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Ohio Waisenfreund. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1874-1953, March 24, 1951, Ausgabe der 'Wanderer', Image 4

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Sir
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Las 3FrO der Welle
Die Ostermesse
Gleich beim Eingang zur
esse wird her Sinn des hehren
festes ganz klar und bündig heraus
gestellt: „Christus ist erstanden", in
dem der Auferstandene selber in Psal
menworten direkter Rede erklärt: „Ich
bin auserstanden nun bin Ich bei dir
und für immer bei dir." In sinniger
Weise läßt die Kirche das erste Wort
des Erstandenen an den Vater sich
richten, dem ja auch die letzten Worte
des Sterbenden gegolten: „Es ist
vollbracht: Vater, in Deine Hände
empfehle Ich meinen Geist." Tiefe
selben Hände, welche das Opfer des
Karfreitags aufgenommen hatten, be
reiteten nun auch die Herrlichkeit und
Glorie des Ostertages.
„Ich bin auferstanden!" Was dies
eine Wort nicht alles enthält? Es be
sagt: Ter Tod konnte Mir nichts an
haben, er vermochte Mich nicht in sei
item Banne zu halten. Ich habe über
die Sünde, den Tod, das Grab und
die Hölle gesiegt. 9hich Meine Erlö
steil dürfen nun mit Mir jubeln, denn
auch sie werden dereinst auferstehen
Ich bin die Auferstehung und das X!e
ben. Alleluia. Alleluia? Gott sei ewig
gepriesen und gedankt für das so er
babene Geheimnis des Ostertages?
„Tu, o gerechter Gott, hast Seine
Rechte ms mich gelegt Deine gött
liche Weisheit hat sich wunderbar in
der Auferstehung Teines Sohnes ge
zeigt. Alleluia, Alleluia!" Tie Rechte
des Vaters bot Ihm den Kelch der
Leiden, legte um unsertwillen die
Züchtigung auf Ihn und machte Ihn
zum Mann der Schmerzen. Aber am
Ostertag führt dieselbe Rechte den
Sohn ein in die Herrlichkeit des Va
ters und zeigte darin die Weisheit
Gottes, das sie beides zu verbinden
mußte: Erniedrigung im Tode am
Kreuze und Erhöhung für den Ge
storbenen in Seiner Auferstehung.
Ter Gottmensch redet weiter zu
Seinem himmlischen Vater: „Herr.
Tu hast Mich geprüft und Meine
Liebe zu Dir und der sündigen
Menschheit erkannt." Tie Probe wur
de dem Heiland am Oelberg und auf
Golgatha auferlegt, „damit die Welt
erkenne, das Ich den Vater liebe uiti^
tue, wie Er Mir ausgetragen hat".
Er hat diese Probe glänzend bestmi
den, und weil Er dem Willen des Va
ters gemäs Sein Leben niedergelegt
hat, wollte der Vater auch Seine Auf
erstehung und Verherrlichung. Noch
mehr: Der Erlöser hat auch fiir alle,
die Ihm im Laufe der Jahrhunderte
nachfolgen, die Gnade der A user stell
ung und ewigen Herrlichkeit verdient
und in Seiner heiligen Kirche nieder
gelegt.
Tamm auch fleht jetzt die Kirche in
ihrem besondern Ostergebet für
alle ihre Glieder den Vater an. Er
möge, im Hinblick auf den aitferstair
denen Heiland und Erlöser, Seinen
eingeborenen Sohn, wahre Osterge
danken in uns erwecken und uns mit
Seiner besonderen Gnade beistehen,
auf daß wir solche Gedanken und
Wünsche auch ins Werk setzen in an
dern Worten: wir sollen von nun an
nicht mehr das Vergängliche erstre
ben, sondern nach dem Ewigen trach
ten und mit dein auserstandenen
Christus im Lichte wandeln.
In der nun folgenden ft e i
st e l, genommen ans dem Ersten Ko
rintherbrief des hl. Paulus, zeigt der
Apostel, wie der einzelne Gläubige in
den Geist des Ostersestes eindringen
soll, um sich der großen Gnaden des
selben teilhaftig zu machen. Tas jüdi
sche Gesetz gebot, alles Gesäuerte, das
Symbol des Unreinen, Unheiligen.
