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Hermanner Volksblatt. [volume] (Hermann, Mo.) 1875-1928, April 16, 1880, Image 2

Image and text provided by State Historical Society of Missouri; Columbia, MO

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V T-HV
A
" ' l! - O.M, W. -
Bolksvlatt.
1. ras lomp . . Herausgeber,
gern, 'Missouri.
Zur Neserus Wanderung.
In den - einsiltZ volleren Kreisen des
Südens, welche le.der noch immer nichts
weniger als maßzebead für den ganzen
Landestheil find, macht sich mehr und
m-:hr die Erkenntniß geltend,' daß das
jenize, we? den ehemaligen consöderir
ten Staaten vor allem Noth that, nörd
licht? Kapital und intelligente Arbeit?
kläste sind. Dieselben beginnen einzu
sthen, was im Norden schon lange kein
Geheimnis ra brist, daß die.Woblfahrt
und das Gedeihen der eh maligen con
sörderirten Staaten am, beßten dadurch
gefördert werdest würden, wenn sie; an
statt die G'nOanderung zurückzuschrckkn,
dieselbe aus jede mögliche Weise nrn
Kiatkn. Die LülkSauellen deö Sü-
den? sind so
unter dem
Arbeit einer
fähig, daß e?
r -.. t,-,
tam uns namenriicy
Systeaz der freien
"solchm Entwicklung
selbst der größten 33
dleacua auf die Dauer nicht gelingen
kann, sie z vergopfen und eS muß da
her die gsgenwäkt'ge AuSwZnderung
drr Neger aus dem Süden, aus einem
ihne.i sympaih schen Himmelsstrich und
Clima. nach dem Norden dovpelt It
fremdlich ans den elften Blick erschei
nen. '
Die Hauvtauelle des südlichen SBohl
stand wird noch auf lauge Zeit hinaus
der Boden sein. Die Industrie wird
fick daselbst i nur langsam entwickeln,
aber die Plmtagen 'und Farmen, die
fast jungfräulichen, von utaei Mannes
and berübrtkn Torsten und die kaum
oeöffneten Minen find im Stande Reich
thum genug zuwerfen, um auf viele
Jzhre an ständiges- Wachsthum zu
Uchern. Am meisten Verwendung ha
der Sü vorläufig noch für Farm
arbttter und in den ftreigelaffe
nen besitzt derselbe Arbeitskräfte
welche genau semen Bedürfnissen ent-
sprechen. Das Clima sagt ihnen zu, an
die von ihnen verlangte Arbeit sind sie
aea,ödnt. an dem Boden und an der Um
g?bung, in welcher sie aufzewichsen find,
. ... r . v rr . , : s. tlf-m HlJ.i
l'angen ii uns jit iuuiuui iiiyciuiy iuu
lüre alt' Seimatz autaeben. um nner
uuaewisien Zukunft in ibmu unbekann
ten Landescheilen entgegen zu gehen,
w.'nn nicht Gründe der stärkten Ar
fi dam trieben, 51 eine. Kunst eines
Corgreßcomites kann die wirklichen Uo
s.icheii vcs NeaerErodas verbergen
Das vorliegende Bemeismaterial laßt
mu einen Schluß u, nämlich den, daß
de Neger im Süden ihrer politi'chen
R.chte beraubt und unmensch'icher x)e
ijartclung iinterwzrfen werden , daß
ihnen der ol.ichrrSi;ige Schutz der Ge-
f tz: verweigert wird, daß ihnen nickt
nestattet wirft, die ihnen von Rechts-
und Billigkei?swegen zukommenden
Früchte ihrer Arbeit zu genieße?. Es
mag zugegeben werden, daß sich vieler
Musternd der Dmae in semen unenäq
lich n Ausschreitungen hauptsächlich auf
ras baldbardarlsche .Hinterland' fol
chcr Staaten wie Mississippi, Arkansas,
iiournar.a, Alabama und der beiden
Ca olina's beschränkt, aber er wird von
dnen, in deren Händen sich in j-nen
Staaten die größle Macht, der größte
Reichthum und der gröxte Einfluß con-
ccntrllt. geduldet und gebilligt.
Daß die Interessen des Südens durch
l,,? politischen Befolgungen, welche da
selbst an der Tagesordnung sind.
schmr geschaöigt werden, ist icdem
Einsichtsvollen klar. Je intelligen
icr. je besser erzogen, je gesicherter in
iljrer Perjoa uns in ihrem Eigen
thum, je freier und unabhäng'aer
in der . Ausübung ihrer politischen
Rechte die Arbeiter find, desto besser ist
es sür die Gesammtheit. Weßhalb sollte
dieses nich: auch vom Süden gelten
Di? von d?n Weißen daselist betriebene
Unte'd'Lckngs- und Berdummungs-
Politik kehrt sich am Empfindlichsten ge
gen si? selbst. Ader nicht allein der Sü
den, sondern die ganze Union leidet nach
dem Grundsätze, daß die Krankheit eines
ivliedcs Ntts den ganzen Korper mit af
fizirt, unter den Neger-Verfolgungen
Gerade hierin aber liegt die Gewähr,
daß der egenwä?tige Zustand der Dinge
mcht immer dauern wird. Der eisi
der Aufklärung schreitet langsam, aber
sicher fo:t, und selbst die Hinterlande
des Süden? werden demselben nicht
mehr auf viele Jahre widerflehen kön-
mp.
England und der Eontlnent.
Jenseits des großen Wassers, auf dem
europäischen Festland, ist die Ausregung
über den liberalen Wahlncg in England
eine wett grünere noch, als in den Vcr,
Staaten, oa die Länder des alten Erd-
thcilcs ganz natürlich von dem muth
maßlichcii Umschwung ,in der englischen
Politik am unmittelbarsten berührt ton
den. Bei der zegcntvärtlgen verworre-
nen politischen Lage Europa s, zu einer
Zeit, wo die Großmächte des Eontinents
im unbesiegbaren gegenseitigen fDtifr
trauen schwer gerüstet einander gegenüber
stehen, muß das Wahlereigniß in Eng-
land doppelt bedeutiam sem.
Die Stimmung ist beim auch in den
verschiedenen Ländern eine ganz vev
fchiedcnc. Bei der Unzuverlässtgkeit und
Oberflächlichkeit der Kabelbcrichte wird
wol st mit dem Eintreffender Postsen
düngen sich ein klarer Einblick gewinnen
lassen. Am Petersburger Hof scheint
man über den Sieg der englischen Li
beralen sehr vergnügt zu sein. Mit
Sicherheit läßt sich annehmen, daß das
künftige liberale Ministerium eifrig be
strebt sein wird, den schweren Fehler deö
Ministeriums Beaconsfield wieder gut
zu machen, indem es sich mehr mit den
innern Angelegenheiten des Lande? vt
schäftiqt. Die auswärtige Politik Eng-
lands wird dementsprechend vernachläs-
stat werden, so daß Rußland, das da-
durch in Asien freiere Hand bekommt,
einen lästigen Gegner los wird.
In Deutschland dagegen erregt daS
Wahlresultat in England entschiedenes
Mißfallen. Durch den bevorstehenden
Umschwung in der englischen Politik
verliert Teutschland einen guten Freund
der sich dessen bewußt war, daß
seine Interessen vielfach die näm
liehen waren, wie die Teutschlands.
Eine Depesche der Londoner Times"
auS Berlin sagt, daß daselbst in Regie
rungSkreisen der Sieg der englischen
Liberalen mit Furcht undZittern entge
gengenommen worden sei-; die aUg
meine Ansicht in Deutschland sei, daß
unter dem bisherigen conservativen
Ministetiumdlr F.ieden Europa's ge
sichertet gewesen sei, als unter einem
liberalen.
DaS ist' natürlich theilweise Un
sinn. Der Verfasser der De
vefche hat wahrscheinlich wie
der einmal Wahrheit und Dichtung
ja finalosefter Weise durcheinander ge
orfea. Dtu schland ist in der Loge,
daß eS nicht zu zittern braucht; gleich
viel welchen Verlauf die Ereiznisse der
nächsten Zukunft nehmen erden. Daß
d?e !5riedenSZU?chltN n Europa mdes
ij HdY durch die Wablvorgänge ,n
Enaland vi,t 'bessert haben, er'cheint
sehr wahrscheinlich. BeaconSfield's
Ministerium war sich dessen wol be
W wie werthv:ll für England die
MdFaft Ächlad btsoider, in
r orientalischen Angelegenheit sem
W$S. m m Schutz, und Trutz-
bündniß zwischen Deutschland . und
Oegerreich abg?'chlossen wurde, verkün
dete der offenberz'ge SaliSbury dieses
Ereigniß frohlockend, indem er ausrief:
.Per' Welt ist Heil widerfahren, als
diese beiden contineatalenGroßmüchte ihr
Bündniß abschlössen!- '
, Wie ganz and?rS dagegen die Führer
der siegreichen Liberalen deuken, erkennt
man avS der feindseligen und unftaatS
männlschea Aeußernng.- Gladftone's ge
ge Oesterreich: Man könue ibm auf
der Landkarte keinen Fleck Erde von ker
Größe eines Daumengliedes zeigen, wo
die habsburgische Herrschast jemals Gu
teS gewirkt habe." Wüßte "Gladstone
die Bedeuiung. welche das deutsch-öster-reichische
Bümni? auch für England hat,
zu fchägen, fo würdz er diefe unvorsich
tig e Aeußerung ni cht gethan ab en.
