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Ohio Waisenfreund. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1874-1953, April 04, 1953, Ausgabe der 'Wanderer', Image 5

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Letztere mag ihm allerdings gebo
ten scheinen angesichts der Situation,
tafc trotz der Jnfizierung der westlich
erzogenen indischen Intelligenz durch
Prozent Mehrheit abgelehnt wurde.
Ebenso gelang es bei der Konferenz
Soziale Dienste im Arbeitskreis
die Bevölkerungsfrage, der zu
^Beginn ausschließlich von Befürwor
iera der künstlichen Geburtenbeschrän
kung beherrscht wurde, durch die kräf
v%ige Intervention von Mitgliedern
^Hes Indien Institute of Social Order
Sil:m
Poona und von einigen katholischen
Wirtschaftlern jeden malthusianisch
orientierten Beschluß zu verhindern.
'yZ, ^iese Beispiele zeigen, daß die Ka
ho liken in Indien begonnen haben,
^ich Hrer geistigen Stärke und ihrer
^toristli.chen Verantwortung für die Zu-
Tunjt des Landes bewußt zu werden.
-Wie Kardinal Gracias anläßlich sei
jtes kürzlichen Besuches in Zürich ver
/sicherte, sind sich die indischen Katho-
Aken der Gefahren voll bewußt, die
Indien bedrohen. Sie wissen auch, daß
rein negative Abwehr weder die un
heimlich wachsende kommunistische Ge
fahr noch die zersetzenden Einflüsse
einer materialistischen Lebensauffas
sung, die vom Westen her eindringen,
überwunden werden können. Verhei
ßungsvolle Ansätze positiver Aufbau
arbeit, vor allem im Sinne der christ»
lichen Soziallehre, zeugen vom erstar
kenden Sendiangsbewußtsein der ka
tholischen Laien. Das Echo, .das ihre
Bemühungen finden, beweist, daß
man ihrer Stimme weit über die
"Grenzen der eigenen Kreise hinaus
bereitwillig und aufmerksam Gehör
schenkt. Pflicht christlicher Solidarität
jJ-*4st es, daß die Katholiken der Welt
chas Werk ihrer indischen Brüder tat
iräftifl unterstützen, insbesondere auch
'auf dem Weg über die internationa
len Organisationen, o. Stoeckte.
7lte Jüaflaus
New Yotk
"•si
Auffassungen weiteste
itiolfsfreise von den Methoden der
ßieuen Weltbeglücker nichts wissen
wollen. Noch besitzt das indische Volk
in seinem Familienleben eine gesunde
sittliche und gesellschaftliche Grundla
He. Noch ist das Andenken an Gandhi,
den großen Freiheitshelden, nicht ber«
gessen, der seine Meinung unmißver
ständlich ausgesprochen 'hat: „Wir ha
ben es nicht nötig, daß man uns lehrt,
Geburtenverhütungsmittel zu gebrau
chen, oder daß man uns hilft, unsere
sinnlichen Begierden zu befriedigen,
sondern daß man uns lehrt, diese
Begierden zu beherrschen, bisweilen
bis zur völligen Enthaltsamkeit. Wir
fcaben nötig, daß man uns durch Pre
digt trnb Verspiel lehrt, daß die Ent
fialtfamfrit sehr wohl möglich ist und
gebieteriM notwendig, wenn wir nicht
geistig und physisch minderwertig
bleiben wollen."
In dieser für die geistige Zukunft
ihres Landes entscheidenden Ausein
andersetzung stehen Me indischen Ka
tholiken trotz ihrer zahlenmäßigen
Schwäche sie bilden bei einer Ge
jsamtbevölkerung von bald vierhun
dert Millionen eine Minderheit von
Jnapp fünf Millionen
1—
keineswegs
abseits. So erließ am Vorabend des
Kongresses für geplante Elternschaft
der Erzbischof von Bombay, der jetzt»
ge Kardinal B. Gracias, einen Hir
tenbrief, worin er die künstliche Ge
burtenbeschränkung als eine Bedro
Hung der Heiligkeit der Ehe verur
teilte. Diese Theorie gehe augenschein
Itch von dem Prinzip aus, 'haß der
Zweck die Mittel heilige^ uW wider
spreche „fundamental: und zuinnerst
Sem Naturgesetz". Auch wurde eine
gemeinsame Erklärung der indischen
Bischofskonferenz zur Frage der Gs,
burtenkontrolle angekündigt, die in
alle indischen Sprachen übersetzt wer
den soll, um ihr weiteste Verbreitung
unter Katholiken und Nichtkatholiken
zu sichern.
