OCR Interpretation


Ohio Waisenfreund. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1874-1953, May 13, 1950, Ausgabe der 'Wanderer', Image 5

Image and text provided by Ohio History Connection, Columbus, OH

Persistent link: https://chroniclingamerica.loc.gov/lccn/sn91069201/1950-05-13/ed-1/seq-5/

What is OCR?


Thumbnail for

i%*tot
K\
K
'A'.
I
4 äs- V-v
noch auf die Heimkehr von Angehört
gen aus der russischen Kriegsgefan
genschaft hoffte, mit namenloser
Trauer und Verbitterung. aufgenom
men worden ist: Moskau erklärte, daß
die Repatriierung solcher Gefangenen
mit den letzten „Transporten", die
Deutschland erreichten, beendet sei
u»d nur noch wenige Tausende von
Deutschen „als Kriegsverbrecher" in
der Sowjet-Union zurückgehalten
würden.
Das Staatsdepartement in Wash
ington 'reagierte auf diese Angabe
Moskaus sogleich mit einergeharnisch
ten Erklärung, die den Sowjet-Un
menschen vorwirst, tatsächlich noch we
nigstens 200,000 Deutsche in ihrer
Gewalt zu haben. Unsere Regierung
vermutet, Rußland habe diese Un
glücklichen in sein riesiges Sklaven
Heer eingereiht. Von- anderer Seite
hält man es auch für möglich, daß
viele von ihnen in die russische Uni
form gesteckt worden sind. (Voriges
Jahr stellte ein mit russischen Ver
hältnissen vertrauter Korrespondent
in unserm Blatt wiederholt die Be
Häuptling aus, daß Rußland viele tau
send deutsche Kriegsgefangene elend
verkommen und ermorden ließ.)
z
Der amerikanische Hochkommissar
John I. McCloy erklärte in Frank
furt, die Sowjet-Union habe es un
terlassen. „über den Verbleib von
HMiderttausenden deutschen Kriegsge
fangenen Ausschluß zu geben", und
fuhr fort: „Nach in einer Ansicht sollte
die Welt erfahren, was' aus ihnen und
den vielen taufenden deutschen Zivi
listen geworden ist, die in der Sowjet
Union verschwunden sind."
Vor dem zu einer Sondersitzung
einberufenen Bundestag in Bonn
sprach Bundeskanzler Adenauer, auf
amtliches Ziffermaterial der Roten
Armee gestützt, von anderthalb Mil
lionen niemals repatriierten deutschen
Gefangenen in Rußland, „darunter
zehntausende deportierter Zivilisten".
Er verlangte irrt Namen der Huma
nität, daßl der Kremt über ihr Schick
sal Rechenschaft ablege.
Andere deutsche politische Führer
erklärten, die Moskau'er Ankündi
gung bedeute das Ende der konimuni
stischen Partei in West-Teutschland.
Der Führer der Sozialdemokraten,
Kurt Schumacher, kündigte den An
trag an, daß die KP verboten werden
soll, und sagte in einer Pressekonfe
renL, baß der Bundestag die Frage
wahrscheinlich schon in dieser Woche
aufnehmen werde. Führer der christ
lichdemokratischen mid der liberalde
mokratischen Partei erhoben dieselbe
Forderimg. Franz Blücher, der Vize
kanzler, erklärte: „Tie wenigen Deut
schen, die sich bis jetzt von dem Kom
munismus täuschen ließen, sehen jetzt
endlich die Wahrheit."
Für das deutsche Volk, das durch
die russische Mitteilung tiefer erschüt
tert worden ist als durch irgendein
Ereignis seit den letzten Bombennäch
ten des Krieges, ist es ein fragwürdi
ger Trost, zu wissen, daß die grauen
volle Unmenschlichkeit des Bolschewis
mus das Ende der kommunistischen
Partei westlich des Eisernen Vorhan
ges besiegelt haben dürfte. Schon bis
her konnte 'von einer nennenswerten
Zahl westdeutscher Kommunisten
kaum mehr die Rede fein. Wenn das
Bonner Parlament noch von drei
kommunistischen Abgeordneten verun
ziert wird, so liegt das nur an den
Eigenarten des „Proporz"^Systems
und nicht etwa daran, daß auch nur
ein einziger dieser Drei in irgend
einem Wahlkreise gewählt worden
wäre.
