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Ohio Waisenfreund. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1874-1953, May 20, 1950, Ausgabe der 'Wanderer', Image 2

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JBio% nicht zurücktchickenl"
Seit dem verflossenen Winter sind
fünf Jahre vergangen, seitdem unter
dem Druck der 'herannahenden Front
Vom Osten her die ersten Flüchtlings
trecks in Rest-Deutschland eintrafen.
Damit hatte ein Zug des Elends be
gonnen, der infolge der brutalen Aus
weisungen nach Kriegsende seinen Hö
hepunkt erreichen und durch mehrere
Jahre keine Unterbrechung finden soll
te. Ter Jubel, der bot- allem in Polen
und in der Tschechoslowakei über die
Vertreibung der deutschen Bevölker
ung herrschte, ist seit der vollen Ein
gliederung dieser Länder in die bol
fchewistische Sphäre längst einer Er
rnichteruttg gewichen, zumal sich die
h^chfliegenden Pläne und Träume
reien vom reinen „Nationalstaat"
nicht erfüllt haben.
Tie Wiederbesiedlung des Landes,
das einst mehr als drei Millionen Sn
detendeutsche bewohnt hatten, mit
tschechischen Elementen ist 3. B. ein
großes Fiasko geworden. In den leer
gewordenen Raitin kamen sogenannte
„Rückwanderer", d. h. Tschechen lind
Slolvcrken, die bis 1945 in Ungarn,
Polen, Wolhynien (Sowjet-Union),
Oesterreich, Frankreich und Iugosla
Wien gewohnt hatten. Tie Zahl dieser
Neusiedler blieb weiter hinter den ge
hegten Erwartungen zurück und er
reichte nur die Höhe von etwa 250,
OOO. Tie übrigen Neusiedler kamen
aus dem tschechoslowakischen Binnen
land. Heute leben in den ehemaligen
sudetendeutschen Gebieten etwas mehr
olv eine Million Tschechen und Slo
Waken, unter ihnen allerdings auch
Zigeuner und Grnppen anderer Völ
kerschasten. Viele der Neusiedler sind
bereits wieder in das Innere des Lan
des zurückgekehrt, nachdem sie sich aus
den ihnen zugewiesenen einst deut
schen Besitzungen angeeignet hatten,
Was nur möglich war. Sie fühlten
sich in der Nähe der deutschen Grenze
nicht wohl.
Das alles macht es verständlich,
daß im Sudetenland heute weite Flä
chen fruchtbarer Erde brach liegen lttti)
die einst von fleißigen Menschen be
wohnten Siedlungen dem Verfall
preisgegeben sind. Versteppung und
Verödung auf dem Lande und unauf
haltsamer Niedergang in den Jndu
striestädten und in den einst weltbe
rühmten Kur- und Badeorten sind ei
itt* weitere Folge. Und was dem Ver
fall infolge von Menschenmangel, Un
fähigkeit und mangelnder Arbeits
freude entgangen ist, wird seit gerau
mer Zeit in den unmittelbaren Grenz
gebieten systematisch vernichtet. Ganze
Ortschaften werden unter Einsatz von
Militär und Panzern gesprengt und
zerstört, denn das bolschewistische Re
gime will an der Grenze gegen die
Sphäre des Westens ein Niemands
land von Steppe und Urwald schaf
fen. Auch in den ehemalige» deut
schen Ostgebieten vermochten die pol
nischen Herren den gewaltigen Wie
derbesiedlungsanfgaben nicht gerecht
zu werden. In der einstigen „Korn
kammer Deutschlands" herrscht heute
Mangel! Dies ging aus Lobhymnen
ornr
Bewohner von Nürnberg in Deutschland suchen
in einem Militärabfallhaufen nach N ahrung
der polnischen Presse über die Ver
dienste der Sowjet-Union um den
Aufbau des neuen polnischen Staates
hervor. In diesem Zusammenhang
wnrde nämlich vermerkt, daß in Po
len (trotz der gewaltsamen Einglie
derung der so überaus fruchtbaren
deutschen Ostgebiete) täglich zwei- bis
dreitausend Tonnen Getreide aus der
Sowjet-Union zur Ernährung der
Bevölkerung eintreffen.
