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Hermanner Volksblatt. [volume] (Hermann, Mo.) 1875-1928, August 12, 1881, Image 3

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&n$ri4tro aus Teutschwnd.
-C&tml& und de, Cftfctli. -
Provinz Ostpreußen.
Tilsit, 18. ctuli. Eine unheimliche,
rauenvove That aui unserer Nachbar
schast harrt, wie Tllstter Blätter berich
ten, der Aufklärung. Mit dem Nach-
mUtagSzuge am Donverftag, den 14. d.
MtS., wurde hier eine Persönlichkeit dem
GesSngnisse überliefert, die in dnn drin-
genden Verdacht steht, vor 16 Jahren an
einem und demselben Tage drei Perso
x nen ermordet, resp, vergiftet z haben.
Der Verhaftete war früher Schmied und
Zkrnginhaber zu, Tilsewischken im Kirch
spiel Szillen. Dort verschmanden vor
IS Jahren drei SchweinehSridler. Jetzt
find drei Menschengerippe beim Graben
in der Einfahrt deS Kruges zu Tilse
wischken gefunden. Der Befnnö hat er
geben, daß die Gefundenen nicht einzeln
durch äußere Verletzungen umgekommen,
sondern wahrscheinlich zusammen durch
(ölst beseitigt sind. Schwere Verdachts
Momente liegen-gegez den' Verhafteten
vor.
Provinz Posen.
Posen, i:. Ju'i. Eine polnisch
katholische Versammlung in Posen be
schloß, der preußischen Negierung eine
Denkschrift znzsendeo, worin die poli
tische SondersteUuug Polens, besonders
eine Verfassung und . Emsührunz der
polnischen Amtssprache neben der dcu!
schen verlangt wird.
P r o v. Pommern.
Neustettkn, 18. Jli. Der Redakteur
der 9ieuen Stettmec Zeitung-, , Cohn,
wurde auf offener Straße von dein dor-
tlgen Fuhrer der Antlsemrtenllga über
tauen uno mir wuchilgen schlagen nie
dergehauen. -
Ncustettin, 19. Juli. Ueber die jüngft
vier ougeyasien orgavge wird von
authentischer Seite bekanntgegeben: In
0f ; : . ... : : ,
jjuui. min ouymycici zimiajen zroei
mvlscheneoal.'euren und clnemChrlsten,
vei weicuem letzterer 7 Kopfwunden er
hatten hat. fanden ,n den beiden letzten
Nächten Excesse statt, bei denen, viele
Schaufeniter und Fensterscheiben in jüdi
dllchen vauscrn eingeworfen wurden.
uiroa zmaniia Erce?cnten sind ver-
haftet. .
Prov. Sachsen.
Halle. 11. Juli. Die Ausstellung
hat 35 goldene, 132 silberne. 201 bron
zene Medaillen und 20 Ehrendiplome
verliehen.
Erfurt. 15. Juli. Auf dem Friedrich
Wilhelmöplatze wurde eine circa 100
Fuß lange Bude, in welcher ein Zauber-
lunnur wahrend ves Turn- und Feuer
wehrfestes Vorstellungen zu geben beab
sichtigt. errichtet. Als heute Morgen
nacy h uyr veim au des Daches eine
S ütze gerichtet werden ' follte. stürzte
dasselbe plöbUch unter lautem Krack, xu.
sainmen und begrub die Arbeiter unter
innen Trümmern. Sechs derselben, lau
ter Familienväter, welche schwere Ver-
leyungen (darunter Arni- und Bein
brüche) litten hatten, mußten nach dem
Krankenhaus transportirt werden.
Erfrrt. 10. Juli. . Unsere Stadt,
berühmt durch ihre Vlumenkohlzucht, hat
lieg in otcieni ayre emer ganz beim
ders günstigen Ernte zu erfreun. Der
Blumenkohl ist in Folge dessen so billig.
vag oas tucl mit 5 MI. verkauft wird.
Burg, 1 r,. Juli. Bor einigen Ia
'gen wurde bei Burg von einem Schäfer
chunde die Leiche eines ungefähr l 1 Jahre
ölten Kindes ausgescharrt. Bereits ist
die unnatürlich; Mutter des kleinen Wc
ZcnS ermittelt und zur Haft gebracht.
Dieselbe ist geständig, das Kind in Ge
meinschaft mit ihrem Bräutigam durch
Erhängen getödtet zu haben.
Kreis Herzberz, 17. Juli. Die Rog.
gevernte hat im hiesigen Kreise seit
einigen Tagen begonnen und befriedigt
bezüglich ihrer Quantität wie Qualität
gleich sehr.
Halderstadt. Der alö sehr tüchtiger
Arzt bekannte, körperlich und geistig noch
sehr, frische Dr. med. Gustav Hemecke
feierte am 11. d. M. im Kreise der Sei
nen das Svjührige Doctorjubtläum.
Provinz Brandenburg.