DaS bisherige englische Maifterium
bot mit seiner festen auswärtigen Poli
tik sichere Ga vntie für die Unverletzlit
keit der NeuiraZitSt Belgien, die nicht
von Deutschland, wol aber von Frank
reich fortlrSbrend bedroht erscheint und
zwar in höherem Grade noch als früher,
seit ibm fnne andern AusfMZPforten
geg?n den glühend gehaßten deutschen
Nachbar verschlossen worden find.
Sollte sich die auswärtige Politik des
neuen englischen Ministeriums beträcht
lich schwächer, als die des bisherigen
Cabivets erweisen, so wüideu d.e unruhi
ge.i Elemente, an denen es leirer
Frankreich nie zu fehlen pflegt, daraus
mS ilicher Weise keine geringe Ermuthi
gung schöpfen. Bei der erregbaren G-'-müthsarr
d:s französischen Volkes weiß
man nie, was in Paris die nächsten
Monate bringen können. ,
Meuchelmord in Braunschwelg.
- Aus Vreun'ckwekg wird ber,ch'et:
m 13. März ist der über 80 Jahre alte
Pastor a. D. Lanzheld ermordet gefun
den worden. Das Haus, in welchem L.
ganz allein wohnte, nannten die K inder
das .Spukehaui", wen ste vie den Be
wi hner sahen und sich vou demselben die
abenteuerlichsten Dinge erzählten. Alle
Läden aren, seit einmal die Kinder
einige Fenster zerfilagen hatten, ver
schlaffen, und L. wohnte in einem jäm
merlichen Loche in der oberen E:age.
Er galt für ebenso re:ch als geizig.
Reine Wäsche soll er in Jahren nicht an
gezogen haben, und seip,e Kleidung war
starr vzr Schmug. Sein Haus liegt an
der Oker, ur.d er sucht-: jedes Stückchen
Holz heranzuziehen, mS auf der O?er
stcomadn.ärls schwamm. Das Effen
wurde ih gebracht von einer Frau, die
ledoch nie m feine Stuve kommen durfte.
Was seine Bermögensverhältnisie anbe
trifft, so soll er eie g'vße Summe
z.n8iich belegt habe;-1 wird aber be
havptet,' dager baareS Selb nie liei ftch
gehabt hat. Von dem Thäter hat man
noch keine Spur, man hat jedoch den
Hammer gesunden, m'.t weisem wadr-
fcheirllch der todtbringende Sch'a voll
füdrt ist; derselbe kraf die rechtlI Seile
der Stirn und soll auf der Stelle den
Tod herbeigesührt Haien. Es liegt
hl r ein gevlanter Mord ror, dem eine
Bercubunz hat folgen sollen.
Was nun die schreckliche That an-
langt, der dieser wunderliche Eremit
zum Opfer gefallen ist, so wird avge
nommen, daß dieselbe schon am 16. d.
Abends erfolgt ist. Wenigstens will
man an Lar.gheld'S Garten mit einem
Kahne drei Individuen haben landen
seben, van dven indeß nur zwei daS
tieftr liegende Gartengrundstück betre
ten haben, während Uv Dritte wieder
nach dem gegenüber liegenden User ge
rudert sew soll. As der Decernent der
Criminalabth?iluttg an Ort und Stelle,
erschien, fand er bereits verschiedene
Personen vor, die sich als die Erben
L.'s vorstellten. Fest soll stehen, daß
L. ein mcht unbedeutendes Vermögen
besessen hat.
Es wurden namuch n einem von
den Mördern nicht durcbwuhlten
schranke ein: Mappe mit Talons und
Coupons zu Obligationen im Werthe
von 33.000 - 36 000 Mark entdeckt
Von den Obligationen selbst fehlt noch
jede Spur. Bis zu jenem Iude hatte
man sich bei Feststellung der muthmaß-
lich im Besitze des Ermordeten befind
lich gewesenen Wertpapiere aus die
Angaben von Banquiers und Kassen-
beamten, bei denen d?e Papiere f. Z.
gekauft, ipater auch Zmzen und neue
Couponö erhoben waren, beschränken
müssen. Die Mörder haben von den
vorhandenen Schranken nur emen er
brechen und durchwühlt. Wie eS scheint.
find sie entweder gestört oder durch das
Ergebniß der Plünderung des einen
Schrankes so befriedigt worden, daß
sie von weiterer Suche Abgand nah
men. D:e eiserne G ldkifte ist
ebenso wie einige Schränke von
den Mördern niuit erbrochen wo'-
den. Als erstere von der Polizei geöff-
net wurde, fand nun dieselbe leer uns
auf dem Boden in großen Zügen daS
Wort April" (seil wohl heißen: ,n
April geschicki") geschrieben. Von den
wenigen Verwandten, für welche L. zu
gäoalich war, ist seit langen Jabren
alles Mögliche versucht worden, um den
Greis auf die G fahren seines ifolirten
Wchnens aufmerksam zu machen. Nach
dem er bis dabin alle derartigen Mah
nungen schroff abgewiesen hatte, machte
er vor Kurzem einmal Miene, denselben
Folge zu geben, bezw. das Anerbieten
eines Verwandten, welcher ihm ein
Asyl in seiner Wohnung zur Verfügung
stellte, anzunehmen. Plötzlich aber rief
er aus: Wer foll denn aber meia Haus
b.'wachen? Die Sache geht nicht' und
brach dann die Verhandlungen kurz ab.
Ein Testament L's. ist bis jetzt nicht
aufgefunden. Er hatte vor ca. 30 Iah
ren eirmal ein solches gemacht und ge
richtlich deponirt. Dasselbe ist jedoch
von ihm laut Äuskat des Amtsge
rrchks Ottenftein im Jahre 1852, als er
noch Pfarrer zu Hche (einem abgelegt
nen Dorfe im Wesergebirge) war, zu
rückgenommen worden. Die Geschwister
des Ermordctcn sind sämmtlich verstor
den. Eisenbahnunglück bei Qalle.
Ueber einen Zusammenstoß eines aus
Halberstadt kommenden Z grs mit e:vem
aus Magdeburg abgelassenen, an einer
Kreuzung beider Bahnen ber-chtet vie
Hallt sche Zeiwng: Die Mascbine
Gnadau des Hzlberstädter Zuges ist in
einen Personenwagen IV. Klasse deS
Magdeburger ZugeS hineingewhren:
die Maschine Jena deS Magdeburger
ZugeS fuhr in einen Güterwagen des
Rangirzuges hinem. der zertrümmerten
und rampoairten Wagen sind nicht we-
mae, aucy beide ü)ca chrnen yaren, wenn
auch nicht erheblich, gelitten. Vom Be
amkenpersonal dcrZüze wurde Niemand
verletzt. Die Herren Geh. Rath Volk
mann. Pros. KoyliTutter, Dr. lkuvze
und eine größere Anzahl andere Aerzte
bezw. Ainstenten begaben sich sogleich
zur Unglücksstelle, desgleichen Mitglie-
der der startischen Behörden und der
ädt scheu Pol'zei. welche letztere der
Bahnpolizei in anerkennenswerther
Weise hülfreiche Hand leisteten. Die
ungiuckiftatte oeftn: sich zwischen dem
Beamtenhaus (füdl'ch der Delitzscher
Straße) und dem Ueberganz der Delitz
lcher Siraße. Bon dem Halberftädter
Zug waren erst die Lo?omotiv, 1 Gü
rmagen und 1 Personenwazen 4.
Klasse auf daS Magdeburger Geleise ge
rathe. Der Güterwagen, auS welchem
Mais heraus gefallen war, war umge
worsen nd zertrümmert, der Wagen 4.
SlaHw Hessen HinbrtUA fcfe Magd 5
burger Lokomotive hiNeingesahre toari
stand nurkmürdigettsetfe vielleicht durch
den . Gegendruck der NücksampZ.gkbenden
eigenen 'Lokomotive) aufrecht da. Aus
seraer zusammengedrückten nd gedoze
nen Wandung wurden die rrmes Ver
unglucklen, stöhnenden und jammernden
Verwundeten hervorgezogen. Der nun
folgende Wagen 2. Klasse war rneder
umgestürzt, die. anderen Wagen deS
übrigens kurzen Zug'S' standen wohl
alle außerbalb der Schienen,. die sie
wieder gehoben wurde. Von dem
Magdeburger Zsg. der keinen Schaden
litt, standen orch Wagen da. , . .