Was in den Ausweisungsländern
sich in den. letzten fünf Jahren nicht
geändert hat, das ist die Herrschaft
der brutalen Gewalt und der Raub
gier gegenüber der noch im Lande ver
bliebenen deutschen Restbevölkerung.
Die Berichte jener Deutschen, die in
den letzten Monaten aus Polen aus
gewiesen tuurdeit, geben hierfür ein
beredtes Zeugnis. Im Ausweifungs
falie erscheinen meist in den frühen
Morgenstunden Kommandos der pol
itische« Miliz in den Wohnungen der
Deutschen und fordern diese auf, ihre
Wohnungen binnen einer halben
Stunde zu verlassen und sich auf ei
nem Sammelplatz zu stellen. In Kat
tontitz und Oppeln (und wohl auch an
andern Orten) begann die Miliz schon
kurze Zeit nach Ueberbringung des
Ausweisungsbefehls die Wohnungen
zu plündern, obwohl sich in ihnen noch
die deutschen Eigentümer befanden.
Besonders rücksichtslos ging man ge
gen kranke und gebrechliche Deutsche
in Breslau vor. Wer den oft langen
Weg zum Güterbahnhof nur mühsam
bewältigen konnte und deshalb öfter
stehen blieb, wnrde von bewaffneten
Zivilisten geprügelt und niedergeschla
gen, so daß in einzelnen Fällen der
Tod eintrat. Deutsche, die ihren Ange
hörigen helfen wollten, wurden rück
sichtslos zurückgetrieben. Der Trans'
port der Ausgewiesenen bis Frank
furt an der Oder erfolgte zurrt größ
ten Teil im offenen Viehwagen. Die
Leiden, welche diese'Menschen erdul
den mußten, beleuchtet das Wort ei
nes dieser Ausgewiesenen: „Ein eletv
des Leben auf deutschem Boden ist
uns mebr wert, als irgendeines in
Polen. Bloß nicht zurückschicken!"
Besonders grausam wütet das bol
schewistische Regime gegen die noch in
Jugoslawien zurückgehaltenen deut
schen Kinder. Dort wurden in den
Jahren 1944/45 etwa 35,000 bis
40,000 deutsche Kinder unter sechzehn
Jahren zurückgehalten. Was aus ih
nen geworden ist, weiß man meist,
nicht, da sich die jugoslawischen Regie
rungsstellen in Schweigen hüllen. Als
man Ende 1944 die in Jugoslawien
zurückgebliebenen Deutschen in
Zwangsarbeitslager internierte oder
nach Sowjet-Rußland deportierte,
wurden die Kinder von ihren Eltern
getrennt und in sogenannte „Unter
ziehungslager" eingeliefert. Dort
wurden alle Mittel angewandt, um
die Kinder systematisch zu „entbeut*
schen". Wenn Zureden und gute Ver
pflegung nicht verfingen, versuchte
man, die Kinder durch Hunger, Prü­
hat bereits 70 Millionen Dollars an Unterstützungen in 47 Ländern zur Verteilung ybfPtfW Nun
mehr braucht man Ihre Hilfe für die unschuldigen Opfer in Deutschland.
Bitte» schicken Sie Ihre Gabe noch heute.
War Relief Services-National Cath. Weif are Conference
wird sofort auf raschem Wege diesen hilfosen Opfern Lebensmittel und Unterstützung zukomme«
lassen.
Spenden an War Relief Services—NCWC bet der Einkommensteuer in Abtug gebracht Werdern.
U NC E
SITZT AN EINEM LEEREN
TISCHE
Tag für Tag geben in Deutschland infolge der
w$örderischen Wirkung der Unterernährung im
mer mehr und mehr nnichul(}i|B Ki^rW
langsamen Tode entgegen.
Viele von ihnen werden gar rite alt genug wer
den, um etwas anderes als Hunger, Krankheit und
Tod kennenzulernen. Die christliche Caritas nM
nach Ihrer Hilfe!
