über
troffen. In organisierten Pilgerzügen
sind bisher insgesamt 9033 Deutsche
eingetroffen, über viermal soviel wie
Spanier, deren Zahl 1813 beträgt.
Keine Woche vergeht, ohne daß eine
Gruppe deutscher Pilger in St. Peter
zu sehen ist. Belgien hat bisher, 1324
Pilger geschickt, die Schweiz 1312,
die Ver. Staaten 966, Frankreich 663
und Argentinien 613.
Den bisher ungeheuerlichsten An
schlag auf die katholische Kirche, der
sie in.ihrem innersten Gefüge treffen
will beabsichtigt nun, wie ÄND mel
det, die tschechoslowakische Regierung.
ie ihat ein Gesetz erlassen, durch 'das
das Beichtgeheimnis „ausgehoben"
wird. Dieses Gesetz verpflichtet den
Priester, den Regierungsstellen und
anderen Behörden auf Verlangen al
les zii berichten, was er beim Beich
ten gehört hat. Weiter wird aus der
TschiechüSlowakei bekannt, daß die
Abteilung für kirchliche Angelegenhei
ten in Zukunft 'den Predigtstoff fest
legen will. Wer sich an die von dieser
Behörde gegebenen Weisungen nicht
hält, begeht „eine strafbare Hand
lung". Gleichzeitig bemüht sich das^
kommunistische Regime, die tschecho
slowakische Nationalkirche und die or
thodoxe Kirche zu fordern. Die vor
kurzem angekündigte Aufhebung ka
tholischer Pfarrgemeinden, die von
der Regierung als „überflüssig" erach
tet werdet!, ist schon in vollem Gangs.
,,
Nach einer Meldung ^r „Ass.
Preß" aus Rom hat die von den ita
lienischen Jesuiten herausgegebene
Halbmonatsschrift ,Civilta Cattolica'
Berichte Veröffentlicht, nach denen der
Mutige Kampf gegen die katholische
Kirche in Jugoslawien zwar aufge
hört hat, daß der unblutige aber wei
ter geht. Das Blatt erklärt, daß Ti
tos Regierung in ihrer Einstellung
gegenüber den Katholiken sich nicht
von den übrigen Kommunistenregie
rungen unterscheide. Der Berichter
statter von ,EiviIta Cattolica' schreibt,
daß der jetzige Kampf noch gefahrvol
ler für die Gläubigen sei als vorher,
denn man versuche sie mit echt lenini
stischer Taktik zu „bearbeiten". Den
Bischösen werden alle erdenklichen
Hindernisse in den Weg gelegt. Ver
haftungen von Geistlichen kommen
häufig vor, und man verhöre sie län
gere Zeit und mißhandele sie, bis sie
„Verbrechen eingestehet^", ifcwnste nie
begangen haben. ...r.'r'
ih'iU.' i'i
Das Aufleben der Religiosität in
den Ländern hinter dem Eisernen
Vorhang beschäftigte, wie jetzt be
kannt wird, auch die vor einiger Zeit
in Ungarn abgehaltene Tagung der
Kominform. Das geht aus den Re
solutionen der Tagung hervor, in de
nen die Mitglieder der kommunisti
schen Partei aufgefordert werden,
Gläubige in Gegensatz zur Kriegs
treiberpolitik des anglo-amerikani
schen imperialistischen Blocks zu brin
gen" und die Katholiken unter beson
derer Betonung des kommunistischen
„Friedensprogramms" darauf hinzu
weisen, daß die „religiöse Ueberzeu
gung kein Hindernis für die Einheit
der Arbeiterschaft sei, wenn es darum
gehe, den Frieden zu retten". Man
schließt aus diesen Richtlinien, daß die
kommunistischen Machthaber durch
das Wiederaufleben der Religiosität
vor allem in den von ihnen beherrsch
ten Ländern stark beunruhigt sind und
die Notwendigkeit erkannt haben, an
gesichts dieser Tendenz der Kirche tak
tische Konzessionen zu machen. Eine
einflußreiche kommunistische Persön
lichkeit mußte zugeben, daß bis heute
nicht einmal im Heimatland des Kom
munismus Anzeichen dafür vorhan
den feien, daß das im Parteipro
gramm vorausgesagte Verschwinden
der Religion Wirklichkeit werde. In
Rumänien, Ungarn und Jugoslawien
sei trotz aller Verfolgungen ein star
kes Ansteigen der Frömmigkeit im
Vergleich zu den Iahren vor dsm
Kriege festzustellen. Das gelte auch
für die lutherische Kirche Finnlands
die besonders unter den Arbeitern und
der Jugend eine wachsende Aktivität
entfalte.