Getödtet sind: Marie Amelang (nach
A,Eme'.angX au5ES!,nern, Sind.'Är
thur Wiechmannau Closchwitz bei Wet
tia, Handels frau Wittwe Voß aus CSn
nern und ein unbekannter Mann; , in der
Klinik starben noch: Friedrich Hecht AK
Dohndorf bei Sandersleben und Au
guste Reiche aus Cönnern.
Schwer vermundet sind: Gottfried
Ruprecht aus Domnitz bei Nauendorf,
Mane Sommer aus Gnbstedt, Friede
rike Schoch aus Pfützorf bei Gröbzig,
riederike Ermisch auS Rotbenbura,
Amalie Debitzsch aus Rothenburg Ro
bert König aus Bräunrode bei Hett
edt. LouiS Krüaer au5 Rotbenburg.
Albert Wilke aus Oschersleben, Marien
Asche geb. Wüke auS Groß-OscherSle
den, Frau Schliebe geb. Langguth aus
Trebitz bei Cönnern, Otto Asche, Sohn
der Frau Asche aus lSroß-Oscherslebcn,
Marie Koch aus Wettin, 10 Jahre
alt.
Leichtverwundet: Franz Thiele aus
Rothenburg. Auguste Wiechmann geö.
Preuße aus Eloschwitz, Käsefabrikant
Brecher aus Neutz bei Wettin, Gelbgie
ßer Friedrich Jacob aus Wettin.
Wie der .Hall. Ztg noch mitgetheilt
wird, find in der Klinik zu Halle vier
Perfonen zwei Männer, eine Frau und
ein Kird ihren Wunden erlegen. Der
Weichensteller Schnabel, ein achtbarer
Mann, welcher das Unglück verschuldet,
hat sich erhängt.
JnlSnvischeS.
In Avila, Santa Barbara
Co., Cal., wird an der Seelüfte goldhal
tiger Sand gefunden, und mehrere Mi-
ner ardeitin dort mit gutem Erfolge.
In den füdl ichen Staaten
machen die Mormonen-Prediger ansehn
uche Bekehrungen, zwanzig von ihnen.
unter dem Aeltesten Morgan, sind, schon
dort, oder auf dem Wege dahin.
Zur Vollendung der East
Rlver Brücke zwischen New York und
rooklyn hat die Legislatur von New
Jork dieser Tage die Verausgabung von
zwei und einer halben Million Dollars
erlaubt. Brocklyn soll von der Summe
anderthalb Millionen bezahlen und Nrw
York den Rest. , .. ,
Ein .Boom" in Gewifsenö
b.ssen. Kürzlich erhielt der Bundes
satzmeifter'Gilfillan an emem einzigen
Tage mcht weniger als $2200 als Bei
trag zum Gewissens fond. . Davon kamen
900 auS Baltimore, $500 aus New
2brk und 5800 auS St. Paul. Der
Umschlag, in welchem sich die Sendung
aus Baltimore befand, enthielt ouße,
dem Gelde einen Zettel mit den Wor
ten: ,Incms Tax."
John S w inton, der große
Sozialist, welchen Dennis Kearney, die
iozlallstische Arbelter-Partei, cinrae com
munistisch angehauchte Greenback-Faktio-
nen und was fönst noch an Reformern :c
in den Ver. Staaten herumwimmelt.
zum Präsidentschafts-Candldaten erkoren
hatten, muß mit blutendem Herzen ab
lehnen er ist nicht in den Ver. Staaten
geboren. Schade, der Mann hatte so
sichere Aussichten, erwählt zu werden!
Mit dem Wayrsreg, den
der Bürgnschutzverem in Sau Iran-
c.ico übtt die Demagogen nd Volks
aüfw'egler errungen hat, ist dort daS
Gefühl ' der Sicherheit. : zurückgekehrt.
Daß man t'tzt mne lledcrmmpelunz
der Zeughäuler mehr . befürchtet, durrrt
die erfolgte Rücksendung der Waffen der
Milizcompagmeen an, die niahrend der
bewegten Mahlzeit vorsichtshalber im
Polizeihauptquartier aufbewahrt worden
sind.
Eine Anzahl Artillerie
off ziere wird demnächst von Washwg
ton aus ein; Inspektionsreise durch
Europa antreten, um daselbst die in den
letzten Jahren auf dem Gebiete der Ar
till?rie vorgenommenen Verbesserungen
in Augenschein zu nehmen und darüber
Bericht zu erstatten. Unsere Offiziere
w.'rden eine angenehmere Zeit haben,
als es bei einer ähnlichen Delegation
der Fall sein rrü?de, welche irgend eine
europäische Macht zu diesem Zwecke nach
den Vereinigten Staaten schicken würde.
Zur Arbeiterbewegung.
Der Ausstand der Puddle?s" in Har
riödmg, Pa , welcher mehrere Wochen
lang dauerte, ist nun beendet. Die
Ausstehenden, welche vorher $5 pro
Tonne erhalten hatten, verlangten $6,
gmzen jedoch jetzt aus den Vorschlag der
Giscnwerbesitzer ein, sür $5.50 pro
Tonne zu arbeiten. Die cuSZIehenden
Puddler" in dem Walzwerke der Ge
brüder PottS in Pottsto? hatten sich
entschl:ssn, am Montage ihre Beschält'
gung unter den von der Firma angebo
tenen Bedingungen wieder aufzuneh
men. -
Zwei neue Fälle illuftri
ren die Wirkungen des Marne Llquor
Law. Eine Frau bettelte einen Apothe
ker in Portland fo lange unter allerhand
Vvlwanden um em viertel Prnt Brandy
an, vis er es iyr verlaufe. Dann de-
nunzrrte sie ihn sofort und er hatte $30
und Kosten zu zahlen. Sin Herr klia-
celte des RacotS einen Apvtdeker heraus
und bit um GatteSwillen um ein wenig
Brandy; stine Frau liege im Sterben,
und er könne nicht erst ein ärztliches
Zeugniß bringen. Der Apotheker ver-
taufte ihm ern wenra Braiidy und wurde
sofort denurzirt.
Um eine Million Ex-Gou
vernsur Rovman Ix. Prrce von New
Jerfey hat in San Francisco eine Klage
gegen die Firma Theodore PayneCo.
auf Erlangung von $1.000.000 anhan-
g'g gemawr. xsor vielen Jahren kaufte
Price mehrere Grundstücke in San Fran-
crkco, die er emem gewissen Capitan E.
D. Heys zur Veiwalluna übergab. Die
Grundstücke find miitlerweile im Werthe
immer gestiegen, und behauptet Price,
daß Heys mit einem seither verftorbernn
Herrn Scott rnd den Beklagten ein
Eomplott angezettelt habe, um ihn
(Price) um sein Eigenthum zu bringen.
Die Klageschrist verlangt, daß die Be
klagten Rechenschast über die Berwal
tutig der Grundstücke ablegen und dem
Klager $1.000.000 auszahlen. 5
Das gelbe Fieber. Die
im Bureau unseres MariuehofpitalS
einlaufenden Nachrichten aus R o de
Janeiro deuten auf eine immer bedenk
kichere Ausbreitung deS gelben Fiebers
in jener Stadt. Während der erst
zwei Wochen des Monats Februar erla
gen nicht weniger als 229 Menschen der
Seuche. Die britische Brigg Robert
& Mary injx am 19 Februar von
R 0 nach New yorkvnV daS britthe
Vollsch ff ,.C,iY of Mobile" am 21.
Fedruar von Rio nach dirn Soutbwkft
Paß (an der Müandung deS MissiissippiZ
ab. Keines dieser Fahrzeuge hatte Sa
nitätSfcheine. und es verlautet, da ?4
Matrose der City of Mobile' am ael-
t-
ld xa
!