Mortlchreitende Äabihali
fieruttg
Der päpstliche Beauftragte für das
•deutsche Flüchtlingswesen, Prälat Dr.
Hartz, und der Vorsitzende des Katho
lischen Flüchtlingsbeirates' Bundes
Flüchtlingsminister Dr. Sufaschek, ha
ben sich in eingehenden Darlegungen
an die kirchlichen Stellen Deutschlands
gewandt und sie dringend aufgefor
dert. alles zu tun,, um einer weiteren
Radikalisierung der Flüchtlingsmas
sen Einhalt zu tun. Tatsächlich sind
^die Gefahren dieser Radikalisierung,
die von einsichtigen Kreisen seit lan
gem und besonders seit dem Vorjahre
erkannt wurden, in den letzten Mona
ten bedenklich angewachsen.
Die Ursachen dieser Erscheinung
sind mannigfach: Von der Arbeitslo
sigkeit. bie im Februar in der Bun
desrepublik mehr als zwei Millionen
Menschen erfaßte, wurden in erster
Reihe die Heimatvertriebenen Betrof
fen. Die Wohnungsnot lastet mit be
sonderer Schwere gleichfalls auf die
sen Kreisen und verwehrt es gleichzei
tig einer sehr großen Zahl, wieder in
den vertrauten Beruf zu gelangen.
Besonders aufreizend wirkt sich die
langsame Entwicklung des sogenann
ten Lasienau-sgleichs aus. Hier han
delt es sich naturgemäß um ein Pro
blem von größter Tragweite, das nur
unter Wahrung der deutschen Wäh
rung und Produktionsfähigkeit gelöst
werden fattn. Andererseits hat sich in
weiten Kreisen der Vertriebenen bie
Auffassung festgesetzt, als würde die
Durchführung des Lastenausgleichs
von einheimischen Stellen planmä
ßig verschleppt. Ueberdies hat die
Belastung durch die Abgaben für
die sogenannte Soforthilfe in einhei
mischen Kreisen Verbitterung hervor
gerufen, die wieder die Spannungen
zwischen Einheimischen und Vertriebe
nen verschärft.hat.
Es wäre vollkommen abwegig, in
der Radikalisierung breiter Massen
der Heimawertriebenen die Gefahr
einer Bolschewisierung zu erblicken.
Tie Vertriebenen und Flüchtlinge sind
in ihrer erdrückenden Mehrheit gegen
über der bolschewistischen Propaganda
immun. Es waren Leute mit dem
Sowjet-2tern oder mit Hammer und
Sichel, die sie unter Mißhandlungen
aus Heimat und Eigentum vertrieben
haben. Tie Eindrücke der Jahre
1945/46 haben sich in den Herzen der
Betroffenen derart nachhaltig einge
prägt, daß sie vom Bolschewismus ab
solut nichts wissen wollen. Ten Tira
den kommunistischer Agitatoren von
der Schönheit des Sowjet-Paradieses
setzen sie das durch bitterste Erfahrun
gen erworbene Wissen um die Ver
Hältnisse jenseits des Eisernen Vor
hangs entgegen. Sie sind daher für
die bolschewistische Propaganda ein
ausgesprochen untaugliches Objekt.
Anders liegen die Dinge hinsichtlich
der Agitation gewisser anderer Krei
se .Die Vertriebenen sind wieder
in ihrer erdrückenden Mehrheit
Menschen, die nichts anderes wollen,
als in Frieden eine neue Existenz auf
bauen. Man weiß, daß sie am Rechte
auf die ihnen geraubte Heimat unver
brüchlich festhalten, und man weiß,
daß viele der Vertriebenen von einer
Rückkehr in absehbarer Zeit träumen.