HELFEN SIE IHNEN
JETZT!
irjmt.
OHIO WAISF.NFItEUND
gel und Einzelarrest zu „guten 6er
ben" zu machen. Eltern, die inzwi
schen nach Deutschland oder Oester
reich gelangt waren, versuchten in
Fällen, in denen sie durch alte Freun
de den Aufenthalt ihrer Kinder ermit
telt hatten, den Abtransport der Kin
der über das Internationale Rote
Kreuz zu erwirken. Bis jetzt sind alle
diese Versuche fehlgeschlagen und auch
verschiedene Schritte der österreichi
schen Regierung bei der jugoslawischen
Repatriierungskommission in Wien
wurden durchwegs ausweichend beant
wartet. Anläßlich einer Tagung in
Stuttgart gab Bischof Hain von der
früheren Deutschen Evangelischen
Kirche in Jugoslawien die Zahl der
deutschen Kinder, die in serbischen La
gern zurückgehalten werden, mit 10,
000 bis 15,000 an. Sie hätten die
deutsche Sprache völlig verlernt, .ein
großer Teil von ihnen müsse in Koh
lengrnben arbeiten. An diesen Zu
ständen hat sich auch durch den Abfall
Titos von Stalin nichts geändert!
Jugoslawien wünscht zwar die Hilfe
des Westens, von den Geboten der
Menschlichkeit wollen seine BeHerr
scher jedoch nichts wissen!
K. Hi
Lrmshnungen eiyo Azteken
sn leine Tordter
Fray Bernardino de Sahagun, der
nach der Eroberung Mexikos durch
Hernan Cortes die alten Priester und
Häuptlinge der Azteken über Glau
ben, Sitten, -Staatseiitrichtungen, Ge
werbe und Kunst ihres Reiches be
fragte und sie vieles davon in ihrer
eigenen Sprache niederschreiben ließ,
gibt in seiner „Historia General de las
Cosas de Nueva Espana" die Anspra
chen wieder, welche die Eltern der
Azteken an ihre erwachsenen Söhne
und Töchter zu richten pflegten. Der
Vater sprach zu seiner Tochter:
„Meine Tochter, mir kostbar wie
eine Goldperle und eine Schmuckfeder,
von mir gezeugt, mein Blut und mein
Ebenbild, achte aufmerksam auf alles,
was ich dir sagen werde, denn du bist
schon ein verständiges Mädchen. Der
Gott, der dich erschaffen hat, hat dir
Vernunft gegeben, der Gott, der all
gegenwärtig ist und alle Dinge ge
schaffen hat. Und so kannst du schon
verstehen, wie es in dieser Welt zu
geht. daß es in ihr keine wahre Freude
gibt und keine wahre Ruhe, sondern
Arbeit und Kummer, Ueberfluß an
Jammer und Armut oh, meine Toch
ter, daß dies eine Welt ist der Tra
tten, der Trauer und der Enttäu
schungen, eine Welt der Kälte, der
rauhen Winde und beschwerlicher
Sonnenglut, ein Ort des Hungers
und des Durstes. Das ist die volle
Wahrheit, und wir haben sie erfahren.
Darum glaube mir, meine Tochter,
dies ist eine böse, mühselige Welt, in
der der Freude die Trauer gesellt ist
und der Ruhe der Kummer. So haben
uns die Alten gelehrt, auf daß wir
nicht allzuviel weinen und klagen. Der
Herr gab uns das Lachen und den
I Schlaf, gab unS «Speise und Trankt
daß wir leben und gedeihen. Er gab
uns die Kraft der Zeugung, damit wir
uns vermehren in dieser Welt. Alle
diese Dinge verschaffen unserem Leben
für kurze Zeit Befriedigung: aber
bald betrüben wir uns über sie mit
Tränen und Trc/uer. Das ist die volle
Wahrheit, die wir kennen. Aber keiner
beachtet sie, keiner denkt an den Tod,
sondern alle denken nur an die Gegen
wart, wie sie Essen und Trinken erlan
gen mögen, wie sie ihren Setbesunter»
halt verdienen, Häuser bauen, Frauen
zur Ehe gewinnen. Die Frauen aber
heiraten und werden von Jungfrauen
zu Matronen. Das ist alles so, wie ich
dir sage, meine Tochter.
