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Ohio Waisenfreund. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1874-1953, October 14, 1950, Ausgabe der 'Wanderer', Image 5

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'P
-e
Jögion" So melMen fie stch freiwillig
.jum katholischen. Religionsunterricht.
Heute sind bereits sieben Kinder
Bormanns katholisch. Der älteste
Sohn, Martin, hat seine Konversion
selbst geschildert im empfehlenswerten
Buche: „Bruno Schafer, Sie horten
Seine Stimme". Er studiert gegen
Wärtig Theologie. Gerhard, sein jün
gerer Bruder, der im Kloster Muri
Gries unterrichtet und getauft wurde,
tat über seine Kinderstube folgenden
Ausspruch, der es verdient, festgehal
ten zu werden: „Wie oft saßen wir
Kinder zusammen und erwogen hinter
dem Rücken des Vaters die Frage, Me i
Uns auf der Seele brannte, ,Gibt es
einen Herrgott?'." Tiefet^ Satz, der
den Gedanken des alten DMhrwprtes:
A nima fiaturalijer christiciha Die
Seele ist von Natur aus christlich
Wiederspiegelt, mag der Schlüssel sein
der uns die beachtenswerte Konversion
der unmittelbaren Soc
manns erklärt.^ H$i' /.•*
Dps .erste, große Ostkreuz wurde bei
Harzburg in der Nähe der Sowjet
Zonengrenze im Beisein des Vertrie
benenministers Dr. Lukaschek einge
weiht. Auch, für das Kreuz auf der
Schildwacht über der Stadt Geislin
gen/Steige in Württemberg, das als
zweites großes Wahnmal in West
Teutschland, für die im Osten verlo
tat gegangenen Gebiete, deren Bevöl
kerung und Toten errichtet wurde,
hatten die Bundes master Dr. Luka
schek und Dr. Seebohm den Ehren
schütz übernommen. Die 'Weihe selbst
»ahmen kirchliche Würdenträger der
beiden Bekenntnisse vor.
C,*St. d. C.'V.
CEmütts-Korrpfpffithnt^imm
Uatholikentsg in PsMu
Freiburg i. W., 15. September...
Soziale Gerechtigkeit verbürgt
Weltfrieden. .^'.Jn der Arbeitsge
meinschaft „Kircheund Heimatvertrie
fretted r-der Werftagung des vierund
siebzigsten Deutschen Katholikentages
gab Bundesminister Dr. Lukaschek fei
ner Uöherzeugung Ausdruck, daß die
Bundesrepublik eines freien Europas
nur dann vom Krieg bedroht sein
'Wird, wenn das Land religiös, mora
fäj'ch und vox allem sozial zermorscht
"uind aus ssehöhlt ist. Die Feinde des
Friedens richten ihre Hauptstoßkraft
nicht so sehr gegen die Vertriebenen,
die in den vergangenen Iahren der
Terrprisierung und der Verelendung
in der alten Heimat» in der Hölle der
Flucht und Vertreibung, in der Enge
und in dem geduldigen Hoffen und
Warten in der neuen Heimat in ihrer
seelischen Haltung, in ihrer Abwehr
fraft gestärkt wurden. Die Gegner der
friedlichen Entwicklung, der Demokra
tie imb Geistes freiheit setzen die Stoß
kraft: ihrer Propaganda, ihrer Wühl
arbeit Heiden Heimatvertriebenen an.
Tiefe find in erster Linie Opfer eines
löhmen^en Defaitismus, der Wen so
jialen Fortschritt und jede Anpassung
Ott trio durch katastrophale Notstände
gekennzeichnete Nachkriegszeit zu hin
dern suchen. Soziale Gcrechtigfeiturtb
sozialer Friede im Innern verbürgen
auch Frieden nach außen.
Mauer* des Hasses Werke des
Aufbaues. Bischof Alois Muench,
der Vertreter Pius XII. beim vier«
undsiebzigsten Deutschen Katholiken
ivg, fprach in Passau über den Sinn
der weltumfassenden Caritas, deren
Aufgabe es sei, die Mauern des Has
ses zwischen den Völkern niederzurei
ßen und durch ihre Werfe, ten Wie
deraufbau in der Welt zu fördern.
