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Ohio Waisenfreund. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1874-1953, March 17, 1951, Ausgabe der 'Wanderer', Image 1

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V #1" MTOC
Jahrgang 78.
Die Borkonferevz
Im prunkvollen Palais Rose in
Paris schleppen sich die Besprechungen
der Minister-Stellvertreter in der
üblichen Weise dahin, ohne bah bis
jetzt Anzeichen zutage getreten sind,
die auf einen ersprießlichen Ausgang
hoffen lassen. Die Herren Delegierten
haben die Ausgabe, chic Agende auf
zustellen für die von Moskau bean
tragte und nach nwnatelangem No
tenwechsel im Prinzip akzeptierte
Konferenz der Außenminister der
«Big Four", der Ver. Staaten, Eng
lands. Frankreichs und Rußlands.
A. Gromyko (Rußland). Rußlands
Absicht war zweifellos, die Abwehr
malnahmen der Westländer gegen die
russische Weltgefahr in Verwirrung zu
bringen und die Zusammenkunst in
der üblichen Weise für Propaganda
zwecke auszubeuten. Moskau spielt
mit dem alle Völker beherrschenden
Friedenssehnen und präsentiert sich,
trotz der von ihm unablässig betriebe
nen «Gewalt- und Eroberungspolitik,
als Hort des Friedens gegenüber den
Macht- und Kriegsgelüsten des We
stens. Wenn nur der Westen so
halleil die Moskau'er Sirenenlockun
gen fortgesetzt durch die Welt den
russischen Friedensträger und seine
„volksdemokratischen" Vasallen unge
stört die großen Pläne der Weltbe
glückung durchführen ließe, dann
würde eine neue Aera anbrechen, in
der Völkerzwiste und Kriege nur noch
in der Erinnerung fortlebten.
Das steht natürlich in schroffstem
Gegensatz zu den Wirklichkeiten. Ost
und Südost-Europa wurden Don der
moskowitischen Politik zu Friedhöfen
des Friedens und der Freiheit der
Völker, und in Asien setzt Moskau
auf Kosten der seinen Plänen dienst
bar gemachten Völker seinen Erobe
rAngszug fort, in der «Er-wartung. auf
dem Wege über Asien den« .stüiiimiv
nisnms die ungeschmälerte Weltherr
schaft zu sichern. Gleichzeitig steht das
MoZkowitertum, auf die günstige Ge
legenheit zum Ueberfall lauernd, auf
dem ihm von phantastisch kurzsichtigen
und, soweit Amerika in Betracht
kommt, von kommunistisch eingestell
ten Verrätern „beratenen" Staats
männern ausgelieferten Glacis.
Der notorische Reigenführer dieser
Verräter, Alger Hiß, Vertrauens
mann Roosevelts und bis zuletzt von
dessen Kreis mit allen Mitteln raf
finierter Mache geschützt, wurde in
den letzten Tagen vom höchsten GS
richtshof mit dem Antrag auf Revi
fion seines Prozesses endgültig abge
wiesen. Damit ist ein beschämendes
Kapitel der amerikanischen Geschichte
abgeschlossen. Leider aber stören die
neuesten Enthüllungen über Korrup
tionsskandale und andere Anzeichen
der Dekadenz die Hoffnung, daß sich
in der Bundeshauptstadt die Dinge
zum Besseren gewendet haben. Es
geht da zum Teil ein Knoblauchgeruch
aus, mit dem sich zu befassen der
„Society for the Prevention of World
War
III"
Die neue prafe des Weltkrieges
deren Spezialgebiet die
unablässige Hetze gegen Deutschland
ist viel wichtiger sein sollte als das
widerliche Geseires über die deutsche
Gefahr.
Das mag ewd Unangebrachte Zwi
schenbemerkung zu sein scheinen. Aber
es sind Drahtzieher dieser Art, die zu
einem großen Teil verantwortlich sind
dafür, daß die Ver. Staaten nie zu
einem klaren und konsequenten Pro
gramm kommen und der zielbewuß
ten Moskau'er Politik gegenüber im
mer wieder ins Hintertreffen geraten.
