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Hermanner Volksblatt. [volume] (Hermann, Mo.) 1875-1928, June 25, 1880, Image 3

Image and text provided by State Historical Society of Missouri; Columbia, MO

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r.c5 Sedastianost wix wtfircrn: hie
i " .'ff ...4siMftMa.rf.AtiitiVitt ' t V
jr-f
i--
illingkr, 28. Mau Angewiesen
rmxte rdingS aplan Abert zu
sttthndLlt tturkalan. nachKissin-
' - .- .'... .' V' J;
C. ; : jk jt ...
- . frTiiisi niLiuLri iiwiuviiini'iii
. Lurzburg, tav Tg.umiion
ÄorstandeS Und Lehrers der Huf-
tckchloglkhranstalt ift dem .Ü'reisthier
, anke Zixpcliüs übertragen worden.'.
.,Äugburg,'l. Juni. Am Äi.Mal
feierte der klchstagsÄbgcordnete.Dr.
Joseph scm sünfundzwaigjhri
cS Jubiläum als baicrischer Landtags
r v , '. , i ,
Kgc?rd,ctrr. . : '
München. 3l.,Mai. .Graf. Osten
Sacken, ' bisher russischer ' Gesandter anr
ftfe i Darmstadt. ist an Stelle des per
" iortonen Ritters Iwan o, Ozcrvw zum
schctr'Gcsandscn' am hiesigen "ose
ernannt worden. "' -
Nürnberg, 3. Mai. Hier ist der
all Schriftsteller in weiteren Kreisen fce
kannte Frhr. Franz Wilhelin. t, Ditfurlh
j 8-Lebens jähre gfstorben. '
Nürnberg. 31. Man 1 Heute fand
die Probe d,r von Krautz & Co. in Mün
Aen ausacstcllten Tampsseuersprihe auf
der Insel Schütt statt. Die Probe fiel
glänzend auö. . - .
Viögcldorf, 31. Ma,. Die Samm-
Zung sür die Errichtung einer Wtttcls
bacherstiftung ergab hier 137 M. Sö Pfg.
ein für den flcnicn Ort gewiß schönes
Resultat.
Baden.
Mannbrini. 20. Mai. Der hiesige
Auoerverem veavchllgr,' icy vel der am
M. Jum m Mainz statlftudcnvcn Rc
gatta zu betheillgen. Ti? Fleischer
JaNllnq hat am lekten Sonntag unter
entsprechenden eicrtick leiten acht Leho
z.nge ausgenommen, vcrmeincr I
Siettrneuer rar tnc tftter mir einigen
Worten cingrlcitct.
. Brühl, 27. Mai. Hier brannte das
an der Ncuac itchcndc Hau des M
Schmale vollständig nieder. TaS Feuer
soll auch hier ivicder durch Kinder ent
banden sein, welche, mit Zündhölzchen
jpicncn.
Mannlzcim. L. Mai. In der 3e
ncralveriainlillung der altkalhvlischcn
Gemeinde konnte der Vorsitzende Herr
Pros. Bauer, einen steten Zuwachs die
scr ftemände srststcllcn. Äbcrrials find
34 Männer bcigctrctcn. und .nur einer
ist ausJctrct.'n. Die Kasscnverhältnisse
der Ycnicindc sind in gutem Zustande.
Baden. .Mai.Bezüglich
. .. m
wujä von willen uno yauzern )l zu
verzeichnen, daß Herr Q, Bcutenmüllcr
durch Herrn Hammer hier seine in der
Ouettigstraßr gelegene Villa um -den
Preis von 5l),(X) Mark an eine Frau
Noiomil aus poüano verlaust hat.
Württemberg.
lllm, 25. Mai. Der Gouverneur der
bicsigcil Festung, königlich preunischer
encraLlcutenant tsrak .Neldhardt v.
Gnelscnau. begmg, am 23. d. sei iO
laangc 'A.ueiin:?ueii(iunr.;
Stuttgart. 26. 5ei.e dritte So'n-
ftrenz sur dloten.Hcik Pflege wird vom
1Z. bis 15. kptcmbcr .d. I. hier abge
attcn werven. tx 16. September ist
für den Besuch der . Anstalt zu Stctten,
ocr .. -epl'.'mocr sur eine Tour nach
der Anstalt zu Mariabcrg in Aussicht ge-
nvllimcn. ,.
' Oesterreichs "
Wien. 27. Mai. Selig heikel. Pro
cor ocr Anuaewcrkschnlr, 3 Ialzrc
alt. zulegt Pr'.vat-Ingenieur, hat dem
Pvlizci - ommliiarlalc vrieslici) ange-
cigr, er durch clbitmord sclneu,
Z.:oen ein linde machen werde. .
Rcichenbach. 25. Mai.--Tcr, Bezirks
ausschlis; hat beschlossen, eine Resolution
gegen die Sprachverorduug an Dr.
Hcrbft zu scnvcn.
. . r rf
raiau, ucal. Avgcyrvnele ocr
Krakauer Fraction beabsichtigen, den
Antrag ans Reorganisation, der politi
)m cnvattungWillizlcvs in dem nach
stcn Landtage zu erneuern
aldrulln,27. Mai. r-r axisne amt
liche Jl urliste zählt heute Y8-Gäste mit
120 Perwvcn und der gesammtc Appc
rat, die Nur-, Trink- und Badeanstalten
Mo Durchweg im vollen Betriebe.
Pest. 2H. 'Mak. Das lZndergcbniß
ver Bvlkszayiung. welche soeben stattgc--
xunvcn yat, wei,t eine überraschende Ver
mchrnng der Population der ungarischen
f. t . i y
aupina! ans. cil ocm ayre 175
hat die Acvöllcrung um 12. Proz. zu
genommen un'z ist von 295,254 Seelen
auf 335,5sj angewachsen.
Prag. 2S. Mai. In der Thcyner
aupl -Hiarrlirche erplodirte am Sonn-
tage wabrcnd des Hochamtes ein Feuer
werkskörpcr. N'elchcn jemand am Vicdc
stal der Christusstatue niedergelegt hatte.
'er y.uer blieb unbekannt.
Wien. ?S. Mai. Hier hat sich einer
ocr g?achtct,ttN ldvokatcn Freiherr v,
Hell vom vierten Stockwerke auf das
Pflaster hcrunrergcstiirzt und blieb augeu
bUckllch todt. Mißliche Geschäfts
bältnisie hatten den erst 41 5labre alten
Mann in den Tad getrieben.
Wien. 1. Juni. Der Verwaltungs
rath der Borarlbcrgcr Bahn hat für daS
nächste Jadr den Stattbaltcrcirath Rit
kcr v. Froschancr zum Präsidenten und
den Professor Ritter v. Rcbhann zum
)irc rastventen wieder gewählt.
Leitmcrin. 30. Mai. c?in tTomite von
Landwirthcn ist in Johnsdors zusammen
krinien. um nn Rontyale eul Standbild
aiser Joseph's zu errichten.
31. Mai. Der ..Wcstung.
renzb." meldet aus Vaga: Unsere
Gemeinde ist am 2. d. Mts. fast ganz.
Ilch ein Raub der Flammen geworden.
95 Häuser und 1 14 Nebengebäude sind
möxt worden. 13Ü Familien find
"vdloö geworden.
Schweiz.
Bern. 20. Mai. Die nunmehr ab
geschlossene Rechnung über die Bcthcili
gimg der Schweiz an der Ausstellung
n Paris crgidt eine Gcsammtau5gabe
dn2Za,5 Fr. d7 C., also 43.456 Fr!
C. weniger, als von der VundeZver
lammlung bewilligt worden war. -
Luzern. 27. Mai. Der VerwaltungZ.
rath derGotthnrdbahn tritt hierzu eintt
ttzung zusammen, um wegen der Auf
uahme eines ncuen Anlehens im Betrage
von fünf Millionen Lire zu beschließe.
. vasel, 27. Mai. Hrn. Dr. Brüs
Ucbcrsctzer deö Justiz und Poli
zkUkpartemcntrs. wird die nachgesuchte
Entlassung iu üblicher Weise ertheilt.
Rapperswil. 2. Mai. Nach .stürmi-j
krTcbattc ii mit 111 nennt zu Kti'm.l
(roflch' letztere aus den kirchlich streng
JffLiSkJBFn
.... ..vcjyuiu zum miauet
öwch. Mai. ' Der VenvÄ
liasratk nxni. s.t-.c .riyti.-ti
- .m,u vjuuyui vi'uijiiiji;it4i.jujuji
?ar eine PirTir.-- kV, QiT-il
flin VX n wvmmiiwn 8"
Sl o-" rslfle cr sofortigen Erstellung
uk Jmmersee-Luzer ernannt.
ti,?- Mai. Der Große Rath
Irl wns ?Zmt ist gegenwärtig bei
!z T'hung des Budgets für 188.
i.k ZZ'Mvös Fr. Einnahmen und
u? II.0Io. Ausgaben veranschlagt
Zeit. m '.v,n 1,243,500. Fr.
tJD"l'Mai. Der große Rath
Scrnht behuss Bezahlung aller
wlwk Ale.'lzen einstimmig di? Auf
tm 4 Prozent. Anleihe im Be,
paZe vo n Millionen beschlossen. '
SAMBla.