Berlin, 1. Juli. Der RaubmSr.'
der Grasnick, ver, wie seiner Zeit mit
getheilt, zu Exploration seines Geistes
zustandes in die Jrrenabtheilung der
Neuen Charite eingeliefert worden, ist
Montag von dort wieder entlassen und
zur Stadtvogici transportirt worden.
Nach Ansicht der Aerzte hat Graßnick
nur stmulirt.
Berlin, 19. Juli. Die gestern Abend
von Henrici in der Bockbrauerei abge
baltcne, von gegen 2000 Personen be
suchte Versammlung der .Sozialen
ReichZpartei" wurde wegen entstandenen
'iurnuus polizeilich ausgelost. Sie hatte
kurz vorher beschlossen, jede Vrständi
gung mit den konservativen abzuleh
nrn. -Westphalen. .
Herford. 17. Juli. In dem alten
Bormanu'schcu Hause auf hiesiger Na
dcwcwig, welches diesertagc abgebrochen
wurde, fand man 1 Fuß tief unter dem
Fußboden in der Kanrmer einen Korb
ans Drahtgeflecht mit etwa 200 Stück
Silbermünzen aus dem 13. bis 11. Jahr
hundert. Sie haben sämmilich die Größe
unserer heutigen Einmark , bcziehungs
weise SlPfennigstücke und sind dünn,
aber vom feinsten Silber, ohne alle Bei
Mischung. . Rheinprovinz.
Undingen a. Nh., 17. Juli. Inder
gestrigen Sitzung der Stadtverordneten
Versammlung wurde unter Anwesenheit
sämmtlicher Stadtverordneten einftun
mig zum Bürgermeister hiesiger Stadt
der Stadtsekretär P. Srahe aus Aachen
gewählt. ' ' ..
fiöln; 18. Juli. Ein großer Trauer,
zug bewegte sich heute Vormittag von
der Hochstraße au? durch die SUdt nach
dem gricdhofe zu Melatan hin. Der
selbe gab dem am vergangenen Freitag
Hierselbst gestorbenen Buchhändler
Michael Du Mont das ehrende Geleit.
Hessen-Nassau..
Kassel, 15. Jnli. Der m der Bahn.
Hofsstraße wohnende Pferdehändler und
Handelsmann A. Sal. Israel hat groß
artige Wechselfälschungen im Gesammt
betrage von ungesähr 150,000 M. began
gen.' Eine Firma in Hannover und eine
solche in Witzenhausen sollen Vorzugs
weise mit größeren Summen in vcittei
denschaft gezogen worden sein.' Israel
ist seit Sonnabend flüchtig, wahrschcin
lich hat er bereits die Reise üer den
Ocean angetreten; den größeren'Beute
theil wird er wohl mit sich führen. Sein
Verhaftdefehl ist telegraphisch nach allen
Hafenvlätzen ?c übermittelt worden.
Hanau. 18. Juni. .In der ersten
Feriensitzung der Strafkammer des kgl.
Landgerichts wurde in der Ankkagefache
gegen den Rcserendar Hugo Gold
fchmidt von Gelnhaujen. z. Z. in
Frankfurt a. M., wegen Duells her-
handelt. Der Angeklagte - hatte am 7.
November v. Js. den Lieutenant von
Kap Hengst, .der ihm bei Ableistung
seiner' Dienstpflicht als Reserve Vice
feldwebel in Bezug auf seine Confefsion
auf das Gröblichste beleidigte,' im Pisto
lenduell, nächst der hiesigen Stadt, schwer
verwundet. Der Gerichtshof erkannte
gegen den Angeklagten, dessen Verthei
digung ein Onkel desselben, RechtSan
walt Dr. Kunreuter aus Gotha, führte,
auf eine FeftungSstrafe von vier Mona
ten und Tragnng der Koftm des Ler
fahre?. Nyetnhesfen.
Mainz. 14. Juli. DaS am nordöft
lichen Ende von Neuftadt-Mamz zu er
bauende Hafenbassin wird ganz au5ae-
baut, etwa 200 M. nutzbares Ufer, ha
den, welches mir der Eifevbahn in Ver-
bmvung gebracht werden kann. (Die
ganze Uferlänge am Rhein längs der
Altstadt beträgt 1500 Meter, diejenige
längs der Neustadt 1700 Meter, wäh
rend früher im Ganzen nur ungefähr
7? M. senkrechtes Ufer vorhanden
war.) D Lange des HafenS ist zu
75. M , die obere Breite zn 133 Meter.
vre uniere zu 1S(? M. angenommen, so
daß nach Abzug des für Zollniederlage
vorgeschlagenen ZungenquarS für : Das
vasenbafftn elne Gesammtfläche von
rnd 101.800 Kubikmeter übrig bleibt.
Vorläufig, vor dem ringsum fertigen
Ausvau. wrrd die Wasserfläche etwa
60,000 Kubikmeter mehr betragen. Der
jetzige Wtnterhcrfen am BockSthor hat
nur eine Flache von 31.200 Kubikmeter.