„Nun gib acht und höre mir auf
merksam zu. Hier steht deine Mutter,
deine Herrin, aus deren Leib du her
vorgingest, wie ein Stein, den man
von einem anderen Steine absprengt,
die dich gebar, wie die Pflanze einen
ZsnihlmgsWwd
Nun geht durchs Land der Frühlings
wind
Mit Tingen und mit Klingen
In Nächten, drin die Sehnsucht spinnt
In Nächten, die voll Wunder find,
Weil alle Knospen springen.
Und junge Liebe geht einher,
Als wüchsen ihr nun Schwingen,
Und glaubt an keinen Winter mehr,
Nnd hört vom blauen Himmel her
Die Engtet« alle fingen.
Ableger. So sproßtest du hervor aus
deiner Mutter und wurdest von ihr
geboren. Bisher warst du vom Schlaf
umfangen. Jetzt bist du erwacht. Sieh
und höre und wisse, daß der Welt Lauf
so ist, wie ich dir sage/
„Bitte Gott um ein langes Leben.
Aber es ist notwendig, daß du wissest,
wie du leben und wie du deinen Weg
gehen sollst. Denn sieh, meine liebe
Tochter, mein Täubchen, dieser Weg
ist nicht nur schwer, sondern er ist er
schreckend schwer. Du mußt bedenken,
meine Tochter, daß du aus edlem
tamme bist, aus adligem und treff
lichem, aus dem Blute von Herren
und Würdenträgern, die schon seit lan
gen Jahren tot sind, die das Reich und
die Herrschaft aufrichteten, die Ruhm
und Ehre ihrer Aemter gemehrt und
ihren Adel erhöht haben. Meine Toch
ter, ich will dir erklären, was ich
meine. Obgleich du ein Mädchen bist,
so bist du doch kostbar wie ein grüner,
wie ein blauer Edelstein. Aus dem
Stoff deiner Vorfahren bist du ge
hauen und gearbeitet. Du wirst mich
verstehen, denn du spielst nicht mehr
mit den anderen Kindern mit Sand,
mit kleinen Steinen, mit Tonklum
pen. Tu kannst begreisen, unterschei
den und deine Vernunft gebrauchen.
Gib acht, daß du nicht dich selbst ent
ehrst noch deine Ahnen. Hüte dich vor
allem Gemeinen. Was du bedenken
mußt, um recht zu leben in dieser Welt
und unter den Menschen, ist dies: du
bist ein Weib.
„Beachte, was du tun mußt. Tag
und Nacht mußt du fleißig beten und
flehen zu dem unsichtbaren, dem un
faßbaren Gott, Aoalliehecatl. Rufe
Ihn an in der Stille mit ausgebrette»
ten Armen. Gib dich nicht dem Schlafe
hin, wache und erhebe dich um Mitter«
nacht und wirf dich vor Ihm nieder.
Rufe ZU Ihm, dem unsichtbaren, dem
unfaßbaren Gott, denn Er freut sich
derer, die nachts Ihn anrufen. Dann
wird Er dich hören. Sich deiner an
nehmen und dir geben, was dir zu
kommt und wessen du würdig bist.
Bleibe darum nicht faul auf dem
Lager, erhebe dich, wirf die Kleider
von dir, wasche Gesicht, Mund und
Hände, nimm den Besen und kehre mit
Fleiß.