LZpman
r A '- Vi i '
6raru L)kcrlu:it, keSdgTöw,.
S-
vibb;.
n-fftrf!"W stallen,, gleichgültia
m alles Änden. und gtiff, solange ich
tcjijrn teöfj auch'nicht'mehr u Pinsel
und Palette. Am andern Tage dagegen
M$ tymm W vorderStas
fclci; hatte eine neue Leinwand da
uWßWjffJsWteäftißitit ein Vor
wuy, den er .Aftern beengt hatte!
Strich KrIStrtch, Tülie für Linie, die
selbe, Gestalt.nit demselben Ausdruck, in
derselbe Uutgeöutt'g-'ars stände das Ori,
glkull vorhm?
. ., , HimmelL willen, Mensch,"
M an. as hast Du ja schon
wtsf
gemall!
er warf mir einenstumpfcn, verstättd
nlßZplen Blick zu,lükd ich' verließ ihn
und benachrichtigtedin Arz ü i
'TDIeser scch.ihn an' und ucktedie Acb-,
sei: Man müsse ibn kür's itrüe tkn uu
I. , ' t - j.
ön M. w.Mff. . w r.: r r. . . 1 I
fn, ivit n, WVUC, UBJt JCI 0HJ UicylS zu
itiuuca.
. Also, malte denn der Unglückliche,
malte, malte sein eines Bild, während
ich Verzweifelt und rathlös daneben stand.
Einige age noch, dann aber versagten
die Kraste seines Geistes und seinesttör
pers vollends': er brach vor meinen Au-
gen zuiammen uns lag wochenlang be-
wußtlos ,ns Delirium eines heftigen
. . 1
tcrvrnueocrs.
n Damals pflegte ich den Kranken, und
auch . Aleris . kehrte, zurhck. und sah die
Bilder." Er sagte nicht viel, da er sie
,ay, ooch ai.s vaio voraus iu deutschen
Zeitungen eine' Aufforderung an aus-
:.i s v. i ist: -
lumi lutuenoe oeiumc; stimmet zur
Beschickung einer Münchener Ausstellung
erschien, packte der Skulptor das fertige
Bild ein und schickte es an die Commis-
Hon-
Als daim der Kranke so weit in der
Besserung war,, daß die Anwesenheit des
Bruders aufs Neue gefährlich ward,
reiste dieser wieder ab und nahm auch
oas zweite, ocy unfertige Bild mit sich.
- Der Kranke erholte sich uud genas :
das Bild aber machte Aufsehen und er
hielt auf der Ausstellung den ersten
Preis. So ward der junge Meister über
lischt uns ohne fern eigenes Wissen be
kannt und zu einer Berühmtheit der
Nunstlerwelt.
Es war also an einem schonen Febru
artaac, und der Kranke saß. in warme,
wcichwollene PlaldS gehüllt, am sonnig
stcn Plätzchen meiner Wohnung (dorthin
hatte ich ihn gleich nach Beginn des Fic
bcrs bringen lassen, auf daß ick ihn pfle
gcu konnte), als ich ihm mehrere Briefe
reichte, welche für ihn eingegangen waren.
Während er diefe erbrach und las, be
trachtete ich sein Aussehen und erfreute
mich daran. Die monatelang so bleiche
und welke Haut begann wieder einen
Schimmer frischer, kräftiger Farbe anu-
nehmen und ach 'die Augen hatten ihren
zwa? ettva sinnenden, doch belebten und
naiuriicyen im wiener gewonnen. Jetzt
sahen sie mich plötzlich fragend an. wät
rend seine schlanke, abaemaaerte iSMid
Wir die.Bricfechiuhiclt. .
Da lies einmal! Das ist doch .so-
misch! Da bekomme 'ich Anfrage über
Anfrage nach dem Kaufpreise eknes Bil
des, das i ch gemalt und auf die Mün
chcncr Ausstellung geschickt habe soll,
und soll dasselbe dort den ersten Preis,
bekommen haben. Es ist natürlich ein
Irrthum, denn ich habe nichts dorthin ge
schickt, aber seltsam,' daß cm derartiger
Irrthum so weit verbreitet ward! ßbev
ob es Noch einen zweiten Maler nleichen
Namens gibt.?"' ' ' ' . v '
Nein, ich denke nicht r rrwidene ich
nicht ganz ohne Sorge, im Innern, es
Nt Dein Bild, und ich. hoffen Du wirst
entschuldigen, daß wir es während. Tel
ncs Krankseins aus eigene' Hand fortge
C4.;r uu..u. r- i i.
Iiui nu.vi.1. ... ,
2?irnich?" frug er erstaunt und auch
erfreut. Nnd hat es auch qleick den
ersten Preis erhaUrn? ' Nun,' wclihes
cr . . r ! i....
iüiio nn ocnii oas iein icy lann mu
gar nicht denken. .'v" 7 "'
..Eines Deiner alten Genrrftucke.
fchnitr ich seine Fragö rasch ab, welches
ist ja nun gleich l" Laß mich Dir gratü
lircu und freue Dich Deines Glücks!
Hast Tu doch allen Grund hiezu, denn
Tu siehst TeinRuhm wächst mit Riesen
eile, wie es einem echten Götterkind
ziemt."
Er crrothete und warf noch einen
flüchtigen Blick in die Briefe. Früher
Tod" war das Bild betitelt ich glaube
eine Ahnung stieg m ihm auf oder der
Schatten einer Erinnerung, aber er that
keine lvcitere Frage mehr.
So ward das Bild verkauft und der
Ruhm seines Meisters mit ihm gegrün
det. Er hat später freilich nie eins ge-
malt, das an künstlerischer Bedeutung ie
nein nahe kam, aber es ist die Ge
schichte vom IPinscl Minx 'die Welt
nahm seine fernern Lcistnngcn'auf'Glau
den der ersten noch an und ihr Erfolg
war gesichert, fast ehe sie sein Pinsel gc-
schassen hatte. Ucbnaens ist er ein ganz
tüchtiger Techniker geworden und wenn dy:
fflammentaufe seines Genius nuicrktcm
seiner Werke ward um solchen PfeiW
mochte keiner von uns auch olc,e eine
nur kauten I weiter: wenn er oer
Ersten und Auserwähltcn keiner, ' der
vollendeten Meister keiner geworden ist:
ür uns. seine Freunde ist er mehr als
das: ein guter, vollendet Nebenswür
digcr Mensch. ' '
Und Aleris? Er trägt einen unse-
rer ersten Namen: sein Genius zeigte m
von je weit kräftigeren Flügelschlag, aber
auch hier ein Aber, er ist ein. echtes
Kind seiner Zeit, und allen seinen Werken
ist der Stempel des Materialismus voll
auf die Stirn gedrückt kein Gedanke,
eine Empfindung streist ze uver oie
Sphäre des Irdischen hinaus. !vcan
merkt: er war aufemem Dlatze. als
Zeus die Welt vertheilte, und weilte
nicht in Regionen, wo ver orper nlcyr
u seinem Rechte gelangt. .
Die Beider sind langst mit einander
ausgesöhnt und wirken' in nner Stadt,
dnnoch glaube, ich, daß die einstige In-
igkeit des Jugenvvmeyrs nie meor
Aschen ihnen izergesteur maro. .
' IZ . w . r f . inr--.C .
Meine Geichichre st lerzuiuok'
ch möchte und zwar um . Glncvra's
willen mit ienem Eindruck vom Leser
cheiden, mit dem sie für Mich zeiqionen
wurde. '
cf i atf&ah die bei meinem diesmali
gen Aufenthalt in Neapel, in einer bracht-
r cm tfX.: A.L I wiaTAav 14t
uoucn jytonojigcinnatyi, in muujn
cm einem Ausflug in die . Umgegend
adi der. Stadt, zurückkehrte.: I äJirxne
crabrt kübrte an dem Fricdhof vorbei.
auf welchem die Todte schlief, da. bewog
mich eine Dichterlaune, den Wagen zu
verlassen und da einsame Grab dort
drinnen -aufzusuchen. . . .'
Die Stätte lag friedlichlvcit'ukv still ;
vereinzelt nur ragten duuys vtiresse
wie grabaufwachseude Schatten feierlich
,m über die Marmörvracbt VerMönu-
mente. Die frische,' sinnescharZende Luft
V - 1 r f" - llVu "H-Z 4
lieg nnc? icvfS xreuz, zl-vc..,
m'tteiter Nunde Grab anGralerkennen.
