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Ohio Waisenfreund. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1874-1953, December 02, 1950, Ausgabe der 'Wanderer', Image 5

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Der moskowitische „Friedensvor
stoß" in Sheffield, welcher bie mora*
tische A'bwchrkraft der freien Ratio
nen untergraben sollte, wurde dank
der Entschlossenheit des britischen Mi
nisterpräsidenten abgeschlagen und
nach Warschau zurückgeworfen. Die
^ra-ge der Intervention der moskau
hörigen Regierung von Peking im ko
reanischen Krieg. mit welcher sich jetzt
die UN -beschäftigt, ist aber umso wich
tiger, als dieselbe gewissermaßen als
Präzedenzfall für eine bewaffnete In
tervention Moskaus in anderen Län
dcrn Lienen könnte. Es kann natür
lich von chinesischen „Freiwilligen" in
Korea äiberhaupt keine Redesein. Die
GewÄtherrischast des Satrapen des
KrenM Mao Dse-tung in China
schließt jede Art von fteiem Willen
aus. Die chindstichctt „Freiwilligen"
traten auf dem koreanischen Kriegs
schauplatz in geschlossenen Formatio
nen mit Waffen versehen auf, welche
die „Regierung" von Peking nur aus
der Hiy33R 'bekommen kann, weil die
Sowjet Behörden nach dem Krieg in
der Mandschurei sicherheitshalber alle
Wafsenpaibröken abmontiert -haben, so
nxnt &ie Japaner dort dieselben, wie
übrigens die ganze mandschurische In
dustrie, errichtet hatten.
Die Entsendung von chinesischen
„Freiwilligen" durch die moskowiti
schen Imperialisten auf Raubzüge in
die Nachbarländer kann von den frei
en. Nationen nur -mit der Aufstellung
von wirklich freiwilligen Formationen
toürdig beantwortet werden. Sic kön
nen gruppenweise au» den Bürgern
der freien Staaten sowie aus den An
gehörigen der unterdrückten Rationen
gebildet werden, welche sich im Aus
land besinnen. Die Bildung von sol
chen freiwilligen Formationen kann
kaum zum Gegenstand von langwie
rigen Beratungen und Verhandlun
gen werden, weil die Anwendung von
'reilwilligen Truppen im internatio
nalen Recht ziemlich genau umschrie
ben »ist. Sie -kann after als ein sicherer
Gradmesser des Abwehrwillens der
freien und der unterdrückten Ratio
nen galten, und eine feste Bindung
Mischen ihnen im gemeinsamen
AtWiPf gegen die moskowitische Ero
berungssucht «schaffen.
Während der Abwehrwille der West
lichen Nationen -durch das schauerliche
Biß) der Leiden bekrästigt werden
kann, welche die durch Moskau unter
jochten Nationen ertragen müssen,
wollen die Angehörigen der letzteren,
welche Ifich zum freiwilligen Militär
dienst unter dem Oberbefehl der UN
melhen, die Gewißheit haben, daß die
GrunÄsätze der Charta von San
Francisco auch für alle Rationen un
ter der Herrschaft Moskaus Geltung
haken. Die Beteiligung der Angehö
tigert der unterdrückten Rationen an
der AÄwchraktion der Vereinten Ra
tionen könnte derselben einen positi
ven Inhalt und Charakter verleihen,
l'oiaMe-den Vorwurf gegendstandsloS
machen, «daß die Westmächte der kom
munistischen Propaganda Moskaus
keine große Idee entgegenstellen tön
nen/ welche imstande wäre, die Völker
zum Kampf gegen die moskowitische
Despotie mitzureißen. Es wäre falsch
zu ersehen, daß 'die Mo Mow iter,
welche die unterjochten Völker berau
ben und sie durch Hunger zwingen,
für Moskau ins Feld zu ziehen, bis
jetzt -die Westmächte damit überall in
die Verteidigung gedrängt 'haben. Die
wirtschaftliche Hilfe der Amerikaner
hat weder 3£ina noch Korea vor der
Aggression der moskowitischen Despo-
Europa-Beisen
per Flugzeug oder Schiff
Plätze auf allen Atlantik-'
Flugzeugen können wir stets
schnellstens reservleren.
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Einwanderungs-Probleme
Erbschafts-, Grundeigentums- und
Vermögens-Angelegenheiten.
