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Ohio Waisenfreund. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1874-1953, April 29, 1950, Ausgabe der 'Wanderer', Image 5

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KS. Afrit
»dt Phraßm tote „Demokratie",
..Menschenwürde" oder auch „Chri
stentum" einsangen. Die westliche
'Welt ist den Ausweis für Demokra
tie, Menschenwürde, Christentum
schuldig geblieben! ,Life' irrt sich,
wenn man annimmt, daß man den
.Kommunismus auf der politischen
Linie schlagen könnte. Eine noch jo
falsche, aber aus innerer Ueberzeu
gnng hingenommene Weltanschauung
kann man nur durch eine lebensvol
lere Weltanschauung überwinden!
Nicht mit Phrasen, Dollars und Hol
lenbomben!
Senator McCarthys Aktion ist eine
Lebensnotwendigkeit ftw Amerika,
toeitn es bleiben will, oder wieder wer
den will, was es emttmlfwar, wenn
es wirklich die geistige Ehrung der
westlichen Welt übernehmen will. Ich
habe nur das Gefühl, daß er doch nur
die kleinen Fische fängt. Die Kata
striche fängt nicht mit den Hiß und
l'attimore an, sie reicht weiter zurück.
Wer waren ihre Auftraggeber: wer
sind ihre Beschützer und Hintermän
ner? Ich denke cm ein Wort Fried
rich Hebbels: „Leicht ist ein Sumpf
zu verhüten, doch ist er einmal ent
standen, so verhütet kein Gott Schlan
gen und Molche in ihm." Wer liefe
den Sumpf wachsen oder hat ihn ge
züchtet? Dort muß die Säuberung
einsetzen. Und ich bin überzeugt, das
ganze gesunde Volk stellt sich dahinter,
wenn es einmal die Wahrheit hört
und aus dem Propaganda- und Lü
genrausch aufwacht.
Es muß doch recht Peinlich sein nach
all den Skandalen, die jetzt bekannt
werden, nach der homosexuellen und
kommunistischen Verseuchung, wenn
die „Umerzieher" ihre Arbeit fortset
zen wollen. Um ein Wort Father Gil
lis' zu variieren: Wir würden gut
daran tun uns klar zu machen, daß
manche, die wir „umerziehen" wol
len, eine bessere Religion, eine bessere
Erziehung und einen besserer: Moral
kodex haben als jene, die 1950 in
Amerika herrschen. Die Grundhaltung
jeder wahren Reformation ist' nicht,
andere reformieren, sondern sich sel
ber.
3m heutigen {taläfitna
P. Gervais Guenard, ein guter
Kenner des Hl. Landes, schreibt in
,La Croix':
Als Jesus den Untergang Seines
Volkes ankündigte, das sich geweigert
hatte, Ihn aufzunehmen, weinte Er.
Und gegenwärtig steht Israel erneut
au den Pforten seiner alten Haupt
stadt. um von dieser Besitz zu ergrei
fen. Jakob streitet sich erneut mit den
Söhnen Esaus und Agars um den
Besitz jenes Bodens, den er inf Jahre
71 verlassen mußte, da „die Genera
tion Christi noch lebte". Zwischen den
semitischen Brüdern ist ein Kampf auf
Leben und Tod entbrannt.
Anläßlich meiner letzten Reise er
klärte mir im Jahre 1937 bei meiner
Ankunft in Palästina eine polnische
Jüdin, die auf der Sorbonne zu Pa
ris studiert hat: „Dieses Mal werden
wir die Kananäer, die Josue vor fünf
unddreißighundert Jahren verschont
hat, näher unter die Lupe nehmen."
Damals lachte ich. Heute aber sind,
abgesehen von Samaria, nur noch we
nig Araber im Lande. Vor einer isra
elitischen Minderheit sind mehr als
600,000 von ihnen geflüchtet und le
ben eng zusammengepfercht in ande
ren Bereichen. Seit zwei Jahren ist
die stark mitgenommene Hl. Stadt in
zwei hermetisch voneinander getrenn
te Zonen mit 100,000 Juden in der
Neustadt und 20,000 Arabern in der
Altstadt zerschnitten. Die uneinigen
Nationen schauen dem Ganzen ohn
mächtig zu. Ihr Vertreter Bernadette
wurde ermordet, und beide Gegner
weigern sich, irgendeinen Entschluß zu
treffen oder den Spruch eines Schieds
gerichtes anzuerkennen. Man darf sich
also fragen: Wer wird wohl Herr und
Meister sowohl des Tempels als auch
Kalvarias bleiben? Wie wird das
Schicksal dieser heiligen und so um
strittenen Stadt sein, um die so zäh
gerungen wird?
