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Ohio Waisenfreund. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1874-1953, May 06, 1950, Ausgabe der 'Wanderer', Image 5

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«. Mai
Moskau wußte sich mit Klugheit
und Geschick der psychologischen Si
tuation im Lande zu bedienen. SDifc
»erste Maßnahme zum Schaden des
Deutschtums war die totale Enteig
nung -des ländlichen Besitzes. Bereits
im Herbst 1944 verloren alle deut
schen. Bauern in Rumänien durch ein
besetz ihren Ackergrund. Gleichzeitig
damit setzte man hunderttausende
Menschen in Bewegung. Aus den öst
iichen Randgebieten Beßarabiens und
der Moldau schoben sich die Massen
westwärts, strömten in die deutschen
Siedlungsgebiete ein y und fanden
Aufnahme in den deutschen Bauern
Häusern. Dieser Vorgang wurde als
Strafmaßnahme gegen die „faschisti
schen" Deutschen getarnt. Es war nicht
ieicht in den Iahren 1945/47, in Ru
mänien Deutscher zu sein. Die „Nivel
lierung" war damit eingeleitet.
Die aus dem Schwächezustand er
wachenden Schwaben und Sachsen be
sannen sich mitten in einer Not von
unerhörten Ausmaßen auf die letzten
noch verbliebenen seelischen Werte, die
im Zerfall Rückhalt und Kraft boten.
Ihr Glaube und ihre Bindung an die
.Kirche sollten sich gerade in den stür
mischen Tagen der Umsturzzeit be
währen. In der evangelischen Lan
deskirche der Siebenbürger Sachsen
war in den -vorausgegangenen Iah
ren eine gewisse Unruhe und Sprung
hastigkeit zu beobachten, die sich auch
auf die Anhängerschaft übertrug.
Seit dem Ableben des Bischofs Fr.
deutsch wurde der Landesbischof drei
mal gewechselt. Tie Abhängigkeit des
Volkskörpers und seiner Führung von
äußeren Zufällen und politischen Ent
Wicklungen war groß. Dies änderte
sich mit einem Schlage in der Not
.zeit, wo den Gläubigen gar nichts
mehr blieb als das Bekenntnis der
Herzen.
Die katholische Kirche in Rumä
nien stüzt sich nicht nur auf das deut
sehe Element des Banates. Zu ihr ge
hören in friedlichem Nebeneinander
auch die Ungarn, die Bulgaren, die
Kroaten und die unierten Rumänen
die Banater Schwaben überwiegen
aber tier Zahl nach. Die materiellen
Verluste, der Raub aller kulturellen
irni) karitativen Einrichtungen, die
Auflösung der Orden drängen heute
das kirchliche Leben auf eine äußer
lich schmale Basis. Aber das innere
religiöse Leben hält allen Belastung^"
proben stand. Wenn der Landeskir
chenkurator in Hermannstadt eine Ge
fängnisstrafe abzubüßen hat oder
wenn der Tschanad-Temeswarer Bi
schof voni Staat „pensioniert" worden
ist. so sind dies nur zwei von vielen
Warnenden Beispielen, die zeigen, in
welchem Verhältnis 'heute Kirche und
rumänischer Staat zueinander stehen.
Als eine weitere „Strafmaßnah
me", die sich 1945 gegen die Deut
schen richtete, galt auch die Verschik
kung von etwa 80,000 arbeitsfähigen
Menschen beiderlei Geschlechts nach
Rußland. Der Prozentsatz dort Ver
storbenen ist noch nicht bekannt. Die
meisten Zwangsverschickten sind nach
drei- bis vierjährigem Frondienst wie
der entlassen worden. Jeder Heimkeh
rerschub wurde in der ausländischen
Presse als das Ergebnis beispielloser
Milde und entgegenkommenden Wohl
wollens gepriesen. Das Jahr 1949
brachte für das Deutschtum Rumä
niens eine leichte Besserung durch die
staatlichen Maßnahmen, wonach auch
(oder gerade!) die bestraften ehem. Be
sitzer von Grund und Boden wieder
als gleichberechtigte „Genossen" in die
Lebensgemeinschaft des kommunisti
sehen Staatsverbandes aufgenommen
wurden. Die Deutschen im Lande hat
ten zwar nie ihre Staatsbürgerschaft
verloren, aber praktisch waren sie ver
feint und geächtet.
