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Hermanner Volksblatt. [volume] (Hermann, Mo.) 1875-1928, March 18, 1875, Image 1

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Fran Graf & Comp., Herausgeber.
Preis : 82.00 per Jahr.
Office : Ecke der Vierten & Schiller Straße.
Jahrgang 1
Hermann, Mo., Donnerstag, den ZK. März 1875
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Advokat & össciltl. Notar,
HERMANN, MO.
Trainers in rtWceiiatt und angrenzenden
Gemme und bciorat alle ihm anvertrauten e-sch.-fie
aut und riiitftüii.
Xj. o. idtiieidieir,
Ncchtsauiralt,
HERMANN, - MISSOURI
'JVafnV'-t in alle friri'tvbcfci; in Wacer-n-kk
mit lUT.irrnjcntdi (icuntiN?. 1
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Z7k''scntllcher :'!otar, 'andageiit 11. iScl
lector. l'crfcrti'at TcetJ und IVevtaaacr-, licntv.ific :c.
2'esorgt i;cr. Staaten Pam-, nwie (eltev,
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ST. CHARLES HAU.
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St. Louiser Lagerbier,
Weir.e, Liqnvre, (Zigarren :c. '
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Melancholie
Zurück, o Welt, mit deinen schwanken
Wogen, . .,
ii lockst mich uictrnila wieder in G-fahr.
Denn deine Liede hat mir stets gelogen I
Und deine Selbstsucht nur bleibt ewig ,
wahr. j
,
lind ob der Freund dir drücke warm die j
Rechte. )
Er liebt doch nur in der sein eigen Bild. :
Cl liebend dich de5 Geldes Arm um
flechte
Du blöder Thor, du wähnst, das; es gilt ?
o:? eilt nur dein Idol des eignen Werthes,
Dem ihre Eitelkeit Altäre baut
Und nur ein eigen Selbst, ein kraftver
klärtes,
llsiarnict in dem Brautigom die Braut.
Acli, deines Herzens eigenste Gedenken
Vem sind ic lieb wie dii ? Wer deckt sie
mit?
n stehst allein, drum lerne nie zu wanken
Nur aus sich selber jtiitze sich dein-chritk
Snld ist der Menschen 7 misch nnd Lieb'
ihr Tläuinen,
Ioch das selbst ihr eisernes Gesetz.
Zic 'vahiicn, frei za gehen in freien Biiii'
men :
Ein feiner Blick sieht rings daS feine
Sich.
Felix Dahtt.
Giulia Tebesea.
A i sl o r i s ch e ?k o v e ll e.
3 li c in cut Garten nahe bei Niniini
spielten ein Paar schöne, fröh'iche Kinder,
freilich waren es fchon ein wenig groß.
Binder; sie hatte bereits fünfzehn nnd er
'.r fchon achtzehn Lenze gesehen, aber
waz bedeuten Zahlen ? Die schönen Güter,
das ewig unverkürzte Ervthcil rcr 3u
gend, ihr heiterer, unbefangener, schuld'
loser .inn, die rcflerionsl'se, ein wenig
übermi'thige Zuversicht strahlten eb.n so
, well au? seinen brau neu, wie ans ihren
liclli.h himmel'lauen Gingen. Blaue
klugen in Italien, bei Nimini ?Ei freilich,
.'eiln das n'iinter.', eben zur Jungfrau
-rblüh.-'ad.' Kind wir ja eine Tochter im
icc J .'uuOciis, 'ist seit kurzer Zcit mit
ihrem V-Uer hier angelangt; darum hieß
sie auch (5iu!:e!ta Tedeoea bei allen Nach
barn der illa, die der alte Matteo mit
d.-utschen, ielde hier angekai-ft hatte.
lind er ? Nun. er war eben zu oft an
den: schmucken Gärtchen, ans dem Nosen
uiid Neseden so köstlich dufteten, vorüber
gegangen od-r geritten, iind der Zaun
war eben auch a wenig dicht liewesen..
und dann hatte es endlich gar ein necki
Mischer Zufall gerade fo qefügk, dajz der
Ball inliettens, als sie mit ihrer Zofe
i:n spiele sicl, ergöltte, gerade an dieser
Zcüc über die ecke flog. Wäre es da
nun nicht, unartig gewesen, wenn der
3nngling das Spielzeug dein lieblichen
iKine nicht perionlich znruck.ietranen
hätte? Und obgleich die kundige Zofe
dein Mädchen eiligst zuflüsterte, der Ein
trer.ee sei Niemand aneers ils Namerto
Malatefta, der Neffe des Fürsten und
Gebieters von Niinini, sollte das Ginli
etia bekümmern? Kurz seit jenem.'Tage,
wo der seiden: 'Sptelball' den jungen
Prinzen einführte, waren nun schon
vierzig verflossen, aber keiner, an dem sie
das Pfo'itchen nicht kür Namberto geöff
net hätte. .