_. s •. Dem mutigen^DaMischentreten der
Katholiken war es auch zu danken,
haß für die Schlußresolution der Kin
-.'liderschutzkonferenz der Abänderungs
jtintrog der indischen Präsidentin des
^Komitees für geplante Elternschaft,
jißady Rama Rau, zugunsten der sexu
rotten Erziehung irrt Sinne einer Ein
führung der Jugend in die Metho
^(jben des Birth Control mit etwa 80
Nach einer Kabelmeldung wird
Papst Pius XII. am Ostersonntag auf
dem Balkon des Peters-Doms erschei
nen, um urbi et orbi, der Stadt Rom
und dem Erdkreis, den Apostolischen
Segen zu erteilen. Der Papst nimmt
nach und nach wieder seine volle Tä
tigkeit und die Audienzen auf, die er
seit seiner ernsten Erkrankung Ende
Januar unterbrechen mußte.
Nidder Publications, Inc., haven
den Verkauf der hundertundneunzehn
Jahre alten ,N. A. Staats-Zeitung',
ihres Anteils an der Staats-Herold
Corporation, an die Herren August
Steuer und Erwin Single abgeschlos
sen. Dies wurde am Sonntag von
Victor F. Nidder, dem bisherigen
Präsidenten der Staats-Herold Cor
poration, bekanntgegeben. Seit 1915
Verleger der ,N. A. Staats-Zeitung',
war Nidder seit 1920, als diese mit
dem ,Herold' verschmolzen wurde,
Leiter des vereinten Verlagsunter
nehwens gewesen.
„Marschall" Tito und sein kommu
nistisches Regime scheinen aus der un
tertänigen Haltung der britischen Re
gierung neue Energien für ihren in
famen Kampf gegen die katholische
Kirche gezogen zu haben. Unterm 24.
ds. meldete die „Ass. Preß" aus Bel
grai): Die kommunistische Regierung
Jugoslawiens hat jedes weitere Presse
Interview mit Kardinal Alojzijc Ste
Pinac kategorisch verboten. Diese Tat
fache trat heute zutage, als ein fran
zösischer Korrespondent vom jugosla
wischen Außenministerium abgewiesen
wurde, als er dort um die vorgeschrie
bene Erlaubnis einkam, das geistliche
Haupt von etwa sieben Millionen ju
goslawischer Katholiken zu besuchen.
„Stepinac kann nicht mehr interviewt
werden," sagte ein Regierungsvertre
ter, „weil er unter Bewährungsfrist
aus dem Gefängnis entlassen wur
de und er diesen Umstand zu falscher
Propaganda auswertete. mit
dem Ziel, sich als Märtyrer hinzu
stellen und ein Abkommen zwischen
der katholischen Kirche und dem Staa
te unmöglich zu machen." Er fügte
hinzu, daß der Status des Prälaten
lediglich hinsichtlich Presse-Jnterviews
geändert worden ist im übrigen dür
fe er in feinem kroatischen Geburtsort
Krasic, wo er unter den Bedingungen
für seine Bewährungsfrist bleiben
muß, weiterhin Gottesdienst abhal
ten. Stepinac gilt der jugoslawischen
Regierung aber nicht mehr als Kir
chenfürst, sondern als „einfacher
Pfarrer", und darf weder als Erzbi
schof noch als Kardinal auftreten.
Dgr Seligsprechungsprozeß für
Kardinal Merry del Val wurde an
dessen dreiundzwanzigsten Todestag
am 26. Februar mit einem Jnforma
tivprozeß begonnen. Die Sitzung des
Gerichtshofes war öffentlich. Ihr
wohnte u. a. der Botschafter Spa
niens beim Vatikan bei.