Die glänzende Fassade, .^je sich hier
und da in Deutschland ^auftue, dürfe
nicht darüber hinwegtäuschen, daß sich
hinter dem Scheinwohlstand eine un
endliche Not der Flüchtlinge in den
Lagern und Elendsquartieren, der
Ausgebombten in den Kellerwohnun
gen, der Versehrten und Fürsorge
empfänger in den dürftigen Haushai
tiingen verberge. Von der kirchlichen
Kiebestätigkeit und ihren Mitarbei
tern werde schier Unmögliches ver
fangt, doch mit Hilfe der göttlichen
Gnade versuchten sie, Unmögliches
möglich zu machen. Das deutsche Volk
könne dabei der Mitwirkung des Hl.
Vaters und 'der Kirche in, aller Welt
sicher sein. Es gelte, den Geist der Lie
be in die Not hineinzutragen. Wo die
Liebe zum Nächsten erglühe, werde
auch dip Liehe zu ChriswK lebendig.
Amerikanische Hilfe fix Deutsch
land.— An den Veranstaltungen des
vierundsiebzigsten Deutschen Katholi
kentages in Passau nahm auch an der
Spitze einer größeren Ver-Staaten
Delegation Msgr. E. Swanstrorn, Di
rektor der Auslandshilfe der Ameri
kanischen Caritas, teil. Msgr. E.
Swanstrom betonte in einer Anspra
che über die weitere amerikanisch-deut
sche Zusammenarbeit auf sozialem und
caritativem Gebiet, daß er sich auf
zwei Rundreisen und aus einer Fülle
zu ihm nach New Aork gelangter In-
fsrmationey nicht Wfoem ©ild Jton
der Lage Deutschlands, sondern auch
die Möglichkeit geschaffen habe, ein
Programm für die weitere Hilfe auf
zustellen. Umsiedlung, Wohnungsbau,
Arbeitsplatzvermehrung und Auswan
derung hießen die Probleme, vor de
nen Deutschland in der Flüchtlings»
frage stehe. Amerika würde helfen, sie
zu lösen. Sobald in naher Zukunft
die Emigration und Ansässigmachung
der DP's aus den europäischen Län
dern abgeschlossen sein werde, würden
die amerikanischen Hilfsquellen vor
züglich für die deutschen Heimatver
triebenen fließen. Solange es in den
93er. Staaten und in Deutschland
Christen gebe, würden die sozialen
Nachkviegsnotstände im deutschen Vol
ke, die eine ständige Bedrohung des
europäischen Weltfriedens darstellten,
auch in den .?wÄ»5^«icht ver
gessen werden.
Katholiken fordern Reform des gel
tenden Scheidungsrechtes. „Das
heute in Deutschland geltende Schei
dungsrecht und die Anwendung dieses
Rechtes durch die Gerichte stellt eine
ernste Gefahr für unsere Ehen dar
und leistet ihrem weiteren Zerfall
Vorschub," erklärte Rechtsanwalt Jä
ger, Celle, in dem Arbeitskreis „Ehe
und Familie" «vor den Vertretern des
katholischen Deutschland auf dem vier
uirdsiebzigsten Katholikentag. Wenn
auch, so führte der Redner u. y. aus,
für den katholischen Christen die voll
zogene Ehe wegen ihres sakramenta
len Charakters unabhängig von
staatlicher Entscheidung unauflös
bar sei. so sei darüber hinaus die Mit
gestaltung des weltlichen Rechtes in
Mitverantwortung für die Gesund
erhaltung der Ehen in einem Staate
eine unabdingbare Aufgabe der Kir
che, abgesehen davon, daß das viel
freiere staatliche Ehegesetz auch aus den
•KOt-
Nach
immer
wenn
v
a i
Zur Lage in PaläÜina
ist der Friede im HI.