Die Borgeschichte der Konferenz
Das gilt auch von dem gegenwär
tigen Stand der Dinge. Wenigstens
seit der „Belagerung" Berlins und
der nutzlosen Pariser Konferenz vom
Juni 1949 mußte es in Washington
und in andern westlichen Hauptstäd
ten klar sein, daß Moskau an einer
Verständigung über die deutsche Fra
ge nichts gelegen ist. Tatsächlich be
gann man die Folgerungen aus die
ser Erkenntnis zu ziehen. Die Errich
tung der Bonner Regierung war das
erste Ergebnis. Leider aber erhoben
sich immer wieder neue Hindernisse
britischen, französischen und amerika
nischen Ursprungs, die eine kraftvolle
Fortsetzung des eingeschlagenen We
ges vereitelten, den Wiederaufbau
West.Deutschlands und dessen volle
Emschckttung in die westliche Politik
ttfod Wirtschaft verzögerten und
Mio
Familienblatt für Wahrheit
den Moskau'er n in die Hände arbei
teten.
Zum Glück wachsen aber auch die
Moskau'er Bäume nicht in den Him
mel. Als der Kreml vor über vier
Monaten mit seinem Vorschlag für ei
ite Ministerkonferenz zu einer Berei
nigung der deutschen Frage im
Sinne Moskaus, versteht sich! her
vortrat, glaubte er im Hinblick auf
die Lage in Korea einen günstigen
Augenblick gewählt zu haben, um sei
ne gewohnten Erpresserkünste üben zu
können. Aber mitten in dem darüber
anhebenden Notenaustausch vollzog
sich in Korea ein für den Westen gün
ftiger Wandel, der Moskau einen
kräftigen Trumpf entzog. Wollte sich
Moskau nicht vor aller Welt blamie
reu und nicht die Unehrlichkeit feines
Vorgehens zugestehen, blieb ihm
nichts übrig als die Konsequenzen aus
seinem eigenen Vorschlag zu ziehen
und sich mit der Konferenz cinver
standen erklären.
Die westliche Diplomatie hatte bis
dahin ihre Karten ausnahmsweise
gut gespielt und Rußland in die De
sensive gedrängt. Sie hatte die Zweck
Mäßigkeit einer Ministerkonferenz im
Prinzip anerkannt, aber trotz des
fortgesetzten russischen Widerspruchs
deren Programm auf eine neue
Grundlage gestellt. Während Moskau
die deutsche Frage, beziehungsweise
die Wiederbewaffnung Deutschlands
als die der Weltkrise zugrunde lie
gende Ursache hinstellte, erklärten die
westlichen Regierungen mit Recht, daß
die internationale Spannung zurück
zuführen ist auf die russische Aggres
sionspolitik, und daß der Atlantische
Pakt und die in Aussicht genommene
Wiederbewaffnung Deutschlands aus
Verteidigungsnotwendigkeiten gegen
über der russischen Bedrohung her
vorgegangen seien. Es sei darum
zwecklos, die Besprechung der deut
schen Frage in den Vordergrund zu
stellen nm so mehr, da das vom
Kreml angerufene Potsdamer Ab
kommen von den Russen seit Jahr
und Tag außer Kraft gesetzt sei. Eine
Ministerkonferenz habe nur dann ei
nen Sinn, wenn sie das Problem der
Weltkrise in seiner Ganzheit erfasse.
Das schließe die Einbeziehung der
deutschen Frage nicht aus, aber diese
müsse im Gesamtrahmen der von
Rußland ausgehenden Bedrohung
behandelt werden. Man tat in letzter
Stunde Mr Bekräftigung der deut
schen Politik noch etwas, was längst
hätte geschehen sollen: Man gab der
westdeutschen Republik einen Teil ib
rer Hoheitsrechte zurück, indem man
ihr ein außenpolitisches Ministerium
'Moskau in der Klemme
Der Kreml war in eine Sackgasse
geraten. In Korea wandte sich das
Kriegsglück mehr und mehr gegen sei
nen chinesischen Vasallen. Zwar kann
von einem entscheidenden Sieg der
Gruppen MacArthurs noch lange
nicht die Rede sein. Aber die Chine
sen können sich noch viel weniger als
Sieger betrachten, und die Fortsetzung
des Krieges belastet das Regime Mao
Tse-tungs schwer. In Moskau mag
man zeitweilig mit dem Gedanken
gespielt haben, der Drohung vom ver
flossenen Herbst, daß man die westli
che Politik in Deutschland „nicht dul
den" werde, die entsprechenden. Taten
folgen zu lassen, wenn der Westen auf
die russischen Konferenzforderungen
nicht eingehen sollte. Aber dagegen
machten sich angesichts der amerika
nischen Riesenrüstungen und der zwei
fellos gefchlvächten Stellung des Koni
munismus in Europa schwere Beden
ken geltend. Moskau mußte darum,
ob es ihm gefiel oder nicht, an der
nun einmal in Fluß kommenden Kon
ferenz festhalten. Mit offenkundigem
Mißbehagen und ohne feste Bindung
nahm es daher den Vorschlag der
Westmächte zur Einberufung eimr
Vorkonferenz an.
