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Ohio Waisenfreund. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1874-1953, December 27, 1952, Ausgabe der 'Wanderer', Image 8

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.' »V '•••:r
Tiefe« Wochenblatt erscheint seit
dem Jahr 1873 regelmäßig jeden
Samstag und wird herausgegeben
zum Besten des Päpstlichen Kolle»
gium Josephmum in Worthington.
Ohio, dessen Zweck die Heranbildung
würdiger Priesterzöglmge für die
Ver. Staaten ist. Diese Anstalt ist
hauptsächlich angewiesen auf die @iw
fünfte dieses Blattes und die Geschen
ke seiner Leser.
St. Paul, Minn.— Worthington, O.
Samstag, 27. Dezember 1952.
Sonntag, 28. Dezember: Sonntag
n a W e i n a e n E v a n e
lium: Timenos Weissagung
(Luk. 2).
Montag, 29. Dezember: Thomas von
Konkordius.
Freitag, 2. Januar: Markarius,
Martinian, Siridion.
Samstag, 3. Januar: Genovefa, An
terus, Theonas.
Stimme des Volkes
für das Joscphiuum
Zum Tank wegen der Erhörung in
einem zeitlichen Anliegen sende ich
Ihnen $2.00 zu Ehren des hl. Anto
nius.
Alter Leser, O.
Einliegend $3.00 zur laufenden
Freistelle ein Betrag, den ich in
einem besondern Anliegen versprochen
hatte. Gott sei Dank bin ich erhört
worden.
Cinc., O.
Beiliegenden Betrag von $1.00
hatte ich in einem besondern Anlie
gen versprochen. Mein Wunsch wurde
erfüllt.
Freund und Leser.
Corpus Christi, Tex. Gestorben
ist der hochw.'ste Hr. Bischof Emanuel
B. Ledvina, resignierter Bischof von
Corpus Christi. Er war in Evans
ville, Ind., geboren, wurde 1893 zum
Priester geweiht und wirkte in der
Diözese Indianapolis, bis er 1926
zum Bischof von Corpus Christi er
nnnnt wurde. R. I. P.
New Aork, N. U. Kardinal
Tpellman reiste letzte Woche per
Flugzeug nach Korea ab, um dort die
Weihnachtsfeiertage bei den amerika
nischen Streitkräften zu verbringen.
Bei seinem Besuch wird er mehrere
Tausend Heiligenbildchen, Medaillen
und Zigaretten verteilen. Von Korea
wird er am Neujahrsabend nach Tokio
und Formosa reisen und dann über
Indien und Syrien nach Rom, wo er
dem auf den 12. Januar angesetzten
Konsistorium beizuwohnen plant.
Drucksachen
aller Art
liefert prompt
tfifW r) •'•ffiK
k
Rom. In Szepinjhei in der
Mandschurei starb vor etwa zwei Bo
chen der hochw^ste Hr. Bischof Joseph
Louis Lapierre, zweiundsiebzig Jahre
alt und aus Kanada gebürtig. Ueber
die näheren Umstände seines Todes ist
nichts bekannt, doch wurde vor einiger
Zeit gemeldet, daß er schwer erkrankt
fei. R.J. P.
Der hochw'ste Hr. Joseph Danehy,
M. M., aus Maryknoll, N. £)-, bisher
Administrator des Apostolischen Vika
riats Pando in Bolivien, wurde so
eben vom Hl. Vater zum Titularbi
schof von Bita ernannt.
Ter neunundsechzigjährige Witwer
Patrick Norton aus Dubuque, Iowa,
Vater von vierzehn Kindern, wurde
soeben in der hiesigen Kirche San Gi
rolamo zum Priester geweiht. Der
Neugeweihte hat selbst einen Priester
söhn unter seinen zwölf noch lebenden
Kindern. Er hat außerdem sechzehn
Enkelkinder. Father Norton war einer
aus einer Klasse von siebenuudzwan
zig Amerikanern, darunter auch ein
früherer Fliegermajor und ein Rund
funk-Ansager, die hier die Priester
weihe erhielten.