Bis morgen denn, Giulietta, sagte
Namberto, faßte ihr weiches Händchen,
drückte es klüftig und führte es dann an
die vollen rothen Lippen.
Er wußte selbst nicht, warum ihm heute
zum ersten Male ein Seufzer bei diesen
Worten entfuhr.
Bis morgen, Bertino, erwiderteGiulia,
den Hals des schönen, klug blickenden
Pferden streichelnd, komm nicht , zu spät,
und
3n diesem "Augenblicke ward ihre Nede,
wie Nämberto's Abreise, uut'-rbrochen.
? ie Thüre des Wohnhauses hatte sich
geöffnet, und die hohe ernste Gestalt
Matteo's-zeigte sich auf der Schwelle.
Geh mit (Sabriella auf Din Zimmcr,
Giulietta, befahl cr, und Ihr. Siguor,
verweilt noch einen Augenblick, laßt
Euren Sicilianer dafür nachder etwas
stärker ausgreifen; ich habe noch ein sehr
dringende? Wörtchn mit Eucy zu re
den ! - ' - -
Doch nichts Schlimmes, Papa? fragte
Sittlictta, den ernsten Mann besorgt
anblickend.
Nichts Schlimmes, mein Kind ! sagte
der Vater freundlich und küßte die Stirn
seines Kinde?, nichts Schlimmes, aber
nicht für ein Kind, wie Du noch bist.
Das Mädchen ging alio, indem sie
Namberto noch mit einem Lächeln grüßte,
um welches mancher ihn beneidet hätte;
aber dieser hatte den auffallenden Ernst
Matlco's bemerkt und erwiderte nur zcr
streut den Gruß des fröhlichen Kindes
und sah kaum, wie sie mit ihrer Beglci
terin die marmorne Stiege zu ihrem
Gemache hinaufschwebte. Schweifend
folgte cr dem Deutschen in die Laube,
wohin ihn dieser cinlao
Namberto Malatcsta, beginn Mattco
mit fast feierlichem Ausd.uck, wie alt
seid Ihr?
Namberto erwiderte ganz verwundert,
was wir schon wissen
Das Alter Alexanders, entgegnetc
Matteo. Und Euer Oheim, der mirst ?
Siebenzig ungefähr, glaube ich.
Ich schäkte ihn so; und nun, Signor
Namberto, da Ihr mir die Zahl seiner
Jahre genannt habt, sagt mir auch, wie
hoch sich die Zahl der rühmlichen Unter
nehmungcn beläuft, die Fcrrantino
Malatcsta z'.im Heile seiner Vaterstadt
auoführle ?
Der Grc.is sirirte bei diesen Wort.n
den Jüngling iiiit einem fchaifen, leuch
tcndcn und beinahe bö'mi'chen Blicke.
Ihr schwt ? Ja, Signor, da? in
gan, natürlich, denn ich weiß in dc- Tal
auch keine. Ader jetzt ciae andere ,vragc.
Signor Namberto ! Hört mich bedächtig :
liebt Ihr mcinc Tochter Giulia?
War die tiefe, aber füße Verwundung
dem noch unentwickelten ju ngcn Man nc
in der That noch nicht zum klaren Be
wußtiein gekommen ? 5)dcr verwirrte ihn
nur die Piöhlichkcit einer jrage, die doch
einmal gestellt und beantwortet werden
mußte? Einen Augenblick schwieg cr, aber
dieser Moment verwandet'? den Iüng
liiig, der jetzt fast einem träumerischen
Deutschen ähnli ! gesehen, plötzlich wieder
in den feuiigen Italiener.
3a. Si.ii rc ! rief er, di.' H.nd int
ico'v c x iieifend und sie geivalts.ini piei
se'id.ja ich liebe Giuüetta, ich liebe sie
sehr, ich liebe sie glühen, Sonore !