Für jeden Gläubigen ist Jerusalem
der außergewöhnliche Zeuge der gött
lichen Offenbarung. Viertausend Iah
re find verflossen, seit auf dem Berge
Moria der gezückte Arm Abrahams
innehielt Tausend Jahre später
wurde an dieser Stelle der einzige Al
tar Israels errichtet. Und wieder tau
send Jahre später war es Christus,
der auf einem andern Bergfelsen ge
opfert wurde, um die Menschheit zu
erlösen, ohne daß der angeflehte Va
ter Seinen Arm zurückgehalten hätte.
Als greifbares Zeichen dafür bleibt
das Kreuz von Golgatha.
Aller Augen sind auf diese einzig
artige Stadt gerichtet. Der Jude er
geht sich dort in einem viertausendjäh
rigen Traum, der Muselman ruft da
selbst Allah und seinen Propheten an,
And der Christ sinkt hier von tiefster
Dankbarkeit erfüllt in die Knie nieder.
Alle erschauern, wenn das Wort des
Psalmes „Laetus sum" erklingt:
„Sunt Hause Gottes wallen wir?
Während Jakob und Esau sich in
einem weiter andauernden Kampf er
eifern, fordert der Papst die Christen-
IftW auf rbeu beiden Gegneim^egen
über ebenfalls in der Hl. Stadt ih
ren Platz geltend zu machen. Für uns
Christen geht es nicht mehr darum,
unsere Rechte durch einen bewaffneten
Kreuzzug zu sichern, fondern wir wol
len dort nur vertreten sein. In Jeru
salem erhalten die Jahrhunderte für
uns erst ihre ganze Bedeutung. Die
zweitausendjährige Vigil von Abra
ham bis zu Jesus Christus wurde nach
der Erlösung durch eine erste furze
christliche Zeitepoche abgelöst, die eben
falls schon zweitausend Jahre währt
und die hinfort in rhren Errungen
schaften noch viel fruchtreicher sich
auswirken wird
Wie immer auch das Schicksal des
Landes sich entwickeln mag, wir Chri
sten wollen auf alle Fälle dort vertre
ten fein, und es wird die vornehmste
Sorge des Hl. Stuhles bleiben, dem
ungeschriebenen Gesetz Gültigkeit zu
verschaffen, der Christenheit die An
Wesenheit an- jenen heiligen Stätten
zu sichern, die durch die Gegenwart
des Heilandes geheiligt worden find.
Dr. Peter 3. Latz geÜorben
Am 14. Aprif starb im Alexianer
Hospital in Chicago im Alter von
neunzig Jahren Dr. Peter I. Latz,
von dem Hr. Hans Dexl in einem
Nachruf mit Recht sagt, daß er „ein
charakterfester, tiefreligiöser Mann
und vortrefflicher Arzt war, dessen
Leben ein Beispiel edelster Berufsauf
fassung und treuester Pflichterfüllung
gewesen". Als allseits anerkannter
und mit vielen Ehren ausgezeichneter
Vertreter seines Berufes schreibt
Hr. Texl weiter blieb Dr. Latz all
zeit der anspruchslose, bescheidene
Mann, der aus innerster Ueberzeu
gung arbeitete und handelte, und die
ser Ueberzeugung hat er ungezählte
persönliche, hat er überaus zahlreiche
materielle Opfer gebracht. Er gab, wo
er geben konnte half, wo er helfen
konnte arbeitete viel und unermüd
lich im Interesse der leidenden
Menschheit, ohne dabei an persönli
chen Nutzen oder Vorteil zu denken ...
