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Ohio Waisenfreund. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1874-1953, July 05, 1952, Ausgabe der 'Wanderer', Image 5

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x,net, Außerdem habe die Bundesregie
rung durchaus nichts unternommen,
das auch nur im entferntesten die Be
hauptung rechtfertigte, daß Spione in
die Sowjet-Zone geschickt würden.
Wie der Kanzler mitteilte, prüft
die Bundesregierung bereits den
Schaden, der durch die Absperrmaß
nahmen in der Sowjet-Zone entstan
dne ist. Verhandlungen mit den Ver
treter n der Sowjet-Zone könnten nicht
aufgenommen werden. Die Bundes
regierung werde jedoch mit Hilfe der
Besatzungsmächte eine Neuordnung
der wirtschaftlichen Bedingungen an
der Zonengrenze durchführen.
U. a. sollen der westdeutschen In
dustrie an der Zonengrenze, die durch
die Abschnürung betroffen ist, Kre
dite für Umstellungsmaßnahmen und
Neueinrichtungen gewährt werden.
Die Bundesregierung hat, wie Dr.
Adenauer weiter mitteilte, mit den
westdeutschen Länderregierungen Ver
bindung aufgenommen und Maßnah
men zur Feststellung aller Schäden
eingeleitet, die durch das Vorgehen
der Sowjet-Zonenmachthaber entstan
den sind.
Besondere Hilfsmaßnahmen sind
von der Bundesregierung ferner für
die unmittelbar betroffenen Gebiete
entlang der Sowjet-Zonengrenze ein
geleitet worden.
Sowjet-Zonen-Flüchtlinge appel
lierten vom Flüchtlingslager Gießen
(Hessen) die Bundesregierung, ein
Verbot der KPD (kommunistischen
Partei) auszusprechen, die Auswei
sung aller kommunistischen Propa
gandisten aus der Bundesrepublik
'einzuleiten und den Staats-Sicher
heitsdienst (SSD) der Sowjet-Zone
als verbrecherische Organisation zu
erklären.
Auch der Bundestag protestiert
Nach mehrstündiger Debatte über
die Vorgänge an der Sowjet-Zonen
grenze protestierte das Bonner Par
lament mit allen Stimmen gegen die
Stimmen der Kommunisten in feier
licher Weise gegen die neuen Willkür
und Terrormaßnahmen der Sowjet
Zanenmachthaber. Der Bundestag
legte Verwahrung dagegen ein, daß
durch ungesetzliche Ausweisungen der
Zonenbevölkerung das Recht auf die
Heimat verletzt wird. Er appellierte
an die freie Welt, die Aufmerksam
keit auf diese Vorgänge zu lenken
und den von den sowjetischen Maß
nahmen Betroffenen Hilfe zu gewäh
ren.
Der Bundestag erklärte seine tiefe
Verbundenheit mit der vom sowjeti
schen Terror betroffenen deutschen Be
völkerung und legte das Versprechen
ab, den Unglücklichen jede Hilfe zu
gewähren. Gleichzeitig nahm das
Parlament Anträge an, in denen die
Bundesregierung ersucht wird, un
verzüglich Maßnahmen gegen den
sowjetischen Terror zu treffen und
einen notwendigen Finanzbeitrag zur
Linderung der ersten Not für die
Grenzkreise zur Verfügung zu stel
len.
Terror- und Provokstwns
polUik
Kein Land ist imstande, den ande
ren Ländern etwas anderes zu geben,
als es in seinen eigenen Grenzen hat.
Die Beziehungen, welche seit Jahr
hunderten zwischen den Moskowitern
und den unterdrückten Nationen in
den Grenzen der moskowitischen De
spotie bestanden, wurden nach dem
zweiten Weltkrieg in die okkupierten
Länder außerhalb der USSR über
tragen. Nun versuchen die Machthaber
im Kreml, ihre Herrschaft auch den
freien Nationen in Europa und im
Fernen Osten aufzuzwingen.
Es ist durchaus kein Zufall, daß
der unpersönliche Molotow durch Hrn.