-Und .seltsamen, mehr' als injener
n?kt i hem unentmeibten Frieden der
Natur, erschien mir der Tod ohne Schre-I
Sen, als Ichöae Lösung emes vuniicn
Räthsels und ewige Versöhnung aller
Wirren.
langsam schritt icd so vor bis auf die
5
ßteZe, wo ich das Grab des jungen'
Msdöxns mßte doch afonst.suchte'ich
tl m. rrm I'j.j. '
V; joa ' 4jairaiai. . iianc s roar,
nackt 5Md Vevct auf eiae sunkenem SLael
1 wucherte? Anr. -rünes .Gras -und :tin
Zweigz laßblühtig: : PafMsdQtnten
mckte7vvm:iNachbargräS. herüber s.' die
Säule-mit der Inschrift Mld-dtt Köpf
mit den wcich,7feZngefchnmngencn Li
nie waren' nirgends zn sehrn. ' ?
' .Ich fühM rnerdrosseö;iwe Ver
ftMmung ' de5 DeakenS' ' trieb mich von
dem : schmucweraubten Hügel fort: So
sollte wirklich ?eni einziges,' letzt ei
chm.znr Erinnenng m zeneSjunge. inst
so bewunderte. Wesen geblieben ' sein?
Ich wollte es'Mt ranicA NÄduoch'rrn'
mal fchweiftemem Blic5 suchend um vtt'ch
her. Da ja, anr Fuße der Mauer
glänzte etwas Weirs, halb versteckt vom
ittalen und de Schatten eines fchwarz
blattrigen,' breiten Okermderstrauches
es zog mich aö. - ich eiUe"bin;V nnd'böa
den Zweig des Stammes; Zurück. Da
war er, der schöne' glückliche Kopf
das Mondlicht strömte hell" in die mär
vwrnc Züge? itnd der Partei,' rcietide
Mund lächelte mich an ton Mefct? -: f-"1 ,
t Wie schon! murmelte', ich und bettacu
tete länge das stumme,' feine Gesicht; noch I
einmal tauchte .Alles ,n mrr aus, 'was
diese schmale, junge Stirit eiüst Ml'ZreUd
und Leid umschloß,' was das Herz'.essen
hntzer schlag diese schonen Zuge belebte
so schnell zerbrach. -,'-' il iw i
Endlich mahnte Peitschenknallen' bes
Kutschers laut zur Abkürzung - Meiner
TräUnie. Ich richtete mich auf ünd ließ
die Aweiae frei : derKovf versank wieder
im Dunkel,' die thaufeuchten Blätter' des
Strauches bedeckten ,hn. ' Aber m mti
nem Innern, durch die lichte Mondschein-
nacht gmg des Mädchens Bild Mi
mir.
Armes, junges Geschöpf, des Glücks
der Erinnerung werth und doch: verdor
bcn, gestorben, wie bergichter singt, ohne
ein Denkmal auf dem Grabe und eine
Stätte im Gedächtniß der 'Menschen
jreine? Nein! Eine doch: in dem
meinen l Und sie soll Dir bleiben, e-
lobte ich bei mir, ich will Dir ein Denk-
mal setzen, so schlicht und gut ach s ver
mag, daß, wie Du gefehlt und gesühnt,
das Mitleid der Lebenden für die Todte
noch weckt und man Dich ttcnitt wie Tu
warst! als heiß in der Liebe und treu,
ou schone Lucriola.
Erich Sarsson.
Eine Geschichte von A.- Lütctsburg.
I.
Weiter nordwärts, über Klippm und
Gestein dahcrbrausend, bildete der Berg
ström : noch einen Wasserfall: man sah,
fern über die saftgrüne Ebene hinweg.
die Sonne in den aufspritzenden Wasser-
tropfen funkeln, und erst unten ,m Thale
hatte der wilde lcnabe fein Ungestüm
mächtig . uttüaelt. Da murmelten die
Wellen und netzten die Fruchterde, die
hier m bedeutender vvhe die Oberfllache
aus zerbröckeltem und verwittertem Gneis
und Granit bedeckte; Fichten, Tannen
und . Birke.,, letztere mit ihrem hellen
Grün den düsteren Ernst der ersteren au
muthig mildernd, spiegelten sich von der
rechten Seite in dem klaren Gewaucr,
während sich am linken Ufer ein stattli-
chcs Wohnhaus mit schon angepflanzten
Gärten erhob, um das sich reiche Felder
und im Hintergrund großartige Watdun
gen. gruppjrten.,.. , ...
Noch lag der Morgcnthau auf Wald
und Flur, als eine schlanke, hochäufge
wachscne .Frauengestalt dcn Vorgarten
des-; pauscs. verließ -und mrt fluchtigen
chMten dem mer d-cs.Llunrs zir eUte
Es war ein .schönes Mädchcn.blauSugig,
blond"und .von edler Genchtsoildung,
aber 'ein Ausdruck von Angst verzerrte
die 'feinen Züge . und scheu blickten die
Augen nach allen Seiten um sich
;. c?cirn hatte. sie den Rand des Flusses
erreicht und als sie auf das durch einen
Gewitterregen angeschwollene rothbrauue
Wässer blickte, schauderte sie zurück. Es
war eine lange furchtbere -Nacht gewesen.
voll jcämpfe, voll Vorwürfe 'und sie
hatte gemeint cS müiie ein Ende kommen
sie konnte ja nicht mehr beten 'und
Wahnsinn mußte ihr Gehirn ergreifen.
Irin Sprung da hinab
' Und wieder schauderte sie zurück.
Nein nein nicht sterben! Sie war
so jung, und sie hatte Pflichten Pflich
ten, die sie mit Grauen erfüllten, aber ih
neu zu genügen war Buße und Süt)nc.
Sie strich mit der Hand über die
weiße Stirn und das krause blonde Haar
zurück. Tann wandte fie sich ab und
eilte nun am Ufer des Flusses entlang,
in der Richtung nach dem Wasserfalle zu.
Etwa eine halbe Stunde war sie so, ge
gangen als sie sich bei einer Bicgmig des
Weges plötzlich einem nicht nicht mehr
ganz jungen Manne gegenüber befand,
der wie erstarrt bei dem Anblick des
Mädchens stehen blieb. ...
Brigitta Sie hier?
' Sie versuchte zu lächeln, aber es 'ge
lang ihr nicht. Die feinen Lippen preß
ten sich fest auf einander wie im Trotz,
aber der ernste Blick des Mannes mußte
eine fcltsame Wirkung auf sie ausüben.
Fragen Sie mich nichts, Erich, ich
könnte Ihnen keine Antwort eben und
Sie würden mich auch nicht verstehen.
3er so klug und verständig ist
Sie hatte die Worte hastig hcrvorge
stoßen, den Blick zu Boden gesenkt, als
fürchte sie dem seinen nochmals zu bcgeg
nen. Nun machte sie eine Bewegung cm
ihm vorbeizuschlüpfcn, aber in demselben
Augenblick legte sich seine Hand sest auf
ihren Arm.
Nein Brigitta nicht so, sagte e, ruhig.
Es ist irgend etwas mit .Ihnen vorgc
fallen und Sie stehen im Begriff Ihrer
chwcsteL' ein schweres- Herzeleid zuzufu-
gen. ihr. Die mit so unenollcoer Lieve
undZärtlichkcit an Ihnen hängt. Kommen
Sie ich werde Sie nach Hause beglei
ten. ' .
Einen Augenblick hatte es den Anschein
als wolle das Mädchen nachgeben, aber
dann riß cK sich plötzlich los und stand
nun dem Manne hochausgerichtet gegen
über. '
Nein. Erich Laröson. weder Sie. noch
irgend eine Macht der Welt, wird mich
wieder nach Westeräs bringen, rief sie
mit blitzenden Augen'aasl Hüten sie sich
Gewalt zu gebrauchen, denn beim
Himmel! Sie würden 'mich nichr le
bend dort ankommen, sehen. . , , -
Er schrack zurück vorder Energie, der
wilden Entschlossercheil, . bis ihm aus ih
rem Antlitze entgegen schaute und dann
umspielte ein trauriges" Lächeln seinen
Mund.'
Ich werde, keine Gewalt gebrauchen,
Brigitta, . so , düster .und traurig Mine
Vorahnungen auch sind, die sich an diese
Begegnung knüpfen, sägte er ernst.... Ge-
shcn Sie mit Gott! ., '
rs.o.-LL t i - -!-. 'o;44a?
0c8l lulcu x.iiuu(u iu iuuijuiu
Augen.' Aufschluchzend bedeckte sie 'ihr
Gesicht mit bechen Händetf und i große,
helle Tropfen drangen zwifchen ihren
schlanken, feincnFmgern hervor..
Erich gehen Sie nicht im Zorn von
mir, stieß s'Vuchfam'hervor,Är?ch
Sie mir den Trost, daß ich einen Freund
in der Welt habe. Ach, ' Sie wissen ja
nicht, was ich erduldete, Sie wissen nicht.
was mich fort treibt, aver tch rann ntcni
bleiben, ich müßte hier vollends zu
Grunde gehen.
r
: Und- wohi wollen Sie,' Brigitta ? a '
1 otmnn .p&j -rxni vscoauic utty
- 9a - r - . - orrx... . t c
rr im. t er . . ii .v. - - w - imJ
zuckte sie. .Dem Mann.gegenüber, der
oa vor ihr stand, fühlte sie .sich schwach
und hülftos wie ein Kiüd- sie müßte
fort aus seiner Nähe um 'ihren Muth,
thre Entschlossenheit wieder zu sinden.
