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Ohio Waisenfreund. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1874-1953, December 09, 1950, Ausgabe der 'Wanderer', Image 2

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fr
(ht&kunfi
Boa Prsf. A. M. Du ehre«,
Redakteur des ,Waisenfreuud',
(43 South Ohio Avenue,
Columbus, Ohio
B. E., Conn.
Der Monat Januar ist dem Hl.
Namen Jesu geweiht. Ter Monat Fe
liruar der Hl. Familie. Ter Monat
März dein hl. Joseph. Ter Monat
April dem «Allerlieiligsleu A'ItarMcv
frameiit. Ter Monat Mai der Mut
tergottecv Ter Monat ^uni dem Hl'
sten Herzen Jesu. Ter Monat Juli
dem Xiivitbaren Blute. Ter Monat Au
flu st dem Unbefleckten Herzen Maria.
Ter Monat September der Zchrnerz
hasten Muttergottev. Ter Monat Ok
tober icr Königin des hl. Rosenkran
zeö. Ter Monat November den Ar
men Seelen. Ter Monat Dezember
der Hl. Kindheit ^.esu.
Borficht bei Feuerskefahr!
Cine besorgte Leserin hat uns er
sucht, alle Hausfrauen, welche Kohlen
öieti haben, ans die gros'.e Wefnbr aus.
uterrimii zu machen, die in den meisten
fallen bei Ueberheizung während der
falten Witterung besieht.
Rev. H. 3., Mo.—
Ter erste Eucharistische Kongreh
sand schon statt bei der Zusammen
hin ft der Apostel zum Abendmahl, bei
dem der Weltheiland das Sakrament
der XJiebe einsehte und Sich als Eucha
rist'.'cbes Zentrum Seiner Kirche er
klärte auch bei den Persammlungen
der ersten -Christen zum Gebete. Erste
Entwicklung dieses Keimes waren die
feierlichen Glaubenskundgebungen
des Volkes in den Basiliken der gro
s en Städte und in den Pfarrkirchen
aus dem Lande. Toch die eigentlichen
Encharistischen Kongresse, wie sie heu
te abgehalten werden, wurden im vo
vigen Jahrhundert von drei großen
Euct^ristischen Seelen vorbereitet: /'.
vuliaitus Etimard. Msgr. de Segur
und Frl. Tamissier. Für die Anerken
nnng und Anc-breitung des Wvirtjev
Christi und zur feierlichen Sülmel-'i
innig für die Auflehnung der Men
schen gegen dieses Reich organisierte
man dann internationale Cncharisti
iche Kongresse, deren er iter 1
~7t.
SS
X. Sp., Bt
1 in
Lille stattfand. Heute ist Ne Zahl die
ser Kongresse auf viernnddreiszig ge
wachsen. Ter letzte fand statt im vnh
re 1 IKiS in Budapest, Ungarn. Wegen
der unruhigen Zeiten hat fein inter
nationaler Eucharistischer Kongreß
mehr stattgefunden feit dem zweiten
Weltkrieg.
Fra» E. M., III.—
Tie hl. Kaiserin Helena, etwa um
die Mitte des dritten Jahrhunderts in
Bitbnnien geboren, war von ihrem
Gemahl, dem Mitkaiser Konstantins
Chlor
11»,
im Iabre ans politi*
scheu Gründen wieder entlassen, und
von ihrem «Sohn. Konstantin dem
Grohen, der im Jahre 312 Allein
Herrscher des weströmischen Reiches
geworden war. als Kaiserin rehabili
tiert. nahm sie. etwa um das Jahr
313. das Christentum au. widmete sich
den Werken der christlichen Barmher
zigkeit, besuchte die heiligen Stätten
in Palästina, wo sie verschiedene Hei
ligtümer errichten und u. a. auch die
Stätte ausgraben ließ, wo man das
Hl. Kreuz vermutete. Sie entdeckte
drei Kreuze, von denen das Kreuz
Christi sich als solches durch das Wun
der einer Krankenheilung erwies.