Der yetrlfirhtlirhe 3$rfprtmg der
Weihnarhtsnsrht und des deut
lrhen Liedes „Ktille Nartft"
Sinnend saß in seinem stillen Stu
dierftübchen in der Kanzlei zu Obern
dorf in den Salzburger Alpen der
Hilfspriester Josef Mohr. Es war der
späte Nachmittag des Hl. Abends
1818. Um das kleine Haus sang der
Dezember-Sturm sein trutziges Lied.
Doch konnte er nicht verhindern, daß
die Schneeflocken dicht und stetig nie
derfielen auf Dächer und Gassen, um
dem Tors und den Feldern rundum
zu Weihnachten das rechte Festgewaud
zu geben.
Ter junge Kaplan hatte sich nicht,
wie er in früheren Jahren gern ge
tan, ans Fenster gestellt, um mit hei
meliger Freude dem wirbelnden
Schneetreiben zuzusehen. Er saß in
seinem Lehnstuhl, den Kopf in die
Hand gestützt, und sann mit grübleri
schein Ernst gar traurigen Erinnerun
gen nach.
Er dachte daran, wie er im Vor
jahr um diese Stunde mit zitternder
Hand seiner Mutter den Leib des
Herrn als letzte Wegzehr gereicht
hatte. Sie war im Jahre 1815 mit
ihm hierher gezogen, als er in Obern
dorf seine erste Anstellung erhielt und
hatte ihm so das Elternhaus mitge
bracht in seine ersten Priesterjahre
und damit ein trautes Glück. Im
Spätherbst 1817 war sie dann krank
geworden. Und gerade am Hl. Abend
hatte sie gebeten, für das Sterben
gerüstet zu werden. Eine süßtraurige
Weile noch hatte der Sohn ihre welken
Hände halten dürfen. Tann hatte die
Mutter diese Hände behutsam aus den
seinigen gelöst, um ihm den letzten
Segen zu geben. ES war, als hätte
damit ihr Herz seine letzte Kraft ver
tan. Sie sank in die Kissen zurück und
war tot.
Die ganze Nacht war Kaplan Mohr
neben der Leiche sitzengeblieben, über
die Mette hinaus bis zum Hochamt,
das et* am hellen Weihnachtsmorgen
zu singen hatte. Es war eine gar stille
Nacht gewesen^ die Hl. Nacht des ver
gangenen Jahres. Und dem liebenden
Sohn, der da einsame Wacht hielt ne
ben der Toten, war es vorgekommen,
als sei ihm die ganze Welt mit der
Mutter gestorben. Unaufhörlich wa
reu die Perlen des Rosenkranzes durch
seilte Finger geglitten, während er zu
jedem Ave immer wieder die gleichen
Worte fügte: „Herr, gib ihr die ewige
Ruhe, und das ewige Licht leuchte
ihr!"
Tas war es, woran der junge Prie
ster dachte an Die sent ersten Jahrtag
jenes Sterbens und zugleich dem Tag
vor dem Fest der großen Freude.
Stille Nqd)t und einsame Wacht!
Während der Kaplan so saß und sann,
verschboen sich ganz unmerklich die
Bilder in seiner Erinnerung. An die
Stelle des einsam Wachenden trat das
Bild der heiligen Zwei, die Wache
hielten in jenen hochheiligen Stunden,
die ganz hineilt gebettet waren in eine
unsagbar große Stille. Maria und
Josef, im Stalle zu Bethlehem waren
die ersten glückseligen Gefangenen je
iter Stille, in der alles Lärmen der
Welt seinen Klang, alles Treiben der
Welt seinen Sinn und alle Pracht der
Welt ihren Glanz verlor vor dem
Worte Gottes, das von den Himmeln
zum Stalle hin drang: „Mein Sohn
bist Tu. Heute habe Ich Dich ge
zeugt" vor dem Worte Gottes, das
als einzig wichtige Wirklichkeit in der
Krippe lag als das göttliche Kind:
vor dem Worte Gottes, zu dessen Eh
reit die Engel Gottes die Armut der
Hirten schon hier aus Erden einhüllen
durften in himmlischen Glanz.