Korrupten, auszuräumen, sobald im
Tempel das Osterlamm dargebracht
und geschlachtet war: fortan durfte
nur ungesäuertes Brot genossen wer
den. Der Apostel macht nun die An
wendung wie der korrupte und kor
rumpierende Sauerteig zu entfernen
ist, weil er ein ansteckendes, verderb
liches Ferment ist, so darf die Sünde,
das Unheilige, nicht länger in der
Seele derer wohnen, die durch den
blutigen Tod unseres Osterlammes
zum Volke Gottes geworden sind. Ter
'Christ muß nunmehr seines Vorbildes
würdig wandeln, sein Leben muß lau
ter und rein, klar und wahr sein.
Das Graduale der Ostermesse
nimmt den Jubel des Eingangs (In
troitus) wieder auf und gibt beson
dern Ausdruck der gehobenen Freude
aller Erlösten, die in Wonne des Her-
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^i.ir.- •.'".. -/.-: «".---. '^S' ,'. ^.'V V-~ TZ-*.* v •"-. Z ty'^' :*.
zens ausrufen: „Wahrhaftig, dies ist
der Tag, den der Herr gemacht laßt
uns ihn begehen in Freude und Ju
bel!" „Laßt uns den Herrn preisen,
denn Er ist gut und Seine Barmher
zigkeit währet immerdar." Aehnliche
Gedanken sind auch enthalten und be
gründet .in der altehrwürdigen
O st e s e u e n z. Gotteslob und
innigster Tank für die ungeahnten
Gnadenerweife, die uns durch des Er
löfers Kampf und Sieg zukommen.
Und weil Himmel und Erde den Tri
umph Christi bezeugen, so bekennen
wir freudig die Tatsache der Aufer
stehung und flehen demütig: „Du
aber, unser König und Sieger, stehe
uns bei?"
Die Osterbotschaft selbst ist dem
Evangelium des hl. Markus
entnommen. Der Zentralpunkt dieses
Berichtes liegt in den Worten des En.
gels: „Ihr suchet Jesus von Naza
reth, den Gekreuzigten. Er ist auf
erstanden. Er ist nicht hier. Sehet da
den Ort, wo sie Ihn hingelegt hat
teil." Aljo: Christus, der am Kreuze
gestorben, ist von den Toten aufer
standen. So lautet die Osterbotschaft
für die Apostel, so lautet sie für uns
durch die Apostel, und sie lautet so
ununterbrochen und unverändert seit
den Tagen der Apostel herab durch
die Jahrhunderte der christlichen Zeit
rechnung. Seit dem ersten Ostertag
wiederholt sich die Jubel künde:
„Christus ist erstanden" so haben die
Apostel verkündet. Für die Bezeugung
dieser Wahrheit sind sie freudig in den
Tod gegangen.
Ter Auferstandene ist'zugleich Kö
nig der Welt, Sieger über Sünde.
Tod. Grab und Hölle Er ist auch
i e a e e n s e n I O e
rIingsvers lesen wir: „Tic Er
de erbebte und erzitterte, als Gott
Sich zum Gerichte erhob." Ostertag
ist also zugleich Gerichtstag. Tie Auf
erstehung des Sohnes Gottes zur
Herrlichkeit ist eilt Akt des Gerichtes
über alle jene, die dem Herrn die
Schmach des Kreuzestodes zugefügt
haben, über jene, die im Leben Sei
nem Widersacher, dem Teufel und der
Welt gefolgt sind. Tie Freuden des
alljährlichen Osterfestes, sowie die
Wonnen des ewigen Osterfestes, das
nach der allgemeinen Auferstehung
am Ende der Welt anhebt, können nur
denen zuteil werden, die mit dem lei
denden und auferstandenen, im Lichte
wandelnden Erlöser durch dieses irdi
sche Leben gehen. Wer mit Ihm lei
det, wird auch mit Ihm verherrlicht
werden.
Meire Grove, Minn.