Zwilchen Krieg und Frieden
(Sortsetzung don Seite 1)
Auriol wünscht, begrüßt, um der Kri
tik Churchills und seiner Konservati
ven leichter begegnen zu können.
In Belgien fand am vorletzten
Sonntag eine Volksabstimmung statt
"...
OHIO WAMESFRrtTMB
öwr die Fmfft, oft dieMsg fmmg Hem
König Leopold die Rückkehr und er
neute Uebernahme des Thrones ge
statten soll. Tie Abstimmung hat nur
die Bedeutung eines Rates an die
Regierung, den diese befolgen oder
ablehnen kann. Etwa siebenundfünf
Kig Prozent der Stimmen sprachen sich
für die Rückkehr des Königs aus.
Groß war die Mehrheit in Flandern,
in den französischen Provinzen erhielt
der König nur etwa fünfunddteißig
Prozent der Stimmen. Die Flamen
führten wiederholt bittere Klage, daß
das Freimaitrertum die Rückkehr des
Königs zu hintertreiben suche. Vor
wand für die Gegnerschaft bietet der
angebliche Verrat, den der König
durch die Kapitulation seines Heeres
verübt haben sollte. Wir haben diese
Ansicht nie geteilt und schon in den
Tagen von Dünkirchen darzutun ver
sucht, daß der König gar nicht anders
bandeln konnte, wollte et sein Heer
nicht nutzlos opfern. Diese Ansfas
sung wurde letzte Woche unter schar
fer Kritik britischer und französischer
Urteile von Joseph P. Kennest)/ame
rikanischer Botschafter in London
beim Beginn des Krieges, und James
M. Landis, einem früheren Dekan in
Harvard, bestätigt.
Ganz zuletzt sei kurz vermerkt, daß
Generalsekretär Trygve Lie eifrig'be-'
müht ist, eine Formel zu finden, unter
der unter möglichster Wahrung des
äußeren Anstandes Rot-China in den
Bund der friedliebenden Nationen
aufgenommen werden kann. Es han
delt sich um die Organisation der Ver
einten Nationen, die vor fünf Jahren
in San Francisco zur Erhaltung des
Weltfriedens gegründet wurde, für
die in New Aork für viele Millionen
Dollars ein Gebäude aufgeführt wird,
die aber in dieser kritischen Zeit durch
den russischen Boykott so gut wie aus
geschaltet ist. Ihre hervorragendste
Leistung war die Schaffung des Zlaa
v'rael.
Gebete der Erohen
•'Ut^ere ^eit hat das innige, naive,
unmittelbare Beten verlernt, den
Herzenskontakt mit Gott und den
Heiligen, mit der Jungfrau und Chri
stus. Was wissen die meisten noch von
der Läuterung, der Versenkung, der
Kontemplation und Meditation im
Gebet, von der Askese bis zur Er
leuchtung und Vollendung, den Stu
fen, die nach alter Weisheit zu Gott
führen?
An einigen Beispielen großer Män
ner und Frauen wollen wir zeigen,
wie diese Geister Heilige, Könige
uttbi Weltmenschen begnadetet Natur
'—zu wahren Kindern Gottes im Ge
bet wurden, wie innig und aufrichtig
sie Zwiesprache mit ihrem Schöpfer
und der Mater Dolorosa hielten, in
frohen und bitteren Stunden, bei Tag
und Nacht.