Mit - zitternder Hand , griff ' sie . m die
Tasche ihres Kleides und zog. ein zierli
ches Billet daraus hervor.. . . . c
Der Brief enthält alle Ausschlüsse, die
ich zeben kann sagte sie. Erich Sie
werden ihn Christinen bringen 'und in
ihrem Willen, lasse ich es.vb sie Ihnen
Mittheilung von dem Inhalte machen
will, Sind Sie zufrieden?,. . -
Muß ich.es nicht seüi, Brigitta?
: - So leben- Sie wohl, Erich !.""
!i Ihre Stimme 'erstickte"knter Thränen.
Sie reichte ihm ihre Hand zum Abschied
und eilte nun schnelle Schrittes davon,
als .fürchte -sie noch zurückgehalten zu
werde. ' Erich Larsson blickte ihr nach,
sö'lönge' er konnte und dann hefteten sich
seine Augen auf chas" zierliche Briefchen
mit der yklaren Von Thränen verwisch
teiiAufschrift. . , - f r - -."- :
Em. lieser Seufzer entschlüpfte seinen
Lippen, .als er es m vie Brusttasche sei-
es Rockes-schob und wie er nun denfel
den Weg .euklang'5 fchritt, ien Brigitta
gekommen war Md daran dachte, welch
ein Empfang ihn mit der Hiobspost, die
er bei sich führte,' auf Westeras erwarte,
konnte er seiner Unruhe, kaum Herr wer-
den. -
! Ench Lnröson war' Verwalter aus
Westexäs.- Vor einem Jahre Joch Tjatte
V - c i c . " i.
lich oas eizenoe isur. in ccu ganoen ei
nes alten, geizigen . Mannes befnnden,
den nichts' so sehr schmerzte, als .daß er
nicht 'eine' Tages seine Schshe'mit in
das. Reich 3fes- Hades würde hmab neh-
menkonn.err,zZ Da. dies nun eben em
Ding der Unnwglichkeit war, er anßer
dem keine näheren. Verwandten .hatte, so
mußte er sich wohl oder übel 7entschlie
ßen, -feinen ganzen Reichthum in die
Hände zweierhalbunmündiger Kinder"
zu legen, die elternlos und ohne weitere
Existenzmittel als arme, gedrückte Gou-
vernanten nie den
S'i?rtk des lAeldeS ken-
nen gelernt hatten.
Ungefähr so wenigstens waren die Ge-
danken des alten ? Mannes uoer seine
Nichten und zukünftigen Erbmnen gewe
sen und er hatte seinem Verwalter ge-
genuber daraus gar kein Hehl . gemacht,
um oem zu erwarlenoen lmyen mög
lichst vorzubeugen, hatte er denn' auch
noch unmittelbar vor seinem Tode, testa
mentrisch bestimmt, daß Erich Larsson,
so lange es ihm aesalle, als Verwalter
auf Westeräs bleiben solle.
Etwa vierzehn' Tage nach.des Alten
Tode wär zunächst Christine Stjörnhelm,
die altere der beiden Erbinnen' auf We
steräs eingezogen. Der reichen Erbin
war es mit leichter Mühe gelungen, ihre
Stellung als Gouvernante aufzugeben.
Nleniano hatte ihr etwas in den Weg ae
legt, sondern man fand mik einem Male.
daß man einer einfachen WstiÄt ÄeNSge.
wenn man für Fräulein Stjernhjelm Er-
satz suche selbst auf die Gefahr hln, emen
t r r w ' "
wenig erquillilmen amcy zu machen.
Christine Stjernhjelm war wie ihre
Schwester Brigitta ein schönes Madchen,
sie hatte auch mit dieser eine 'gewisse
Achnlichkeit, wenigstens was das blonde
aar und die blauen Auaen anbetraf;
Christinen's Haar pieUe vielleicht etwas
mehr in s Rotyllchc hinüber, ihre Anaen
waren nicht ganz so dunkel als die Bri-
gitta s, aber doch erschienen beide Schwc-
ncrn nebeneinander unendlich verschieden,
Christine ruhig, ernst, verständig, hatte
ibre Abhängigkeit schwer empfunden und
ilzr .vcrz iuoelte bei oem Gedanken an
Freiheit, während Brigitta lebhaft, hei-
ter und kindlich, dazu der Liebling Aller
so wenig von ihrer dienstbaren Stellung
gedruckt wurde, say sie Christinen schrieb
ue tonne ich unmöglich' so schnell von
allen ihr lieb gewordenen Menschen los-
reinen und bitte inständigst, da die al
tere Schwester ihr wenigstens noch einen
Winteraufcnthalt ' in der Stadt gestatte.
Christine suhlte sich durch 'Briaitta's
schreiben verletzt aber wie hätte sie ihr
ernstlich zürnen können? -. . : : -
Sie sah das heitere soraloie Dinq mit
dem . Lächeln um den feinen Muud vor
sich, fah die dunkeln glänzenden, Augen
muthwillig auf sich gerichtet und er
gab sich seufzend in das Unvermeidliche,
indem lie sich mit dem Gedanken tröstete,
daß der Winter bald vorübergehen
werde und sie dann mit Brigitta hier in
dieser märchenhaft schonen Umgebung
von Westeräs ein köstliches Leben, wie
sie es nimmer hatte erträumen können,
führen werde.
Briaitta's Briefe kamen selten, aber
wenn solch' ein Blatt nach Westeräs flog,
dann war's, als ob es eitel Sonnenschein
verbreitete. Christinens Augen leuchte
ten in Heller Freude, um ihren Mund
spielte ein Lächeln, das sie seltsam ver
schönte, und Erich Larsson hörte dann
Brigitta's Lob in allen Tonarten singen,
so daß er bisweilen dachte, sie müsse ein
Wunder sein.
So um die Zeit der Sonnenwende wa-
ren rasch hintereinander zwei Briefe von
der jüngeren Schwester gekommen.
Nach dem. ersten' .sah Erich Larsson seine
jimge Hcrrist lange Zeit in Thränen, und
sie hatte ihm, der sich bereits zum Posten
cincs" treuen . Freundes bei ihr aufge-
schwungcn, nicht em Sterbenswörtlein
von dem Inhalt des Briefes gesagt.
Das zweite Schreiben, welches .nicht
ganz drei Wochen später eintraf, hoh den
Kummer, den -das erste verursacht," voll-
ständig wieder aus. Als Erich Larsson
an jenem Morgen in das Frühstückszim-'
mer trat, eilte Christine mit dein Aus
druck strahlender Freude, in .ihrem .Ge,
sichte auf ihn zu s . .. ' , "j
ViL komm!. ' '
Das war Alles, was sie von dem zwei-
ten Briefe sagte, und dann begami sie
mit ungewohnter Lebhaftigkeit davon zu
plaudern, wie es min erst schön, uiid le.
bcndig auf Westeras werden wurde.dcnn
Brigitta habe den rechten, -herzerquicken-den
Sonnenschein in ihrem Gefolae. und
wo sie lebe und athme, müsse jeder Schat-
ten weuyeu.. .... . : -: .
Erich's Neugierde war aufs Qöcbste
gespannt,, aber er war auch erfreut über
Briglttas bevorstehende Ankunft, um
seiner juttgen Herrin willest.' Das Lc
ben aufWesteräs war ein recht einsames;
Christinens Stellung gestattete ihr nur
in sehr beschranktem Maße Befuche
machen und w war das Erscheinen ner
fremden Person aus Westeräs ein lZreig-!
ttif, . ". . f ... ! if H
' .
Vor etwa sechs Wvcl)en hielt eiueS Ta
ges der Wagen vor dem Gartenthorder
Brigitta von der letzten . Station Abge
holt hatte : Christine stand freiidesrrrch-
lendcn Antlitzes .mit ausgebreiteten .Ar-,
men bereit, die Schwester zu empfangen
als dcrWagenfchlag längfäm von innen
geöffnet wurde, " Sie hatte sich vielleichi"
schon gewundert, daß'Brigitta nicht schon
aus dem Fenster schaute, mit nengierigeH
Augen die schöne neue. Heimat zu be
gruben. t , .....
-Christine!-"-
i TMittaf ."-fi '
ncc
" f
' r-
In em. erstnr Ansrus :7ag' vielerlei,"
nur keine Freudes.in der zweitenSchre-.-
aen und ntieken." ? - . .. r.rffj;i.sfti.6ju,iy '.-tMt-trt h,'
. . r ' ., .-,.-.,1, rKii luto ei? tiwwv uuniuu luui. )v:
?DaZ Kar. Sngittarmi dem. $?WÜltTntSixm durch iraend eur VeineS -Miß-'
i , ac-T t.a.a- - XAr.ti I
tytUl "lUl 7CWlC .'V' i
chmächtige' Frrraengestalt mit o
em Glei
chen vergrämten Gesichte, wie wenig
paßte sie zu dem Bilde, das Christine in
beredten Worten von ihr entworfen!