Lie Mtnverei erlteht
von neuem
Wngsthin hat die in Rprn von Mit
gliedern der Gesellschaft Jesu veröf
fentlichte Wochenschrift .Civilta Cat
tolica' nachgewiesen, die Sklaverei sei
heute wieder im Zunehmen begriffen,
ja. sie habe sogar gigantische Ausma
ße angenommen. Ties geschieht in ei
ner Zeit, da man höchst feierlich
„Menschenrechte" proklamiert! Diese
Sklaven leben abgeschieden von uns:
hinter dem Eisernen Vorhang in
Rußlan.h und den Satellitenstaaten.
Ter Verfasser des Aufsatzes, P. U.
A. Floridi, erwähnt z. B. Gesetz 147,
das in der Tschecho-Slowakei im Ok
tober 1948 mit der Schaffung des
Fünfjahresplans in Kraft trat und in
dem ausdrücklich „Zwaitgsarbeitsla
ger" für Gegner der' demokratischen
Ordnung vorgesehen sind. (Wobei ua
türlich unter diesen Gegnern der soge
nannten demokratischen Ordnung ein
fach Leute zu verstehen sind, die den
volksdemokratischen Machthabcrn un
gelegen kommen!)
Rußland hat übrigens (wie in die
sein „Riuascita dclla schiavitn" beti
telten Artikel hervorgehoben wird) im
Schoß der UN jeden Antrag aus Ein
setzung von Untersuchungskomitees,
die sich mit dieser modernen Sklave
rei zu befassen gehabt hätten, zuschan
den gemacht und spitzfindig selbst
vor den Vereinten Nationen eine
Unterscheidung zwischen „Korrek
tionsarbeit" und „Zwangsarbeit" kon
struiert, wobei die „Korrektionsar
beit" setwa in Sibirien?) sogar noch
eine höchst lobenswerte Eigenschaft
haben soll, nämlich nichts weniger und
nichts mehr als einen „Erziehungs
faktor" erster Güte darstelle!
P. Floridi suchte darum andere
Kronzeugen als einen russischen Ver
treter in Lake Succeß. Er schlug die
Große Sowjet-Enzyklopädie sowie
das russische Lexikon aus und fand,
daß zwischen einem sogenannten Kor
rektmnsarbciter (ispravitel'nyc rabo
ty) und einem sogenannten Zwangs
arbeitet: {primtditcrnyci raboty) fein
Unterschied gemacht wird.
Ter Autor zieht noch andere Quel
len zu Rate, so das Strafgesetzbuch,
und hebt des weitern hervor, daß auf
dem berüchtigten „administrativen
Weg" als „sozial gefährliche" und
„unbeständig" deklarierte Elemente
so gut wie richtige Verbrecher in sol
che „freiwillige Zwangsarbeitslager"
versenkt werden könne«.
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Diese moderne Sklavenhalter« hat
ihren politischen, aber auch ihren
wirtschaftlichen Aspekt. Man denkt an
Rodungen, Straßenarbeiten, Eisen
bahnkonstruktionen, Kanäle, die alle
mittels dieser Sklavenarbeit gebaut
werden konnten und können, wie ja
auch in der bereits erwähnten Gro
ßen Sowjet-Enzyklopädie der das
Weiße Meer mit dem Baltikum ver
bindende Kanal als ein Erfolg die»
fer „Erziehungsmethode" dargestellt
wird. Wie viele wurden allein an die
sen Arbeitsplatz verfrachtet? Und wie
viele mußten allein hier schuften und
rackern und ihr Leben lassen! Und wie
viele wurden nach Beendigung dieser
sicher lange dauernden Arbeit als
„unerziehbar" erklärt, um sie weiter
als Arbeitssklaven verwenden zu kön
nen und «sie so weiter „wiedererzie
hen" zu dürfen? Man weiß, daß im
Jahre 1931 365,000 Sowjet-Zeitun
geit in solche Arbeitslager geschickt
wurden, und daß man eine Nummer
aus fünf ZwangS-arbeiter rechnete!
Tas macht 1,815,000! Mit den dazu
gekommenen Kriegsgefangenen und
verschiedenen Projekten ist diese Zahl
heute sicher größer!
Man denke! An dasselbe Moskau,
das diese Dinge treibt, haben nnsre
Staatsmänner Europa so gut wie
ausgeliefert! Daß sie diese Schmach
nun wieder gutmachen wollen, ändert
an den Tatsachen nichts.