Ein gewaltiger Beter, der durch al
le Tiefen und Höhen des irdischen und
huyytlischen Lebens ging, war der
hl. Augustinus (t 430 n. Chr.). Er
ist der Schöpfer der abendländischen
Theologie, aber darüber hinaus eine
der begnadetsten Gestalten des Chri
stentums. Sein Ringen um Gewiß
heit und Festigung in 'Gott fand in
seinen „Bekenntnissen" einen ergrei
fenden, durch die Jahrhunderte bis in
unsere Zeit lebendig wirkenden Nie
derschlag. So finden wir auch in sei
nett Gebeten Zuversicht und Trost.
„Was ist mein Gott, was frag ich,
anders als Gott, der Herr? Denn wer
ist der Herr außer dem Herrn? Oder
wer ist Gott außer unsernt Gott?
Höchster, Bester, Mächtigster Du, Al
lermächtigster, Allerbarmer und All
gerechter. Verborgenster und Allge
genwärtigster, Schönheitsherrlicher,
Kraftgewaltiger! Du stehest fest und
bist unfaßbar, unwandelbar bist Du
und wandelst alles. Nie neu, nie
alt, erneuerst Tu alles und führest ins
Alter die Stolzen und sie wissen es
nicht. Ständig wirkend ruhst Du
ständig, sammelst i man er und 'hast nie
Bedarf. Aber was sagt das denn al
les von Dir, mein Gott, mein Lebsn,
meine heilig süße Wonne? Was ver
mag ein Mensch zu sagen, wenn er
von Dir redet? Aber wehe denen,
die von Dir schweigen, wo schon die,
die reden, Stumme sind!"
In einer Anrufung Martens tritt
uns die Gestalt der hl. Hildegard von
Bingen als eine der liebenswertesten
Heiligen recht deutlich nahe. (Als
Meisterin der Benediktinerinnen 1179
auf dem Rupertsberg gestorben.) Als
prophetische Führer in war sie von
mächtigem Einfluß auf die Menschen
und Ereignisse ihrer Zeit, ein großer
Geist mit starken wissenschaftlichen
und politischen Interessen. Umso rei
ner, kindlicher, frommer ist ihr Ge
bet. „Herrliche Mutter des himmli
schen Heiles, du hast durch deinen
Sohn Salböl ausgegossen in die er
förmlichen Todeswunden, die Eva
zur Qual der Seelen geschlagen bat.
Du hast den Tod vernichtet und das
Leben auferbaut. Bitt für uns bei
deinem Sohne, Stern des Meere*,
Maria! O lebendige Mittlerin, hei
tere Zier und Inbegriff alles Köstli
chen, das in dir nie versiegen kann:
bitt für uns bei deinem Stielte, Stern
des Meeres, Metria!"
JSJtt ^CTiTufC Tu*
tholische Kirche idie klassische Formu
lierung ihres Dogmas verdankt, ist
der hl. Thomas von Aqiiin (f 1274).
Auch feilt Gebet um Seelengut zeugt
von der Einfalt seines lauteren Ge
müts. „Gewähre mir, ich bitte Dich,
Allmächtiger und Allerbanner Gott,
die Gnade, glühend zu ersehnen, wei
se zu forschen und vollkommen zu er
füllen, was immer wohlgefällig ist vor
Dir. Lenke meinen Weg in der
Welt zum Ruhme Deines Namens.
Gib mir, o Herr, ein festes Herz, das
feine unwürdige Leidenschaft nieder
zieht gib mir ein unüberwindliches
Herz, das feine Trübsal niederbeugt
gib mir ein aufrechtes Herz, das fem
niedriges Streben auf Abwege brin
gen kann. Erfülle mich auch, o Herr,
mein! Gott, mit Verstand, Dich zu er
kennen, mit Eifer Dich zu suchen, mit
Weisheit Dich zu finden, mit einer
Treue, daß ich am Ende Dich umar
men 'darf. Amen."