. i
i:ltb'th- hMt Xi
T o do rrd
i
;
Hulterlaffenschaft eineS reicht ZK ech
Jyna gesellen: in- Ney Nsrk'virsZvou
. v T .V . m ' r- - jl -n
dorr. gel?eLur:? srrge aro
bier der' Gold- und Silber.Aaffiuenr
Louis Durr, welcher während feines
langen JunggesellenlebevS ein eifriger
Sammler vo? werthvollen .Gemälden
fast aller Schulen war. Der Verstor-
beve hinterläßt ein Vermögen von 'einer".
halben Million und über 600 Gemälde,
last sämaUich Meisterwerke. In seinem
Testament vermachte er $5000-lemVtv&
schenHsspitsl undSsotuathvoLften
öSsiebee starben, wahrn
il SakÄ: vonRio laz t
Geo-Slde der..S!?dt New.r.. Die-
untergebracht' Äerden 'Vnd denk Pubki
kam unter demZNamen Durr-Vemaue-Sallerie-
zur Besichtigung zugänglich
fein. Durr war auS Baden-gebürtig
und durch die Revolution von 1843 nach
Amerika verschlagen worden. -
In Brooklyn wird sehreif-'
rig der Sekretär eines EomiteS hervor
raglnder Deutscher gesucht, welche? i
der Acaderny os Music am1S.d.MtS.
ein großes Concert für die armen Schle-
sier veranstalten wollte, jedoch am lltzten
Sämstaa beschlossen bat. das Concert
nicht abzuhalten. Es verlautet, daß
dr zum Sekretär des Comite? gewählte
Ernst von Blomberg, welcher 5000 Ein
trittskarten $1 und Sutscriptions
listen in Händen hat, nicht mehr gesun
den werden kann. In den beiden letzten
Sitzungen deS Comite? war er nicht er-
M'enen und wurde ei suvcomue ge-
wählt, um ihn ausfindig zu machen und
xur Abrechnung auszusordern. Ob und
wie denjenigen, welche bereits Tickets ge-
kauft haben, ihr Geld zu' uaerstatlet
werden soll, hat daZ Comite noch nicht
entsch-eden. ES wurde in der Sitzung
ferner erwähnt, eS fei beim Comite in
New Aork ein Brief auS Berlin emge
laufen, worin erklärt werde, daß man w
Deutschland jetzt genug Geld und son
stige Mittel habe, um die Nolhleidcnden
m Schufien zu unterstütze.
5n einemArtikel über den
Verbrauch von Oleomargarin sagt die
N.A. Zeitung": Wenn die Vorlage
betreffs desVerkaufes von Oleomargarm
Gesetzeskraft erlangt, so wird das Pu
blitum sehr bald im Stande sein, über
die Vortheile des neuen Prozesses und
der oid-ia8lnoneil" Butter sich ein
Urtheil zu bilden, da man in Zukunft
genau wiiien wird, was man kauft.
Sollte sich die Ansicht gewisser Ehe
misten, daß Oleomargarin ein gesunder
und reinerer Artikel ist als Butter, be
Wahrheiten, . so wird es nicht lange
dauern, das Vorurtheil gegen dctt erste
ren Artikel zu besiegen. Der Artikel
mag nun gut oder schlecht sein, jedenfalls
sollte er seinem Verdienste entsprechend
gewürdigt werden. Denselben als ge-
wohnliche Butter verkaufen zn wollen.isr
inden em Betrug und emes reginmen
Geschäftes vollständig unwerty
I u a e n d l i ch e A u ? r e i ß e r. d e
nen der Sinn nach dem fernen Westen
und Indianer kämpfen steht, mehren sich
im Oilcn in bedenklicher Weise. So
wurden dieser Tage in New Dort vier
Knaben, der 12jährige George Peer, der
14jährige LomS Strauß, der 13jährige
U.ysses Wilson und der 14jährige
George May am Landungsplätze der
Texas-Dampfer aufgegriffen, als sie
eben Billets nach T'ras lösen wollten
Die Burschen, welche die Schule in 123.
Str. besuchen, waren durch deS Lesen
von Jndiamraesch'.cht'N zu dem Ent
scklusse gekommen, in Teras Abenteuer
aufzusuchen urb hatten sich zir Bestrei,
tun der Relskotten in einem Zaizr
über $50 erspart. Im Besitz Peet'S
rtnxbt ein kleiner Revolver und in
May's Tasche ein Dolchmesser gefunden.
Die Burschen wurden ihren Eltern zu-
rück gebracht. '
Der Postm eister v 0 n M 0 n t-
clair. N. A. der sich so aufrichtig be
mühte, den ,an das schönste Mä'chcn
von Montclair" adress,rten Brief an
feine Adresse gelangen zu lassen und eine
Abstimmung über diese heikle Frage vcr
anlaßt?, soll diesen Schritt jetzt b'tter
bereuen. Die Abstimmung ist wegen
des darob erregten UrwUens der Bür-
gerichast auf unbestimmte Zeit verscho-
den. Nicht, daß die Schonen des Stadt
chens sich gegen diese Concurreuz um
den Schönheilspreis, der allerdings nur
in einem Briefe brstand, gesträubt hat
ten. Im Gegentheil sah man in jedem
vaushalt dem Resultat der Avfllm
mong mit freudigem Erwarten eritge
gen. Leider mußte sich aber die Außen
wclt einmischen. Nicht nur regnen
nach dem Bekanntwerden dieses merk-
würdiien Vorfalls eine Fluth von
Briefen mit gleicher Adresse avS der
ganzen Nachbarfchaft in das unschuldige
Postamt, fondern doSdafte Perwnen
hatten sich auch die Ad:essm der Töchter
der' reichsten ersten Familien der
Statt zu verschaffen gewußt, und behel-
ligten dieselben m.t allerlei ruefl'.chen
Zusendunarn. Liebeserklärungen.
Quacksalberznz-lgen, i auch b aldigen
den Zumutdun gen. Die iurge Damen
welt oerikth über die letztgenannienMiß
brauch? durck die Post selbstverständlich
in höchstem Zo n, und mehrere Eltern
schrieben in ihrer Entrüstung an An
lhony Comstock, den Pgstamtsspion, und
ersuchten rbn. die anomvmen Verüber
solcher Schandthaten zur Strafe zu
ziehen. Der Postmeister e-rpsängt na-
turlich Vorwürfe der Beleidigten vom
Morgen bis Abend und bereut den un
klugen Vorschlag aufs B.ttostö. Nur
wenige Schönen von Monic'air, die ih
rer bescheidenen gesellschaftlichen (Stel
lung halber im Dunkeln verblieben wä
ren und jetzt gelegentlich auch einen
anonymen Liebet brief empfangen sollen,
sieben auf der Seite des geangft-gten
Postmeisters. Der Returnrng voard
wslch-r bereits zahlreiche Geldbeikräge
zur Sicherung von Stimmen erhalten.
,st letzt nas, dem Fehl chlsag'n deö Pla
nes rn großer Verlegenheit, und weiß
tust, was er rntt dem Gelds anfan
gen soll.
Prüfung von Eisenbahn
beamten in Bezug auf Farbenblindheit.
Dre Penn'yloama Eilenvayngefeuichalt
Utt seit Kurzem S000 ihrer Beamten
und Angestellten, die theils auf Zügen,
theils euf Fährbooten thätig sind, prü.
fen, um seftzuftellen, b'.S zu welchem
Grade Farbenblindheit bei ihnen vor
herrschend. Acht bis zehn Leute war
den gleichzeitig untersucht, und zwar
zuerst ihre Sehschärfe überhaupt, indem
.mit kleiner Schi ist bedeckte Karten ih
nen in einer Entfernung von 20 Fuß
vorgehalten wurden. Da? Erzebniß
dieser Probe wurde bei jedem Einzelne
forgfaltrg nredergefchrieden. Die nacdfte
Probe galt der Genauigkeit de? Gefich.
tes in Bezu auf die Art und Weife, in
der Gegenstände in verschiedenen Stel
lungen den Leuten erscheinen. Diese
mußten u. A. aus- eine viertelzöllige
Oeffaung, die in einem 20 Fuß entfern
ten Wandschirm angebracht und starker
Beleuchtung ausgesetzt war, bliesen, und
de Gestalt und Form .dieser' Oeffnunal
icu (iaotuacn gcwag ccicgtciccn. 1
Die größte Verschiedenheit der eschrei.
- rri.r-M . :t c -r. -c t I
buvg machte sich hier geltend. Wa? der I
Eine für oval ansah, erschien dem An
dera als dreieckig u. s. f. Zarächst kam
nun die Farberprobe, und fechSzehn der
Leute, die die bisherige Untezsuchung
gut bestanden, fielen hierbei glänzend
durch. Drei Stränge Wollengarn, der
Bf5WÄKÄ
' . . .? , UrniPB in finht tinS hTtsn ftini S
chifflewe hellgrün. Verändere rosa und, der.
dritte ntv!.:.ts5?!l.
2, 3, beichrut7?r5rZwi vef tinti Ixii
Fuß entfernt ftehcr Sen Bsch c kleinZz
die Betreffenden "'nsncht. mit ) üntk
Age das.p5dsre Teurie $itx?i-tiit
blinde Brille ddeckt 'daYcjupl
nennen, ukerdem mumen ne eine
ähnliche Farbenschattirung zn je einer
der obige au? verschiedenen Wollpacke
ten den Nunlwern nscks öS herauZle
sMsTiÄ'Mger Mau hatte U.A. die
betreffenden Strähnen richtia als roth
bezeichnet; al? man. iha jedoch öbnliche
T . 2 - i- . Jm. .1 . 'V J.