Lande nicht gesichert, wird aus Jeru
salem geschrieben. Mögen auch
gegen
wärtig
die Waffen ruhen, so
ist
doch
eine fühlbare Spannung in den Be
Ziehungen
zwischen Israel und den
arabischen Staaten zu
verzeichnen.
Konnte der vergangene Weltkrieg Je
rusalem nicht allzuviel anhaben, hat
doch der Palästina-Konflikt feine Spu
ren um so gründlicher hinterlassen.
Tie Tatsache, daß die von Transjor
danien besetzte Altstadt von der jüdi
sehen
Neustadt durch eine scharfe,
auch wie man hofft vor
läufige Grenzlinie getrennt wurde,
hat
eine völlig
neue
schaffen. Sie hat sich vor allem zu
ungunsten derjenigen ausgewirkt, die
sowieso schon seit Jahren ohne Schutz
und Rückhalt eines Konsulates ver
bleiben mußten: nämlich die der deut
schen Christen.
Zum Gegenfafanderer Bevölke
rungsgruppen, die in der Hl. Stadt
ansässig sind allen Nationen und
jeder Religionsgemeinschaft war ge
stattet, Boden anzukaufen -—, kann
kein staatlicher Vertreter die Anliegen
und rechtlichen Forderungen der deut­
schen
Klöster und Zivilpersonen unter
stützen. So kommt es letzten Endes
nur auf die Vermittlung einer geeig
neten Persönlichkeit an, um bei den
beiden Regierungen ein positive» Er
gebnis zu erreichen. Tie deutschen
Klöster und Kirchen sehen sich vor
schwierige Aufgaben gestellt, zumal
ihnen die Kriegsereignisse zum
Teil recht schwere Wunden zuge
fügt haben. Bewunderungswert ist
die Haltung ihrer Bewohner. Diese
prächtigen, aufgeschlossenen Patres
und Schwestern, die sich jeder Lage
gewachsen zeigen, sind heute ein gei
stiges Zentrum aller nicht nur
deutschsprechenden Katholiken.
In den achtziger Jahren des 'vori
gen Jahrhunderts wurden von den
Templern die „Deutsche Kolonie" und
der anschließende Stadtteil Kathamon
in Jerusalem gegründet und in den
folgenden Jahrzehnten zu einem blü
henden Gartenort ausgebaut. Die Er
eignisse der letzten Jahre haben es je
doch mit sich gebracht, daß sich die
durch lange Jnternimmgshaft zer
mürbten Einwohner der Kolonie zur
Auswanderung entschlossen und
zumeist in Australien eine neue
Heimat gefunden haben. Auch die letz
ten acht Familien haben dieses Früh
jähr Jerusalem verlassen, und ihre
einstmals so gepflegten hübschen Häu
ser sind nun mit jüdischen Neuem
Wanderern belegt. Beide Stadtteile
haben durch die Kampfhandlungen
schwer gelitten, mehrmals wurde der
Besitzer gewechselt und die heutige
Demarkationslinie zieht sich jetzt in
Form von Schützengräben, Stachel
draht und Minenfelder quer über die
gewellten Hügel.
Inmitten der Neustadt befindet sich
das Kloster der Lazaristen C. M. mit
dem „Schnndt^College", dessen sämt
liche Nebengebäude vom israelischen
Ernährungsamt und der städtischen
Kartenstelle besetzt sind. Bis vor zwei
einhalb Jahren konnten hier junge
Mädchen eine ausgezeichnete Ausbil
dung genietzH^ Während der Un-1
ifaiy. vw*.v..c "jS
y' Jf'
I ,-
OHIO WM8BNFRBUND
katholischen Staatsbürger -nicht ohne
lockernden Einfluß bleibe. D-eshalb
müsse gefordert werden, daß das weit*
lithe Eherecht in seinen Grundzügen
dem sittlichen Empfinden des christli
chen Staatsbürgers entspreche. .Diese
Forderung sei aber. foinn n
W mehr
erfüllt, wenn die Scheidung einer Ehe
auch ohne subjektives Verschulden der
Ehegatten nach dreijähriger Tren
nung möglich sei (Par. 48 des Che
gesetzes vom 20. Februar 1946).