Ein Lächeln der Besrick'ignng erhellte
daS Artlitz des alten Mannes. Was
mochte cr Alles in diesem Augenblicke
zn sichsclbst sagen !
Ich glaube Euch, sagte cr. indem cr den
Jüngling aus die.Liinbeubank niederzog,
aber Signor. ich bin ein i!ter Mat.
und ein schwer geprüfter ' Bon sieben
Kinder, schön und blüacnd wie die Engel
Gottes, ließ mir der Tod nur dieses citt
zige; cs h der Trost meines Alters !
5) Signore, sie soll es bleiben Z, Sie
der Trost Enr'ö 'Alters und ich, S'gnore.
ich seine Stütze ! Nambcrto's Augen
blitzten bei diesen Worten, cr war schön
bei dieser Erregung, die der Gr.is mit
unverkennbarer Elende betrachtete.
voizian, zunger .'.'iann : ipraa, er
dann mit gehobener Stimme und ergiiff
nun seinerseits Nambcrto's Neckte, so
zeigt denn zuerst, daß Ihr die Kraft habt,
eine feste Stütze wirklich zn sein !
So sprecht, Signor ! um Giulietta
Alles, was Ihr verlangt !
Gut. Namberto Malatcsta. so komme
ich auf den Anfang unserer Unterhalt
ung zurück. Ihr seid jung, Euer Oheim
ist r.lt ; errantinos gute Thaten sind
bald gezählt. Ihr dagegen fühlt die Kraft,
alles Schöne auszuüben; überdies liebt
Jbr meine Tochter und wollt nr.i - ihret
wegen Alles wagen, waZ ich von Euch
verlange
O Signor, hört auf ! rief Namberto
mit fast erstickter Stimme, indem cc sein
g'ühendcS Haupt mit beiden Händen b:-
: bcdeckte. lieber ' Giuliettaö
Liebe und ihren so süß winkenden Besitz
batte cr MalteoS aufängliche Fragen
längst vergessen; doch letzt stand ihm der
Gedankenaang des Greises, ehe er auSer
detc, klar vor Augen! Dies also vcr
langte der Ehrgeiz des alten Mannes.
Den Sturz i'cs greisen Oheims, um als
Schwiegrrvater des jungen, tauin mündi
gen Usurpators Rimini und sein Gebiet
zu beherrschen ! Aber er kannte den
Mann schon hinlänglich, weigerte er sich,
so war Giulietta für ihn auf immer vcr
lorcn, cr dürfte sie vielleicht niemals wie
derfehen ! Zweifelte er noch daran, so
i'iberzeuzte ihn der nächste Augenblick von
Matteo's Entschlossenheit. Er hörte
ein ruhigcS Lebewohl?" und als er auf
sah, stand der Greis vor ihm, ihn ruhig
anblickend und die Hand zum Abschied
bietend. Echo,, schien der Mond und
der leiscAbendwind spielte mit den grauen
Locken dcö alten Mannes, der in seiner
geraden, festen Haltung zum Verzweifeln
ruhig anöseh,
Sonore ! schrie Nc,berkn
gend und preßte unwillkürlich die Zähne
aufeinander, lzewährt mir Zeit mich zu
bedenken !
Bis morgen in der Frühe ! erwiderte
Matteo fest.
Giulietta ! schrie Niimbcrko hier einmal
schmerzlich auf, wohlan dcnn, bis nior
gen ! füllte cr hastig hinzu und ohne wei
teren Abschied stürzte cr au? dem G.r
tcn.
II.
ES i''t Nickt In Ginlietta s Schlaf
kämmerlein ist es still und traulich. Ein
Lämpchen schimmert auf dem Tische.
Unter feinem weißen Linnen, leise ath
mend, liejt das junge Mädchen im süßen,
vom Engel der lchuldlvsen Kindheit ge
hüteten Schlummer Sie ahnt nicht,
das; kaum eine halbe Meile von ihcr in
dem reichen Palaste des Herrscher? ,-,!?
j '.nger Mann die ganze Nackt sich schlaf,
los au' dcn weichen Kissen herumwälzt,
ichl.iflis um ihretwillen ! Könnte sie ce
ahnen, sie schlummerte wohl nicht iif süß
Aber cs ist gut so, wohl dem Auge, das
allnachkig sich 'anftlich fäiließ? kann !
auch sein Brechen wir einst lrenige,
fchmeizhafr fein.