Wyschinski ersetzt wurde, durch den
dritten Mann in der düsteren Frei
heit, die er zusammen mit seinen bei-
Deutsche Wucher
Durch die Güte eines alten Lesers
erhielt ich vor kurzem eine Anzahl
sehr wertvoller deutscher Bücher von
Alban Stolz. Dieselben werden zum
Besten des Josephinums verkauft.
Dieselben sind zum Teil neu, zum
Teil gebraucht, aber gut erhalten.
„Zwischen Zeit und Ewigkeit". Von
Alban Stolz. Nur drei Exemplare
an Hand.
Die Bücher werden portofrei zuge
sandt.
Man sende Betrag per Post-Geld
anweisung oder Scheck im voraus an:
Prof. I. M. Du ehren, South Ohio
Ave., Columbus 5, O.
Professor Duehren ist Redakteur
des,Ohio-Waisenfreund'.
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den polnischen Borgängern Men«
schynski und Dzierschynski an der
Spitze der moskowitischen Geheim
Polizei bildete. Die Berichte der So
wjet-Presse und Radiosender über die
Reden Wyschinfkis in den Versamm
lungen der UN wimmelten von den
Ausdrücken, welche bei den berüchtig
ten sowjetischen Schauprozessen üblich
waren Wyschinski „beschuldigte, ent
larvte und stellte die Vertreter der
Westmächte in der UN an den Pran
ger", er war immer „unfehlbar" wie
seine Auftraggeber im Kreml, weil
die Bolschewisten, wie ihre zarischen
Vorgänger, keine internationalen,
sondern nur ihre eigenen „Gesetze"
anerkennen. Nach dem provokatori
schen Mißbrauch ihres „Vetorechtes"
im Sicherheitsrat, welcher durch die
Westmächte unnötigerweise geduldet
wurde, wechselten die Provokationen
und Terrormaßnahmen in der Außen
politik des Kremls in unendlicher
Reihenfolge einander ab.
Wenn die Blockade Berlins- und der
Krieg in Korea keinen dritten Welt
krieg auslösten, so verdänkt die Kul
turwelt es nur der Umsicht und der
Entschlossenheit der Westmächte. Die
souveräne Ruhe, mit welcher die Ame
rikaner die moskowitischen Lügen
über den „bakteriologischen Krieg"
und über die „Greueltaten" in den
Kriegsgefangenenlagern in Korea be
handeln, sowie der Abschluß des Ge
nerabertrags der Alliierten mit der
deutschen Bundesrepublik, veranlaß
ten die Machhtaber im Kreml, Provo
kationen in Deutschland und Frank
reich zu begehen, welche alle bisheri
gen Grenzen des Kalten Krieges weit
überschreiten. Die bisherige Sanft
mut der Westmächte dem Kreml ge
genüber rächt sich nun bitter an
Deutschland und Frankreich. Wenn
die westlichen Verbündeten in der
nächsten Zeit keine wirksamen Mittel
finden, um die moskowitischen Pro
vokationen in gewissen Grenzen zu
halten, werden sie den „Frieden" den
schwersten Gefahren aussetzen.
Die gegenwärtige gefährliche und
auf den ersten Blick ganz unverständ
liche Haltung der deutschen Opposi
tion mit den Sozialisten an der Spit
ze dem abgeschlossenen Vertrag gegen
über kann gewissermaßen dadurch er
klärt werden, daß die Westmächte sich
in den Fragen der deutschen Kriegs
gefangenen in der USSR, der Oder
Neiße-Grenze, der Vertreibung der
Deutschen aus Ihren uralten Wohn
stätten in Polen und in der Tschecho
slowakei usw., ganz passiv verhalten
haben. Es ist daher vielleicht ziemlich
verständlich, wenn zahlreiche Deut
sche nicht verstehen können, daß die
Vereinigung der beiden Teile Deutsch
lands nur im Kampfe gegen Moskau
erreicht werden kann.