Auch fand sie die Nägel und die In
schrift, die über dem Kreuze Christi
gestanden. Auch andere dem Christen
heilige und ehrwürdige Gegenstände
fand sie, die sie vielen Kirchen in Eu
ropa. namentlich solchen schenkte, die
sie selbst erbauen lies wie in Köln,
Trier usw. Der Tradition und zuver
lässiger Geschichtsforschung zufolge
hatte sie ihren in Trier befindlichen
Palast in eine Kirche, den noch erhal
tenen Dom. nmivan^eln lassen und
dem Domschatz die kostbare Reliquie
dec Hl. Rockes Christi geschenkt.
Es wird allgemein angenommen.
die Namen der hl. Trei Könige seien
Kaspar, Melchior und Balthasar ge
wesen. Nach den Gesichten der begna
deten Seherin Anna Katharina Em
merick hießen die hl. Trei Könige
Mentor (der jüngste». Sair und Theo
kano. Ihre andere Anfrage über
Mondfinsternisse und über die Ursa
che der Abwechslung, von Kälte und
Wärme in den verschiedenen Jahres
zeiten ist früher an dieser Stelle er
klärt worden.
-Frau Hv. Sch., N. A
Jbre Ansichten über katholische
Kindererziehung im Elternhause sind
stets von der Kirche anbesohlen wor
den. Noch allerjüngst haben die katho
lischen Bischöfe unseres Landes in ei
ner in Washington abgehaltenen Kon
ferenz erklärt, daß leider allzuviele
i
amerikanische Eltern die Erziehung
ihrer Kinder der Schule überlassen
und sie im Heim vernachlässigen, und
erhoben gleichzeitig Protest gegen die
sexuelle Aufklärung in der Schule.
„Diese Unterweisung sollte den El
tern überlassen bleiben." hieß es in
der Cl'klärnng. „Eine falsche Scheu
sollte sie nicht von ihrer Pflicht abhal
ten. Wird diese Aufklärung in der
richtigen Weise im Heim erteilt, dann
wird in dem Kind eine tiefe Ehrfurcht
hervorgerufen werden." Tie Bischöse
verurteilten auch den Vater, der die
ganze Bürde der Erziehung im Heim
der Mutter überläßt, „denn es ge
nügt nicht, daß er das Geld für den
Unterhalt seiner Familie verdient er
hat auch die Pflicht, sich mit den In
teressen des Kindes zu identifizieren".
Ferner wurde erklärt, es sei zwar
ganz in Ordnung, daß die Regierung
die Fürsorge für die Waisen beauf
sichtigt, aber nicht angebracht, daß sie
die volle Verantwortung dafür über
nimmt. Den Eltern wurde das Recht
zugestanden, daß sie inbezug auf die
Erziehung ihrer Kinder das entschei
dende Wort haben, und erklärt, daß
das auch mit der amerikanischen Tra
dition in vollem Einklang stehe.
6. St., N.
Tas sogenannte Erdessen gehört
nicht ins Reich der Fabel und ist auch
nichts Abergläubisches. Tie Gewohn
lieit Erde zu esseu. ist wohl so alt als
die Menschheit. Es gibt heutzutage
noch Völker, nicht nur unzivilisierte,
sondern zivilisierte, welche Erde ge
Hießen, teils als Nahrung, teils als
Heilmittel. Namentlich in gewissen
tropischen Ländern findet sich dieie Ge^
wain the it als beständig oder zu geivis
sen .'Zeiten. Es werden dazu Thon
oder Kalkerden, roh oder geschlämmt
und geröstet, allein oder mit andern
Speisen, vei-wendet. Bei manchen Pöl
kern oder Polksklassen ist es Gewöhn
lieit. oder auch Not: bei manchen gel
ten gewisse Erdarten als Leckerbissen,
wieder andere gebrauchen sie zu Heil
zwecken oder auch zu abergläubischen
Zwecken. Forscher behaupten, daß das
Erdesien in den wenigsten Fällen ge
sundheitsschädliche Wirkungen hat. In
der modernen Heilkunde werden ge
wisse Erdarten, aber nur äußerlich,
bei gewissen Leiden angeivandt. Tie
sogenannten eßbaren Pogelnester rüh
reu her von einem zähen Sekret indi
zier Vögel und gelten als Telikatesft
und Arznei in China.
