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Ohio Waisenfreund. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1874-1953, April 22, 1950, Ausgabe der 'Wanderer', Image 5

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.zen zwischen ben beiden neugebackenen
«taaten nun kreuz-und-quer durch
einanderlausen. Die so entstandenen
verrückten territorialen Verhältnisse
scheinen geradezu darauf berechnet zu
sein, die Minderheit in dem jeweiligen
Länder setzen zu Opfern religiöser
Verfolgung, wenn nicht bestialischer
Abschlachtung durch die Mehrheit zu
machen. Da einem jeden der Ausbrü
che des Adeligionöhasses zwischen Mo
hammedanern und Hindus in irgend
einem Nachbargebiet Vergeltungsor
gien folgten, schien es schließlich nur
eine Frage der Zeit zu sein, daß sich
das Leben in dem ganzen „befreiten"
Gebiete des Sub-Kontinents in greu
-elvolle Religionsfehden auflöste.
Die Gefahr wurde nicht geringer
.dadurch, daß es sich-als unmöglich er
wies, den Streit um die Provinz
Kaschmir beizulegen, und daß es im
Herbst vorigen Jahres über der Wei
gerung Pakistans, dem indischen Bei
spiel zu folgen und seine Währung
^abzuwerten, obendrein zu einem re
gelrechten Wirtschaftskrieg zwischen
den beiden Staaten kam.
Daß nun, nachdem die beiden Pre
lnierminister sich auf ein System des
Minderheitsschutzes in jedem der bei
den Länder geeinigt haben, wirklich
auf dauernde Befriedung des indisch
pakistanischen Verhältnisses gehofft
merSen kann, ist fast zu schön, um
wahr zu sein. Aber wehe der asiati
schen Völkerwelt und dem ohnedies
auf so schwachen Beinen stehenden
Weltfrieden, wenn diese Hoffnung
endgültig zerschellen sollte!
,N. A. Htaatszeitung'
laß Problem der Nennst
vertriebenen in Hmjerti
Die Kirchliche Hilfsstelle in Mün
chen, das Organ der Fulda'er Bi
jchofskonferenz für die Heimawertrie
denen in Bayern, legte jüngst ihren
Jahresbericht 1U4U vor. Er setzt sich in
seiner grundsätzlichen Einleitung mit
den Argumenten und Schwierigkeiten
auseinander, denen, die Arbeit begeg
net ist. Einheimische verantwortliche
.Kreise versuchten, die fortschreitende
Radikalisierung der Heimatvertriebe
neu zu leugnen und sich dadurch gegen
deren berechtigte Ansprüche ihr schlech
tes «Gewissen abzuschirmen, während
-te in den zentralen Organisationen der
•tiur der anderen Seite bestimmte Kräf
Heimatverwiesenen den kirchlichen
Einfluß zum Ausgleich der Gegen
siitze auszuschalten oder zu schwächen
bestrebt seien.
Große Mißverständnisse erzeugte
iOäi. Schlagwort von der Eingliede
rung, der Assimilation der Heimawer
wiesenen. Auf einheimischer Seite der
stehe man darunter Aufsaugung, Ab
sorption. Man verlange von den Hei
niatvertriebenen Aufgabe ihrer mit
gebrachten Kultur. In Wirklichkeit
bandele es sich bei einer echten Ein
gliederung und Assimilation um einen
organischen Wachstumsprozeß, der
über ein Menschenleben humusreiche
und aus der Generationenperspektive
.zu beurteilen sei. Aus dem Wettstreit
der einheimische« und der von den
Vertriebenen mitgebrachten Kultur
werte entstehe ein Drittes, ein Neues,
ein von beiden Verschiedenes. Im
kirchlichen und staatlichen Bereich ver
weise man die Hehnatvertriebenen mit
Vorliebe auf die Selbsthilfe, als ob
hiermit die ganze Not behoben werden
könne. Man zögere, die eigene Hilfe
dazuzutun. „Oder liegt dem Staate
nicht daran, wenn wir die Atmosphäre
zwischen Einheimischen und Vertriebe
nen zu entgiften trachten und der Ra
dikalisierung der letzteren mit sicht
barem Erfolg entgegengewirkt haben?
