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Ohio Waisenfreund. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1874-1953, June 20, 1953, Ausgabe der 'Wanderer', Image 2

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Au&dttoft
Fran P., O.
tet:
Mts ist im Leben häßlich ein
gerichtet,
Daß bei den Rosen gleich die
Dornen steh'u,
Und was daS arme Herz auch
sehnt und dichtet,
.Zum Schlüsse kommt das Von
einandergeh'n.
In de htm Augen Hab' ich einst
gelesen,
Es blitzte drin von Lieb' und
Glück ein Schein.
Ächüt' dich Gott, es war' zu
schön gewesen,
Behüt' dich Gott, es hat nicht sol
len sein.
Leid. Neid und Hak. auch ich Hab'
sie empfunden,
Om sturmgeprüfter, müder Wan
dersmann.
Ich träumt' von Frieden dann
und stillen Stunden,
Da führte mich der Weg zu dir
hinan.
In deinen Armen wollt' ich ganz
genesen,
Stint Danke dir mein junges
Leben weih'n.
Behüt' dich Gott, es wär' zu
schön gewesen,
Behüt' dich Gott, e* hat nicht sol
len. sein.
Die Wolken zieh'n. der Wiul)
saust durch die Biälter,
Ein Regenschauer zieht durch
Wald und Feld
Zum Abschiednebmen just das
rechte Wetter,
Grau wie der Himmel steht vor
mir die Welt.
Doch wend' cv sich zum Guten
oder Bösen,
D« schlanke Maid, in Treuen
denk' ich dein.
Behüt' dich Gott, «es war' zu
schön gewesen,
Behüt' dich Gott, e* hat nicht sol
len seilt.
F. N., Mo.
Aus München wird uns soeben be
richtet, das im ganzen nicht weniger
als 440,000 nichtdeutsche Emigranten
ins deutsche Bundesgebiet geflohen
sind und die bereits überfüllten Gaue
noch weiter belasten. Daß dieses
schwierige Problem auf die Tauer
nicht von Deutschland allein gelöst
werden kann, sondern auf internati»
it eil er Ebene Wege gefunden werden
müssen, wird in wachsendm Maße er
kannt. Allem in West Berlin gibt es
19,400 nichtdeutsche Flüchtlinge aus
dem Osten. Wie die Verhältnisse in
dieser Hinsicht in Bayern liegen, schil
dert die nachfolgende Uebersicht: Ex
ist den bayerischen Behörden zurzeit
noch nicht möglich, präzise Zahlen
angaben über die ans bayerischem Ge
biet lebenden nichtdentschen Emigran
tu zu machen, weil deren Registrie
rung außerhalb der Lager bisher
nicht abschließend durchgeführt werden
konnte. Insgesamt dürften aufgrund
von Schätzungen gut 117,000 Emv
granten in Bayern leben. Genaue
Zahlen sind nur hinsichtlich der Emi
grantenlager vorhanden. Die Gesamt
zahl der Lagerinsassen betrug am
1. Januar 195H 12,839, dos sind
also rund elf Prozent der insgesamt
in Bayern „vermuteten" nichtdeut
scheu Flüchtlinge. Vor beträchtlichen
Schwierigkeiten standen die deutschen
Behörden, als es darum ging, die
DP's und Emigranten nach ihrer
nationalen Herkunft zu ordnen.