„Sobald du all das getan hast, geh'
alsogleich an deine Arbeit: Kakao be
reiten, Mais mahlen, spinnen oder
weben. Bemühe dich, gründlich zu ler
nen, wie Speise und Trank zu bereiten
sind, auf daß sie munden. Ich spreche
von den Speisen und Getränken, die
man den Herren vorsetzt. Wenn du
das befolgst, so wirst du reich werden,
wie Gott dir auch immer das Schick
sal der Ehe bestimmt. Doch solltest du
in Not und Armut geraten, so trachte
mit Ueberlegung und Gründlichkeit
die weiblichen Arbeiten zu erlernen,
die da sind spinnen und weben. Mache
deine Augen auf und sieh, wie sie
weben und sticken, und Zeuge be
malen, wie sie die Farben wählen und
mischen, auf daß sie gut zueinander
stehen. Die Frauen, die diese Kunst
beherrschen und geschickt in ihr sind,
wissen 'sehr wohl, wie man die Kette
anschert und den Schuß einschlägt, wie
man die Schäfte zwischen die Ketten
stellt, damit das Schiffchen hin- und
herlaufen kann. Trachte in alledem
gut beraten zu sein und fleißig, unter
lasse es nicht ans Faulheit und Nach
lässigkeit, denn jetzt bist du noch ein
kleines Mädchen und hast gute Zeit
zum Lernen.
„Deine Seele ist rein und beweglich,
ist wie ein grüner, wie ein blauer
Edelstein, ist voll guter Triebe, denn
sie ist noch von keiner Sünde befleckt,
sondern rein, schlicht und lauter, nicht
verderbt von bösen Gelüsten. Noch
leben wir, die dich zeugten, denn du
hast dich nicht selbst gemacht und ge
schaffen ich und deine Mutter Hatten
die Mühe mit dir, denn das ist der
Lauf der Welt. Solange wir noch hier
sind und leben und ehe wir sterben,
wenn unser Herr uns abruft, ist es
deine Pflicht, meine vielgeliebte Toch
ter, meine Taube, all diese Dinge zu
lernen und dir anzueignen, damit du
nach unserem Tode ehrlich leben kannst
und unter ehrbaren Menschen. Denn
Kräuter sammeln, an den Ecken der
Straßen Holz, Knoblauch, Salz und
Salpeter zu verkaufen, solches steht
dir nicht an, denn du bist edel geboren
und aus -adligem Stamme.
„Sollte dich woran niemand
denkt einer liebgewinnen und dir
zu befehlen haben, und du wärest in
den Obliegenheiten einer Frau nicht
erfahren, was wäre die Folge? Würde
man das nicht uns vorwerfen, nicht
uns deswegen schelten? Man würde
sagen, daß wir versäumt haben, dich
zu lehren, was du hättest lernen müs
sen. Und wenn ich und deine Mutter
dann schon tot wären, so würden sie
uns verlästern, weil wir dich nicht er
zogen hätten, als wir noch lebten. Und
sie würden sagen: verdammt sollen sie
sein, weil sie ihre Tochter ohne Unter
richt haben aufwachsen lassen. Dich
aber würden sie schelten und verwün
schen, und du trügest selbst die Schuld
an deinem Unglück. Wenn du aber ge
schickt bist in deinen Verrichtungen, so
hat niemand Ursache dich zu schelten,
sondern mit Recht wirst du gelobt und
geehrt und man wird dich achten, als
ob du auf dem Stuhle säßest, auf dem
die sitzen, die durch ihre Taten Kriegs
rühm getvannen wie ein tapferer
Krieger darfst du dich des Schildes
rühmen. Wenn du in deinen Geschäf
ten so gewandt bist wie der Soldat im
Heer, so wird matt sich unser erinnern,
uns ehren und segnen, deinetwillen.
Wenn du aber nichts ordentlich kannst,
dann wird matt dich mißhandeln und
schlagen und von dir sagen, du wü
sehest dich nicht und nähmest dir keine
Zeit, den Kopf zu kratzen. Nur Gott
weiß, welches dieser beiden Lose dir
zufallen wird, welches Er für dich be
reit hält, ob du weise und fleißig, ge
liebt und gefürchtet, ob du faul, nach
lässig und einfältig, verabscheut wer
det! wirst.