Bei all diesen Erwägungen aber schal
ten sie den Gedanken an eine Wieder
gewinnung der Heimat durch einen
„dritten Weltkrieg" aus, weil sie wis
sen, das ein neuer Krieg keine Lösung,
sondern nur die völlige Zerstörung
des noch Bestehenden bringen kann.
Wenn trotzdem in den Kreisen der
Vertriebenen eine gewisse Anfälligkeit
gegenüber radikalistischer Agitation
festgestellt werden muß. dann zeigen
sich hier lediglich die Folgen einer
Kette von Fehlern, die bis in die Zeit
des zweiten Weltkrieges zurückreicht.
Es ist z. B. auch den überzeugtesten
Demokraten unmöglich zu beweisen,
daß die Vertreibung von rund fünf
zehn Millionen Menschen aus ihrer
angestammten Heimat nicht mit Zu
stimmung der Weitmächte erfolgt ist.
Dokumente von Jalta und Potsdam
sprechen eine zu eindeutige Sprache!
Auch gegen das Argument, das unge
heure Flüchtlingsproblem fei Teutsch
land mit Zustimmung der westlichen
Mächte ausgelastet worden und müsse
infolge des Ungenügend der deutschen
Kraft als internationales Problem
mit Hilfe der gleichen Mächte und des
übrigen Auslandes gelöst werden, ist
mit Gründen der Logik schwer anzu
kämpfen.
Der beste Nährboden für die Radi
kalisierung wurde jedoch durch Fehler
bereitet, die in den letzten fünf Jah
ren von beiden Seiten (also von Ver
triebenen- und einheimischen Kreisen)
begangen wurden. Vor allem hat ein
allzu langes Zögern einheimischer Be
hörden, Parteien und sonstiger Stel
len in den mannigfachen Bereichen der
Flüchtlingsfrage jene Kreise der Ver
triebenen in ihren Auffassungen be
stärkt, die von Anfang an einer Sepa
ration der Flüchtlinge das Wort rede
ten. Dadurch gewannen jene Oberwaf
fer. die im politischen Bereich die Bil
dung selbständiger „Flüchtlingspar
teien" empfahlen. Nun werden diese
Separationsbestrebungen im Lager
der Vertriebenen von Gruppen und
Leuten ausgenützt, die unter Ableh
nung der demokratischen Parteien
neue politische Gebilde ins Leben ru
feit. Es ist eine leider unbestreitbare
Tatsache, daß jene Politiker unter den
Heimatvertriebenen, die einer demo
kratischen Elitwicklung und einer loya
len Zusammenarbeit, mit den einhei
mischen Kreisen zuneigten, heute ins
Hintertreffen gekommen sind. Das
liegt vor allem daran, daß sie bedau
erlicherweise nicht in die Lage versetzt
wurden, durch ihre unermüdliche Ar
beit solche Erfolge zu erzielen, mit de
nen sie der Hetze der radikalen Ele
mente wirksam begegnen könnten.
Dem Bundes-Flüchtlingsminister Dr.
Lukaschek z. B. wurde anläßlich bei
Etatverhandlungen im Bonner Bun
destag ein eindeutiges Vertrauensvo
tum ausgesprochen: es ist aber gleich
falls Tatsache, daß derselbe Minister
in Flüchtlingsversammlungen immer
wieder den Vorwürfen und Angriffen
radikaler Elemente ausgesetzt ist. Was
sich hier abspielt, hat man in größe
rem Rahmen schon einmal erlebt: Der
einstige deutsche Reichskanzler Dr.
Brüning stürzte, weil ihm die dama
ligen Alliierten jene positiven, hand
greulichen Erfolge verweigerten, die
sie später und zwar zwecklos
einem Hitler in vielfacher Größe ge
währen mußten.