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tie gerettet. Wenn eine solche Hilfe,
speziell in den asiatischen Ländern, ein
falsches Sicherheitsgefühl erweckt und
den Kampfgeist der bedrohten Bevöl
kerung vermindert, kann sie für die
selbe und die Helfer selbst fatal wer
den. Das traurige Beispiel Indo
Chinas, wo die Abwehr der Bevölke
rung gegen die moskowitische Erobe
rungssucht nicht rechtzeitig organisiert
worden war, kann vor allem als die
letzte Warnung für die Regierung In
diens dienen, welche immer noch auf
eine Verständigung mit der mos-kan
hörigen Clique von Peking hofft. Bei
der Anerkennung derselben folgte In
dien übrigens dem diesbezüglichen be
dauernswerten Beispiel Großbritan
niens.
Als sich im Januar 1945 die so
wjetischen Heere der deutschen Ost
grenze näherten, lebten in Schlesien
ausser der einheimischen Bevölkerung
von rund fünf Millionen darunter
zwei Millionen Katholiken noch
Hunderttaufende von Evakuierten aus
dem Westen des Reiches gegen fech-
zchnhuN'dert katholische Weltpriester
waren in der Vreslau'er Erzdiözese,
der größten Diözese Teutschlands, tä
tig. 'v,it der furchtbaren Leidenszeit,
die mit dem Einmarsch der Roten Ar
mec für das bis dahin vom Kriege
verschonte Land, den Luftschutzkeller
Teutschlands, begann, teilten die deut
schen Geistlichen das schwere Schicksal
ihrer deutschen tiandsleute. Sie hat
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Vom Kterben der tchleütchen Prieüer
1345/46
ten vielfach auf ihrem Posten ausge
harrt oder waren, sobald es irgendwie
ging, wieder dahin zurückgekehrt, weil
sie in sich.den Auftrag fühlten, bei den
ihnen anvertrauten Gläubigen auszu
halten. Was sich in den von der Ro
teil Armee besetzten Törferu, und
Städten abspielte an Plünderungen
und Vergewaltigungen, Verschleppun
gen und Ermordungen, dessen wurden
die Geistlichen beider Bekenntnisse
nicht nur unfreiwillige Augenzeugen,
fondern vielfach auch die Opfer. Wa
ren die Deutschen, besonders die deut
schen Frauen, erst das Freiwild von
Sowjet-Soldaten, so trieben es doch
dann polnische Milizler nicht besser.
Während in der Breslau'er Erzdiö
zese vor 1945 jährlich im Durchschnitt
vierzig Weltpriester starben, waren es
1945 dreimal so viel, und von diesen
wiederum fand rund die Hälfte einen
gewältfamen Tod. Ein Buch im Ber
lage der Kirchlichen Hilfsstelle, Mün
chen, unter dem Titel „Vom Sterben
ichfeft'fcher Priester 1945/46", ver
zeichnet namentlich über hundert schle
sische Weltpriester, die unmittelbar
oder mittelbar durch die Geschehnisse
in den letzten Tagen des Krieges und
während der folgenden Monate einen
vorzeitigen Tod fanden. Durch unmit
telbare Kriegseinwirkungen starben
zehn Weltpriester, und zwar durch
Bomben und Minentreffer je einer,
durch einen Unfall mit einem russi
schen Kraftwagen einer, auf der
Flucht drei hinzuzurechnen sind die
vier als vermeintliche Spione von den
Sowjets erschossenen Priester. Einige
weitere von den achtzehn Priestern, die
einen gewaltsamen Tod fanden, ohne
das', die näheren Umstände bischer be
faitnt geworden wären, gehören wahr
scheinlich auch noch zu .dieser ersten
Gruppe. Die weitaus meisten Todes
opfer aber forderten nickst: die Kriegs
Handlungen von den Priestern wie
von der übrigen Bevölkerung Schle
siens, sondern der Blutrausch der Ero
berer. Außer den achtzehn gewaltsam
Getöteten, über deren nähere To des
umstände nichts bekannt ist, und außer
zwei Vermißten wurden vierunddrei
süg Priester von Sowjet-Soldaten er
schossen oder erschlagen, die Hälfte von
ihnen, ohne daß der Beweggrund zur
Tat angegeben werden könnte. Wo die
se Beweggründe irgendwie bekannt
geworden find, waren es vielfach die
gleichen, die zum Tode von Taufenden
von Nichtgeiftlichen führten. Bei einer
Vergeltungsmaßnahme für den Tod
eines Sowjet-Offiziers 'kaut auch ein
katholischer Priester mit ums Leben,
drei andere fielen den Kugeln plün
dernder Soldaten zum Opfer. Neun
Priester fanden den Tod, als sie sich
schützend vor Frauen und Mädchen
stellten oder ihnen zu Hilfe zu -kom
men suchten, sei es, daß es sich um
weibliche Verwandte, um Ordens
frauen oder, wie in den meisten Fäl
feit, um andere weibliche Schutzsuchen
de handelte, die in ihrer Angst in die
Kirche oder auf den Pfarrhof geflüch
tet waren und gdhofft hatten, dort vor
dem rohen Zugriff betrunkener und
lüsterner Rotarmisten sicher zu sein.
