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Ohio Waisenfreund. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1874-1953, May 20, 1950, Ausgabe der 'Wanderer', Image 5

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Die Kirche vereinigt im Laufe der lan
gen Weltgeschichte die Auserwählten
in sich und übermittelt ihnen das
Heil jene, die ihre Botschaft ableh
nen und den gnadenvollen Anschluß
an Christus verweigern, sprechen sich
selbst das Urteil zur Verdammnis.
In sieben geheimnisvollen Zeichen
VM zieht die Kirche die Eingliederung
Her Menschen in Christus und bewirkt
sie die Vollendung der in Christus
Geheiligten: in den sieben Sakramen
ten.
Kirche und Sakramente sind nicht
denkbar ohne den Hl. Geist. Der Hl.
Geist lehrt und führt die Kirche avf
ihrem so weiten und' schweren Weg
durch die Jahrtausende bis zum Jung
sten Tage: Er ist ihre Seele, ihr Le
ben, ihre Weisheit, ihre Stärke, ihre
Frömmigkeit. In den sieben Sakra
menten aber wendet der Hl. Geist
durch die Segenshand der Kirche den
Einzelmenschen die Gnade und Liebe
Christi zu. vorzüglich in der Taufe, in
der Firmung, in der Priesterweihe.
Wir empfanden wahrhaftig in diesen
gewaltigen Zeichen die Kraft des Gei
stes, Sein göttliches Leben, Seine
Liebe und Seine heilige, Himmelstür
inende und verzehrende Glut.
In einer weisen Gnadenführung
vollendet der Geist das Werk der Hei
ligung in jedem von uns. Er erleuch
tet die gläubige Seele, damit sie die
Wahrheit Gottes von den Blendwer
ken Satans unterscheiden könne Er
beratet die Seele, damit sie immer das
echte erkenne und jvähle Er stärkt die
Seele, damit sie im Kampfe nicht mü
de werde und nicht erliege Er heilt
die Seele, wenn sie im Kampfe Wun
den erlitt durch Sünde und Versuch
ung Er entflammt die Seele, damit
die heilige Glut der Liebe nicht erlö
sche. sondern hinüberschlage in die
Ewigkeit und sich einmal vereinige
mit dem Feuerorkan der Liebe, der
aus dem Innern 6*8 dreifaltigen
Gottes flammt.
So ist der Hl. Geist wahrhast der
Tröster geworden, der Beistand, der
Helfer Gott: Erquickung und süße
Freude der Seele: der Geist der Liebe
und» des Friedens, der Geist Christi
und des Vaters im Himmel.
„Darum preisen Dich alle Geschöp
fe, die von Dir das Leben empfingen
denn wahrlich, ein überaus kostbarer
Balsam bist Du, der zerbrochene Glie
der und eiternde Wunden in köstlich
stes Edelgestein verwandelte. Möge
es Dir nun gefallen, uns alle zu Dir
zu versammeln und auf den rechten
Weg zu leiten! Amen in Ewigkeit?"
^Hl. Hildegard von Bingen.)
Herzschlag vor Freude
D.en Bemühungen des Internatio
nalen Roten Kreuzes ist es gelungen,
die Umsiedlung von 25,000 Deutschen
aus den Gebieten östlich der Oder und
Neiße sicherzustellen. Diese 25,000
sind ein Teil jener 250,000 bis 300,
000 Deutschen, die in diesen der pol
nischen Verwaltung unterstellten
Landstrichen noch zurückgehalten wer
den. Die übrige deutsche Bevölkerung
jener Provinzen, die einst rund 9,4
Millionen betrug, ist längst nach
Deutschland ausgewiesen worden oder
den Wirren des Kriegsendes und der
Austreibung zum Opfer gefallen. Ein
ziffernmäßig allerdings nicht be
stimmbarer Teil wurde nach dem
Osten verschleppt.