SchattiMnzen'tzSen übriay
Strähnen wählen hieß, suchte
MSV
er drn
Mtü?,''WeeldeUnd-' nur kiue 'rvthri
T . 0" 1 J...i.liV;,vtH"ä
4rc iv n- i! ' t.'i.i" Jj.
iwui Hstuctcn, oie gitiaj rialy rym
kamen. , Die' Strange ' i "stx ffiixhi
wurde dann in 3 Abtheilungen mit t
ist Nummern getheilt. Wrrige der Ge
prüften vermochten .wohl sämmtliche
Schattirungin in Grün, rcht aber die
in Roth zn unterscheiden. Die Wich-
tig?eit dieser Untersuchungen -'ifTiM
jener Bahnverwaltuog vollkommen er-
rannt worden, und sämmtliche -Locomo
tivfuhrer, Feuermänner., und Bremser
auf allen Bahnen dieses System? sollen
daraufhin geprüft werden. " Auch ' die
Delaware, Lackawanna- und Western-,
die Erie-und andere .Gesellschaften ge
denken dem Beispiele Folge zu leisten.
AuslänvisÄes.
Wie die Blätter Neapel?
melden, hat der Exkönig .Franz von
Bourbon bei dem. dortigen Gerichtstri
bunal eine Klage gegen König Humbert
überreicht, weil dieser ihm die Mitgift
feiner Mutter vorenthält. . '.
Aufdemmonu mentalen
Friedhof zu Mailand fanden am
12. und 13. V. M.. nicht, weniaer al?
jvier Leich?nverbrennuvgen, zw:i nach
dem System des Professors Paolo So
rini und zwei nach jenem des Ingenieurs
Benmi statt. Der BerdrennungSproceß
glna llt beiden Fallen vollkommen vor
sich.
Der Sprecher de? englischen
Haufes der Gemeinen, znr Zeit Mr.
Brand, hat eine Stellung, mit deren
Revenuen er wohl zusrieden sein kann.
Derselbe bezieht jährlich: an Gehalt
$20,0C0, an Nebeneioküuften $15,000,
für Schreibmaterialien b500. Bei feiner
Wahl erhält er $5,000 für Einrichtung
uud Equipirung, und L000 Ur.zen Sil-
oergeschkrr. lleder em eigenes Haus ver-
fugt er außerdem. ' -
've vriirgste Regierung
c 1 v r : - . ? cr . . v ' m r s
ar unrixrrirg vre Npuorrr Paraguay,
Da? Budget-pro 1L80 weist an Gehäl
tern auf? Für denPrästdenten 2000 M.,
tue reden Minister 2000 M . 'lur ledeS
Congreßmikglred 2000 M., zahlbar in
fünf monatlichen Raten, 'für den Poli
zcicbef 240 M, für die Mitglieder deS
ObergerichtS je 600 M. . Trotzdem föh-
len sich dre .Staatsbürger keineswegs
glucklich.
In Angelegenheit der ge-
heimnißvollen Entführung dcS russischen
Flüchtlings Paul .MatuszewlC, welcher
durch einen russischen Agenten und einen
gedungenen Mithelfer auS Polen nach
feiern gelockt und von da über d:e ruf-
nfe Grenze geschafft worden ist, hat
sich Polizei-Jnfvkclor Büttner aus Po-
fen nach Äojcin begeben und protocolla
risch den Adam Matusewjc, den Gast
Wirth Krakow a?, deu dort statiovirten
Gendarmen und noch andere Personen
vernommen. Auch in dem russischen
GrenMdtchen Wyczin war der Cvm
missar und confenrle kärgere' Zeit mit
dem russischen Natschalnik. . ...
In Wien wurde kürzlich die
Gastmirthrn Marie Krut?, Inhaberin
des Gasthauses Zur goidenen Taube-.
Alsergrund, in ihrem Wohnzimmer todt
aufgefunden Der erste Augenschein ließ
augenblicklich erkennen, daß Frau Marie
Krutz keines natürlichen Tode? gestorben
sei. Die Frau lebte ihrem bescheidenen
Einkommen entsprechend, sie sparte nach
allen Richtungen. Außer einer Magd
hat'e sie keine Bedienstete. Auf diese fiel
der Verdacht, das Verbrechen begangen
zu haben. Die nähere Untersuchung er
gab da? Resultat, daß ein Selbstmord
vorliege, aus Abneigung gegen die zweite
Ehe, zu der die Wittwe wegen Schulden
gezwungen werden sollte.
Ueber Philippart, den aus
Paris flüchtig gewordenen Banquier.
macht der Fwaro- folgende Mltthkl-
lungen: Er lebt derzeit in Brüssel, be
wobnt daselbst Nr. 53 in der Chaussee
oe Charleroi sein auf eine Million be-
werthetes Hotel (die Frankfurter Zei !
tung, der wir duse Mittheilung entneh-j
men, cthielt hier den merkmürdig-n
Druckfehler Feuilleton), welches von
einem großen Park umgeben ist. Er
wird in Belgien jedenfalls die sechs
Monate Gefängniß abbüßen müssen, zu
denen er im Jahre 1878 verurtheilt
wurde. Dann wird er sich nach Ru-
mänien begeben, um dort mit allem
Eifcr Landwirtschaft zu treiben. I
Rumänien hoff: er so genug zu wer
den. um einmal alle seine Gläubiger be-
friedigen zu können.
Ueber ine große Weber-
auSwavderung wird aus H 0 f die nähere
Mittheilung g'geben, daß der Freiherr
v. Staff Reitzenstein auf KonradSreuth
anbot, einige hundert Weber in den
deutsch? . Ansiedelungen im südweft
liehen Kaofas auf Ländereien der At-ckinson-Topeca-Santa
Fe-Elsenbahnge-sillschast
unterzubringen, wosür er die
Mittel aufzubringen unternahm. Bis
vor einigen Togen hatte sich über
2700 Leute von allerlei Ge
werten, darunter 408 Webec gemel
det, und der Zudrang dauerte noch fort.
Daver scheinen gerade die oberftankr
schen Weber augenblicklich in keiner ftar-
ken Bedrängniß zu stecken, da von der
selben Quelle gesagt wird, daß vnschie-
dene Fabrikanten bedeutende Aufträae.
namentlich für Handwekerei, haben und
auch dre mechanischen Webereien vollauf
mit Arbeit versehen find. ' - -
Das Aufsehen, welche? d er
irische Wunderort Knock (TonnaugblS)
erregt, nimmt fortwährend zu. Dort.
werden bekanntlich die . Heilungen durch
die Verfpeifung de? , Wan? kalke? der
Kirche zu Wege gebracht. Viele Leute
sollen eidlich erhärtet haben, die Wunder-
erscheinungen im Kirchengiebel (am 21.
August), mu ngenen Aozen gefehen zu
haben. Man spricht von allen mögli-
chen Kuren an Jung und Alt. Die
Wände nd Mauern find nahezu kahl.
da jeder Besucher ein Slückche , Kalk
um nach Hause zu . bringen ' sucht. - 2lb
und z ' ertöut der Ruf: .Ein ueu:?
Wunder-, und Alle? drängt sich um den
glücklich Geheilten, der seine Krücken
von sich geworfen oder sei Gesicht wie
der gewonnen hat. Leute, welche Lour
de? ungebeilt verlassen habe, find de?
Lobe? voll über die vuodervar Wir
kungen de? KalkeS der Kirche von Knock.
In Betreff der seit Mitte
März iu Warschau fast, täglich verhafte-
icn tiuiiut', u.r wcicu uaex
50 betrage soll, theilt die Oßsee-Zta.
an:x.Zt:a. n.cr t :n -t
mit, daß sie fast aus schließlich Bussen
find, die seit der Dictator de? Grasen
LoriS Melikoff in auffallend großer
Zahl au? Petersburg und anderen ruf
nfchen Städten hier eingetroffen sind.
Wie e? scheint, beabsichtigten diese
Flüchtlinge in Warschau em neuen
nod mfassendm.Herd-ZkihiNSischer Um
trieke und We!r?chen-zu gruu'den. r..d
(cn da auZ da? rZaze KöNigreN Psn
.Um v.ä ir : f i er
(ak :Joipt ä:gehal)ene beuensich
aua, ooriige Varreigenosten vnyeuig
ten; zum Glück erhielt die Polizei so
fort Kenntniß von diesen Versammlun
gen, und e? ist ihr gelungen, niöt'blob
zahlreiche Theilveher zn verhaften,
sondern auch eine Menge, wichtiger
Schriftstücke in Keschlagzn nehmen,
wehe,über die PlS?t?)er Nihilisten em
Kares Licht verbreiten sollen. Unaeach
ttttkr-Mizeikichenachsiimkeit 'haben
ab bei bn Au?kröb?rna de? Nrbili,
ftennefte? zahte)ch Znasse desselben
Gelegenheit gefunden, au? Warschau zu
entkommen. Der l größtk:Theili. diesee
Flüchtlinge hat -sich der-l?reißifcheu
Greoze zugewendet, wo sie zu Theil iu
Folge telegraphischer'- Benachrichtigung
yor; der russischen Grenzpolizei verhas
tet würden, 'zum Theil aber auch die
preußische Grenze überschnLöAÄeV.