Deutschland fann ohne eine erträg
liche Lösung des Flüchtlingsproblems
nicht gesunden. Eine volle Radikalisie
rung der Heimatvertriebenen und
neben ihnen stehen noch andere Kon
tingente der ptiiitym
V
Bon E. I. ei ch e n erz
OHIO WAISKNFREUNO
müßte sich auf die weitere Ent
wicklung der politischen und sozialen
Verhältnisse Deutschlands und Eu
ropas äußerst unheilvoll auswir
ken. Der Radikalisierung kann jedoch
nur dann begegnet werden, wenn sich
die Vertreter des besonnenen Ele
ments mit für jedermann greifbaren
Erfolgen ausweisen können. Das
rührt naturgemäß an die großen deut
schen Probleme überhaupt, vor allem
an die Notwendigkeit der Beschaffung
von Wohnraum und Arbeitsmöglich
feiten. Und da die deutsche Kraft zur
Bewältigung dieser Ausgabe nicht
ausreicht, muß sie man kann es
nicht oft genug sagen durch die
Hilfe des Auslandes ergänzt werden.
Tie Gefahren dieser Radikalisierung
sind groß und es ist die höchste Zeit,
daß für eine wirksame Abhilfe Vor
sorge getroffen wird! K. H.
Zweierlei Msh
Ter St. Patrick's Tag gilt in Ame
rika beinahe als öffentlicher Feiertag.
Für die Katholiken ist das Fastenver
bot aufgehoben, wenn der Tag auf
einen Freitag fällt. Trotz der Fasten
zeit wird getanzt. Jeder Jrländer und
jeder, der ihnen Freude machen will,
trägt das irische Abzeichen, grünen
Shamrock, eine dreiblättrige Kleeart.
Irische Freunde sandten mir ein
ganzes Bündel Propaganda-Postkar
ten zur Verteilung. Tarauf ist in grü
ner Farbe die Insel der Heiligen ab
gebildet, nnr das ans Irlands Leib
herausgeschnittene Nord-Irland ist als
weißer Fleck mit grüner Umrandung
eingezeichnet. Neben einem Festgruß
in gältjchen Lettern steht folgender
Text in englischer Sprache: „Wenn
Tu am St. Patrick's-Tag an Irland
denkst, erinnere Tich, daß die irische
Nation gegen den Willen der über
wältigenden Mehrheit der Bevölker
ling durch England ausgeteilt wurde:
daß das Wesen demokratischer Herr
schaft im Rechte eines Volkes liegt,
seine eigenen Angelegenheiten ohne
Einmischung von außen zu regeln
daß St. Patrick's Bischofssitz in Ar
magh. fein Grab in Townpatrick und
die Szenen seiner Jugend auf Sle
mish vom Leibe Irlands losgerissen
und in einem Gebiet liegen, das bri
tische Truppen in flagranter Verleug
umtg aller demokratischen Rechte be
setzt halten. Mache es Dir zur
Pflicht, an diesem St. Patrick's-Fest
mitzuhelfen, daß die Zerreißung der
Insel St. Patrick's zu Ende kommt."
Vor etlichen Wochen kam der Pre
lnier von Ulster, Sir Basil Brooke, zu
Besuch nach Amerika. Der Bürgermei
ster von New 2)ork, O'Twyer, weiger
te sich, ihn im Rathaus zu empfangen.
„Nur über meine Leiche!" Irische Ver
bände hielten Protestversammlungen,
bei denen sehr scharf mit England ab
gerechnet wurde. Nur etliche Sätze aus
einer Rede Father Currans: „Unser
irischer Kreuzzug richtet sich gegen die
imperialistische Tyrannei Englands
in Irland und gegen den imperialisti
schen Einfluß Englands auf Amerika.