Wohl sei diese Bestimmung durch den
Kontrollrat zum Gesetz erhoben. Es
sei nun aber höchste Zeit, daß alle ver
antwortlichen und um den Bestand
der Ehe besorgten Kreise Deutschlands
gegen diese Bestimmung Front mä
chen, weil sie als unsittlich zu bezeich
nen sei,
Bei den anschließenden Ausspra
chen wurde übereinstimmend heraus
gestellt, vast alle christlichen Richtet
und Rechtsanwälte vor ihrem eigenen
Gewissen verpflichtet seien, dafür zu
sorgen, daß gesetzliche Bestimmungen
wie die des-Par. 48 Ehegesetzes ein
schränkend angewendet würden. Vor
allem hätten die Rechtsanwälte An
wälte der Sittlichkeit und des Rechtes
zu sein und aufgrund ihrer Mitver
antwortung in dem Kampf um die
Erhaltung unserer Ehen und Fami
lien dazu beizutragen, daß die Schei
dung begehrenden Ehepartner auf ih
re große Verantwortung hingewiesen
würden.
Von den Volksvertretern in den ge
setzgebenden Körperschaften wurde ge
fordert, unverzüglich auf eine Abän
derimg des geltenden Eherechtes hin
zuarbeiten und um die Schaffung ei
nes Eherechtes besorgt zu sein, das die
christliche Ehe und damit die christliche
Familie als seins- und vernunstsnob
wendige Ursprungsquelle der Gemein
schaft uyd des Staates stärkt und
schützt:
ruhen war das Kloster heftigen ara
bischen Attacken ausgesetzt, und auch
der Hauskapelle war keine Schonung
vergönnt. Sie wurde zum Schauplatz
einer seltsamen Begebenheit: ein Tref
fer riß knapp hinter dem Altar ein
Mauerstück weg. ohne die Statuette
der Muttergottes, die davor stand,
auch nur im geringsten zu verletzen.
Wie um dem Geschoß auszuweichen,
mar die Figur etwas nach seitwärts
gewendet. Zion, dem Sterbeort der
hl. Jungfrau, zu. —Der sympathi
sche Leiter der Schmidt-Schule, P.
Sonnen, glaubte dies als Symbol
auffassen zu können, und tatsächlich
konnte einige Monate später ein gro
ßer Wunsch verwirklicht werden: die
ersten deutschen Benediktiner kehrten
auf den Zionsberg zurück!
Auf Zion fanden äußerst harte
Kämpfe statt, in deren Verlauf Kirche
und Abtei der Dormitio so schwere
Beschädigungen erlitten, daß der
durch die Kriegseinwirkungen verur
sachte Gesamtschaden auf mehr als
200,000 Dollar geschätzt wird. Die is
raelitische Regierung hat jedoch um
fangreiche Reparaturen vornehmen
lassen und damit ihr früher gegebenes
Versprechen eingelöst.
Vergangenen Herbst nahmen nun
drei Mönche, an der Spitze P. Bene
dikt von Stolz, dort Aufenthalt. Nicht
zuletzt war dies den Bemühungen der
liebenswürdigen Persönlichkeit Father
Terence Kuehns. O.F.M., Patriarch
Vikar und Direktor des „Terra-Sanc
ta-College" in Jerusalem, zu verdan
ken. Father Terence aus Washington,
ein Amerikaner deutscher Abstam
mung, weilt seit über vier Jahren in
Palästina und ist ein warmer Für
sprechet- der deutschen Geistlichkeit. In
seiner von der weithin sichtbaren Mut
tergottes-Statue gekrönten „Terra
Sancta" empfängt er alle, deren La
ge bedrückt und deren Angelegenhei
ten unberücksichtigt bleiben. Am 8.