R. M., N.J.—
Leitende Schulmänner und Histori
ker unseres Landes können die allge*
mein bedauernswerte Tatsache nicht
genug betonen, daß in unsern Lehr
anstalten. besonders auf unsern Uni
verspäten, nicht nur die vaterländi
sche Geschichte, sondern die Weltge
schichte im allgemeinen sehr vernach
lässigt wird. Außer der Religions
wissen sa't sollte vor allem der uns be
drohende Kommunismus in den hö
Heren Lehranstalten erklärt und die
notwendigen Vorsichtsmaßnahmen ge
gen diese allgemein korrumpierende
und die Welt verpestende Toftriit er
iläit werden, als das beste Vorben
gungviuittel gegen die rote Pest. Wis
'"en und Kennen bewahren vor Irr
tum.
A. R., Pa.
Ter menschliche Magen ist dasjeni
ge Crgan des Körpers, welches die
meiste und wichtigste Arbeit zu ver
richte» hat und zum Tank dafür als
Ursache für die meisten Gebrechen und
Leiden angeklagt wird. Es ist nicht so
'ehr der Magen die Ursache von allen
diesen Gärungen. Stauungen, Gasen
usw., sondern die Unmenge Ubsall
stoffe, giftige Säfte und verbrauchte
Ablagerungen, infolge dessen auch der
Magen in Mitleidenschaft gezogen
wird. Zudem bringen gewisse Spei
sen. wie kohlartige Gemüse und Boh
neu. sowie andere Hülsenfrüchte nicht
selten Blähungen hervor. Leute mit
schwachem Magen sollten diese Nah
rungsmittel meiden und viel grüne
Gemüse genießen. Wermut-Anistee
hilft Blähungen 311 vertreiben, sowie
Bewegung in der frischen Lust.
Frau St. N., III.—
Tiefer schwarze Rettich (Horserad
ish) ist ein Gewürz und keine Speise.
Man gebrauche ihn als Beigabe in
kleinen Portionen zu Rindfleisch, ähn
lich wie Senf (Mustard). Tiefe Bei
gabe befördert die Verdauung und ist
auch ein gutes Mittel gegen Keuchhu
sten und Asthma. Tie Wurzel wird
fein gefchabt und mit gleicher Menge
braunem gestoßenem Kandiszucker
vermischt. Von der sich bildenden Brü
be nimmt man bei starkem Hustenreiz,
so wie morgens und abends, einen
Teelöffel voll. Tie Kamille ist ein so
bekanntes und verbreitetes Heilmit
tel. daß eine nähere Beschreibung
überflüssig erscheint. Zerkleinerte ge
trocknete Kamillenblüten (warm) in
Säckchen gefüllt, heilen Entzündun
gen, Drüsen (Tonisis), Geschwülste
und lindern Krämpfe und rheumati
sche Schmerzen. Der Tee ist ein be
kanntes Mittel gegen Blähungen, Er
kältungen, Krämpfe, Leibschmerzen
"afl
*^*gc
und offene Wunden, sowie ein gutes
Gurgettvasser bei Hals- und Mund
geschwüren. Meerettich, gerieben und
auf die Brust gebunden, heilt Brust
krämpfe und ist Asthmaleidenden zu
empfehlen.
Ser unendliche (Zrutz
Bon Alban Stolz
(Fortsetzung)
Es ist doch das Wohlfeilste, was
man für einen anderen tun kann,
tut es doch auch unser Heiland,
wie Sankt Johannes in die Heilige
Schrift hineingeschrieben hat, also:
„Hat jemand gesündigt, so haben wir
einen Fürsprecher bei dem Vater,
Jesum Christum." Die Heiligen sind
aber eins mit Christus, folglich tun sie
auch dasselbe, was Er tut einst rich
ten sie mit Ihm, jetzt fiirfprechen sie
mit Ihm.