Kann e» der Kirche -gleichgültig sein,
ob unsere religiöse Laienarbeit unter
den'Heimatvertriebenen gedeiht oder
ob die Heimatvertriebenen in der
Kirche nicht die Mutter und Heimat
finden, auf die sie mit Recht hoffen
und vertrauen?" fragt der Berichter
mit Sorge.
Das Schwergewicht der religiösen
Laienarbeit der Kirchlichen Hilfsstelle
München liegt in den angeschlossenen
Organisationen der Eichendorff-Gilde
und Ackermann-Gemeinde, die im letz
ten Halbjahr allein fünfzehn mehrtä
gige Schulungskurse mit über 1500
Teilnehmern durchgeführt haben und
unter der Leitung der Hilfsftelle-Mit
arbeite? P. Paulus Sladek und Bun
destagsabg. Hans Schütz stehen. Ihre
Iahrestagung in Ingolstadt mit über
500 Teilnehmern war ein kirchliches
Ereignis von großer Tragweite für
die Erneuerung des religiösen Lebens
unter den Heimatvertriebenen. Durch
die Sammlung der gläubigen Laien
unter den Heimabvertriebenen seit vier
Jahren war es der Kirchlichen Hilfs
stelle München möglich, bewährte Mit
arbeiter in alle Positionen der politi
schen und kulturellen Organisationen
der Heimatvertriebenen zu entsenden
und den kirchlichen Einfluß gebührend
darzustellen. Dank der Pflege der Be
ziehungen zum Ausland durch ihren
Mitarbeiter Prof. Turnwald und'die
Volksgruppenmitarbeiter fand im ver
gangenen Sommer ein lebhafter
Austausch von Persönlichkeiten mit
den Vereinigten Staaten statt. Die
Organisierung ber Kundgebungen
um Father Reichenberger innerhalb
Deutschlands -geschah in diesem Rah
men. Die Zeitschrift ,Christ Unter
wegs', tite in mehr als 600 Exempla
reit an Prominente Persönlichkeiten
des Auslandes ging, wurde mit einer
englischen Beilage ausgestattet.
Die Kirchliche Hilfsstelle München
fühlte sich auch für die Heirnawertrie
beiteit in der Ostzone miwerantwort
lieh. 2664 Bücherpakete im Werte von
16.150 DM mit religiösem Schrift
tum wurden dorthin geleitet, abge
sehen von vielen Einzelsendungen. Der
Aufbau des Verlages der Kirchlichen
Hilfsstelle wurde systematisch fortge
führt. Ter in drei Ausgaben für Su
detendeutfche, Schiester und Südost
deutsche herausgegebene Volkskalender
wurde in einer Auflage von insgesamt
100,000 Exemplaren ausgeliefert.
Tie beiden Bildbände, das „Sudeten
deutsche Bilderbuch" und die „Schlesi
sche Bilderbibel" (pro Band 5,70
TM), sind auf dem besten Wege, ein
großer Verlagserfolg zu werden. In
nerhalb von acht Wochen wurden über
6000 Bände ausgeliefert. Eine schlesi
sche Schriftenreihe wurde mit dem
„Cherubinischen Wandersmann" von
Angelus Silesius und eine sudeten
deutsche Reihe mit „Sudetendeutsche
am Werk" eröffnet. Ein missionari
sches Buch für die Heimatvertriebenen
ist das^Werk von P. Reimann „Heilige
und 'scheinheilige". Für den Gottes
dienst in der Tiaspora wurden die Or
gelpartitur „Lobet den Herrn" und
das Textbüchlein dazu mit dreiund
fünfzig den Heimatvertriebenen ver
trauten Kirchenliedern bereitgestellt.
Tie Mitarbeiter der Kirchlichen
Hilfsstelle waren auch zugleich die
Gründer des ,Volksboten', Blätter
der Vertriebenen, einer Hweiwochen
zeitimg. Auch der ,Karpatenbote' das
Organ der Slowakei-Deutschen, und
die ,Mitteilungen für die Bnchenland
Teutschen' wurden von hier ans ver
sandt.