Daß die Priester durch all ihr Mah
nen, Bitten und Drohen nur selten
den erhofften Schutz gewähren konn
ten und 'daß ihre Körper nur schwache
Schilde gegen Messer und Kugeln wa
ren, das lag nicht an ihnen, sondern
an denen, die, aller 'Hemmungen von
Bucht und Sitte entbunden, nur ihre
Gelüste zu befriedigen trachteten. Um
der Gerechtigkeit willen muß aber auch
gesagt werden, daß es nicht an einfa
chen Sowjet-Soldaten fehlte, die sich
dem Worte eine» PMtekK-chrMrch'
Die riesigen Schwierigkeiten, welche
die Westmächte mit den Ver. Staaten
an der Spitze bei der Verteidigung
West-Europas und Ost-Asiens zu
überwinden .haben, erfordern drin
genb die Regelung der wenigstens
freiwilligen Beteiligung der Deut
schen und Japaner an den Kämpfen
der freien Rationen gegen die mosko
witische aggressive Eroberungssucht.
Ohne diese traditionellen Feinde des
mos'kowitiischen Imperialismus wird
die Kulturwelt kaum eine Uebermacht
zustande bringen, die notwendig ist,
um die moskowitische Herrfchaft iüber
die unterjochten Rationen endgültig
zu liquidieren und damit einen dau
ernden Frieden für die ganze Welt zu
sicher« Uk.
tig beugten, daß Offiziere auch
Frauen Schutz gewährten und daß
auch ein Offizier Interesse für den
Mörder eines Pfarrers bekundete, der
allerdings nicht festgestellt werden
konnte.
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0*10 WAMBfFRBUND
Ausgesprochen wegen ihres Priester»
Ifcf)n Amtes oder um ihres katholi
schen Glaubens willen mußten so
weit die Berichte dafür Anhaltspunkte
bieten vermutlich drei Priester ihr
Leben lassen: Ter Geistliche Rat Guzy
von Freistadt, Nieder-Schlesien, wur
de erschossen, nachdem er gefragt wor
den war, ob er katholisch fei. Gegen
Pfarrer Sabifch von Kr eh lau .machte
sich anscheinend besonders die Wut
über den deutschen Widerstand an der
Fro lit Luft, und Pfarrei- Spittler von
Schweinitz wurde getötet, als bei ihm,
da er Reverende und Birett trug, So
wjet-Soldaten eindrangen.
An Mißhandlungen durch Sowjet
Soldaten verschied ein Priester, als
Verschleppte in den Weiten Nußlands
und Sibiriens starben zwei, als Fol
ge der Verschleppung einer und im
sowjetischen Internierungslager Bu
chemvald gleichfalls einer.
Während zur Zeit der sowjetischen
Besetzung Schlesiens die Verfolgung
der Deutschen mehr die Sache des ein
zelnen Rotarmisten war, der frei
lich von der Propaganda dazu aufge
stachelt seilte Gefühle der Rache
und seine Gier nach Beute und Frau
en 'hemmungslos austoben ließ und
damit unendlich viel Elend, Leid und
Tod schuf, fetzte mit dem Eindringen
der politischen Verwaltung die syste
matische Verfolgung des Deutschtums
ein. Auch da wurden die Geistlichen
nicht ausgenommen. An Mißhandlun
gen durch Polen starben zwei katholi­!Erzpriester
sche Priester, zwei wurden von Polen
erschossen, der eine freilich vielleicht
wegen seiner Schwerhörigkeit, die ihn
wahrscheinlich den Anruf eines Po-!Jeder
fteits hatte überhören lassen, der an
dere aus unbekannten Gründen. In
einem politischen ^iitertiierimgslager
fand gleichfalls ein .deutscher Priester
feineu Tod. Ein Priester erlag dem
Typhus, die Todesursache eines wei
teren ist nicht bekannt. Bezeichnend ist
auch, daß sich zwei deutsche Priester
im Nervenkriege mit politischen Mit­|Uhr
brüdern aufrieben, die ihre Plätze ein
genommen hatten. Die.meisten Opfer
aber forderte .die Vertreibung der
Deutschen aus der Heintat. Bei der
Ausweisung selbst kamen zwei Prie
ster ums Leben, dreiundzwanzig star
ben an den Folgen der „ordentlichen
und humanen" Ausweisung, wie
Potsdam sie befohlen hatte.