Dr. Peter I. Latz erblickte auf dem
väterlichen Gute im Rheinland in der
Nähe von Köln am 23. Februar 1860
das Licht der Welt. Seine Jugendzeit
verbrachte er in der kernkatholischen
Atmosphäre seines Elternhauses, wo
ein strenger aber treubesorgter Vater
und eine liebevolle Mutter ihn be
treuten und umsorgten. Nachdem er
seine Studien in Deutschland beendet
hatte, kam er als junger Arzt nach
Amerika. Bald nach seiner Ankunft
wurde ihm von einer großen, kapital
kräftigen Gesellschaft ein sehr verlok
kendes und für die damaligen Ver
hältnisse außerordentlich günstiges
Angebot gemacht. Er nahm jedoch das
Angebot nicht an, weil er die Erfül
lung der damit verknüpften Bedin
gungen mit seinem Gewissen nicht ver
einbaren zu können glaubte. Er war
dann längere Zeit als Arzt des Ge
sundheitsamtes in Indianapolis tä
tig. Seinen persönlichen Bemühungen
und einer von ihm geleiteten ausge
dehnten Untersuchung war es zu dan
fen, daß die Ursachen einer weitver
breiteten Ver gif tu tigs epidemic ent
deckt wurden und das Uebel behoben
werden konnte.
Der eigentliche Wirkungifrete des
nunmehr Heimgegangenen war aber
Chicago, wo er nahezu fünfzig Jahre
lang als Arzt tätig war. Seit ebenso
vielen Jahren gehörte er dem Aerzte
stab des Alerianer-Hospitals und des
St. Elisabeth-Hospitals an. In der
verdienstvollen Geschichte beider Ho
spitäler wird fein Name immer an
vorderster Stelle genannt werden.
Wie sehr man seine Tätigkeit schätzte,
ist bewiesen durch die Tatsache, daß
beide Hospitäler ihm den Ehrentitel
eines Emeritus verliehen. Wenn man
die Arbeitslast kennt, die auf den
Schultern dieses bielbegehrten Arztes
ruhte, so muß man staunen, wie es
ihm angesichts der in früheren Jahr
zehnten zu überwindenden Schwierig
keiten überhaupt möglich war, dieselbe
zu tragen. Kein Wunder, daß er ob
der schweren Arbeitslast sein Ta
gewerk begann in der Regel um fiinf
Uhr morgens und dauerte bis tief in
die Nacht hinein des öfteren vor
einem völligen Zusammenbruch stand.
... Trotzdem war ihm sein Berus nicht
Last, sondern köstliche Lebensaufgabe,
in christlichem Pflichtbewußtsein auf
gefaßter und ausgeübter Dienst am
Nächsten, von dem er sich auch im
wohlverdienten Ruhestand nicht gänz
lich zu trennen vermochte. Daher ist
die Zahl derer, die in seiner Person
nicht nur den tüchtigen Arzt, sondern
auch den menschenfreundlichen, allzeit
hilfsbereiten Samariter verehrten,
sehr groß.
Grundlage und letztes Ziel seines
Wirkens aber war sein katholischer
Glaube. Er war nie Frömmler oder
Leisetreter. Seine Religion war ker
nig fest und auf Lebensgestaltung
ausgerichtet. Er forderte von sich und
anderen Haltung vom Religiösen her
und duldete feine Kompromisse in
grundsätzlichen Dingen. Di bei hat er
aus seiner deutschen Abstammung und
ails seiner Liebe zur deutschen Heimat
nie ein Hehl gemacht. Mehr afö so
manche: vielgepriesene „Promkttttz"
unseres Deutschamerikanertums hat
er durch sein Wirken und Schaffen,
durch Pflege und Förderung wahrer
deutscher Kulturgüter, durch sein gan
zes Leben, .dem deutschen Namen Eh
re gemacht.
OHIO WAIS8NKRBVND
Von der Anerkennung und Ver
ehrung, die dem nunmehr Versterbe*
nen allseits entgegengebracht wurde,
zeugen die zahlreichen Auszeichnun
gen, die ihm im Laufe der Jahre ver
liehen wurden. Int Oktober des Jah
res 1934 wurde er auf Empfehlung
von Kardinal Mundelein von Papst
Pius XI. zum Gregorius-Ritter er
nannt.
