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Hermanner Volksblatt. [volume] (Hermann, Mo.) 1875-1928, February 18, 1875, Image 1

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Frau Graf & Comp., Herausgeber.
Preis: 53.00 per Jahr.
Office: Ecke der Vierten & Schiller Straße.
Jahrgang I.
Ajcvmann, Mo., Donnerstag, bcn 18. Zycbrnnr 1875.
Nnzniner US.
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MJKnßflil' - nfY th fr UVj s s
-fep'vPl aP Ml !W vÄÄW
Nndolpl) tzirzcl,
Advokat & össentl. Notar,
HERMANN, MO.
Praktizirt in sYaSconade und anarrnzknkn
SounkicS und besorgt alle ihm anvertrauten Ge
schäfik gut und pünktlich.
O. ISTIIEIDIEIR,,
Nechtsanttalt,
HERMANN, MISSOURI.
Praktizkrt in allen (Vkrickit.-'hcfcn in GaScon
aU und angrenzenden CeuntieS. 1
JOSEril KE5SLER,
Oessentlicher Notar. Landagent u. Col
lcctor.
?erferti'qt DeedS und MortgaqeS. Contrkte :c.
Vesorgt Z?rr. Staaten Pässe, sowie elrer. Pa
ckele uud Briefe von und nach Xeuticblslno und
der Schweiz. Vesonrere Zlufmerksamkeit wird
dem CoUektireu gewidmet.
mj & Le!cl).
Neclitsanwälte,
JKFFERS0N ClI T, MO.
wir praktiziren i, GaSconade, Hole, Ca?aw.
Samten, Boone, Jvankiin, MarieS. Miller. ilc.
niteau, Moraan und Petiiö Counties. sowie in der
Supreme Court, in rer ersten Distrikt Coar nnd
in der Ver. Staaten kourt für den we,.lichen Ti
strikt von Missouri. . 33
II. T.lIXTEIl
Wer. Staaten Aichcr,
Tj. S. GAUGER, des
Zweiten Distrikts vottMissouri.
Ofnce in .ficrnmint, Mo.
Fr. Jürgens,
Arzt, Wnudrt & Grötirtshelscr,
HKRM.aNN, MO.
Ossice in cnn) Sohn?' yaufc, an der
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Christiane Jürgens,
geprüfte Hebamme,
hat eine rciK!tnä;icicii ursus in einem
.edamliieinnstitlit Dentschlands diirdjiK
i:nicht, nnd lnclrt hiermit ihre Dienste
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(friihel ilrbeiterljaflc)
Mjrr- nnil jutilirnis,
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Jvlitt I. Bircher.
?!o. 513 südliche Vierte Straße, nahe
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ST. LOUIS, lO.
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HERMANN, 0.
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Wein n. Bier Saloon
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JOHN PFAUTSCH,
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St. Loniser Lagerbier, Weine, öiquöre.
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ge,chk'kt. Jeden Morgen um 10 Uhr wird ein
guter Lunch aufgetischt. 40
LEIMER HOTEL
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ttttd Bier -Saloon.
.'OHN !ER, Eigenthümer.
u.ig's bestes St. Loui'cr Bier, Wein und
scw:c "stcr Qualität stets ä!
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Zwei Sonette.
Der Jugend Liebe.
Wen- auf die Alpe heiß herniedrrstcchen
Die Sonnenstrahlen in des Frühlings Glühen,
AuZ ti frm Schlaf die Vlumen neu erblühen,
Za schmilzt de. Schnee der eiöcrstarrten Zlächen-
Und brausend strömt die Iluth in wilden Bächen
Zum Thal, daß taumelnd Schaum u d Tropfcn
sprühen.
Zu dämmen sie, hilft nimmer ein Bemühen,
Durch Zels und Mauer wird sie tobend brechen.
Und TagS darauf? Da ist der Strom verronnen
Und von der Zluth so stürmisch wild begonnen
Ist oft ein wi zig Wasserlcin ge liebcu.
Das kaum den durst'gen Wanrerer mag letzen.
Erfrischend kaum des Ufers B umrn netten
So ist der Jugend h'.mmelstürmcnd Liefen!
II
Deö Mannes Liebe.
Tah'st Du da das Mccr in stolzer Ruhe liegen.
Gekräuselt nur vom Adendhauch, dem leisen.
Wenn majestäiisch eö in Wogcnkreisen
Sich freundlich um den grünen Strand mag
schmiegen ?
