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Ohio Waisenfreund. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1874-1953, July 08, 1950, Ausgabe der 'Wanderer', Image 2

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ÜJULÜiunßt
ben Prof. I M. Duhre«,
Redakteur des ,Äaiieufteuud'
-P. *., Mo
lieber die Heiligsprechung des Köl
iter PrämonstratonsermöncheS, des
sei. Hermann wird, wie aus
Rom berichtet wird, gegenwärtig in
Rom beraten. Wie die erzbischösliche
Behörde in Köln dazu mitteilt, ist mit
der Heiligsprechung des Mönches
wahrscheinlich noch im Lause des Hl.
Lahres zu rechnen. Ter Heiligspreche
mig5prozeß dieses deutschen Mysti
kers. der 1150 in jßöht geboren tuur
de und 1249 im Kloster Hoven bei
Zülpich starb, wurde bereits im Jah
re 162S eingeleitet. Tie Otiebeine des
Seligen ruhen in der Abteikirche voy
Steinfeld (Eifel).
Frau F.D., Neb.—
Es gibt mehrere Ursachen, weshalb
Krebs
leiden und krebsartige Geschwü
re in den letzten Jahren gewaltig zu
genommen haben. Wo sich Krebs an
gesetzt hat, dort lagen verdorbenes
Blut und faule Säfte, die in einen
Eiterherd verwandelt worden sind,
und harte, weiterfressende Wucherge
schwüre bilden, wodurch der ganze
Organismus ruiniert wird. Medizin
einnehmen oder Salben anwenden
hilft nicht, da sie die Ursachen nicht
entfernen. Tas beste Mittel ist das
Auflegen von nassem Lehm (Clay).
Pfarrer Kneipp schreibt daß er eine
(trau geheilt habe, die zwei Jahre am
Brustkrebs litt und als unheilbar er
klärt worden war. Auflagen von nas
fem Lehm heilten das Krebleiden in
zwei Wochen. Sollte dieses zweiwöchi
ge Verfahren ein altes Hebel nicht
ganz heilen, mus man mit frischen
Lehmaurlagen fortfahren, bis die letz
ten Spuren des Leidens verschwun
den sind. Zur selben Zeit sollten
Krebsleidende eine geeignete Tiät
beobachten. Mein meide Fleischspeisen
und geniefte viel Cbst und Gemüse.
Rohes Sauerkreut und saure Milch
ist sehr heilsam. In llnserm Lande
werden seit Jahrzehnten jedes Jahr
Millionen gesammelt für die Aerzte,
die angeblich sich dem Studium der
Krebsheilung widmen. Es ist auffal
lend, daß in unserm Jahrhundert der
Forschung und des Fortschritts in der
Hygiene und der Medizin im allge
meinen, bis heute, trotz des riesigen
Aufwands von Geld, noch kein Mit
tel gegen Krebs gefunden worden ist.
Unsere alten Leser werden sich erin
nerit, daß das 'heute von den Aerzteti
verbotene und unterdrückte Heilmittel
„Sag ine", um nur ein Beispiel anzu
führen, eine ältere ^rait in Cincinnati
vom Magenkrebs kurierte, das von
fünf Aerzten als unheilbar erklärt
worden war. Undtyeute ist mit gro
ßem Geldaufwand noch kein Krebs
Heilmittel entdeckt worden. Zur Ver
hütung und schnelleren Heilung sollte
NAME
ADDRESS
man für eine gründliche Blutreini
gung sorgen, besonders im Frühjahr,
da jeder Mensch ein Blutreinigungs
mittel nötig hat. Als ausgezeichnetes
Blutreinigungsmittel, das aus Heil
kräutern besteht, empfehlen wir das
betreffende Kräuter-Blutreinigungs
mittel, das erhältlich ist bei dem alten
Leser des .Ohio-Waifenfreund': Mr.
A. Sperl, 1917 Bonifay Street,
Pittsburgh 3, Pa.