Aus solchem Sinnen und Denken
heraus zog der junge Priester ein
paar leere Blätter an sich heran, griff
nach der Feder und begann zu schrei
ben:
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««Aw 1-.wtA'a'tf-ninitwwi'f
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jkt ii faiiMHeft. /üÄ'Av i-x-r 2 uLf
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War nicht seine Mutter nur heim
gegangen zu Gott? Und war nicht
ihre Liebe zu ihm auch dort die gleiche
und mächtiger noch als je auf dieser
Erde im Behüten und Beschenken?
Und war nicht seine Liebe zur Mut
ter ihm nur aus den Händen genom
men und aus den Augen und ans den
Zufälligkeiten des Alltagsgeschehens
und dafür abgesunken auf den festen
Grund seines Herzens? Und nun er
lebte er, wie diese Liebe aus dem Her
zensgrund heraufwuchs, wie sie sich
anschickte, für die Weihnacht neue
Lichter der Freude anzuzünden in sei
item Herzen und seinem Leben. War
er nicht gerade durch den Gedanken
an die Mutter zu diesem herzinnigen
Lied gekommen, das ihn so sroh mach
te und das auch andere froh machen
sollte? Durste er sich als Priester
überhaupt so abriegeln in seinem eige
nen Leid, wie er es am vergangenen
Weihnachtsfest getan und beinahe auch
diesmal es tun wollte?
Gott hatte ihm im Sterben seiner
Mutter ein großes Leid bereitet, da
mit er stark daran werde für sich und
für andere. Und nun hatte ihm Gott,
das glaubte er zu spüren, durch die
Fürbitte seiner Mutter eine Weih
nachtsfreude bereitet. Beides sollte von
nun an den Menschen zugute kommen,
für die er Priester war. So schrieb
Josef Mohr die letzte Strophe seines
Weihnachtsliedes:
Stille Nacht, heilige Nacht!
Hirten erst kundgemacht
Durch der Engel Alleluja,
Tönt es laut von fern und nah:
„Christus der Retter ist da!"
Maria und Josef haben den Stall
nicht abgesperrt vor den übrigen Men
schen, um ganz allein zu bleiben mit
ihrem Himmel voll Glück. Sie haben
die Hirten hereingelassen bis ganz
nahe zum göttlichen Kind. Sie hatten
Es den Königen ganz willig gezeigt
und allen, die eines guten Willens
waren. So wollte es Gott damals,
daß das gottgeschenkte Himmelskind
Maria eine Freude werde. Es wird
ihr auch einmal eine schmerzhafte
Weile ein abgrundtiefes Leid werden
und abermals eine Ewigkeit lang ihre
Herrlichkeit. Allen Menschenkindern
hinwiederum ist es durch Maria je
desmal eine Freude geworden, eine
Freude aus Maria Leid und eine
Freude aus Moria Herrlichkeit.
Noch einmal las Josef Mohr sein
Gedicht. Er las es mit inniger Freu
de, ohne jede Spur von Selbstgesäl
ligkeit, ganz einfach froh, daß es ihm
seine Stube so hell gemacht hatte und
fem Herz.
1
OHtO-irjOSENFRETTM»
Stille Nacht, heilige Nacht!
Alles schläft. Einsam wacht
Nur das traute, hochheilige Paar:
Holder Knabe im lockigen Haar,
Schlafein süßester Ruh! -f
Ganz hell war das eben noch so
traurige Gesicht des Kaplans gewor
den. Als er nun weiterschrieb, stand
das erste Lächeln darin an diesem
Vorweihnachtstag:
Stille Nacht, heilige Nacht!