Schließlich «erfolgte die Registrierung
nicht nach staatlichen, sondern nach
völkischen Gesichtspunkten. Im Falle
der Ukrainer etwa stieße man ans dif
fizile Probleme, wollte man sie ihrer
Herkunft nach staatlich registrieren:
soll man sie, soweit sie aus dem frühe
reit polnischen Staatsverband stam
men. als Polen betrachten oder, wenn
sie in Rumänien lebten, als Rumä
nen usw.? lieber frühere oder gegen
wärtige Grenzen hinweg ist daher in
der Herkunftsbestimmung das völki
sche Prinzip maßgebend. Das aller
dings hat zur Folge, daß die Zahl der
Nationalitäten eine babylonische Viel
mit ausweist: es gibt heute im Bun
desgebiet nicht weniger als 57 völ
fische Em ig rations tippen! Politisch
sind alle diese Emigrationsgruppen
und -grüppchen in der Regel in ver
schied em* Richtungen zerrissen, die sich
mitunter sehr heftig befehden. Nicht
weniger als 33 Komitees mit Vorsit
zenden, Geschäftsführern und Geitie
ralsekretären sind beim Staatssekre
tariat in der Prinzregentenstraße an
gemeldet. Was mit den rund 117,000
Emigranten in Bayern und mit den
restlichen 280,000 im gesamten Bun
ie§gebiet in der Zukunft geschehen
soll, ist noch eine offene Frage. Die
Allswanderung nach Uebersee hat im
VonPkof. J.M. DUEHRBN
Der
DaK bekannte „Abschiedslied" lau-
Leser fragt
\*i
wir
antworten
wesentlichen ihr Ende gefunden was
hente noch abwandert, ist zahlenmäßig
ohne Belang. Wenn keine Lösung auf
internationaler Ebene oder durch die
Rückkehr der Emigranten in ihre frü
her oder später besreiteu Heimatlän
der erfolgt, wird Deutschland diesen
Brocken zusätzlich zu den deutschen
Vertriebenen und Flüchtlingen zu
verkraften haben. Eilte Assimilierung
ist bisher kaum festzustellen. Tie Emi
granten konservieren bewußt lind mit
Hilfe eigener Schulen, Organisatio
nen nsw. ihre nationale Eigenart.
Tas aber hat wiederum Folgen hin
sichtlich der Arbeitseingliederung: da
die Emigranten sich weder sprachlich
noch fachlich den Erfordernissen anpas
sen, ist ihre Beschäftigung sehr er
schivert, wodurch den Fürsorgestellen
der Bundesrepublik neue Lasten auf
erlegt werden. Man kann aufgrund
der in den Emigrantenlagern in
Bayern ermittelten Zahlen annehmen,
daß etwa 40 Prozent der in ®atern
befindlichen Ausländer beschäfti
gungslos sind. Soweit sie am
30. Juni 1950 bereits auf dem Ge
biet der Bundesrepublik weilten, gel
ten sie als den Deutschen gleichgestellt
ititd erhalten dementsprechend Für
sorgebetreuung. Innerhalb des Bun
desgebietes weist Bayern den größten
Prozentsatz an nichtdeutschen Emi
grauten auf. Daraus ergibt fich von
selbst eine Schwerpunktbildung auch
politischer Art. Tie meisten nationalen
.Komitees und ihre Führer befinden
sich in München. Auf diese Weise ist
München zu einem Zentrum für Ost
ultd Südost Fragen geworden.
Der große Weltentdecker Christoph
Kolumbus (Ehristiphoro Colombo)
war nicht, wie geschichtsfrenide Pfit
scher behaupten wollen, von jüdischer
Herkunft. Geboren im Jahre 1446 zu
Genua als Sohn des Wollwebers und
(Gastwirts Tomenico Colombo, er
langte er auf Reisen (als Matroffc)
nach der Levante nnd nach Britannien
durch Selbststudium Kenntnisse in der
Nautik und in den klassischen Spra
chi'tt um 1478 heiratete er Donna
Felipa Perestrello aus altadeligem
Geschlecht. Aufgrund falscher antiker
Vorstellungen, verschiedener Berichte
von einem angeblich gesehenen West
Iaitd und angeschwemmten Kultur
gegensländen auf den Azoren glaubte
Kolumbus frühzeitig das von Marco
Polo geschilderte Ost-Indien (-China)
westwärts über den Atlantik erreichen
zu können. Bei der ersten langwieri
gen Entdeckungsfahrt landete er statt
dessen am 12. Oktober 1492 auf den
dem amerikanischen Festland vorgela
gelten Kanarischen Inseln.
Tie Rose, die schönste aller Blu
men. ist der Rosenkranzkönigin ge
weiht. Schon im Altertum waren bei
besonderen Anlässen Jünglinge und
Jungfrauen mit Rosen bekränzt.