Die Hinterbliebenen sind: Frau
Mathilda Latz und die Kinder: Frau
F. Thontetz, Schwester M. Deodata,
O.S.B., Alfons B., Dr. Leo I.,
Schwester M. Mathildis, SiS.N.D.,
und Schwester M. Norbert, S.C.C.
Ein Sohn, Dr. Norbert M. Latz, ging
seinem Vater vor kurzem in die Ewig
feit voraus. R.I.P.
Msria üegt!
lüti Nachstehende herrliche Gedau
ken sind der einzigartigen von
i. t' den Johannes-Missionaren in
l. Leutersdorf am Rhein heraus
gegebenen Broschüre unter obi
gem Titel entnommen.
Wer will es leugnen, daß wir int
größten Geisteskampfe aller Zeiten
stehen! Tie Holle rast, der Gotteshaß
ist nicht mehr Sache einzelner, sondern
der Massen geworden. Er ist organi
siert und öffentlich. Von Erdteil zu
Erdteil, von Land zu Land, von Stadt
zu Stadt, von Dorf zu Dorf zieht der
Satan mit seiner Werbetrommel.
Kein Alter, kein Geschlecht und kein
Stand entgeht ihm. Er sät Haß gegen
Gott und Kirche, gegen jegliche Auto
rität in die von Not und Leid aufge
wühlten Herzen.
Wer erkennt nicht in dieser Vielfäl
tigkeit und Verschlagenheit des Kamp
fes den „Drachen" der Apokalypse
mit seilten sieben Köpfen (Verschla
genheit), zehn Hörnern (Macht) und
den sieben Kronen auf den Köpfen
(Öffentlich herrschend)! (Vergl. A Po f.
12, 3.) Wer, erkennt nicht in dem ha
stenden und jagenden Tempo all die
ser vielfältigen, gottlosen Bewegun
gen und Organisationen „die große
Wut" des gestürzten Drachen, der da
weiß, „daß feine Zeit kurz bemessen
i s A o k 1 2 7
Wir haben in Wahrheit ein Stück
Hölle in unsere Zeit hineingetragen
im Haß und Neid der Einzelnen und
der Völker gegeneinander, im ständi
gen Hadern mit Gott, im Haß gegen
Gott, in der Zerrissenheit und Zwie
fpältigkeit so vieler Menschen! Das ist
zweifellos die Höffe auf Erden!
Doch fragen wir uns, wie kam es
zu diesem Geheimnis der Bosheit und
zu dieser Macht Satans? Es war nur
möglich, indem viele Menschen seinen
Lockungen folgten, indem Einzelne
durch ihr Leben gegen Gott ihm Macht
über ihre Seelen verliehen. Darum
die öffentliche Macht der Böfen!
Was ist zu tun? Viele gute Chri
sten ergehen sich in Klagen und ver
fallen dabei einer erschlaffenden Le
thargie. Sie machen sich und andere
mutlos. Der Wut des Bösen gegen
über gilt es, Mut zu zeigen es gilt,
eilten Kreuzzug der Guten zu organi
sieren unter dem fieghaften Banner
der Muttergottes. „Maria siegt!"
Das war die Parole der Marien-Rit
ter, der tapfersten aller Ritter, die vor
siebenhundert Jahren zum Hl. Land
zogen und große Teile des deutschen
Vaterlands dem wahren Glauben zu
führten.
„Maria siegt!" Unter dieser Parole
müssen sich die Guten zusammenschlie
ßen im Kreuzzuge gegen den Bösen
selbst, um ihm das heilige Land der
Seelen zu entreißen, das mit Christi
Blut benetzt ist.
„Maria siegt!" Das soll uns im
kommenden Kampfe Parole fein. Wir
wollen es uns zurufen im Dunkel der
Kerker, auf dem Weg zum 'Schaffott,
in den Felfenklüften, in den Ruinen
der Großstädte, wo wir uns vielleicht
für einige Zeit verbergen müssen.
„Maria siegt!" Es ist der Wille
Gottes, daß Maria in dem nun ent
fesselten Kampfe der Geister als
Kämpferin und Siegerin auftritt. So
ist es Gottes Wille, der uns in der
Heiligengeschichte und Kirchengeschich
te aufleuchtet. Sie ist die Königin der
Welten. Ihr Königtum soll sich in un
fern Tagen sieghaft und herrlich der
Welt offenbaren. Sie wird siegen,
aber nicht ohne uns!