Das österreichische Parlament wähl
te letzte Woche Dr. Felix Hur des zum
Präsidenten. Er wird der Nachfolger
volt Leopold Kunschak, der neulich tin
Alter von dreiundachtzig Jahren
starb. Hurdes war früher Erzieh
ungsminister und ist Mitglied der
Volkspartei. In seiner Antrittsrede
wandte sich Hurdes gegen das Recht
der Besatzungsmächte, Gesetze inner
halb von dreißig Tagen zu verbieten.
Wochenschau
lSortletzuaa von Seite 1)
Zum Abschluß der Sitzung, die von
den Rundfunkstationen der Sowjet
Zone übertragen wurde, war ein „ge
wichtiges letztes Wort" von Minister
Präsident Otto Grotewohl angekün
digt worden. Er begann seine Rede
mit dem Ruf: „Adenauer muß weg!"
Zu der Vertragsratifizierung im
Bundestag erklärte der Sowjet-Zo
nen-Ministerpräsident, daß die So
Wjet-Zonen-Behörden künftig in den
Bundestagsabgeordneten „keine Ver
treter des deutschen Volkes mehr se
hen" könnten. Den „westdeutschen Pa
trioten" sicherte er für den von ihm
proklamierten Kampf gegen die Bun
desregierung „brüderlichen Schutz und
Hilfe" der Sowjet-Zonen-Regierung
zu.
„Seid herzlich gegrüßt und bleibt
froh und munter," rief Grotewohl al
len Kommunisten zu, die wegen ver
schiedener Delikte in der Bundesrepu
blik verhaftet wurden.
Grotewohl versicherte, die Sowjet
Union erkenne nach wie vor an, daß
„ein Friedensvertrag für Deutschland
notwendig ist, um die Spaltung zu
überwinden". In einer Resolution er
klärte die Volkskammer dann einstim
mig, die Ratifizierung des Deutsch
land- und des EVG-Verträges im
Bundestag als „für das deutsche Volk
null und nichtig". Die Kammer ruft
das deutsche VÄk auf, die Verwirk­
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lichung der Verträge von Bonn und
Paris „zu verhindern".
Der ^toijtpfruf wurde von den
Kommunisten in West-Deutschland
prompt aufgenommen. Der Vorstand
der westdeutschen KP rief erneut zu
Aktionen gegen den Deutschland- und
den EVG-Vertrag sowie zum Sturz
Dr. Adenauers auf. In „außerparla
mentarischen Widerstandsdemonstra
tionen aller Art" solle die „werktätige
Bevölkerung" auf eine Viermächte
Konferenz zum Abschluß eines Frie
densvertrages und auf die Herstellung
der deutschen Einheit hinwirken.
Französische Besucher in Washington
Ministerpräsident Rene Mayer und
Außenminister Bidault weilten mit
einem Stab von Beratern in Wash
ington, um für Frankreich gutes Wetf
ter zu machen. Wie üblich bei franzö
sischen Besuchen, wurde an die Waf
fenbrüderschaft zwischen der amerika
nischen Revolution und dem Versall
ler Hof erinnert. Alte Liebe rostet
nicht. Trotzdem werden die Herren
Mayer und Bidault keine allzu weit
gehenden konkrete Ergebnisse mit nach»
hause bringen. Es wurden hauptsäch
lich „Gespräche" geführt und Freund
schaft und Wohlwollen einander zuge
sichert.
Am Freitag besprachen Staatssekre
tär Dulles und der französische Au
ßenminister Georges Bidault die
Friedensgesten der neuen russischen
Regierung und kamen überein, daß
sie auf der Hut gegen Manöver blei
ben müssen, die auf die Spaltung des
Westens abzielen könnten, weil die
von dem Premier Georgi Malenfoto
abgegebenen Erklärungen bisher der
Beweise ermangelten, daß der Kreml
seine Politik geändert hat. Beide
Staatsmänner glauben nach Wash
ingtoner Meldungen, daß auch das
neue Regime genau wie Stalin das
große Ziel der Kommunistischen Par
tei im Auge behalten wird die
Eroberung der Welt.
Nichtsdestoweniger soll irgendein
Entgegenkommen nicht von vornher
ein von der Hand gewiesen und jede
Gelegenheit benutzt werden, die Aus
sichten für den Weltfrieden zu vet
bessern.