Erich Larsson, der seiner Herrin hin
ausgefolgt war die Schwester zu eu
I pfangcff. zez ßch Aö,eiden wieder zurück
r. ' i ri v. . p -
iuüct sa. iinauria-, )el, 0UieriJC
. -r -rU . - . - m. .
gegnung war die Gegenwart eines Drit-
. . . ' r r rt- rr' . . . j r
n-n gcroiB uciiujig uno er ronnic
des Gedankens nicht erwehren, daß sich,
statt des erhofften SonnenschemS. dunkle
Gewitterwolken über Westeräs : auszn
breitenbegawien. 1-.. t - -v- '
- Erich ' hatte sich nicht , getäuscht, er
mußte .blind jin, jam nicht zu bemerken,
daß es. wie ein Alp auz Christinen ruhte.
Sis zeigte sich ihm geaeuüber ganz im
Gegensatz zn früher, befangen und mied
ihy sogar mit'emer gewissen Aeugstlich
keitAuch jvm einem fZärtlichcn Ver-.
haltnE der Schwestern zu einander war
nichtsemerkbar. Brigitta ielt-ich
meistens tn oe7ur sie mit o viel Liebe
und Fürsorge tiergerichteten Gemächern
auf, Md Christin sagte eines Abends
zu Ericf'.daß sie befürchte, Brigitta. sei
ernstlich krank., v -"
Ja, ank war sie, aber kein physisches
Leiden hatte aus dem frischen, fröhlichen
Kinde einlselbstbewußtes Weib gemacht.
So sagte sich Erich. Larsson so sagte
sich aber auch Christkinder es nicht ge
lingen wollte, , Brigitta zu . einer Äeuße-
rung uver-oas, was.pe w gewalttg ver
anoerr nave, 'zu bewegen. Was war
mit ihr' vorgegangen? Christine hatte
pch viefe Frage, tagluy, stündlich vor
gelegt, ohne .eine Antwort darauf zu sin
den. Sollte eine. unglückliche Liebe ?
Ohne Zweifel war es eine solche., die
fo unheilvoll -auf' die 'frische Mädchen-
vlüthe emgewirst -hatte,' aber- warum
schüttete Brigitta .ihr I Herz nicht in das
der Schtvesterus?-Es Bestand früher
keinerlei Geheimniß zwifchin ihnen, alle
llemen Leiden unt,Freudefl wurden- ge
mein chaitlich aetragenwle war es moa
lich, daß irgend' ein Vorfall' einen solchen
tXTX . m r r i v - . ä , :
zecyiel yervororingen ronnle . .,
: - Christine hatte gehofft, 'dß' rin län-
gerer Aufenthalt : auf. Westeras emen
wohlthuenden Einfluß, ans Brigitta aus-
üben werde, aber schon, nach wenigen
Stunden mußte sie jede . derartige. Hoff-
nung aufgeben. Alle ihre Bemühungen,
der Schwester, die Heimäth im schönsten
Lichte zu. zeigen und ihre. TlirSnen die
Christine zwar nicht sah, abcr)eren Spü-
,,k Urltif.';? TnAMAnM (..!.. ...
llll UH i.lljl.u T ÜUliyiH U1CIC!1,' ftil
trockneten, bewirkten gerade das Gegen
theil, und noch waren erst sechs Wochen
seit der Ankunft der Letzteren vergangen
da war der Fall eingetreten,-den Erich
Larsson allein vorausgesehen hatte. '
Brigitta verließ das, schönelie bliche
Heim, um wieder in die Welt hiiiauszu
geh wer möchte wissen wohin ? ' '' :":
. i Stand es wirklich in dem zierlichen
Billet, was-Bgitta.voevemgnr-Au-
genbllckcn .in seiue Hände gelegt?. .Er
schüttelte mit dem Kopfe, als . könne er
nicht daran glauben: Aber je näher 'er
oem Woynyauie kam, desto schneller wur-
den seine Schritte und desto stürmischer
pochte ein Herz.., . ;,
: i Nun lag.Sesteräs'im goldigen Mor-
.i'j.L . rrir "' . r i
gcnucgi vor iym so uiu uno rrieopch,
nnd er wär 'cWmmt. den Feuerbrand iu
dksm Friede zu' schleudern. 'Die'Fen-
ster nach der unken Seue wareu noch ge-
fchlossen, dort Isgeu Brignta's: Znnmer.
aber links standen sie weit offenund der
Wind spielte mu den seidenen Vorhan-
gen.
Seufzend durchschritt Erich LarSson
den Garten und Uopfte wenige Augen
blicke später au die Thür jeS Gemaches
wo lonst um olese stunde gememmm
das Frühmahl eingenommen zu werden
pflegte. Christine saß in einem dunkel
braunen Hauskleide' am offenen Fenster
und schaute auf die prächtige Landschaft
hinaus. . Sie. faß oft des Morgen: an
dieser Stelle, und früher war es immer
wie heiliger Frieden über sie gekommen.
ein Gctulzl uncrmckllchcnT7ankes aeaen
einen heiligen Gott, der sie so freundlich
an. ein solches Ziel gcsührt. ' Seit Bri
gitta auf Westeräs. war, mischte sich -m
diese Betrachtungen st ein Gefühl der
Sorge und Angst, und an diesem Mor
gen hatte eine unbestimmte. Unruhe sie
vorzeitig von ihrem Lager' aufgeschreckt.
Als Chrisnne: Erich LatssonämFlusse
entlang daher- kommen .att,nd(t es einen
Augenblick wie hellerer. Schein-über. .ihr
Gesicht. Sie hatte in ihm.clnen .treuen
freund und Beichutzer. gesunden uno
fühlte sich mächtig zu. ihm hingezogen.
Seit einigen Wochen mied sie ihn freilich.
es war ihr, als ob sie sich ihm gegenüber
einer Unwahrheit schuldig gemacht, viel-
leicht fürchtete sie auch, dafj er gleiche Gc
danken mit ihr über Brigitta beaen
mochte, aber ihre freimdschastlichen Ge
sühle sür ihn waren gewiß dieselben ge-
uuzvzn.
Als Crich Larsion eintrat, fand er
nicht gleich Worte, Christinen das Borge-
fallene mitzuthtilcn, aber sie erkannte mtt
charfem Blick, daß ihr irgend cm beson
derer Grund herführe, und ihr Gesicht
wurde um ein Geringes bleicher, noch
ehe der Eingetretene irgend ein Wort
außer dem Morgcngruß geäußert hatte.
Herr Larsson ist iracud etwas ge-
fcheycn
Ich fürchte, Fräulein Stlernhielm
Fräulein Brigitta'bcqeanete mir jenseits
des Birkenholzes am Ufer, und es war
mir unmöglich, sie zur Ruckkehr, nach
Westeräs zu bcweacn.
Zcde Spur von Iarbe war bet diesen
Worten aus Christinens Antlitz gewichen,
ihre feinen Finger umschlofien kxampf-
hast die Lehne des kleinen Seiicls, neben
welchem sie noch stand, ihre Lippen wa-
ren wie zur Entgegnung halb geöffnet.
aber n preßten sich wieder sest ausein
'attdcr, ohne daß ein Laut darüber ge-
kommen war.
:So' standen sie sich einen Augenblick
chwemend gegenüber, biS Erich diese
peinigende, Sttue nicht mehr ertrug.
' ! .M... t r lX .3 HrtAim Wrnff
gewichtige Gründe .vorhanden gewesen
(yiUUlCIII lllULlULI.4iil, 19 UIUUlll WVU1
fem, die Frausem.. Brigitta. zu diesem
Schritt veranlaßten.' Ich' glaub?, es
wird kein Unglück daraus entstehen, daß
ne. Westeras verlassen hat: es lastete wie
unbefriedigte Sehnsucht .anfuhr, und
wenn die. gestillt ist,' wird sie nach hier
zurückkehren. und dann solar ihr viel
leicht der Sonnenschein den' sie so
chmerzlich vermißt haben, t '
Ein Hauch von Röthe war bei diesen
Worten wieder in Christinens Wangen
zurückgekehrt ' und "ein dcmll5ar,er . Blick
flog zu Erich yinüoer. ;
. Hat sie -Ihnen gesagt, wohin : sie ge
gangen ist? fragte sie endlich.'- 'j c .
Viein averiefes Billet 7
Er hielt ihr dasselbe entgegen, . ihre
Hand zitterte, als' sie es' iü .EmsFang
nabm und die bemal 'unleserliche Hand-
schrift betrachtutv; sank' sie wieder innen
Seml.am Z.ternruck.: ' )
. aben Kie nitere Befehle tur mich.
----- -T " " rw.-7.- i' - - .
V"V .
rauiein isizernUeun. . m.
' -cy oanre ryncn),aniele oie laum yor
Sär gegebene Antwort.' - "
j Erich Larsson zog sich Mit emer ehr-
lurcarsvouLN WerveVgung?zurmr. u .