L. Ill
Die beste Methode, Bäume und
Sträucher frifch und in gutem Zu
stand zu erhalten, besteht da* it:, daß
man etwa drei bis Di er „Sewer" Röh
ren von etwa fünfzehn bis zwanzig
Zoll Länge feit fr echt unweit der
Hauptwurzeln 'hinunter senkt, sodaß
fie nicht über die Oberfläch" des Bo
dens hervorragen. Tiefe füllt man
beständig mit Wasser. Man kann auch
zu gleicher Zeit Tünger mit dem Was
ser vermischen. Auf diese Weist blei
ben Bäume und Sträucher frifch und
kräftig und blühen und tragen Früch
te. Ein weiteres Verfahren, junge
Obstbäume zum Tragen zu bringen,
besteht darin, daß man mit einem
scharfen Messer Einschnitte in die
Rinde macht, der Länge nach von
unten bis hinauf zu den ersten Aesten,
wa5 man im Frühjahr oder im Herbst
tun kann. Ein Leser, dem wir dieses
Verfahren anrieten, schrieb uns, er
habe unsere Anleitung befolgt und
schon im nächsten Jahre hingen die
Obstbäume voll Früchte, und tragen
seitdem jedes Jahr.
Ric. A., N. M.
Während wir Sowjet-Rußland in
geradezu unverständlicher Weise be
günstigen und unser Präsident er
klärt. Rußland bereite sich zum Krieg
gegen Amerika vor, wird aus Frank
furt a. M. berichtet, daß hundert Mil
lionen „überschüssiger" amerikanischer
Kartoffeln in der Sowjet-Zone Oft
Teutfcl'lands eintrafen. Man ist der
durchsichtigen Lügenpropaganda der
Sowjets, der Kartoffelkäfer habe die
Kartoffelernte vernichtet, wieder ein
mal zum Opfer gefallen. Ter Preis
dieier der Oftzone gelieferten Kartof
feln beträgt ein Eents pro hundert
Pfund frei von New ?)orf geliefert.
Turch die Preisstützung der Regie
rung mit Farmjubfibien muß eine
New ?)orfer Hausfrau fünf bis sechs
Cents für das Pfund Kartoffeln im
Kleinhandel zahlen. Tic Verschiffun
gen nach Ost-Teutschland erfolgen,
um dort eine Kartoffelnot zu behe
ben, und weil die kommunistische Pro
paganda behauptet, daß amerikani
sche Bomber Kartoffelkäfer abwerfen.
Ties soll angeblich geschehen, um die
deutsche Kartoffelernte zu schädigen,
um eine Kriegführung mit Bazillen
auszuprobieren und um kapitalisti
sches Käfergift zu verkaufen. Ameri
kanische Beamten bezeichneten diese
Behauptungen der Roten als höchst
lächerlich und sagten, die Kommuni
sten versuchen anscheinend das Volk
auf eine schlechte Erute vorzubereiten.
Von nichtamtlicher Seite heißt es, die
Bewohner von Nürnberg in Deutschland suchen JETZT'
in einem Militärabfallhaufen nach N tbrung
hat bereits 70 Millionen Dollars an Unterstützungen in 47 Ländern zur Verteilung gebracht. Nun»
mehr braucht man Ihre Hilfe für die unschuldigen Opfer in Deutschland,
Bitte, schicken Sie Ihre Gabe noch heute.
War Relief Services-National Cath. Wellare Conference
wird sofort auf i^chem Wege diesen biliösen Opfern Lebensmittel und Unterstützung
lassen.
Spenden an War Relief Services—NCWC kßnntn im der Einkontmtnttnm in Abtug gebracht «wise.
I.•••«• uo.
«. St., Pa.—
U N E
SITZT AN EINEM LEEREN
TISCHE
Tag für Tag geben Deutschland mfotge der
mörderischen Wirkung der Unterernährung im
mer mehr und mehr unschuldige K«nW einem
langsamen Tode entgegen.
Viele von ihnen werden gar nie alt genug wer
den, um etwas anderes als Hunger, Krankheit und
Tod kennenzulernen. Die christliche Caritas ruft
nach Ihrer Hilfe!
HELFEN SIE IHNEN
ZOHE ..^
W.
OHIO WAISENFREUND
jährige geringe Ernte mag zu ei?
ner Knappheit an Saatkartoffeln tri
diesem Frühjahr geführt haben. Ost
Teutschland versäumte es auch im Ok
tober vorigen Jahres einen Kontrakt
zu erfüllen, unter dem 100,000 Ton
nen Kartoffeln an West-Berlin -gelie
fert werden sollten. Ta die Kartoffel
aussaat erst Mitte Mai endete, kön
nen die Behauptungen der östlichen
Propagandamacher doch unmöglich
auf Wahrheit beruhen.