Als irisch-amerikanische Kreuzfahrer
müssen wir unseren amerikanischen
Mitbürgern den sozialistischen Feind
klar machen, den England gegen Ame
rika großzieht, die imperialistische
Tyrannei, die es gegen Irland auf
recht hält mit Hilfe amerikanischer
Dollars. Wir haben' das Recht und
die Pflicht, allen englischen Handel zu
boykottieren Alle irisch-amerika
nischen Mitglieder des Kongresses ha
ben die Pflicht wie das Recht, einen
politischen Blick zu bilden, der die
Verteilung amerikanischer Gelder nach
England kontrolliert ., bis Aine
rika sicher ist, daß amerikanisches Geld
nicht länger verwendet wird, Eng
lands sozialistischen Flirt mit dem
Kommunismus und die Verewigung
der Teilung Irlands aufrecht zu er
halten Das Blut irischer Jungen,
die in beiden Weltkriegen starben,
schreit auf gegen die Verschwendung
amerikanischen Vermögens zur För
derung des britischen Sozialismus
und zur Fortsetzung britischer Tyran
iiei. Wir müssen ihren Schrei hören,
ihren Ruf beantworten und ihren
Traum erfüllen. Wir müssen den
Spuren Washingtons, Jefferfoits,
Jacksons unt Lincolns folgen zum
Heil der amerikanischen Republik .."
(,The Tablet', 1. April 1950).
Der Kongreß faßte den (später frei
lich wieder aufgehobenen) Beschluß,
jegliche finanzielle Hilfe für England
einzustellen, so lange die Teilung Ir
lands aufrecht bleibt. Die „Picket
Lines" (Protestaufmärsche) sunktio
nierten, wo immer sich Sir Basil zeig
te. „Persona non grata", war die öf
fentliche Reaktion, von der nur die
Anglophilen eine Ausnahme bildeten.
Ich habe nirgend den Eindruck ge
wonnen, daß man den Amerikanern
irischer Herkunft diese Demonstratio
nen, dieses mutige Eintreten für das
Land ihrer Väter übel nahm, oder gar
ihren Patriotismus, ihre Liebe zu
Amerika in Frage gestellt hätte. Ue=
brigens erleben wir dasselbe bei Po
len, Tschechen und vor allem bei dey
Zionismen, und es regt sich niemand
darüber auf. Liebe zur alten und
Treue neue» Heimat widerspre­
chen sich nicht. Man könnte sogar be
haupten, baß jene, die die alte Heimat
allzurasch vergessen und sogar verleug
nen, auch der neuen nicht die Treue
halten, oder nur solange es nützlich
ist. „Ubi beiiet, ibi patria Wo mir's
gut geht, da ist nieine Heimat".
Nach ,Information Please Almanac'
1947 sind von 1820 bis 1945 insge
samt 4,593,167 Jrländer eingewan
dert gegen G,028,787 aus Teutsch
land und 4,144,507 aus Oesterreich
Ungarn. Ter Anteil an der Bevölker
ung betrug 1930: 5,9 Prozent für
Jrländer (1940: fünf Prozent), für
Teutfche 1930: 11,5 Prozent (1940:
10,8 Prozent),, für Oesterreich 1930:
2,7 Prozent (1940: 4,2 Prozent).
(Schluß folgt)
De tchumb'tche Ztebahn
ltf
de schwöb'sche Isebahnc
Weit es Viele 2totiunc:
Ttnegat, Ulm und Biberach,
Mekkebänre, Tnrlesbach.
Trulla, trnlla, trullala,
2htcgat, Ulm und Biberach,
Mekkebiiure, Turlesbach.
ltf de schwäbische Jsebahne
Weit es viela Rcftratianc,
Wo rno esse, trinke fa\
Alles, was b'r Mage ma'.
Trulla usw.
ltf de schwäbische Jsebnhne
Braucht ma feine Postilione,
Teint, was sonst das Posthorn bließ,
Pfeifet jeht die Lokomotiv.
Trulla usw.
ltf de schwäbische Jsebahne
Könne Änh und Ochse fahre,
T7 Ttndente fahre erster Klass',
2c mache des
halt nur zum Spaß.
Trulla usw.
ltf de schwäbische Jsebahne
Wollt
ontof
a Bäiirle fahre,
Goht an Schalter, lupft de Huet:
„Ci Billetle, sind so gut?"