Zwischen der bei- Karl?
bürg in Ungarn, gelegenen. Marospor
toer Brücke und dem Eisenbahndamm
pflegten zwei Baunnjnnen im Alter
von 10 bis 12 'Jahren Schafe zn hüten.
Letztere kletterten öfter auf die Dämme
hinauf. ' Der Bahnwärter zog deshalb
die kleinen Jungen zur Berantwortnug
und drohtzihnnr mit'einof strengen Be
ftrafung. Diese genethen darüber in
nicht geringe Angst und beschlossen zu
letzt auf den, Rath 'eine? hinzugekom
menen kleinen BauernmZdchen? um der
Strafe zu entgehen, in die MaroSzu
fpriugk. Einer der beiden Knaben,
dem eS leid tht mn semen neuen Hut
und noch wehr um dje darauf prangende
schöne Pfauenfeder, verksufte diese vor
her sammt dem Hute, um 13 Kreuzer
dem kleinen Mädchen, und mit den Sem
meln, welche er dasür' kaufte, hielten sie
dann ihre Pomana (das bei deu Ru
mänen übliche Leichemnahl),' dann stell'
ten sie sich auf da? Brückengeländer, da?
Mädchen zahlte: .Ein?, zwei, drei V
und auf da? Koannandowort sprangen)
die armen Jungen - hrnao zwischen die
Eisschollen der MaroS in das kalte
Wellengrab. Sie kamen nicht mehr zum
cr e - c 7 ' . . . -
izorlmern uuo cre cingeuucre ponzer
licye unlerfucyung konnte nur den so
eben erzählten Hergang konstatiren.
'A)ic uriicaaTt mooti tu
der spanischen Provinz Lerida war jüngst
der Schauplatz einer unglaublichen
Raubthat. - Während in der dortigen
Kirche der Pfarrer auf der Kanzel pre
vigte, drang eine Bande, Bewaffneter
m,t geschwärzten Gesichtern in die Kirche,
men vie Geweyrrslven auf den Bvven
nd befahl der Versammlung, auf ihren
Sitzen zu bleiben. Drei von der Bande
gingen dann auf die Kanzel, ergriffen
den Pfarrer und schleppten ihn nach der
Sakristei, hiexawn ihm, die Angabe deö
Orte? fordernd, wo er eine großeSumme
Seide? verborgen hatte, die die Räu
ber in seinem Besitze wußten. Erzeug
nete standhaft, Geld zu haben, worauf
ste idn mit Messern.kn Arme und Fuße
.fc v V!.f. ' Äs 1 - rvn '
rrargru. in cieic iLoxmz ine iisir
kling hatte, schlugen sie ihi, bis er ihnen
30Psund Sterling anbot, die er in sei-
nem Hauze yave. Drete Summe be-
friedigte jedoch- die Unmenschen Noch
nickt, sie zündeten etwas Stroh an und
bieltea den Kops des. Priester? darüber
bis Haare und Augenl,eöer total ver
b annt waren. Die Pfarrersmagd. die
auf daS Geschrei dcs G peinigten her-
deicilte, wurde ernochen. Der Pfarrer
sollte eb n erschossen werden, als einer
der Räuber mit dem Gelde au? dem in-
zwischen geplünderten Pfarrbaufe hin
zukam. Der Pfarrer hatte sich.gewki-
gert, daS S ld herauk zugeben, wen kS
nicht fein ElgentKum, foaoeru ihm an
vertraut war. AlS' die Räuber ihren
Zveck erreicht hatten, entfernten sie sich.
ohne daß eS Jemand von den 2 300
in der Kirche befindlichen Perfonen ge
wagt H5tte. ihrem Treiben Einhalt zu
thun oder ste zn verfolgen.
Ein. Leitartikel der offi
ziöfen Wiener Montagsrevue" spricht
nch über die Beziehungen zwischen
Oesterreich - Ungarn und. Italien aus
und schließt: .Alle in zahlreichen Um-
trieben geschulten republikanische Ber
eine Italien? verfolgen die Tendenzen
der Jrredenla und eS konnte ihreBw
einiguug wohl eiumal zu Ruhestörungen
und Putschen führen. In dieser Be-
Ziehung hat adcr die italiernjch? Regie
rung idr Wort engagirt und die volle
Verantwortlichkeit übernommen, und
m,hr konnte von ihr nicht verlangt wer
den. Die Volksfreundfchaften wachsen
laugsamer als die Gegnerschaften, auch
em enges Verhältniß bildete ne langsam
heraus und war mehr als einmal ernst
bekroht. Schließlich siegten aber die
uothwerdigen wahren Bedürfnisse und
realen Interessen der Nationen. Abge
sehen von den schwindelhaften Tevden
zen deS NationalitätSprinzipS exigirt
kein politische? Moment, welche? sich
wirklich entzweiend zwischen Italien und
Oefterre ch unzarn .chöde. Die Er
kenntniß und die politische Nutzauweu
dung dieser Thatsache beginnt auch in
Italien festere Wurzel zu schlagen.
Diese Erkenntniß zum Gemeingut der
Italiener zu machen und für da? Wer
hältniß zu Oesterreich-Unzarn die vollen
Konsequenzen zu ziehen, ist die Aufgabe
der wohlwollenden und patriotischen
Elemente, welche Italien? Zukunft nicht
in der Befri'digung nationaler Leiden
schaften, sondern im redlichen Mitarbei
ten an den Aufgaben de? Frieden? und
in der Befriedigung der europäischen
Rechtsordmuig erblicken."
Der Geburtstag des deut
schen Kaiser? ist in allen Theilen
Deutschland? in würdigster Weise ge
feiext worden. In Berlin wurde der
Tag durch eiren Ehoral eingeleitet, vel-
cher von dem Trompetencvrp? eines hie-
ftgen Eavallerie-Regiments von der
Kupvel der Schloßcapelle znr Zeit der
Reveille geblasen wurde. Der Kaiser
beging de Tag in voller Frische und
Rüstigkeit. Schon in der achten Mor
genstunde hatte er in voller Uniform die
Glückwünsche sein nächgen Umgebung
entgegen genommen, worauf dann die
Majestäten mit den badischen Herrschaf
ten sich zum Frühstück vereinten. Hierauf
erschienen zur BegluckVuuschung um lOj
Uhr die königlichen Prinzen und Pria
zrssinue und die hier eingetroffenen
höchsten fremden Fürstlichkeiten, um 11
der gesammte königliche Hof, um I Udr
die hier beglaubigten Botschafter. Da?
sauft übliche Salutschießen unterblieb
mit Rücklicht auf die Eharwoche. Der
Abend brachte großartige Festlichkeiten
bei Hof, in den Theatern und Gesell
schiften. Zu Poseu faud ein größere?
Diner statt, au welche die Spitzen der
Militär und Eiv'.lbehörden Theil nah
men. Die Häuser der Stadt hatten
vielfach Flagzenschmnck augelegt. Luch
München wurde ein Fegbankett der
an staltet. Der Hofrath Ernst Förster
brachte einen Toast auf den König vou
Baiern, der Großhändler Schufter eiuen
Toast aus &. Majestät den Kaiser au?,
die beide mit Begeisterung vou den
Theiluehmeru aufgeuouiQeu wurden. ,
In St. Petersburg betheiligte sich außer
der Kaiserfamilie, vou der e? selbstver
ftändlich ist, auch da? Publikum in eo
thusiaftischer Weise az den derschiedenen
Festlichkeiten und .Jreundschaftiyer-
sicheruugeu.
zsonaeititm
' :
4 C Jf - '.' .'"V i . -
-ff'--' - ' . -
t ? ;T 0 11 m 3 :aJ ttarciic lt 'ß
eeupen.'
C2.5DCTfl;Z2; Vm.
All
I rr:
sang tu der Prezel iuuerhalb unserer
statr ist "vte al; gelinde, verlaufen.
weiter" hinauf jedoch besonder? in dn
Znfterbvrger Gegend. hatda? Ei? Scha
den angerichtet. Eine orkanartigen
Nordweftstur m ift da? schönste Frühling?
Welt gefolgt, das auf einen baldigen
Beginn des Frllhjähr?-Handel? hoffen
läßt. . . . ...