Es gibt selbst Katholiken, welche
die betrachtende» Ordensleute als un
nütze Mitglieder der kämpfenden Kir
che betrachten. Sie verstehen eben nicht
den Sinn und den Zweck der betrach
tenden Orden. Zunächst gibt es nur
wenige Orden beiderlei Geschlechts,
welche ausschließlich sich dem Gebet
und der Betrachtung widmen. Wäh
rend die großen Massen der Men
sehen ein gott- und religionsloses, ja
selbst ein religionsverfolgendes Leben
führen, beten und sühnen die 'betrach
tenden Orden für die Sünden der
Menschheit, nach dem Beispiel des
göttlichen Stifters der Kirche, welcher
ebenfalls freiwillig für die Sünden
der Welt betete und fastete und schließ
lich den schmerzlichsten Tod am Kreuz
erlitt für -die Sünden der Weit.
Wm. H., Mass.—
Wahr ist. daß, mit etlichen Ausnah
men, die Notlage im deutschen Westen
nicht mehr so akut ist. Neben privaten
Sendungen hat die Deutsche Caritas
seit der Währungsreform zweiund
vierzig Millionen Kilogramm Natu
raupenden und annähernd achtzehn
Millionen TM zur Linderung der
Not gesammelt, wie auf der Pader
borner Tagung des Zentralrats des
Teutschen Caritasverbandes mitge*
teilt wurde. Im Vordergrund der in
lernen Beratungen stand das Problem
der Flüchtlinge, wozu festgestellt wur
de, daß von allen Caritasspenden bis
her über sechzig Prozent- für die
Flüchtlingsfürsorge verwendet wor
den seien. Außerdem wurden von den
amerikanischen Bischöfen und verfchie
denen Wohltätigkeitsvereinen Millio
nen an Geld und andern Gaben den
Notleidenden in Teutschland zuge
wandt.
A. E., 0.—
Gegen chronische Blasenleiden, die
besonders bei älteren Leuten vorkom
men, empfiehlt ein alter, erfahrener
Arzt eine gründliche Milchkur. Tie
Milch kann man gekocht oder frifch
trinken. Man kann mit einem Quart
täglich beginnen und mit jedem Tag
etwa eine Tasse mehr trinken. Milch
ohne Rahm und saure Milch sind am
besten. Ta Milch alle notwendigen
Nährstoffe enthält, sollte man wah
rend der Kur fast nur Milch geitie^
Ben und etwas altbackenes, schwarzes
Brot dazu. Ter Arzt behauptet, er
habe mit dieser Milchkur chronische
Krankheiten, wie Wassersucht, selbst
Herzkrankheiten, kuriert.
-T1,
..
A
Totenuwcht
Es ist doch eigentümlich, wie an
ders uns ein Menschen gesicht erscheint
im Leben, und wie anders es uns
erscheint im Tode. Tie stummen Lip
pen werden 'da so beredt, die bleiche
Stirn strahlt da gewissermaßen Ge
danken und Fragen aus, die erst im
Tode reif zum Aussprechen geworden
jtt sein scheinen. Und ich glaube, kei
ner von uns ist je vor einem Toten
gestanden, der ihm nicht ganz gleich
gültig war, ohne daß sich aus unse
rer Seele der Wunsch empor gedrängt
hätte: „Wach doch noch einmal auf!
Könnte ich doch noch ein einziges Mal
ju dir reden?"
Und wenn sich nun wirklich die ge
schlossenen Lippen noch einmal öffnen
wollten und die gebrochenen Augen
noch einmal erstrahlen könnten in des
Lebens sonnigem Glänze, was hätten
wir dann dem Toten noch zu sagen?
Nehmen wir an, es sei nur ein einzi
ges Wort, das an den zum Leben
wieder Erwachten für eine Sekunde
zu richten uns gestattet wäre!
Ich glaube, in den allermeisten Fäl
len hieße es: „Verzeihe!" Verzeihe,
o verzeihe mir!"
Aber die Toten wachen nicht mehr
auf. Die da drüben im Jenseits sind,
die stehen auf einer höheren Warte
als wir Irdischen. Sie werden wohl
mit mildem Lächeln vom Ort der
Vollendung auf uns niedersehen und
sprechen: „Ja, ich verzeihe dir!" Aber
unser körperliches €hr mächte das
Wort hören und hört es nicht mehr.
Unsere Hand möchte noch einmal ei
nen Händedruck des von uns Gegan
genen fühlen, innig und warm, aber
die Hände des Toten sind kalt und
starr. Es gibt keine Brücke von uns
hinüber zu denen, die der Tod uns
nahnt wir können nicht mehr zu ih
nen eilen und sie um Verzeihung, um
ein einziges Wort der Güte bitten.