Diese ist jetzt, wie gesagt, in Paris
im Gang. Man kann ruhig anneh
men, daß Moskau unter den seit No
verrtber eingetretenen Aenderungen
nicht allzu viel an einer Ministerkon
ferenz gelegen ist. Es nimmt seine
diplomatische Niederlage mit schlecht
verhüllter Verärgerung hin, und es
dürfte zweifelhaft fem, daß die Kon
ferenz tatsächlich zustande kommt.
Wahrscheinlicher ist es, daß sie von
dem verkniffenen Gromyko schon in
den Vorbesprechungen zu Tode gero
det werden wird. Von wirklichen
Fortschritten ist in diesen Besprechun
gen herzlich wenig zu t^rspüren.^Aro.
Myko wendet in langstieligen Propa
gandareden die Berschleppungstakti-
jV.w-
und
Eine 9Uempo«fe
Es mag friit, daß Moskau dieser
Schablone ausnahmsweise nicht folgt
und es wider Erwarten doch noch zu
einer Ministerkonferenz kommen läßt.
Woran ihm aber unter allen Itmstmv
den gelegen sein dürfte ist, Zeit zu
gewinnen und eine neue günstige Ge
legenheit abzuwarten. Wahrscheinlich
legt es schon jetzt seine Pläne dafür.
Wer weiß, was sich weit drinnen in
Asien abspielt, während Groniyko i'i
Paris seine Sprüchlein ableiert? Die
Franzosen sollen zwar ihre Positionen
in Indo-China gebessert haben, aber
die Lage könnte sich leicht ändern,
wenn Mao Tse-tung im EinvernÄl
men mit Moskau den koreanischen
Feldzug zeitweilig abblasen sollte, um
seine Horden sonstwo in der Periphe
rie des roten Riesenreiches einzusetzen.
Es gibt ja der Gefahrenherde gar
Hiele. Tibet z. B. soll ohne viel Auf
Hebens den Chinesen zur Beute gefal
len sein. Das Schicksal Formosas ist
nach wie vor ungewiß, und vielleicht
mag es dort zu einer Krise kommen,
ob nun die Mmistcrkonfemtz Wirk
lichkeit wird oder nicht.
An dem Westen liegt es die Zeit
ebenso zu nützen, wie das Moskau ge
wohnlich zu tun versteht. Das ge
schicht nicht dadurch, daß man in Oer
frilhtein Optimismus Erfolge vergrö
ßert, auch nicht dadurch, daß man
großspurig von der angeblich aus
schlaggebenden Atombombe redet (de
reit Verwendung leider auch allzu ge
schäftige Moraltheologen zu rechtfer
tigen suchen!), sondern vor allem da
durch, daß die Westländer ihre eige
nen Angelegenheiten in Ordnung
bringen. Es ist kein erbauliches
Schauspiel, daß in dieser kritischen
Zeit die Franzosen in ihrer partes
politischen Zerrissenheit wochenlang
dazu gebrauchen, wieder ein Kabinett
zurecht zu zimmern. Und auch in
England nimmt die Parteipolitik ei
nen viel breiteren Raum ein. als die
allgemeinen Nöte der Zeit rechtfertig
gen. Außeiuninister Bevin ist iibri
gens krankheitshalber zurückgetreten,
sein Nachfolger ist Herbert Morrison.
Wie Premier Attlee in einer Partei
Versammlung versicherte, wird die Au
ßenpolitik auf der bisherigen Bahn
fortgesetzt werden. Er erklärte, der
kalte Krieg werde nicht eher anshö
ren, „bis die Russen auf ihren ag
gressiven Imperialismus verzichten".