Gottes Sohn, o wie lacht
S
Lieb aus Deinem göttlichen Mund,
Da uns schlägt die rettende Stund,
Jesus, in Deiner Geburt!
Schier ein wenig verwundert durch
las Joses Mohr, was er da geschrie
ben hatte, die ersten Strophen seines
Weihnachtsliedes, das echteste Volks
dichtung war, schlicht und einfältig
und doch flüssig und anmutsvoll zu
gleich.
Als er nun weitersann über die
folgenden Strophen, da kam ihm der
Text seiner Weihnachtspredigt dazwi
schen, die er sich in den vergangenen
Tagen abgerungen hatte:
Stilllle Nacht, heilige Nacht,
Die du einst Den gebracht
Aus des Himmels lichtgoldenen
Höh'n,
Der uns Gottes Fülle läßt seh'n:
Jesus in Menschengestalt!
Stille Nacht, heilige Nacht,
Da sich uns alle Macht
Väterlicher Güte ergoß
Und als Bruder liebend umschloß
Jesus die Völker der Welt!
Stille Nacht, heilige Nacht,
Lang zuvor uns bedacht,
Als der Herr vom Grimme Be
freit,
In der Väter uralter Zeit
Aller Welt Schonung verhieß!
Unmerklich war in fein Dichten
wieder etwas Lastendes, Schweres ge
kommen. Kam es aus der Erinnerung
an den großen Menschheitsadvent?
Oder kam es aus dem Advent, der
für ihn begonnen hatte, als über das
sonnige Glück seiner ersten Priester
jähre mit dem Tode der Mutter die
erste große Dunkelheit einer bangen
Not hereingebrochen war? Da hatte
er wahrhaft geglaubt, nie mehr rich
tig froh werden zu können. Nur daran
hatte er gedacht, wie ein sonniges
Glück jäh untergegangen war in ei
ner Nacht voll Leid und hatte darüber
schier vergessen, daß die Liebe, die
dieses Glück ausgemacht hatte, gar
nicht verlorengegangen war.
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Es drängte ihn, mit seiner Weih
nachtsfreude zu andern Menschen zu
gehen. Als erster fiel ihm Franz Gru
ber ein, der Lehrer war im Filialort
Arnsdorf, Organist an der Kirche zu
Oberndorf und ihm ein liebwerter
Freund. Mohr traf den Freund i«
einer ähnlichen Stimmung an, wie sie
noch ein Stündlein zuvor ihm selbst
das Herz schwer gemacht. Gruber hat
te erst vor kurzem seine herzgute Frau
verloren und sollte nun zum ersten
Male mit seinen vier noch kleinen
Kindern Weihnachten feiern ohne
Frau und Mutter im Haus.
Mit inniger Genugtuung stellte der
Kaplan fest, wie sich das Gesicht seines
Freundes beim Vorlesen des Gedich
tes erhellte. Gleich eilte er an das
geliebte Spinett und begann zu phan
tasieren. Schon bald wuchs aus dem
suchenden Spiel eine schlichte, anmu
tende Melodie heraus. Das Herzens
schöne „Stille Nacht" entstand!
AnHatib und feine Sitte
Man begegnet nicht selten in der
Gesellschaft Leuten, die äußerst ge
schmackvoll gekleidet sind, in Sprache
und Benehmen alle Regeln des-besten
Anstandes genau beachten, und doch
wird man ihnen gegenüber von einem
gewissen ängstlichen Gefühl beständi
ger Vorsicht nicht frei. Man hütet sich,
ojhne zu wissen warum, immer vor
irgendeiner unbestimmten Gesahr.
Daher vermeidet man sorgsam jede
Gelegenheit, diesen Menschen Ver
traulich feit zu zeigen jedes Gespräch
schiebt man auf den Heerstraßen des
Gewöhnlichen fort.
