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Ohio Waisenfreund. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1874-1953, July 26, 1952, Ausgabe der 'Wanderer', Image 5

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ten die Lebendigen mtb die Toten.
Amen.
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Unserem hochw'sten Hrn. Erzbischof
Michael Kardinal Faulhaber war es
«in letzter Wunsch, daß sein „Testa
merit", in Form des vorstehenden
Hirtenbriefes abgefaßt, nach seiner
'Abberufung in die ewige Heimat den
»Gläubigen der Erzdiözese bekanntge
«geben werde.
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Kapiwlarvikar.
Ariedensdeumgogie if ttb
^bruÜungsiUsüonep
Die außerordentliche Session des
Weltfriedensrates fand jüngst in Ost
Berlin statt, weil kein Land außer
halb der moskowitischen Herrschaft
dieselbe in seinen Grenzen halten ließ,
und weil die moskowitischen Leiter
dieser Veranstaltung jede mögliche
Opposition einzelner Delegierten im
Voraus ausschließen wollten. Die in
der ,Prawda' veröffentlichten Berichte
schließen jeden Zweifel darüber aus,
Äaß die Berliner Session des Welt
friedensrates ganz und gar im Dien
fte des moskowitischen aggressiven
Imperialismus stand. Die ,Prawda'
Dom 4. Juli erklärte in ihrem Leit
artikel, daß folgende Fragen „im
Mittelpunkt der Beachtung der fried
liebenden Völker standen: Eine fried
liche Regelung der deutschen und der
japanischen Frage die unverzügliche
Einstellung des Krieges in Korea das
Wettrüsten und der Kampf für einen
Ariedenspakt. Tie Reden der Dele
gierten entsprachen auch genau den
Angriffs- und Eroberungsplänen der
moskowitischen Imperialisten, sie ver
rieten aber dadurch die politischen und
militärischen Absichten der Machtha
ber im Kreml.
Das beschämende Schauspiel des
bekannten französischen Gelehrten
Curie, welcher die demagogischen Be
hautpungen seiner moskowitischen
Herren nachredete, sollte die Reste der
französischen Schwärmerei für Mos
kau ausmerzen. Die Behauptung
Joliot Curies, daß der Aufruf von
Stockholm die Anwendung der Atom
Waffe in Asien verhinderte, ist zum
Lachen. Nicht weniger lächerlich ist
„seine" Meinung über die Bedeutung
der Wiener Resolutionen für die Ab
rüstungskommission der UN. Sein
Versuch, die Franzosen von der Rati
fizierung des allgemeinen Vertrages
mit der deutschen Bundesrepublik
durch das Schreckensmärchen abzuhal
ten, daß die Deutschen nachher „pol
ritsche, tschechische und französische Ge
biete erobern werden", ist erbärmlich.
Er kann damit höchstens der freien
Welt die deutschen Länder in Erin
nerung bringen, welche durch die
moskowitischen Imperialisten okku
piert, beziehungsweise in das unter
jochte Polen eingeschlossen wurden.
Die „redlichen" Bemühungen Curies,
die Franzosen durch die Wiederho
lung der moskowitischen Schauermär
chen gegen die Ver. Staaten aufzu
hetzen, werden das französische Volk
nicht vergessen lassen, daß vorläufig
nur die militärische Macht Amerikas
Frankreich vor der moskowitischen
Herrschaft rettet. Es ist Sache der
Franzosen, die Bereitschaft Curies,
Jndo-China den Moskowitern auszu
liefern, zu beurteilen. Die Erklärung
seiner moskowitischen Auftraggeber,
daß „die Gefahren des Krieges noch
nie so groß waren", verdient aber
eine gewisse Beachtung auch anderer
Länder.
Viel deutlicher und ausgiebiger
waren die moskowitischen Kriegsdro
hungen in der Rede des britischen
„Friedenshäuptlings" Gordon Shaf
fer. Er erklärte unumwunden: „Wenn
wir imstande sein werden, die Schlacht
für ein freies, unabhängiges, demo
kratisches Japan zu gewinnen, wird
der Weg zum Frieden in Asien frei
gelegt werden." Es bedeutet in an
dern Worten, daß der Kreml mit dem
Krieg droht, um Japan in eine
„Volksdemokratie" zu verwandeln.