Am Samstag warnten Präsident
Eisenhower und Premier Mayer Rov
China vor dem Manöver, in Korea
etttett Waffenstillstand abzuschließen,
um Streitkräfte für einen Angriff in
Jndo-China oder sonstwo in Ost
Asien freizumachen, und erklärten,
daß das zu „sehr ernsten Folgen"
führen würde.
Tie Warnung stand mit dem Vor
schlag der Kommunisten, die kranken
und verwundeten Gefangenen auf der
Stelle auszutauschen und die Waffen*
stillstandsverhandlungen wieder auf
zunehmen, in keinem greifbaren Zu^
fantmeithattg. Beamte erklärten, diese
an das kommunistische China gerich
tete Warnung sei schon vor dem neuen
Angebot der Roten geplant worden,
habe aber in der letzten Konferenz
zwischen Eisenhower und Mayer eine
neue Form erhalten und sei offen
sichtlich darauf berechnet, die Chinesen
davon abzuschrecken, Streitkräfte, die
in Korea Freiwerden mögen, in Jndo
China einzusetzen, wo die Franzosen
seit fünf Jahren im Kriege liegen.
Auf die Frage, was die „ernsten
Folgen" sein könnten, sagten Beamte,
daß der Kampf in Korea wieder auf
flammen könnte.
In der offiziellen Mitteilung hieß
es, eine neue Aggression in einen an
deren Teil von Ost-Asien „würde die
ernstesten Folgen für die Bemühungen
haben, den Frieden in der Welt zu
erreichen, und würde direkt mit dem
Einverständnis in Konflikt kommen,
auf dem irgendein Waffenstillstand in
Korea beruhen müßte".
Der französische Premier Wr Saar
Frage
Premier Mayer erklarte am Frei
tag bei einem Besuch im National
Preß Club in Washington, ehe Frank
reich den Vertrag für die Errichtung
einer gemeinsamen europäischen Ar
mee annehmen werde, müsse ein Ein
Verständnis zwischen Paris und Bonn
über den zukünftigen Statu» des
Saar-Gebiets erzielt werden.
Ohne dieses Einverständnis würde
das Saar-Gebiet ein „Niemands
land" im Herzen Europas sein, dessen
Hilfsquellen nicht vollauf ausgenutzt
werden können, während es unter der
angestrebten Lösung „eilten europäi
schen Status erhalten würde".
Diese Erklärung war ein kalter
Wasserstrahl auf die optimistischen
Hoffnungen in Regierungskreisen,
daß hie französische Regierung bereit
sei, den Wehrvertrag durchzusetzen,
und daß Premier Mayer und Außen
minister Bidault in den Besprechun
gen in Washington sich zu sofortigem
Handeln verpflichten würden.
Das Saar-Gebiet Hat seit 1948
seine eigene Regierung, ist aber wirt
schaftlich und finanziell vollständig
von Frankreich abhängig. Die west
deutsche Regierung Hat oft dagegen
Protest erhoben, ganz besonders gegen
die Vereinbarung, durch die sich
Frankreich die Saar-Kohle qnf fünf
zig^ Jahre gesichert hat.
In Washingtoner diplomatischen
Kreisen verlautbarte, der Premier
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6
.habe die Saar-Frage auch in einer
Konferenz mit Eisenhower aufs Ta«
pet gebracht und von dem Präsiden
ten den Rat erhalten, den französi
schen Standpunkt dem amerikanischen
Volk darzulegen, während Staatsse.
fretär Dulles die Erklärung abgege
ben^habe, daß der EVG-Vertrag und
die saar-Frage getrennte Angelegen
heiteit seien.
Deutscher Besuch in Washingw»
Nach Mitteilungen aus Bonn wird
Bundeskanzler Dr. Adenauer den
größten Teil seines bevorstehenden
Amerika-Aufenthalts als Privatmann
verbringen. Für die offiziellen Ver
anstaltungen sind nur drei Tage in
Washington vorgesehen. Die übrige
Zeit will er benutzen, um den ameri
kanischen Kontinent kennenzulernen.
Am 6. April trifft der Bundes
kanzler mit der „United States" in
New Jork ein und steigt als privater
Gast im Waldorf-Astoria-Hotel ab.
Ant 7. April beginnt in der Bundes
Hauptstadt das offizielle Programm,
das jede einzelne Stunde mit Be
sprechungen, Empfängen und Besich
tigungen ausfüllt.