Es fehlte nicht an Drohungen, mit
welchen die Machthaber im Kreml das
Zustandekommen des Generalvertra
ges vereiteln wollten. Wenn sie aber
erst jetzt die gröbsten Mittel der Pro
vokation und der Einschüchterung
verwenden, so geschieht es anschei
nend deshalb, weil sie glauben, daß
sie die Volksmassen und die parla
mentarischen Vertretungen eher als
die Regierungen der Westmächte und
der deutschen Bundesrepublik beein
flussen können sie hoffen, daß sie
imstande sein werden, die Ratisizie
rung des Generalvertrages zu hin
tertreiben.
Es scheint, daß die Entschlossenheit
der Schöpfer'des Generalvertrages in
mancher Hinsicht einen größeren Ein
druck auf die Deutschen und andere
unterdrückten Nationen hinter dem
Eisernen Vorhang machte als auf die
Bevölkerung der deutschen Bundes
republik selbst. Die rücksichtslose Ab
sperrung Ost-Deutschlands vom We
sten weist eher auf die Furcht der
moskowitischen Okkupationsbehörden
vor einer Massenslucht der ostdeut
schen Bevölkerung als auf unmittel
bare Kriegsvorbereitungen der mos
kowitischen Imperialisten hin, weil sie
sich keinesfalls zu einem Verteidi
gungskrieg vorbereiten wollen.
Die Machthaber im Kreml hoffen
anscheinend, die Ratifizierung des
Generalvertrages mit Deutschland
eher in Paris als in Bonn zu ver
eiteln. Ihre Provokationsmethoden
sind aber stark veraltet. Die Agenten
des Kremls in Frankreich hatten an
scheinend die Absicht, die Franzosen
unter den doppelten Druck der Furcht
vor der deutschen Wiederbewaffnung
und vor einem kommunistischen Um
stürz zu setzen. Ihr Plan scheiterte
aber an dem Gefühl der nationalen
Würde des französischen Volkes, wel
ches nicht zulassen wollte, daß die
Agenten der moskowitischen Despotie
über das Schicksal Frankreichs ent
scheiden. Die Franzosen mußten auch
ernennen, daß die Gefahr einer mos
kowitischen Intervention in Frank
reich real und unmittelbar ist, wäh
rend die Gefahr einer militärischen
Erstarkung Deutschlands für Frank
reich durchaus imaginär und keines
falls aktuell ist.
Wenn die Machthaber im Kreml
keinen unmittelbaren Angriff auf
West-Europa vorbereiten, welcher
durchaus nicht ausgeschlossen ist, ha
ben sie die verhältnismäßige Schwä
che ihrer kommunistischen StoßtrUp
pen in Frankreich etwas vorzeitig ver
raten. Ebenso unklug ist die grausame
Wenn die moskowitische Propa
ganda nach der Unterzeichnung des
Generalvertrages den Kanzler Aden
auer mit Vorliebe als „Revanchisten"
bezeichnet, so verrät sie eigentlich das,
was die Deutschen wissen müßten,
nämlich ihr nationales Kampfpro
gramm im Osten. Die Aufstellung ei
nes solchen Programms ist nicht nur
für die Deutschen selbst, sondern auch
für alle freien und unterdrückten Na
tionen umso notwendiger, als die
Hoffnung auf eine Verständigung
mit der moskowitischen Despotie
gänzlich verschwunden ist.
Man braucht natürlich die Prophe
zeiung eines westlichen Staatsman
nes, daß der Kalte Krieg zehn Jahre
dauern kann, nicht sehr tragisch zu
nehmen, doch müssen die freien und
die unterdrückten Nationen etwas
wirksamere Mittel zur Bekämpfung
der moskowitischen Provokationen und
Terrormaßnahmen finden als eine
eventuelle Erneuerung der Lustbrücke
zwischen Berlin und Westdeutsch
land. Ukrainer.