„Wir müssen Japan sowie Deutsch
land die Freiheit wiedergeben," er
klärte der britische Sprecher des
Kremls noch deutlicher. Er faselte
weiter über die „Wiederherstellung
einer nazistischen Armee durch die
amerikanische Regierung", welche „die
Entfesselung eines Bürgerkrieges und
eines zerstörenden Weltkrieges bedeu
tet. Zuletzt erklärte et: „Die Gefahr
Her Schaffung einer neuen nazisti
schen Armee soll uns veranlassen, alle
Kräfte zu mobilisieren, die auf ein
Zeichen warten, um in Aktion zu
treten."
Es ist natürlich kein Zufall, daß
tie ,Prawda' in dem erwähnten Leit
artikel neben der langatmigen Rede
von Curie vor allem die Rede Gor
don Shaffers hervorhebt, in der die
deutsche und die japanische Frage zu
sammengekoppelt wurden. Die Macht
haber im Kreml geben anscheinend
ttornit zu verstehen, daß sie bereit
wären, den Verzicht der Amerikaner
auf die Verteidigung Deutschlands
mit gewissen „Konzessionen" im Fer
nen Osten bei ten heiß ersehnten Be
sprechimse» tier toter Mächte zu erkau
fen.
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Die Reden der fernöstlichen Hand
langer des Kremls verraten deutlich
die nächsten Pläne der moskowitischen
Imperialisten im Fernen Osten. Der
„Vertreter" Japans, Kawamura, for
derte die Japaner unumwunden auf,
„den Kampf des japanischen Volkes
mit der national-freiheitlichen Bewe
gung in Vietnam, auf den Philippi
nen, in Malaya und in Burma zu
vereinigen". Er protzte offen mit den
Resultaten der moskowitischen Wühl
arbeit in Japan und hetzte das japa
nische Volk gegen „die Rekrutierung
für eine japanische Armee". „Eine
friedliche Lösung der japanischen
Avage ohne eine Lösung der koreani
schen Frage sei unmöglich .", be
hauptete er. Wie seine moskowitischen
Herren die koreanische Frage „lösen"
wollen, ist wohl bekannt. Die Dele
gierten von Korea. China, Burma,
Indonesien und an bereit asiatischen
Ländern traten ebenso einmütig ge
gen die Bewaffnung Japans auf, wie
die europäischen Delegierten gegen
die Bewaffnung Teutschlands. Der
chinesische Liebling des Kremls, Go
Ma-Jo, proklamierte in fünf Punk
ten das ganze Programm des mosko
witischen Imperialismus in Korea.
Der umfangreiche Bericht des fran
zösischen Agenten des Kremls, Jve
Farge, über den „bakteriologischen
Krieg in Korea und seine internatio
nalen Folgen" füllte eine ganze Seite
der ,Prawda' vom 6. Juli. Ein neuer
Rekord der moskowitischen Anma
ßung wurde allerdings durch den be
rüchtigten „Schriftsteller" Jllija Eh
renburg aufgestellt, der sich auf den
nationalen 4. Juli bezog und ver
langte, daß die regierenden Männer
Amerikas „sich an den runden Tisch
mit den sowjetischen Vertretern set
zen „wenn sie ihr Land, ihre
Kinder und ihre Zukunft retten wol
len".
Der nicht unbekannte Verräter des
ukrainischen Volkes, A. Kornejtschuk,
stellte den ukrainischen Humor dem
moskowitischen Imperialismus zur
Verfügung, indem er behauptete, daß
die „UN anstatt einer kollektiven Si
cherheit eine kollektive Unsicherheit
brachte ..." Nicht weniger belusti
gend war auch sein Vorschlag, „die
Sicherheit eines jeden Staates durch
einen Friedenspakt von fünf Mächten
zu garantieren".
Der Weltfriedensrat begnügte sich
allerdings in feiner Resolution mit
der Forderung, nur vier Großmächte
zu einer Konferenz einzuberufen.