Dagegen hat man wieder Personen,
bei denen man von vornherein über
zeugt ist, daß das Gespräch, welche
Wendung es auch nehmen mag, nie
etwas Rohes oder Gemeines zeitigen
wird, daß nie eine Aeußerung oder ein
Blick vorkommt, bei dem man an
fängt, sich unbehaglich zu fühlen. Es
sind dies Menschen, die nicht bloß ge
bildet handeln und sprechen können,
sondern auch fein denken und emp
finden. Ihnen liegt das Gefühl für
Anstand und feine Sitte gleichsam im
Blute. Sie lassen sich von den Hoher
gestellten nicht einschüchtern und wis
sen allzeit den rechten Ton zu treffen.
Es ist ihr schönes Vorrecht, daß sie
Tieferstehende zu sich emporheben.
Die Kinder sind glücklich, bei denen
der äußere Anstand mit dem Geist,
der die Form beseelen muß, gepflegt
und geübt wird, und die solchen An
stand als unschätzbares und unver
lierbares Gut aus treuer Elternhand
mit hinaus ins Leben bekommen:
denn man kann es nur schwer und sel
ten in späteren Jahren sich verschaf
fen. Kinder find schon sehr früh be
fähigt,-sich Formen anzueignen, und
daher muß man zeitig beginnen. Man
darf es nicht für einen niedlichen
Scherz halten, wenn die kleinen Kin
der, noch ehe sie ein Wort sprechen
oder einen Schritt gehen können, an
gehalten werden, dem anwesenden
Gaste das „Händchen" zu reichen. Es
ist dies die erste Regel guter Sitte
und keine Heuchelei, die wir die grö
ßeren Kinder lehren, wenn wir von
ihnen verlangen, fremden Menschen
mit einem freundlichen Geficht ent
gegenzutreten. Die kindliche Lebhaf
tigkeit muß fo weit gezügelt, die
natürliche Schüchternheit so weit
überwunden werden, daß schon kleine
Kinder zur rechten Zeit freundliche
Rede stehen und Antwort geben ler
nen und zur rechten Zeit auch wieder
bescheiden schweigen.
Wenn beispielsweise ein Kind sich
über ein körperliches Gebrechen eines
Mitntenichett lustig macht oder über
ein erhaltenes Geschenk eine abfällige
Bemerkung sich erlaubt, so ist es recht
unklug von Erwachsenen, wenn sie
über etwas Unpassendes, das die Kin
der gesagt oder getan haben, lachen
oder wohl in ihrer Gegenwart weiter
erzählen. Man soll ihnen vielmehr das
unschickliche Benehmen klarmachen und
daß es lieblos ist, über Mängel und
Gebrechen anderer zu spotten, und daß
man in jedem Geschenk die gute Ab
sicht des Gebers achten soll.
Zuerst müssen Kinder sich nur
mechanisch und einfach aus Gehorsam
die äußeren Formen der Aufmerksam
feit, Höflichkeit und Bescheidenheit zu
eigen machen. Sie müssen Selbstüber
Windung
und Selbstbeherrschung 1er
nen, ehe sie eine Ahnung davon haben,
aus welchen Quellen diese Tugenden
stammen. Sie müssen diese so lange
aus bloßem Gehorsam üben, bis mit
der vorschreitenden geistigen Reise sich
dieser blinde Gehorsam in ein Han
deln aus eigener Ueberzeugung ver
wandelt.
Wenn wir erreichen wollen, daß die
anmutigen und liebenswürdigen For
men nach und nach mit dem eigent
lichen Wesen der guten Sitte ver
schmelzen, so ist es unerläßlich, daß
alle, die die Form lehren, auch selbst
!von deren innerem Geist durchdrun«
Igen sind. Falls die Mutter zu ihrem
'Töchterchen sagt: „Bitte, Trudchen,
jreiche mir das Buch!" und es mit
einem „Danke, mein Kindchen!" in
Empfang nimmt, so kann sie sicher
i sein, daß das Kind im Verkehr mit
|fernen Gespiele» stets höflich ist, und
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es verstößt durchaus nicht gegen die
Würde der Eltern, jeden Befehl in
bittender Weise zu erteilen und kurz
für den Dienst zu danken. Sehen Kna
ben, daß der Vater aufmerksam auf
springt, um der Mutter ein schweres
Paket abzunehmen, so werden sie sel
ber es ihm in kurzer Zeit nachmachen.