Dezember, zu Mariä Empfängnis,
wurde der Dormitio-Kirche wieder
Gottesdienst abgehalten. Angehörige
des Staates und vieler ausländischer
Behörden hatten sich im Sterbezim
titer der Muttergottes eingefunden,
um an den vier stillen Messen teilzu
nehmen. In dem im geheimnisvollen
Dunkel liegenden, nur von Kerzen
licht schwach erhellten Rannt zelebrier
te Father Terence Kuehn die erste
Messe, gefolgt von P. Benedikt. Es
waren weihevolle Stunden, und fast
erinnerten sie an die frühchristlichen
Handlungen, tief in den Katakomben
des alten Rom.
Nur wenige Meter von der Dormi
tio entfernt, auf der zwölf Meter ho
hen Mauer der Altstadt, patroullier
ten die Posten König Abdullahs von
Transjordanien. Abgesehen von
den Mitgliedern des diplomatischen
Korps gelingt es einem höheren Geist
lichen oder Pressevertreter nur dann
und wann, die Genehmigung zu er
halten, bei den sogenannten „Mandel
baumhäusern", den einzigen offiziel
len Uebergartg vom jüdischen Sektor
in die arabische Altstadt zu benützen!
In der Altstadt haben die heiligen
Stätten, ausgenommen die durch den
Brand vom 22. November vergange
nen Jahres so schwer mitgenommene
Stabeskirche, nicht -so- ausgedehnten
Schaden erlitten. Das österreichische
Hospiz ist zum größten Teil Kranken
haus der „Arabischen Legion", die
Schwestern können nur einen Keinen
Ujigel darin bewohnen. Unversehrt ist
auch das Zionskloster am Ecce-Homo
Bogen und die evangelische Augusta
Viktoria-Stiftung.
Man ist überrascht, die berühmten
Orte in der Umgebung der Stadt fast
gar nicht oder doch nur wenig ver
ändert zu finden. Tie Verwaltung
und Bewirtschaftung des deutschen
Hospizes in Emmaus-Kubebe liegt in
Händen der Borromäerinnen, und ih
nen ist es hauptsächlich zuzuschreiben,
daß sich auch heute das Gebäude in so
vorzüglichem Zustand befindet, wenn
auch der herrliche parkartige Garten
die Engländer ließen darin meh
rere hundert Bäume fällen viel
von seiner Schönheit einbüßen mußte.
Eingebettet in ein tieses Wo tri, ei
ne halbe Autostunde vom jüdischen
Teil Jerusalems entfernt, liegt „Ein
Karent", der lieblich-idyllische Ge
burtsort Johannes des Täufers. In
Kleidung und Lebensstil scheinen hier
die Menschen zweitausend Jahre über
dauert zu haben. Vor der Moschee
mit dem filigranen Minarett plät
schert der Marien-Brunnen und itfdcr
Krypta der alten dreischiffigen Kirche
zeigen Franziskanerpatres darun
ter recht viele aus Bayern und der
Ober-Pfalz die Geburtsstätte des
Heiligen und die wundervollen, in die
Wand eingesetzten Reliefs, die seinen
Lebensweg darstellen.
Eine unendliche Ruhe liegt über
dem Tal, und fast ist man versucht,
zu vergessen, daß hüben wie drüben
immer noch Stimmen laut werden,
die eifrig nach einer „Zweiten Runde"
im palästinensischen Krieg verlangen.
Bestärkt durch die Gewißheit, daß
-.nun nach langer Zeit wieder ein neuer
Patriarch, Erzbischos Gort aus Rom,
seine seelsorgerische Tätigkeit aufge
nommen hat, gibt niemand die Hoff
titling auf, daß sich die Geschehnisse in
dermalem zum Guten wenden wer
den. on unzähligen Gebeten wird
tqglich darum gefleht, der Friede ntö
endgültig ins Hl. Land einziehen!
fr deutschen Kriegsgefan
genen in Luhlaud
n
5 Aus Washington meldete I. W. die
»Ass. Preß":
Rußland hat es abgelehnt, eine von
Amerika, England und Frankreich ge
skellt«.' Forderung zu erfüllen und Aus
fttjift zu geben über die in der Sowjet
Union, noch festgehaltenen deutschen
Gefangenen des zweiten Weltkrieges.