Sonstige Resolutionen und Aufrufe
wurden auch ganz und gar im Sinne
der moskowitischen Eroberungssucht
verfaßt. Sie zeigten alle zusammen,
wie lächerlich die Friedensillusionen
waren, welche noch vor kurzem die
Vertreter der Westmächte in der UN
veranlaßten, eine eventuelle Vermin
derung von Rüstungen mit Hrn. Ma
lik zu diskutieren Ter ganze Verlauf
der Berliner Session des Weltfrie
densrates veranschaulichte besonders
deutlich, daß die verwerflichen Kampf
methoben, durch welche die Machtha
ber im Kreml die unterdrückten Na
tionen im Interesse des moskowiti
schen Imperialismus verbluten las
sen, mit den üblichen Waffen der
freien Nationen nichts gemeinsames
haben. Es ist schwer zu verstehen und
tief zu bedauern, daß diejenigen An
gehörigen der freien Nationen, welche
an denselben Verrat verüben, indem
sie sich an dem Feldzug der moskowi
tischen Imperialisten gegen die freie
Welt beteiligen, nicht vor das Gericht
ihrer Länder gestellt werden.
MWMMW
Ukrainer.
LünMer oder Apstzumcher!
Pablo Picasso, seines Zeichens Ma
ler und Bildhauer, gilt vielen Leuten
als ein Großer in der Kunst, als ein
Moderner, der mit „Einfällen" jeder
zeit gesegnet ist. Seine Sprünge in
der Kunst gelten vielen als Offen?
baruvg unserer Zeit. Nun hat Pablo
Picasso gelegentlich einer Begegnung
mit Giovanni Papini ein erstaunli
ches Eingeständnis hinsichtlich seiner
künstlerischen Arbeit abgelegt, welches
die französische Zeitung ,La Croix',
Paris, und die spanische Zeitung
,A-B-C', Madrid, kürzlich veröffent
lichten:
„Seit die Kunst nicht mehr die
Nahrung der Besten ist, kann der
Künstler sein Talent für alle Wand
lungen und Launen seiner Phantasie
verwenden. Alle Wege stehen seinem
intellektuellen Charlatanismus offen.
Das Volk findet in der Kunst weder
Trost noch Erhebung. Aber die Raf
finierten, die Reichen, die Nichtstuer
und die Effekthascher suchen in ihr
Neuheit, Seltsamkeit, Originalität,
Verstiegenheit und Anstößigkeit. Seit
dem Kubismus, ja schon viel früher,
habe ich selbst all diese Kritiker mit
den zahllosen Scherzen zufriedenge
stellt, die mir einfielen und die sie um
so mehr bewunderten, je weniger sie
ihnen verständlich waren. Durch all
diese Spielereien, diese Rätsel und
Arabesken habe ich mich schnell be
rühmt gemacht. Und der Ruhm be
deutet für einen Künstler: Verkauf,
Vermögen, Reichtum. Ich bin heute
nicht nur berühmt, sondern auch reich.
Wenn ich aber allein mit mir jelbst
bin, kann ich mich nicht als Künstler
betrachten im großen Sinne dieses
Wortes. Große Maler waren Giotto,
Tizian, Rembrandt und Goya. Ich
bin nur ein Spaßmacher, der seine
Zeit verstanden hat und alles, was er
konnte, herausgeholt hat aus der
Dummheit, der Eitelkeit und der Lü
sternheit seiner Zeitgenossen."
Grausamer als mit diesem Einge
ständnis hätte Pablo Picasso seine
Bewunderer und seine zahllosen Nach
beter nicht verspotten können. Nun
wissen sie, was ihr angebeteter Mei
ster von ihnen hält!
DssÄlsmilienvolk »ls geüal
tende Kraft
Unter dieser Ueberschrift veröffent
lichte die in München erscheinende
Monatsschrift ,Christ Unterwegs' in
der Juni-Ausgabe einen Artikel, der
zwar zunächst die Lage in Deutschland
und Europa in den Kreis der Betrach
tung zieht, aber im wesentlichen be
achtenswerte Anregungen für Chri
stenmenschen aller Länder enthält. Der
Artikel lautet ungekürzt:
Der Osten und wir
Trotz der vom Osten her drohenden
Gefahren sind wir uns noch nicht ge
nügend bewußt, in welch welthistori
scher Umbrnchepoche wir stehen. Nach
einer jahrtausendelangen Lethargie
beginnen die Millionenvölker Asiens
zu erwachen. Mobilisiert durch die
Einbeziehung in Kriege des Westens
übernehmen sie auf ihre Art das, was
sie an historischen Triebkräften hier
vorfanden: Der nationale Herrscher
wille wird ausgeweitet zum Anspruch
auf Weltimperialismus, die Metho
den der Kolonialpolitik werden auf
die unterworfenen Satellitenstaaten
angewendet der Materialismus fei
ert Triumphe in einer Klassenkampf
Ideologie, die zwangsläufig in einem
gewalttätigen Totalstaat endet. Die
Religion wird mißbraucht, um die
Erlösungssehnsucht der Menschen ir
rezuführen durch das Versprechen ei
nes Paradieses auf Erden.