Kennt ihr nicht die alten Geschich
ten, die -das dichtende Leben ersinnt?
Ta kam einer zu spät, den der
sterbende Vater oder die sterbende
Mutter rief. Nur eine ßtunbe kam
er zu spät aber ... zu spät!
Ich sah einen jungen Menschen am
Sterbebett seiner Mutter zusammen
brechen, der nur um zehn Minuten zu
spät kam zu ihrem Tode. Ter Ster
benden Auge hatte unverwandt nach
der Türe geschaut, als müsse sie sich
noch in der letzten Minute öffnen, und
als müsse der Sohlt jetzt kommen, um
der Mutter Sterbesegen zu empfan
gen. Nur zehn Minuten stand das
Herz der Toten still, da ging die Türe
auf, und er stürmte herein. Wortlos,
marmorbleich, mit einem stumpfen
Stöhnen warf er sich am Saget der
Toten nieder Tann riß es ihn
mit einem Mal wild in die Höhe, und
er stieß klagend, wimmernd die Worte
heraus: „Ach, und das letzte Wort,
das ich zu meiner Mutter im Leben
sagte, ist ein Wort des Streites gewe
sen. ein Wort des Streites das
letzte Wort an meine Mutter, meine
Mutter!"
Hand aufs Herz! Wer von uns
kann sich jetzt die Menichen, die ihm
nahe stehen, als plötzlich Gestorbene
'denken, ohne zu schaudern? Zu schau
dern, weil er so nicht von ihnen schei
den möchte, nein, so nicht! Wer von
uns könnte Toteiiwacht halten am
Sarge des Vaters oder der Mutter,
des Gatten ober der Gattin, des Bru
ders oder der Schwester, des Bräuti
gams oder der Braut, des Freundes
oder des guten Kaineraden, des oder
jenes trauten Gefährten und lieben
oder unlieb gewesenen Mitarbeiters,
Vorgesetzten, "Geschäftsgenossen,
wer von uns konnte Totenwacht hal
ten an ihren Särgen, ohne sich im
Stillen sagen zu müssen: „Wenn du
jetzt noch einmal am Leben wärest
würde ich anders an dir handeln, an
ders gegen dich sein!"
Nun gut, wenn wir so zu den To
ten sprechen würden, warum gehen
wir denn nicht in uns und ändern
unser Benehmen den Lebenden gegen
über? Warum müssen wir immer erst
warten, «bis der Tod uns die Augen
öffnet über den ganzen goldenen See
len wert eines Menschen, dem er die
Augen schloß? Warum muß es denn
immer erst heißen: „Ich hatt' eilten
Kameraden" Warum sehen wir die
Menschen, die uns nahe stehen, nicht
schon jetzt so an, wie sie tief innerlich
und eigentlich sind, warum sagen wir
nicht jetzt schon: „Ich Hab' einen Ka
meraden, einen bessern sind'st im
nit"
Ich war als neugeweihter Priester
Kooperator, d. h. persönlicher Hilfs
geistlicher, bei einem alten, ehrwürdi
gen Pfarrherrn, dem ich viel gutes
Beispiel zu danken habe. In einer uit
lerer Schulen saß ein kleiner Junge,
der unser beider Sorgenkind war. Ein
guter Bub, aber das Lernen fiel dem
runden Knabentopf unsäglich schwer
und ohne Ernst geht es nun einmal
nicht ab im Leben der Schule, weil ei
nt der Schule des Lebens nicht anders
ist. Eines Tages wurde der Jung«'
schwer frank Gehirnhautentzün
dung, sprach der Arzt. Halb im Fie
ber, halb im Bewußtsein, kannte mich
das Kind nicht mehr recht. Wenn ich
es besuchte, und wenn ich die kleine,
blasse Hand in die meine nahm, da
lächelte der Kranke matt und müde
und sprach nur leise: „Herr Kopf
weh!" „Herr Kooperator", das
brachte er nicht mehr zuwege. In dem
gemarterten Kindergehim floß das
Wort „Kooperator" zusammen mit ei
nem andern Wort, das mir der Junge
so oft genannt, wenn ich ihn fragte,
warum er wieder nichts gelernt habe.
»Ich habe immer so Kopfweh," war
dann die regelmäßige Antmort. Und
jetzt, wo das Kind im Sterben lag,
schien es mir da als letztes Wort noch
einmal sagen zu wollen, wie wenn es
nicht ohne diese Entschuldigung fort
gehen könne von der Welt und
brachte doch nichts mehr heraus als
die Worte: „Herr Kopfweh!"