Bei der Ankunft des ersten Trans
Portes der erwähnten 25,000 Umsied
ler an der Grenze der Bundesrepublik
gab es allerlei Schwierigkeiten. Die
Vertreter der britischen Hochkommis
sion stellten nämlich fest, daß Polen
sich nicht an die Vereinbarungen der
sogenannten „Aktion Link" gehalten,
sondern den Transport mit Deutschön
aufgefüllt habe, die in den zuständi
gen Listen gar nicht verzeichnet wa
ren. Gleichzeitig verlautete, Polen
wolle die „Aktion Link" dazu benüt
zen, um die gesamten restlichen 250,
000 bis 300,000 Deutschen aus den
Gebieten östlich der Oder und Neiße
auszuweisen.
Die Alliierte Hochkommission in
Deutschland hat unter diesem Ein
druck den deutschen Bund und seine
Länder aufgefordert, sich dieser „ille
galen Zuwanderung" entschieden zu
widersetzen. Hier geht es allerdings
um eine grundsätzliche Frage: Im
Zusammenhäng mit dem polnischen
Vorhaben ist von alliierter Seite das
Wort von einer „illegalen Auswei
sung" gefallen. Da muß jedoch mit
aller Entschiedenheit daran erinnert
werden, daß die Vertreibung der deut
schen Bevölkerung aus dem Osten und
Südosten zwar durch die Potsdamer
Beschlüsse aus von den westlichen Al
liierte« gebilligt wurde, trotzdem aber
„illegal" war! „Illegal" ist alles,
was dem Gesetze widerspricht. Die
Vertreibung von rund fünfzehn Mil
lionen Menschen aus ihrer ange
stammten Heimat verstieß gegen ein
sehr wichtiges Gesetz, nämlich gegen
das Gesetz der Menschlichkeit! Durch
die Austreibungen und ihre Sanktio
nierung durch die Potsdamer Be
schlüsse wurde das Naturrecht in -grob-
$r U V .' 7*f
fter und schwerster Weise verletzt. Die
Vertreibung von Menschen aus der
angestammten Heimat ist und bleibt
ein Verbrechen. In diesem Sinne gibt
es eine legale Ausweisung genau so
wenig wie es ein gesetzlich erlaubtes
Verbrechen gibt!
Als im Osten und Südosten Euro
pas die größte Völkerwanderung der
Geschichte ausgelöst wurde, geschah
dies zwar auf bolschewistische Jnitia
tive, eS erhob sich dagegen aber auch
im Westen kein offizieller Wider
spruch. Es muß in diesem Zusammen
hang immer wieder daraus hingewie
sen werden, daß das Dokument von
Potsdam nicht nur die Unterschrift
Stalins,, sondern auch die Unter
schriften Trumans und AtÜee» trägt.
Heute wo es nurmehr darum geht,
den vorläufigen Schlußstrich unter die
Austreibungen zu ziehen spricht
man von einer „illegalen Auswei
sung". Wenn die Ausweisung von vie
ien Millionen an sich als „legal" galt,
dann kann es nicht als „illegal" be
trachtet werden, wenn jetzt die letzten
Reste der noch im Osten zurückgehalte
nen deutschen Bevölkerung die Wie
dervereinigung mit ihren Angehöri
gen im Westen wünschen oder über
haupt von ihrem menschenunwürdi
gen Sklaoendase^n befreit werden
wollen. In diesem Zusammenhang
kommen die politischen Ausweisungs
bestrebungen ihren Wünschen entge
gen. Was hier von den Resten der
deutschen Bevölkerung östlich der Oder
und Neiße gesagt wurde, gilt in glei
chem Maße von den noch in der Tsche
choslowakei zurückgehaltenen Deut*
scheu. So sehr die Deutschen die Aus
weisungen an sich als himmelschreien
des Unrecht empfanden und empfin
den, so sehr wünschen sie jetzt, daß
auch die letzten ihrer ehemaligen Hei
matgenossen. der bolschewistischen Höl
le entrinnen.