Unter der Wirkung der Pfeudo^
religion geraten die zurückgebliebenen,
Rettung aus tiefster Not erhoffenden
Völker Asiens zunehmend in den
Bann des willensstarken Bolschewis
mus, der von hier aus seine „Mensch
heitsbeglückung" weiter vortragen
will.
Was stellen wir dieser sich immer
wuchtiger zusammenballenden Gefahr
entgegen? Wir fehen ein Europa, das
im Streit um unhaltbare Souveräni
tätsrechte die Kleinstaaterei nicht zu
überwinden vermag und sich in eifer
süchtigen Zerwürfnissen aufreibt.
Deutschland ist durch die Grenzlage
zum Osten hin und durch die Schwä
chung in totaler Kapitulation nach
erschöpfendem Weltkrieg in besonders
gefährdeter Situation. So bemüht sich
der Bundeskanzler sinngemäß um eu
ropäische Einigung und um Rücken
deckung durch den Westen, was na
turgemäß die Bereitschaft zur Betei
ligung an einer Verteidigungsge
meinschaft erfordert.
Wie aber reagiert die deutsche Öf
fentlichkeit auf diese fast zwangsläu
fig vorgezeichnete Politik? Es ist er
schreckend, zu sehen, wie man glaubt,
der Regierungssitze allein die Be
wältigung dieser Arbeit und Verant
wortung überlassen zu können. So
schrieb noch kürzlich eines unserer be
kannten Presseorgane unter Hinweis
auf „die allzu haltbaren Alten" in
einem Leitartikel von dem „Nacht
wandler auf dem Dachfirst". Ist da
mit die Führungsaufgabe der Presse
erfüllt? Genügt es, daß dem Volke
gesagt wird, Adenauer sei ein „Nacht
wandler", den man klopfenden Her
zens verfolgt, den wir aber im übri
gen allein auf dem Dachfirst der Ver
antwortung sich abmühen lassen?
Diese kühle Distansierung ist jedoch
noch harmlos gegenüber der Politik
der sozialdemokratischen Führung,
die einfach aus Partei-Egoismus auf
den Sturz der Regierung hinarbeitet.
Während man die Gründung einer
sozialistischen Europa-Partei vorberei
tet, um im gegebenen Augenblick auf
der erweiterten Plattform gleich das
Heft in die Hand zu bekommen, er
strebt man gleichzeitig die Beseitigung
des europäischorientierten Bundes
kanzlers, unbekümmert um die Fol
gen, die eine solche Krise gerade jetzt
für das Volk auslösen würde. So
wurde auch die Südwest-Staatwahl
(Baden-Württemberg), bei der es um
heimatliche Belange ging, umgefälscht
zu einer Attacke gegen die Bundes
regierung.
Auch die Gewerkschaften entwickeln
fortschreitend eine volksfremde Neben
regierung. Sie verfügen über ein Ge
flecht von Machtballungen, wie es die
Kapitalisten niemals besaßen: Sie
verfügen über eine eigene mächtige
Bankorganisation gestützt auf die
Sozialdemokraten verwalten ihre
Vertreter maßgeblich die Sozialver
sicherung, die Ortskrankenkassen und
verfügen über die sich dort bildenden
Kapitalien. Sie beeinflussen entschei
dend die Verwendung der sozialen
OmO-WAISENFREUBto
•wdüHiie
Wohnungsbaugelder. Sie drücken auf
den Mitbestimmungshebel in der
Kohlen- und Eisenwirtschaft, bestrebt,
diesen Einfluß über die ganze deut
sche Wirtschaft auszudehnen. Aus der
Verbürokratisierung entwickelt sich die
Diktatur aus freien Menschen wer
den Nummern in einer Kartothek.