Provinz W eft preutz eu.; ,
Danzig, 21. März.-'Für die in die
fem Jahre- hl- stattsiudeude Verssm.
lung deutscher Naturforscher nd.Aerzte
find munmehr dle. Tage yam 18, bis
A - (ff'ofrit.mfiav.. t-ril..i . ' ef: v! cn M
irx vifiilWMkV HUIUWW 4JltlQth
haudluvgen tondku im Schutzenhau?
saale stattßnden. DieLahl der,zu die
ser Versammlung hier eintreffenden
auswärtigen Gäste wird vorauSsich'.
lich die Zahl 1000 erheblich übnfteigeu.
' Provinz' Posen. 0
Bromberg. 22. März. Nachdem
nunmehr die Anmeldung zur' Ge
werbe-LuSftellung geschlossen find, läßt
sich übersehen, daß auS 93 Städten und
Ortschaften der drei Prosinzeu Posen.
West- und Ostpreußen von üb 600
Ausstellern ca. 6000 zrn. belegt sind. Da?
Hauptgebäude ist vollständig in Beschlag
genommen und . em. uamyaner Erwei
terungSban wird mit cllen Kräften ins
Werk gesetzt.
Rogasen, LI. März. Seit einigen
Tagen ist au? dem hiesigen Orte der
Getreide- und Produkteuhändler K. der
schwundeu und zwar unterZurücklassung
von Passivschulden im Betrage von
105,000 M., on welchen in nicht ge
ringem Umfange kleinere ländliche Be
sitzer der Umgegend interessirt. sein
sollen. . , . $ ?j 'i
Provinz Pommerns
Greifevhagen, 22. März. In dem
benachbarten Wyrow starb dn Rentin
und Hauptmann a. D., Carl Lucksiel,
Veteran au? deu Freiheitskriegen und
Ritter des eisernen Kreuze?. DerBer
ftorbene gehörte zu den Wenigen, denen
es vergönnt war, das seltene Fest der
diamantenen Hochzeit zu feiern.
Greifswald, 22. März. Wie vorzüg
lich die Qualität der diesjährige HSriyge
ist, mag daraus hervorgehen, ' daß im
vorigen Jahre eme von bestimmter
Größe nebst 80 Härivgen 5 Klg.. woze.
gen in diesem Jahre dieselbe Kiste schon
mit S2 63 Häringen bei S Klgr. Ge
wicht gefüllt ist.
Provinz Brandenburg.
Berlin, 18. Mär,. Ist da? unter
d.'m Namen Kartenlotterie oder- & 0 U
t t ? S e ge n b ei C'6 h ii bekannte
Spiel ein G'ückS- oder ein dloßc? Ge-'
leujchaltsipul? Diele Frage lag am
Vontag dr dritten Straf kurnmnchlefj-'
gen Landgerichts I. zur Verantwortung
vor. Im Herbst v. fc hatte sich eine
Anzahl Beamter der.PotLdamer Bahn
in dem RchanrstionSlökake'on M i
dn KöniggrLdei siraße mit dem gedachte
Spiel, und zwar bei einem Einsätze von
1 Mark pro Karte belustigt. ES wur-
den bei diesem Spiel S Gewinue uiit Ab,
ftufungen gemacht, und diejeniaeo. die
zufällig die betreffenden Karten gekauft
hatten, erhalten die Gwlune auöge
zahlt. Dieses Spiel hat svuach eher den
Charakter einer Lotterie als den emes
Glücks spNichtSde?owenigchloß
sich der Gerichtshof der letzteren Auffas-
funz au und vernnynlte ven Jnyaver
des Lccals w qen Gestattev? von
Glücksspielen zu SO Mark event. S Ta
gen Gefängniß. DaS Martin Kurth-
fche Ehepaar. Prenzlauer Stroße 9.
feiert morgen seine Diamcmd Hochzeit.
Da ' der hochdetaate Gatte schon , fett
Wochen da? Bett hüten muß, muß die
kirchliche Einsegnung mterbleibeu.
Heute begeht Herr .LehreLsodolV Leh.
manu, Oranieichrße-v8xd'Frei
ncr SOiahrraen Lehrlhätiareit. Seit
dem Jahre 1852 in Berlin au verschie
denen Schulen thätig, ertheilt derselbe,
außer zahlreichen Privalftunden, noch in
voller Rüstigkeit den französischen
Sprachunterricht an der' Anstalt de?
Herrn Schulvorsteher' Lange, welcher
schule et im Novemder d. 1. 25 Jahre
angehört. -
Berlin. 21. März. Da? deutsch
Heer exkl. der bayrischen Truppen, hat
im Januar 130 Personen durch den
Tod verloren, darunter 22, also mehr
al? ein Sechstel, durch Selbstmord.
Berlin, 22. März. Am 20. ist nach
kurzem Krankenlager im 72. Lebens
zahre dn in wertesten Kreisen bekannte
langjährige erste Hofarzt ds Kaisers
und des Prinzen Karl. Geh. Hofrath
Dr. Gustav Bor. gestorben.
Berlin, 23. März. Eiue traurige
Energie entwickelte eine lange Dame,
welche sich durch Erschießen daS Leben
nahm. Do? jU7ge Mädchen, wenig
älter al? 22 Jre, ist au? Hannover
kerurtig, wo hc Water eine höhere
Stellung im Ste.ucrfach bekleidet. Das
Mädchen war meh fach verwundet. Der
zuletzt aus einem doppelläufigen Jagd
geweht abzegebeue Schuß hatirrur zu
gut in ? Herz' getroffen sie war nne
Leiche. Ueber das Motiv zur Tbat ist
Bestimmtes nicht bekannt. Da? Mad
chen war Braut und, wie hinzugefügt
wird, gluckliche Braut. .
Pro vinz Sachsen
Au? dem Kreise Naumburg. 18. März.
Die diesmalige Prüfung der Abitu
rienten der lonigllaxn LauoeSfchule
Plorla uelerte das erlreuircie Refultat,
van sämmtliche dreizehn Erammanden
mit dem Zeugn: der Reife ausgestattet
werde konnten.
. .L
Weftphalen
)
Müofler, 16. Mär,. Hier Ä iSngff
Juftizraty Wrndtyorst, Bitter veS frühe-
ren Abgeordneten für Bieleftlh , (BeUett
de? Abg. für Mevpen) nach längeren
Leiden, und in Wetzlar an demselben
Tag der Fürst Ernst zn SolmS-Brauns
eis, vormal? vannovn fchn Haupt
mann laev. lüöö) an einem valagan-
all gestorben. Er hinterläßt keine Nach
!onnuen; ,:e Regierung" übernimmt
ein Onkel, Prinz Geor (geb. 1836).
vormal? hannover'icher Rittmeister.
GSter?loh, IS. MSn. Jorseftern
starb iu Lmtel, Amt Reckenber, die
Wittwe Heithörfi in dem anßerge
uö hu lich hohen Älter von 112 Iah-
ren. m vi? zu ihrem Ende geistig
frisch und frohen Gemüth? gewesen.
Noch im vorigen Herbst. ift die hochbe
taute Fran beim AuLnchmen der Kar
osseln behulftlch gewesen.
Rheinprovlnz.
Trier, 20. März. ' DomcapUnlar
v. Wilmowsky ift gestorben. Der Ver
ewigte war ein frommer Priest nod
gelehrter Alterthumsforsch, dn shl
ich werthvblle Schriften übn hiesige
Funde hiunläßt. Seine Untersuchun
gen über den heilige Rot in Trier, zn
deren Vnöffwll.chimg n sich im Ge-
wissen gedrängt fühlte, zogen ihm den
Haß und theilwnse du Bnfolguug dn
hiesigen Hetzgeiftlichkeiten iu. -, Wil-
mowsky hat nämlich uachgewiefen, was
er mit eigenen Äugen gesehen: daß die
Tniiica nicht echt ist,' sondern nur eiu ta
dieselbe eiugesetzte? Stück allevsall? a'S
ein Tbeil de? echten Rocke? de? Herr
angesehen werden mag.
CSla, 22. März. Da? Examen
für den e'.vjlhrig freiailligen MUitär
dienst ging gestern zu Ende. Yon SZ
uropzsch,
Sfpirauten, die sich geme'dct.
hatten
rr- r.
N? k? zur .Prmun üt)iL
Va- d. VUkZdulchZksöll.'N fjfoß ;iv.
hin 2S. i --U
Köln; 24. März. Xat Prograaa
zum 57. ' Niederrheinifcheu MusikfeS,
welche? kommende Psingsiea bet, un? jn., ,
Kkln unter Leitung ro Hrü! Dr. Jnllll:
d. HA ftsltSupew wird ,ist urmeh
eugült'g'.in iolgender Weife- festg'steLt.