Doch noch zwei andere Auaci, floh in
dieser Nacht ccr Schlummer. Nicht die
des alten Mannes, denn er war endlic
mit ziemlicher Zuversicht cutschlumcit
nnd schöne, präcktme. verhei'zu ngsvoe
Bilder nmschw.bkcn i'.:n ; die Schlaflose
war die treue Dienerin G ul'ettenS
m Abenddunkel, zn eben der Zeit wo
Mattco nch mit Namberto besprach, hatte
sie, wie die Diener bc!:an'.'teten. nachdem
sie ihre Herrin üiif ihr Zimmer geführt,
sich noch lange i i einem Winkt! des Eil t
chenS viit einem Fremden unterhalten:
jene fügten bei, es sei ihr Geliebter gc
we'en. aber wer cs auch war. seitdem
waren Gabiiellö Augen nicht mehr
trocken aeworen Wein r,d und m inck
mal leise schln.bzend bewachte sie den
ruhigen Sckl.'s il'.ier jungen gciicbtrn
Gebieterin: ji zuleitl konnte sie es vor
L.-id und Angst i :!i t mehr aushalten. Ne
erhob sich und schlich sich lachte an Giulict
t's vettlcin
.Arm iud l seufzte sie, wüßtest Du,
was jch w-iß, und ad) ! nicht sagen darf
Die Worte störten Gin'.ictta nicht, aber
zirei yei'e Thränen, die c.uf ihre Wangen
sielen, weckten sie auf Nasch fuhr sie
mit dem Köpfchen empor, doch ihe Sckre
cken Ugte sich, als sie Gabriella erkannte
Böses Mädchen, sagte sie, mit dem
Finger drohend, das ist nicht schön von
T'ir. mich ans dem besten Schl.ife aufzu
decken ! und ich glaube gar, Dn wcnst
son wiedei! Wahrhaftig, ich merke cs.
fügte sie hinzu. :nd-m sie lä 'zelnd die
Thränen von ihren klaren Wangen
wischte.
Verzeiht, Signorr ! sagte Gabriella
'leise uad mit zitternder Stimme.
O das thnt gar nichts, liebe Gabriella,
sie! Giulia ein indem sie daS Mädchen
bei der Hand faßte, aber sage mir einmal,
wern n Lu schon wieder weinst! Gewiß
ist es wieder um diesen schlimmen
Ueunio.
Gabr'cll.r erhob bei diesen Worten das
H-.upt und sah das lustige Mädchen mit
ihren grotzen, scharzcn, wehmüthigen
Augen träumerisch au-
Signora ! fragte sie dann mit leiser
Stimme, liebt Ihr denn noch keinen
Mann? sagt mir, sprach sie dringender
und die Hand ihrer Herrin fassend, liebt
Ihr Namberto Malatesta nicht?
Die Wirkung dieser Frage war seltsam.
Ginlielta lächelte, aber das Lächeln ver
schwand wieder und in dem matten Schein
des NachtlämpchenS blüheten zwei Pur
purroscn aus ihren Wangen auf.
Od ich ihn liebe ? liebe ? Aber Gabriella,
warum fragst Du das so ernsthaft ? Ob
ictj itjn ne ve 3ch glauve ,a ! stuiterle
, . ... m -w , ,
?
lie uuo pionlieq aueq ernir weroeno. varg
sie das heiße Köofcken am Vusin ihrer
Zopfe. Und diefe blickte aufwärts, als
sollte ihr Blick die Zimmerdecke durchdrin
cn und den dunkeln, goldbesaeten Rächt
bimmcl zum Zeugen eines Schmerzes
aufrufen, der ihr Her; zu zersprengen
drohte, weil es ihn in sich verhergen und
verschließen muhte.
Du Schützer der Unschuld, flehet sie
lalblaut, wende diese? Schicksal zum
Guten !
Z (Mnjt 9 . f.0t ki;..f . iu
Köpfchen wieder erhebend, o ! Namberto
ist gut, sehr gut ; Gabriella ! weißt Du
etwas Schlimmes von i.zm?
Gabriella schüttelte schweigend den
Kopf. 'Er ist so herzensgut ! wiederholte
Giulia, aber komm, Gabriella, laß uns
wieder schlafen, .s ist noch so früh ; hör
nur: eins, zwei ! Die große Glocke der
l'illa schlug wirklich eben die zweite
Stunde an ; Giulietta barg ihr Köpfchen
wieder in die Kissen und lag bald wieder
in s7lßem 'Schlummer. Gabriella aber
verbrachte die Zeit bis zum Morgen in
vergeblichem Bemühen, dem Beispiele
ihrer Herrin zn folg'n.