Run kam ote Wendung. Während
die „Entkulakisierung" hinübergriff
auf das Vermögen der Rumänen, er
hielten die Deutschen „Rechte": das
Recht zum Gebrauch der Mutterspra
che, deutsche Parallelklassen in den
Staatsschulen, eine eigene kommuni
stische Partei, ein Presse-Organ u. a.
m. Massive Zeitungsangriffe auf die
„faschistischen" Geistlichen haben den
Zweck, das Ansehen und das Wir
kungsseld der Kirche zu verkleinern.
Zu gleicher Zeit werden beträchtliche
Anstrengungen gemacht, das an
spruchsvollere geistige Deutschtum für
die kommunistischen Ideen zu interes
sieren und zu gewinnen. Man geht
Kompromisse ein, die den Sowjets
nicht mehr bedeuten, als jedes neu
trale Provisorium, das zu einer Ein
bruchsstelle für kommunistische Wer
ber werden muß.
Auf allen Gebieten des öffentlichen
und privaten Lebens entdeckt man den
Wert der Deutschen, man fördert sie
und weiß sie zu schätzen. Moskau hat
feine Hand im Spiel. Wenn wir fest
stellen, daß zu gleicher Zeit in Be!
grad und in Budapest den entrechte
ten Deutschen dort die Staatsbürger
schaft wieder zuerkannt wurde und
daß die kommunistischen Zentralen
der Außendeutschen .die Verbindung
mit Ost-Berlin und Wien bereits seit
einem Jahr pflegen, wird uns nur all
zu deutlich, welche Richtung öie Ent
wicklung eingeschlagen hat!
Ein Lebensbild
In diesen Spalten war bereits letz
te Woche ein Nachruf zu lesen auf Dr.
Peter Latz in Chicago. Trotzdem
glaubten wir einen Artikel, der in der
nächsten Ausgabe des ,Familienblat
tes' (Techny) erscheinen wird und den
uns der befreundete Verfasser im
Bürstenabzug übersandte, unsern Le
iern nicht vorenthalten zu sollen. P.
Franz Markert, S.V.D., schreibt im
.Familienblatt' unter der Ueberschrift
„Er lebte aus dem Glauben":
Die Hl. Schrift ist ungemein reich
an Aeußerungen, die in prägnantester
Kürze das Porträt eines Menschen
gut oder bös zeichnen oder ein Le
bensprogramm darstellen. Ein spre
chendes Beispiel hierfür ist das Wort
des hl. Paulus an die Römer: „Der
Gerechte lebt aus dem Glauben." Ich
kann mir keine bessere Charakterisie
rung der Persönlichkeit, der Lebens
haltung und des Lebensprogrammes,
und keine bessere Formel für die Be
wertung des Lebensinhaltes denken
als dieses knappe, und doch so vielsa
gende Wort des Völkerapostels, wenn
ich an den kürzlich verstorbenen
Freund und ehemaligen Mitarbeiter
Dr. Peter Latz denke. Seit beinahe
vierzig Jahren habe ich ihm persön
lich nahe gestanden, habe ihn bis zum
Ende seiner ärztlichen Tätigkeit vor
etwa zehn Iahren als Arzt beobachten
können und in all den Iahren über
ein Menschenalter hinaus als einen
der liebenswürdigsten Menschen, als
einen vorbildlichen katholischen Mann
schätzen und verehren müssen. Alt wer
den hat seine Nachteile. Aber auch sei
Tie Vorteile. Es gibt die Gelegenheit,
in jungen Jahren begonnene Freund
schatten und Bekanntschaften vollzeit
lich durchzukosten und somit Material
für die richtige Abschätzung eines Le
bens zu haben, oder die edle Frucht
eines begnadeten Lebens genießen zu
können. Derlei kommt einem beson
ders eindrucksvoll zum Bewußtsein,
wenn man eines Tages an der Bah
re eines solchen Menschen kniet oder
an seinem Grabe steht. Die Anwesen
heit beim Requiem als das letzte Zu
sammensein auf Erden ist dann mehr
als eine freundschaftliche Höflichkeit,
es wird ganz von selbst zu einer ab
wägenden Ueberschan über den Le
bensgang und die charakteristische Ge
sinnung dessen, dem man diese letzte
Stunde widmet.