Trnlla usw.
Eine Weis hat er gefanfet,
Und daß die ihm nicht fortlauset,
Bindet sc der guete Maf
Hinte an de Wage o\
Trnlla usw.
„Böckle, t«t nur woidle springe,
Mitcter will i dir scho'
bringe."
Set?t sie zu sei'm Wciblc nar
Und brenn'* Tubakspfeifle ar.
Trnlla usw.
's Fahre tuet en mächtig freite,
Doch er »nueß es z' spät bereue,
Daß er hot des Ungeschick tau
Und de Bock am Wage g'lau.
Trnlla usw.
ltf der nächste Statione,
Wo er will sei Böckle hole,
Find't er nur noch Kopf und Soil
An dem hintre Wagetoil.
Trnlla usw.
To kriegt er en große Zore,
Nimmt de Kops mit samt de Höre,
Schmeißt en, was er schmeiße ka',
Tm
Konduktor a dT Schädel na'.
Trulla usw.
„To du kannst de Schabe zahle,
Worum bist d' so schnell g'sahre,
Du allein bist schuld dara',
Daß i d' Gois verlaura ha'."
Trulla usw.
So, jetzt war das Lieble g'snuge,
Es Hütt euch wohl in d' Ohre kluuge
Wer's no nit begreife fa\
Fang's nu
wieder von vorne a\
Trulla usw.
Wie üe ihren Samt trgog
Fuhr irfi da vor kurzem über den
Brenner ins sonnige Italien. Mir
gegenüber saß eine Tame aus Sach
sen, ihrem Bekenntnis nach, wie sich
später ergab, protestantisch. Anfangs
schweigsam, wurde sie um so unmittel
barer, je mehr die deutsche Zunge um
uns herum verstummte und je weiter
wir in die gesegneten Gefilde Lornbar
Mens hinabkamen. Sie erzählte mir
manches Interessante aus ihrem viel
geprüften, reichbewegten Leben. Da
bei verriet sie ein gesundes und siche
res Urteil und so vernünftige Lebens
anschauungen, daß ich mich nicht ent
halten kann, wenigstens einen Zug
aus ihrem Leben den Lesern mitzu
teilen.
„Mein Mtmn," erzählte sie, „besaß
ein äußerst reizbares Temperament.
Wenn er abends aus dem Büro heim
kehrte und nicht alles gleich in Ord
nung fand, ließ er sich manchmal zu
den stärksten Ausdrücken hinreißen,
und das sogar in Gegenwart unserer
Kinder. Ich schwieg in solchen kriti
schen Augenblicken, biß auf die Zähne,
schluckte alles, wenngleich mit Mühe,
hinunter, oder ich ging, wenn es mir
zu stark wurde, in die Küche und
weihte mich dort einmal gründlich
v'ar* »-yT^r-
aus. Bei nächster Gelegenheit, wenn
der Mann in guter Stimmung war,
wie bei einem sonntägigen Abendspa
ziergang oder bei einem Glase Dessert
wein, sagte ich ihm, in aller Ruhe
zwar, aber doch mit Ernst, solche Aus
drücke hätte er, zumal in Gegenwart
der Kinder, niemals gebrauchen sol
len. Und ich erinnere mich an keinen
Fall, wo er das nicht sofort eingesehen
hätte. Nach etwa anderthalb Jahren
war der Mann kuriert. Unsere gegen
seitige Zuneigung und Hochschätzung
hatte dabei gewonnen das fernere Zu
sammenleben verlief ohne beachtens
werte Störung in glücklichster Ein
tracht. Als mein Mann starb, fühlte
ich mich so niedergedrückt, ja nieder
geschmettert, daß ich meinte, es nicht
mehr aushalten zu können. Einigen
Trost fand ich nur, wenn ich in die
katholische Kirche ging. Dort konnte ich
5. Mai Kö
wieder etwas beten." Das und noch
manches andere erzählte mir die
Tarne, als der Schaffner rief:
Milano."