Aus der Fülle der Originalberichte,
die die „Dokumente" über das Ster
ben dieser rund hundert schlesifchen
Priester bieten, seien einige zur Er
läuterung herausgegriffen:
Pfarrer Karl Ludwig von Stroh
litz kehrte unmittelbar nach dem Ein
marsch der Russen wieder in feine
Pfarrei zurück. Mit zwei Männern
des Dorfes ging er in das Gehöft
eines der beiden Bauern. Unglückli
cherweife hatte sich dort ein russischer
Kommandant mit feinem Stabe fest
gefetzt. Als sie das Haus betraten, gab
es eine erregte Verhandlung. Man
beschuldigte die beiden Bauern und
den Pfarrer der Spionage. Schließ
lich führte man sie hinter die Scheune
und schoß alle drei nieder.
Schon mehrmals waren die Wohn
wie auch Haus- und Keller räume des
Pfarrers Kl ehr (Striegau) im Mai
von Russen geplündert worden. Dabei
waren die anwesenden Personen, die
Eltern und die Schwester der Mutter
des Pfarrers, fchwer mißhandelt wor
den (die Schwester, fünfzig Jahre alt,
öfter dabei vergewaltigt). Im Juni
kamen dann auch wieder einmal solche
Horden, und zwar diesmal auch Zi
vilrussen, und verlangten Meßwein.
Der Vater des Pfarrers gab ihnen
auf Anweisung seines Sohnes einige
Flaschen, welche ihnen aber zu wenig
waren. Darauf schlugen die Russen
sofort auf den alten Herrn auf den
Kopf ein, daß er blutüberströmt zu
sammenbrach. Der Pfarrer wollte sei
nem alten Vater zu Hilfe eilen, da
raufhin wurde auch er geschlagen und
man band ihn an einen Baum mitten
auf dem Kirchplatz. Von einem Rus
sen wurde er 'bewacht, die anderen gin
gen nach der fcmmäJber
nach kurzer Zeit wieder. Sie führten'
unter Bewachung unseren Pfarrer
nach dem Kreuzberg, wo sie ihn erst
verprügelt und dann sofort erschossen
haben.,
Als mi Januar 1945 die Russen in
Mechtal eindrangen, wurde beim Ein
marsch ein russischer Major von einen:
HI Jungen erschossen. Dafür mußten
viele Männer mit dem Tode büßen,
darunter Kaplan Johannes Frenze!.
Er wurde, nachdem er einen Kranken
versehen hatte, aus dem Keller geholt.
Schon auf der Treppe muß er Schlä
ge bekommen haben, denn die Paicne,
die mit der Buvfa vor dem Haufe ge
funden wurde, weift einige Einschläge
auf. Er selbst hat ganz entstellt aus
gesehen: Seine Nase war eiitgeschla
gen, der Mund von Schmerzen ganz
verzerrt, beide Oberarme und das
Schlüsselbein durchschossen, die linke
Brust angerissen, die Füße zerschlagen
und die Hände gefesselt. Ein Kopfschuß
machte seinem Leben ein Ende. Seilte
Oderkleidung, Schuhe und Strümpfe,
halien die Russen ihm geraubt. Nur
am Collare war er noch als Priester
erkenntlich und wurde nicht ins Mas
fett grab gelegt.
In unserem Hause hatten viele jun
ge Mädchen Schutz gesucht. Wir hiel
ten abwechselnd Nachtwache. Sobald
sicli ein Trupp näherte, alarmierten
wir H. H. Erzpriester Grelich (von
Kupp) und alle Schlafenden. Gemein
fain beteten wir dann deutsch und pol
itisch, oft drei und mehr Rosenkränze.