Tamm ist gar nichts riskiert, wenn
wir zur Maria sagen: „Vitt' für
uns!" Im Gegenteil, es ist retner Ge
winn.
Wenn man in katholischen Ländern
umherreist, trifft man überall Wall
fahrtskirchen an, wo die heilige Maria
verehrt wird und starker Zulaus ist.
Tu bist vielleicht selber schon in Ma
ria-Einsiedeln oder Maria-Stein oder
doch in Triberg gewesen. In diesen
Kirchen sieht man fast überall eine
ganze Menge kleiner tafeln beisam
menhängen, sogenannte Potivtafeln
manchmal auch Hände, Beine, Köpfe,
Augen von Wachs. Dieses sind lauter
Gedenkzeichen von solchen Per sonnen,
welche in einer Not oder Lebensgefahr
die Mutter Gottes angerufen haben
und erhört worden sind. Ja, es ist eine
vieltausendfältige Erfahrung in der
katholischen Kirche, daß eine herzhafte
Anrufung der Mutter Gottes in einer
guten Sache gewöhnlich wirksam ist.
Daher kommt auch das bekannte Gebet
des heiligen Bernhard:
„Gedenke, 0 gütige Jungfrau, es
sei etwas ganz Unerhörtes, daß je
ntand verlassen geblieben sei, welcher
zu dir seine Zuflucht genommen, deine
Hilfe angerufen und um deine Für
sprache gebeten hat. Von solchem Ver
trauen beseelt, nehme ich meine Zu
flucht zu dir, Jungfrau der Jung
frauen, Mutter, zu dir komme ich, vor
dich stelle ich seufzend als 'Sünder
mich. Wolle nicht, Mutter des Wortes,
meine Worte verschmähen, sondern
höre und erhöre sie gnädig. Amen."
Selbst Protestanten, welche gründe
lieh an Christus glauben und ausrich
tig nach der Wahrheit forschen, lettg- i
nett in neuerer Zeit nicht mehr, daß
allerdings der Katholik oft erhört
werde, wenn er die Jungfrau Moria
inständig anruft. Es hat mir aber ein
mal einer, der auch redlich dieses zu
gestanden hat, die Sache so ausgelegt
er hat gesagt: Gott habe eben Nach
ficht mit Jrrtuin und Schwachheit der,
Katholiken, und deshalb erhöre Er
auch das Gebet, welches man der Ma
ria zuwende, obfchon man besser oder
überhaupt nur dann richtig bete, wenn
matt niemanden als den alleinige»
Gott anrufe.
Tas wäre aber eine kuriose Weis
heit von Gott. Gerade die vielen Er
hörungen, wenn matt die Mutter Got
tes anruft, sind ja schuld, daß die!
Katholiken so fleißig sie anrufen. Gott
wird aber doch nicht selber helfen, daß
wir im Irrtum bestärkt werden. Im
alten Griechenland war es Sitte und
ist es auch jetzt noch in manchen Gegen
den bei uns, daß die Sängamme oder
Mutter ihre Brust mit einem bitteren
Sa st bestrich, wenn einmal die Zeit
gekommen war, daß man das Kind
entwöhnen wollte. Turch die Bitterkeit
wurde dem Kind die bisherige Milch
nabrutig entleidet, so daß es kein Ver
langen nach der Brust hatte. Desglei
chen wüßte Gott schon uns den Appe
tit zur Anrufung Mnriä zu verderben,
wenn Ihm die Anrufung nicht gefiele
so aber tut Er das Gegenteil, Er
macht Appetit zur Anrufung, indem
diese zahllos oft erhört wird.