.Christine lehnte ,drKopf' gegen, das
Voliter ."üud Ibre Auaen . .ichbossm sich.
w'k... It. r.Jli.' -v: qTrT.t fi;TfT
uiutnv 141c anuiu, uic uiii iu i
hl Ahr-rmi t&,,nZi rWT - - i 7 ' ?
V VVVpV M4W
? DbriilÄeStisrÄbisdn achörte zü den
vciae r. die kdtt-Stunde.'rr
&mi,üPz Sstjsörat.h?0 Mc
roöj:-tm cro ter-pmwcwgjciijixuuAci;
und Karte tr.o ihrerAügenhre . Schatz
t.
t: . . ' . . .
aeschick auch nur berührt .td -t-toerbox
Ruhig uud gelassen hatte sie jedem Un
glück in's Auge geschaut und so erwogen.
ob es sich nicht vielleicht ablenken taste.
Aber rn diesem Momente war ihre
ganze Ruhe, ihre Besonnenheit oaouk.
Eine Ahnung sagte ihr, daß sie den
- .. ? ' """ : -
xEBsamssnFrsK,
L ."? : r -.' :
sazmistt zu einem fchembar unlöslichen
, T'i.
Aathsel rnfHSndenhalte sie würde
im nächsten Augenblick das wissen, was
wie ein Alp auf ihrerZerke gelastet. ;
WanuÄ zögerte sie?as.S!egel z lö
sen?. Sie fühlte? sich in der That matt
und .kraftlos wie em Kmd, es flimmerte
ihr vor den Augen und doch sehnte sie
sich mit jeder Faser ihres Herzens nach
Erlösung .Mach Gewißheit Wür
Brigitta eine glückliche oder
. Christine, .schauerte, w sich zusammen,
sie schämte, sich ihrer. Gedanke' aber .
sie chatte sie ja die ganze lange Zeit nicht
abzuschütteln vermocht wie sollte sie es
in es Stunde, wo Mes darauf bin-
ideutet.edKsiinechtt
vie vergöttert, von Humen getrieben?
Muth 'Muth'., flüsterte sie leise und , ein
trostloses Lächeln irrte um die Lippen.
Bin ich denn' Kind geworden, und ist
nicht zedes Zögern ein .Unrecht, gegen
Brigitta. verübte . r -, ? ttr,
Sie war. nun aufgestanden und hatte
eine Schecre du? dem. NähkorS' ßenom
men, um mit einem raschen Schnitt das
Couvert zu öffnen. Ihr Blick wa jetzt
auch klar gewürdcn. er. mußte einem et
fernen Willen gehorchen und Christine.
las den kaum ' leserlich geschriebenen
Brief, ohne eimnal die Augen abzuwen
den, zu Ende. ' v.'t : . .i. .
Während sie las, war ihr Antlitz: von
Sekunde.zu Sekunde .bleicher geworden
ünd hatte eine steinerne Rnhe angcnom
me. Nur ein einziger herzbrechender
Seufzer kam über ihre blutlosen Lippen,
als sie das Papier jetzt langsam zusam
samenfaltcte und dann dem .Kamin zu
schritt ums anzuzünden . und langsam
zu Asche zu verbrennen. '
Nicht mehr als eine Stunde war seit
dem - vergange, da verließ Christine
das- Gemach, um ihre gewohnten Beschäf-
ngungen aufzunehmen. Auf. dem Gange
begegnete .sie Erich Larsson, ' aber, er er
schrack bei dem Anblick seiner' Herrin. "'
.Erich Sie werden nie mehr von ihr
sprechen, sagte sie. .' ...
, Wenn Sis nicht wünschen,Fräulein
Stjcruhjenentgegüeteer, ohiie in bic
sem Augenblicke auch nur die vertrauliche
Anrede zu bemerka,ie ihn zn jeder an
dern,Zrit mit Frkude'Zuntz Stolz erfüllt
haben würden r . '
' Das Mittagessen, nahm .er wie früher,
mit Christinen gemeinschaftlich ein,, aber
das,' was zwischen-damals und jetzt lag
sorgwdafüdaß die Sitilatiöit'doch eine
wesentlich veränderte war, obgleich Chri-
stlne jich ersichtliche, Muhe g,ab,-elne Un?
terhaltung zu Wände zu dxmaen.
' Brigitta würde Mit kein:m Worte
wiedeö gedacht, es wat, als ob ihre An
wcsenheit'cin Traüm'gcweselt und' Erich
Larsson würde sich, strotz feines Mitleids
mit dem unglücklichenMädchcn . einem
solchen Wahn nur zu gern hingegeben
uuven, aver Vriqilka oarie oocu -nnver-
wischbare .Spuren zurückgelassen. 'Jhre
Gemächer, die. sie inne hatte,.-waren?m
dcnselbeii Zustand zurückversetzt, mi hex
gewohnten PünNlichleit öercinlat.und.ae-
fauverk,' aber die Herrm 'von Westeräs I
rit : - A.-r? . . t ? B 1
my stiemauo ouy jener ciic oe Kaufes, i
Aeimerltch zelgte-.fie sichancnalS dieselbe.
aber.. der .Ernst trat. in k.ihrem Antlitze
scharfer find scharfer. hervor und. die-, ru
hige, ' glückselige' Heiterkeit, le es sooft
verschönt, war vollständig daraus ver-
ichwunden.
Auch nchimlchwsich crneae?
wiiie Kalte, pcmcrkpar Tine 7Etttskem-
dung. Er wußte nicht, was,sie?hcrvor
gerufen haben'' könne) über Christine
wußte es.-- Wie 'hrnftc'fit demMannel
frei onv offen entgegen treten, der wissen
mußte,- daß jhr.schwestereme Vct
worfme war.. , c ? Ut - j. : . .
C'j
I7.
."lel
Das Wasser des Berg stromes stürzte
brausend in dtt Tiefe'-und spritzte den
schäunieudtu. Gischt aecjen das aramtne
Gestein und hoch darüber hinaus in sprü
hendcmogcn Millionen Wassertropfcn.
Auch die grüste Ebene,' die eine, ticfgesät
tiate Farbe 'anaenomnien hatte, schoß das
Gewässer schnellet? dahiit) starke Regen
güssc - hatten , den-: StromZnüchUg an-
geschfvellt,. so . daß er-, hier und .da oej
reitS aus den Usern getreten war. Dü
stcr'und unfreundlich ragtcndie Tannen
in die Hcrbstlust hineui und' die' Birken
schüttelten mißmuthig ihre schwanken
Zweige die sahleuBlättcr in alle Winde
streuend. .... -,. :
Es war. Herbst aewordcn und es ka-
men Tage, wo die Herrin von Westeräs
an das Zimmer gebannt war. Sobald
sich aber die drohenden Wolken, die in
Windeseile vom Westen ach Osten jag
ten. auf Alkgenblicke getheilt hatten, ver
ließ sie. das Haus, um ihren ihr schon
zur Gewohnheit gewordencnSpazicrgang
nach dem Wasserfalle aiizutreten.
Den Sommer hindurch wanderteChri
stme allabendlich am Ufer des Flmies
entlang, bis weit hinter den Birkengrund
hinaus. Dort, nicht weit von der Stelle,
wo das Waster brausend hmabschoß,
hatte sie stundenlang gesessen und ge
träumt. Es waren keme' angenehmen
Träume gewesen, denn Erich Larsson
schien es als lehre seine junge Herrin
von Tag zu Tag stiller, zurück, und er
hatte sich vielfach. Wenn auch ohne Erfolg
bemüht, sie von diesen Wanderungen zu-
zurückzuhalten. Mit unwiderstehlicher
Gewalt zog es sie immer wieder dorthin.
Es war ihr, als übertöne da? Brausen
des Wassers die kauten Stimmen ihres
Herzens, das ununterbrochen nach einem
Glück jammerte, welches ihr nun wol für
immer den Rucken gewendet nie mehr
konnte sie sich von diesem Schlage erho-
len, der sie zu Boden geschmettert,' Bri-
gitta s Bild war s, das. jece Freude im
Kerme erstickte. .
So saß sie hevte an rhrenk' Lieblings?
platze auf einem moosbewachsenen Stein,
ein reizendes .sälwernlüthjges. Bild m
dem Nahmen einer öden Herbstlandschaft.