Der Weiser der drei Wege zu Gott,
Läuterung, Erleuchtung und Vereini
gung, Dante Alighieri, der 1265 in
Florenz geboren und 1321 in Ra
venna begraben wurde, der Schöpfer
der unvergleichlichen „Divina Com
media", pflegte fast nie Gott selbst
oiytirufett, sondern sich stets der Ver
mittlung der heiligen Jungfrau zu
bedienen. Davon zeugt auch das uns
überlieferte Gebet: „Jungfrau Mut
ter, Tochter deines Sohnes, mehr als
irgendein 'Geschöpf demütig und er
Ixtben, vorbestimmtes Ziel des ewi
gen Rates, du bist «, die die men sch
liche Natur so sehr geadelt, daß ihr
Schöpfer es nicht verschmähte, sich aus
ihr zu bilden. In deinem Leibe hat
die Liebe sich entzündet, deren Glut
im ewigen Frieden dich Blüte voll
endet. Im Himmel bist du der Liebe
Mittogsfütfel, für die Sterblichen
aber der immerlebendige Quell der
Hoffnungen. Weib, so groß bist du
und mächtig, daß, wer Gnade sucht
und nicht bei dir, einem Menschen
gleicht, der ohne Schwingen flie
gen möchte. In deiner Güte eilst
du nicht allein dem Flehenden zu
Hilfe, vielmals kommst du unge
rufen feinem Gebete zuvor. In dir
ist Erbarmen, in dir ist Mitleid, in
dir ist Großmut in dir vereint
sich alles, was Gutes ist an Kreatu
ren
Den Typ deutscher Frömmigkeit
stellt das Haupt der deutschen Mystik,
Meister Eckhardt (f 1327 in Köln)
dar. Wie schön ist das Gebet dieses
von Gott durchtränkten Erdenwan
derers „Herr Jesus Christus, ich
komme zu Dir mit allen meinen Män
geln, Herr, und klage sie leidvoll in
meines Herzens Bitterkeit und befeh
le Dir mein ganzes Innere und die
Anliegen aller Menschen, besonders
derer, die es von mir wünschen. Lieb
reicher Herr, ich bitte Dich, Du mö
gest uns taufen und lauter waschen
in «der Kraft Deines edlen Blutes,
uns darein kleiden und wohlgefällig
machen vor den Augen Deines hin im
tischen Vaters, und also uns mit Ihm
versöhnen und Seines Herzens ge
winnen, auf daß Seiner Liebe Gunü
und Geist in uns fließe und sie ai
lein es sei, die unser Denken hervor
bringt, unser Wort und Werk gefo:
zum Lobe Seines benedeiten W.
lens." i
Ein. anderer Führer der deutsäk n
Mmtif, der.aber tief im Menschlich
wurzelte, ist Heinrich Sense, der 13-,'!
in Ulm zur letzten Ruhe ging, v
war eine von Liebe umlohte Nat
die also betete: „Meine Seele hat tt!
Dir verlangt in dieser Nacht nun luv
Morgens erwacht mein Geist in nur:
zu Dir, o herrliche Weisheit, und bi:
tet Dich, daß Deine ersehnte Gegen
wart uns alles Widrige vericheuet v
das Innerste unseres Herzens .mit
Deiner oielförmigen Gnade durchgu1
ße und in Deiner Liebe stark erre^
Nun aber, süßer Jesus Christus, str
ich int Morgenlicht auf zu Dir tun
grüße Dich aus Herzensgrund. 11 to
gendem Formular:
Rame
Adresse
Stadt.
BeÜellt Lure Zetttmg nicht ab!
Abbestellung bedeutet den Verlust eines gute«, alten Freunde» «»d
einen Schaden für die katholische Presse.