Die Alliierte Hochkommission hat
darauf verwiesen, daß hinter dem
Verhalten Polens unleugbar die rus
sische Absicht steht, durch die illegale
Ausweisung die Lage des westdeut
schen Arbeitsmarktes noch weiter zu
verschärfen. Das ist sicher richtig. An
dererseits hat man nicht gezögert, der
Bundesrepublik mit einem Federstrich
die Sorge für rund 140,000 DP's
aufzuerlegen, wobei es sich vorwie
gend urn Menschen handelt, die aus
gesundheitlichen öder charakterlichen
Gründen von einer Auswanderung
ausgeschlossen bleiben. Im übrigen ist
in Teutschland noch immer beträchtli
cher Raum der naturgemäßen Benutz
ung entzogen, ohne daß dies immer
durch die Erfordernisse der Besetzung
gerechtfertigt wäre. Die Schaffung
von Arbeitsgelegenheiten wird noch
immer durch Demontagen und Pro«
duktionseinschränkungen beeinträch
tigt. ohne daß dies im Interesse der
Sicherheit der Nachbarn Deutschlands
notwendig wäre. Und was das Wich
tigste ist: Noch immer hat sich nicht in
allen verantwortlichen Stellen die Er
kenntnis durchgesetzt, daß das Flücht
lingsproblem infolge Entstehung und
Größe längst ein internationales
Problem geworden ist.
Als sich der erste Transport der jetzt
aus den polnisch besetzten Gebieten
Ausgewiesenen im Lager Friedland
vor dem sowjetischen Schlagbaum
zum Abmarsch sammelte, erlitt ein
älterer Umsiedler vor Freude einen
Herzschlag. Dieses Schicksal eines ein
zelnen Menschen spricht beredter als
es ganze Bände von Tatsachenmate
rial tun könnten. Ein leidgeprüfter
Mann bricht in dem Augenblick tot
zusammen, da sein jahrelanges Seh
nen, aus der bolschewistischen Hölle in
die Freiheit zu gelangen, wirklich er
füllt ist. Für Menschen, die lange hun
gern mußten, ist plötzliche Nahrungs
aufnahme lebensgefährlich. Die end
lich wiedererlangte Freiheit scheint die
gleichen Gefahren in sich zu bergen.
Wie groß muß das Leid und die Qual
jener sein, die seit Jahren hinter dem
Eisernen Vorhang ein menschenun
würdiges Sklavendasein führen, wenn
die Wiedererlangung der Freiheit
und wenn dies auch nur für den er
wähnten Einzelfall zutrifft Mt
jähen Tod herbeiführt.
Auch die deutschen Menschen, die
noch östlich der Oder und Neiße und
in der Tschecho-Slowakei zurückgehal
ten werden, haben ein Recht auf die
Freiheit, auf ein menschenwürdiges
Dasein, auf die „Freiheit von Furcht
und Zwang"! Sich ihrem so berech
tigten Sehnen entgegenstellen, hieße,
ein Verbrechen gegen die Menschlich
keit begehen. Die^Deutschen wollen sich
ein solches Verbrechen nicht zuschulden
kommen lassen. Man wird sie von an
derer Seite dazu nicht zwingen kön
nen und dürfen. Den Deutschen, den
Europäern, den Menschen, die hinter
dem Eisernen Vorhang schmachten,
muß die Wiedervereinigung mit ihren
Familien und Volksangehörigen er
möglicht werden. Das ist gewiß mit
Schwierigkeiten verbunden. Diese
können jedoch nicht durch Weisungen
und Verbote beseitigt werden, sondern
einzig und allein dadurch, daß man
das Flüchtlingsproblem endlich als
das wertet, was es in Wirklichkeit seit
langem ist —als ein internationales
und deshalb ausschließlich mit inter
nationalen Miütlii *u Hsendes Pro
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VP's und Peiumtvertriebev^
Ein Ausschuß (United Action Com
mittee for Expellees), der sich unter
Vorsitz des Rechtsanwalts Charles F.