Auf dem Washingtoner Flugplatz
wird Adenauer von Staatssekretär
Dulles im Namen der Regierung der
Ver. Staaten als „Staatsgast Nr. 1"
begrüßt werden. Am Mittag findet
»die erste einstündige Aussprache mit
Präsident Eisenhower im Weißen
Haus statt. Später gibt der deutsche
Geschäftsträger Dr. Heinz E. Krekeler
einen Empfang, an dem neben Eisen
hower und Dulles auch die Washing
to iter Missionschefs der EVG-Länder
teilnehmen.
Am gleichen Tage ist eine Ansprache
Adenauers vor dem National Preß
Club in Washington vorgesehen. An
den folgenden beiden Tagen finden
wiederum längere Besprechungen mit
Eisenhower, Dulles und anderen ante
rifattischett Regierungsmitgliedern
statt. Am letzten Abend gibt Präsident
Eisenhower für den Bundeskanzler
einen großen Empfang, der später
mit einem Essen im kleinen Kreis im
Weißen Haus fortgesetzt wird. Daran
werden neben Eisenhower und Aden
auer die Gattin des Präsidenten so
wie Adenauers Tochter Dr. Lotte
Adenauer teilnehmen. Ferner sind in
Washington Besuche des Kapitals so
wie der Grabmäler früherer ameri
kanischer Präsidenten und eine Kranz
niederleguttg am Grabe des Unbe
kannten Soldaten vorgesen.
Nach dem offiziellen Besuch iit
Washington beginnt der Kanzler seine
Reise durch die Staaten: Philadel
phia, Chicago (vielleicht Flug nach
dem Westen), New Dork, Boston. Der
Rückflug nach Teutschland ist für den
18. April vorgesehen.
Nach einer Bonner Meldung sagte
Tr. Adenauer, die Besprechungen mit
Präsident Eisenhower würden von
großer Bedeutung sein. Doch fügte er
hinzu: „Meine Hauptaufgabe wird
darin bestehen, Amerika den Tank des
deutschen Volkes für die schnelle und
großzügige Hilfe beim Wiederaufbau
unseres zertrümmerten und geschlage
nen Landes zu überbringen. Und ich
werde nicht die Hand ausstrecken, um
mehr zu verlangen."
Ter vereitelte „Pntsch"
Die englischen Besatzungsbehörden
kündigten letzte Woche an, daß sie die
sieben früheren Nazis, die sie wegen
einer angeblichen Verschwörung ver
haftet hatten, der westdeutschen Regie
rung übergeben werden, die sie vor
Gericht stellen soll. Die Briten Hattert
die Verhafteten beschuldigt, sie plan
ten eilte neue Machtübernahme.
Seit zwei Monaten befinden die
einstigen Nazi-Größen sich in den
Händen der Engländer, die sie seitdem
intensiv verhört haben. Englische Be
amte behaupten, nach Ansicht der
westdeutschen Behörden sei mm genü
gendes Beweismaterial gegen die sie
ben gesammelt worden, um den Pro
zeß gegen sie zu eröffnen. Bisher ist
nichts über dies Material der Öf
fentlichkeit bekanntgegeben worden.
Die Verhafteten befinden sich jetzt
im englischen Kriegsoerbrechergefäng»
nis in Werl (Westfalen).
Kirchenkampf in Deutsch-Moskowien
Eine unter der Oberfläche schwelen
de Fehde zwischen den Kommunisten
Knd der Kirche in Ost-Teutschland
brach letzte Woche offen aus. Besorgte
Pastoren im Westen sagten, es habe
sich eine Krisenstimmung entwickelt.
Auf einer Versammlung des Evan
geKschen Kirchenrats in West-Berlin
beschäftigte matt sich mit den Vor
kommnissen der letzten Wochen, vor
allem mit der Verhaftung und Ein
ferkerung einer Anzahl protestanti
scher Geistlicher in der Ostzone. Zu
den Sonderfällen gehörtt: Pastor
Werner Kestrich in Frankfurt a. Oder,
der zwölf Jahre erhielt, und Pastor
Karl Brand in Jschwerin, der zu sechs
Jahren verurteilt wurde.