Es ist wohlverständlich/ Käß die
Machthaber vom Kreml es für not
wendig hielten, die ungeheuere Aus
dehmmg ihrer Herrschaft nach dem
zweiten Weltkrieg in jedem unterjoch
ten Land mit den gröbsten Fiktionen
zu bemänteln. Es ist aber tief zu be
dauern, daß die Westmächte durch ihre
voreilige Abrüstung gezwungen wa
ren, gute Miene zum bösen Spiel zu
machen und die durch den Kreml ge
schaffenen „volksdemokratischen" Pa
schaliks als selbständige Staaten an
zuerkennen und dieselben sogar in die
Vereinten Nationen aufzunehmen.
Die schwersten Folgen hatte in dieser
Hinsicht wohl die Anerkennung der
„chinesischen demokratischen Republik"
durch Groß-Britannien und durch
manche andere Staaten, welche es der
moskowitrschen Despotie ermöglichte,
ihre chinesischen Hilfstruppen in den
Krieg gegen die Vereinten Nationen
nach Korea zu schicken und die Ver
antwortung dafür der „selbständigen"
Regierung von Peking aufzubürden,
gleichzeitig aber eine wüste „Frie
densaktion" in Europa zu entwickeln
und mit frommer Unschuldsmiene
ihre Vertreter auf die Konferenz von
Paris zu delegieren.
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"«"Um itu&ä&tertl
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•oiDo wMawmuNP
CsStdiCsV.
Die Sowjet-PropaganM erklärte
schon während der Tagung des „Welt
friedensrates", daß derselbe die UN
ersetzen soll, welche zum „Werkzeug
der amerikanischen Imperialisten" ge
worden sei. Nun ist der Weltfriedens
rat als ein neues Werkzeug der mos
kowitifchen Imperialisten in Aktion
getreten. Ter Moskau'er Radiosender
verkündete am 6. März mit dem üblv
chen demagogischen Lärm, baß die
Worte und Esten
Diplomaten alter Schule glaubten,
daß die Zunge dem Menschen dazu ge
geben ist, um seine Gedanken zu ver
bergen. Tie Worte der moskowiti
scheu Diplomaten dienen nicht nur
dazu, um die nächsten und weiteren
Pläne dK- moskowitischen Imperiali
sten zu maskieren, sondern auch dazu,"
unt die Tatsachen durch Fiktionen zu
ersetzen uiti}. die klaffenden Lücken tit
dem Eisernen Vorhang zu verstopfen.
Soweit die Vertreter der Westmächte
und auch der moskowitischen Despotie
glauben, daß die Zeit fiir sie arbei
tet, und den entscheidenden Kamps
verschieben' wollen, könnte die vor
bereitende Konferenz von Paris ge
wisse Scheinerfolge erzielen anson
sten ist sie gänzlich hoffnungslos. Die
Gegner find jetzt durch nichts mehr
verbunden, sie vertreten auf der Kon
ferenz nur die Gegensätze, sie stehen
auf verschiedenen Flächen und können
daher nur aneinander vorbeireden.
Die Westmächte stehen auf dem Boden
von Tatfachen und ihre Taten entspre
chen ihren Worten die Machthaber
vom Kreml operieren schon deshalb
mit Fiktionen, weil die ganze USSR
eine ungeheuere Fiktion darstellt. Tas
ist keine Union, kein Bund der Na
tionen, sondern nur die grausamste
Unterdrückung der fremden Nationen
durch die moskowitifche Despotie. Ter
Sowjet-Sozicrlismus ist mit dein ur
alten moskowitischen Imperialismus
gleichbedeutend. Alle „Räte" werden
durch die moskowitische bolschewisti
sche Partei und die Moskau'er Regie
rung diktatorisch eingesetzt. Die Olig
archie braucht allerdings nicht un
bedingt einen gekrönten Herrscher zu
haben, bleibt aber doch uue jiue Üati*
katur einer Republik.
5 V
Verbreitung des Aufrufes' zur Schaf
fung des Fünfmächtepaktes das Sam
meln der Unterschriften unter dem
Friedensaufruf von Stockholm weit
übertreffen soll.