Gerhard um die Aufklärung der ante
titanischen Öffentlichkeit und vor al
lent der gesetzgebenden Körperschaften
über die deutschen Heimatvertriebenen
bemüht, ließ letzte Woche Dr. Josef
Trischler für einen Vortrag nach Phi
ladelphia kommen. Dr. Trischler, Mit
glied des Bundesrats in Bonn, ist
einer der fünfzehn deutschen Abgeord
neten. die auf Einladung unserer Re
gierung zum Studium hiesiger Ver
Hältnisse nach den Ver. Staaten ka
men und neulich auch im Kongreß
empfangen wurden. Zugleich ist Dr.
Trischler selber Heimatvertriebener,
also einer der Millionen deutscher
Menschen, die widerrechtlich von der
ererbten Schotte vertrieben wurden.
In seiner Rede erklärte Dr. Trisch
ler zuerst den Unterschied zwischen
„Displaced Persons" und „Expel
lees". Als „Displaced Persons" be
zeichnete der Redner jene nichtdeut
sehen Menschen, die zum Teil schon
während des zweiten Weltkrieges in
Deutschland waren und nach dem Krie
ge in noch größerer Menge auf der
Flucht vor dem Kommunismus ein
strömten. Deren Zahl habe von einer
halben bis einer Million betragen. Da
diese Gruppe einflußreiche Fürfpre
eher besessen habe, sei sie bald inter
national anerkannt worden und habe
sofort Hilfe erhalten.
Die „Expellees" oder die Heimat
vertriebenen, wie sie in Deutschland
amtlich bezeichnet werden, seien jene
Menschen deutschen Blutes, die als
Folge des Weltkrieges aus ihrer Hei
mat vertrieben wurden. Dieses Un
recht sei durch die sogenannten Pots
damer Beschlüsse geschehen. Unter den
Heimatvertriebenen selbst unter sehet
det Dr. Trischler drei Gruppen. Die
erste Gruppe umfaßt jene ehemaligen
deutschen Staatsbürger östlich der
Lder-Neiße-Linie, die aus der Hei
mat vertrieben wurden, weil die frü
her zu Deutschland gehörigen Gebiete
durch die Potsdamer Beschlüsse an die
Russen und Polen abgetreten wurden,
die zweite Gruppe die Sudetendeut
schen. die früher österreichische Bür
ger waren, dann nach den: ersten
Weltkrieg tschechoslowakische und
1939 deutsche Bürger wurden und
nach dem zweiten Weltkrieg von den
Tschechen vollständig mittellos von
Grund und Boden vertrieben wurden,
und die dritte Gruppe die ehemali
gen deutschen Minderheiten im Bal
tikum, in Polen, in der Tschecho-Slo
wakei. in Ungarn, Jugoslawien. Ru*
mänien usw., die teils "durch Zwang,
teils durch freiwillige Flucht von den
einrückenden Russen ihre Heimat ver
loren. Von denen, welche zurückblie
ben, als die Russen einrückten, seien
viele ums Leben gekommen oder ver
schollen durch Verschleppung nach
Rußland, durch Verhungern in den
Lagern, durch Vergewaltigung usw.
So seien z. B. in Jugoslawien 600.
000 Menschen deutschen Blutes ge''
wesen. Davon seien fünfundvierzig
Prozent umgekommen.
Dr. Trischler erklärte sodann, daß
er in Bonn nicht der einzige Vertre
ter der zwölf Millionen Heimatver
triebenen sei, sondern es seien sechzig
Abgeordnete, die deren Interessen
vertreten. Er sei aber der einzige Ver
treter der ehemaligen deutschen Min
derheiten, der 1,200,000 deutschen
Menschen aus Ost-Europa, der Zip
ser und Siebenbürger Sachsen, die in
diesem Jahre die achthundertjährige
Ansiedlung in der Zips und Sieben
bürgen hätten feiern können, der To
nau-Schwaben. von denen auch er ei
ner sei. die zweihundert Jahre im Ba
ri at, in der Batschka gelebt hätten und
treue, gesetzliebende Bürger der be
treffenden Länder gewesen seien und
nun zum größten Teil ihre Heimat
verloren hätten.