Rosen wurden den Göttern geweiht,
der Venns als Symbol der Schön
heit. dem Cupido als Symbol der
Liebe. Wissen Sie, wie viel Rosen
sorten es gibt? Ein Katalog aus dem
Jahre 1829 nennt schon 2562 Rosen
namen. Und es sind immer neue seit
her aufgekommen: denn immer sind
neue Sorten gezüchtet worden. Wis
sen 2if, welchen Aufwand an Rosen
die Römer hatten? Nero gab für eilt
Fest allein an Rosen vier Millionen
Sesterzen aus, das sind 150,000 Dol
lar. Turch geschicktes Pflegen, Be
schneiden. Treiben waren die Rosen
das ganze Jahr zn haben. Auch heute
pflegt mau zu Weihnachten in Athen
Rosensträuße aus seinem Garten im
Freien zu pflücken und sie Freunden
zu schicken. Schon, Plinius erwähnt die
Anlage großer Rosengärten in Rom
mit über hundert Rpsensorten. Ferner
stammen die schönsten französischen
Rosensorten aus Berlin. Aus dem
Lemeschen Rosengarten auf der
Pfaueninsel kamen Züchtungen nach
Frankreich, und dann um die achtziger
Jahre wieder zurück nach Teutschland
als „französische Edelzucht". Im Mit
telalter hing bei Banketten über der
Tafel eine weiße Rose als Symbol
des Schweigens. „Sub rosa" gemachte
Mitteilungen waren geheim. „Wer
Geheimnisse dieser an der Tafel ver
trauten Gespräche anderen mitteilt,
soll für immer aus meinem Hanse
verbannt werden", konnte man lesen.
Alljährlich wird vom Papst am vier
ten Fastensonntag, dem Rosensonntag,
eine Tugendrose aus Gold geweiht
sie ist mit Balsam und Moschus parfü
miert. Schon im elften Jahrhundert
trug der Papst eine solche goldene
Rose bei der Prozession. Aber ein
Rosenkönig das ist nicht der Rosen
kavalier in der Richard-Strauß-Oper.
Es ist eilte Durchwachsung, eine
Rosenverbildung, eine Art Rosen
krüpptl. Die Geschichte berichtet, daß
$ if
Zwanzig Jahre lang einen beut
chen, den Lippeschen Rosenorden für
Kunst und Wissenschaft gab. Heute ist
das Rosenöl sehr gesucht, besonders
das Rosenöl aus Bulgarien. Die so
genannte „Rose von Jericho" ist über
Haupt keine Rose, sondern eine Art
Moosflechte, die sich im Wasser öffnet
und, trockengelegt, wieder zusammen
schließt. Schreiber dieses erhielt von
einem gelehrten Priester, einem per
sönlichen Familienfreund, eine Jen
cho-Rose aus dem Hl. Land mit
gebracht. Jeden Weihnachtsmorgen
lege ich sie in Wasser, wo sie wieder
aufblüht und angenehm riecht. Tie
Geschichte der Rose ist alt und sehr
interessant. Von Babylon bis zur Ma
doitita im Rosenhag, von !en hän
gen den Gärten der Semira is bis
zum Rosengarten im Botanischen
Garteit reicht sie. Nur eine Klage gibt
es': daß der Duft nicht im Wettlauf
der Züchtungen Schritt gehalten hat.
Neben der American Beauty und der
Rose dort Schiras ist es immer noch
die einfache, ordinär rote Rose des
bäurischen Gartens, die den köstlich
sten, würzigsten, erfrischendsten Dust
spendet.
Nach Franzosien, nach Französiert
Möcht' ich mit dem Schnauferl tosten,
Wo der Turm von Eiffel steht,
Wo die Frau nicht nur als Gattin,
sondern auch als Advokatin
Zu Gericht mit Männern geht.
Nach Berlinien, nach Berlinien
Möcht' jetzt ich auch hin benzinien.
Wo das Denkmal prosperiert,
Wo der klass'sche Schusterjunge
Seine Spreeatheller Zunge
Unbeengt spazieren führt.
Nach Sizilien, nach Sizilien
Möcht' ich automobilen.
Wo im Schnee der Aetna raucht,
Wo man unter hohen Pinien
Zn den roten Apfelsinien
Merschtendeels kein Messer braucht.
Nach Kalkuttien, nach Kalkuttien
Möcht' ich mit der Hupe tuttien,
Wo in Dschungeln Tiger brüll'n,
Wo auf mächt'gen Elefanten
Rajahs sich mit ihren Tanten
Lächelnd in Smaragde hüll'».
Nach Ichlaraffien, nach Schlaraffien
Möcht' ich motorpiffpaffien.