Die Soldaten leuchteten jedem ins
Gesicht, zogen die Decken weg und
imimten gewaltsam Frauen und Mäd
chen in die 'Quartiere. Em Trupp ging
uu ein anderer kam, und jeder dro-h
te. das Haus anzuzünden, oder mit
Erschießung. H. H. Erzpriester Gre
lich bat Uebermeuschliches geleistet,
oft gelang es ihm, uns zu schützen,
aber als am 9. 2. wieder sechs Russen
mit ihrem Offizier im Hause über
nachteten, aßen und tranken und datin
Opfer forderten, namentlich die Nich
te des ,\. H. EflZpriesters. bat Letzte
rer begütigend, doch zur Ruhe zu ge
hen. Sie taten es scheinbar. Noch einer
halben Stunde polterten zwei bei uns
und im Nebenzimmer und schössen auf
dem Flur herum. H. H. Erzpriester
war sofort zur Stelle und ging mit
ins Ziium£r feiner Nichte. Zu uns i
prangen auch zwei Russen ein und
i setzten sich, mit dem Gewohr spielend.!
immer wiederholend, welche Greuel
taten die Deutschen in Rußland ver
übt hätten. Wir Schwestern knieten
anfangs ruhig und still betend zusam
men. bis die Soldaten uns befahlen,
stille zu sein. Von nebenan hörte man
Stimmen. Endlich gingen die Solda
ten die Treppe hinunter und H. H.
ahnungslos hinterher.
•Auf einmal fr achten Schüsse. H. H.
Erzpriester Grelich stöhnte zweimal!
auf. dann herrschte grausige Stille.
im Hause ahnte das Unheil,
I
aber niemand durfte aus dem Him
iner. Frühmorgens suchte Herr nach
idem H. H. Erzuriefter. Man fand sei-!
tie Leiche im äußersten Winkel des
Gartens mit Reisig überdeckt, über
sein Geficht teilt Taschentuch gebreitet.
H. H. Pfarrer feierte gleich für ihn
das heilige Meßopfer. Abends fünf
war die Beerdigung im Pfarr
garten. sang und klanglos, niemand
konnte laut 'beten. Die Russen besuch
tPl öfter die Grabstätte, nahmen
Erde in einem Hüchel mit und mein
ten, der Priestermord fei schlimm für
sie.
Freitag, den 2. März 1945, bis
halb zwei lthr nachts konnten wir
wirklich etivas ruhen. Daun nahten
sich plötzlich die gefürchteten schweren
Schritte. Die Tür flog polternd auf
und der Kommissar schob sich herein
und trieb uns mit dem Gummiknüp
I pel vom Lager auf. Es war stockfin
ster, aber der Gummiknüppel wütete,
'es'blieb uns nicht Zeit, die Schuhe
oder den Mantel zu ergreifen. Wir
wurden in die bitterkalte Nacht hin
ausgejagt. Auf der Straße mußten
wir uns zu dreien aufstellen. H. H.
Erzpriester Ruft wurde als Anführer
vorangestellt. „Du bist Unteroffizier.
Links, rechts! Links, rechts!" Da es
nicht schnell geling ging, bekam er dau
ernd mit dem Gummiknüppel Prü
gel. Es ging über Geröll und
Scherben die Urban-Straße entlang
zum Käuferbaus. Dort wurden wir
in das Behandlungszimmer des }abit
iarztes gepfropft. Eine ziemliche An
i
zahl gefangener Naumburger war
schon dort versammelt. Nur die Ta
schen laut pe des Poftens leuchtete ab
und auf, wenn neue Opfer her eilige
I bracht wurden. Herr Erzpriester Ruft
und H. Pfarrer Habernoll waren in
die Mitte des Zimmers gekommen
Der Raunt füllte sich nach und nach
unheimlich, da kommandierte der Po
ften uns, die der Tür zunächst Ste
henden, in ein anderes Zimmer. Dn
wurde es plötzlich laut im Haufe. Man
lief die Treppe hinauf zum Stockwerk
über uns. Da 'krachten nacheinander
Schüsse. Man 'hörte Menschen umfeti
len und ein lautes Stöhnen, da wuß
ten wir, daß uns das Todesurteil ge
sprochen war. Wir 'bereiteten uns vor,
zum Herrgott zu gehen, und beteten
laut und gemeinsam ...
r.'r, ,-^r—- ^1?»
sprach fein: „Komm!" Wir vier
Schwestern traten vor und baten, zu
fatnmenbletben zu dürfen. Er stieß
uns in den Keller, im Kellergang la
gen Männerleichen in Blutlachen.