Die Gessmmnosten des Zoll' und Br
nenhafens, somte des Hafenmundes und
der darüber führenden Drehbrücke de-
laufen sich aus 2.500.000 Mark. Hiev
von kommen für die nächsten vier Jahre
etwa 2,175.001 Bk. zur Ausgabe. Die
später zur s?ertiastelluna der Ufer- und
der Quaiflächen erforderlichen Ausgaben
durtten etwa 1,700,000 Mark betragen
und sich voraussichtlich auf eine lange
!elye vcn zayren vertkeuen.
In Po:sr)am ist kürzlich im 63. Le-
bensjahre die verwittmete Frau Oberst
liattenant v. Steiger, eb. Marx, in den
50er Jahren ein gefeiertes Mitglied der
Darmstadter Hosbuhne mit Tod abge-
gangen.
Manu, 18. Juli. Ein vorgestern
uver een großen Theil Deutschlands
dahin gezogenes schweres Gkwsirer hat
mehrfachen Scsaden angerichtet. In
2)comoaq v mam erjchlug der Blitz
mehrere im Feld beschäftigte Frauen, die
beauftragt, waren, für den hiesigen
Sranlsurter Hvs Erden zu pflücken.
In Hochheim wurden die Weinberge
durch die niederstürzenden Wassermaf
sen schwer geschädigt. Zn Schivanheim
schlug eö zweimal em; das erste Mal
wurden 4 Personen, di? sich in einem
Zimmer befanden, beträubt; ein IZjäh
riges Madchen soll noch heute früh be
wugtlos gewesen sem. Der Blitz hat
ihr die Kleider abgerissen. Bei Stitn
bürg wurde der Milchmann Keim nebst
lemem Psero ericytagen. Mn Svyn deS
Mannes, der dabcr war. rft auf der
rechten Seite gelähmt worden.
Aus dem Großherzogthum Hessen.
lj. Juli. Wiederum ist em Hunenarad
und zwar dieses Mal im Domanialwald
bei Lengfeld durch einen Bezirksfeld
webel aufgedeckt worden. Es wurden
ein Halsring, eine Fibula (Brcnce), ein
ganzer Trinkbecher und mehrere Thon-
gcfäße in Stücken gefunden. Nächster
Tage soll ein weiteres Hünengrab von
c r m.. .. r . -rr r
vcionoerer rvne gevssnei w:roen.
Schleswig Holstein.
Kiel, 1. Iani DaS englische Ge-
schwader verließ heut Vormittag um 11
Uhr cni hiesigen Hafen. Prinz Heinrich
hatte sich in Begleitung des Korvetten-
Kapitäns Frcihcrrn v. Seckendorf an
Boro des englischen Flaggschiffes bege
vcn, um die Reise nach England mitzu
niachen. Prinz Wllbelm e:ab dem Ge-
schwader auf der Grille'' das Geleit
und beabsichtigt heute Abend nach Pots
dam zurückzukehren. Das dentsche Ge-
chwader ist nach der vUny.ö Dter Bucht
in aec gegangen.
Hansa Städte.
Hamburg, 16. Juni. Das Lcssinz-
Denkmal in Hamburg ist gestern nicht
enthüllt, sondern in Gegenwart des Mei-
ters, Pros, chaper, ausqeil'llt worden.
Die feierliche Enthüllung foll erst am 8.
September stattfinden.
Hannover.
Andreasberg, 13. Juli. Heute Mor-
g n starb hier plötzlich am Herzschlage
der Pastor riui. Grüttcr. Derselbe
war früher längere Jahre in Harburg
angestellt und bewarb sich auch im
vorigen Jahre um die dortige Diaconat-vfarre.
Eöttknaen. 11. Jul,. - S.'lt Montag
fanden hier, wie bereits erDäh'.it worden.
vor dem Landgericht die Verhandlungen
gegen 44 der bei dem bewußten Stuben-
tenkrawall verha,tctn Studenten
tatt, welche heute Mittag mit
der Verkündigung der gegen
die Einzelnen erkannten Strafen ihren
Abschluß gefunden haben. Etwa 10
sind wegen Mangel an Bemeismaterial
elges prochen. Dre am gnmpst:chsten
davon Gekommenen sind mit 30 Mark
Geldbuße bestraft, die übrigen mit 100
Mark .Geldstrafe. Der sind. jur. K.
und der stul. cam. N.. Mugueder emes
hiesigen Korps, wurden zu ie einem
K S ig r e i chaL n.
Dresden, 13. Juli, Heute erschoß m
der Schießgasse No. 18 der Schuhmacher
Brauer ferne Geliebte, die siuchteave
Schwester, welche sich vom Dache herab.
stürzte, ist ebenfalls todt. ' i .
DreLdar. 14.' Juli Der berührte
SchLellläufer Herr Fritz Läpernick hat
gestern den Weg von Halle nach Leipzig
9 Stunden in noch nicht ganz 2
Stnnde? zurückgelegt: er laugte sogar
25 Minuten eher an als ein mit ihm zu
gleich von Halle ausgerittener Reiter.