In dieser Stimmung fand ich mich
ganz von selbst, als ich am Dienstag
den 18. April dem Begräbnishochamt
von Dr. Peter Latz in Chicago bei
wohnte. Mit seinem Tode hat nach
neunzig langen Jahren ein Mannes
leben, ein Arztesleben, ein Freundes
leben, ein Leben des Wohltuns,
männlich-fester Frömmigkeit und ge
radezu soldatisch treuer Pflichterfiil
lung seinen Abschluß gefunden. Wenn
in dieser Stunde sich uns dieses Leben
wie ein Gemälde darstellt, das mm
seine Vollendung und endgültige
Form gefunden hat, dann drängt sich
von selbst die Frage auf: Welches ist
die charakteristische Note in diesem
Bilde, das es so aus der Menge her
aushebt und auszeichnet, daß es nicht
wie unzählige andere Lebensbilder
eindruckslos verschwindet? Die Ant
wort gibt das Apostelwort aus dem
Römerbrief: „Der Gerechte lebt aus
dem Glauben."
Wenn ich dieses hier behaupte und
im Folgenden noch etwas näher be
lege, so geschieht das nicht, um dem
verehrten Toten noch etwas Höfliches
über das Grab hinaus nachzusagen.
Dr. Latz würde tatsächlich dagegen
protestieren, wenn dies das Motiv
wäre. Nein, was hier von ihm und
über ihn gesagt wird, wird deshalb
mitgeteilt, weil es als Ansklang des
wohlklingenden reinen Tones seines
Lebens gelten soll.
Der Name von Dr. Peter Latz war
zumal in den deutsch sprechenden Krei
sen Chicagos und Umgegend seit An
fang -des Jahrhunderts zum Hanshal
tungsnamen geworden. Der Arzt in
ihm hatte als Mensch etwas von der
Qualität, die ihn beim Kleinvolk leicht
zu dem sprichwörtlichen „Onkel Tok
tor" machen konnte. Sein freundliches
und direkt frohes Wesen brachte ihn
nicht nur dem kranken Körper nahe,
sondern nicht weniger dem Herzen, in
dein sich ohne weiteres ein rechtes Ver
trauen zu ihm bildete, eine Eigen
schaft, die ihn wie kaum etwas ande
res zum typischen „Familienarzt"
qualifizierte. Dieses Vertrauen wur
de von ihm belohnt durch die gewissen
hafte Art feines Praktizieren». Viel
leicht sprach nichts so überzeugend da
für wie die Tatsache, daß um die drei
feiger Jahre behauptet werden konnte,
daß kein Arzt in Chicago soviele Prie
ster und Ordensleute zu Patienten
habe wie Dr. Latz. Er war nicht ein
fach hin „praktizierender Arzt", son
dern nicht weniger Menschenfreund,
der neben seinen Rezepten vielen sei
ner Patienten manch guten Rat und
selbst materielle Hilfe gab. Wieviele
Arme haben dies erfahren! Er ver
traute mir einmal an, daß er wenig
stens ein Drittel, wahrscheinlich noch
mehr an Bezahlungen, die ihm zu
stünden, nicht einziehe. Und dabei war
er im Vergleich mit vielen anderen
Aerzten ein „billiger" Arzt. Man hat
oft gesagt, daß Priester und Arzt be
ruflich nahe Verwandte seien. Man
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„.*^ ^••_.
konnte von Dr. Latz sagen, dofc in ihm
als Arzt ein gutes Stück Priester sich
finde. Kranke unter seinen Händen
brauchten nicht zu fürchten, daß sie
ohne seelsorgerische Betreuung zu ster
ben hätten.