Sie hatten Genick- oder Schläfen
schüffe. Wir mußten über sie hinweg
schreiten, um in den für uns bestimm
ten Raum zu gelangen
Wenn die Sammlung dieser Be
richte über das Sterben der hundert
schlesifchen Priester in d$t Jahren
1945/46 auch anklagend Schandtat
an Schandtat recht, begangen von
Angehörigen der Sowjet-Armee oder
von polnischen Milizlern, fo sollen die
fe Berichte doch keineswegs dazu die
nen, die Kollektivschuld diet}er Men
fchengritppeu zu behaupten. Gewiß,
die Schilderungen des Lebensende?
der hundert Priester schöpfen nicht die
Verbrechen aus, die zur selben Zeit in
Schlesien und im ganzen deutschen
Oftraume von Angehörigen der Ro
ten Armee, des polnischen Volkes und
anderer Völker verübt worden sind.
Ein Makel fällt gewiß auch auf sie.
(Sortsetzung von Seite 1)
w
Name.
Adresse
Stadt
Indessen ging
das Schießen immer weiter. Endlich
wurde die Tür zu unserem Ziittiivr
aufgriffen. Der bewaffnete Posten
Hundert Äshre katholisches Leben
in Minnesota
Gesamtorganismus der Kirche des
Landes dar. Es hat sicherlich einzelne
Träumer gegeben, denen die Fort
dauer dieses Zustandes als etwas
Selbstverständliches galt, und es bat
auch manche gegeben, welche die Auf
fassung vertraten, daß es einer Kata
strophe gleichkäme, wenn sich einmal
au den liebgotuordeiteu Verhältnissen
etwas änderte, ^ene aber, die sich -mit
der deutsch-amerikanischen Geschichte
von ihren Anfängen att befaßt hatten,
wußten, daß die Geschichte „des ame
rikanischen Deutschtums" stets die Ge
schichte eines Uebergaugs war und
nur zwei, höchstens drei Generationen
umfaßte, und die Entwicklung rings
um sie her bestätigte diese Erkenntnis
immer wieder. Ernste Seelsorger und
Laien, auch wenn sie in der Freude
über die prächtige Entfaltung des
kirchlichen Lebens ihrer befottdern Ge
meinde im Denken und Hoffen die
Zeit des Wechsels in der Sprache wei
ter in die Ferne rückten, blieben sich
doch bewußt, daß diese einmal kom
men werde früher oder später. Was
die meisten wünschten, war. daß dieser
Wechsel sich vollziehe ohne schroffen
Bruch mit der Vergangenheit, sondern
vor sich gehe, ohne daß die zarten Be
Ziehungen zwischen Eltern und Kin
dern, die ehedem bei einem viel fester
if mV
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tip*.*
tofX*
jt» M. i W
Wer wir dürfen nicht alle Angehöri
gen dieser Gruppen bloß wogen ihrer
Zugehörigkeit Fu dissen Gruppen
schuldig sprechen. Selbst noch in den
leidvollen Augenzeug entrichten „Vom
Sterben schlesischer Priester" finden
sich Hinwerse auf eine anständige Hal
tung von Angehörigen der Roten Ar.
tttee.
Neuer, sehr guter Einband. Mehr Andachten und Gebete
Neuer grosser, deutscher (nicht lateinischer) Druck,
als in der ersten Ausgabe. Grösse: 3Vix*
PREIS $1.75
Schenken Sie Ihren Verwandten und Freunden das neue
deutsche Gebetbuch WIR BETEN.
Zu bestellen bei:
Die Berichte über das Sterben der
hundert schleichen Priester find ein
Ausschnitt aus dem grausamen und
grauenhaften Geschehen, das sich bei
Kriegsende -und nachher im deutschen
Osten abspielte, ein Ausschnitt somit
auch aus der ungeheuren Elendsslut,
die Menschen durch ihre Auflehnung
gegen die natürliche Ordnung der
Dinge und des Löbens, gegen die Ge
bote Gottes entfesselt haben. Nicht
Haß sollen darum jene Sterbeberichte
entfachen, fondern sie fallen eine ern
ste Mahnung sein, daß die Welt ohne
Gott auch den Menschen nicht achtet
und somit sich selbst zerstört,
geschlossenen Familienleben enger wa
ren als heute, darunter litten, und oh
ne daß bei der älteren Generation, den
Gründern der Gemeinde, ein Gefühl
der ^urückfetzung aufstiege.
Gerade das geschah in den attermei
freu der sogenannten nationalen Ge
meinden, wo man den Dingen ihren
natürlichen Lauf ließ und wo der
Streit der }eit feilte dauernden Wun
den schlug.
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