Alles Heil kam uns durch Maria!
Ter erste entscheidende Fall war ge
scheheit. Eine Frau Eva gab
den Anlaß dazu. Gottes Fluch fuhr
auf die sündige Menschheit nieder.
Gottes Erbarmen verhieß Heil durch
Maria.
„Feindschaft will ich setzen zwischen
dich und dem Weibe. Sie wird dir den
Kopf zertreten und du wirst ihrer
Ferse nachstellen."
Diese erste Frohbotschaft besteht in
der feierlichen Proklamation der
Feindschaft zwischen Satan und Ma
ria. Sie besteht in dem Versprechen
der Vernichtung des Bösen durch den
Nachkommen Märiens: Christus, den
Erlöser der Welt!
Ter Verheißung entspricht die Er
füllnng. Tie Zeitenfülle kam. Maria
öffnete sich in restloser Demut und
Hingabe dem Willen Gottes, da sie
sprach: „Siehe, ich bin eine Magd des
Herrn, mir geschehe nach deinem
Wort!"
Von den Katakomben bis in unsere
Zeit finden wir den Sieg der Kirche
mit der Hilfe Martens verknüpft.
Im Jahre 1917 ward der Welt
bolschetuismus proklamiert. Er besagt
Haß und Aufruhr gegen Gott, gegen
jegliche Autorität, Anarchie auf je
dem Gebiet.
Was war die Antwort Mariens auf
dieses satanische Unternehmen? Sie
erschien in Portugal drei armen Hir
tenkindern in dem kleinen Ort Fati
ma. Tiefer Ort ist heute in aller
Mund. Von Fatinta ging die Erneue
rung des religiösen Lebens für Por
tugal aus. Es war der Damm gegen
den Aufruhr des bolschewistischen
Bürgerkrieges in Spanien. Papst
Pius XII. er empfing seine Bi
schof sweihe am Tage der Erscheinun
gen in Fatitna weihte die Welt
aufgrund dieser Ereignisse dem Unbe
fleckten Herzen Mariä. Er erwartet
von dieser Weihe den Frieden, die
Freiheit der Kirche, die Bekehrung der
Verirrten und Sünder und die Ue
bung jeglicher Tugend. Maria soll
mit andern Worten Siegerin sein
über die Hölle in unjern Tagen. Diese
Weihe besagt die Erneuerung der
Welt durch Maria.
Beten wir recht oft, besonders in
dem der Mutteryotte» geweihten Mo
nat Mai, den uns aus der Hand Ma
rien s selbst übergebetieit Rosenkranz
nebst der Muttergottes-Litanei. in
welcher Maria genannt und angeru
fen wird unter dem Namen „Königin
aller Engel, Menschen und Heiligen".
Inland
Tie Ver. Staaten führten am Frei
tag eilten Gegen schlag gegen die
Tfchecho-Slowakei und schlossen das
tschechische Generalkonsulat in Chi
cago. Es war die Vergeltung für die
Schließung des amerikanischen Infor
mationsbüros in Prag und für die
von Prag erhobene Forderung, daß
der Presse-Attache der amerikanischen
Botschaft, Joseph Kolarek, abberufen
Werde.
Staatssekretär Dean Acheson sagte
in einer Pressekonferenz, die Prager
zu. „Wenn freie Informationen für
eilte totalitäre Regierung gefährlich
werden, dann ist das nicht die Schuld
Informationsdienst oder mit der
„Voice of America", und fügte hin
Regierung liege „im Streit mit der
Wahrheit", und nicht fo sehr mit dem
der Ver. Staaten oder des amerikani
schen Informationsbüros, sondern des
Regimes selbst."
Tie Schließung des Konsulats in
Chicago wurde in einer scharfen Note
angefündigt. die auch die Andeutung
enthielt, daß weitere Maßnahmen fol
gen werden. Sie enthielt die Forder
ung, daß das Konsulat bis zum 1.
Mai geschlossen werde, und bezeich
nete sie als „eine Folge der Nachprü
fung der Tätigkeit aller tschechischen
Beamten in diesem Land".