Man könne sich vorstellen, was für
ein schwieriges Problem diese zwölf
Millionen Heimatvertriebene, von de
neii siebeneinhalb Millionen nach
West-Deutschland kamen, für Deutsch
land geworden seien. Dazu gesellten
sich für West-Deutschland noch die
Flüchtlinge aus der russischen Zone,
deren Zahl heute anderthalb Millio
neu betrage, und die sich monatlich
um 25,000 bis 30,000 vermehre. Da
bei müsse man in Betracht ziehen, daß
ein Drittel aller deutschen Häuser
durch den Krieg zerstört wurde. Unge
heuer schwierig sei deshalb das Woh
nungsproblem. Da fünf Millionen
Wohnungen fehlten und in einem
Jahre nur 300,000 gebaut werden
können, werde es zwanzig bis fünf
undzwanzig Jahre dauern, um dieses
Problem zu lösen.. Hunderttausende
von Menschen müssen heute in Barak
ken leben und davon bis zu hundert
in einem Raum.
Das schwierigste Problem sei jedoch
das Arbeitsproblem. Die Heimatver
triebenen seien eben dort gelandet,
wohin sie gerade das Schicksal ver
schlagen habe. Es bestehe keine Mög
lichkeit. Fachleute dahin zu bringen,
wo sie in ihrem Fach arbeiten können.
Heute noch zählen die Heimatb-n-tne
benen zwei Millionen Arbeitslose, die
arbeiten wollen, denen aber Dßgtsch
land keine Arbeit geben förnte. 7
OHIO- W
AIS KNFRröND
Bon 1945 bis 1947 habe in
Teutschland eine Hungersnot ge
herrscht. Auch heute noch gebe es viele,
welche nicht genug Geld haben, um
sich hinreichende Nahrungsmittel zu
kaufen. Besonders schwierig sei die
Lage in der russischen Zone und in
Cefterreich. Heberhaupt sei ein großer
Unterschied zwischen Teutschland und
Oesterreich in der Frage der Heimat
vertriebenen. In dem verarmten Oe
slerreich hätten die Heirnatoertriebe«
neu feine Rechte und kein Anrecht auf
soziale Hilfe. Teutschland dagegen ha
be diese Menschen nicht nur aufge
nommen und ihnen trotz all der finan
ziellen Lasten für die Besetzungskosten
«viereinhalb Milliarden im Jahr),
für die Witwen und Waisen und
Kriegsbeschädigten, (drei Milliarden
jährlich) doch jede mögliche soziale
Hilfe zukommen lassen (vier Milliar
den im Jabre).
Ter deutsche Finanzminister habe
für dieses Jahr ein Budget von fünf
zehn Milliarden aufgestellt. Deutsch
land könne nur zwölf Milliarden da
von aufbringen. Deshalb müßte das
Volk noch mehr besteuert werden.
Niemand könne sagen, ob nicht Mil
lionen zur Verzweiflung getrieben
werden und sich dem Kommunismus
in die Arme werfen würden. Tadurch
werde das deutsche Problem zum in
ternationalen, denn wenn Teutschland
kommunistische würde, würde ganz
Europa kommunistisch und niemand
könne sagen, ob der Kommunismus
vor Amerika Halt machen würde.
Zweierlei Mah
Von tz. A Reiche nberger
(Schluß)
Matt stelle sich nun einmal vor
bitte, keine Angst, das geschieht nicht!
die Menschen deutscher Herkunft
würden etwa die Landkarte Gombergs
über Amerika verbreiten, auf der die
russische Westgrenze der Rhein ist (nach
dem Worte Roosevelts: „Unsere Gren
ze liegt am Rhein!"), nach der
Teutschland unter Quarantäne steht,
bis es reif ist für den Bolschewismus.