Im Klassenkampf ist der Konsu
ment der vergessene Sozial
partner. Die gewerkschaftlich dirigier
te Mitbestimmung bedingt eine Ent
machtung und Entrechtung der Ver
braucher, indem die in Verständigung
zwischen Unternehmer und Arbeiter
vereinbarten höheren Produktionsko
sten auf die Preise abgewälzt werden.
Wenn Kapital und Arbeit sich zu ei
nem kartellähnlichen Zusammengehen
verbünden, erlangen sie ein entschei
dendes Uebergewicht sowohl gegen
über dem Staate als auch gegenüber
dem Verbraucher. Aber damit wird
das Mitbestimmungsrecht zugleich ein
Kampf der Arbeiter gegen die Arbei
ter in ihrer Eigenschaft als Bürger
und Konsument. So geht es hier heu
te um Fragen, an deren Austrag die
Arbeiterschaft, das gesamte Volk sozu
sagen, gleichzeitig auf beiden Seiten
der Barrikaden beteiligt ist. Wir ste
hen vor der Gefahr einer neuen Form
des Klassenkampfes: zwischen den ver
bündeten Produzenten (Unterneh
mern und Arbeitern) einerseits
und den Konsumenten andererseits,
einem Kampf also, in dem das ganze
Volk gegen sich selbst zu Felde zieht,
wobei die gleichen Menschen beiden
Fronten angehören. Aber die Front
der Produzenten hat die Uebermacht,
da sie allein organisiert ist und den
Staat in ihre Dienste zwingen kann.
Auch in übernationalen Problemen
treten die kämpferischen Machtpositio
nen zu stark in den Vordergrund. Die
Aufrüstungsdebatte trägt neue Miß
Helligkeiten zwischen Teutschland und
Frankreich: die Weltpolitik versteift
sich so sehr auf den Westblock, daß wir
den Blick zu verlieren drohen für die
Nöte der anderen Weltteile, die damit
immer mehr abgedrängt werden zum
Bolschewismus hin als Erlösungs
hoffnung.
Die tragende Kraft der Familie
Können wir hoffen, mit solcher
Wirtschafts-, Staats- und Weltpolitik
die ans dem Osten herandrängenden
Gefahren zu meistern? Die Stärke
Asiens liegt in der unverbrauchten
Generationskraft seiner Volker, dienen
der Bolschewismus Millionenverluste
zumuten kann. Ihrem zähen Heran
drängen werden wir auf die Dauer
nicht standhalten können, wenn wir
ihnen nicht eine größere Gestaltungs
kraft entgegenstellen. Politik, Wirt
schaft, amerikanische Hilfsmittel und
Militär allein werden nicht ausrei
chen auch Ideologien nicht, weder
Pazifismus noch Neutralismus wer
den eine Barriere zu bilden vermö
gen noch viel weniger Materialis
mus, Klassenkampfparolen oder über
hebliche Herrschaftsansprüche.
Tie einzige wirkliche Zukunftssiche
rung stellt das Volk in der durch die
Familien geschützten und gepflegten
Generationskraft dar. Ties ist die ein
zige Potenz, die das Ringen um die
Zukunft durchzuhalten vermag. Wir
können und wollen zwar nicht Mil
lionen Men ich en in blutigem Kampf
gegen den Osten opfern aber gerade
deshalb muß Europe feine Ueberle
genheit erweisen, indem es die Kraft
der in den Familien geborgenen seins
mäßigen Ordnung schützt und stärkt
durch die von der ratio gebotenen
Mittel.
(Schluß folgt)
Vermischtes
Der Generalpräses der deutschen
Kolpings-Familie, Dr. Bernhard
Nidder, wurde in Anerkennung seiner
Verdienste zum Monsignore ernannt.
Seit 1948 steht er an der Spitze der
deutschen Kolpings-Familie. Unter
seiner Leitung nahm das Kolpings
Werk überall planmäßig die Schu
lungsarbeit unter den Handwerkern
auf.
*.
Nach einer römischen Meldung der
„Ass. Preß" erhob letzte Woche der
,Osservatore Romano' gegen die Pro
testanten den Vorwurf, daß diese eine
„intensive und schädliche Propagan
da" gegen die Hierarchie der katholi
schen Kirche in Colombia betreiben.