Sah'st Du die Schiffe lastent-agend fliegen
'Auf seines starken Rückens breiten Gleiie::.
Und dann die Wunder, die die Ticfea weisen,
Wo auf den Grund sich ed e Perle.i wiegen ?
Und sah'st Du auch den Ocean sich bäumen.
Wenn sturmdurchwüklt gcwalt'ge ?ogen schäumen
Ho u aus dem chocfje eines UserbanneS i
Sah'st Du ibn so, im Ruhen wie im Ringen
Unwandelbar die Erde treu umschlingen?
So ist die tiefe Liebe eine? Mannes .'
Eine cinfachc Geschichte
Von Friedlich Friedrich.
Ueber dcS Assessors Gesicht ;uc?tc ein
wchmütingcs, f.'.tt trauriges äch'-ln in
Einige Secunden ließ er den Blick
auf ilzin ruhen, ohne zu antworten
Nein, Doctor." erwiderte er. indeii
er die Hand auf Paulsen' Schulter kiU
und diätt vor tlirn Ileken Ihcü. .. iscw.c
Freundschaft ist dak t.5:in;ie. ivor.in icl
ncch claude daö Einzige. Aber euch
sie vcrde ich bald auf die Probe stellen
,n ü ss e n fc a n in e r d e i ch se e n , w a ö c i , 1
Freund vcrm ?g "
,,2.'c wird die Prolc auöhailen," ver
sicherte Paulsen.
(Sclobc nichts," siel Topp ein ver
sprich nichts, dann wirst Du weniiNkenS
Deinein Worte nickt ungetreu ! Sieh
wenn ich ji-ljt in Dich dränge, so würdest
Du mir vielleicht schwören, daß Du stets
mein Freun) bleib. würdest, und nior
gen oder übermorii-n oder in acht
Tagen hättest Dn den Schwur bereits
wieder vergessen. Deshalb versprich
nicht? !"
Topp, waS ist vergefallen ?" fragte
Paulsen noch einmal.
Nichls nichts, bester Freun! " wie
dcrliolte der Assessor. Ziel?, die Son
ne scheint lzutc cbcr.s freundlich und
warm wie gestern, wie schon seit vicrzekn
Tagen; schau auf die Straße hinab, dir
Menschen laufen und drangen sich wie das
ganze Jahr hindurch, die einen gehen
ihrem Vergnügen nach und die andern
mühen sich, die wenigen Thale? zu ver
dienen, welche sie zu, Leben nöthig ha
ber weder die Sonne, noch die Men
schen wissen ctwaS davon, das; etwas vor
gefallen ist, was könnte es also von Ve
dcutung sein Sei still, Paulsen, und
dr nge ich: in mich ! Das ganze Weltall
besteht aus Atomen, auch der Mensch ist
nur ein solches Atom mehr nicht, Wav
liegt aber daran, ob ein solches Atom sich
glücklich oder unglücklich fühlt? Was
trägt es aus. ob das Her; eines Menschen
aus Freude oder Schmerz schneller schlägt,
oder ob es czanz stille steht? Nichts
nichts ! Die Son.e würde scheinen und
wenn die halbe Menschheit unterginge,
und die übrig Gebliebenen würden sich
freuen, weil sie dann mehr Spielraum
für ihren kurzenLcbenstanz hätten. Das
wäre Alles .'"
Paulsen war unwillig geworden.
Seit langen Jahren war er mit Topp
befreundet, und hatte deshalb ein An
recht auf sein Vertrauen liv errieth.
was ihn in so heftige Aufregung versetz
te, ohne die (Iröße seines Schmerzes zu
ahnen.
Eut, ich will nicht in Dich dringen,"
sprach er abdachend, d-m: erzwungenes
Vertrauen ist kein Vertrauen." 1
Er ergriff den Hut, um fortzugehen, j
Paulsen !" rief Topp, seine and er
fassend und ihn zurückhaltend, gehe nftyL
in Unwillen von mir ! Wenn ich Dir nicht
Alles mittheile, wZs hier in meiner Brust
z.'hit, so weis-t Ou, daß es nicht aus
Mangel an Vertrauen geschieht. Giebt
eö denn keinen anderen Grund, der mich
zum Schweigen zwingen könnte? Und
wenn es nur der wäre, das; ick Dir den
Glauben an Liebe und Treue, k'en Glan
den an die ganze Menschh. it nicht crschüt-
tern möchte ! Wenn ich nun nicht un
Stande wäre, D'r das, was mich schmerzt,
mitzutheilen ? Es giebt ja Dinge, welche
der Mund aus,uspreche-, sich weigert,
welche die Lippen nicht hervorzubringen
wagen, die allein in der Brust des Men
schen ertra'-cn, abgemacht und begrabeu
werden messen ! Nur zürne mir n.cht.