AIs dann die Sonne bereits daS große
flammende Auge aufgeschlagen, wollte sie
eben daS schlummernde Mädchen zum
zweiten Male aufwecken, da hörte sie
einen schweren Schr tt auf der Treppe
und im nächsten Augenblicke t.opfte es
gewichtig an dieThüre deö-SchlafgemacheS,
öer Papa war es, der mit ungewöhnlich
muntere- Stimme sein Töchterlein fragen
wollte, ob denn der Ruf des wunderschö
nen Morgens noch ungehört verklungen
'ei. Auch Besuch haben wir schon von
Nimini. fügte er hinzu. Düifen wir es
noch erst sagen, das; diese letzten Worte
das Mädchen zn beflügelter Eile trieben ?
Hurtig schlüpfte sie von dem Lager in die
Kleider hinein, die Gabriella kaum eilig
genug bieten konnte; für ihre rothen
Augen hatte Giulietta nun keinen Blick
mehr übrig und hätte sie dle Frage die
Gabriella in der Nacht an sie gerichtet,
unbeantwortet gelassen, ihre jetzige Eile
wate die teste Antwort gewesen.
Kaum hatt,. Giiilietta die Morgen
Toilette beendet, da hörte sie plötzlich
einen wohlbekannten lieben Ton. N..m
berto's Pikidchen wieherte laut und lu
stig auf ; wie eilig flog sie nun die Stiege
hinab, ci staunt allerdings über den so
u"gcwohnt zeitigen Besuch, aber cs war
ein fröhliches Verwundern !
War ich nicht folgsam, Ginlictta?
iief Raniberto seiner jungen Geliebten
entgegen. Du h cßest mich nicht zu spät
kommen und ttiin, furchte ich, bin ich woh
gar zu früh gekommen.
O nein, Bertino ! sagte sie, ihm die
Hand reichend, nicht zn früh !
Aber seltsam, heute zum ersten Male
schlug sie bei dec Begrüßung die Augen
nieder n.id crrölhete leise und licb'ich
Auch zu den gewohnten Spielen wollt
es heute nicht kommen; einmal war es
noch zn truu. die tiuic hatte za dcn
Blümchen die nassen Acuglein noch nich
ausgeputzt; und dann hatten heute der
Vater und Namberto jeden Augenblick
die Köpfe zusammenzustecken, wobei sie
dein Mädchen so liebenswürdig als mög
lich klar zu machen suchten, da& inr- Ge
genwart bei diesen politischen Gesprä
chen" eigentlich wohl entbehrlich wäre.
War ei da zn verwundern, daß Giulietta
endlich schmollte? Wäre das Boudoir im
vierzehnten Säeulum schon erfunden ge
wesen, sie hätte es gewiß nicht eher ver
lasjen, als bis die Glocke zum Mittag
essen rief; so aber mußte der Garten die
Stelle vertreten, wälzr-u Namberts
lange Zeit im innersten Geheimkämmer
chen des Hauses mit den. Greife sich im
tcrrc?ctc.
Zum Mittagessen endlich schienen die
Geschäfte abgethan; Mattco halte defoh
len hcnte ganz außerordentliche Anstalten
zu treffen, denn 3 war ein Verlob
ungsmahl! Der alte Mann und der
Jüiig'ing, beide waren sie in dcn Gartcn
gegangen, um Guiiictta zur Tafel abzu
holen, vorh.-r aber traten sie in eben die
Laube, wo gestern Mattco Tcdesca die
Rolle des Alken vom Berge gespielt
ruitte.
Die Gespräche dieser Nacht hatten daS l
- .. . ... - t m l
.'caoclzen ,cyon vorvereuer no eein rarnen
Mattcos Worte etwaö zu plötzlich.
..Kind l" prach dcr Greis, indem er das
weiche Händchen seiner Tocktcr zwischen
seine beiden Hände nahm, hier steht ein
r I V 1
juer Mann, der Dich herzlich
ilbt nno ourai nK.r.en VAirno HO) sragr,
! ob Du ihn wieoer liebst ?
' (Scrtfeknnz folgt.)
tt lldnlmU
Uhrmacher ec Juwelier,
Schiller Straße, zwischen 2. nnd 3.
ULIUIXX. HO.
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