Die diplomatischen Beziehungen
mit Prag haben nun denselben Tief
stand erreicht, wie in den meisten rus
sischen Vasallenstaaten seit einem
Jahr. Mit Bulgarien wurden die Be
ziehungen ganz abgebrochen. In Ru
mänien wurden amerikanische Infor
mationsbüros geschlossen. Pässe für
Reisen nach Bulgarien und Ungarn
werden nicht mehr ausgestellt.
Senator Wherry von Nebraska, der
Minoritätsführer, verlangte letzte
Woche, daß der amerikanische Hoch
kommissar John I. McCloy aus
Teutschland nach Washington komme,
tun dem Kongreß einen neuen Bericht
über die Abwrackung deutscher Fabri
ken zu unterbreiten. Er warf ihm vor,
er habe die Tatsache verheimlicht, daß
die Temontage auch jetzt noch in gro
ßem Umfang weiter geht, und sagte
in feinem an McCloy gerichteten
Brief: „Es ist schwer, Hr. McCloy,
sich der Schlußfolgerung zu entziehen,
daß diese Regierung den ursprüngli
chen Morgenthau-Plan für die Ver
nichtung von Teutschlands friedlichem
Industriepotential aufgegeben hat,
obwohl die Ver. Staaten diesen Plan
öffentlich zurückgewiesen halten."
Wherrys Brief war der letzte einer
Reihe öffentlicher Angriffe gegen die
Administration im Zusammenhang
mit dem Temottiageprogramm, das
auf der Potsdamer Konferenz festge
legt wurde. Die republikanischen Se
natoren Jenner (Indiana) und
Bridges (New Hampshire) hatten
das schon vorher in der schärfsten
Weise getan und gegen die Fortsetz
ung der Temontage Protest erhoben,
nachdem die Regierung die Zusicher
ung gegeben hatte, daß der Plan ei
ner Revision unterzogen werden soll.
Verteidigungssekretär Johnson ver
sicherte am Samstag, die Ver. Staa
ten hätten die Herstellung neuer Was-
sen.beschleunigt, „die. furchtbarer find
als alles, was die Welt bisher je ge
sehen hat". Johnson versicherte, unser
Land besitze eine Anzahl neuer Waf
fen, „die im Falle eines Krieges den
Unterschied zwischen Sieg und Nieder
lage ausmachen mögen".
In feinem Halbjahresbericht er
klärte der Sekretär, Amerikas atomi
sches Arsenal „besteht nicht mehr aus
einer kleinen Anzahl von Bomben ei
ner einzigen Art ober Große". Die
amerikanischen Streitkräfte, sagte er,
„erhalten eine Ausrüstung, die der
irgendeiner anderen Nation überle
gen ist". Er machte die Enthüllung:
da die russische Atomexplosion int
September vorigen Jahres viel frü
her eingetreten ist, als man erwartet
hatte, hat Amerika die Herstellung
neuer Kriegswerkzeuge beschleunigt,
„welche die Vernichtungskraft irgend
welcher. früher bekannten Waffen
übertreffen". Schöne Aussichten!
Präsident Truntmt unterzeichnete
am Tomterstag die Wohnbauteitvor
läge, durch die das Programm um
etwa $4,000,000,000 erweitert wird.
Sie enthält Bestimmungen über Hy
pothefenversicherung. direkte Anleihen
und andere Dinge, die es dem Volk
erleichtern sollen, sich eine Wohnung
zu verschaffen.
Ter Präsident hatte noch $2,000,«
000,000 mehr für Familien in der
mittleren Einkommenklasse verlangt.
Aber die Mehrheit in beiden Häu
sern lehnte die weitgehenden Forder
itngen als sozialistisch ab.
Präsident Truman hat die Kerr
Vorlage vetiert. Die Aktion de* Wei
ßen Hause« ist um so bemerkenswer
ter. als die öl- und gasprodnzieren
den Staaten, deren Sonderinteressen
der Gesetzentwurf dienen sollte, int
Bundesparlament überwiegend durch
Temokraten vertreten find und einige
der einflußreichsten Gesetzgeber der
Partei Trumans für die Maßnahme
mit verdächtigem Eifer eingetreten
waren.