Ich kann den Gedanken nicht ertragen
isj Du mit Unwillen von mir gehst
Ich weiß, das; Du mein Freund bist
bleib es auch bleibe eö. Paulsen!
Nun geh, denn der Kops brennt mir
er schmerzt, allein Du kannst mir nicht
helfen. Leb wo'l !"
iir preßte noch einmal d;s Frcnndcs
Hand scst in der srii'igen und sch,v ihn
dann sanft der Thür zu.
Paulsen ging. 5'r wußte, daß eö
Aufregungen und Schmerzen giebt, die
cr Mensch am besten allein überwin
det. Inge lang satte Paulsen nichts von
seinem Freunde gehört. Er war zwei
mol bei ihm gewesen uns hatte jedesmal
das Zimmer verschlossen gefunden. Er
war zu sehr' beschäftigt, um viel an ihn
denken zu können, und trug sich außerdem
mit der Hoffnung, daß des Freundes
leicht cnegbars Blut sich bald wieder
b ruhigen werde. Nicht zum ersten Mal'
hatte er Topp in einer solchen Aufregung
gcsihcn.
11 in so mehr war er überrascht, als
i'.ni einige Ta,,e später früh Morgen?
Topp's Wirth in wenigen Zeilen ai:ffr
ierle, sofort 1 komme'?. Ein banges,
fast erdrückendes Gefühl bemächtigte sich
seiner. Weshalb hatle Topp ihm nickt
selbst geschrieben? Er konnte kaum noch
in Zweifel sein, daß demselben ein Un
fall zugestoßen si.
In Hast kleidete er sich an und eilte
zur Wohnung des F-eundcs. Der Wirth
desselben kam ihm auf der Treppe cnt
gegen-
Was ist ge'cheh'n ?" fragte Paulsen.
den des Mannes Gesicht das Schlimmste
befürchten ließ.
Kommen Sie." erwiderte der Mann
und schritt ihm vorar. zn Topp's Zimmer.
Dies werden auch Sie nicht befürchtet
haben, so sehr Sie mit ihm befreundet
waren. Es konnte ja Niemand ahnen,
und es ist mir auch unbegreiflich."
Paulsen körte die Worte kaum Hastig
trat er in Topp'S Zimmer Erschreckt
blieb er an der Thür stehen AIs Arzt
war er an heftige Ncrvcneindrückc ge
wöhnt, dennoch mußte er sich an einem
Tische halten, um nicht umzusinken.
Topp lag auf dem Sopha, füll, reg
ungslos, mit bleichen Zügen. Ein
schmaler Blutsreifen zog sich von dem
Sopha über den Fußboden hin er ver
rieth im Alles.
Alle Kräfte zusammenraffend stürzte er
auf den Daliegenden zu und 'erfaßte des'
sen Hand die Hand war bereits kalt
und erstarrt.
Todt - todt !" rief Paulsen ver-
zweiflungövolt. Dies hatte er allerdings
nicht befürchtet.
Des Todten Rechte hielt noch den
Griff eines Dolches umfaßt, mit welchem
er üch den Stoß in das Heiz versetzt
hatte.
Wer hatte dies geahnt l" sprach der
Wirth. Mein Mädchen fand ihn so.
als sie in da? Zimmer trat, un ihm den
Kaffee zu dringen."
Paulsen antwortete nicht er hörte
ihn auch nicht., Sem Blick war starr
auf den todten Freund gerichtet. Die
Züge desselben waren durch den Tod nicht
im Geringsten entstellt, nur die Furchen,
welche die Schinerzen in den letzten Taaen
ui cem weiimte cinaearabe:, hatten.
ließen erkennen, wie unsagbar viel er
erduldet hatte.
Thränen stürzten aus Paulsen's Au
gen. Jetzt begriff er Ost, weshalb Topp
ihm, als er zum letzten Male mit ihm
zusammen gewesen war, nicht Alles hatte
mittheilen wollen. Schon damals hatte
der Entschluß zu sterben in rhm gelebt.