Die Beratungsstellen für M.^Sude
ten deutschen, Banaler, Jugoslawen
Teutschen, Slowakei-Deutschen, Buko
wina-Teutschen wurden mit Jnterven
tit) it en, Arbeitsvermittlung, Such
dienst, Dokumentenbeschaffung. Pen
lions- und Rentenan gelegenheiten,
Einrichtung von Karteien, Organisie
rung von Wallfahrten, Heimattref
fen. Einkehrtagen, Siedlungsfragen,
Hilfe für die Volksdeutschen Heimkeh
rer, Mitarbeit in den Organisationen
stark in Anspruch genommen.
Die Arbeitsstelle für Sammlung
des Kulturgutes der Heimawertriebe
nen ergänzte laufend ihre Bestände
und legte ein gut ausgewähltes Bild
archav an. Zwei Lehrertagungen wur
den von hier aus organisiert. An allen
Neugründungen wissenschaftlicher Ju
ftitute, die sich mit dem Kulturerbe
der Heimatvertriebenen beschäftigen,
an allen kulturellen Organisationen
und Veranstaltungen der Heimatver
trieben?» waren die Hilfsftelle-Mit
arbeite? teils als Leiter, teils in maß
gebenden Funktionen beteiligt. Für
die Pilgerfahrten zum Heiligen Jahr
stellte die Kirchliche Hilfsstelle Grup
pen von Heimatvertriebenen zusam
men. Sie beteiligten sich am Ferien
diakonat vertriebener Theologen, war
an der vatikanischen Ausstellung zum
Hl. Jahr und auf den Presse-Aus
stellungen bei den Katholikentagen
in Bochum und Rosenheim beteiligt,
ebenso an der großen Flüchtlingsaus
stellung in München und ^an zwei
Weihnachtsausstellungen.
Am 1. Juli bezog die Kirchliche
Hilfsstelle neue Räume in der Schu
bert-Straße 2. Tie Zahl ihrer festen
Mitarbeiter betrug 23, der Postumsatz
142.567 Postsachen. Ihre Finanzie
rung beruhte zu 84 Prozent auf
Selbsthilfe durch eigene Arbeit. Für
das Jahr 1950 ist die Kirchliche Hilfs
stelle München nach Streichung der
letzten kirchlichen Zuschüsse allein auf
den Ertrag ihrer Arbeit angewiesen,
so daß sie wichtige Teile gerade der
kirchlichen Volksgruppenarbeit und
religiösen Laienarbeit ausgeben muß.
Diese Lücke wird sich in der kirchlichen
Arbeit für die Heimatvertriebenen
empfindlich bemerkbar machen, wenn
dem Radikalismus der heimatlosen
Massen kein haltbarer Damm mehr
entgegengesetzt werden kann.
Hatten wir eigentlich je eine grö
ßere Chance als heute, zwischen den
Mächten des Lichtes oder der Finster
nis zu wählen? Zum ersten Male seit
der Geschichte der Menschheit wird
dem Menschen offenbar, daß Maß der
Freiheit zu begreifen, die ihm von
Gott gegeben ist. Der Mensch, der so
leicht geneigt ist, in titanischem Ue
berinut nach den Sternen (und damit
nach dem Schöpfer des Universums)
zu greifen, hat das Schicksal seines ei
genen, winzigen Sternes in der Hand.
Dabei scheint es, daß Gott mitten
in die geistige und moralische Verwir
rung hinein auch heute ruft: „Adam,
wo bist du?" Und Er gibt genügend
Zeichen, um Sich finden zu lassen. Da
sind die Wunderheilungen von Lour
des. Da ist Fatima. Millionen erfah
ren es. Glauben sie deshalb? Da sinÄ
aber auch die einzelnen, die, gläubig
und von Gott angerufen, in die Kir
che aufgenommen werden wollen. Wis
'enschaftler, Schriftsteller, Künstler.
Nicht zu sprechen von den Namenlo
sen aus unserem Freundes- oder Be-
v'
i:L..
OHIO WAISKNFREÜND
kanntenkreiS. Da steht immer noch
leuchtend und weckend vor uns bas
unverfälschte Bild Christi, wie
Schrift und Kirche es uns bewahrt
haben.