Wenn von „priesterlicher" Eigen
schaft bei Dr. Latz die Rede sein kann,
so auch in dem Sinne, in dem tiefste
Glaubenstreue, herzwarme Freude an
seinem Glauben, innige, geradezu
kindliche Frömmigkeit, loyalste Treue
und Hingabe an die Kirche nicht min
der als entschlossenes und kompromiß
loses Einstehen für die Kirche und ih
re Rechte und Grundsätze sich in einem
Menschen finden. „Er lebte aus dem
Glauben." Nicht nur, daß er den
Glanben sein ganzes berufliches und
persönliches Leben restlos bestimmen
ließ, sondern seine ganze Lebensart
als Mensch sand ein volleres Maß von
Lebensfreude für sich und andere auf
grund des biblischen: „Gott liebt ei
nen
freudigen Geber." Unterhaltun
gen mit Dr. Latz wurden zu einer
rechten Erholung, in der es nicht an
guten Witzen und humorvollen Er
Zählungen und Gesprächen fehlte,
ebenfo wenig wie ein gutes Glas
Wein, wenn die Zusammenkunft in
seiner Wohnung stattfand. Ganz
gleich, wie das Wetter sich außen an
liefe, in Dr. Latz' Stube war es im
IN er sonnig.
Seine Glaubenswärme zog ihn mit
besonderem Interesse zu solchen, in
denen sich Gottes Wirken so deutlich
zeigte wie in den beiden Stigmatisier
ten, P. Pio. dem italienischen Kapu
zitier, und Therese von Konnersreutb.
die er nicht nur besuchte, sondern der
er Persönlich nahe stand und über die
er manche Studie veröffentlichte. Die
beiden katholischen Spitäler in Chi
cago, das Spital der Alerianerbrüder
und das St.-Elisabethen-Spital, hat
ten in ihm nicht nur für mehr als ein
Lebensalter einen Chefarzt, fondern
einen väterlich interessierten Freund
und Förderer. Ganz selbstverständlich
war es, daß sein Familienleben und
die Erziehung und Ausbildung seiner
sieben Kinder sich ganz in katholischem
Geiste vollzog. Drei seiner Töchter
sind Ordensschwestern in drei verschie
denen Ordensgenossenschaften. Eben
so war seine ärztliche Ethik kompro
mißlos katholisch.
So wenig er einen Hehl aus seiner
katholischen Gesinnung machte, eben»
sowenig verleugnete er seine deutsche
Herkunft. Selbstverständlich war er
ein guter amerikanischer Bürger, aber
er hielt daran fest, daß die zwei Lie
ben sich gnt vereinigen lassen, wie sie
in dem alten Wort zum Ausdruck
kommen: „Germania meine Mutter,
Columbia meine Braut." In diesem
Sinne förderte er, wo er konnte, die
berechtigten Interessen des Deutsch
tnms. Dem .Familienblatt' war er
immer nicht nur ein interessierter
Freund, sondern ein uneigennütziger
Mitarbeiter. Für viele Jahre lieferte
er regelmäßig allmonatlich einen lehr
reichen interessanten Artikel über
praktische Krankheits« und Gesund
heitsfragen. Nie hat er dafür irgend
welche Vergütung angenommen. Er
hat mit diesen Artikeln manchen der
Leser genützt. So bitte ich, es ihm mit
öfterem Gedenken im Gebet jetzt zu
lohnen. Ein Charakter wie er, ein
Leben und Wirken wie das seinige
blieben nicht unbeachtet. Auf Emp
fehlung des ehemaligen Kardinals
Mundelein ernannte ihn der Hl. Va
ter 1934 zum St.-Gregorius-Ritter,
eine Ehrung, die ihm gänzlich uner
wartet kam, da er nie nach öffentli
cher Auszeichnung strebte. Selten hat
ein Mann diese Ehrung und diesen
Titel besser verdient, denn Dr. Latz
war wirklich ein „Ritter, ohne Furcht
und Tadel".
So steht sein Bild vor uns als das
eines Mannes „aus einem Guß". Es
konnte dazu kommen, weil sein Leben
in seiner Gänze eine Verwirklichung
dessen war, was der hl. Paulus im
Römerbrief zu sagen hatte: „Ich schä
me mich des Evangeliums nicht, denn
es ist eine Gotteskraft zum Heile für
einen jeden, der glaubt. Tie Gerech
tigkeit Gottes offenbart sich in ihm
ans dem Glauben an den Glanben,
wie geschrieben steht: Der Gerechte
aber lebt aus dem Glauben" (Rom.
1:16, 17).
Wie wir schon früher mitteilten, ha
ben der Katholische Ceiitral-Verein
und der Katholische Frauenbund eine
Reihe von Pilgerfahrten im Hl. Jahr,
angekündigt. Tie Pilgerfahrten wer
den zur See und im Flugzeug unter
nommen und Sonderfahrten führen
die Pilger auch nach Oberammergau.