Von katholischer Seite wird mit
geteilt, daß im russischen Sektor Ber
lins die wöchentliche Kirchenzeitung
,Das Petrus-Blatt', verboten wor
den ist. Letzte Woche untersagte der
(Fortsetzung auf Seite 8)
'..
HHpMjltyl.D,WM»p»M»WWMWW«j
'V p( •'\*r *'v *, v? /*,, r' •«, 'r-^X, *_ sr-"
i S e BoUnqrapfl
PtitoX.
Es war am 2. Juni 1835, als im
norditalienischen Dorfe Riese, das da
mals noch zur österreichischen Mon
archie gehörte, den zwei einfachen,
bäuerlichen Handwerksleuten Sarto
ein kleiner Josef geboren wurde.
„Beppo" nannten ihn die Leute von
Riese, was auf deutsch soviel wie
„Seppl" heißt und sie konnten natür
lich nicht ahnen, daß der arme Beppo
einmal als Pius X. den päpstlichen
Thron besteigen würde. Er schien
wirklich nicht für Höheres geboren,
und die göttliche Vorsehung mußte
immer wieder und recht augenschein
lich eingreifen, um den Beppo von
Riese nach Rom zu bringen.
Ein gutes Herz, ein frommes Ge
müt und ein helles Köpft hatte das
Büblein schon von klein auf. Das war
aber auch alles. Im übrigen mußte er
schon als junger Gymnasiast erfahren,
wie Armut schmerzen kann, und blieb
deshalb zeitlebens ein warmer Freund
der Armen. Oft kutschierte er im
Eselswägelchen zu der eine Stunde
entfernten Schule oder ging barfuß,
die Schuhe auf der Achsel, über die
staubige Landstraße. Denn die Schuhe
waren teuer, so wollte er sie schonen,
so gut es ging.
Schließlich aber erreichte er doch
[ein Ziel und wurde 1858 zum Prie
ster geweiht. Nur die Sorge um die
Seelen und nichts anderes hatte ihn
diesen Beruf ergreifen lassen. Jeder
Gedanke an eine glänzende Laufbahn
und hohe Würden lag Josef Sarto
vollständig fern. Einzig und allein
das Reich Gottes suchte er, und siehe
da, das andere wurde ihm hinzu
gegeben. Und niemand war mehr er
staunt darüber, ja oft erschreckt, als
er selbst. Schon nach einigen Jahren
Kaplanszeit wurde er Erzpriester und
Pfarrer von Salzano, mit vierzig
Jahren Domherr von Treviso, dann
bischöflicher Kanzler, Spiritual am
Priesterseminar, Generalvikar, Bi
schof von Mantua, Patriarch von
Venedig, Kardinal und schließlich
1903 Oberhaupt der Kirche.
Seine elfjährige Regierungszeit als
Papst (1908 bis 1914), die er unter
dem Wahlsprtkh: „Alles in Christus
erneuern" stellte, ist als eine der be
deutendsten und segensreichsten in die
Geschichte der Kirche eingegangen. Es
ist hier nicht der Platz, all feine Taten
kraftvoller Verteidigung kirchlicher
Belange und all seine mannigfaltigen
und mit Erfolg gekrönten Werke reli
giöser Erneuerung anzuführen, ge
schweige denn zu behandeln. Nur auf
eines sei besonders hingewiesen.
Papst Pius hat die Sonne der
Heiligste» Eucharistie, die durch den
Irrglauben des Jansenismus und
seine Ausströmungen auf weite katho
lische Kreise getrübt war, wieder hell
und warnt am Himmel der Kirche er
strahlen lassen. Die zwei weltverwan
delnden Rundschreiben von 1905 und
1910 über die öftere Kommunion und
die Frühkommunion der Kinder haben
ihm mit Recht den Titel des „euchari
stischen Papstes" eingebracht.
Als großer Freund der Kinder
wollte er diese schon möglichst früh am
Koinmuniontisch sehen. Eines
Tages wurde eine Frau aus England
von Papst Pius X. in Audienz emp
fangen. Sie hatte ihr vierjähriges
Söhnchen bei sich. Am Schlüsse der
Audienz legte das Büblein feine
Hände auf die Knie des Papstes und
sah ihm treuherzig ins Gesicht. „Wie
alt ist er?" fragte der Stellvertreter
Christi und streichelte das Köpfchen
des Kleinen. „Vier Jahre," antwor
tete die Mutter, „und ich hoffe, daß
er in zwei oder drei Jahren zur ersten
heiligen Kommunion gehen darf."