Ja, Gott ist uns ölten auf den Spu
ren. Man muß nur den Mut haben,
Ihm ins Antlitz zu schauen und nicht
ein Leben lang hinter den Busch zu
kriechen. Denn einmal kommt für je
den der Tag, wo Er uns ganz persön
lich ruft. Wir sollten Ihn nicht zu
fürchten haben! jP. F. IV.
Adam, uro btfi du?
Die Frage kommt uns doch so be
kannt vor. Ach ja, richtig, steht sie
nicht in unsrer guten, alten Biblischen
Geschichte? Als Kinder haben wir noch
alles gläubig hingenommen, was
dort erzählt wird. Aber dann wuch
sen wir darüber hinaus wir haben
vieles dazugelernt, in der Schule, im
Beruf, im Leben, nur in den Fragen
der Religion find manche auffallend
zurückgeblieben. Während man stolz
tut, im Beruf mit allen Neuerungen
vertraut zu sein, kann man es immer
wieder erfahren, daß die Unkenntnis
über- Gott, Christus und die Kirche
auch in „gutkatholischen Kreisen" er
schreckend groß ist.
Nun, da hörten wir also von jenem
Kapitel, als Adam und Eva im Pa
rodieie verweilten und die Frucht vom
Baume der Erkenntnis gegessen hat
ten. Der Apfel, sagt die säkularisierte
Welt heute ironisch mit einem Kiiio
stück-Titel, „der Apfel war ab". Wenn
es so einfach wäre, wäre es wirklich
einfach. Doch etwas Ungeheuerliches
war vorgegangen, als die Schlange
den Apfel Eva empfohlen hatte, und
diese hatte ihn wieder weiter empfoh
len, und Adam hatte hineingebissen.
Hier hatte der Versucher zum ersten
'.Vinie über den Menschen gesiegt. Die
Aussicht, Gott dein Herrn von Hini
ntel und Erde, gleich zu sein, mächtig
wie Er, alles erkennend wie Er, alles
vermögend wie Er das war der
Anlaß zum Biß.
Und als Adam und Eva. des getan
hatten, merkten sie, daß sie nackt wa
ten. Tie paradiesische Unschuld, der
reine, fraglose Wandel mit Gott war
verlorengegangen. Es begannen die
von quälenden Zweifeln und peini
genden Fragen begleiteten krummen
Wege der Menschen. Als Gott dem
Adam rief: „Wo bist du?", antwor
tete er ans dem Busch, hinter dem er
sich verbergen wollte. Vor Gott war
und ist aber nichts zu verbergen. Sein
Blick durchschaut den kleinsten Winkel
der Erde. Und es begann dieser nicht
abreißende Zug von ungezählten Ge
nerationen, durch die Kontinente und
Länder, der andauert bis auf den heu
tigen! Tag. Nicht nur. daß sich in die
ser Gegenwart in unmißverständlicher
Weise das Wort bewahrheitet: im
Schweiße deines Angesichts sollst du
dein Brot essen. Auch die Kette der
Verwüstungen durch Naturkatastro
pheti und Kriege hängt daran. Es
hängt daran die Kette der Leiden und
Schmerzen, die wir uns selber einan
der seit Jährtausenden zufügen. ES
hängt daran die Kette von gefährli
chen Irrtümern der Tenker, Forscher
und Wissenschaftler, die sich mit den
richtigen Erkenntnissen mischen.
Wahrhaftig, diese Paradieses frage
Gottes an Adam wiederholt sich bis
zur Stunde. Sehr schlau, sehr gelehrt,
sehr mächtig sind wir geworden. Lnzi
fer hat feine Freude daran, wie in
tensiv wir uns mit uns-selbst beschäf
tigen. Er heftet sich uns an die Fer
sen, und sein größter Triumph wäre
sicher, wenn die Menschheit, die mit
Hilfe der Atombomben und Wasser
stoffbomben sich vom Erdboden aus
löschen kann, in einer Art Torschluß
Panik vor Vergessen und Taumel ihm
sich in die Arme würfe. Tie Volker
zittern vor diesen Vernichtungswaf
fen, sie würden sie am liebsten zum.