Je nach Tau er der Pilgerfahrt sind
Besuche anderer berühmter Wall
fahrtsorte in Italien und im übrigen
Europa vorgesehen. Vier verschiedene
Pilgerfahrten mit zehn Abfahrten in
der Zeit vom 17. Mai bis 27. Sep
tember werden vorbereitet Pilger
fahrten von zwei Wochen bis zu drei
undfünfzig Tage durch acht Länder.
Weitere Einzelheiten sind aus einem
Prospektus zu ersehen, der an Jstek
essenten versandt wirb.
OmO-WAlSENFRCüND
Bas Pirtenmunder tum
Fstim»
Boraussagunge» bis zum Jahre 2000
In der Nacht vom Donnerstag, den
12., auf Freitag, den 13. Mai 1917,
ging über dem portugiesischen Städt
chen Fatima ein schweres Gewitter
nieder, das sich in einen Wolkenbruch
auflöste. Der Regen löschte viele tau
send Kerzen in einer Lichterprozession,
die seit dem frühen Abend durch die
Gassen zog, vorbei an der hell ange
strahlten Kirche.
Ter Regen beendete, seit langem
herbeigesehnt, eine monatelange kata
strophale Türre und wurde deshalb
und gerade an diesem Tage von 400,
000 katholischen Fatiina-Pilgern nicht
IrühlingsUeü
Säuselnde Lüste,
Würzige Düste.
Täler und Grüfte
(Brünen mtd bliih'n.
Itcbcrall Leben,
Fröhliches Weben
Btciiclciit schweben
Summend dahin.
Aus Himmelshöh'n
Nach Wintersnacht
Ward uns des Lenzes Zanbermacht.
Bögelein singest,
Lieder erklinge»,
Tönen und dringen
Hinein mir ins Herz
Trock'nen die Tränen,
Stillen das Sehnen,
Lindern den Schmerz.
Aus Himmelshöh'n
Nach Wintersnacht
Ward uns des Lenzes Zaubermacht.
Bringe hienieden
Jeglichem Müden
Seligen Frieden
In Kreuz und in Not,
Daß er mit Freuden
Erduldet die Leiden
Bis in den Tod.
Aus Himmelshöh'n
Nach Wintersnacht
Ward uns des Lenzes Zaubermacht.
als ein zufälliges Naturereignis ge
wertet. Fatima ist das portugiesische
Lourdes. Der 13. Mai 1949 war der
zweiunddreißigste Jahrestag der Er
scheinung der „hl. Jungfrau vor den
Hirten".
Fatima, ein Marktflecken in der
Provinz Erftremadura, hundertund
dreißig Kilometer von Lisbon ent
fernt, ist eine mohammedanische
Gründung, benannt nach der jüng
sten Tochter Mohammeds. Im zwölf
ten Jahrhundert, nach der Befreiung
von der mohammedanischen Herr
schaft, wurde dort ein Kloster der Do
minikaner gegründet.
Am 13. Mai 1917 hüteten drei
Kinder auf den armseligen Graßslek
keu in der sonnenverbrannten Ebene
um Fatima die Schafe der Familie
Santos: die zehnjährige Lucia San
tos. ihre siebenjährige Base Hyacin
tha Marias und ihr neunjähriger
Vetter Francisco. Am Abend berich
teten sie von erstaunlichen Dingen.
Sie hätten ihre Herde, wie ge
wöhnlich, gegen „Cova da Iria" zu
getrieben, eine Talmulde etwa drei
Kilometer vom Ort. Um die Mittags
stunde. als sie beim Angelus-Lauten
den Rosenkranz beteten, habe plötz
lich das Land ringsum zu leuch
ten und zu strahlen angefangen. Im
augenblendenden Glanz habe sich im
Wipfel einer kleinen Steineiche eilte
Erscheinung gezeigt: eine Dame, weiß
gekleidet, mit gefalteten Händen, von
Lichtbündeln umflossen.
Francisco habe einen Stein nach
der Gestalt werfen wollen, aber die
Mädchen hätten ihn zurückgehalten.
Tann habe die Tarne zit ihnen ge
sprochen von einer Botschaft, die sie
ihnen auftragen wolle, und von ihrer
noch sechsmaligen Wiederkehr, jeweils
am 13. des Monats, am selben Ort
und um dieselbe Stunde. Sie habe
auch gemahnt, eifrig den Rosenkranz
zu beten.