Wo vom Dach der Honig tranft,
Wo man Villen, Modeschlipse,
Austern und Champagnerschwipse
Ohne jedes Bargeld kauft.
Nach Hesverien, nach Hesperien
Möcht' ich dann hinchauffeurien,
Wo das Aug' der Schönen siegt.
Wo noch jetzt sich der Torero
Wie zu Zeiten einst des Nero
Mutig mit dem Stier bekriegt.
In New-Zlorkien, in New-Norkim
Möcht' ich Pneumatiks borgten,
Wo der Wolkenkratzer steigt.
Wo der edle Milliardäre
Sich, wie wenn er keiner wäre.
Unter schlichter» Bürgern zeigt.
Zillertalien, Zillertalien
Hütt' ich schutzbebrillt ei um alien
Dllrchtöfftöfft doch gar zu gern.
Wo man, bald von Hängen rodelnd.
Bald in Wadenstrümpfen jodelnd,
Gemsen manchmal sieht von fern.
Nach den Fjordien, nach den Fjordien,
Möcht' ich mit dem Auto fportien.
Wo der Seehund bellt und lebt.
Wo man alle seine Wünsche
Teils in echte schwed'sche Pünsche,
Teils in Einsamkeit begräbt.
F. O.
Tas von Ihnen erwähnte Buch
„Ayesha" von Kapitänleutnant Hfl
mut von Mücke ist zum Preise von
$3.00 zu beziehen von Prof. I. M.
Tuehreu, 643 So. Ohio Ave., Colum
bus 5, Ohio. Es ist das einzige erhal
tene Eremplar des berühmten dent
schert Kapitäns im ersten Weltkrieg
es ist eine spannende und abenteuer
liche Schilderung der Geschehnisse auf
dem Schiff „Ayesha". Das Buch ent
hält auch ein Bild des Kapitäns
von Miufti.
Wm. H., SLd-Dak.—
Wir raten Ihnen entschieden von
den modernen Haarmitteln zur För
derultg des Haarwuchses ab selbst die
Haarwaschmittel sind oft dem Haar
und dem Haarboden schädlich. Ein
sehr gutes Haarniittel, das unsere
deutschen Eltern stets gebrauchten und
das von Pfarrer Kneipp empfohlen
wird, ist folgendes: Frische Kletten
wurzeln (Burdock, Lappa) im Früh
font titer gesammelt/ drei Pfund zer
quetscht (tnashed) oder ein Pfund ge
trocknete aus der Apotheke mit zwei
Pfund kochendem Wasser angebrüht
und zerquetscht acht Zehen Knoblauch
(Cloves of Garlic) sowie zwanzig spa
nische Fliegen werden gleichfalls zer
quetscht und in die obige Klettenwur-
omv WMsMMOsm»
7
A. W., Mo.
Das gewünschte „Allerweltslied"
lautet:
zelbrühe hineingetan. Ebenso ein Eß
löffelvoll gepulverten Borax bann
mischt man eine Quart starken Alko
hol mit einem halben Pfund Glyzerin
und einer Pint Bay Rum, gießt es
zur obigen Klettenwnrzelbrühe, läßt
das Ganze ein paar Wochen stehen
(natürlich in einem verschlossenem Ge
fäß), schüttelt es oft und filtriert es
schließlich ab. Mit dieser Klettenwur
zeltinktttr, zu der man noch ein wenig
wohlriechendes Oel, wie Bergamot
usw., hinzutun kann, befeuchtet man
den Haarboden täglich ein- oder zwei
mal.
Lerlin Bafitirn der
Freiheit
(Schluß)
Es ist klar, daß Menschen, die jah
relang unter einem immer lauernden,
in seinen Horchern und Spitzeln all
gegenwärtigen und stets mißtraut
sehen Regime gelebt haben, sich in ei
ner freien Welt erst zurecht finden
müssen. Hier werden sie nicht mit
Jahresplänen, Arbeitsnormen und
Sollzahlen überfüttert. Hier dröhnt
man ihnen nicht die Ohren voll mit
Aufrufen zur freiwilligen Leistungs
steigerung, mit 'den Parolen vom so
zialistischen Aufbau und Fortschritt,
mit den heuchlerischen Beteuerungen
der eigenen Friedensliebe obwohl
man bis zu den Zähnen bewaffnet ist
und den fanatischen Schmähungen
der andern, die imperialistische, kapi
talistische Kriegshetzer sind, weil sie
gegen einen schwerbewaffneten, durch
aus nicht rücksichtsvollen Nachbarn sich
vorsehen wollen.