Ich will nur eine der wunderbarsten
und gewissesten Begebenheiten erzäh
len. die sich in unserer Zeit mit einem
Mann ereignet hat, welcher jetzt noch
lebt. In Straßburg wolstite ein sehr
reicher Jude namens Ratisbonne. Die
Eltern hatten ihn unterrichten und ab
richten lassen in allen Kenntnissen und
Künsten, die in der vornehmen Welt
etwas gelten. Sein reicher kinderloser
Onkel (versteht sich auch ein Jude)
hatte ihm Pferde, Kutsche und Geld
in größtem Ueberfluß geschenkt und
wollte ihm zuletzt sein großes reiches
Geschäft übertragen. Ratisbonne war
zugleich verlobt mit einem Mädchen,
wovon er selber sagt, man könne sich
OHIO WAISENFREUND
Wm. H., Mich.—
Was wir vergangenen Herbst gegen
Nieren- und Blasenleiden empfahlen,
waren die sogenannten Hagebusten.
Tas sind die Früchte der wilden Ro
se oder Heckenrose. Man sammele und
trockne die Hagebusten und entferne
sie. Trvon trinke man täglich mor­I
gens und abends eine Tasse heißen
Tee. Man muß aber diese Kur auf
etliche Wochen fortsetzen, wenn man
befriedigende Resultate erzielen will.
keines denken, ha« sanfter, liebens­.denken:
würdiger und antnutiger wäre als
feine Braut.
Wenn man aber ein wenig die Men
fchennrten kennt, so weiß man auch,
daß so ein Herrenjüngling. der viel
Geld hat und frisch und hellauf ist und
gar noch eine Verlobte hat, daß dem
sein Gehirn meistens zu klein ist, um
auch noch Platz zu haben für Religion,
selbst wenn er zufälligerweise getauft
mtirc. Wie wird es erst bei dem jungen
Judenkavalier stehen? An die jü
dische Religion glaubte er nicht und die
christliche haßte er.
Ta aber seine Braut erst sechzehn
I Jahre alt war, so wurde die Heirat
I
i
noch aufgeschoben, und er machte eine
größere Reife, um sich in der Welt um
zusehen durch ein eigenes Geschick kam
er auch nach Rom. Hier wurde sein
Haß gegen das Christentum durch
einige Umstände erst noch stärker an
geblasen. so daß er nicht genug bekom
men tonnte, Spott und Lästerungen
gegen die katholische Kirche auszuspre
chen Ta er nun einmal wieder seine
gehässigen 'Spöttereien gegen den
christlichen Glauben machte, als ihm
ein sehr frommer Herr, namens Büs
jsieres, von Religion redete, kam dieser
wie durch Eingebung Gottes auf den
I seltsamen Gebaujen, diesem höhnischen
I Juden zuzumuten, er solle die Me
I doille der hl. Jungfrau sich anhän
I
gen lassen und das obige Gebet des
hl. Bernard „Gedenke usw." abzu
schreiben und täglich morgens und
abends zu beten. Ratisbonne solle auf
diese Art selbst probieren, ob etwas an
der katholischen Religion sei oder nicht.
Nach anfänglichem Auslachen und
Weigerung ließ sich Ratisbonne end
lich die Medaille und das geschriebene
Gebet aufdrängen mit dent Gedanken,
er wolle das als katholische Lächerlich
i feit und als einen Spaß seiner Braut
I vorweisen. Ungeachtet aber, daß er in
seinem Hohit gegen das Christentum
fortfuhr, kam ihm zuweilen das Ge
bet in den Sinn, dessen Worte er
gegen seinen Willen in der Seele ver
nahm.