Glaube mir, es ist mir vieles durch
die Seele gegangen ant Bette des ster
benden Knaben und nicht bloß das
Wort: „Kopfweh!" An viele an
dere Worte mußte ich denken, in denen
alles liegt, womit die Menschen ein
ander das Leben schwer machen
„Kopfweh", Ja, Sorgenweh, Herz
weh. Seelen weh!
Wie sagt doch der Dichter?
„O lieb, solang du lieben kannst,
O lieb^solang du lieben magst:
Tie Stunde kommt, die Stunde
kommt,
Wo du an Gräbern stehst und klagst!"
J. K.
Ler Schutzpatron des
Verkehrs
Unmittelbar aus der Bedrängnis,
aus den Gefahren ihrer Gegenwart
haben die Menschen Heilige des Him
mels als besondere Schutzpatrone und
Fürsprecher erkoren. Als das Leben
des Volkes noch in seiner Gesamtheit
erfüllt war von dem Segen des Glau
beits, da breiteten auch sichtbar über
all im öffentlichen Leben die Gestalten
der Heiligen, von Künstlern in Erz
und Stein geformt-, ihre schützenden
Arme aus. Denken wir nur an den
hl. Nepotnuf, der auf den Brücken
stand als Schutzheiliger gegen hie
Wast'ernot.
Wenn heute die Meinung verbreitet
ist oder nach Möglichkeit gefördert
wird, solche Tinge gehörten ins Reich
der Romantik, und wenn wir auf
solche Meinung Bezug nehmen, so den
ken wir nicht an die Spötter des Un
glaubens, vielmehr an jenen Teil des
katholischen Volkes, der selbst ärmer
geworden ist an gläubiger Einsicht
oder gleichgültig und oberflächlich.
Tas Erlebnis des Wunders ist aller
dings eine Gnade, die nicht jedem zu
teil wird, am wenigsten demjenigen,
der nicht daran in seinem innersten
Herzen glaubt. Wer aber geradezu die
rettende und schützende Hand, des hei
ligen Fürsprechers und Helfers über
sich gefühlt hat, wird die gewaltige
Kraft ermessen, die von seinem Gebet
zu dem Heiligen ausgeht. Aber auch
dann noch wird es großer Einsicht und
höchsten Vertrauens bedürfen, um
alles zu begreifen, was unsichtbar und
unkontrollierbar Gutes dem Menschen
durch seinen Fürsprecher bei Gott ge
schieht. Tenn welcher Mensch kennt
alle die Gefahren, von denen ihn die
liebevolle Hand des Schutzpatrons zu
rückhält?
Wir müssen die Gegenwart erfüllen
mit gläubigem Leben. Hilfe und Für
spräche der Heiligen bleiben die glei
chen, auch wenn sie die Lebensgewohn
heiten des Menschen durch die Entwick
lung zur Zivilisation dauernd ändern.
Ein Erfüllen der Gegenwart mit dem
Vertrauen zu den Schutzheiligen ist
wohl um so wichtiger, als sich doch
wahrhaftig toe Gefahren, die Leib
und Leben bedrohen, nicht vermindert
haben.
Ganz ungeheuer ist die Gefahr auf
der Straße akut geworden. Aus
dent idyllischen Wandern, gemäch
lichen Kutschieren durch die Welt ist
ein Rasen geworden, ein eilfertiger
Betrieb von Massen von Gefährten
aller Art, denen unsere Straßen nicht
im geringsten gewachsen sind. So ist
der Mensch heute in Stadt und Dorf
vianz beträchtlich erhöhten Gefahren
ausgesetzt. Auch die Insassen der Ge
fährte, sei es nun der Eisenbahn,
Schiffe, Autos, Flugzeuge oder sonsti
ger Vehikel, müssen mit Gefahren rech
nen, denen sie gewiß nicht in allen
Fällen durch eigene Schuld erliegen.
Afaut Available, fa*
Order from:
Ter Schutzpatron des Verkehrs ist
der hl. Christophorus. 'Sein Bild sah
ich neulich in einem Auto an jener
Stelle hängen, wo sonst 'Me Fahrer
irgendeine Puppe oder ähnliche Re
quisite, die solchen Humbug glaubt
man hinwiederum Glück bringen
soll, herumbaumeln lassen. Dieses
Bild 'des hl. Christophorus in dem
Auto schien mir der Ausdruck eines
wahrhaft vitalen Glaubens zu sein.