Bereits im Frühling, im Sommer
und im Herbst des Jahres 1916 hat
ten die drei Kinder erzählt, ihnen sei
beim Schafehüten ein Engel erschien
neu. Er habe sie auf das vorbereitet,
was ihnen im folgenden Jahre begeg
nen sollte.
Aehnlich wie in Lourdes bei den
Ereignissen um Bernadotte Soubi
rous weigerte man sich in Fatima,
den Erzählungen der Kinder zu glau
ben. Lucia, die A ei teste, wurde auf
der Straße als „neue Bernadotte"
verspottet. Der Geistliche von Fatima
drohte ihr an, die Absolution zu ver
weigern, wenn sie bei ihren Aussagen
bliebe. Sie blitb dabei, und Hyacin
tha und Francisco berichteten nichts
anderes.
Am 13. Juni sah von den etwa
sechzig Neugierigen, die mit den Kin
dern gegangen waren, keiner die Er-,
schein»ng. Die Kinder dagegen erzähl­
tr
Im Juli sagten die Kinder, daß
sich ihnen die Erscheinung am 13.
erneut gezeigt habe. Vor dem 13. Au
gust sperrte der als Atheist bekannte
Landarzt des Distrikts die Kinder in
der Kreisstadt Vila Nova de Ourern
ins Gefängnis.
Er drohte ihnen schlimme Strafen
an, wenn sie bei ihren Erzählungen
blieben. Am 14. August wurden die
Kinder wieder freigelassen. Am 19.
berichteten sie, daß sie an einer ande
ren Stelle dieselbe Erscheinung wie
schon dreimal vorher gesehen hätten.
Am 13. Oktober waren es 80,000
Menschen, die bei Cova da Iria ver
sammelt waren. Von Mal zu Mal hat
ten mehr Leute die Kinder begleitet.
Niemals hatte einer von ihnen die
Erscheinung, von der die Kinder spra
chen. wahrgenommen. Aber viele sag
ten aus. sie hätten anderes Wunder
same gesehen.
So sei am 13. August, als die Kin
der selbst nicht zugegen waren, gegen
Mittag eilt Blitz aufgeleuchtet und an
der Stelle vor der Eiche, wo fönst die
Kinder standen, habe sich eilte Wolke
niedergelassen. Am 13. September
habe sich am Himmel eine Lichtkugel
langsam zum Ort der Erscheinung
bewegt.
Von diesem Tage erzählten Anwe
sen de dasselbe, was von späteren
Wallfahrtstagen auch berichtet wor
den ist: Weiße Blumen oder Schnee
flocken seien vom Himmel gefallen,
aber nicht bis auf den Boden gelangt,
sondern in einer bestimmten Hohe
verschwunden.
Auch am 13. Oktober, einem naß
kalten und trüben Regentag, blieb der
Menge die Erscheinung verborgen.
Aber viele sagten, daß sie das Wun
derbare gesehen hätten, das die Er
scheinung den Kindern schon bei der
ersten. Begegnung angekündigt habe:
die Sonne schien ihre Bahn zu ver
lassen und als seurige Kugel gegen
die Erde zu stürzen.
An diesem Tage, so erzählten Lu
cia. Hnacintha und Francisco, sei ih
nen die Tante das sechste und letzte
Mal erschienen. Sie habe ihnen den
letzten Teil ihrer Botschaft anver
traut: Voraussaguniren über das
Schicksal der Kinder. Ermahnungen,
täglich für den Weltfrieden, zu beten,
Aufforderung zur freiwilligen Süh
neleismng. Hinweise auf besondere
Gnade, durch häufigen Sakramenten
empfang zu erlangen, und schließlich
auch allgemeine Prophezeiungen.
Ten beiden Kindern der Familie
Marios, Hyacintha und Francisco,
habe sie angekündigt, daß sie nicht
lange leben würden. Lucia aber werde
am Leben bleiben, um den Menschen
die empfangene Botschaft zu über
bringen.
Francisco starb am 4. April 1919,
Hyacintha am 20. Februar 1920. Lu
cia wurde zunächst in ein Waisenhaus
bei Porto in Nord-Portugal gebracht.