Tie Vorlage wollte die „unabhän
gigen" (tatsächlich eine monopolisti
sche Stellung in der Rohgasversor
guitg großer industrieller Landesteile
einnehmenden) Gesellschaften von je
der Überwachung ihrer Preispolitik
durch die Bundes-Kraftkommifsion
(FPC) ausnehmen und hätte dem
nach, wäre der Entwurf Gesetz gewor
den. die Gasverbraucher auf Gnade
und Ungnade den Produzenten Inter
essen ausgeliefert.
Ter republikanische Abgeordnete
Taber von New Dorf, der Führer der
Gruppe, die die großen Anforderun
gen für die Regierungsämter um ei
ne Milliarde kürzen will, beschwerte
sich am Samstag darüber, daß bei den
Debatten zu viele Mitglieder durch
Abwesenheit glänzen, und wies da
rauf hin, daß bei einer Abstimmung
über eilten Zusatz dreihundertundein
von vierhunderteinunddreißig Mit
gliedern gefehlt haben. Tie Endab
stimmung über die angeforderten
$29,000,000,000 dürfte im Anfang
des nächsten Monats erfolgen, und
Taber hofft, daß es ihm gelingen wer
de, die Vorlage an den Ausschuß zu
rückzuverweisen und verschiedene
Streichungen durchzusetzen.
Tie Fachleute, welche den Kongreß
über Steuerfragen beraten, erklären,
Präsident Truman habe das Defizit
der Regierung im laufenden Jahre
um $1,200,000,000 unterschätzt, denn
es werde sich am 30. Juni auf $6,
700,000,000 belaufen, statt auf $5,=
500.000,000, die Hr. Truman in sei
ner Budgetbotschaft im Januar in
Aussicht gestellt hat.
Tie Steuereinkünfte der Regierung
sind hinter den Erwartungen zurück
geblieben. Letzte Woche belief sich die
Nationalschuld auf $255,483,825,=
162, oder $1,702 pro Kopf der Be
völkerung von 150,000,000. Ein De
fizit von $6,700,000,000 bedeutet
$44.67 pro Kopf.
Ter Beamtenapparat in den Ver.
Staaten nimmt ständig zu. Wie das
Zensusbüro berichtet, kommen auf je
tausend Bewohner des Landes vierzig
Beamte, die auf der öffentlichen
Lohnliste stehen.
Bundes-, Staats- und Lokalbehör
den hatten im Oktober vorigen Jah
res 6,204,000 Beamte, die, alle Re
korde überschreitend, Monatsgehälter
von $1,406,000,000 bezogen. Auf ein
Jahr umgerechnet sind dies $16,872,=
000,000.
(Tas Zensusbüro machte nur eine
Aufstellung über Zivilangestellte. Das
Handelsdepartement schätzt, daß nach
den Berechnungen int Monat Februar
uns der Beamtenapparat jährlich
$21,800,000,000 kostet.)
Tie Bundesregierung hat 2,047,
000 Angestellte, die Staaten besitzen
1,037,000 und die Lokalverwaltun
gen (Städte, Counties und Schulen)
3,120,000.
Tie 6,204,000 Regierungsbeamten
bildeten mehr als ein Zehntel der ge
samten in dem Monat arbeitenden
Bevölkerung Dort 49,001,000 Perso
nen.
Die Southern Railway, das groß'
te '^Zdhnsystem im Süden, kündigte
an, daß sie diese Woche den ganzen
Betrieb auf ihren achttausend Meilen
umfassenden Strecken einstellen wird,
um dem Streik der Heizer zu begeg
nen.
Tie Bahn hat ein Personal von
achtunddreißigtausend Personen und
verbindet alle großen Städte in dem
ganzen Gebiet östlich des Mississippi
und südlich des Ohio und Potomac,
mit der einzigen Ausnahme von West
Virginia.
Tie Union bat den Streik gegen
die Southern Railway und drei an
dere große Bahnsysteme proklamiert,
um die Forderung durchzudrücken,
(Sortsetzunz auf Seite 8)
Zwilchen &rirq und Frieden
(Fortsetzung von Seite 1)
Wir sind kein Freund zweckloser De
monstrationen. Aber es ist sinnlos, es
den Deutschen zu verübeln, wenn sie
unter Umgehung des anstößigen
„lieber alles" „Einigkeit und Recht
und Freiheit" loben als Grundlage
der Verbundenheit von West- und Ost
Teutschland. Man soll sie ruhig sin
gen lassen, solange sie nicht die rote
Internationale singen, und ihnen die
Wiedereingliederung in die Völkerfa
milie leichter machen als das bisher
geschah.