Christine hatte dcnKpt,mit der rechten
Hand gestützt und ihre blauen Augen
verweilten unverwandt auf dem' grünen
Raientepprch zn ihren. Fußen, -wahrend
icfe Seufzer ihrer Brust entstiegen. Ihr
chwarzes Gewand floß in schweren Fal
ten' über den Boden. Tas Brausen des
Wasscrfalles übertöute jedes andere Ge
rausch und so hatte Christine auch. nicht
gehört, -daß sich ihr ein junger Mainrge
nähert, der.die wie leblos dasitzende Ge-
itait mir emcm Vemlicy von plannen
und ; Bewunderung .betrachtetes Ihre
Seele war auch weit ab von ihrer . Um-
gehung; ihre Gedanken weilten, in der
Vergangenheit,? der Vergangenheit, die
im Vergleich zur Gegenwart doch voll
Glück, voll beseligenden Friedens gewey
sen'war. " Sie träumte von der Zett, roo
Brigitta und' sie getrennt 'und doch' so in-
lüg mit einander- verbunden waren totr
r- r . . - . ä
z iiiB ccqcaicinq uotv. Die neinen-
den' lind Unannehmlichkeiten des. Lebens
getr'S.stet..wo Brigitta'4 Briese voll sri
fchftöhlichen MütheS sie. aufheiterten
uns belebten. ... ,
',Äbriftike schauerte frösielno Mänrinni
un gyg denShawl fefterUm ihr Schu5-
kerv, wahrend sie pch cietMZMizkou.tt
rens Siöe. erhobt ' In demselben Auaen
ticke brg'egnelen ihre Auge denen des
r r ,y ' '- - ' - v ' .
ncauiyinctijaiii ocpvlluicoen zvtauues,
S jerlcÄack: beieS Röti stiearr ikire
ZWMLZKd iönH chlüpfte sie-' ihtn
Ynrhi rna.inftS ftftltj? llrrffst?frmf.'
jLZZI" . . ' ,v -.o'"',"
Der iunae Mann -ttand. noch eineWeile
dVind schaute der "schlanken 'Frauen
gestalt nach. Erst in dem letzten Su
genblicke wandte Christine ihm ihr ed-
les Profil zu, daS er vorher nicyk yane
beobachten können nnd eS wäre schwer zn
saaen aewesen. wer sich am erschrockenften
zeigte Christine bei dem unavarto?'
mS-r -------XSSS ' ' r ' : ' ' ' ,? '
i i i i 1 o 'i-ZTT rj
I .
j ten Anblicke emes
fremden Mannes in
dieser Einsamkeit oder dieser, als er in
das Antlitz des schönen Mädchens blickte
und deren Augen einen Augenblick
lüchtig den seinen begegneten. Sein
zübsches Gesicht war bleich geworden nnd
eweimNm AuZet5 hatten Dgar einen
iarren, entsetzte Ausdruck angenommen,
aber dann, warf er den lkopk trotzig zn
rück und ein spöttisches'Lacheln umspielte
eine Lippen. ' '
Bin tchchkZmd? ein Narr?
murmelte - er sich aufrichtend. Ueberall
glaube. Ich ihr Gesicht -zu entdecken.' Es
war wohl eine' düsyre. unheimliche Erin
nerung, dLchmihncherandrängte,
aber rasch schüttelte er. sie ab .-- Gustav
Ahlström'.w'ar vschtder Mann 'sich über
äigethan Duige.biel Lovfbrechcns zu
machen, m- Gegentheil! - Sein für
weibliche SaMbMehr' empfängliches
Auge folgte schon " mit 'Bewuilderung
Christiuens ' eleganter' Erscheinung und
rasch entschlossen eilte er -ihr' nach. Er
hatte am frühen Morgen mit seiner,Zei
chenmappe ' d ienäch ste Stadt.verlasscn,
um einen letzten Ausflug in die. Umge-
gend zit machen und dann nach Stockholm
zurückzukehren, wo er den Winter über
zu bleiben gedachte. : Der Tag war so
schön für einen Herbsttag, daß er weiter
gmg, wie er oeabsichngte und erst an die
Umkehr dachte, als es schon zu spät war,
rechtzeitig dieStadt zu erreichen
So war er fortgewaudert, hne Zweck,
ohne Ziel, nur hoffend ein. Unterkommen
für die Nacht zu finden, nnd als er vor
einer Viertelstunde dort cmf der Anhöhe
stand, sah' er das rothe Dach von We
steräs hinter den Fichten herüberwlnken.
Dies hatte-ihn in eine fröhliche Stim
mung' versetzt, in welche freilich vorhiu
ein'.dunkler Schatten, siel, aber dieser war
nun bald wieder, verschwnndcn. und er
folgte rafch der voränschreitenden Gestalt
mit der er nun, ohne Zweifel unter oem
rothen - Dache - wieder zusammentreffen
würde. - r. " r
Christine , hörte es, daß der junge
Mann ihr folgte imd ein Hauch von
Röthe färbte ihre bleichen Wangen Die
Begegnung war ihr ' unangenehm, ob
gleich das hübsche Gesicht mit dem kecken
Bart aus der-Oberlippennd dendunkeln
Augerretnen freundllchcn Eindruck auf
sie gemacht hatte. - Sie suhlte eine Scheu
gegen Menschen,' seitdem sich die Unheil
drohen Wolken an ihrem Horizont ans
gethürmt hatten. Nichtsdestoweiiiger
setzte sie ihreltcg'ruhig fort, ohne ihre
Schritte auch nur ' im allermindcsten. zn
bcschlcunlgeN,"wShrend sie darüber nach
dachte, wohin bet -Warnt-zu gehen ge
denke. :y, ..S'T'Vi'iM' ' Ini
i- Jetzt hatte er sie eingeholt, seine
Schritte zögerten. Pardon, gnädiges
FeKulcin! Ich hoffe Sie werden meine
Zudringlichkeit dem einsamen, , verirrten
Wanderer zu Gute haltest, der nicht mehr
weiß nwhikr ei seine Schritte lenken soll.
um noch.v5r Auvrvch der Nacht ein stt
ständjge, Quartter bekommen, Zch
birt Gustav 'AhlstrSm. tVl2 r,rh
.Christine sah den jungen Msirm.der
sich ihr in solchttAivistStemik ei
nem GemiI von 'Erstaunen und Neu.
gietde an.. Sle haiie den Namen nie üz
lhrcm' Leöcn' gehört. die Abgeschieden
hcit) lw welcher-' sie nun xbt Leben 'ver
brachtes hielt sie zto Vollständig-vondrr
Welt fern,' daß sie ich vonck Vor-1
gängen in-.hiLjer; in. Ersichrung brachte.
So wußte sie cun auch mäzt, daß Gustav
Ahlsiröm innerhalb Jahressrist einer der
berühmtesten Maler, geworden war daß
die vornehmen Kreise es sich zur Ehre
anrechneten, ihn aufzunehmen und. eine
,c. f t-)i.t..t v.i' ;x,rr,in 1
ijivpc, yiaiijcuvc )imujii uul iiyui iuy
Es schien' als ob er ihre Gedanken er
rieth, aber er wollte einer wttterenErör-
rerung vorvcugen; er rMlenlcyl.Zo
glaubt, daß es eine DMevonStand
und Bildung. gebe und., Fine solche
stand hier unzweifelhaft vor ihm oie
den Namen Gustav- Ahlfclvt mcvt kannte.
Eigentlich hätte ihn die -Thatsache er
leben sollen-und leine SuSt zum Svott
Tcqie fich auch in iym, avev ein zniin
M ' 1 , "f - - V V
. j cr-ti
oas ernste,, eoie . iIeliM.ses -Zungen
Mädchens und. ein ihm - ganz fremdes
Gefühl, von Verlegenheit hatte ffch feiner
. .... c jr.A? , , . . -
eall,i!Zl. . , .,..-. ...
Sie werden schwerlich vor Nacht einen
solchen Ort erreichen sagte' jetztEhristine
freundlich. Das nächste Städtchen nach
Süden und Osten ist noch mindestens
drei Stunden weit entfernt, aber Sie
dürfen sich darum nicht anastiaen. die
Besitzerin von Westeräs'wird sich ein
Vergnügen daraus machen, Herrn Ahl-
ström ihren Gast zu iiennen. .
3ch wurde von einer solchen Gast-
freundschaft nicht Gebrauch machen mö-
gen. entaeanete tstkeiot. nom immer
nicht aus-emer gewissen Befangenheit ge
rijien, aber ich befinde mich in einer Si-
tualion. daß ich attwunaen bm. den
Schein von lulbescheldenheit auf. mich zu
laden, das heißt, wenn Sie, gnädiges
Fraulem, Die Vermittlerrolle uberneh-
men würden. ''
Die letzten Worte kosteten .ihn Ueber
Windung, aber er blickte nun. doch freier
um sich. Christine lächelte.-
Einer solchen Vermittlerrdkle bedars
eS nicht, . He AhlstrZm-- Westeräs .ist
mein Eigenthum. . - - -.
Sie sprach die Worte in ihrer ruhigen,
einfachen Weise,um so größer 'war "aber
der Eindruck, den 'sie auf den jungen
Mann machten. Es waren seltsame Ge-
danken, die zündend seiw Gehirn durch
blitzten.. Dieses wMderbar schöneWadp
chen. eine Erscheinung, wie sie ihm an
muthiger und doch stolzer nicht, in deu
vornehmsten SalonS entgegen getreten
wat.' die Herrin der reizend' -gelegenen
Besitzung k Diese Gedanken mochten seine
Bewunderung für Christin wohl am em
Bedeutendes .erhöhen .deair erjah sie
mit einem 'BNck an, der ..sie erröthen
machte.' '-'''- '
. So chat mir ein frenttdlicheS - Geschick
eme gütigeFeemden Weg gefuhrt, sagte
er jetzt verbindlich.... Darf: man ihren
Namen erfahre?