Deuttchlandvertrag und Ver
teidigungsgemeintchstt
,Unsere Post', eine in Stuttgart
erscheinende Monatsschrift für die
Heimatvertriebenen aus Ungarn,
schreibt in der Ausgabe vom 8. Juni:
Als wir im Jahre 1946 mit Trans
porten aus Ungarn kommend deut»
sehen Boden betraten, schnürte sich un
ser Herz angesichts der unübersehba
ren Trümmer, die sich in den Städten
darboten, und viele von uns überfiel
damals neben der Erbitterung über
den Verlust der Heimat das bange
Gefühl der Ausweglosigkeit, in die
das deutsche Volk offenbar geraten
war. Hinzu kam noch, daß damals
der deutsche Namen bei Siegern und
Besiegten einen schlechten Klang hat
te, und daß man als Deutscher herab
gesehen und gleichsam als Ausgeburt
des Bösen und Schlechten betrachtet
wurde. In dieser Situation gab es
viele Deutsche, die, gestern noch glü
hend vor überspitztem nationalen
Selbstbewußtsein, in ihrer Verzweif
lung Deutschland und das deutsche
Volk aufzugeben bereit waren. Diese
Reaktion war hauptsächlich bei solchen
Menschen zu beobachten, die das deut
iche Volk mit dem Nationalsozialist
mus gleichsetzten und mit dem Ende
des totalitären Führersystems auch
das Ende Teutschlands als gekommen
sahen.
Es war für das deutsche Volk und
damit auch für uns Heimatvertriebene
ein Glück, daß sich gleich nach Been
digung des zweiten Weltkrieges ge
nügend politisch saubere Männer und
Frauen gesunden haben, die im Ge
gensatz zu den Fanatikern von gestern
im Ende des Nationalsozialismus
nicht auch das Ende Deutschlands,
sondern den Anfang einer neuen, al
lerdings sorgenvollen Epoche in der
Geschichte des deutschen Volkes er
blickten und inmitten des Schutts
und der Trümmer mutig Hand an
legten, in der felsenfesten Ueberzeu
gung, daß Systeme wohl stürzen kön
nen, aber Völker am Leben bleiben.
Sie hatten es nicht leicht, diese Män
ner und Frauen, denn auf der einen
Seite standen ihnen der siegestrun
kene Uebermut und das daraus fol
gende Unverständnis der Alliierten
gegenüber, auf der anderen Seite
aber die Hoffnungslosigkeit und Ver
zweiflung eines großen Teils des
deutschen Volkes selbst, das, von den
in Schlupfwinkeln versteckten Führern
von gestern darin bestärkt, nahezu zur
Selbstaufgabe geneigt war.
Seither sind sieben Jahre verflos
sen. Die Schwarzmaler, die aus ihrer
Versenkung heraus so Schlimmes für
das deutsche Volk prophezeiten und
von einem einigen Ghetto, von einem
ewigen Ausschluß der Deutschen aus
der großen Völkerfamilie faselten, be
hielten nicht recht. Recht behielten die
anderen, die da sagten, daß nach den
gültigen Gesetzen der Geschichte Eu
ropa auf die Dauer ohne Deutschland
und ohne die siebzig Millionen Deut
sche im Zentrum des Kontinents nicht
leben kann. Diese Erkenntnis hat sich
im Laufe der letzten Jahre nach und
nach durchgefetzt, und wir können heu
te wohl sagen, daß der tote Punkt
überwunden ist. Mit der Unterzeich
nung des Deutschland-Vertrags durch
die Außenminister der Bundesrepu
blik, der Ver. Staaten, Großbritan
niens und Frankreichs in Bonn und
mit dem Beitritt Deutschlands zur
Europäischen Verieidigunsgemein
fchaft als gleichberechtigter Partner
ist das deutsche Volk formell und auch
tatsächlich in die Völkerfamilie der
westlichen Welt aufgenommen worden.