Sie würben einen „Deutschen Tag",
sogen wir St. Michael, über ganz
Amerika feiern sie würden dabei er
klären: Wenn Ihr den Deutschen Tag
feiert, denkt daran, daß das deutsche
Volk unter entscheidender Mithilfe
Amerikas aufgeteilt und an den Bol
schewismus verkauft wurde daß un
ter Mithilfe Amerikas dem deutschen
Volke nicht bloß alle in der Atlantik
Charta neu anerkannten, sondern alle
gottgegebenen demokratischen Rechte
verweigert werden daß durch die
Fortsetzung der Demontagen, durch
Jndustrieverschleppung. durch den
Raub der Patente nicht bloß das Le
bensniveau herabgedrückt, sondern
Millionen ein menschenwürdiges Le
ben unmöglich gemacht wird denkt
daran, daß durch Mitwirkung eines
amerikanischen Präsidenten der Rav
senmord an zwölf Millionen deut
schen Menschen vorbereitet, durch ei*
nen anderen besiegelt und ermöglicht
wurde denkt daran, daß unsere Poli
tik nicht bloß mit dem Bolschewismus
flirtet, sondern das deutsche Volk ge
radezu zwangsläufig in die Arme
Moskaus treibt. Menschen deutscher
Herkunft, helfet, daß diese Schande
Amerikas ausgelöscht, daß das. Ver
brechen gegen die Menschlichkeit zu
Ende geht!
Oder es stünde einer aus und wür
de (wie Father Cnrran) erklären:
Tas Blut der Jungen deutscher Her
kunft, die in beiden Weltkriegen ge
fallen sind, schreit auf: Macht dem
Irrsinn dieser sadistischen „Politik"
ein Ende! Unsere Ahnen haben soviel
wie jede andere Nation zum Aufbau
Amerikas beigetragen: wir haben im
Krieg und Frieden mindestens soviel
wie jede andere Nation zum Aufbau
Amerikas geleistet. Es ist Recht und
Pflicht der Mitglieder deutscher Her»
fünft, im Kongreß einen Block zu
bilden, der die skrupellosen Geheim
abmachiutgett von Teheran, Jalta und
Potsdam annulliert, der feierliche Er
klärungen anerkennt, der wirklich eine
Ordnung schafft, wie sie Roosevelt in
einem Briefe an Erzbifchof (heute
Kardinal) Moovey am 24. Dezember
1941 versprach: „Im Frieden tool
fett wir nicht Rache suchen, sondern die
Errichtung einer internationalen Ord
nung. in der der Geist Christi die
Herzen der Menschen und Völker re
gieren soll!" („21 Dynamic World
Order", von D. A. MacLean, S.
212). Wir fordern den Boykott derer,
die eine wahrhaft demokratische, christ
liche Politik sabotieren aus egoisti
schen oder imperialistischen Gründen.
Unsere Gelder dürfen nicht der
Verewigung des Hasses dienen
So etwas geschieht wahrlich nicht.
Warum nicht? Warum kümmern sich
so wenig Menschen deutscher Herkunst
um das Schicksal der alten Heimat?
Warum leiden sie an Minderwertig
keitskomplexen Warum machen sie
nicht politischen Einfluß geltend? Wa
rum spielen sie in Vereinchen und
Grüppcheit, während ihr eigenes Volk
verblutet und der Verzweiflung an
heimfällt? Warum wiederholen sie
selbst die Lügenpropaganda: „Es ist
ja alles in schönster Ordnung" in den
Westzonen, wobei die Millionen in der
Lstzone anscheinend schon abgeschrie
ben sind und Millionen namentlich
der Vertriebenen auch in den Westzo
lteit ein untermenschliches Dasein füh
ren? „Warum sagt mir niemand et
was über diese Frage?", meinte Se
uator Ferguson dieser Tage ini Zu
sammenhang mit der rassistischen DP
Gesetzgebung. Ja, warum? Upton
Close schrieb in .Closer Ups' vom 6.