„Die kommunistische Aggression er
heischt es, daß ihr bereit sein müßt,
die Freiheit im RotßM zu verteidi
gen," sagte er.
Eine Tragikomödie
Wenn von der Notwendigkeit die
Rede ist, daß die Westländer vor al
lern ihr eigenes Haus in Ordnung
bringen, dann gilt das nicht zuletzt
auch von den Ver. Staaten, die sich
oft allzu gern als Lehrmeister und
Vorbild der Welt aufspielen.
Eine „Komödie" hat man das
Drama genannt, das sich gegenwär
tig vor dem Senatsausschuß zur Un
ter fuchung der Reconstruction Finance
Corporation (RFC) in Washington
abspielt, vor dem gleichen Ausschuß,
dessen ersten Bericht seinerzeit Präsi
dent Truman als eselhaft (asinine)
bezeichnet hat. Amerikaner, welche
es mit ihrer Bürgerpflicht ernst neh
men und die den gleichen Ernst ge
genüber ihren Pflichten von unserer
Regierung erwarten, sind eher ge
neigt, diese „Komödie" als ein gro
ßes Trauerspiel zu betrachten. Dieser
Ausschuß, dem Präsident Truman
das Stigma der Inferiorität aufzu
prägen unternahm, hat inzwischen
Verhaltnisse ans Tageslicht gebracht,
die ein Skandal sind, der um so mehr
Aufsehen erregen muß, als auch Na
men von Angestellten des Weißen
Hauses gefallen sind.
Man kann unter diesen Umständen
nur die Hoffnung hegen, daß Sena
tor Fullbright, der Komiteevorsitzen
de, und seine Senatskollegen ihre Un
tersuchungen furchtlos fortsetzen und
nicht davor zurückschrecken werden,
wenn nötig, auch zur Strafverfol
gung der Schuldigen zu schreiten.
Enropäffche Uni»»
Nach Berichten der letzten Tage soll
es mit der Europa-Union erheblich
besser stehen als man bisher anzu
nehmen geneigt war. Zum Beweise
Recht
Ausgabe des,Msnderer'
^erssSgcgelee Ii» PLpfiliche» Äelegiw* Jsfephi»»» z»m Beste» der Priesterzöglurge. Preis für ei» Jahr i» de» Be?. Gta«te» $3.00, i» K«»«ba »»v «lle» tftletea Siebet» $3AO.
ken an, in denen er Meister ist und
hircf) die eine Einigung auf eine
Agende für die Ministerfonferen
vereitelt werden soll. Nachher wird die
Moskau'er Propaganda schon dafür
sorgen, daß die enttäuschten und von
neuem beunruhigten Völker die
Schuld dem Westen zuschieben.
atsrnfmmtL
zur
Belehrung
dessen beruft sich die Presse auf einen
Fortschrittsbericht des „American
Committee on United Europe". Vor
wenigen Jahren noch lag über Eu
ropa der Schatten der Hoffnungslo
sigkeit. Hunger und Chaos, die Vor
läufer der Sowjet-Armeen, waren im
Anmarsch. Heute kann man sagen,
daß die Erholung der Länder, die
dein Moskau'er Joch entgangen find,
seit 19-17 außerordentliche Fortschrit
te gemacht hat. Mit der Kurve des
wirtschaftlichen Aufstiegs hielt der
Niedergang der kommunistischen An
ziehungskraft gleichen Schritt. Im
Zeichen des Marshall Plans fanden
die Regierungen, die Parlamente, die
Völker Europas den Weg zu einan
der.
Die Geschichte des Kesseltreibens
gegfti Ca hen sly, die Dermin emit a
jeglicher Opposition gegen die vom
„Amerikanismus" angestrebten Neu
erungen und deren Denunzierung int
ler dem Aushängeschild „Cahenslhis
ums" werden später in zusammen
hängender Darstellung behandelt
werden. Für beute beschränke ich mich
auf die Wiedergabe von drei weiteren
Dokumenten, von denen besonders
das Schreiben von Kardinal Raitv
polla vom 23. April 1892 von beson
derer Bedeutung ist schon deshalb,
weil es in den Streitschriften gegen
den „Calienslyismns" entweder ganz
totgeschwiegen oder mit einigen nichts
sagenden Worten erledigt wird. Tie
drei Dokumente gehören zusammen.