Zu derselben Zeit lebte in Rom der
ehemalige französische Minister Fer
ronays. Terselbe war ein äußerst reli
giöfer, tugendhafter Mann Biissieres.
der mit ihm bekannt war, redete ihm
auch von Ratisbonne und bat ihn, für
denselben zu beten. Ferronays ver
sprach dieses und sagte freundlich:
„Ich sage dir voraus, der Jude wird
sich bekehren." Ten anderen Morgen
ging Ferronays in die hl. Messe am
Abend desselben Tages.starb er ganz
plötzlich. Als zwei Tage darauf Büssie
res in die Kirche St. Andreas gehen
wollte, um wegen der Leichenfeierlich
keit für Ferronays etwas anzuordnen,
begegnete ihm Ratisbonne auf der
Straße. Büstieres lud ihn ein zu einer
gemeinsamen Spazierfahrt er möge
nur einige .Minuten warten, bis er
seine Angelegenheit besorgt habe.
Wahrend er nun in die Sakristei ging,
wollte sich Ratisbonne unterdessen in
der nicht großen Kirche umschauen.
Als Büssieres zurückkam, fand er
feinen Begleiter am Eingang einer
kleinen Kapelle knien, das Gesicht auf
die Hände gelegt Büssieres redete ihn
art und berührte ihn einigemal an den
Schultern, bekam aber keine Antwort.
Endlich richtete er ihm gewaltsam den
'Kopf in die Höhe. Da sah er, daß
Ratisbonne heftig weinte und die Me
daille vielntal küßte. Sein erstes Wort
war: „Ach, wie hat dieser Mann für
mich gebetet!" Er meinte damit den
verstorbenen Ferronays, den er aber
nie im Leben gesehen und von dessen
Gebet für ihn er nichts gehört hatte.
Als Ratisbonne von seiner heftigen
Aufregung sich erholt hatte, erzählte
er, in der Kirche sei ihn-eine plötzliche
Unruhe angekommen, die Kirche sei
ihm unsichtbar geworden und nur aus
der Kapelle habe eilt großer Lichtglanz
gestrahlt, und in der Mitte des Glan
zes die Jungfrau Maria, groß, leuch
tend, voll Majestät und Süßigkeit. Er
sei auf die Knie niedergefallen und auf
einmal fei der lebendigste Glaube an
die christliche Religion und ein heißes
Verlangen, getauft zu werden, in fei
ner Seele da gewesen. Er gebrauchte
später den Ausdruck: „Im Augenblick
fiel es mir wie eine Binde vom Gei
stesange, wie 'Schnee, Eis und Unrat
vor den brennenden Strahlen der
Sonne verschwinden von den Vor
urteilen gegen das Christentuni, die
ich von Kindheit an in mich gesogen,
war auch keine 'Spur mehr übrig. Mit
dem Anblick jener Erscheinung hatte
ich einen Blick in die Gesamtheit der
katholischen Wahrheit, obfchon ich vor
her nie ein katholisches Buch gelesen
hatte und all mein Sinnen und Stre
ben dem Christentum feindselig ge
wesen war."
Unt es kurz zu sagen: Ratisbonne
ließ sich taufen, und da er feine Braut
nicht bereden konnte, auch das Chri
stentum anzunehmen, entsagte er ihr,
wurde Priester, führt ein sehr christ
iches und sehr priesterliches Leben und
wendet seither alle Mühe und Eifer
an, feine ehemaligen Brüder, die
Juden, auch zur Bekehrung zu brin
gen.
Haben wir nutt die erste Schanze
überstiegen, so stehen wir schon wieder
bor einer dicken Mauer, nämlich vor
einem neuen Bedenken, vor dem Be-
ft* /mxt*
y f.v ^S-* ^r T|
W^ vv ,.ll
f-
Wie kann denn Maria darum
'wissen, wenn wir sie anmsenstIst die
ses Fragezeichen nicht scharf und
krumm wie ein Rebmesser, daß es ei
nem wohl den Glauben und die Lust
zur Anrufung der hl'sten Jungfrau
entzweischneiden fantt? Wir wollen
sehen.