Chriftophorus war auf jenem Bild
wie üblich dargestellt, durch das Was
ser schreitend, das Ehristuskind auf
dem Arm. Als heidnischer Riese «der
Legende soll er auf der Suche nach
einem Stärkeren sich dem Teufel ver
schrieben haben. Als aber dieser vor
dem Zeichen des Kreuzes entfloh, er
fuhr er den Namen Christi, den er sich
dann zu suchen aufmachte. Ein Ein
siedler sagte ihm, er fände ihn nur in
guten Taten und frommem Leben.
Diese guten Taten verrichtete Christo
phorus, indem er, durch seine Größe
begünstigt, Reisende über besonders
gefährdete Stellen beim Ileberschrei
ten der Flüsse trug. Eines Tages aber
nahte ein Kind. Es war das Christ
kind, das Ehristophorus über den
Fluß brachte, woher er auch feinen
Namen erhielt (Christusträger).
Tas Bild des Heiligen und Märty
rers mit dem Christkind auf der
Schulter in jenem Auto legt ein ein
dringliches Zeugnis ab: das Wirken
des Heiligen für die Menschen bei
Gott wird lebendig bleiben inmitten
der neuesten technischen Errungenschaf
ten ber Zeit.
Im Jahre 1386 gründete Heinrich
von Kempten eine Bruderschaft des
hl. Chriftophorus, zu der sich Mitglie
der aus Tirol und Vorarlberg bekann
ten. Ihr Streben war vornehmlich
darauf gerichtet, Reifende bei dem be
sonders im Winter sehr gefährlichen
Uebergang über den Artberg zu schüt
zen. Sie erbauten ein Hospiz und
gaben diesem den Namen des Heili
gen.
Wir leben in der Zeit, die 'die tech
nischen Mittel immer mehr vollenden
und ausnützen wird, ob sich auch
dagegen Klagen erheben oder nicht.
Müdes Ressentiment mit bem Blick
auf die Vergangenheit allein ist da ge
miß nicht geeignet, die Glaubenskraft
zu erhalten und zu stärken. Es ist not
wendig. sich tapfer hineinzustellen in
die Gegenwart und sie zu erfüllen mit
christlichem Geist, wo dies nur mög
lich ist.
Christopherus muß die Reisenden
nicht mehr durch die gefährlichen Stel
len der Flüsse tragen. Da hinüber
fahren die jetzt mühelos die Fähren
oder führen sichere Brücken. Er soll
uns jetzt mit seiner gütigen Hand ge
leiten durch die Hast des Verkehrs,
zwischen den Elektrischen, Motor
rädern, Autos und schweren Last
wagen hindurch. Er soll uns bewah
ren in der Eisenbahn, auf dem Schiff
und im Flugzeug. Wie er das Christ
kind sicher durch die Fluten getragen
hat, möge er aych unsere Kinder,
denen durch den Verkehr überall der
Tod auflauert, hilfreich bewahren und
vor Unglück schützen!
Wir sollten St. Christopherus als
dem Schutzpatron des modernen Ver
kehrs eine Kirche bauen!
Ys
"ir'2
8. Juli &*
Dr. IV. Oeser
*fr»»»»»»»/*»»kkk
Buy U.S. S/lVlNfiS BIT'IIS

QBRMAN RELIEF COMMITTEE
851 Fifth Avenue, New York 1, N. Y.
War Relief Services—National Catholic Welfare Conference
Gentlemen:
War Relief Services-National Cath. Welfare Conference
Enclosed is contribution of $ for relief of needy civilians In Germany.
THE OFFICIAL HOLY YEAR
The prayer composed by Pope Pius XII for the Holy Year
1950, translated into English and printed in convenient leaflet
form (3x5^ inches) for insertion into missal or prayer book.
Suitable for congregational recitation. With notation of condi
tions for indulgences, and the Imprimatur of His Excellency,
the Most Rev. Archbishop Murray.
Single copies 5 cents.
10 to 99 copies 1 cent each.
100 to 499 copies cent each.'
500 or more
cent each.
WANDERER PRINTING COMPANY
128 East lentil Street, ST. PAUL 1, MINNESOTA
Now Available
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embodying the regulations re
cently issued for the St. Paul
Archdiocese.
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1000 6.40
Telephone Order$ Accepted:
Garfield 2445
Wanderer Printing Co.
128 E. 10th Street, St. Part

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