Man muß wahrlich die moskowiti
sche Unverfrorenheit haben, um einen
„Friedenspakt" der Westmächte mit
der Regierung von Peking vorzuschla
gen, welche jetzt im Auftrage Mos
kaus den Krieg gegen die Vereinten
Nationen in Korea führt. Der Vor
schlag des moskauhörigen Weltfrie
Sensrates stellt vor allem eine heilsa
me Lehre für die Staaten dar, welche
den chinesischen Paschalik Moskaus
als einen „unabhängigen Staat" an
erkannt haben. Es ist wohl verständ
lich, daß die Machthaber vom Kreml
einen neuen „Friedenspakt" vorschla
gen. nachdem sie alle vorherigen ge^
brachen haben es ist aber weniger
verständlich, warum eigentlich die
Moskau'er Regierung zusammen mit
allen okkupierten Ländern immer noch
in der UN bleibt, wenn dieselbe durch
den Weltfriedensrat ersetzt werden
soll.
Tie moskowitifch^n Imperialisten
wissen natürlich sehr gut, daß der von
ihnen vorgeschlagene Fünfmächtepakt
nicht die geringsten Aussichten hat,
verwirklicht zu werden es-handelt sich
für sie auch gar nicht darum. Sie su
chen ganz einfach eilten Vorwand, um
eine neue Hetzkampagne gegen die
„amerikanisch-englischen Kriegsbrand
stifter" einzuleiten und in den inne
ren Angelegenheiten der freien Na*'
tioiten zu intervenieren. Der Krieg in
Korea hat die Lage der moskowiti
schen Despotie in der UN unhaltbar
gemacht. Tie Moskau'er Regierung
hat feine Aussichten, ihre Schützlinge
von Peking der UN aufzudrängen, sie
bereitet sich aber vor, eine eventuelle
Aufnahme Japans in die Gemein
schalt der Vereinten Nationen zu be
kämpfen. Ter Weltfriedensrat ist aber
für Moskau nur ein minderwertiger
Ersatz für die UN. Tarin haben die
Machthaber vom Kreml mehr oder
weniger dieselben Elemente, welche
ihnen auch in dem Kominsorm znr
Verfügung stehen Inf.
Die üblichen demagogischen Reden
Grvmykos zeigten deutlich, daß die
moskowitischen Diplomaten ihre er
probten Verhandlungsmethoden an
wenden wollen, indem sie die „Durch
führung des Potsdamer Abkommens"
tserlangen, von welchem die Mos
Fail'er Regierung nichts als Löcher
übriggelassen hat. Es ist auch nicht
schwer sich vorzustellen, wie die mos
kowitischen Imperialisten die „Lage
in Europa" durch die „Reduktion der
Streitkräfte der Ver. Staaten" ver
bessern wollen. Die Behauptung Sta
lins daß die SowjetStreitkräste um
die Hälfte kleiner sind als die der
Westmächte, bei der gleichzeitigen
Weigerung der Moskau'er Regierung,
ljie Richtigkeit dieser Behauptung
durch internationale Organe nach
prüfen zu lassen, beweist mehr als
deutlich, daß das Wesen des mos
kowitischen Imperialismus sich im
Laufe von Jahrhunderten nicht int
geringsten änderte.
Als der Hetman Bohdan Chmel
nytzkyj in der Mitte des siebzehnten
Jahrhunderts die militärischen Kräfte
des ukrainischen Volkes in langjähri
gen Kriegen gegen Polen erschöpfte
und vergeblich Hilfe bei Schweden
und der Türkei suchte, zog er der
Kapitulation der Ukraine vor Polen
eine föderative Verbindung mit Mos
fan vor. Nachdem die Delegierten des
Hetmans in Perejaflaw deiy Zaren
Treue geschworen hatten, verlangten
sie, das die moskowitischen Delegier
ten den Vertrag auch mit ihrem Eid
bekräftigten, und erhielten von den
selben die Antwort, daß das Wort des
Zaren keine Eidesbekrästigung brau
che. Der Vertrag von Perejaslaw
wurde natürlich gebrochen, bevor die
Tinte darunter trocknete. Die Ukraine
wurde in den 'darauffolgenden Krie
gen zwischen Moskowien und Polen
gänzlich verwüstet. Tie Heldentaten
der ukrainischen Hetmanen, Wyhow
skyj, Toroschenko und Mazeppa, konn
ten die Ukraine vor der moskowiti
schen Despotie nicht mehr retten. Die
Herrschaft Moskaus dehnte sich un
aufhörlich in allen Richtungen aus.