Es hat mir einmal ein Offizier,
welcher in päpstlichen Diensten steht,
aber fönst badisches Gewächs ist, er
zählt, daß er in der nämlichen Stunde,
wo feint? Mutter in Kuppenheim bei
Raftadt gestorben 'ist, sie sich in Jta
lien, wo feine Garnison war, gezeigt
habe. Desgleichen habe ich solches schon
gehört von Personen, denen ein Ver
wandtes in Amerika gestorben ist, daß
sich der Sterbende bei ihnen deutlich
angekündigt habe. Wenn du aber
meinst, das sei nur fo ein Aberglaube
bei den Katholiken, so gehe zu Prote
stanten und frage nach. Du wirst fast
feine Familie finden, wo nicht bei dem
Tod eines Angehörigen zuweilen ein
Erzeigen vorgekommen wäre (manche
Leute haben nur das Herz nicht, es zu
erzählen sie fürchten, man könnte
fönst an ihrer Aufklärung zweifeln,
dieweil der Herr Schullehrer und das
Lesebuch und andere Kinderbücher ver
bieten, an solche Dinge zu glauben).
Wie geht das aber zu, daß eine arme
Seele noch im Augenblick, wo sie von
I ihrem Leichnam entbunden wird, bei
ihren Liebsten noch eine Visite macht
und Adieu sagen kann mit einem Glast
att der Wand oder mit einem Rufen
oder Klopfen oder Glaszersprengen,
oder mit einem Anhauchen oder frei
und frank mit der Erscheinung der
ganzen Gestalt V Manche wollen es da
mit erklären, daß die Seele des Ster
benden nur auf die Seele des Leben
digen wirke, so daß die Erscheinung
eigentlich nur innerlich sei, wie im
Traum oder wie der Feuerschein,
wenn man stark auf das Auge drückt,
während es einem vorkommt, als fei
es auswendig. Nun, das gilt mir
jetzt gleich, auf jeden Fall geht foviel
daraus hervor, daß eine Seele weiter
langen kann als der angewachsene Leib
und sein Arm und daß eine Seele auch
ohne Leib auf eine andere Seele zu
wirken vermag. Desgleichen haben
schon oft Personen, die in Liebe anein
ander gewöhnt sind, die Erfahrung ge
macht, daß, wenn eines lang und ernst
lich att das andere in der Entfernung
denkt, fo wird bei dtefent in der näm
lichen Zeit auch der Gedanke att jenes
geweckt. Desgleichen wird gewiß auch
die hohe heilige, mit aller Vollkom
menheit erfüllte Seele Mariii nicht
blöd und blind und taub bleiben, son
dern es deutlich inne werden, wenn die
Seele eines frommen Christen täglich
in Verehrung und Vertrauen sie an
fleht 1111t ihre Fürbitte.
Ueberhaupt ist eine Seele eigentlich
fein kupferner Kessel oder ein Pfosten
von Eichenholz oder so etwas, sondern
das Feinste und Edelste von allem,
was Gott erschaffen hat. Selbst in den
groben Erdleib eingewickelt kann sie
ungeheuer schnell und weit manches
erkennen. Schau z. B. nachts den Him
mel att selbst der glänzende Hunds
stent (Syrius) ist von uns fo weit ent
fernt. daß, wenn eine Eisenbahn dort
hin ginge, der Schnellzug nach hun
derttausend Jahren rasend schneller
Fahrt doch noch weit vom Ziele wäre.
(Fortsetzung folgt)
Der üebensrmige Advents
leuchter
Häufig fand man in früheren Zei
ten in katholischen Kirchen gemäß
einer alten 'kirchlichen Hebung wäh
rend der Adventszeit früh morgens
unter der hl. Messe einen siebenarmi
gen Leuchter mit brennenden Kerzen
vor dem Kreuzbild des Erlösers in der
Mitte des 'Altars ausgestellt. Durch
das Aufstellen dieses Leuchters wollte
man das brennende Verlangen in den
Herzen der Gläubigen nach der An
kunft des Erlösers versinnbildlichen,
das uns durchdringen soll, wie es die
Gerechten des Alten Bundes in der
Vorhölle hatten, die nach dem Welt
heiland schmachteten, der sie aus der
Verbannung erlösen sollte.