Teufel wünschen, aber sie verbergen
sich hinter den Büschen, die heißen:
Gleichgültigkeit, SiiineSrausch, Le=
'beiiugier, Leichtfertigkeit, Hochmut
und Hartherzigkeit.
Toch machen wir uns nichts vor:
auch Gott ist uns auf den Spuren.
Er hat einen längeren Atem als Ln*
zifer. Manchmal scheint es wirklich,
als nähmen es viele Menschen Gott
übel, daß Er kein Zeichen Seiner Auf
ttterksamkeit gibt. Wenn Er sich bloß
mal melden würde, denken sie, dann
würden wir vielleicht mit uns reden
lassen. Dann würden wir hinter dem
Busch hervorkommen und mit Ihm
einig zu werden versuchen. Auel) wir
Christen sind von solchem Denken an
gesteckt. Wieviele verlangen nach Zei
chen und Wundern, nach handgreifli
che» Beweisen der Existenz Gottes!
Wo Leligwn ds Freiheit
In geradezu prophetischer Weise
hielt Donos Cortes, der große katho
lische Diplomat und Sozialtheoreti
ker. im Jahre 1849 im spanischen
Parlament eine Rede, in der er sagte:
r- $
Die Welt eilt mit großen
Schritten der Errichtung einer Despo
tie entgegen, wie sie die Menschen ge
waltiger und zerstOrender noch me er
lebt haben ..
OS sind «pr zwei Einwirkun-
gen aussen Menschen möglich: die ei
ne innerlich, die andere äußerlich, die
religiöse und. die politische Einwir
kung. Die Natur beider bringt es mit
sich, daß das Thermometer der politi
schen Einwirkung sinkt, sobald das der
religiösen Einwirkung steigt, und um
gekehrt Das ist ein Gesetz der
Menschheit, ein Gesetz der Geschichte.
Damit Tie sich aber, meine Herren,
davon überzeugen, beachten Sie, was
die Welt und die Gesellschaft in den
Zeiten war, die jenseits des Kreuzes
liegen.
„Damals bestand die Gesellschaft
nur aus Tyrannen und Sklaven.
Nennen Sie mir aus jener Zeit ein
einziges Volk, bei, dem es nicht Skla
ven und Tyrannen gegeben hätte. Das
ist eine unbestreitbare Tatsache. Denn
die Freiheit, die wahre Freiheit, die
Freiheit aller und für alle ist erst mit
dem Erlöser in die Welt gekommen.
Entweder kommt die religiöse Erneu
erung, und dann'werden wir bald se
hen, wie das politische Thermometer
anfangen wird zu sinken, bis es die
milde Temperatur des Freiheitsstaa
tes der Völker anzeigt. Oder es kommt
die Tyrannei.
GeiÜesleben in Getshrl
1
Die in Stuttgart erscheinende Zeit
schrift ,Christ und Welt' veröffentlich
te kürzlich die größte bisher zusam
mengestellte statistische Untersuchung
der deutschen Wissenschaft für den
Zeitraum von 1982/1950. In müh
seliger Kleinarbeit, unter Benützung
des wenigen noch vorhandenen Mate
rial* von Karteien und Verzeichnis
sen der an deutschen Universitäten in
diesen fahren gehaltenen Vorträge,
wird hier das Schicksal von 10,006
Professoren in dürren Zahlen klar
gestellt. und erschütternd offenbart sich
die Gefahr, daß, wenn es nicht ge
lingt, der während der Nazi-Zeit und
nach Beendigung des letzten Krieges
einsetzenden Selbstvernichtung sofort
Einhalt zu bieten, es in zehn Jahren
keilte deutsche Forschung mehr geben
kann!
Aus der Statistik ist ersichtlich, daß
von den 10,006 Hochschullehrern nur
1525 ihre Tätigkeit von 1932 bis
1950 ungehindert ausüben konnten.