Heute erklärt Stalin den Westmäch
ten, daß seine Behauptungen keine
Überprüfungen seitens der UN Brau
chen
Es war natürlich falsch, die Ver
handlungen mit dem Kreml nur zu
dem Zweck zu beginnen, um die Leute
zu beruhigen, daß alles zur Erhal
tung des Friedens geschieht, welche
nicht verstehen können, daß jede Poli
tische Schwäche im Kalten Krieg die
Kriegsgefahr nur vermehrt. Man
kann nicht mit den Machthabcrn vom
Kreml verhandeln, ohne sich gewisser
maßen auf gleiche Stklfe mit ihnen zu
stellen und ohne den Schein zu er
wecken, daß sie in manchen Punkten
doch recht haben konnten. Man kann
sich leicht vorstellen, was die Solda
ten der Vereinten Nationen in Korea
vo» Her Pariser Konferenz denken,
tifZ11Al'•
w
1
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welche gegen die Chinesen kämpfen
und wissen, daß dieselben durch die
Moskowiter bewaffnet und in den
Krieg geschickt wurden. Was sollen die
unterjochten Nationen von den West
mächten denken, welche mit ihren
moskowitischen Peinigern verhandeln!
Wie steht es mit der „Gleichberechti
gung" der Deutschen, welche wissen,
daß die Westmächte mit der mosko
witischen Despotie über das nächste
Schicksal des deutschen Volkes verhan
deln wollen, obwohl die Moskau'er
Regierung jedes Recht dazu verwirkt
hat?
Nachdem die Westmächte vielzu oft
Gelegenheit hatten, sich zu überzeu
gen, daß die Worte der Moskowiter
im vollen Gegensatz zu ihren Taten
stehen, wäre es nur recht und billig.
Noch mitten im ersten Weltkrieg
wurde Dr. Adenauer im Jahre 1917
im Alter von einundvierzig Jahren
zum Oberbürgermeister von Köln ge
wählt. Gleichzeitig berief ihn der da
malige König von Preußen als Ver
treter des Zentrums zum Mitglied
des Preußischen Herrenhauses.
Nach dein Zusammenbruch' von
1918 wurde das Amt des Kölner
Oberbürgermeisters zu einem der ex
poniertesten Posten Teutschlands. Die
.Konflikte, die durch die Okkupation
und die rheinische Separatistenbewe
gitttg hervorgerufen wurden, traten
zwar unter dem britischen Besatzungs
regime, dem Köln unterstand, in ge
dämpfter Form in Erscheinung, stell
ten aber auch hier'die Träger der
deutschen Verwaltung vor schwierige
Aufgaben und kritische Probleme. Dt\
Adenauer bewies ein großes Maß von
politischer Umsicht. Aber angesichts
der revolutionären Nachkrtegswirreii
von Nord- und Mittel-Deiitschland,*
des Ruhr-Kampses und der Verhee
run gen der Inflation war es unver
meidlich, daß er sich in den Mittel
punkt der damaligen Auseinander^
fetzungen gestellt sah. Mit Vernunft
und Energie gelang es ihm, trotz al
ler vorhandenen Schwierigkeiten die
Interessen seiner Heimatstadt der Be
satzungsmacht gegenüber erfolgreich
zu vertreten. Die innere und äußere
Entspannung, die das Jahr 1924
brachte, sah Dr. Adenauer unange
fochten an der Spitze der rheinischen
Metropole.
Während seiner sechzehnjährigen
Tätigkeit als Oberbürgermeister von
Köln hat Dr. Adenauer sich die groß
ten Verdienste um die Geschicke seiner
Vaterstadt erworben. Seiner Initia
tive verdankt Köln den Neubau der
Universität, die Errichtung des ersten
Stadions in Teutschland, die Schas
sung der Kölner Messe, die Interna
tionale Presseausstellung 1928, den
inneren und äußeren Grüngürtel, die
Mülheimer Brücke, den Hafen Köln
Niehl und viele große Siedlungen.