»Achte wohl, meine Tochter, auf,
was ich dir jetzt sagen werde. Achte da
rauf, deine Ahnen nicht zu entehren,
das Bild ihrer guten Werke und ihres
Ruhmes nicht mit Schmutz und Staub
zu besudeln. Gib dich nicht hin fleisch
licher Lust, wirf dich nicht weg an den
Unrat und Gestank der Wollust. Wenn
es mit dir dahin kommen sollte, so
wäre dir besser, du stürbest auf der
~telle. Sieh zu, meine Tochter, daß
du Schritt für Schritt vorwärts
kommst in den Dingen, von denen ich
zu dir gesprochen habe und falls es
unserm Herrn gefallen sollte, daß
einer dich liebte und begehrte, so stoße
ihn nicht zurück, mißachte nicht den
Willen unseres Herrn, der ihn dir
schickt. Empfange ihn, nimm ihn an,
mache keine Ausflüchte und warte
nicht, daß man dir zurede. Verbirg
dich nicht, entschlüpfe nicht mit Hohn.
Obgleich du unsere Tochter bist und
von edler Abkunft, rühme dich dessen
nicht, weil es nnsern Herrn kränkt.
Matt würde dich mit Schmutz und Kot
deswegen bewerfen. Er wird dich in
Schande und Verwirrung bringen
wegen deines schlechten Lebens, er
wird deiner spotten. Du darfst nicht
den unter den Männern wählen, der
dir am besten gefällt, wie man einen
Mantel auf dem Markte wählt fon
dern nimm den an, der dich verlangt.
Tu sollst es nicht machen, wie man es
mit den grünen Maiskolben tut, von
denen matt die besten und saftigsten
aussucht du sollst kernen Mann wün
schen, weil er eine schöne Gestalt hat,
sollst ihn nicht mit Leidenschaft lieben.
Wenn er schön ist der dich begehrt, so
nimm ihn an, und wen/t er häßlich ist,
so weise ihn nicht zurück. Nimm, den
Gott dir schickt. Mache dich stark, mein
Kind, und gib acht, daß niemand dei
ner spotte. Gib dich keinem, den du
nicht kennst er mag ein Landstreicher
sein, ein Taugenichts, ein Schelm.
Nimm keinen, als der dich zum Weibe
begehrt, und bei ihm halte aus bis
zum Tode. Verlasse ihn nicht, auch
wenn er dich verlassen will, auch wenn
er ein Arbeiter oder ein Beamter ist,
oder ein einfacher Mann von niederer
Herkunst. Auch wenn er nichts zu
essen hat, verachte ihn nicht verlasse
ihn nicht, denn unser Herr hat die
Macht, uns zu versorgen und zu
Ehren zu bringen. Er ist allwissend
und schenkt Gnade dem, der ihrer be
gehrt.
„Was ich zu dir gesprochen habe,
meine Tochter, gebe ich dir als Lehre,
wonach du dich richten sollst und da
mit erfülle ich meine Schuldigkeit
gegen unfern Herrn. Wenn du es ver
gißt und mißachtest, so fällt die Schuld
auf dich. Ich habe meine Pflicht getan.
Oh, meine Tochter, meine vielgeliebte,
sei glücklich und unser schere dir
Ruhe und Frieden!"
O
2». Mai
—9
r\
Zur Äefrediterhalhmg
Ihres Wohlbefindens,
Aussehens und
Ihrer Stimmung..
müssen Sia
richtigen
Stuhlgang
haben.
Wenn Sie irritien
oder nervo« «faul
und an Kopf
schmerzen, Gsee,
Blähungen, vefr
stimmten) Magen,
üblem Mundge
ruch, Schlaf—oder
Appetitlosigkeit
leiden, beden
ken Sie—alles diet
mag auf Hartlei
bi gkeit Kurücki»
führen «ein. tjp
Hartleibigkeit sn lindern, hat sielf
Forni's Alpenkräuter
als eine ideale Medizin erwiesen. Zu
gebrauchen wie angewiesen. Sanft und
milde bringt diese laxative und M*
gentätigkeit anregende Medizin trage
Därme zum Arbeiten und hilft, vei*
härtete Abfallstoffe auszuscheiden!