Deshalb hatte er ihm die Hany so fest
gedruckt, als er von ihm schied. Wenn
er eine Ahnu"g von dem Vorhaben des
Freundes gehabt hätte, so würde er den
noch vielleicht im Stande gewesen sein,
die entsetzliche That zu verhindern! Es
war zu spät !
Kein Zug in des Todten Gesicht ver
rieth einen Todestkampf.
Paulsen nahm alle seine Kräfte zu
sammen und öffnete des Todten Weste
und Hand. Der Dolch hatte das Heiz
durchbohrt der Tod mußte augenblick
lich erfolgt sein.
Auf den. Schreib ische lag ein um
fangrcicher Bri'f derselbe trug Paul
sen's Adresse. Das daneben stehende
abgebrannte Licht verrieth, daß Topp bis
spät in die Nacht geschrieben h'tte Ne
ben dem Briefe lagen ie Schlüssel zum
---ecrctar. Er schleu Alles 111 Nuhe ge
ordnet zu haben-
Einige Augenblicke hielt Paulsen den
Brief in der zitternden Hand, ohne ihn
zn öffnen. Derselbe enthielt die letzten
Zortc und Gedanken seines Freundes,
und er hatte in der That einen Freund
an ihm verloren, der i" guten und trüben
Sinnden ihm getreu zu Seite gestanden
hatte, cer jedes Opfer für ihn gebracht
haben würde.
Endlich öffnete er den Brief, der nocb
mehrere andere Schreiben enthielt, und
ae die an ihn gcriteten Zeilen. Die
selben lauten :
Lieber Paulseil ! Du allein darfst
mir meiner That wegen nicht zürnen. Du
mußt mich begreifen, mir verzeihen.
Das Urtheil alltr anderen Menschen i'
mir aleiclmültia. 'An das ,.t) rnortUM
uil nisi bti?o ! glaube ich nicht, denn die
Menschen werden mich fast alle verdam
m.n r..,d seilst m.inen armen Körper noch
zu richten versuchen, indem sie ihn in ei
ner Ecke dcS Friedhofcs oder auch
außerhalb desselben in die Erde senken.
Mir ist es leichgiltlg Eide ist Erde
und mein Her,; ivird auch außerhalb der
Friedhofsmauern Ruhe siaden. Das ist
das Einzige, was i ersehne.
I 1, Paulien, Du darfst mir nicht züe
neu ! Wozu soll ic. ein Leben länger tra
gen, welches für mich nicht den geringsten
Werth mehr betzt. Ich weiß, daß keine
Zukunft mir das wiedergeben kann, was
ich verloren habe. Man mag mich einen
Thore,, fche'tci'., weil ich so glühend und
leidenschaftlich geliebt habe ich habe es
gethan, nt.d mein Herz schlägt in dieser
Stunde noch mit derselben Liebe für sie,
auf die ich o fest gebaut uud die micl
van sich gestoßen, die mir die Treue nicht
gehalten hat
Du erinnerst Dich an Heinrich Heinc's
Worte:
Das ist eine alte Geschichte,
Doch bleibt sie cw g neu.
Und wem sie just passir-t,
Bricht sie d..o Herz entzwei !"
Sieh' ich habe Tage lana mit meiner
That ge;ö.',ert, in e er Erwartung, daß
mir das Herz brechen werde ich hoffte
es, denn c5 war mir traurig zu Muthe !
Auch Heine's Worte lügen ! Ich will sie
indeß wahr zn machen suchen und m incm
Herzen selbst den Todesstoß versetzten !
Ich hätte Dich gern gern noch einmal
gcs.'hn r.n Abschied von Dir genom
men ich konnte es nicht. ES ist auch
gut so, denn auch Du konntest mir nicht
helfen. Ich sehne mich zu st.'rben. Der
Se Zanke, daß mein Her; still stehen wird,
daß das schnelle, krampfhafte Pochen
desselben aufhört, der Gednke, daß alle
Schnierzen mit deut einen Stoße ausge
löscht werden, di.ser Gedanke erfüllt mich
mit unsagbarer Befriedigung Ich habe
kein Recht, mein armcS Herz noch länger
leiden zu lassen, d-nn ich habe mich über
zeugt, daß eö nie vergessen wird !
Paulsen, glaubst Du, daß es Treue
gibt? Ich glaube nicht daran! Und
doch doch ich will an Deine Treue
glaube, an Deine Freundschaft. An
sie richte ich meine letzte B'tte.