Inland
Die Vorwahl in Florida hat dem
bisherigen Senator Pepper eine ent
schiedene Niederlage gebracht. Sein
Gegenkandidat, der jugendliche Abge
ordnete George Smathers, hatte im
Wahlkampf Peppers Freundschaft mit
Henry Wallace unterstrichen und sich
gegen Kommunisten und Negerfreun
de ausgesprochen. Ernsthafte politi
sche Bedeutung Hatte die Tatsache, daß
er das Taft-Hartley-Gefetz in Schutz
natim und damit Erfolg hatte. Repu
blikanische Glückwünsche lehnte er je
doch mit der Versicherung ab, daß er
ein guter Teinokrat fei und bleibe und
lediglich Peppers extreme Neigung
nach links bekämpft habe. Am gleichen
Tag erlitten die Dixiekraten in Ala
bama einen Schlag, der mehr als lo
kale Bedeutung hatte. Die demokrati
sche Organisation, die bei der letzten
Präsidentenwahl die Elektoren des
Staats anf den Gegner Trumans
verpflichtete, wurde von den „loyalen"
Demokraten zurückerobert. Ebenso
wurde der bisherige „loyale" Senator
Lister Hill mit großer Mehrheit als
Kandidat bestätigt. Das ist ein Trost
für Präsident Truman, der in den
letzten Monaten art Prestige verloren
bat, das er jetzt auf einer „unpoliti
schen" Rundreise, aus Regimentsio
7ten, wieder einzubringen sucht.
Der lange, kostspielige Streik gegen
Chrysler, der genau hundert Tage ge
dauert hat, wurde beendigt. Unterneh
mer und Arbeiter behaupten, ihre Sa
che gewonnen zu haben. Der Streik
verursachte in der Zeit vom 25. Ja
nuar bis zum 29. April Verluste von
$1,287,918,080. Das Fachblatt ,Au
to motiv News' berechnete dies wie
folgt: 10,574 Händler und die Fa
brik selbst verloren Verkäufe von
455,000 Autos im Wert von $910,
000,000 6500 Lieferfirmen Aufträ
ge von $272,000,000 die 89,000
streikenden Arbeiter büßten Löhne in
Höhe von $78,918,080 ein ferner
blieben 50,000 Arbeiter der Liefer
firmen ohne Arbeit und verloren wei
tere $27,000,000 an Löhnen. Die Be
rechnung stützte sich auf eine Grund
lage von achtundfechzig verlorenen
Arbeitstagen, ist also nicht vollstän
dig.
Neulich wurde eine Delegation des
westdeutschen Parlaments im Senat
in Washington in geradezu herzlicher
Weife empfangen. Mehrere Redner,
darunter Vizepräsident Barkley, spra
chen in warmen Worten von der Wie
derherstellung der alten freundschaft
lichen Beziehungen zwischen dem ame
rikanischeri und dem deutschen Volk.
Zum Glück spielte sich die Episode
Du
Stadt
nicht in New Dorf ab. Dort wurden
die Mitglieder eines deutschen Fuß
ball-Klubs im Stadthaus offiziell be
grüßt. Nachher wurden sie auf der
Freitreppe von unreifen Menschen,
Mitgliedern radikaler jüdischer Ver
bände, mit faulem Obst und Eiern
beworfen. Ter stellvertretende Bür
germeister schüttelte die Rowdies
gründlich ab, indem er wegen der
„Schande" im Namen der Stadt öf
fentlich Abbitte leistete.
Vermischtes
ReÜellt Eure Zeitung nicht ab!,.
Wenn du, lieber Leser, dieser Tage vielleicht eine Rechnung für deine
Zeitung erhalten hast, und es dir nicht möglich ist, jetzt deinen Jahresbetrag
einzusenden, so bestelle nicht ab, sondern warte ruhig, bis du den Betrag teil
weise oder ganz bezahlen kannst. Wir senden deine Zeitung weiter.