Ernst schaute der Papst in die klaren
Augen des Kindes. Tann fragte er:
Wen empfängst du in der heiligen
Kommunion?" „Jesus Christus!"
lautete die Antwort des Kleinen.
Und wer ist Jesus Christus?"
Pestis Christus ist Gott!" erwiderte
der Knirps. „Bringen Sie ihn mir
morgen früh," wandte sich der Papst
an die Mutter, „ich will ihm selbst die
heilige Kommunion reichen."
Groß und bezaubernd waren die.
persönlichen Eigenschaften dieses
Volkspapstes, seine Liebe und Güte,
seine Hilfsbereitschaft, sein Seelen
eifer, jeitte Demut, Schlichtheit und
Anspruchslosigkeit und sein goldener
Humor. Zahllose Geschichten wurden
davon erzählt.
Schon als Kaplan und Pfarrer
trug er seine Uhr ins Leihhaus, wenn
er helfen sollte und nichts mehr hatte.
Er lehrte die Kinder lesen, schreiben
und singen, erzählte ihnen Geschichten,
um sie von Straße und Verderben
fernzuhalten. Für den alten Mesner
läutete er in der Frühe die Glocke,
damit dieser länger schlafen konnte,
und er half ihm auch, wenn dieser ge
rade viel Arbeit auf dem Felde hatte.
Bis zum letzten Augenblick blieb er
der Pfarrer und Seelsorger. „Ich bin
nur ein armer Landpfarrer," sagte er
als Bischof zu seinen Seminaristen.
Und bald nach seiner Papstkrönung
begann er, Zehntausenden von Rö
mern, Kindern. und Eltern, im
Pinienhof des Vatikans Sonntags
christenlehre zu erteilen.
iii»ygi."TJ
1
G» brauchte langen Zuredens, bis
er als Papst sein Brustkreuze aus
Messing mit einem goldenen ver
tauschte. Seine alte Nickeluhr ließ er
sich nie um eine bessere vertauschen.
Es wurde ihm auch sehr schwer, sich
in das genau festgelegte Zeremoniell
des päpstlichen Hofes hineinzufinden.
Bischof Dr. Sigismund Maitz erzählte,
gern folgendes Geschichtchen. Als er
das erstemal einen Tiroler Pilgerzug
nach Rom führte und dieser vom Papst
empfangen wurde, bat Pius X. einen
Tiroler, einen schneidigen Jodler zu
singen, was der Tiroler zur großen
Freude des Hl. Vaters auch tat. Bei
späteren Pilgerzügen aber sagte der
Papst nichts dergleichen mehr. Es
mußte ihm wohl von seiner Umgebung
beigebracht worden sein, daß so etwas
bei einer Audienz nicht üblich sei.
Als Bischof hatte Josef Sarto in
dem religiös heruntergekommenen
Mantua anfangs viele Gegner. Seine
Liebe und Güte aber entwaffnete sie
der Reihe nach. Ein Freimaurer wies
Priester und Sakramente zurück, als
er auf dem Sterbebette lag. Bischof
Sarto schickte ihm ein paar Zeilen:
„Nur Ihr Freund Sarto will Sie
besuchen!" Von dieser Demut und
Herablassung des Bischofs gerührt,
ging der Sterbende in sich und emp
fing reumütig die heiligen Sakra
mente.
Ein Kaufmann von Mantua hatte
eine Schmähschrift gegen den Bischof
verfaßt. Josef Sarto aber wollte nicht,
daß der Mann bestraft würde.
„Der unglückliche Mensch," sagte er,
„braucht das Gebet notwendiger als
Strafe." Als dieser, Kaufmann bald
darauf vor dein Bankrott stand und
noch dazu des Betruges angeklagt
werden sollte, war es Bischof Sarto,
der ihm heimlich das Geld zur Ret
tung schickte.