Der siebenarmige Leuchter wird
auch der Leuchter der Betrachtung ge
tmnut, weil die bevorstehende Ankunft
des menschgewordenen Gottessohnes
uns zu siebenfacher Betrachtung an
regen soll. Wir sollen betrachten:
1. wer da kommt, nämlich Gott selbst,
der Herr des Weltalls 2 woher Er
kommt: aus dem seligen Himmel her
ab. aus dem Schoß des ewigen Va
ters, von Seinem hintmelsföniglichcm
Sitz, wo Ihm alle Engel huldigen
3. wohin Er kommt: in das arme, fin
stere, sündige Jammertal der Erde, zu
armen, durch ihre eigene schwere
Schuld Verstoßenen, Verbannten,
Sklaven und Kraufen 4. in welcher
Gestalt Er kommt: als ein armes,
hilfloses Menschenkindlein, in Knecht«
gestalt, in Gestalt eben eines solchen
Sklaven, wie die Menschenkinder sind,
zu denen Er fommt 5. warum Er
kommt: um für die schwere Schuld der
Verstoßenen, Verbannten, Sklaven
und Gefangenen zu büßen, sie wieder
frei zu machen, ihre Krankheiten zu
heilen und sie in die Heimat zu füh
ren 6. wann Er kommt: zu der Zeit,
„wo die Nacht die Mitte ihres LauftzD.
erreicht hat", wie es im Buche dftr
'Weisheit heißt, zu der Zeit der größ
ten geistigen Finsternis und Vefc.
wirrung unter Juden und Heidettj
7. endlich, daß Er einst wiederkommen
»wird. Der als armes, liebreiches Kind
I lein gekommen und unser Bruder ge»
worden ist, um aus Liebe uns zu er
lösen und zu beseligen: Er wir* einst
wiederkommen als strenger Richter
mit großer Macht und Herrlichkeit
und einem-jeden vergelten nach seinen
Werken.
'Das von dem stebeitarmigen Leuchter
bestrahlte Kreuzbild soll uns ernstlich
mahnen an jenes Kreuz, das als
glänzende Himmelserscheinung vor
dem Weltrichter am Jüngsten %aq er
strahlen wird. Darum sollen wir uns
auf Seine friedliche, liebreiche und
heilbringende Ankunft jetzt im Advent
würdig vorbereiten und uns treu
Seinen Jüngern scharen, damit wir
Seine zweite Ankunft als Richter nicht
zu fürchten haben.
Tas sind die Betrachtungen, zu
denen der 'siebenarmige AdibentÄeuch
ter anregen sollte. Leider ist der Leuch
ter der Betrachtung in sehr vielen Kir
chen int Laufe der Zeiten abgeschafft
worden, teils wegen Zunehmendgr
Armut der Kirchen, teils aus zeit
weiliger Abnahme des Sinnes für alle
frömmelt religiösen Gebräuche.
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I I Blähungen
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Morgen fühlen
Leiden
Sie nicht unnötigerweise
als
i
9. DesMRbW ''-"4
4
:1
.,i
vi
noch
einen Tag. Nehmen Sie das zeiter
probte Forni'a Alpenkräuler. Mehr
ein Abführmittel, eine Magenta
tigkeit anregende und Blähungen ver
treibende Medizin, hergestellt aus
(nicht nur ein oder zwei), sondern 18
Natur-Kräutern, Wurzeln und Pflan
zen. Eine exklusive Formel* Alpen
kräuter bringt träge JJäiuie zum
Arbeiten hilft verhaltet«
Abfallstoffe auszuscheiden,
—die durch Hartleibigkeit
verursachten Gase und Blä
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lt«W Ywt», U.V. lersey City 6,111.
(BtinittiuK« Dept.}
DR. PFIER FAHRNEY & SPM*
Dept 67-44
*561 Wathington Blvd., Ckleafs, HL
SM Stanley St« Winnipeg, Mas«, Cam.

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