. Christine Stiernbielm ! . . -
Und wieder. Fls .sie. diesen Namen
aussprüch, . blickte er mik einem Ausdruck
jähen ' Entsetzens aus Christine. . Sie
schaute über das Wasser hinweg. nur
einen kurzen flüchtige Moment, dann
wandte sie sich Gustav Ahlström wieder
zu .und sie sah den Teichen Mund, die
verzerrten Gsichtszugt, sah die unHeim
lich flackernden Augen. - '
. Sie sind zn weit gerann sie süh
len sich kranke sagte sie' mitleidig. Wie
schmerzt es mich.: daß Westeräs noch so
weit ist, oder, würden Sie eS vorzie
hen, hier ju bleiben? .Herr Larsfon
würde sich em Vergnügen daraus Machen,
' 'j nein ich danke, eS wird vorüber-
gehen.-murmelle Ah! ström, fnne Schritte
verdoppelnd. - .03 ist'nichtK von Bedeu
tung. Sehen Sie. t seht sthoa hesser.
., Er wandte ihr wyq .u.
und. der, entsetzte Ausdruck, war m der
. . rr 5. . ' ..:
That 'verschwunden. .um 'den .gleichen
Mund ' spielte" sogar ' ein' Helles Lächeln.
.diLeizene Scdwaclxe verfpotteno,-
7DkM.Hrmmel. se, Dank? jag L.sn-
ftire aufseufzend. c Es ist gt, daß Sie
ihre ' Schritee hierher gelenkt .haben.
Wen 'Sie' öor Embrvch. öes .Abends
keine, menfchllche Wohnuttg erreichten,
hätte JhAen -Ägntd -ein Unfall zustoßen
können. 'Sin ihrBtitmn lag eik wei-
cher Llang, der ihren Begleiter bis' tief
in da? Herz traf.
Wie soll ich Ähne danken, Fräulein
Srjernhielm?
Er brachte den Namen langsam uno nach-
denklich über seine Lippen.
Fortseznng folgt.) 1
4 i ' ' . ! ' - 1 .
5Jsra3n!E3j
Für Schauerroman-Schreibe.
i-'
. Eine fast ungläii bliche GeWchte. t:ixi
dem Pesti Hirlap" aus. Tarrzal mitge
theilt von der . das genannte Llatt
versichert, daß sie ihr von durchaus tex
trauenswürdiger Seite mitgetheilt roor
den ' sei. Vor. 15 Jahren, schreibt der
Correspondevt, wanderte "ein junger
Mcusch nach Amerika aus und ließ seine
Mutter und zwei Brüder hier zurück.
Während der Vanzm Zeit fclserlttve.'
scnhcit ließ er nichts von sich hören und
man- nahm an, . er sei bereits sestorbcn.
ais er ptotzitch nm. die citte dicscs.M
nats zurückkehrte und fcine bciöcn in. der
Umgebung' . von "'K'aschau " wohnhaften
Brüder aussuchte. Die Freude über die
Heimkehr des schon todt Gewähnten tvar
groß und sie steigerte, sich, noch durch die'
Mittheilung,-daß er, aus Amerika nicht-weniger-
flU 300,000 listen heimge
bracht habe. Nach der Mutter fragend,
wurde ihm gesagt sie habe auf ei
ner Pußta ein WirthsbausT-Die
Brüder .kamen überein,dsr Heim
gekehrtes vlle züerfiis V Mutter
aufsuchen und sich ihr nur,t:zch
nnd.nach zuerkennen gebenihrend die
anderen zwn,Brüder erst nach dreiTa
gen nachfolgen sollten.- .cr AiiicrikaZier!
kaui- Abends an und bat uui DeOchtgrar-!
ticr. Die, MuUcr.erka:lnts.' ih:iuicht!
und erfüllte fein Begehren.?? iSorlrt.
Niederlegen' bat er sie, sein Gcld. ?ai.rr'
bei ! sich nicht für "genug- sicher halte,- in
Verwahrung zu ' nehmen. Die F?äu
that das ihr vorgezählte Geld auch u ?g.'
in der Nacht- indeß envachte nr'iheder
Dämon der Geldgier. Sie ergriff ein
Rafirmesser :md' schnitt ihrem eigt i.cn
Sohne die Kehle durch, so daß er auf d
Stelle todt war, worauf sie die Leiche, in
dt'; Keller hinabtrug. - Am dritten
Tage darauf kamen die beiden anderen
$ttMiS1p (vAAffiM vtftx V .. '
IHVW M4IW. (lUiJlVti HUUf VIUI 4lVll.il'
den) welcher vor drei Tagen hier ringe
kchrt sei. Die Frau erbleichte und ge
stand alsbald was- sie gethan. ' .Ihre
Verzweiflung., als .'sie ' erfuhr,- daß der
Ermordete .ihr. .Sahn aewesen, - kannte
keine, Grenzen, und. ft'lbst I$Me"siLsich
dem . Gerichte. Der Jall. hat in Ho,-.
monna und Umgebung-' aingewohnllche'
Sensation erregt.-;
i?Ni,
i Es ist, bekannt, das) , Kaiser Wil. ,
hclnk ein nicht ' üner.hcblichcs Interesse .
für den Zauberkünstler Belach'rm an den
Tag gelegt hat lndl:dah . als B. im
Concertfaal des Schauspielhauses seine
Zaubcrsolrecn gab, der hohe Herr die
selhen häufig durch seine Gegenwart
auszeichnete. Bellachiui wollte. un die
seS Interesse -zn' seinem Vortheil 'l'c-'
nuheirrr? faßte" sich reines , TageS" 'ein
rerz uno trtrniity cw1c.auuu.715 -wim
Kaiser, die ihm auch, gewährt wurde.
Als Bcllachini vor dem Monarchen stand.
Ireöptce ilm dieser auf das Leutseligste an -
uns orrvuikicrmrk;sLVo
siirklime stunde sür. itui zekommen. sei.-
Der hohe'Hcpr vandtech rmBellachlni
mit- deif Worte7 ' ZWas' wvllen ' Sie
deim von mi,'BeLachikli??'Cme'un
terthänigste BittOchdde?ich,--Majrftät, ich
möchte gern Euer Wgjcstt-Hofkünstler
werden." Wenn Sie rlnzaaanz Bor
zügsiches mir zu zcißcnlni C'and sind,
daim soll dies geschehen, aber nur
dann." Bellachini nahm eine Feder
vom .Schrcibpiüt, dc.,.kaisxrljchcu.:Ar-
rt, : J . i - ii 1 t 1 i ri T r ' n 1 ' -
Tuute. .versagte7.sanit j&er.: Mer? ihre.
Dienste,.. eS war demLaiser unmöglich,
eine Heile ''zu ' schrelhen..', ,S!ün dann
schreiben ' 'Majestät' ' gnädtzfl' ' einmal :
Bcllachini ist Hoskansilcr des' Käsers."
Jetzt flössen difcWotrri üklgeljÄdert aii-5
der Fcdcr und das.geschriebeitc Kaiscr
wort lachte den glücklichen. Bcllachini
zum Hoflstystle?' ' . " 1 .
, '
EOniAlIlT'S-SOP HLLS -;
Toth tlie curh of FSve and ?Ague
ml all JLIaZaribuA -JDiseascs
.1
irr-
m 0 ep ff ns
f:
opfat-iffcii
Wcchsclfieber
heilen geschwind tnt3 siHcr .;
alle Men von Hassern, inkernlittircu-
: em und Hallenkleoc!,
vergrößerte Milz,
allgemeine Schwache, rUrt5fo ttopf
weh, Gedachtnizzschwache
uud alle ' ---
miaSmatisSen . Blutvergiftungen.
r-'..- .
Diese Pillen können ohne jede ttcfabr von
tUin sowohl, alö von Erwachsenen nevrom
nt.i werden, und werden ourch sie die ftitHt
icht blo gebrochen, sondern wirklich lurirt.
iauscnde haben diese Pillen' schon gebraucht
und zwar mit dem uberrkscbendstkN Erfolge.,
und hinsichtlich ihrer Güte sann ich sie dem
PubUkum m,t voller Zuverficht empskhlea.
Werden die GebrauchSÄnweisuugen xkinkt.
kick befolgt, so aarautire ich eme grunoilche
Heilung. , . ... ' .-
r Sie sind ganz den degetabiksche Stoffe'
znsammengeskgt. tvelchek schon .durch den
angeoetek roiro uno ino vyn iqrep ?c
che in erfolgreicher Heilung von giebera un
Schmerzen m den Knochen. Muskel oder deu
opf. . ,
rat S0 r. für ei Cdxbttt 90 50 Vittm,
der toirb rtofrtl ach VmVfg Ve ertrugt "m
- üca zttu atm grisk, 1
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pestezlmmcrs. croat-ncy Lavier uns var
nlili den Kaifcr, dieWortö' zu schreiben:
.'.Bcllachini kann nichts'? Siehe da, die
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