Das erste ist ein Schreiben von Kar
dinal Rampolla an Kardinal Gib
bons zu dem offensichtlichen Zweck,
beruhigend einzuwirken auf die
zum Teil künstlich entfachte Erre
gung in den Ver. Staaten. Das zwei
te ist eine an dieses Schreiben an
knüpfende diplomatische Beschwerde
der Vorstandsmitglieder europäischer
St.-Raphaels-Vercinc. Das dritte ist
ein Antwortschreiben von Kardinal
Rampolla, in dem entgegen den
maßlosen Anklagen den Urhebern
der angeblichen „Verschwörung von
u z e u i e e i n e i e
Gcsinnunge it" bestätigt wird,
w o a n i e n s n i e e
z w e i e w o e n w a
Das Schreiben von Cardinal Ram
polla an Kardinal Gibbons vom 28.
Juni 1891 Hatte nach dem ,Monitenr
de Rome' folgenden Wortlaut:
„Eminenz! Hochw'ster Herr!
„Der HI. Vater kann nur befrie
digt sein, wenn er ficht, daß bei Euch
Vereine gebildet werden zum Zwecke,
den sehr zahlreichen katholischen Aus
Wanderern nach Amerika die für das
materielle Fortkommen und besonders
für das Heil der Seelen derselben er
wünschten Hilfsmittel zu beschaffen.
Man hat indessen in Erfahrung ge
bracht, daß manche dieser Vereine, so
z. B. der deutsche St.-Raphaels-Ver
eilt, unter den zur Erreichung dieses
Zieles angezeigten Mitteln auch an
dem Mittel festhält, jeder Gruppe von
Auswanderern je nach der Nationali
tät einen eigenen Repräsentanten un
ter den Mitgliedern des amerikani
schen Episkopates zu beschaffen. Nach
den Nachrichten, welche in dieser Be
ziehung aus Amerika eingetroffen
sind, scheint es, daß gegen einen sol
chen Plan eine beträchtliche Bewe
gung im Gange ist bis zu dem Grade,
daß der Episkopat sich mit dieser An
gelegenheit in besonderen Versamm
lungen zu befassen im Begriffe steht.
„Nun sind et aber der Apostolische
Stuhl nach reiflicher Prüfung dieses
Planes denselben weder opportun noch
notwendig, noch glaubt er eine Aen
derung in der bisher beobachteten
Praxis, um die zahlreichen amerika-
und
Hundert Äuhre lmtholilches
Teben in Minnesota
I I I
Bon Joseph Matt
Die in der letztwöchigeu Ausgabe
mitgeteilte Luzcrncr Denkschrift ver
ursachte in den Ver. Staaten eine ge
waltige Erregung. Wären ruhig und
sachlich die Tatsachen mitgeteilt wor
den, so würde zwar die Kritik nicht
ausgeblieben sein, aber dem katholi
schen Leben unseres Landes hätte ein
tief bedauerlicher Skandal erspart
werden tonnen und die Kontro
verse über den „Amerikanisiuus'
würde vielleicht einen segensreicheren
und in unserer Zeit fortwirkenden
Verlauf genommen haben.
Unterhaltung
Etappen dieser neuen Gcmcinschast
sind die Schaffung eines europäischen
Parlaments und die Bemühungen um
eine Verschmelzung der Montanindu
strien. Spontane Bewegungen, vor
allem der Jugend, drängen auf den
Ausbau der europäischen Union zu
einem Bundesstaat mit einer gemein
samen Armee und einer einheitlichen
Wärung.
So kann der, wohl etwas allzu ro
sige Bericht des amerikanischen Aus
schusses für ein vereinigtes Europa
feststellen, daß die Union auf dem
Marsch ist. Die Zeit wird lehren, ob
die Behauptung gerechtfertigt ist, daß
„gleichzeitig die Sowjet-Flut unauf
haltsam verebbt uud zurückweicht".
nischen Diözesen mit heiligen Hirten
zu versehen, einführen zu sollen, son
dern er wird vielmehr, wie billig, den
Vorschlägen des Episkopates Rech
nung tragen.