April: „Wenn sich die Teutsch-Ame
rikaner wirklich organisieren, werden
sie jede andere Gruppe zwei zu eins
überstimmen." Ja. wenn! Bis jetzt
schweigen sie. Und drüben errichten sie
Tenfmale und Brücken für den Be
freier Roosevelt oder benennen Stra
ßen nach ihm um, wie etwa in Bad
Kissingen ausgerechnet die Gördeler
in Roofevelt-Straße! Und sie feiern
die Thomas Mann und Konsorten
und verleihen denen Ehrendoktorate,
die alles Teutsche in den Kot zogen
und noch ziehen. War es nicht Schil
ler wenn man noch deutsche Klas
siker zitieren darf neben Karl Marx
und Lettin —, der einmal sagte:
„Nichtswürdig ist die Nation, die nicht
freudig alles setzt an ihre Ehre." Wil
helm Tell ist altmodisch geworden:
„Wer sich zum Lamm macht, den fres
sen die Wölfe." Wir könnten manches
lernen von den Jriändent Amerikas!
Aitchinlkg und der tfche-
chitche Kulturkampf
Die „Ass. Preß" meldete am Don
nerstag aus Rom:
Der Rundfunk des Vatikans be
schuldigte heute den russischen Außen
minister Andrei Wischinsky, daß er sich
mit den Kommunisten in Prag ver
schworen habe, die katholische Kirche
in der Tschecho-Slowakei zu zerstören,
und erflärte, daß Moskau auch heute
noch die treibende Kraft des tschechi
schen Kampfes gegen die Kirche fei.
Es wurde erklärt, Wischinsky habe
an der geheimen Konferenz in Karls
bad teilgenommen, in der die Ver
schwörung gegen die Kirche geplant
worden sei. Es wurde nicht gesagt,
wann diese Konferenz stattgefunden
bat. aber es ist Tatsache, daß der rus
sische Außenminister im Januar 1949
in der Tichechei war.
Damals sei, so wurde weiter aus
geführt. von dent roten Regime in
Prag die sogenannte „Katholische Ak
tion" geschaffen worden, um die Kir
che zu spalten und ihre Vernichtung
zu beschleunigen. Diese Regierungs»
mache ist bekanntlich vom Vatikan ver
urteilt worden.
Dann wurde folgendes Bild von
der gegen die Kirche gerichteten Be
wegung entworfen:
„Nach Berichten aus der -Slowakei
wurden die meisten Mönche aus ihren
Klöstern in sogenannte Konzentra
tionslager gebracht, wo auf sie ein
Truck ausgeübt wird, um sie der Kir
che abtrünnig zu machen. Tiefe Mön
che sind in vielen Fällen mit Gewalt
aus ihren Klöstern vertrieben wordeil.
Sakrilegieu wurden in Klöstern und
Kirchen begangen. Geweihte Hostien
wurden in einigen Kirchen von Poli
zisten mit Füßen getreten.
,.Es ist angekündigt worden, daß
int nächsten Schultermin alle Priester
sein in are in der Slowakei geschlossen
werden. Nur das Seminar in Tir«
iiava soll noch offenbleiben, aber un
ter die Aufsicht eines kommunistischen
Kommissars gestellt werden."
Prag hat bekanntlich ein Gesetz an-,
genommen, das der Regierung die
vollständige Kontrolle über die Ver
waltung der Kirche verschafft. Erzbi
fchof Jofef Beran ist seit bald einem
Jahr ein Gefangener in seinem Pa
last in Prag.
Name
Adreße
Stadt
Abbestellung bedeutet den Verlust eines gute», alten Frenndes nnb
einen Schaden für die katholische Presse.