1865 Hochschullehrer sind gefallen, ge
fangen und vermißt oder haben sich
selbst das Leben genommen. Dreiund
neunzig wurden von Hitler aus ihren
Aemtern gejagt oder emigriert, 4492
nach 1945 von den Deutschen selbst
(tu* politischen Gründen entfernt,
8499 unter dem Druck der Alliierten
ich Verlauf der Entnazifizierung ent
lassen. Die wirtschaftliche Lage dieser
Entrechteten ist entsetzlich. Sie leben
im Elend und müssen durch manuelle
Verrichtungen, oft als Hilfsarbeiter
in Fabriken, bei Räumungsarbeiten
und Bauunternehmungen oder als
Steinklopfer. Straßenkehrer, Gepäck
i träger ihr kärgliches Dasein fristen,
um sich und ihre Familien vor dem
Verhungern zu schützen. Wenn auch
von den vor 1945 entlassenen Profes
soren hundertdreiundsechzig wieder an
ihre Lehrstühle zurückgekehrt sind,
bleibt das zahlenmäßige Verhältnis
der unter Hitler „Entfernten" zu den
seit Beendigung der Kriegsaktionen
entlassenen Gruppen doch erschrek
fend: auf jeden Professor, der dem
Druck des Nazi-Regt nies weichen muß
te, kommen mehr als drei Professo
ren, die den Verfolgungen der Nach
kriegszeit zum Opfer gefallen sind.
Ebenso erschütternd ist das Schick
sal der aus dem Osten vertriebenen
oder geflohenen Dozenten. Hier ist es
von den bisher untersuchten 1001 Fäl
len siebe nhundertundsechzig nicht ntebr
gelungen, eine Lehrtätigkeit im West
sektor oder in der Sowjet-Zone zu fin
den.
Deutschland ist durch die Zweitei
lung seiner wichtigsten Agmrgebiete
beraubt. Ilm so notwendiger ist es für
dieses Land, wieder, wie vor 1932,
den friedlichen Kampf auf dem Ge
biete der Wissenschaft und Forschung
aufzunehmen, um in wechselseitiger
Befruchtung und Anregung feinen
Platz unter den Kulturvölkern der Er
de zu erhalten.
Nicht eine Remilitarisierung
braucht das deutsche Volk, nicht ein
Aufputschen gefährlicher nationalisti
scher Tendenzen, keine Vereine, Bün
de und Gefolgschaften, sondern eine
Möglichkeit zu geistigem Schaffen
durch Auffüllung der beängstigenden
Lücken in den Reihen derjenigen, die
berufen sind zur Heberinittlung höch
ster Güter.
Was heute in West-Deutschland für
wissenschaftliche Zwecke zur Verfü
gung steht, berichtet ,Christ und
Welt', entspricht dem Aufwand der
Biedermeierzeit, und es ist mitten ins
Schwarze getroffen, wenn diese Zeit
schrift die deutsche Wissenschaft von
einst einer üppig wachsenden tropi
schen Pflanze vergleicht, während die
von heute nicht einmal dem in der
Kälte polarer Regionen dürftig ihr
Leben fristenden Renntierinoos gleich
kommt.
i„3ie
war im Altertum zlpar grau­
sam, ober Begrenzt. Allein, heutzuta
ge sind die Wege bereitet für einen
riefen haften, kolossalen, universalen
und ungeheuren Tyrannen."
Vermischtes
Paul Ruegger, der Präsident des
Internationalen Roten Kreuzes, er
klärte vor einigen Tagen in einer
Pressekonferenz in Genf, daß es heute
mehr Flüchtlinge in der Welt gebe als
je zuvor. Er schätzte ihre Zahl auf
60,000,000, von denen nur eine ge
ringe Anzahl unterstützt werde. Er
bezifferte die Zahl der Flüchtlinge in
Indien und Pakistan auf 11,000,000,
in Mittel-Europa auf fast 15,000,»
000, im Mittelosten auf 900,000, in
den JRO-Lagern auf 600,000 und
in China und Indonesien „auf viele
Millionen".