„Deshalb hat der HI. Vater mir
anempfohlen, mich an Ew. Eminenz
zu wenden, nicht nur um vchiicit ab
zuraten, diese durch unbegründete
Furcht erzeugte Bewegung zu unter
stützen oder zu begünstigen, sondern
auch, um Sie zu bitten, mit Ihren
Kollegen vom Episkopat dahin zu
wirken, daß die Ruhe wieder herge
stellt werde, in der f^erotßlicit daß
das hehre Haupt der Kirche nicht ge
neigt ist, irgend einen Vorschlag an
zunehmen, welcher auch nur zu den
geringsten Unruhen Veranlassung ge
den könnte, während man wohl die
Scelsorge für die katholischen Aus
wanderer der verschiedenen Länder
durch nationale Pfarrgeistliche, wie
ntau das zu tun bereits die Gewohn
heit hat, besorgen lassen kann.
„Indem ich in ich des Auftrages ent
ledige, welchen mir Sc. Heiligkeit an
vertraut hat, habe ich die Ehre. Innen
die Versicherung der tiefen Hochach
tung zu erneuern, mit welcher ich Ih
nen demütig die Hand küsse.
„Ihrer Eminenz sehr demütiger
und ergebener Diener
M. Kardinal Rampolla."
„Da," wie Cahensln schreibt, „in
.diesem Schreiben verschiedene Miß
Verständnisse enthalten waren, richte
ten die europäischen St.-Raphacls-
Vereine-gegen Mitte April 1892 an
den Herrn Kardinal Rampolla eine
neue Eingabe." Diese lautete:
„Eminenz!
„Tie Journale von Rom haben ei
nen Brief veröffentlicht, welchen Ew.
Eminenz an den Herrn Kardinal Erz
bifchof Gibbons von Baltimore hin
sichtlich des Memorandums gerichtet
hat, das namens der europäischen Ra
phaels-Vereine dem Papst int April v.
I. unterbreitet worden war. Zunächst
haben wir mit großer Freude konsta
tiert, daß der Hl. Vater die Gesell
fchaften gutheißt, welche sich für den
materiellen und geistigen Schutz der
so zahlreichen katholischen Emigran
ten, die nach Amerika auswandern,
konstituiert haben. Die Journale be
richten dann ferner, daß Ew. Emi
nenz erwähnten, daß gewisse Gesell
fchaften, z. B. die deutsche, es zur Er
reichung ihres Zweckes als eines der
wirksamsten Mittel betrachteten, e
e n a i o n a e n u e
von Emigranten eine spezielle Ver
tretung im amerikanischen Episkopat
zu sichern. Wir wissen nicht, ob diese
telle des Briefes genau wiedergege
ben ist. Da dieselbe jedoch Veranlas
sung gibt, nicht nur zu einer, wenig
im Sinne christlicher Nächstenliebe ge
haltenen Kritik, sondern sogar zn ge
fährlichen Angriffen auf das Werk
selbst, so bitten wir Ew. Eminenz zu
gestatten, daß wir kurz die Tatsachen
richtig stellen.
„Eine Anschuldigung, welche be
sonders unseren Herzen schmerzlich
war, ist die, daß wir uns einmischen
wollten in die innere Regierung 'der
Kirche, noch mehr, daß wir die hier
archische Ordnung, welche in den Ver.
Staaten besteht, umstürzen wollten,
indem wir nationale Bischöfe verlan
gen, denen Jurisdiktion über ihre
Nationalangehörigen zustehen würde.
Es wird aber genügen, die betreffen
de Stelle aus unserem Memorandum
hier wiederzugeben, um eine Voraus
setzung zu widerlegen, die unseren
Nr. 46
Absichten, wie unseren katholischen
Empfindungen widerspricht:
...Es würde sehr wünschenswert
sein, daß die Katholiken jeder Natio
nalität. da, wo dies für möglich er
achtet wird, int Episkopat des Landes
ihrer Einwanderung einige Bisäöf?
haben, die der nämlichen AMuitri
find.'
»Der Sinn dieses Wunsches kann
doch nicht zweideutig sein, im Zusam
menhange mit einem Schriftstück, wel
ches für den Vater der Christenheit
bestimmt ist.