Eme' große WenschenWenae empftng ihn
in Leipzig. Nach dieser Riesenlnstung
zeigte er keine Ermühung. Eire große
Spende ging dieser Tage dem Leipziger
Eentralvorftand des Gustav-Adolf-BerewS
sür diesen letzteren zu, nämlich
S0.00S M. ,n baar. Der Geber wm
nicht genannt sein.
Zwickau lS. 5Zuli. . An den im Mül-
lengrunde fert Mrtte Mm aus Staatsmit
teln eingerichteten Lehrwerkstätten sür
Korhflechterei in feiner uns mittelfeiner
Waare in. wie die .Leipnaer Rtaj
denchtet, die Arbeit in - vollem ' Gange.
Gegen 40 Lehrhnae (männliche und
weidliche) von, 14 bis in die zwanziger
zayre arbuten mit Lust und Liebe und.
oa ne aue der, Weberbranche, welche ia
Verwandtes mit der Flechterer Hat, an.
geborten, auch mit Geschick. Dem Ver
suche, elnen neuen Industriezweig Hier
emjusuyre . wird es an Erfolg nicht
fehlen. - - -
Leu, 17. Juli. AnS eintm Artikel
er balbamNiche ..Lew. Kta." über die
Vfniyrtmtttrtttoyr ez ..f v.l.
.Hvvi.i4utiytti nun wjuuucuivivuicn
aus Leipzig geht hervor, in wie um-
fallender Weise diese Partei ihre Or-
gamsation daselbst vollendet hatte. Sre
bat u. A. durchgesetzt, daß in 25 Ört-
schatten der Leipziger Amtshaoptmana
fchaft ivuat weniger als 76 Gememd-
rathsmitglieder . gewählt . wurden, die
entschiedene Anhänger der Sozialdemo
kratre sind. Bei der Berathung des
OrgamsationsplaneS ist die Eoentua-
lität einer allgemein Erhebung" sür
den Fall, daß man daS Alsylrecht m der
Schweiz und andere Freiheiten
aufhebe, ausdrücklich in Betracht gezogen
worden. Beim Beladen eines Wa
gens mit Heu stürzte 'dieser Tage der
Gutsbesitzer Grimm in Wolfspfüß bei
Reichenbach so unglücklich von dem dem-
selben, das er das Genrck brach.
Baiern.
Beilugries. 8.. Stalr. Der Besitzer
der Gratzmühle, Hr. Schneider, ertrank
gestern AbendS beim Baden.
Stasselstein, 12. Juli. Während der
Nacht von gestern auf heute hat sich ein
Wallfahrer an einem nchenfenster in
Vierzehnheiligen erhängt. Derselbe soll
aus Forchyeun geburtig tm.
Bayrenth. 12. Juli. In der Nacht
vom Sonntag auf Montaa wurde ein
oldat des 7. Jnf-Reg. ohne vorher
gegangenem ' Wortwechsel von zwei
kugendllchen trolchen angefallen und
erhielt 4 Messerstiche, welche feine Ein
schaffung in's Militarkrankeihaus noth-
w.'udig machten. Die Thäter sind noch
nicht ermittelt.
Bayreutb. 13. Juli. Die beiden
trolche, welche in der Nacht von 10,
auf 11. ds. einen Soldaten des 7. ?
fantrie-Negiments im Neuenwege ohne
Grund aitfielen und verwundeten, wur-
den ermittelt. Es sind zwei Schuhma
chergezcllen von Wunstcdel.
Kronach. 12. Juli Der des Raub-
mordes in Niederrordenbach verdächtigte
Aklcens' HeßeiMniß.
Erzählung von W. Passauer.
L : " .Fortsetzung.)
Mce stand noch eine Secunde mit tief
gesenktem Kopfe auf derselben Stelle.
Dann that sie haftig zwei Schritte nach
der Tbür. die sich hinter Lnnabel ge-
schlössen, als wolle sie ihr folgen, sie zu-
ruckrufen. Aber wieder blied ste ehm.
nnmkte seitwärts nnd sank in ein Sopha,
slissenheit und sewe feine Bildung zum
vlmg derNttsegefellschLft gemacht. ,
.Merke Dir, Charles, mein Junge,
sagte John Bröugthon mit einer Zunge,
welche von dem darüber geflossenen Nas
sen wesentlich beschwert scheint, die Arac
flasche nach einem langen Zuge forgfäl-
ng neben sich m das Moos setzend, .mit
solchen kindischen Ansichten vom Leben,
wie Du sie in Dein junges Gehirn ein-
gepackt haft und mit Dir schleppst, gehtS
nicht hier nicht, mein Junge!
Trink!
.Danke, Master Brouathoa. Aber
das thränenvasse Geficht tief in die Kif-. will's doch versuchen, ob ich mit vieiaen
sen verbergend. I Ansichten nicht weiter komme, als Ihr
müden Euriaen." erwiederte CbarleS
S.
ahr Geiänaniß verurtceüt. Der
Staatsauwalt hatte für den ersteren 6
Monate und 10 Tage, für den letzteren
S Monate und 10 Tage beantragt. -
Hannover, 16. Juli. Die allgemeine
land, uud forstwirtbschaftliche Äusstel
lung' ist heute Morgen durch den Ober
Präsidenten Herrn v. Leipziger eröffnet
worden.