Die Isolierung ist beseitigt, und nun
wird die Bundesrepublik die Möglich
keit haben, das deutsche Interesse
z"^^V^':''l.ß^'',
DePortierung der ostdeutschen Grenz
bevölkerung, wenn sie nicht einer
Zwangsmobilisierung der deutschen'
Rekruten vorangeht, die vor den mos
kowitischen Horden mit den Maschi
nengewehren im Rücken gegen ihre
westdeutschen Brüder getrieben wer
den sollen, was mit den Angehörigen
der unterdrückten Nationen schon im
zweiten Weltkrieg oft geschah.
0f V
gleichberechtigt und mit der größeren
Chance auf Erfolg vertreten zu kön
nen.
Gewiß, es sind noch Lücken vorhan
den noch ist die Souveränität der
Bundesrepublik nicht vollständig, und
noch streiten sich die Parteien, ob der
eingeschlagene Weg der richtige sei
oder nicht. Wir möchten uns fast der
Auffassung des Sozialdemokraten
Kaiser anschließen, der im Gegensatz
zu der scharfen Opposition seiner ei
genen Partei (und zu seinen späteren
Proklamationen Red.) sagte, an
der Stelle des Bundeskanzlers hätte
auch ein anderer nichts besseres tun
können, als was Dr. Adenauer getan
hat. Wie dem auch sei, eines ist sicher:
Deutschland ist aus einem politischen
Niemandsland zu einem umworbenen
Partner geworden, dessen Wort in der
Welt Beachtung findet. Insofern be
deuten die Verträge, die in Bonn und
Paris unterschrieben wurden, auch für
uns Heimatvertriebene einen beachtli
chen Fortschritt auf dem Wege zur
Wiedergutmachung geschehenen Un
rechts und im Kampf um die geraubte
Heimat. Noch wird es eine Weile dau
ern, bis das letzte Ziel erreicht sein
wird. Wir dürfen aber die Geduld
nicht verlieren. Wir dürfen es nicht
denen nachmachen, die vor 1945 in
ihrer Selbstherrlichkeit, nach 1945 in
ihrer Niedergeschlagenheit und heute
in ihrer Ungeduld keine Grenzen
kannten und kennen und alles auf ein
mal oder gar nichts haben möchten.
Wenn wir beharrlich auf dem Weg des
Möglichen weiterschreiten, werden
wir, vielleicht erst nach langer Ge
duldsprobe, aber doch einmal unser
Recht und damit unsere Heimat er
halten.
Gründung eines Zentral
komitees der deutschen
Katholiken
In Anwesenheit von Kardinal
Frings berichtet die katholische
Nachrichtenagentur Kipa konsti
tuierte sich in Bad Honnef als äußere
Repräsentanz der siebenundzwanzig
Millionen deutschen Katholiken das
Zentralkomitee der deutschen Katho
Ii fett. In ihm sind in Form einer
Arbeitsgemeinschaft alle im Apostolat
der Kirche stehenden Kräfte, die katho
lischen Vereinigungen und Verbände,
die Arbeitsstellen der Katholischen
Aktion der einzelnen Diözesen, die bi
schöflichen Hauptstellen für die ver
schiedenen Stande und Kulturfachge
biete sowie berufene Einzelpersönlich
keiten zusammengefaßt. Die Aufgaben
des bisherigen Zentralkomitees zur
Vorbereitung der Deutschen Katholi
kentage werden vom neuen Zentral
komitee übernommen. Zum Vorsitzen
den wurde Fürst Carl zu Löwenstein
ernannt. Geistlicher Rat Dr. Hengs
bach übernnimmt die Funktion eines
geistlichen Beraters. Neben der Ver
tretung des deutschen Katholizismus
nach außen liegt die Aufgabe des
neuen Zentralkomitees vor allem in
der Koordinierung und zweckmäßigen
Konzentration der Arbeiten und Jni
tiativen der einzelnen Verbände und
Werke, in der gegenseitigen Unter
richtung und Planung gemeinsamer
Unternehmungen. Es werden zu die
fem Zweck verschiedene Sachausschüsse
geschaffen.