Was sollen die Flüchtlinge dazu sa
gen, daß sie in West-Berlin alle ost
zonalen Zeitungen kaufen können,
während umgekehrt der Verkauf west
zonaler Zeitungen in der Sowjet-Zo
ne undenkbar wäre. Nun, sie werden
sich leichter an die neue Freiheit ge
wohnen, als sie die Unfreiheit ertru
gen.
Aber denken wir att alle jene, die
in der Ostzone bleiben. Die Flücht
linge haben ein Recht auf unsere
Hilfsbereitschaft, sie darf aber den
Brüdern uud Schwestern in der Ost
zone nicht entzogen werden. Es wäre
wünschenswert, wenn zwischen Ost
und West-Deutschland von Familie zu
Familie eine Verbindung angeknüpft
würde, di'e materielle Hilfe vermittelt,
vor allem aber auch geistige. Die Men
scheu jenseits des Eisernen Vorhanges
müssen spüren, daß wir uns um sie
sorgen, daß wir sie bewundern wegen
ihres Ausharrens, daß wir vor ihnen
beschämt sind wegen ihres Glaubens
mutes und der Tiefe ihres religiösen
Lebens. Es.wäre nicht nur ein natio
nales Unglück, wenn die Deutschen in
der Ostzone den Eindruck gewännen,
daß sie von den satten Bürgern der
Bundesrepublik abgeschrieben seien.
Zu den soeben beendeten Artikeln
paßt trefflich eine Notiz in ,Der Feuer
reiter' für den 16. Mai, betitelt:
„Taktische Waffe Der Hunger".
Tie Versorgungskrise zwischen Elbe
und Oder ist keine echte Krise, sondern
eine taktische Waffe im Kampf um die
„Schaffung der Grundlagen des So
zialismus" in der Sowjet-Zone. Das
ist das erschütternde, durch die Berich
tc geflohener Funktionäre bestätigte
Ergebnis sorgfältiger Untersuchungen,
die beweisen, welcher unmenschlichen
Methoden die kommunistischen Macht
haber fähig sind, wenn es darum
geht, ihr politisches, von Moskau ge
steckt es Ziel zu erreichen. Weil der
selbständige private Handel als eine
der letzten Bastionen des Mittelstan
des fallen soll, wird bewußt und ab
sichtlich eine Hungersnot herbeige
führt. Weil noch Reste selbstbewußten
Bürgertums der vollständigen Sozia
lisierung des Verteilungsapparat s
im Wege stehen, werden Millionen
von „Normalverbrauchern" dazu ver
urteilt, die wichtigesten Lebensmittel
und Verbrauchsgüter zu entbehren.
Man versetzt die Menschen in Erre
gung, präsentiert ihnen einige Sün
denböcke und ahndet deren angebliche
Fehler mit Maßnahmen, die noch
weitaus weniger im Sinne der Be
völkerung liegen als 'die Mißstände,
denen ihre Erregung galt. Der Schlag
gegen den bürgerlichen Handel trifft
zugleich auch die bürgerliche LTP:
alle SETisten waren wohlweislich
aus dem Ministerium für Handel und
Versorgung herausgezogen worden,
so daß eine „Zentrale von kapitalisti
schen Feinden und Schädlingen"
übrigblieb weiterhin darf der Staat
nun „mit gutem Recht" die Hand aus
Vermögen und Liegenschaften des
.Handels legen und kann es in dem
Durcheinander wirksam verschleiert
werden, daß immer neue riesige Le
bensmitteltnengen in die unergründ
liche Staatsreserve wandern. Wäh
rend nun die Deutschen der Sowjet
Zone in stummer Verzweiflung den
Hunger erdulden, wächst über ihnen
eine neue Drohung empört: die Ab
lösung der künstlichen Versorgungs
krise durch eine echte, wenn im Früh
sommer als Folge der Bauernflucht
'«fV' "W jar *gpi6v wc%\?