Den einen Brief ,ende an sie ner-
brocken er ist für sie allein bestimmt
Den anderen Brief lies durch, präge Dir
seinen Inhalt ein und bewahre ihn sicher
in Deivcn Händen. Er soll mich an dem
Manne rächen, der mich beleidigt hat
ohne mir Genugthuung zu geben, der mir
meine Liebe geraubt hat und mir all die
enl-tzlichen Qualen beratet. Der Zu
fall ocr ein gutes Geschick hat den Brief
in meine. Hand geführt. Lies ihn, Paul
sen, nnd d?n gehe mit ihm zu Hohnstein.
zeige ihm de Brief und sac,e ihm:n
dem Tage, an reichem er sich mit Bertha
oder mit irgend e'..,em andern Mädchen
verheirathe, werdest Du diesen Briex ,
mehreren Zeitungen veröffentlichen !
Paulsen, ick bitte Dlch, sige dieS und
führe die Drohung aus, wenn er es den
noch wagen sollte, je seine Hand nach ei
nem Me dchen auszustrecken. Thue eS
es tit die letzte ':lke meines armen
Freundes! Ich weiß Du wirst es
thun !
Nun lebe wohl. Paulsen ! Ich bin mü
de, obfchon ich dicht vor dem Tode stehe
In meinem Seeretär findest Du die Be
stimmnngen über mein geringes Vermö
gen - ich habe sie durch einen Notar
aufnehmen lassen. Dich habe ich zu
meinem Eiben ernan-.t. weil ich glaube,
in , .1 v . st -1- V .1VV -Vl.V VUUHHVHtl
O11 hilf itr M,,?rt0 ,111 Msim h, 18 I ' '
U VI-4 Ull llltlkjfa llbMl t. II 11, VIU IV
giebt.
Du hast wir einst gesagt ein Dolchstoh
in das er: sei der beste und der ver-
Künftigste Tod ich glaube,
daß Du
Recht h .st. deöh lb will ich eö verj
ö)"
j.
Paulsen ließ den Brief ans den Tisch
... rr-.i.. ii I
fallen und bedeckte das Gesicht mit beiden
Händen Wie viel Hie viel würde er
iA-.,m .w!,,,. I,rtf.-n. rnonn rr d-
Freund in das Leben hatte zurückrufen
können ! Auch in sein Lebeu war dadur
eine Lücke gerissen, welche schwer, viel
leicht nie wieder auszufüllen war. Er
konnte sich wohl neue Freunde erwerben.
aber keinen Jugendfreund, keinen Zeugen
der Hoffnungen uud Träume, die auch er
bereits zum großen Theile zu Grabe ge-
tragen hatte.
Auf seine Wink verließ der Wirth
das Zimmer.
An die Säte des Todten ruckte er
einen Stuhl und ließ sich darauf nieder.
Dann erfaßte er die kalte niederhängende
Hand uud hielt sie fest in der seinigen
t,inr viifif. fiMM 5ttn,i5 uns hin si f 'iffl Mi
w l ..,vfc.i. ... . mv. . I V . . v . v. . . .
V 0 . . .. . .r.
(.),... S . rrtSt..ii fVi iitt.f( ihm itrfif
c"!lf" 110 V. Su...t
Er lvuizkc. ivle gtuheno er gcllevr yaire,
und begriff, daß er nicht im Stande
gewesen war, den Verlust seiner Liebe
.rfr.i,-...!..
1 - - - - 13 -
Noch einmal ließ er die Jahre, seit
denen er mit Topp bcfreund't war, an
seinem Geiste vorüberziehen, noch einmal
rief er die volle, frische Lebensgestalt des
freundes in feine Erinnerung zurück
Wie unendlich viel. welche großen Er
wartungen nnd Hoffnung? lagen jetzt
mit 'hm vernichtet da ! Welche, kühnen
Pläuc für die Zukunft hatten sie oft
beide entworfen, und nun war er davon
gegangen, und es war Paulsen, als ob
jetzt auch sein Lebenßglück, seine ganze
Zukunft zusammcubrechcn müsse er
halte die Hälfte seines LebenZ verlo
rcn.
Die Größe seine? Berlustcs lenkte
seine Gedanken aus die, welche seinen
Freund zu dieser That getrieben hatten,
Erregt sprang er aus.