Du kannst dein Abonnement anf den ,Ohio»Waiise«freund' oder ,TH«
Zosephinum Review' erneue»», »der eine» neuen Leser einsende» s«f
auch die tausend Scharen Geister, die
Dir dienen, sollen Dich von mir grit
ßen und das unzählbare Heer der
Himmlischen soll Dich in meinem Na
men preisen. Und die ganze Harmo
nie der Kreaturen, alles soll Dich von
mir loben und Deinen rtthmroitrdt
gen Namen, der unser Schirm und
Schild ist, in Ewigkeit benedeien.
Amen."
Kurz nur ist das glaubensstarke
Gebet der hl. Jeanne d'Arc, der
Jungfrau von Orleans. Das tragi
sche Schicksal der 1412 zu Domrerttt)
geborenen und 1431 auf dem Schei
terhaufen zu Rotten den Märtyrertod
gestorbenen hl. Johanna, keimte aus
ihrer leidenschaftlichen religiösen Na
tur hervor, die stark genug war, in
das weltliche Getriebe entscheidend
einzugreifen. „Wenn ich nicht in der
Gnade bin, so bitte ich Gott, mich
darin zu versetzen wenn ich darin bin,
mich so zu erhalten. Denn ich wollte
lieber sterben, als nicht in der Gnade
Gottes sein."
Tie auch noch auf dent Schaffott
königliche Haltung einer Maria Stu
art, der unglücklichen schottischen Kö
nigin, rührte nicht zuletzt von ihrem
überaus starken Glauben her. (Hin
gerichtet 1587 int Schloß von Foth
eringhay.) Aus der tragischen letzten
Stunde bringen wir ihr kurzes Ge
bet: „Mein Glaube ist der alte ka
tholische: für ihn gebe ich mein Leben
hin. In te, Domine, confido Auf
Dich, o Herr, vertraue ich."
Auch das Gebet eines Schaffenden
mag hier noch stehen. Ludwig van
Beethoven (f 1827 in Wien) ver
strömte die vsnbruust seines Glaubens
in seiner Musik, in sei nett hehren
Messen und Symphonien, daher sind
religiöse Aeußerungen des Wortes
nur spärlich überliefert. Ein echtes
Gebet Beethovens lautet: „Q leite
meinen Geist, o hebe ihn aus dieser
schweren Tiefe, durch Deine Kunst
entzückt, damit er furchtlos strebe auf
wärts in feurigem Schwünge. Denn
Du, Tu weißt allein, Du kannst al
lein begeistern."
Unerschöpflich reich sind Schrifttum
und Gebete des Kardinals John Hen
ry Newman, der 1801 zu London ge
boren wurde und 1890 starb. Seine
religiöse Gefühlswelt wurde in ihrer
klaren Tiefe von Verstand und Glau
ben beherrscht und erreichte so eine
überzeugende Eindringlichkeit, der
sich Hunderttausende in Ehrfurcht
beugten. „Ich brauche Dich, daß Du
mich lehrest Tag um Tag, nach jeden
Tages Forderung und Nöten. Gib
mir, o Herr, die Klarheit des Gewis
sens. die allein nur Deinen Etnhauch
fühlen und begreifen kann. Meine
Qhren sind taub: ich kann Deine
Stimme nicht vernehmen. Meine Au
gen find trüb, ich kann nicht Deine
Zeichen sehen. Du allein kannst mein
Ohr schärfen und meinen Blick klä
ren und mein Herz erneuern. Lehre
mich zu Deinen Füßen sitzen und hö
ren auf Dein Wort. Amen."
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643 South Ohio Abernte
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Zeitung erhalten hast, und es dir nicht möglich ist, jetzt deinen Jahresbetrag
einzusenden, so bestelle nicht ab, sondern warte ruhig, bis du den Betrag teil
weise oder ganz bezahlen kannst. Wir senden deine Zeitnng weiter.
fü­

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