Sie«,
iiA-"w•'-"*
1
£*2
Verdauungsstörung
Gase und Blähufigen
verstimmtem Magen
Kopfschmerzen
Schlaflosigkeit
Nervosität
hervorgerufen durch
Hartleibigkeit?
Rehmen Sie Forni's Alpen•
Kräuter heute A
bend—sehen
wie viel hesser Sie
tich Morgen fühlen
lieiden Sie nicht unnötigerweise noch
einen Tag. Nehmen Sie das zeiter
probte Forni's Alpenkräuter. Mehr
als ein Abführmittel,— eine Magentä
tigkeit anregende und Blähungen ver
treibende Medizin, hergestellt ans
(nicht nur ein oder zwei), sondern 18
Natur-Kräutern, Wurzeln und Pflan
zen. Eine exklusive Formel. Alpen
kräuter bringt träge Därme zum
Arbeiten hilft verhärtete Abfallstoffe
auszuscheiden,—die durch Hartleibig
keit verursachten Gase und Blähungen
zn vertreiben, erzeugt ein angeneh
mes Wärmegefühl im Magen. Kaufen
Sie noch heute Forni's Alpenkräuter
in Ihrer Nachbarschaft oder senden
Sie für unser Spezial Einführungs
Angebot.
der Anschluß an die nicht tt*
reicht wird.
,Der Feuerreiter' bringt einige
Bilder zu der vorausgehenden Notiz.
Unter dem Propagandaschild an der
Ost-Berliner Warschauer Brücke sitzt
ein Versehrter, erschöpfter Man«. Mit
Parolen und Aufrufen ist er reichlich
gefüttert. Was ihm fehlt, sind Nah
rung und Kleidung. Der Staat, der
das Volk angeblich zum Sozialismus
führt, gibt nur denen ausreichend zu
essen, deren Arbeitskrast er braucht.
Die ungezählten anderen, die Alten,
die Kranken, die Hilflosen und die
keiner privilegierten Klasse angehören
dm Normalverbraucher sollen sehen,
wo sie bleiben. Sie sind einfach int»
interessant.
Eine andere Photographie: Hager
und verhärmt, mit einem fadenscheini
gen Kittel und in schlechtem Schuh
werk, schiebt eine Frau die Karre mit
Gepäck zum Bahnhof des Ostsee-Ba
des Zinnowitz. Selbst bei 'dieser schwe
reit Arbeit muß sie lange sparen, be
vor sie ihre kärgliche K«rtenration
durch einen Einkauf im staatlichen
HO-Laden ergänzen kann.
Was es zusätzlich gibt, können die
Angehörigen der „übrigen Bevölke
rung" nicht bezahlen, was ihnen zu
steht, bekommen, sie nicht. Versor
gungsminister Hainan (SPD) erklär
te zwei Tage vor seiner Verhaftung
als „kapitalistischer Schädling":
„Wenn mir 20,000 Tonnen Marga
rine versprochen und nur 2,000 ge
liefert werden, kann ich auch nur 2,
000 verteilen."
So sieht es im Gowjet-Paradies
aus. Daß Gott erbarm!
H. Wels, S.J.
Eilte Türe zugeschlagen!
Ueberau in der Welt kommt es vor,
daß junge Leute zwischen sechzehn und
zwanzig Jahren sich gegenseitig Lie
besbriefe schreiben. Das ist so normal
wie im Frühling der Kuckucksruf aus
dem Walde. Und überall in der Welt
kommt es vor, daß eines Tages eine
Mutter ganz besonders gründlich in
Stube und Kasten aufräumen will
und dabei diese verstohlenen Liebes
briefe entdeckt. Vielleicht findet sie ei
nen solchen Brief auch bloß in der
Tasche, wenn sie die Sonntagsjacke
ihres erwachsenen Buben in den Ka
sten hängt, und sie liest diesen Brief.