Papcnburg. 15. Juli. Auf dem
Oberende fpielten heute Kinder auf dem
Grundstücke einer Wittwe im Heu. Der
Sohn derselben gericth dabei in Zorn
Und schlag ein 3jährigeS Mädchen mit
der Heugabel auf den Kopf, daß es fo
fort eine Leiche war.
Goslar am 'Harf, IS. Juli. Die
Ernte wird in unfe,er Gcgenv nur Mittel
mäßig ausfallen, weil eben die Früh
lingswitterung zu frostreich war und der
Regen zu knapp gewesen ist.
Thüringen.
AuS dem Eisenacher Oberlande, 11.
Juli. In dem CentrSlorte unseres Be
zirks, Dermbach, wurde gestern em Dop
pelmord verübt, der allgemein schmerz
liche Theilnahme erregt. Abends nach
einem Turnfeste hat ein 23 Jahre alter
Glascrgesclle L. erst seine 174 Jahre
alte Geliebte und dann sofort sich selbst
erschossen.' : Er stürzte alsbald mit zer
schmrttertem ' Schädel todt nieder, die
arme .Geliebte" starb heute srüh 6, Uhr.
Welcher Anlaß das traurige Verbrechen
veranlaßt, wird die Untersuchung viel
leicht feststellen.
, Apolda. 17. Juli. Die Nachricht,
daß von den 1 . Mitglieder des Apol
daer Gemeinderaths 11 Socialdemokrat
ten sind, ist nicht richtig. Der Gemeinde
rath bestand bis vor Kurzem, als eme
Neuwahl von' 3 .Mitglievern notyig
word e, aus 3 Socialdemokraten. 9 An
gehörigen der Fortschrittspartei, 6
rechts von diesen stehenden. Die 3 aus
scheidenden Mitglieder waren 1 Sozial
demokrat, 1 Fortschrittler. 1 rechts davon
stehender; neu gewählt sind je einer der
3 Kategorien, so daß die Zusammenfiel,
lang des Gemeinderathcs wieder dieselbe
wie vorher ist.
Lippe.
- Hannover, 15 Juli. Die .Nieder
sächsische Zeitung- schreibt: .Mit dem
königl. Hannov. Oberstlieutenant a. D.
Arthur v. Landesbcrg zn Bückeburg Ist
eine uralte, adelige Familie ausgestor
den, die in ver Giafjchaft Schaumburg
seit undenklichen Zeiten auf Erwitte und
Wormstoll oder Wurmthal, ferner
Stadttzagen angesessen war.
r rn eil : . cm -n ... c rr a
tfii'oct jomiyei uinq von WUlleniallS,
ceen Signalement durch den Tele-
braphen überall verbreitet war. wurde
in Mickelau festgenommen und iil die
Lichienfelfer Frohnfeste transportirt.
München, 14. Juli. Der deutsche
Zlai'er traf auf der Reise von Maman
nach Gastem heute Abend 6 Uhr aus
dem yiengen äußersten Bahnhose em und
fetzte nach einem Ausenthalte von ,etma
20 Minuten die Reife nach Rofenhaim
ort. Der Kaiser wurde von dem zahl-
reich anwesenden Publikum mit lebhas
ten Zurufen begrüßt.
Kulmbach, 15. Juli. Im abgewiche
nen 11. Quartal 1881 wurden 4.218,-
472 Liter Bier in das Ausland Versen-
der. Gegen das korrespondinnde Quar
tal des Vorjahres ergibt sich eme Meh
rung von 63,711 Liter.
Waldshut, 15. Juli. Die Leiche des
am 8. d. M. im Rheine ertrunkenen
SÄreibgehülfen Karl Jehle von hier
wurde gestern früh bejm schweizerischen
grenzorte Mumps bei Säckingen gelan-
det und gestern Abend dort beerdigt.
München, 16. Juli. Die mit den
Wehrpflichtigen des Jahrganges 1880
vorgenommene Prüfung hatte daS fol
gende Ergebniß: In Oberbayern hatten
von 24;7 Rekruten 0.2.Prozenr, rn Nie-
derbayern von 2207 Rekruten 0.8 Proz.,
Pfalz von 2133 Rekruten 0,3 Proz.,
Oberpfalz von 1761 Rekruten 0.9 Proz..
Obcrjranken von 1936 Rekruten 0,2
Proz., Mittelfränkm von 1837 Rekruten
v.l Proz Untersranken von 2000 Re-
trute 0.1 Prozent und Schwaben von
192 Rekruten 0.2 Prozent mangelhafte
Schulbildung.
München, .16. Juli. Die Rückkehr
des Äömgs von seinem Ausflüge in die
'vchnviZ war auf Donnerstag den 14. d.