Die Zeitung wandte sich gegen Be
hauptungen der Protestanten von
Colombia, wonach dort nicht weniger
als fünfhundert Gewaltakte seitens
der Katholiken gegen die Protestanten
geschehen sein sollen.
Zu dem in vielen Ländern viel dis
kutierten Schulproblem sprach der
Bischof-Koadjutor von Wien, Exz.
Jachym, im Wiener Stephans-Dom
anläßlich der Weihe der neuen Fahne
der katholischen Schulen. Religion
dürfe in der Schule nicht nur Gegen
stand von einigen wenigen Religions
stunden sein, sondern müsse tie
Grundlage und Krönung jeglicher
Erziehung sein. Es bedeute aber eine
Ungerechtigkeit, Eltern, die für ihre
*r .-*» *«i- v
f« yyj
Die Wachtel und ihre Hungen
(Arndurnft für Frl. III.)
"fC
I wallte das goldene Weizenfeld
W MNnd baute der Wachtel ein Wohngezelt,
flog einst froh in Geschäften aus
Und kam erst am Abend wieder nachHans.
Do rief der Kindlei« zitternde Schar:
„Ach Mntter, wir schweben in großer Gefahr!
Der Herr dieses Feldes, der furchtbare Mann,
Ging heut mit dem Sohne vorbei und begann:
,Der Weizen ist reif, die Mahd muß geschehen
Geh', bitte die Nachbarn, ihn morgen zu mühW"
„0/ sagte die Wachtel, „dann hat es noch Zeit
Nicht flugs sind die Nachbarn z» Dienste« bereit."
Dann flog sie des folgenden Tages aus
Und kam erst am Abend wieder nachhaus
Da rief der Kindlein zitternde Schar:
„Ach, Mntter, wir schweben in neuer Gefahr?
Der Herr dieses Feldes, der furchtbare Mann,
Ging hent mit dem Sohne vorbei und begann:
,Uns ließen die treulosen Nachbarn im Stich
Geh rings zu unfern Verwandten und sprich:
Wollt ihr meinen Bater recht wohlgemut seh'n,
@o helfet ihm movgen sein Weizenfeld mäh'n!"
„C," sagte die Wachtel, „dann hat es noch Zeit,
Nicht flugs ist die Sippschaft zur Hilfe bereit."
Dann flog sie des folgenden Tages ans
Und kam erst am Abend wieder nachhauS
Da rief der Kindlein zitternde Schar:
„9Wj, Mutter, wir schweben in höchster Gefahr!
Der Herr dieses Feldes, der furchtbare Mann,
Ging hent mit dem Sohne vorbei und begann:
,llns ließen nnsre Verwandten im Stich
Ich rechne nun einzig auf dich und auf mich.
Wir wollen, wenn morgen die Hähne kriih'n,
Uns selber rüsten, den Weizen zu mäh'n.'
„Ja," sagte die Wachtel, „nun ist's an der Zeit:
Macht schnell euch, ihr Kinder, zum Abzng bereit!
Wer Nachbarn und Vettern die Hilfe vertraut,
Dem wird nur ein Schloß in die Lüfte gebaut
Doch unter dem Streben der eigenen Hand
Kinder eine solche Erziehung wollen,
durch erhöhte Ausgaben für die ka
tholischen Schulen gleichsam zu be
strafen.
Nach Mitteilungen aus Salzburg
spendeten katholische amerikanische
Soldaten im Standortgebiet Salz
bürg für den Wiederaufbau des Hoch
altars der Stadtpfarrkirche St. An
drea einen Betrag von rund zehntau
send Schilling. Erzbischof Dr. Roh
racher von Salzburg hatte den Kom
mandierenden Brigadegeneral Mor
rill W. Warston um eine Unterstüt
zung der Aktion zur Aufbringung der
notwendigen Mittel ersucht. Auch in
den Standortgebieten Wien und Linz
wurden von amerikanischen Soldaten
für die Wiederherstellung katholischer
Kirchen in diesen Städten Beiträge
gespendet.