Eilte dem amerikanischen Botschaf
ter Alan G. Kirf in Moskau über
reichte Note lehnte nicht nur jede In
formation ab, sondern erklärte, daß
die Beschuldigung der westlichen Al
liierten, es befänden sich noch immer
.hunderttausende deutscher Gefange
ner in Rußland, „nicht den Tatsachen
entspricht" und nur für Propaganda
zwecke gemacht werde.
Tie russische Note stellt eine Ant
wort auf die am 14. Juli überreichte
amerikanische dar. Aehnliche Noten
sind gleichzeitig England und Frank
reich zugestellt worden.
Tie Sowjet
»Note wies auf eine for
melle Erklärung der russischen Nach
richtenagentur „Tass" vom 5. Mai
bin, in der versichert wurde, daß sich
tu Rußland nur noch 9717 deutsche
Gefangetie befänden, die schweret
5iriegsverbrechen überführt worden
sind 3815 weitere werden noch un
tersucht, und vierzehn befinden sich in
ärztlicher Behandlung.
Rtfßlattd erklärte, angesichts dieser
..umfassenden Unterlagen" würde
die russische Regierung die Beschuldi
gung der Westmächte „als einen Ver
slich betrachten, die deutschen Kriegs
gefangenen für Propagandazwecke
auszunutzen".
Tie Antwortnote bezog sich ü&etfr
Haupt nicht auf den Vorschlag dor
^estmächte, eine volle Identifizierung
derjenigen Gefangenen zu geben, die
der Kriegsverbrechen überführt wor
den seien, sowie jener, die sich noch in
Untersuchungshaft befinden.
Tie Westmächte hatten ferner um
Informationen über Militärgefange
ne und Zivilinternierte gebeten, die
in der Gefangenschaft gestorben sind.
Sie regten eine Untersuchung durch
eine unparteiische internationale Kom
mission an, was überhaupt mit den
Kriegsgefangenen geschehen ist, die
von den Sowjets zu Gefangenen ge
macht worden sind.
Angesichts der russischen Behaup
tung. daß die Heimsendung der Ge
fangenen beendet sei, erklärten deut
sche und westlich-alliierte Beamte, es
lägen Beweise vor, wonach über das
Schicksal von mindestens 400,000 Ge
fangenen überhaupt keine Rechen
schast gegeben worden ist.
Tie Ver. Staaten, Australien und
England haben in den Vereinten Na
tionert einen Vorschlag gemacht, eine
Kommission zu ernennen, welche ver
suchen soll, die Heimsendung aller
Deutschen, die sich noch in Rußland
befinden, zu arrangieren.
Ehe-die russische Note in -Washing
ton eintraf, erfolgte eine Veröffent
lichung ihres Inhalts durch das Aus
wärtige Amt in Moskau.
Michael I. McTermott, der Presse
beantte des. Staatsdepartement?, sag
te, die Bemühungen der Westmächte
hätten nur eilten Zweck, endlich die
Freilassung der deutschen Gefangenen
herbeizuführen.
Lord Henderson, der britische parla
mentarische Untersekretär im Außen«
ministcriunt, hat die Zahl der deut
schen Kriegsgefangenen, welche in
Rußland verschwunden sind, auf 1,*
500,000 geschätzt.
Herrschst! auf dem üach
der Erbe
Die Entdeckung eines Großreiches Ti
bet Das Schneeland der Rot
Gesichter zwischen dem Sohn des
Himmels und dem Nachfolger der
Propheten.