Israel in Egyplen don Hätdel;. , Sim- ; J
dbovie No. . i von Be-ttk, . i.'i'ie X'
V Kf
Nacht für Soli. Chor und vrchestc? .
vouHiller.Pfingstcantate vonSeb.yach. '
Simphoniein.-wo!l vonMendelslab . -
V'olinconcrrt von Beethoven laesvielt
rvvn Pro.Jvachinl)" Von Solisten ha.
L ic m;!.i'. .
torrtnV rtrf VOitX Vft,rltny t-n fatrll
fn rurc triroiliung zugeiagr: yr.au , ;
Mcellu! .Sewbrjch. kSnisächche,-'
brfcvervsänaerin' au? DriSden (&ts t
""((?' ;puutuu kiuiv .
(Alt), Hr. Henrik Weftbng eu? "Pari?
(Tenot) und Hr. Dr. Krau? au? Köln
(Vab). . ; .. . I
M
S . ifCric?tJ.ri.. .
(iiqcinqf inn, vJ (
'A
, Mainz. 17, MLrj. Die tZtadtver'
' V t. 1' " fc .
orrurreu gnuxciinj aoen.uunrneLrFe 1
icylv eo. va? vortlge Etadttdeater an
einen. Direktor zu übergeben und nickt,,
wie allvg? beabsichtigt war, auf Kosten '
der Stadt verwalten zn lassen. .
. Wiesbaden, i 23. MärzD hienge
ttweigverem für vo'.ksverSändliche Ge
fuudheittpflege hat.hie Errichtung ein
Anftalt für Lercheuvertlreunuirrt,' deren
HnftellungSkösten der Bneia du Stadt
zur Verfügung zu stillen sich bereit er , :
klärt, während die Gemeinde die erfor
derliche Grundfläche beschaffen soll, auch
in uns ret Stadt in Aussicht genommen,
und den Gemeinderatb ersucht, die Ge
nehmigung dn Feuerbestattung höhere.
Orte? heranlassen zn wollen. Der Q&"
meüiderath beschtsß inj s. inet letztrch 'X'f
Sihiuig, Zn erwidern rr müffe die ie- 1
treffende Schrttte lediglich dem Verein -
selbft überlassen. ' - - - -JLj
Darmstadt, 23. März. Die Straf,
kämmn des hiesigen 'Landgericht? ver
theilte heute eine, sehr bekannte Per X ,
sönlichkeit. den gewesenen Rechn det v V '
hiesigen Rathsherrnbrüdnschaft, ZRüW. : ..
ler, wegen mehrfacher Unterschlaguna. ' V"
die er ftch in seiner srüdnen Stellung zn
Schulden kommen ließ, zu 4 Monaten
Gefängniß.
u-- Hannover.
-Äeer, IS.' März Der Oberpräsidkütl ' - :
istizestern Abend hier angekommen, um 'I
wegen Erweiterung der Bahnhofs und
Hafen-Anlagen Verhandlungen zu pfle
gen. Solche Verhandlunge haben heute . .
stattgefunden. ES ist ersreulich, daß die . ,
Nottzwenigkcit, die Bahnhof?' und Ha
fcn-Anlaaea zu erweitern anerkannt, daß V:
auch Abhilfe de? Bedürfnisse? inu?-,S )
ficht genommen istBei dem vorgelegten
Prvjscte handelt eS sich um eine Erwei
ternng. itt Anlagen noch Süden außer
halb ver Stadt; e? 'würde' Raum für
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werden. ? J t l 1 s,
iniamimijfs rry
übecyiE mri irfatöt&ylti!- j C ;
nrane, wcicae ven oirecien Bertevr zwi
fchen dkm Bahnhof und dem Centrum
rer Stadt vermittelt, hat sich der von
Jahr zu Hahr eßeigertc sFreqserz
gegenüber schon längst 'als ungenügend
erwiesen und eS ist daher neuerdings
in Aussicht genommen die zunächst pa
tallel laufende Braunstrak.e namentlich
Uäx deuWägeüverkehe- mit anzuzie-
Heu. Da, hurzu . ader ersordeiltch .ist
daß die letztgenannte Etcaße, - welche ' j
sehr ..steil aufsteigt, an ihrem unteren j
Ende um einige Fuß erhöht wrrd f h
extthea einige Adjacentea gegen ,da
Projekt Protest, weil ia Folge der Er l j
höhung ihre Grundstücke eine -t:efere
Lage erhalte würden, ta welch Weife,
nie
über diesen Punkt eine Einigung in tu
zielen ift, darüber verlautet noch nicht?
Bestimmte?. Jüngst lief die Bark'
- srtl ' . i m . m - . t. f. . ' -
,'OKIKOCN,- !BC-v iCÜUJIf JtltiT-i-i
die hier je gebaut ouf der Werfte de?
Evnsul Meyer vom Stapel. DaSSchiff
ist an einen Norwegischen CapiiZn vZ ji
kauft und soll dem Vernehmen ach sei
erste Reife nach China machen. ,
' Hannover.
Eiabeck. 22. März. DaS Winter-
femester an der hiesigen höheren Fach
schule ist cm.-20. 'März adgeschlsseni
ES verlass?n..21 Zöulinge.dle Aostalt
mit dem AbgcwgSzeugNissr','' von . denen.
wie w-.r . vernehmen, venus mehrere
recht gute Stellungen in Akstcht hahen, iy?t
Die Zahl d bis zetzt für tif&evtxnaHU:
femester eingelaufenen Anfragen läßt er
warten, daß die Fr'auenz dn Schule im
Nächsten Halbjahre dieselbs geA
wie gegenwärtig. ,,'
Hannover. 17. Möü. Dem Eomile. .v. ,
des Reiterfeft?S, welches bekaauilich un
längst zuä Besten der Nothleider den in
Hannover von dem Offizureorp? der 7
hiesigen, Garnison mit glänzendem Er- . -folge
veranstaltet wmd', ist sür.d'k Um i
Magistrate dn Stadt ' Hannover' 'ilK
Ertrag deS Festes Übermittelle fehr be
Nächtliche S'.mme von 14.lXM. von
diesem ein überaus schmeichelhafte?
Dankschreiben. znaegangen. in welchem
e?' am Schlüsse heiktrDa?. Vsshin
corps der hiesigen Garnrion darf fein
Leistungen bei den kaueftrische Dar
stellnngen fttti mit freudigem Stolze
gedenken. 'Dasselbe v nch nicht allein
' 13 W t W .
um 01c rnoerung" VN ynriruvr
Nluhftande hervorragende Vadieüste
erworben, soudern es . hat zugleich auch
allen Denen, welche de Aafführungea
beiwohnten, einen hohenunvergnlicae
Gemch bereitet." -t.:,
i KSnigreichSachsen
Dresden. 13. Mä.' l? amtier
d.M. dn LleinhSadlukSt. au? Warf
. . . V ... . C -
mu innem tmptpqzwezt ore rrogr-
nach rvSgrüapasftrtvurde !!vo
einem in dortiger, Gegend wohvhaftea
Mann.Natt?c W.:.rZuverisch iZbenal
lmund utitiser Hacke von hinten so
über den Kopf geschlagen, daß er fosoik
zusammenbrach. Der Räuber ward elS
bald von Herbeieilenden ergriffen. - Et.
befindet sich in ärztlicher Behandlnag. "
In Adorf sollcn mehrere Personen
an der TrichinostS erkrankt sein.
Adors, 21. März. Ja Folge e
usses trichinevhaltige Fleische sind
hin 17 Personrn rn dnlkrtkhwofe-er- '
krankt; auch in den bevaibarten Dör
fnn MMHaufen, und SiebenbnnH sind r
einzelne ErkaiLkungiu ''oro?yna.L '
. Baierv.
München' 13. Mär,. Die i-st. U .:
Haft befindliche Adele Spitzeder hakte
diesmal ihren Geschäftsbetrieb sehr vor '
sichtig organisirt, denn seit der Wieder
aulaobrne ikre? Geschäfte? stellte, sie ffr
die ihr zugetragenen Geld leine Sola
Wechsel mehr aus, fovoern lieg m
Jedem, welch im Hinblick auf .die un-
vnbältnikmäßiae Zinfeu die. sie mo
natlich zahlte, Geld bn ihr anlegte, einen
Revers natnzeicynen ves Jnyairs, vs .
ibr die aefannnte Summe zur unbe -
dingte Versügnvg stelle und im fßet
loftfoll sich aller nsprüche an sie aus
üF,rsttuna beaebe. Die N. 23.
a brmgt. folgende: Schavergeschichte:
,Am ö. d. erhängte sich ia Limbach eine
Dienstmagd in der Schener an der Ln
ter. dem Vernehmen nach, weil sie eine
Knh mit einer ganzen Kartoffel ,
ert, woran diefe remaize nm.
rn ist Mr. 3)a? k.
Kvpsnstichkabinet in d alten Pinako r
th t dahur besitzt znr
Stiche und 2SZ2S HaniSeuzus.,
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