Es gibt genug Menschen, die in den
aHercinfachstcn Verhältnissen ausge
wachsen sind, die, wenn sie später in
die große Welt kommen, ihren Platz
darin mit seinem Takt und Anstand
behaupten. Sie haben die Regeln da
für nicht im Kopf, bei ihnen sitzen sie
im Gemüt und Herzen. Sie haben sie
eingeatmet mit der Luft des Eltern
haufes. Die Mutter hat es ihnen z. B.
vielleicht nie gesagt, daß es unhöflich
ist, einer Person den Rücken zuzu
drehen aber sie selbst haben niemals
jemand, und sei es die arme Wasch
frou gewesen, grob den Rücken zu
gekehrt. So ist mit der Zeit die Er
kenntnis für das entstanden, was un
gehörig ist.
Von einer Mutter dagegen, die nur
in Gesellschaft mit feinem Benehmen
prunkt und dieses im Hause gleich dem
Sonntagskleid ablegt, von einem
Vater, der gegen Fremde die gewähl
testen Ausdrücke gebraucht und sich,
sobald der Besuch fort ist, gegen die
Hausgenossen gehen läßt, von solchen
Eltern können die Kinder nur leere
Formen des Anstandes und Heuchelei
lernen.
In der Zuschnitt der Häuslichkeit
nach dem Maße des Verkehrs in guter
Gesellschaft eingerichtet, so ist damit
nicht nur die Erziehung ungemein
vereinfacht, sondern es ist zugleich eine
Unsumme von Besorgnis, Unruhe und
Verlegenheit gespart. Wir können mit
größter Ruhe unsere Kinder in ein
fremdes Haus gehen lassen, ohne
ihnen besondere Verhaltungsmaß
regeln mitzugeben. Alles, was wir
ihnen ans Herz legen könnten, würde
sein: „Betragt euch so, als ob ihr zu
Hause wäret?"
Das Geheimnis von Anstand und
feiner Sitte ist einfacher, als man
glauben möchte. Es liegt in dem einen
Satz: Erlaubt euch nie im Hause ein
Wort, einen Blick, eine Handlung, die
anders ist als eure Worte, Blicke und
Handlungen in der besten Gesellschaft!
Hochseitssnniverlsrium
Am vergangenen 19. November
haben in der Ste. Francis of Assisi
Kirche in New Orleans, La., unsere
alten Leser Hr. und Frau Otto Abele
ihr goldnes Ehejubiläum feierlich be
gangen, um acht Uhr vormittags.
Tie glückliche Familie hatte sich ein
gefunden. Hr. Abele ist neunundsieb
zig Jahre und Frau Abele achtund
siebzig Jahre alt. Es waren zugegen:
acht Kinder, siebzehn Enkel und fünf
Großenkel. Tie herrliche Gruppe wur
de photographiert und im Lokal-An
zeiger veröffentlicht. Eine Verwandte,
Mary Molitor, ist Agent des ,Ohio
Waisensruend'.
Wir wünschen dem wackern Paar
und der ganzen Familie noch eine lan
ge Reihe glücklicher Lebensjahre und
jetzt, gerade zur heiligen Weihnachts
zeit, ein recht frohes Weihnachtsfest
und ein gnadenreiches Neujahr 1953!
Tas walte Gott!
$44* f&fjl» KeHtUnil-
tuJum!
Wir ersuchen wiederholt «ufe
re Leser, bei Adressenverände
rungen und Zuschriften aller
Art ihren Namen nebst voller
Adresse doch recht deutlich an
zugeben, damit unangenehme
Fehler und Verspätungen ver
mieden werden, zum Borteil
der Leser und zur Ersparnis
bim unnötiger Arbeit.