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Lbonne«entSP»eis pro Jahr $3.00 Nach dem Anstand $8.80
Ermißigter Preis fit 3 Jahre $8.00
üemitffcbtffl
Nach einer römischen Meldung bet
„Ass. Preß" hat Papst Pius XII. den
Erzengel Michael zum Schutzpatrott
der Polizisten erkoren.
Aus Berlin meldete unterm 11. öl,
die „Ass. Preß": Kottrab Kardinal
Preising, Bifchof von Berlin, hat an
die Geistlichen seiner Diözese, die sich
weit in die Sowjet-Zone hinein er
streckt, ein Rundschreiben geschickt, in
dem er Zweifel art den Friedensbe
teuerungen der Kommunisten aus
spricht. Tie Geistlichen sind aufgefor
dert worden, eine kommunistische Er
klärung „für den Frieden" zu unter
zeichnen. Ter Kardinal meint, daß die
Friedensapostel wahrscheinlich etwaS
ganz anderes als den Frieden im Sin
ne haben.
Eine recht bezeichnende Meldung
kam am 9. ds. aus Beirut. Sie lau*
tet: Israeli-Truppen besetzten Tan
sende von Morgen Farmlandes, da#
für die Ernte vorbereitet war. im He*
bron-Gebiet von Süd-Palästina. Die
Besetzung wurde ohne namhaften Wi
derstand der arabischen Bauern in der
Nacht vom 3. zum 4. Mai durchge
führt. Wie matt erfährt, hielt die Zen
sur in Amman, der Hauptstadt des
haschen,itischeu Jordaniens, die be
reit* fertiggestellten Meldungen über
den Zwischenfall zurück und verhin
derte ihre Veröffentlichung in den jor«
dänischen Leitungen. Die gewaltsame
Beschlagnahme des Gebiets soll bei
Nacht mit Hilfe von Mörsern und au
tomatischen Waffen vor sich gegangen
sein.
Msgr. Franz Jachym, der sich am
23. April weigerte, zum Bischof ge
roecht zu werden, ist vom Papst fiir
diesen Posten von neuem bestätigt
worden und, wie die „Ass. Preß" aus
Wien meldet, besteht „kein Zweifel,
daß er diesmal die Bifchofsweihe cm
sich 'vornehmen lassen wird". Es soL
„schon sehr bald" geschehen.
Bei den Kommunalwahlen in Nie
der Cestcrreich erlitten die Kommu
nisten ihre größte Niederlage in ei
nem von den Russen besetzten Gebiet
seit Ende des Krieges. Die Wählet
warfen zehn der elf von den Kommu
nisten ernannten Bürgermeister auH^
ihren Posten heraus und brachten et#
antikommunistisches Endergebnis vo»
fünfunbtteuttzig Prozent zustande.
Vizepräsident Barkley ernannte ei
nen Senatsausschuß, der das Verbre
cherunwesen untersuchen soll, soweit
es sich über die Grenzen der einzelnen
Staaten hinaus erstreckt. Vor allem
bat man es dabei auf Buchmacher und
Glücksspielunternehmer abgesehen,
von denen man glaubt, daß sie mit
Gangsterbanden in Verbindung ste
hen und die Unterstützung bestochener
Ortsbehörden genießen.
MJKXXXX
Trauerbildchen
jjf Preise und Muster
3jj bereitwilligst geliefert
LeÜellt Eure Zeitung nicht ab!
Wenn bn, lieber Leser, biefer Tage vielleicht eine Rechnung für deine
Zeitung erhalten hast, irnb es dir nicht möglich ist, jetzt deinen Jahresbetrag
einzusenden, so bestelle nicht ab, sondern warte ruhig, bis du den Betrag teil»
weise oder ganz bezahlen kannst. Wir senden deine Zeitung weiter.

Frankfurt, 20. April.
36 WANl)i iiF.Il IMUNTIMi CO.
sj 128 Etiiwt Tenth St.. St. Pitiil.

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