Unter den Erdgebieten, die aus- dent
Dunkel eines scheinbar gewichtslosen
Tahinlebens in das Licht aktueller Er
eignisse gerückt werden, wird jetzt auch
Tibet genannt als eines der Angriffs
ziele des kommunistischen Chinas. Ti
bet, das ist uns das Land der Glet
scher und Felsen des Himalaya, die es
nach Süden ebenso abschließen wie im
Westen der Pamir, im Norden das
K-un-lun-Gebirge und die mörderi
schen Einöden, von denen Sven Hedin
erzählt, und im Osten gegen China
hin die Schluchten des Salwin, Me
kong und Zlang-tse.
Stellen in unterem Geschichtsbe
wußtsein schon Indien und China
dunkle, nur spärlich durch einiges
Wissen aufgehellte Flecken dar, fo ist
uns Tibet vollends als ein Land der
Geheimnisse versiegelt. Es scheint uns,
daß das „Schneeland" auf dent „Dach
der Erde" inmitten der Weltgeschichte
wie eine Insel ausgespart ist und
zwischen seinen Bergen von jeher ein
Leben uitberührbarer Schicksallosigkeit
geführt hat. Das liegt nicht nur an
der geographischen Lage. Obwohl seit
Jahrzehnten die Vorrangstellung Eu
ropas mehr und mehr in Frage ge
stellt worden ist, schleppen wir doch
noch immer die Vorstellung mit uns
herum, als habe sich die Menschheits
geichichte nur in Europa und gerade
eben noch in Vorder-Asien abgespielt.
Diese Vorstellung zu berichtigen, hat
sich das von Universitätsprofessor
Stadtmüller herausgegebene ,Säcu
Ium\ Jahrbuch für Universalgeschich
te (Verlag Karl Alber, Freiburg i.
Br.), zur Aufgabe gemacht. Im zwei
ten Heft berichtet Helmut Hoffmann,
einer der wenigen deutschen Fachleute
auf dem Gebiet der tibetischen Ge
schichte, von 'den jüngsten Ergebnissen
der Forschung in diesem geheimnis
vollen Land.
Daß selbst Fachgelehrten bislang
die Geschichte eines Grpßreiches in Ti
bet vom siebten bis zum neunten
Jahrhundert nach Christus unbekannt
geblieben ist, liegt daran, daß diö Ti
betaner, eine altmongoloide Rasse, in
Asien die Rotgesichter genannt, ihr
Land lange Zeit gegen jeden christ
lichen Fremdling abgeschlossen haben,
insbesondere die heilige Stadt Lhasa,
wo der Dalai-Lama seine priesterli
che Herrschaft ausübt. Nur selten
brachten Forschungsreisende, zumeist
aber mehr Abenteurer als Wissen
schaftler, Nachrichten vom Leben die
ses Volkes, von diesen teils kleinwüch
[igen, flachgefichtigen, teils großen,
scharfnasigen Menschen. Die einen le
ben vom Obst- und Getreidebau und
treiben ihre Gerstenäcker bis auf vier
undöierzighundert Meter Höhe hin
auf, die anderen ziehen als Nomaden
mit ihren Aakherden umher. Von den
drei 'Millionen Menschen gehören et
wa fiinfhunderttaufend dem Iamaifti-J
Rame
A e s s e
Stadt
Weüellt Lure Zeitung nicht ab!
Wen» du, lieber Leser, dieser Tage vielleicht eine Rechnung für bebe
Zeitung erhalten hast, und es dir nicht möglich ist, jetzt deinen Jahresbetrag
einzusenden, so bestelle nicht ab, sondern warte ruhig, bis du den Betrag teil
weise oder ganz bezahlen kannst. Wir senden deine Zeitung weiter.
.Ohio Büatfenfmmh'
Worthingt»», Ohi«
schen Münchs stand dec die Tradi
tio nen dieses seltsam anmutenden
Zweiges der buddhistischen Religion
pflegt. Was Reisende berichten von
Gebetsmühlen und -föhnen, von pan
tomimischen Tänzen vor obszönen Ge
bilden, von Gesängen und kultischer
Musik, ließ Tibet als ein Raritäten
kabinett erscheinen, das sich im Lauf
der Jahrhunderte in dem von vier
bis achttausend Meter hohen Gebirgs
ketten eingektitnmerten Schuttbecken
gebildet hat.