Mit Recht kann daher Dr. Adenauer
als einer der großen Bürgermeister
gestalten der deutschen Geschichte be
zeichnet werden. Die Universität Köln
verlieh Dr. Adenauer ehrenhalber den
Dr. jur., Dr. rer. pol., Dr. phil. und
Dr. med.
In den Jahren von 1918 bis 1932
war Dr. Adenauer Vorsitzende^ des
Pro-vinzialausschusses der Rhein-Pro
vinz, von 1920-1933 außerdem Prä
sident des Preußischen Staatsrats.
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V
Aua dem Lebenslauf Dr. Uonrsd Adenauer»
Hann. 9. Februar.
Bundeskanzler Dr. Adenauer wur
de am 5. Januar 1876 in Köln ge
boren. Bis zur Mitte seines sechsten'
Lebensjahrzehntes stand er im Dien
ste seiner rheinischen Heimatstadt
Köln. In Köln besuchte er das huma
nistische Gymnasium, in Köln begann
er auch an der dortigen Universität
sein juristisches Studium und setzte es
später in Freiburg i. Br. und Mün
chen fort. Nach der üblichen Tätigkeit
als Gerichtsreferendar betätigte sich
Dr. Adenauer zwei Jahre als Assessor
bei der Staatsanwaltschaft beim
Landgericht Köln und im Anschluß
daran zwei weitere Jahre als Ver
treter eines Kölner Rechtsanwalts am
Oberlandesgericht in Köln. Damals
hatte er den Wunsch, Notar zu wer
den. IM Jahre 1906 wurde Dr. Ade
nauer auf Vorschlag der Zentrums
fraktion er hatte sich politisch dem
Zentrum angeschlossen als Beige
ordneter in den Stadtrat von Köln
gewählt. Bereits im Jahre 1910 er
folgte feine Ernennung zum ersten
Beigeordneten und damit zum unmit
telbarcn Stellvertreter des Oberbür
germeisters.
k\
Reichsvorstand des Zentrums an.
Insgesamt wirkte Dr. Adenauer bis
1933 sechzehn Iah er als Oberbürger
meister von Köln.
Für die Nationalsozialisten war
Dr. Adenauer einer der bestgehaßten
Männer. Als im März 1933 von Ber
lin aus die Welle der Gleichschaltun
gen über die Stadtverwaltungen her
einbrach, war er eines ihrer ersten
Opfer, et wurde von Goring sofort
seines Amtes enthoben und damit für
die Dauer des Dritten Reiches aus
dem öffentlichen Leben ausgeschaltet.
Dr. Adenauer hat nie einen Versuch
Ate- Viiv- V V
M*
die Verhandlungen mit ihnen von
Erfüllung von so primitiven Vof»^
bedingungen wie die Zurückziehung
der chinesischen Truppen Moskatck
ans Korea, die Auflösung der „Volks
polizei" in Ost-Deutschland, die Het»^
absctzmtg der Truppenzahl in dett
„volksdemokratischen" Republiken auf
das im Friedensvertrag bestimmt^
Minimum usw. abhängig zu macherk
Nachdem die Machthaber vorn Krentl
diese Vorbedingungen nicht erfüllenr
können, wird die Antwort auf dßk
moskowitischen Reden nur durch dl*
Taten der Westmächte gegeben wer*
den. Wenn die moskowitischen Diplo
maten glauben, daß sie die Arbeit bflfr
amerikanischen Waffenfabriken mit
Konferenzen verlangsamen können, .,
irren sie sich gründlich. Uk.
gemacht, sich die Gunst des national
sozialistischen Regimes zu ettoerlktl«,
Zwölf Jahre lebte er zurückgezogen
in feiner rheinischen Heimat, ertrug..
in schweigender Würde die Anfein-''
düngen und Verdächtigungen, denejtz
er ausgesetzt war, und ließ sich auch!'"
nicht einschüchtern, als er von def
Gestapo in Hast genommen wurde.
Nach dem Zusammenbruch vo»
1945 übernahm Dr. Adenauer wieder
das Amt des Oberbürgermeisters voj^
Köln. Er wurde aber schon nach weni
gen. Monaten durch die Organe dS _.
britischen Militärregierung abgesetzt
Das Ausscheiden aus der Koltte^x
Stadtverwaltung eröffnete ihm de^'
Weg in die deutsche Politik.