DaS Lokalkomitee zur Borberei
tung des viemtrdsiebzigsten Deutschen
Katholikentages in Passau gab das
Marktl/vsim, Simbach, Ering, Pok
kiitg und anderen Orten. Der 2. Sep
tember ist 8er Verehrung des Gna
denbildes mit einer Mitternachtspoiv
tififalmeffe und unter fortgesetzter
Lesung von heiligen Messen die ganze
Nacht hindurch gewidmet. Um fünf
Uhr nachmittags findet eine Jugend
fmtögebung auf Burg Oberhaus
statt. Am 2. September schließen die
Veranstaltungen um acht Uhr abends
mit einer großen Festversaniinlung in
der Nibelungenhalle. Tie Nacht zum
•. September ist der Anbetung des
Allerheiligsten gewidmet mit Mitter
nachts-Pontifikalmesse und anschlie
ßenden heiligen Messen bis neun Uhr
vormittags. Ant .Haupttag, dem 3.
September, wird der Festgottesdienst
auf dem Thingplatz auf Oberhaus ge
halte», wo um drei Uhr auch die
Schlußkundgebung stattfindet. Am
Abend schließt sich ein Empfang der
Staat?regierung an. Am 4. Septem
ber fährt ein Sonderzug zum Pas
sionsfpiel nach Oberammergau, wäh
rend in Passau selbst Sondertagungen
abgehalten werden.
Programm für die Veranstaltungen
vom 27. August bis 4. September be
kannt. Tan ach wird vom 27. bis 31.
August in den Pfarreien eine vorbe
reitende Gebetswoche abgehalten. Am
29. August beginnt die Vertreterta
gung in Altötting. Ant 1. September
erfolgt die Ueberführung des Gna
denbildes von Altötting nach Passau
mit Huldigungsaufenthalten in
Charles Binaggio, der politische
..Boß" auf der Nordfeite von Kansas
City, und sein Hauptmacher, der frü­
Name
Abresse
Stobt
Sefirllt Eure Zettung nicht ab!
Wen« b«, lieber Leser, dieser Tage vielleicht eine Rechnung für beiee
Zeitung erhalten hast, und eS dir nicht möglich ist, jetzt deinen Jahresbetrag
einzusenden, so bestelle nicht ab, sondern warte ruhig, bis du den Betrag teil
weise ober ganz bezahle« kauust. Wir sende« deine Zeitung weite?.
Abbestellung bedeutet den Verlust eines guten, alte» Fre»»be» et*
einen Schabe« für bie katholische Presse.
Du kannst bei« Abonnement auf beu ,Ohio-WaiLensrennd' ober The
Josephinnm Review' erneuern, ober einen nenen Leser einsenbe« auf f«l
geubem Formular:
.Ohio Wmlenkreund'
Wsethiugt«», Ohio
Staat Ei«liege«b $
Abo»«emeatspreis pro Jahr $3.00 Nach beut Auslairb $3.50
Ermäßigter Preis für 3 Jahre $8.00
here Zuchthäusler Charles Hargotta,
wurden am Donnerstag im Demo
cratic Club ermordet.
Der Doppelmorb hatte sofortige
Rückwirkungen in Washington. Der
republikanische Abgeordnete Macy
von New Aork sagte, er werde int
Kongreß „eine umfassende Unter
suchung der Verbindungen von Ver
brechertum und Gangsters mit der
Politik in Kansas City verlangen".
Binaggio hatte sich als ein ehema
liger Handlanger des verstorbenen
Boß Tom Pendergast zum demokra
tischen politischen Chef auf der Nord
ieite hinaufgearbeitet, eine Stellung,
die ihm von den Resten der alten
Pendergast-Maschine streitig gemacht
worden war.
Trauerbildchen
im»I:I«I:
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y. s.
Cm
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BÄCK Ti»i FIITQR1
aWNISOTA M.IMOS BOMB
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22. April
"THE TIMES
CHALLENGE US"
By THE MOST REV. ALOISIUS J. MÜEHCH,
Bishop of Fargo, who is now in Germany
as Apostolic Visitator.
This slender pamphlet by the author of One World in
Charity is "MUST" reading for all who are interested
in helping to build genuine and lasting world peace.
j,,*88 pages, single copies, 20c postpaid
10 to 100 copies, 15c per copy.
101 to 500 copies, 12c per copy.
501 to 1000 copies, 10c per copy.
3Ü 1'ivin«' null Muster
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Over 1000 copies, 8c per copy.
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I 128 last Tenth Street, ST. PAUL 1,1mW

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