McCarthy-Budenz
Ter Raum gleitet uns unter der
Feder sort, und doch wäre diese Wo
che noch so vieles zu besprechen. Selbst
über da-. Hauptereignis in der inne
ren Politik müssen wir uns kurz fas
sen: die Untersuchung kommunisti
scher Betätigung iin Staatsdeparte
ment.
Genau so wie seinerzeit in der Sa
che Hiß hatten die Regierung und
hochstehende Parteiführer alle Künste
der Vertuschung und Verdächtigung
spielen lassen, unt die Anklagen von
Senator McCarthy von Wisconsin zu
diskreditieren und lächerlich zu ma
chen. Tank einer gewissen Unbeholfen
heit des Senators wäre es den gegne
rischen Kräften beinahe geglückt, aus
der Untersuchung eine Farce zu ma
chen und den Angeschuldigten, vor al
lem Owen Lattimore, dem „Sachver
ständigen" des Staatsdepartements
in fernöstlichen Fragen, einen glätt
enden Abgang zu sichern. Dls aber
wurde am Donnerstag in weitgehen
dem Maße vereitelt. Einem Vorla
dungsbefehl Folge leistend, erschien
Louis F. Budeuz als Zeuge vor dem
Untersuchungsausschuß. Hr. Bubenz
war was Drew Pearson aus der
Versenkung zog au der Centrat
Stelle des Centrai-Vereins angestellt.
Durch eine bedauerliche Verfettung
von Verhältnissen wurde er der Kir
che entfremdet und wurde später Kom
munist und Redafteur des Hauptor
gans der Kommunisten, des ,Taily
Worfer'. Als solcher gewann er natür
lich tiefe Einblicke in die Machenschaf
ten der Roten unter Mosk-au'er Re
gie. In seinen kommunistischen Ue
berzeugungen schwer erschüttert, wur
de er vor fünf Jahren durch Msgr.
Sheen in die Kirche zurückgeführt und
seitdem ist er einer der wichtigsten
Gegner des Kommunismus. Er ge
hört der Fakultät der Fordham Uni
versity a it.
In mehreren wichtigen Prozessen
war er der Hauptzeuge der Regie
rung, und man hat gelernt, diesen
Mann ernst zu nehmen. Trotzdem
suchten Lattimore, Staatssekretär
Acheson it. a. m. sein Erscheinen vor
dent Untersuchungsausschuß zu baga
tellisieren. Aber die eidlichen Aussa
gen von Hrn. Budenz wurden zur
Sensation und lenkten die Untersuch
ung in neue Bahnen. Er kannte zwar
Hrn. Lattimore nicht, konnte aber be
schwören, daß dieser in kommunisti
schen Parteitreuen als äußerst wich
tiger Mitarbeiter galt und daß zu fei
nen besondern Aufträgen die Unter
minierung der Nationalistischen Re
gierung Chiang Kai-sheks gehörte.
Damit scheint endlich die eiserne
Wand, die das Staatsdepartement
unt die unglückselige China-Politik
gelegt hat, durchbrochen zu fein. Hr.
Budenz machte diese Woche in einer
Geheimsitzung des Komitees weitere
Mitteilungen, regte die Vernehmung
von ihm namhaft gemachten Kommu
nisten an, und wahrscheinlich werden
die Untersuchungen fortan auf brei
terer Basis gerührt werden. Es ist un
verkennbar, daß führende Zeitungen
den Bankerott unserer China-Politik
in einem neuen Licht zu beurteilen
beginnen. Senator McCarthy, der sich
gar vieles hat gefallen lassen müssen,
scheint jetzt erst recht zu rücksichtslosem
Vorgehen entschlossen und redet ohne
Umschweife von dem verhängnisvollen
Dilettantismus und Schlimmerem
im Staatsdepartement.
Für China kommt all das zu spat.
Aber hoffentlich wird die öffentliche
Meinung hinreichend aufgerüttelt,
daß sich weitere Katastrophe.
ten lassen!

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