M. festgesetzt, wurde aber auf die Nach
richt vom Eintreffen des deutschen Kai
fers in München an diesem Tage als
bald um einen Tag verschoben. Aus
nahmsweise erfolgte die Rückkehr in die
fem Falle em hellen Tage, anstatt wie
sonst tief in der Nacht. Der Extrazng
hielt aber nicht, wie man wohl hätte an?
nehmen dürfen, an der Station Starn
berg, von wo die Equipage des Königs
in wenigen Minuten nach Schloß Berg
hinüberfährt, sondern erst auf der nächst
folgenden, einsam gelegenen . Station
Mühlthal, von wo die Fahrt nach Schloß
Berg nur auf einem beträchtlichen Um
Wege thunlich ist. Jedenfalls erreichte
der hohe Reisende feinen Zweck; von
Niemandem als dcu. Bahnverfonal ge
sehen zn werden.' DaS Gefolge deS
Königs beftand während der Reise außer
dem Kammerdiener Hesselschwert, der
als ' Faktotum auch der ambulirenden
Leibküche vorsteht, nur aus dem gegen-
märtiaen Liebtina des Königs, dem 15-
niglichen' Hoffchauspieler Kainz. einem
geborenen Wl:ner, dem an der Tells-
apelle am Vierwaldstädterjee die Ehre
widerfuhr, von Touristsn für seinen
königlichen Freund gehalten zu werden."
. Bade.
ZZrnr chmarzwalde, " 11. Juli. Die
Heuernte ist nunmehr im vollen Gange
nnd fällt sowohl -bezüglich der Menge,
als r Güte'r'ccht ' zufriedenstellend aus.
Dir ' Getreideernte berechtigt zu . allen
Hoffnangeu und steht zu erwarten, daß
es m dieiem Jaure aucy wiever emmai
entsprechend fchäne und volle Körner
und nicht nur Stroh, sowie viel und gu
tes Mehl, nicht,, wie in den letzten Iah
ren,' nur .Svreue und fast unbackbareS
Mehl ergibt. Die Kartoffeln haben
sich bis jetzt sehr schön entwickelt und ist
von der unleiöigen Karkoneliraniyett
noch nichts zu merken.
Schweiz. - - -
Lnzern, 13 Juli. In diesem Kaä-
ton löst em ungetreuer Verwalter
laaert. Dem Aelteren mit dem unan-
genehmen Geficht, in das die Leiden
schaften der Jugend und des Mannes-
alterS eherne Züge' und tiefe Furchen
gegraben, mit den tiefliegenden Augen
unter der hohen, büffelartig breiten
Stirn, mit der fleischigen, röthlich-blau
gefärbten Nafe, die dem Gesicht einen
noch widrigere Ausdruck verleiht die
sem Manne mit dem untersetzten plum-
pen Gliederbau sind wir bereit? begeg
net. ES ist Bröugthon, Aber neben
ihm, alS ob der Zufall in diesem Vagen-
blick ein muthwilligeS Spiet mir der
Idee der Gegensätze hätte treiben wol
len, liegt ein junger, kaum dem Knaben-
alter entwachsener Mensch, über dessen
klassisch schönen, von der FrühlmgSsonne
tief gebräunten Zügen uud den vollen,
mehr ; noch fleischigen als muskulösen
r r Z
formen, ioidcii oas D'quemr,innncruaj
weite Reisekoflüm sie erkennbar läßt.
den- andern-ab. Dem Geemdam-' der frische blühende. Zaulec der Jucend
- ; . ' - v . yv v. . ' rf . re- . - Ort i.
Die Karawane, welche von der Re-
gierung in Washington zur Vermessung
des westlich an NebraSka grenzenden
Territoriums Wyoming auSgesaodt und
nun bereits drei Wochen unterwegs war.
bestand aus den StaatSbeaAten. unter
ihnen George Kearny, ihren Dienern,
Packknechten, gegen fiebenzig Maulthie-
ren.-von denen süuwa abwechselnd Le
benSmittel, Instrumente, Zelte und son
ftige Lagerequipage trugen. Bierund
zwanzig unter Befehl eines Lieutenants
stehende Soldaten bildeten ihre mili-
rttcke Eskorte. Eimae Taae nach in
rem Aufbruche folgte ihr auf derselben
Tour eine zweite Karawaye, die aus
drei Wagen bestand und Von je zwei
Treibern geführt und mit je fünf Paar
Maulthieren bespannt waren. Sie
trugen hochaufgethürmt den Hausrath
uud die Ausrüstung zweier Familien,
sowie diese selbst, welche in dem schon
vermessenen Theile von Wyoming Land
- ... fc, M k m C
gekauft yauen unv stch vaietvst meoerzn
lassen beabsichtiaten. Außer diesen aus
elf Personen bestehenden zwei Familien
hatten sich em halb Dutzend Manner
und Frauen der letzten Karawane ange
schlössen, welche ihren Angehörigen in
der voraufaeaanaenen ersten Karawane
folgten oder auss Gerathewohl die Llelse
mitmachten, Um als Lohnarbeiter oder
Handwerker m den neuen Territorien
Unterkunft und Erwerb zu finden. Die
erste Karawane kam nur langsam vor-
warts, an einzelnen Tagen und aus un
wegsamem, bergigem, von Sumpf und
reißenden Waldbächen durchschnittenem
Terrain ost nur weniae Meilen lengli
fche), während die ihr folgende sie aus
dem bereits betretenen gebahnten Wege
noch vor den ,m nordwestlichen Winkel
von Nebraska gelegenen schluchtenreichen.