Dazu führt die „Kipa" weiter aus:
Damit ist noch stärker als bisher
und vor allem deutlicher der Ap
pell an die Laien ergangen: die Früh
zeit der Kirche stand im Zeichen des
physischen Kampfes der öffentlichen
Gewalten gegen die christliche Reli
gion und wurde zur Epoche der Mär
tyrer. Das in geistiger Fülle und
wachsender Kirchenmacht sich entfal
tende Mittelalter wurde durch den
Mönch als Bild der Ordnung, der
strengen Zucht und völligen Hingabe
an das Jenseits charakterisiert. Was
sich heute ankündigt und bereit ver
wirklicht, ist ein Zeitalter, das durch
den Typ des seines Ranges und sei
ner Sendung bewußt gewordenen
Laien bestimmt wird. Diese Dreipha
sentheorie mag als allzu grob abge
tan werden. Es muß aber doch nach
denklich stimmen, welch ungeheure
Rolle dem Laien in der kirchlichen
Lehrverkündigung der letzten fünfzig
Jahre zugesprochen wird. Was in der
Enzyklika „Mystici Corporis" (29.
Juni 1943) in der Sprache der Theo
logie ausgeführt ist, wurde von Pius
XII. in einer leider zu wenig beachte
ten Ansprache an das Kardinalskol
legium (20. Februar 1946 im ,Os
servatore Romano' am 21.) uniiber
hörbar in allgemeinverständlicher
Sprache wiederholt: „Die Kirche wird
heute mehr denn je ihrer Sendung
leben müssen, entschiedener denn je
jenen falschen und engen Begriff ih
rer Spiritualität und Innerlichkeit
zurückweisen müssen, der sie, blind
und stumm, in die Abgeschlossenheit
des Heiligtums verbannen möchte ..
So betrachtet, stehen die Gläubigen
und besonders die Laien in der vor
dersten Linie des Lebens. Für sie ist
die Kirche das Lebensprinzip der
menschlichen Gesellschaft. Darum sol
len sie, gerade sie, immer klarer das
Bewußtsein haben: wir gehören nicht
nur zur Kirche, wir sind die Kirche.
-•^rw-e»?«».^--
Die Erfahrung« des Kirchen
kampfes während des Dritten Reiches
haben die Selbständigkeit und Ak
tionsfreudigkeit der Laienschaft noch
erhöht, so daß 1945 ein wahrer An
stau von Kräften bestand, die nur
darauf warteten, losgelassen zu wer
den. Den Hemmnissen des Nazismus
folgten im Nachkriegs-Deutschland
die Zonengrenzen, die Lizenzschwie
rigkeiten usw. Matt war sich wohl auch
noch nicht ganz klar darüber, in wel
che Organisationsform man diese Be
reitfchaft der Laien fassen und kana
lisieren wollte. So kam als übergeord
nete Instanz das „Zentralkomitee der
deutschen Katholikentage", und in den
westdeutschen Bistümern wurden die
„Katholikenausschüsse" gebildet. Im
Jahre 1951 kam es dann zur Grün
dung einer lockern „Gemeinschaft der
katholischen Organisationen". Etwas
später bezeichnete dann Kardinal
Frings als Ziel die Bildung eines
„Zentralkomitees der deutschen Ka
tholiken" und regte an, daß die Vor
arbeiten bis zur nächsten Fulda'er
Konferenz abgeschlossen werden soll
ten. Die Bischofskonferenz vom 23.
August 1951 hieß die Bemühungen
gut zu einem „Zentralkomitee" zu
kommen, „das in Form einer Arbeits
gemeinschaft die verschiedenen im Apo
stolat der Kirche tätigen Kräfte, Or
ganisationen und Werfe zusammen
faßt. Die Eigenart und Eigenstän
digkeit der einzelnen Organisationen
bleibt bestehen".
In Bad Honnef wurde nun dieses
Zentralkomitee konstituiert. Der Ap
pell an die Laien wurde gehört und
verstanden.