Ich will Deine letzte Bitte erfüllen
und so gewissenhaft ausführen, wle ich
je in meinem Leben eine That vollbracht
habe !" rief er. "In mir, in dem Gluu
bcn an meine Treue sollst Tu Dich zum
wenigsten nicht getäuscht haben !
Er bog sich zu ihm nieder, küßte ihn
aus dc Stirn und verließ dann schnell
das Zimmer, in dem er so viel Vorloren
hatte. (Schluß follzt
Ein Engländer wettete kürzlich in
Neapel, daß er eine Bandevon Krüppeln
aller Art. Blinden. Buckligen, Lahmen,
die bettelnd auf der Straße lag, laufen
machen würde. Die Wette wur?e angc
nommen nnd der Engländer entfernte sich.
Einige Minuten später erschien er wieder
am entgegengesetzten Ende der Straße
im volle Lauf, gefolgt von einem Dutz
end Lazaroni, die mit allen Anzeichen
des nronten Entsetzens schrien: Der
Tiger ist loö. der Tiger, der Tiger !"'
' 0 ,
So stürzten sie, der Engländer voraus,
an den Bettlern vorüber. Diese fc;tI. Alles gut und dillig.
. rs j n -t. Auch habe ich stets gutes trockkiilS Nuß.
gaken in ihrem Schrecken alle ihre prö h g und anderes Baum a t e r i a l,aS ich
fefüoncllen Leiden, die Blinden wurden zu den niedrigsten St. Louis Preisen, eueschließ
sur,s h! $)n.riicn o.hnixit
l(bUkff 'Ifc tlUIHkll VlV&MV'fc ib ilUlllUI
warfen ihre Krücken weg. m.d wie vo,
denuneu gepelticht legten sie hinter
den Flüchtlingen her. Z.er Englander
hatte seine Wette gewonnen.
tttt Mcinliardt
Uhrmachers Juwelier:
Schiller Straße, zwischen.2. und S.
' ""'II.EKJlJCWn, uu.
Eine aroöe Ausmabl von Taschen uud Wd
uhren Sckmucksachen, Brillen u. s. w. stetS n
Hand. Nepararuren wereen xromxr uns riuiz
besorgt.
BIG- XlsnXTT2sT
ctRS!
GECIiGE M ZIPF,
Fabrikant von
t $ rt t e s ttst
und Händler mit
ysssptt KnrtpN 1s ifltrtfirtf
IIEKMANN, MO.
Neues S ch nma ch er- G rsch äft !
I 5t,ihrtf7ntn tn und Wandler mit
SchUhöN Ulld StikfrlN,
H..IttANX, MO.
beehren sich hiermit dem geehrte-, Publikum von
Hkrmann und Umgehend erg anzuzeigen.
daß sie in dem ehemaligen Banklokake an der
Schillrflraße eiu S ch u y 1 escha st rrvnnet
haben, und stetS eine greße ?:,lSwahl fertiger
schuhe und Stiefel zu billigen Preisen an Hand
haben, sowie ReZaraturen gut, billig und pünk
lich liefern. Um geneigten Zuspruch wird ge
beten. 4si.3mt
Er kam, sah nnd kqnstc !
WML KI-EiE,
Fabrikaut von und Händler mit
SchnhcnSticfeltt
Markkftraßk
HERMANN; MO.
1 ... l-f. Ist . 1 ff
Halt stets an Hand die größte, beste und billig.
I ' "
st Auswahl von Schuhwerk aller Art,-,. Hermann
unb Umgegend. Käufer sollten bei mir vorspre-
ch? ehe sie nderSwo kaufen. Nepaiaturen an
von mir gekauften Waaren erden uneutgeldlich
besorgt. 37,1
Hermann Schleuder,
Zcke von Zweiter SchillerStraße
HERMANN, RIO.
zeigt dem Publikum vgn Hermann und Umqegend
erget'enst an. daß er seine Store mit einem be
izeuienten Vorratd von
DNV (gO0B,
Kleidcr, c,
veelehen bat, die er zu deu billigsten Preisen sse
rirt. Meine
Groccries -
sind roiNder besten Qualität und werden Jeder
man befriedigen, der von mir kauft. Stets vor
räthig, gute frische
Häringc, Limbnrger Käse, u.s.w.
??!an komme und überenx.k sich selbst von der
Güte nnd Billigkeit meiner Waaren. 16
Hermann Schlendc.
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Ecke tcr Vierten und
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