von den seindlichen Docatah-Jndianern
unsicher gemachten CebirgLzügen der
Black-Hills einzuholen hoffte. Sie hatte
daS auch erreicht. Denn als sie am 22
Juni Nachmittags den Shayanfluß, der
aus den Black-Hills nach Südwesten
strömt und sich dreißig englische Meilen
werter auf dem rechten Ufer n den Mis
souri ergießt, nicht ohne Gefahr über-
schritten und ihr Lager für die Nacht
aufgeschlagen hatte, befand sie sich kaum
drei englische Meilen von dem Lager
der Regierungskarawane entfernt. '
Es war ein entzückender Tag. Die
Phantasie kann ihn nicht schöner träumen
Dieses lichtblaue Himmelszelt, der He
rold des jungen Frühlings, diese blitzen
den Strahlen der goldenen Sonne, die
frische wohlige Luft, die transparente
Atmospäre durchzitterrd ! Nach Südwest
hin liegt die weite Prairie mit ihren
von kolossalen Laubmassen bedeckten in
selähnlichen Oasen, von golden und
blaugewirkten dustigen Schleiern um
hangen, in gloriose Farbentöne getaucht.
Davor und daneben ein envioier Bin
menteppich mit Tausenden von Mimo
sen, Prairierosen und Tuberosen bedeckt.
deren süß und heiß duftenver Athem fast
fichtbar in die goldene Lult aufsteigt
und mit dem sanften Wmvhauch hm und
her zu schweben und zu schwirren scheint,
Und vor ihnen, bald in braune Schatten
getaucht, bald, wo die Sonnenstrahlen
ohne Hinderniß aufprallen, in goldenen
Bronzesarben. schimmerud und schillernd.
die zackigen Höhenlinien der Black-Hills.
deren Contouren sich tast mit leder Mi
nute verändern und immer neue phanta-
fische Formen auS den verworrenen
Felsmassen berauszaubern. dort in Ge-
statt von Burgen, Wallen, langen Baftr
onen, hier senkrecht und regelmäßig fun
dirt, als ob sie Jahrtausenden trotzten
wollten, dort w'.eder überhängend ge-
spalten, als ob die geringste Erschutter-
ung sie zu stürzen vermöchte. In der
nächsten Umgebung emer weuen nalunr
chcn Lichtung deS linken steilen Ufers
des Sbavan mit feinen von immergru
nen Eichen, kolossalen Eypressenbäumen
und dornigen MeSamtobaunien. und
weiterhin von einem prachtvollen gigan
tischen Urwalde bedeckten Felsusern von
Trachht und lavaartigem Besalt sind
die leichten Zelte balv ausgeschlagen.
die gerinaen gastronomischrn Apparate
bald in Thätigkeit. Bald auch steigt
der blaue Rauch von drei Feuern, an
dem von den Frauen die Abendmahlzeit
vorbereitet wird, pseilgerade in die klare
unbewegte Lust. An den Abhängen des
zerklüfteten Ufers, auf seinem harten
Gestein klappern die Hufe der ihre karg
liche Nahrung suchenden Maulthiere;
die Glocken der Lcitthiere unterbrechen
hin nnd wieder leise klingend die Stille
des Nachmittags. Auf dem freien höchst
gelegenen Hügel aber halten wir zu je-
der rt zwei verrnene jjuier Wacm,
den Lasso m der nen Faust, die gllm-
mende Cigarre im Munde, ernst, re
gungslos wie Marmorftatuen.
Die unbeschästigten Theilnehmer der
.ii r
linnen aramane umien riry in irup
pen oder einzeln, wie es Laane oder Zu
fall ihnen emgab, tn die nächste llmge-
buna des .aers zer treur, um leoer
nach seinem Geschmack die Zeit bis zum
Abendessen zu verschlafen, zu vertrinken
oder zu verspielen.
Unter einem Hickorybaum, der seine
knorrig -. gigantischen, mit spanischem
Moose umwallten Arme lchnmend übe?
ein vorsvriNgendeS Felsenplateau aus
breitet, durch dessen Schattenwacht kein
Sonnenstrahl dringt, mit einem weiten
Ausblick über de schöuften Blumenstor
zu seinen Füßen und weiter über den
reißeuden Gebirgsstrom, der sem kry-
stallklares kaltes Wasser lugendlich un
gestüm dem Missouri zuwälzt, haben sich
Ziwei Reiseaefährten. ein alter und ein
junger, bequem in die Moospolfter ge-1 an derselben Stelle bleiben, sich zwischen
freuudlich lächelud, mit melodischer
Stimme.