die durch Hartleibigkeit verursachten
Gase su vertreiben und gibt dem
Magen das angenehme Gefühl von
Wärme. Alpenkräuter'a erstaunliche
Wirksamkeit ist auf eine Wissenschaft
liehe Formel zurückzuführen, welch#
18 (nicht nur ein oder zwei) Natur*
Heilkräuter, Wurzeln und Pflanse»
verbindet, eine Geheimformel, ver»
vollkommnet über eine Periode von
78 Jahren. Ja, für schnelle, erprobte*
angenehme Linderung von Hartleibig
keits-Beschwerden besorgen Sie sich
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•IL PETE* FAHRNEY fc 10*1 66. i
Depti 16-39B
StiSST,
SlrtL,
Wleulp^r, MUH.,
Psketporto tur Liebesgaben
In einer Zuschrift an die Redaktion
i)er ,N. A. Staatszeitung' lehnt die
„Economic Cooperation Administra
tion" (Washington, D. C.) es ab, ihre
^eetransport-Subsidien, die seiner
zeit die Senkung des Patetportos für
Liebesgaben-Sendungen nach West
Deutschland wie auch nach Frank
reich, England und Holland von
vierzehn auf sechs Cents pro Pfund
ermöglichten, im kommenden siskali
schen Jahre beizubehalten. Das heben*
tet, daß es bei der bereits zur Kennt
nis der Öffentlichkeit gebrachten Ent
scheidung der maßgebenden Stellen in
Washington bleibt, wonach mit dem
1. Juli eine empfindliche Verteuerung
der Beförderung irgendwelcher Sen
düngen dieser Art durch die mnerika
nische Post eintritt, da von dem Be
zeichneten Zeitpunkt an für solche
Postsachen wieder das volle interna
tionale Postpaket-Porto von vierzehn
Cents das Pfund zu zahlen ist.
Vom Schnarchen
Das Schlafen im gemeinsamen
Räume kann oft erheblich gestört wer
den durch das laute Schnarchen eines
Schläfers. Namentlich Personen, die
einen oberflächlichen Schlaf haben
oder die schwer einschlafen, haben viel
fach außerordentlich durch das Schnar
chen zu leiden. Oft finden sie stunden
lang keinen Schlaf. Immer wieder
werden sie durch das Schnarchen beim
Einschlafen wieder aufgeweckt. Da
hauptsächlich Personen, die ein leicht
erregbares Nervensystem haben, durch
das Schnarchen um ihre Nachtruhe,
die sie dringend nötig haben, gebracht
werden, so muß man sich bemühen,
entweder dem Schlafgenossen das
Schnarchen abzugewöhnen oder einen
anderen Raum für die Nachtruhe wäh.
len. Letzteres ist oft aus Raummangel
nicht möglich. Man muß daher den
zuerst genannten Rat befolgen.
Um die Nachtruhe des Ehegefähr
ten oder Schlafgenossen nicht ständig
zu stören, ist wichtig, zu wissen, daß
das Schnarchen niemals beim Liegen
auf einer Seite erfolgt, sich aber sofort
beim Liegen auf dem Rücken einstellt.
Wendet man aber den Kopf des
Schnarchers auf die Seite, so hört so
fort das lästige Geräusch auf. Diese
für den Schlafgefährten wohltuende
Wirkung ist zurückzuführen auf die
Mundatmung. Beim Schlafen auf
dem Rücken fällt der Unterkiefer in
folge Muskelerschlaffung dank seiner
eigenen Schwere nach unten. Es
kommt auf diese Weise zum Schnar
chen. indem der weiche Gaumen und
das Gaumensegel durch die durchstrei
fende Luft in Bewegung gesetzt toft*
den. Dr. Ho.

QERMAN RELIEF COMMITTEE
166 Fifth Avenue, New York 1, N. Y.
War Belief Services—National Catholic Wellare Genf
Gentlemen:
War Relief Services-National Cath. Weif are Conference
Enclosed i» contribution ef $ lor retief of needy dvfliaei la Germany.
NAME
ADDRESS
Dr. Peter Fehraey
1S40-ItOB

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