"Premier Churchill erklärte letzte
Woche int britischen Unterhaus, man
müsse den „Roten Dekan von Canter
bury" dulden und reden lassen und
diesen Preis für die Redefreiheit be
zahlen. „Tie Redefreiheit bringt auch
viele Hebel mit sich, mit den törichten,
unangenehmen und giftigen Tingen,
die da zu hören sind, aber alles in
allem ist es immer noch besser, sich
damit abzufinden als sie abzuschaf
fen," sagte er. Es war die Antwort
auf die Forderung, daß eine Kom
mission mit der Aufgabe betraut wer
de, Tr. Hewlett Johnson, den fünf
undsiebzig Jahre alten Dekan, zu un
tersuchen, der sich mit seiner Sympa
thie für die Kommunisten schon oft
eine scharfe Kritik zugezogen hat und
jüngst durch fein einfältiges Gerede
über Bakterienkrieg in Korea gro
ßes Aergernis erregt hat. „Die Er
richtung eines solchen Tribunals wür
de nach der Ansicht der Regierung der
Tätigkeit des Dekans von Canterbury
eine Bedeutung beimessen, die sie nicht
verdient," sagte der Premier.
Seit 1770 zieht eine Fußwallfahrt
alljährlich die Kriegs- und Nach
kriegszeiten ausgenommen von
Lendersdorf bei Düren, Bistum Aa
chen, zum Grabe des hl. Hubertus in
den Ardennen. Diese Wallfahrt führt
durch die drei Länder Deutschland,
Luxemburg und Belgien, und aus al
len drei Ländern schließen sich Wall
fahrer art. Während nach dem ersten
Weltkrieg die Aufnahme dieser Wall
fahrt erft nach achtzehn Jahren wie
der möglich war, konnten sich dies
mal, erst sieben Jahre nach der deut
schen Kapitulation, die Pilger auf den
Weg machen. Singend und betend für
den Frieden legten sie den dreihun-
Erblüht ihm des Werkes vollendeter Stand?"
Die Wachtel entfloh mit den Kleinen geschwind,
Und über die Stoppeln ging tags darauf der Wind.
-'-.rwm
dertundsechzig Kilometer langen Weg
in acht Tagen zurück. In Luxemburg
und Belgien war die Aufnahme der
Pilger überall gleich freundlich. Die
Wallfahrt war eine Kundgebung ka
tholischer Liebe und Versöhnung.
lieber Lie letzten Lebenstage und
die Beerdigung von Kardinal Faul
Haber erfahren wir nachträglich die
folgenden Einzelheiten: Kardinal
Faulhaber war seit dem 4. Juni an
einer Lungenentzündung erkrankt.
Am 8. Juni raubte ihm ein erster
^chfaganfall, auf wenige Augenblicke,
das Bewußtsein. Sein Zustand ver
schlechterte sich in den folgenden Ta
gen erheblich. Ein zweiter Schlag
anfall fetzte am 12. Juni seinem Le
ben schließlich ein Ende. Seine sterb
liche Hülle wurde am 14. Juni in der
Münchener Theatiner-Kirche aufge
bahrt. Hunderttausende nahmen hier
von ihrem toten Kardinal Abschied.
Die feierliche Beisetzung erfolgte am
17. Juni unter Teilnahme von Hun
derttausenden. Ter Eichensarg, der in
der Theatiner-Kirche aufgebahrt war,
wurde nach dem Liebfrauen-Tom, der
Kathedralkirche des Verstorbenen,
übergeführt. In der Leichenprozession
schritten zwei Kardinäle, achtzehn Bi
schöfe und dreißig Aebte, sowie die
Vertreter der Bundesregierung, die
Bundesminister Schäffer und Schu
bert, die bayerische Landesregierung
und zahlreiche andere Vertreter von
Behörden und Kirche. Nachdem Kar
dinal Frings im Liebfrauen-Dom das
Pontifikalrequiem zelebriert Hatte,
erteilten der Päpstliche Nuntius Erz
bischer Muench. Kardinal Jnnitzer,
Kardinal Frings, Bischof Landes
dorfer und Bischof Kolb die Absolu
tion. Dann wurde der Kardinal unter
den dumpfen Klängen der Salve
glocke in die erst vor wenigen Wochen
fertiggestellte neue Bischofsgruft un
ter dem Hochaltar beigesetzt.
"W
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Aug. Fr. Ernst Langbain
GETHSEMANE
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643 South Ohio Avenue
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