Ltpersnto
Aus Sacramento, Calif., wird uns
geschrieben:
„In der ganzen Welt außerhalb
des Eisernen Vorhangs hat im ver
gangenen Jahre die Welthilfssprache
Esperanto bedeutende Fortschritt ge
macht." So erklärte Dr. William
Solzbacher, Präsident der Esperanto
Association of North America, in sei
nem Jahresbericht an den zweiund
vierzigsten Kongreß des Verbandes,
der am Samstag hier eröffnet wurde.
„In diesem Sommer," so führte
der Redner aus, „werden neun- bis
elftausend Männer und Frauen aus
allen nicht-kommunistischen Ländern
an internationalen Konferenzen teil
nehmen, bei denen nur Esperanto ge
sprochen wird. Die größte dieser Ta
gungen wird wahrscheinlich der Espe
ranto-Weltkongreß in Oslo, Norwe
gen, sein. Unter den anderen Espe
rantotagungen sind ein Weltarbeiter
kongreß in Düsseldorf, ein internatio
nales Studenten
treffen im Schwarz
wald und eine Esperanto-Eisenbah
ttertagung in Lindau am Bodensee
zu erwähnen."
Ter Redner Berichtete auch, daß die
schwedische Regierung die teilweise
Finanzierung einer Studientagung
über „Schweden von heute" übernom
men hat, bei der alle Vorträge und
Diskussionen in Esperanto stattfin
den. Eine internationale katholische
Esperantotagung fand anläßlich des
Eucharifnschen Weltkongresses in Bar
celona statt.
„Im letzten Jahre fand der Efpe
ranto-Weltkongreß in München statt.
Zwanzighundertundvierzig Teilneh
mer aus vierzig Ländern waren an
wesettd, und die Regierungen der
Deutschen Bundesrepublik sowie Oe
sterreich.?', Frankreichs, Belgiens, Hol
lands, Neuseelands, Schwedens, Ju
goslawiens und der Schweiz waren
offiziell vertreten.
„In Rußland und den sowjethöri
gen Ländern einschließlich der Ostzone
von Teutschland ist die Esperanto
bewegung entweder ganz verboten
oder auf ganz geringfügige Dinge be
schränkt," erklärte Dr. Solzbacher.
„In der Sowjet-Union, in Polen,
Ungarn, Rumänien und Bulgarien
wurde die Esperantopresse schon vor
Jahren verboten. In der Tscheche
lowakei erhielten die drei dort be
stehenden Esperantozeitschriften zu
Beginn des laufenden Jahres den
Befehl, ihr Erscheinen einzustellen. In
China wurde vor einigen Wochen das
offizielle Organ des chinesischen Espe
rantoverbandes geschlossen. Eine Espe
rantozeitung, die der Propaganda für
das kommunistische China im Aus
land dient, erscheint jedoch weiter. Sie
ist im Augenblick die einzige Vertre
terin der Esperantopresse in der kom
munistischen Welt, in der vor vier
Jahren noch über fünfunddreißig
Esperantozeitschriften erschienen."
In den Ver. Staaten hat im ver
gangenen Jahre das Interesse für die
Weltsprachensrage und ihre Lösung
bedeutend zugenommen, bemerkte Dr.
olzbacher. Die amerikanische Armee
verwendet das Esperanto auf experi
enteil er Grundlage in einer ihrer
taktischen Einheiten, der sogenannten
„Aggressor Force". Im Washingtoner
,Congressional Record' wird Espe
ranto von Zeit zu Zeit erwähnt. Das
letztemal geschah dies durch den Ab
geordneten S. W. Aorty von Los
Angeles in der Nummer vom 6. Mai
1952. An mehr als einem Dutzend
amerikanischer Colleges und Schulen
wird Esperanto unterrichtet, z. B. am
-«,4
h*fcwF«V3t«»'
Universität in New Jork gehört eine
Esperanto-Probelektion zum Jahres
Programm des Kurses über verglei
chende Sprachwissenschaft, den Pro
fessor Mario A. Pet erteilt.
Dr. Solzbacher erklärte ferner, daß
im Berichtsjahre die Esperanto Asso
ciation of North America (114 West
Sixteenth Street, New Aork 11, N.