Abbestellung bedeutet den Berlnst eines guten, alten Freundes
einen
Schaden
für die katholische Presse.
kannst
Ein wichtiges Ereignis in den Be
ziehungen der Ver. Staaten und der
Westdeutschen Bundesrepublik bildete
der Empfang, den der Senat der Ver.
Staaten während einer offiziellen
Sitzung einer aus fünfzehn Mitglie
dern bestehenden Abordnung des deut
scheu Bundestages, die sich zu Besuch
in den Ver. Staaten aufhält, berei
tete.
Kurz nach Eröffnung der Tagung
gab Vizepräsident Albeit Barkley als
Vorsitzender des Senats bekannt, daß
die deutsche Abordnung darauf warte,
empfangen zu werden, und bat die
Senatoren Myers und Wherry, die
Gäste in den Sitzungssaal zu geleiten.
Er betonte dabei, daß nach den Be
stimmungen den Gästen das Recht zu
stehe. das Wort zu ergreifen. Hierauf
wurde die Abordnung hereingeführt
und nahm die ihr-angewiesenen Plätze
ein.
Barkley richtete Worte der Begrü
ßung an die deutschen Besucher. Vor
allein sprach er die Hoffnung aus, daß
dieser Besuch nicht nur ein besseres
Verständnis zwischen den Deutschen
und Amerikanern zur Folge haben
werde, sondern unter allen Völkern
der Welt, damit die heillose Verwir
rung, die heute überall herrschte, end
lich beseitigt werde und zum Segen
der Menschheit einem dauernden Frie
den Platz mache.
Hierauf baten die Senatoren Ro
bertson, Wherry, Myers und Eonnal
ly ums Wort, um ihrerseits die deut
sche Abordnung willkommen zu hei
ßen. Sie alle begrüßten die Deutschen
aufs herzlichste und gaben der Er
wartung Ausdruck, Deutschland bald
in friedlicher Gemeinschaft mit allen
Völkern einer gedeihlichen Zukunft
entgegengehen zu sehen.
Dann bat Senator Langer den Vor
sitzenden um die Erlaubnis, die deut
schen Gäste in ihrer Muttersprache
begrüßen zu dürfen. Er sagte u.a.:
„Es ist uns eine Freude, Sie unter
uns zu sehen es gewährt uns Genug
tuung festzustellen, daß Sie an dem
Wesen unserer Demokratie Interesse
haben, und wir hoffen, daß Sie eine
lange Zeit bleiben und danach bald
wiederkehren werden. Möge Gott da
zu helfen, daß als Folge Ihres Be
suches das Leiden und die Not derje
nigen, als deren Vertreter Sie hier
stehen. Linderung erfahren möge!"
Im Namen der Besucher dankte
Dr. Bucerius. Er sagte u. a.: Bei ih
rer Abreise von Teutschland habe der
Kanzler, der Präsident des Bundes
tags und jeder, den sie gefragt hät
ten. welche Botschaft sie mitnehmen
sollten, ihnen aufgetragen, sie sollten
jedem Einzelnen, den sie Iiier sprä
chen. Tank zum Ausdruck bringen. Er
danke baher auch allen Versammelten
für alles, was sie für die Deutschen
getan haben.
Teutschland gedenkt 1950 des zwei
hundertsten Todestages von Johann
Sebastian Bach unter großer Beteili
gung des In- und Auslandes. Neben
der Bach-Feier in Leipzig, der lang
jährigen Wirkungsstätte des Tho
maskantor», werden in vielen Städ
ten West-Teutschlands Bach-Tage itt
festlichem Rahmen durchgeführt.
dein Abonnement auf den ,Ohio-Wai.sensreund' oder ,$lr
Josephinnm Review' erneuern, oder einen nenen Leser einsende« aus fol
gendem Formular:
.Ohio Uaifimfmmd'
Worthingto«, Ohio
At»n»e«e«t»presS Pro Fabr $3.00 Nach dem Anstand $1,
Ermäßigter Preis fit 3 JaHre $8.00
ftft
4i

Frankfurt, 26. April.

xml | txt