Dr. Adenauer stand in der ersten
Reihe der Gründer der l^ristlich-De?
ntokratischen Union und wurde iüz
März 1946 zum ersten Vorsitzendeff
der CDU für die britische Zone ge
wählt. Vom gleichen Zeitpunkt an ge-:
hönie er dem Zonenbeirat in Haitis
bürg an. Im Oktober 1946 erfolg $
seine Wahl als Abgeordneter mch'"
Fraktionsvorsitzender im Landtag von s
No reichet n-Westfalen. Seit Februchr^
1947 ist Dr. Adenauer VorstandsmiA^
glied der Arbeitsgemeinschaft CDU^"'
CSU. In den drei NachkriegsjahrM'/
entwickelte sich Dr. Adenauer zur fat$
renden Persönlichkeit seiner Partei.
Diese Stellung wurde am 1. Septem
ber 1948 durch seine Wahl zum Prci«
fidenten des Parlamentarischen Rates
bestätigt. Am 15. September 1949
wurde Dr. Adenauer vom Bundestag
zum ersten Bundeskanzler der But$
desregierung Deutschland gewählt.
Auf dem Einigungsparteitag der
CDU-CSU in Goslar im Jahne,'
1950 erfolgte seine Wahl zum JBoc'4
sitzenden der Gesamtpartei.
In feiner einjährigen Tätigkeit aljf^
Bundeskanzler ist Dr. Adenauer zu
einem der wenigen europäischen
Staatsmänner geworden, der weit
über die Grenzen Deutschlands hin*
aus allgemein geachtet wird. Er ge
nießt heute als internationale Per
sönlichkeit hohen Rang. H. J. Pohl.
W».G
TrLbe Lage in der Ttchecho
Klowskei
!l^-' -4
Unterm 7. ds. meldete die .Ass.
Preß" aus Rom: Der Hl. Stuhl ex
kommunizierte heute alle Katholiken»
die an der Verbannung des tfchechW
schen Erzbischofs Josef Beran äu»
seiner Prager Erzdiözese oder an an- s
deren Verbrechen gegen die Kirche i|t
der Tschecho-Slowakei beteiligt wa
ren.
Das Dekret erklärt, daß Hiejen v
gen, welche den Platz des Erzbi^chosA
oder anderer abgesetzter Kirchcnfürr
stett eingenommen, oder moralisch^'
oder physisch" an Handlungen gegen":
die Kirche teilgenommen haben, sich
der Großen Exkommunikation schule
dig machten.
Die Erklärung war unterzeichne! y,
von Kardinal Adeodato GiovamtE
Piazza, Sekretär der Konsistorien
Kongregation, und würde von der
vatikanischen Zeitung ,Ö'£sfertat.opf
Romano' veröffentlicht.
Vor einer Woche etst hatte die Pra
ger Regierung bekanntgegeben, dak
Erzbifchof Beran, Primas der Tschg»-.
cho-Slowakei, aus der Erzdiözese ver-'
bannt und wegen „negativer Einstel
lung" zum kommunistischen Staate
zu $1000 Geldstrafe verurteilt wor
den ist.
Aus Prag wurde -l fBk gemeldet:
Wie die offizielle Nachrichtenagentur
mitteilt, haben vier Bischöse und zwei
andere kirchliche Verwaltungsbeamt«
der ?ummunt]uicheii Regierung
Tschecho-Slowakei den Treueid gelei
stet.
Einer der Kirchenführer, Pfarrer
Antonin Stehlik, ist vor einigen Tq
gen in einer Regierungsoekanntma»«
chnng zum Leiter der Prager Er^diöi».
zese ernannt worden.
Nach der amtlichen Nachrichten»'
agentur haben folgende sechs der R^:
gierung den Treueid geleistet: Dtz,
Josef Carsky, Bischof und Aposwlh.
scher Administrator von Kosice in der
östlichen Slowakei Dr. Moric Pich»/.
Bischof von Hraded Kralove in Nord»
böhmen Dr. Stephan Trochta. Bb
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