Niemand dort erfuhr, was es mit
Lucia für eine Bewandtnis hatte. Sie
selbst durfte auf Geheiß des Bischofs
von Leiria, zu dessen Bistum Fatima
gehört, mit niemanden über die Er
scheinungen sprechen. Während der
vier Jahre in Porto erfuhr sie nichts
von Fatima.
Seit 1925 lebte sie als Schwester
Maria Dolores im Kloster Ponteöe
dra in der spanischen Provinz Gali
zia. Heute ist sie in einem Kloster auf
dem Ianiculns in Rom.
1924 wurde Lucia zum erstenmal
von einer kirchlichen Untersuchung^
kommission unter Ausschluß der Öf
fentlichkeit verhört. Einige Jahre spä
ter. bei der zweiten kanonischen Un
tersuchlmg, schrieb Lucia alle Weis
sagungen von Cova da Iria auf.
Tiese Niederschrift wurde, ohne daß
die Kommission ihren Inhalt kennen
gelernt hatte, versiegelt und dem Bi
schof von Leiria, Ton Jose da Silva,
übergeben. Im Jahre I960, wurde
festgefetzt, sollte das Schreiben geösf
net, sein Inhalt bekanntgegeben wer
den.
Lucia gab im Laufe der Jahre ei
iiige der Weissagungen bekannt:
neuen Visionen sei es ihr erlaubt wor
den. Sie betreffen vor allem politi
sche Ereignisse.
So habe die Dame von Fatima am
13. Juli 1917 das Ende des ersten
Weltkrieges für 1918 vorausgesagt.
Sie habe verkündet, nach einer Wim
derbaren Lichterscheinung werde ein
zweiter Krieg ausbrechen. Sie habe
vor schweren internationalen Ver
Wicklungen, hervorgerufen durch die
Russen, gewarnt und auch davon ge
sprochen, daß Rußland sich bekehren
werde. Die Prophezeiungen reichen
mindestens bis zum Jahre 2000.
Am 25. Januar 1928 zwischen
neun und elf Uhr abends wurde in
ganz West-Europa ein Nordlicht be
obachtet. Lucia schrieb damals aus ih
rem Kloster an den Bischof von Lei
ria, dies sei das vor dem neuen Welt
krieg vorausgesagte Zeichen gewesen.
Der Krieg werde in naher Zukunft
ausbrechen.
y
V
ten später, daß sich ihnen die Dame! Aus Fatima wurde bekannt, daß
wieder gezeigt habe. Lucia habe auch sich dort an der Stelle der Erscheinuch
mit ihr gesprochen, und die Dame mit
ihr. Hyacintha habe sie nur gesehen
und gehört und Francisco sie nur
gesehen. Dasselbe hatten die Kinder
schon vom 13. Mai berichtet. Sie er
zählten es später auch von den fol
genden Erscheinungstagen.
i
gen Krankenheilungen zugetrageW
hätten, die nach Aussagen der Äerzje
nicht aus natürliche Ursachen zurück
zuführen seien. Und daß dort aus dem
sonst wasserlosen Kalkboden eitle
Ouelle entsprungen sei, als am 13.
Oktober 1921 in der neu errichteten
Wallfahrtskirche zum erstenmal das
heilige Meßopfer gefeiert wurde.
Alle Heilungen werden, wie in
Lourdes. von Fachärzten gründlich'
untersucht, lieber 14,000 wurden ill
elf Jahren gemeldet. Darunter wv
ren als „hoffnungslos" bezeichnete
Fälle.
Unter den Pilgern, die in diesem
Jahr aus fast allen Ländern Euro
pas und aus Amerika gekommen wa
ren und eine Nacht und einen Tag
lang am Schrein vor der Kirche von
Fatima vorbeizogen, waren über Hütt
dert Bischöfe, darunter die Erzbischö
fe von Ottawa und Indianapolis.
1942 hatte Papst Pius XII. Schwe
ster Dolores in Prioataudienz emp
fangen.
Die französische Zeitschrift ,Point
de Vue Images du Monde' be
richtete, im Vatikan werde erwogen,
die Voraussagungen von Fatima
nicht erst I960 zu veröffentlichen. Es
fei möglich, daß Erzbischof Jofe da
Silva zur Feier des Hl. Jahres schon
in diesem Jahre die Niederschrist von
Schwester Maria Dolores, der einsti
gen Lucia Santos, mit den Voraus
sagungen für dieses Jahrhundert ent
siegelt.