Als Bischof von Mantua mußte er
auch einmal in Amtsgeschäften nach
Rom fahren. Wie er in der Sakristei
der Peterskirche weilte, bemerkte er
einen jungen Priester, der gerade die
Feier der heiligen Messe beginnen
wollte, aber keinen Ministranten
hatte. Da trug sich Bischof Sfcrto
selbst als Mefjdiener an. Aus Ehr
furcht vor dem Kirchenfürsten war der
junge Priester ganz verlegen uttf
wollte das Anerbieten nicht annehmenjj
Der Bischof aber nahm das Meßbt
und sagte: „Nur keine Angst, ich kam
schon mitiistrieren. Gehen wir zum
Altar!"
Eines Tages, als ex schon Bischof
war, bemerkte seine Schwester, die ihm
den Haushalt führte, daß der Fleisch
topf vom Herd verschwunden war.
Also mußte ihn jemand gestohlen
haben. Aufgeregt lief sie zum Bruder
und schimpfte wie ein Rohrspatz über
den Gauner und Dieb, der das Fleisch
vom Herd gestohlen habe. „Könnte
das nicht die Katze gewesen sein?"
fragte lächelnd der Bischof. „Was, die
Katze? Wo ist denn dann der Topf?
Ter ist ja auch weg. Ten wird die
Katze doch nicht gefressen haben!"
Ta mußte der Bischof gestehen, er
selbst sei die Katze gewesen. Und er
fügte hinzu: „WaS sollte ich machen?
Ein anner Mann kam und bat um
kräftige Nahrung für seine Trünke
Frau. Da Hab' ich ihm den Fleischwpf
vom Herd gegeben."
Mit rührender, kindlicher Liebe
hing er zeitlebens an feinem einfachen
Miitterein, das so manche Nacht für
die Leute von Riefe genäht hatte, um
ihrem studierenden Sohlt ein paar
Lire geben zu können. Sie lebte noch
bei seiner Ernennung zum Kardinal.
Er überredete sie, mit ihm nach Rom
zu kommen, wo er den roten Hut emp
fangen sollte. Die alte Frau hatte bis
her immer nur ein bäuerliches Kopf
tuch getragen. Zu dem großen Ehren
tage ihres Sohnes und in der Be
fürchtung, ihm als einfaches Land
weiblein durch ihr Erscheinen Unehre
zu machen, hatte sie sich einen städti
schen Hut ausgeliehen. Als der Kar
dinal sein Mütterchen in dem un
gewohnten Kopfputz sah, ahnte er mit
feinem Kindesgefühl gleich die müt
terliche Sorge, er könnte sich sonst am
Ende ihrer schämen. Da bat er sie:
Mütterchen, der Hut muß weg!
Nehmt Euer Kopftuch wieder, ich bitte
Euch darum, Ihr seid mir so viel
lieber!" Und er gab nicht nach, bis
die Mutter unter all den vornehmen
Tarnen und Herren wieder ihr bäuer
liches Kopftuch hatte.
Als Kardinal Sarto, damals Patri
arch von Venedig, nach dem Tode des
Papstes Leo XIII. zur Papstwahl nach
Rom fuhr/ erklärte ihm eine Dame,
sie habe gebetet, daß der HI. Geist die
Kardinäle bestimmen möge, ihm die
Stimme zu geben. Dazu sagte Kardi
nal Sarto: „Da haben Sie eine sehr
schlechte Meinung vom Hl. Geist."
Uebrigens löste er sich bei dieser
Rom-Reise eine Rückfahrkarte, weil
sich der Preis dadurch um einige Lire
verbilligte. Denn trotz der reichen Ein
künfte blieb er auch als Patriarch von
Venedig für sich persönlich blutarm,
weil er alles verschenkte. Bei seiner
Demut wäre es ihm nicht im Traum
eingefallen, d6ß er vielleicht keine
Rückfahrkarte mehr brauchen könnte.
Tatsächlich fuhr er nicht mehr zurück,
sondern blieS als Papst in Rom.
(Fortsetzung auf Seite 8)
uHjyw»
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Catholic Hospice for the Accom
modation of Rev. Clergy, Nuns
and Laity Recommended as a
first class stopping over place while
in New York
Conven/enf to all Traag
portation Lin«s Aid to
TravmlwM
Ss6i^1Suplitor
332 West 23nd Street, between 8th
and 9th Aves.

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