A.) an tausende von Einzelpersonen
und hunderte von Schulen und Or
ganisationen Auskunft über Esperan
to versandt hat.
„Millionen haben erkannt," so
schloß der Redner, „daß die Weltspra
chensrage dringend einer Losung be
darf, und viele wenden sich zum Espe
ranto, das nicht lediglich Zukunfts
musik ist, sondern schon jetzt großen
Nutzen hat und auf immer mehr Ge
bieten des internationalen Lebens
praktische Anwendung findet."
Aork
Scherer aus Los Angeles, Verfasser
eines Buches über eine achtzehtimonö
tige Reise um die Welt, bei der er
überall Esperanto verwandte und
Frau Patricia de Gleette, eine Welt
reisende aus Neuseeland.
Gegen die Ueberbetonung der ma
teriellen Sicherheit nahm der Bischof
von Raphoe (Irland), Msgr. Mo
Neely, in einer Predigt Stellung.
Ueberall werde heute nur von natio
naler Wohlfahrt und sozialen Sicher
heitsprogrammen geredet, aber nie
mals höre matt etwas über geistliche
Tinge und das Wohl der Seele. Al
les drehe sich einseitig um das mate
rielle Wohl und man könne glauben,
es gäbe im Leben kein höheres Ziel
als die materielle Sicherheit. Die
Kirche müsse sich energisch gegen diese
Denkweise stellen.
e
Ans Oberammergau wird berich
tet: Ter Gemeinderat von Oberam
mergau wird den Passionsspieltext
nicht mehr ausleihen und hat die
Bitte der ,Antwerpse Post' abgelehnt,
den Text in die flämische Sprache
übertragen zu dürfen, da auch an
öffentliche Aufführungen in Belgien
gedacht werde. Als Begründung für
die ablehnende Haltung wird erklärt,
in teilweifen oder gar vollständigen
Aufführungen außerhalb des für
Oberammergau traditionsverbunde
nen und einmalig gegebenen Wir
fungsrahmens sei die Gefahr der
Verflachung oder Entfremdung zu er
blicken. Diese Gefahr stehe in feinem
Verhältnis zu der damit eventuell
beabsichtigten Werbung für Oberam
mergau.
Wie Bischof Fulton I. Sheen letzte
Woche erklärte, gibt es etwa 4,000,
000 Menschen auf der Welt, die an
Hansens Krankheit (Lepra) leiden,
und von ihnen erhalten 3,600,000 kei
ne ärztliche Behandlung. In den Ver.
Staaten befinden sich zweitausend
Lepra-Fälle, von denen nur vierhun
dert behandelt werden. Bischof Sheen,
Nationaldirektor der Gesellschaft für
Verbreitung des Glaubens, sagte, ei
ne Heilung oder wenigstens Besserung
konnte in den meisten Fällen mit
Sulfadrogen zu einem Kostenpunkt
von $2.50 per Patient und Jahr er
zielt werden. Tiefe Angaben feiert in
einem Büchlein enthalten: „World
Survey of Catholic Leprosy Work,
A Case In Christian Cooperation",
von Raphael Brown.
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Ben
et Leke, Wleeensia
DER WANDERER
lElisabethtown College in Pennsylva
nie sowie am Sacramento Evening
College und am Pacific Union Hol
lge in California. An der Columbia-
Andere Redner auf dem Programm
der Esperantotagung in Sacramento
sind: Staatssenator H. E. Dillinger
aus Placerville, Präsident des Espe
rantoklubs von Sacramento Gene
ralsekretär George Alan Connor von
der Esperanto Association of North
America in New
Joseph R.
Aua Welt unit Kirch»
c. R. NEUMANN
M5 SO. MONROE AVENUE
COLUMBUS 5, OHIO
GETHSEMANE
in English for older people,
in big print. Leather binding
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PRICE $3.00 POSTPAID
Prof. J. M. Duehren
643 South Ohio Avenue
Columbus 5, 0.
Send money by P. M.Q.
or check. 445 pages»

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