„Wir legen in voller katholischer
Offenheit die Wahre» dar. welche
unsere Erfahrung in Aiiswande
rungsangelegenheiten uns vor Augen
rührt, und wir unterbreiten dein er
leuchteten Urteil und der hohen Weis
heit des Hl. Vaters einige Mittel, die
uns geeignet erscheinen, die geistigen
Gefahren, die aus der Auswanderung
erwachten, zu beseitigen oder zu ver
mindern. Wir baden uns darauf be
schränkt, wie dies unsere Pflicht war
eilten Wunsch auszusprechen, den
Wunsch nämlich, zu sehen, wie die
ö ch st e _A n o i in E wä»
u it zieh c, ob es nicht angezeigt
e s e i n e w e n n i e U s a n
e s e I a u e u, den verschiedenen
Nationen einen oder mehrere Bischö
fe ihrer Nationalität int miterilant
schen Episkopat zu gewähren."
Ans diese Eingabe, welche von Vor
standsmitgliederit des deutschen, öster
reichischen, belgischen und italieni«
fchen Raphaels-Vereins unterzeichnet
war. erfolgte bereits unterm 28.
April 1892 die an den Präsidenten
des deutschen St.-Raphaels-Vereins
Fürst zu ofenburg gerichtete Int
wort:
..Ew. Durchlaucht!
..Ich habe die von Ew. Durch,
laucht und von vielen hochgestellten
Persönlichkeiten unterschriebene Adres
se erhalte», welche nicht nur diesem
Vereine angehöre», sondern auch an
bereit, welche in verschiedenen Län
dern sich mit der Auswanderung twn
Katholiken nach den Ver. •Staaten*'
Amerikas beschäftigen. Dieses Doku
ment verdiente wegen seiner Wichtig
keit dem Hl. Vater vorgelegt zu wer
den, und ich habe mich dieser Pflicht
nicht entzogen. Daher bin ich jetzt im*
stände^ Ew. Durchlaucht mitzuteilen,
daß sc. Heiligkeit mit Befriedigung
die iit der Adresse enthaltenen Aus.
cinmibcrsetziutgcii aufgenommen hat,
Auyciitandcrfcfcmigeit, welche die
Reinheit der Gesinnungen bestätigen,
durch welche die einzelnen Unterzeich
neten geleitet werden, woran übrt
gens nie gezweifelt worden war.
„vStit Vertrauen, daß Sie als gute
Katholiken fortfahren werden, Ihr?
auswandernden Glaubcusbr-üder zu
beschützen, und daß Sie stets bereit
willig den Anordnungen sich fügen,
welche für das religiöse Wohl der
Auswanderer selbst die Bischöfe und
besonders der Hl. Stuhl treffen, er
teilt Se. Heiligkeit von Herzen' den
verschiedenen in der oben genannten
Adresse erwähnten Vereinen und je»
dem einzelnen Glied derselben den
Apostolischen Segen.
"Indem ich dies zur Kenntnis Ew
Durchlaucht bringe, habe ich die Eh.
re, meine ausgezeichnete Hochachtung
zu versichern.
«Euer Durchlaucht svgÄenster Die
ncr
(gez.) Kardinal Rampolla/
In dem noch immer beschädigten
Liebfrauen-Dom in München fand ein
Festgottesdienft zum vierzigjährigen
BefchofS- und dreißigjährigen Kardi
nalsjubiläunt des Erzbischofs von
München, Dr. Michael von Faulha
ber, statt. An dem Gottesdienst, 6et
dem der einnndachtzig Jahre alte
Kirchen für ft das Pontifikallmt zele
bricrtc, nahmen mit dem Domkapitel
fast das ganze bayerische Kabinett,
Vertreter der Behörden und zahllose
Gläubige teil. In der Feschredigt
feierte Bischof Dr. Josef Fraundot
fer von Augsburg den Kardinal als
„Eckstein und Säule" des katholischen
Glaubens. Er habe das Wort der
Wahrheit männlich und laut verkün
det, ob es gelegen oder ungelegen
kam. Nach dem Gottesdienst segnete
der Erzbifchof vor dem Dom eine
vieltausendköpfige Menge. Papst
Pius
XII.
hat an Kardinal Faulha-
6er, seinen „geliebten Sohn", e$#
Handschreiben in deutscher Sprache
gerichtet, in dem er ihm für die „her
vorragenden und einzigartigen Tief
ste" dankt. Das Schreiben wurde W
einer Feierstunde im Dom verlesen.

Die Vorverhandlungen werden ge
^Whrt von Philip C. Jessup (Ameri
ka), Ernest Dwics (England), Ale
xandre Parvdi (Frankreich). Andrei
Samstag, den 17. März 1951

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