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WFTPOSTÜBHtWBSUNGEN
ZsMm| veWkemmee eorwitlert
WISTZONE 100 Mo* $23.50
Ostzone .......... 100 Mark 10.00
Österreich 100 Sdiil. X75
phu $1.00 flfrfwfowwy
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Deutsche Mark stets zum bil
ligsten Kurs. Auch Ostmark.
i e e s a e a k e e
Unterbreiten Sie uns Ihre
Ei«- und Auswanderungs-Pro
bleme Erbschafts-, Grundeigen
tums- und Vermögens-Angele
genheiten.
PETER
Tfhe tea Heut
ASTHMA, HOHER BLUT
DRUCK, BLUTREINIGUNG
UND HERZKRANKHEITEN
dirch
behandelt
Der neuen Wissenschaft 1st.
es gelungen, das so heilsame
Knoblauch in flüssiger undt
leicht zu nehmender Form,
herzustellen. Auf dieses alte,
von Pfarrer Kneipp mit so»
grossem Erfolg bei oben er
wähnten Leiden angewandte
Naturheilmittel wurde von ei
nem prominenten Arzt im Fe
bruar 1925 hingewiesen, undt
im Oktober 1924 hat die Pari
ser Akademie der medizini
schen Wissenschaft die aus
serordentliche Heilwirkung
des Knoblauchsafts gegen.
Adernverkalkung hervorgeho
ben.
Nicht nur mindert Knob
lauch den hohen Blutdruck,,
sondern reinigt ebenfalls da&
Blut ist also ein vorzügliches
Frühj ahrs-Kurmittel.
KnoDiaucn ist eines der be
sten Desinfektionsmittel und
neutralisiert schädliche Sub-"
stanzen im Magen und im
Unterleib.
Unser LIQUID GARLIC 1st
leicht zu nehmen und der
übele Nachgeschmack kann
leicht mit einem Essöffel
Honig entfernt werden.
LIQUID GARLIC kann be
zogen werden zum Preis von
$2.00 per Pint oder $3.50 per
Quart portofrei. Das neue»
dreimal stärkere Knoblauch
Extrakt kann, ohne Preiserhö
hung, bezogen werden von der
DEUTSCHE MARK SIND BILLIGER
DEUTSCHE
BANKNOTEN
18
»21.75
fiHfeglstriwt« Port Ihnen mgwdtfdl
(bitte Ü4 Porta beifügen)
AUm Preise freibleibend
u tewlffeiK« Deport***#
85,1
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d* V\
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EUROPA
REISEN
pfcr Schiff oder Flugzeug
Plätze auf allen Atlantik
Flugzeugen schnellstens besorgt
nach Deutschland und andern
europäischen Ländern.
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OHIO WAISENFBBÜKD
(Frtllihcd weekly every Satarift|
since 187S)
Published weekly It The Wan
lerer Printing Company, 128 East
Tenth Street, St. Paul 1, Minne
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bodied in Paragraph 4, Section 538,
P. L. & R., authorized June 7, 1945.
K i n k a e n e
Canterbury, David.
Dienstag, 30. Dezember: Rainer,
Anysia, Venustian.
Mittwoch, 31. Dezember: Silvester,
Rustika, Melania.
Donnerstag, 1. Januar: Beschnei
dung Christi,
Wanderer Printing Co,
St. Paul, Minn.
i e e a k i o n
Free- Medal of St. Benedict
The medal of St. Benedict, the "Apos
tle of Peace." is the oldest and one of
the most highly indulgenced medals of
the Church. A blessed medal of St. Ben
edict will be sent to any wife or parent
for their loved one in Service. Bncloee
a 8c stamp. Apply to:
BENEDICTINE FATHERS
Benet Lake, Wisconsin
Travel Bureaus, Inc.,
1307 Howard Street.
OMAHA 8, NEBRASKA
Catholic Hospire for the Accom
modation of Rev. Clergy ^uns
and Laity Recommended as a
first class stopping over place while
in New York
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and 9th Aves.
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