Vermischtes
In Rathsam und Wies ist gegen
wärtig die Zerstörungswut der Tsche
chen am Werke. In Rathsam sind
schon die meisten Häuser gesprengt.
Von Wies wird man bald sagen kön
nen: „Hier stand einst Wies." Alle
Häuser werden hier verschwinden.
Auch Kirche und Pfarrhaus wurden
niedergerissen. Aus der Geschichte von
Wies sei vergegenwärtigt: 1748 hat
te eine fromme Frau (Barbara Stöl
zer) ein Bild des gegeißelten Heilan
des an einem Fichtenbaum ange
bracht, das bald seitens der Gläubi
gen eine große Verehrung genoß. Tie
Wallfahrer opferten namhafte Bei
träge, so daß schon 1750 eine Kape
erbaut und das Gnadenbild hieri
ausgestellt werden konnte. Ter Ege
rer Magistrat erbaute das Pfarrhaus,
erweiterte die Kapelle (Fachwerkbau)
und erlangte beim Regensburger
Konsistorium die Anstellung eines
Geistlichen. Nunmehr nach gerade
zweihundert Jahren haben Tschechen
hände dieses historische Heiligtum de
moliert!
lieber das Schicksal von fünfzehn
hundert deutschen Ordensschwestern in
einem sowjetischen Zwaiigsarbeitsla
ger berichtet eine dieser Schwestern in
einem Brief an ihre Eltern. In die
fem vom .Katholischen Beobachter',
dem Blatt der Erzdiözese Köln, ver
öffentlichten Brief schreibt die Schwe
ster: „Wir werden wie die Tiere be
handelt, zur Arbeit getrieben und ge
schlagen. Ob wir erschöpft umfallen
oder die Wache uns totschlägt, nie
mand fragt danach." Tie Ordens
schwester teilt mit, daß sie mit ihren
Leidensgenossinnen bisher zum Briik
kenbau eingesetzt worden sei. Viele der
Schwestern, die dabei entkräftet zu
sammenbrachen, seien einfach ins Was
ser gestoßen worden. „Jetzt arbeiten
wir in einer Grube unter Tage. Wir
laufen in Lumpen herum und leiden
ständig unter Hunger." Wie hierzu
aus Köln berichtet wird, ist der katho
tischen Kirche im Bundesgebiet offi
ziel! nichts davon bekannt, daß Or
densschwestern in einem sowjetischen
Zwangsarbfeitslager festgehalten
werden. Andererseits werden die in
dem Bries geschilderten Zustände auf
grund der bisherigen Erfahrungen
für durchaus möglich gehal^n.
Ter sattsam bekannte Trew Pear
son behauptete neulich im Rundfunk:
Otto Straffer, Nazi-Flüchtling in Ka
nada, hat Verbindung mit den Rus
sen aufgenommen unsere Botschaft
überwacht ihn. Tazu schreibt Dr.
Strasser von Bridgetown. Nova Sco
tia. u.a.: Nicht nur, daß ich
keine wie immer geartete Verbindung
mit den Russen aufgenommen habe,
ist es eine den Behörden wohlbekann
te Tatsache, daß ich die mir angetra
genen Angebote im Frühjahr 1950
genau so kompromißlos abgelehnt ha
be, wie ich dies im Herbst Ii 12 tat
obwohl dies damals zu meinem Re
de- und Schreibverbot führte, und ob
wohl es heute mein unfreiwilliges
Exil verlängert, das die Russen zu
beenden bereit waren. Ich habe bei
Hunderten von Gelegenheiten, zuletzt
in einem Interview mit der Zeitschrift
,Tf»e Ensign', eindeutig klar gemacht,
daß es für mich keine wie immer ge
artete Zusammenarbeit mit totalitä
ren Ideologien und Parteien gibt,
weder mit den Nazis, noch mit den
Kommunisten, weil ich darin eine töd
liche Gefahr für Deutschland, für Eu
ropa, für das ganze christliche Abend
land erblicke."

Stefan Le fort.
Nom-Zlahrten des Central
Vereins
Prof. J. M. Duehren.

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