Nun aber ist es in den letzten Jah
ren gelungen, die noch weithin rät
selhaften Inschriften auf den Stein
denkmälern vor dem Potala, der Re
sidenz des Dalai-Lama, und vor dem
Jo-khang. dem größten Heiligtum in
Lhasa, zu deuten. Auch die alttibeti
jchen Könige fingen wieder an zu spre
chen. denn 1948 wurde ihre Beisetz
uugsstätte, der rote Mu-ri mit feinen
Grabterten. entdeckt. Diese Inschrif
ten, zusammen mit den vom osttur
festanischen Sand aufbewahrten Holz
täfelchen und den späteren Mönchs
chrottifen, verraten heute die Zeit der
großen Geschichte Tibets, das beson
ders im achten Jahrhundert böctist ak
tiv und entscheidend in da» Schicksal
Asiens eingegriffen hat.
Aus den ?)ak- und Schafzucht trei
bendeit Stämmen, schon damals durch
ihre Schmutzigkeit weithin „berühmt",
erhob sich um 000 n. Chr. der Stamm
Bod (Tibet heißt tibetanisch Bodjul)
und schuf einen streng militärisch ge
gliederten Großstaat eingeteilt in vier
„Hörner" (ru), jedes „Horn" wieder
in zwei mehrere „Tausend-Distrikte"
umfassende ru-lag. Von einer Ge
samtbevölkerung mit etwa sieben Mil
lionen standen fast drei Millionen un
ter Waffen. Das innenpolitische Le
ben war durch die Konkurrenz der
Adelsgeschlechter mit dem König cha
rakterisiert, der unter ihnen fast im
mer nur die Stellung eines Ersten
unter Gleichen innehatte. Nur der
Herrscher auf dent Höhepunkt tibeti
scher Macht, der große Khri-frong
Ide-btsan (755/797), regierte fast ab
folut.
Die Lebensformen wurden seit dem
siebten Jahrhundert ganz dem chinesi
scheu Muster nachgebildet. Wie immer
in der Menschheitsgeschichte waren es
zunächst Frauen, die eine höhere Le
bensart zu dem barbarischen Volk
brachten, denn am chinesischen Kaiser
Hof hielt man es für gut, durch jfcte
Verheiratung von Prinzessinnen naA
Tibet freundschaftliche Beziehungen
zu diesem kriegerischen Land anzu
knüpfen. Was sollten diese bedauerns
werten Damen, an reiche Lebenskul
tur gewöhnt, in dem rauhen und krie
gerischen Land tun? So versuchten sie,
wenigstens ein Stück der Heimat mit
zunehmen und ihre Gatten einiger
maßen zu chinesischen Sitten zu er
ziehen. Freilich als Chin-ch'eng
730 vier konfuzianische Klassiker er
bat, hatte man am Kaiserhof Beden
ken, die chinesische Staatsweisheit
auszuliefern. Mit Recht, denn Khri
frong, unter dem schon große Teile
des chinesischen Westens tibetisch wa
ren, drang 761 bis zur Kaiserstadt
Ch'ang-an vor. Vor allem mußte
China die Herrschaft über Ost-Turke
stan in einer katastrophalen Nieder
lage an die Tibetaner abtreten, die
nun int Besitz von Zentralisiert
3Ur
dritten Großmacht zwischen dem
','Tohn des Himmels" im Osten und
dem „Nachfolger des Propheten" im
Westen geworden waren.
Nicht weniger gelehrig erwiesen sich
die schmutzigen Aakzüchter gegenüber
der Altkultur im Süden. Das Groß
reich Tibet dehnte sich zwar einige Zeit
auch über Nord-Indien aus, die tat
sächlich Beherrschten aber sollten die
Tibeter werden. Während sie von
China mehr die gesellschaftlich-politi
schen Formen erhielten, wurde ihre
tiefere Kultur, vor allem die religiöse
Entwicklung, von Indien bestimmt.
(Fortsetzung auf Seite 8)
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