Ich würde ihn nicht lesen, aber das ist
Geschmacksache. Die meisten Mütter
also lesen diesen Brief, regen sich
mächtig darüber auf und „sagen es
dem Vater", wenn er abends von der
Arbeit kommt. Und 'dann wird zu
zweit die gefährdete Erziehung wie
der zurechtgebogen, man macht der
Tochter, dem Sohne eine Szene mit
viel Gepolter, läuft vielleicht mit den
gefundenen Briefen über die Straße,
in fremde Häuser und betont nach
allen Seiten hin mit Punkt 1 und 2
und 3, daß man eine ehrbare Familie
sei und solchen Unfug im Haus nicht
dulden wolle. Ist der dramatische
Aufzug ausgespielt, dann herrscht im
Hause wieder Ruhe der Sohn, die
Tochter läßt den Kopf hängen, und
die Eltern ruhen sich aus im beharr
lichen Gefühl, ihre Pflicht erfüllt zu
haben. Das 57ind soll es wissen, und
es ist nicht unangenehm, wenn man
es auch über die Straße weiß, wie
sehr man Hause auf Ordnung
hält.
Gut, aber die Ordnung ist nicht
alles. Auch ein Schäferhund hält Ord
nung, und noch niemand hat behaup
tet, daß die Schafe ihre Wolle dem
Schäferhund verdanken, oder daß sie
dick werden, weil man ihn^n in die
Wf* y
vt
*i „.,-
S» Joni
I Senden Sie diesen ''Spezial- I
Angebots" Kupon
Beine beißt. Und leider ist es so, daß
die meisten Eltern gerade in den we
sentlichsten Dingen des Lebens ihre
ganze Erziehungskunst darauf be
schränken, den Schäferhund zu spie
len. Man hat den Kindern beige
bracht, wie man anständig eine Suppe
auslöffelt, daß man die Ellbogen nicht
auf den Tisch legen soll, daß man zu
schweigen habe, wenn ältere Leute
Gespräch führen. Aber von Geschlecht,
Liebe und Che, von Dingen also, die
einmal am meisten die Zukunft eines
Kindes entscheiden werden, darüber
wird mit keiner Silbe gesprochen.
Man beschwichtigt sich damit, daß ih
neu diese Dinge, wie Ohren und Na
sen, wohl von selber zuwachsen wür
den.
Es ist ein großes Unrecht, das man
den Kindern antut, wenn man sie in
der Reifezeit allein läßt. Nein, liebe
Eltern, diese Dinge werden ihnen
nicht von selber zuwachsen oder doch
nicht auf eine gute Art die Kinder
werden sich die guten Worte über Ehe,
Liebe und Geschlecht, die ihr ihnen
nicht mitgegeben habt, als unsaubere
Fetzen von der Straße auflesen. Es
ist vielleicht nicht lauter T^lgendhaf
tig Feit, die uns antreibt, die Liebes
briefe unserer Kinder so ängstlich zu
überwachen, es ist vielleicht bloß das
schlechte Gewissen. Bei unfern Kindern
ist ein geheimer Garten herangewach
sen, wir haben darin nie gepflanzt
und gepflegt, haben uns nie Mühe
gegeben, das Türlein zu diesem Gar
ten offenzuhalten. Nun ist es ver
schlossen, und wir müssen spionieren,
damit kein Unglück erstehe. Und pas
siert den Kindern Ungeschick, dann
hauen wir gleich knüppelfest zu, statt
diese letzte Chance auszunutzen, um
mit unserem Kind in ein Gespräch zu
kommen, das wir ihm seit vielen, vie
len Jahren schuldig sind. Keine Angst,
der Sohn, die Tochter werden sich
ducken aber wir haben vielleicht zu
viel Lärm gemacht, um zu hören, wie
ein Türchen zugeschlagen wurde, das
sich nie mehr öffnen wird. Die Ori
nung ist wieder hergestellt man hat
sich nichts mehr zu sagen. Karitas
Korrespondenz, Frdburg,
Der Weite entgegen
3ple$ webt und wirkt im Ackerfeld
in Stille planvoll ohne Rast,
weit dehnt sich rings das Aehre»«he«
im sommerlichen Sonnenglast.
Boa fernher lockt der Wachtel R»f,
ier Chor der Grillen geigt und zirpt
den Austakt zu dem Totentanz,
da all die reife Schönheit stirbt.
Bald schreitet übers Stoppelfeld,
der Landmann, reich von titoit
beschenk^ ..
und flüstert let8 ein ^anfgebet,
vom Abendwinde überweht,
.vi
Jetzt
Einliegend $1.00.

Fl
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läre 11 Unzen
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Nam*
Chicago 40, 'III.
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4541-45 N. Ravenswood Ave.
Frans Matt.

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