.Merk's Dir, Charles, mein Junges
fuhr Bröugthon fort, ohne auf die Ent
gegnung zu achten, .die Haupt'ache ist's
im Leben, daß Du Dir willst 'nen
Schluck? Nein? Gut für Dich und
besser für mich! daß Du vor allen
Dinge stets einen Zweck hast im Leben,
einen reellen Zweck, besonders aber einen
gewinnvollen Zweck, dem Du nachtrach
test mit allen Kräften und allen allen
Mitteln gleichviel welchen.
.Und den habt Ihr, Master Broug
thon, auch jetzt, auch heute?" fragte
Charles, ihm gespannt in's Gesicht
sehende .
.Hab ihn, mein Junge, und werd'
ihn ausführen," erwiederte Jener mit
schwerer Zunge, .wenn wir in's Lager
Feldmesser kommen morgen oder
wann sonst."
.Kann ich Euch dabei behilflich sein,
Master," fragte Charles zutraulich und
naher an Bröugthon heranrückend, .Ihr
wißt ja, ich bin zu Allem geschickt und
thue Euch gern einen Gefallen, sagt mir
nur wann und wie und wo?"
.Wahrhaftig ! Bist ein pfiffiger
anstelliger Bursch , mein Junge und
könntest was Anständiges leisten und
verdienen mit Revolver oder mit so
aS mit einem scharfen blanken Messer
Junge! Wenn Du nur Deine kindi
schen dummen Ansichten nicht Na,
werd' mich erinnern will Dir will's
Dir em andermal mein Junge
Damit lehnte sich Bröugthon mir ge-
schlonenen Augen seitwärts gegen den
Stamm des Hickory und nachdem er noch
eme Weile unverständliche Worte ge
stammelt, gab sein lautes Schnarchen zu
erkennen, daß er fest eingeschlafen fei.
Cyarles vievoelev vliev noch eme
Weile in seiner liegenden Stellung im
Moose und starrte Master Bröugthon
mit seinen schönen dunkeln Augen in das
gemeine Gesicht. Dann wandte er sich
wie voll Eckel vor dem widerlichen An-
blick ab, erhob sich und stieg fast zierli-
chen Schrittes das Uferplateau hinab,
quer durch die umbüschte, zur Zeit
trockene steinige Furth emcsBaches, der
im Herbst und Frühjahr fein Waldwaf
ser d:m Shayan zuführt. Hier, mitten
in dem dichten, von Schlinggewächsen
durchzogenett Unterholz blied er plötz
lich stehen. Ein Gedanke durchsuhr und
erschreckte ihn. Wie, wenn Bröugthon
in seinem Rausche sich erhob, jetzt oder
später am dunleln Abende die Richtung
versehlte und ein paarSchrilte vorwärts
taumelte, anstatt sich seitwärts zu hal
ten cr würde unfehlbar den steilen
Uferfels in den Stromwirbel Hinabstür-
zen und in der öden verlassenen Schlucht
unrettbar ertrinken! Selbst, wenn er
sich schlaftrunken umwälzte
Charles war in diesem Augenblick auf
einen moosigen Felsblock gestiegen, voll
Besorgnlß und Zweifel darüber, was er
thun sollte, durch eine Lichtung des Ge-
büsches nach Bröugthon spähend, der
kaum hundert Schritte von ihm entfernt
schlafend und fchnarchend im Moose lag.
Er zuckte erschrocken zusammen. Broug
thon schien sich eben zu bewegen, aufzu
richten und doch nein, er war es nicht!
Es war eine dunkle, halbnackte Gestalt,
ein indianischer Krieger, der sünf Schritte
neben dem Schlaier regungslos, gebückt,
ein breites Messer in der Faust wie ein
zum Sprunze bereiter Tiger dastand, im
Begriffe sich auf feine Beute zu stür-zen.
Einen Augenblick r.och und Bröug
thon war verloren. Einen Augenblick
auch fuhr es blitzartig durch Charles
Gehirn, ein Stoß diefes Messers, das in i
der Faust des Wilden blitzte, würde ihn
lelbst von Qual und Angst befreien
einen Augenblick noch und dann schüt
telte Charles, um die Aufmerksamkeit
des Wilden abzulenken, mit Gewalt den
langen Hickorystamm, aus vcn er sich
stützte, und fchrie mit lautester Stimme:
Tom, hieher! Zu Hilfe! Halloh!
George. William, Tom! Hieher, zu Hilfe!
Hieher!"
Damit sprang cr. obwohl waffenlos.
über die losen Kiesel der Bachrinne, im
mer die Gcsäbrten rusend. als ob sie in
nächster Umgebung wären, durch Busch
und Strauch in gerader Richtung nach
der Lagerstätte Brouqthou's hinauf.
Als er schweißtriefend oben anlangte.
war ringsum Alles im. Bröugthon
lag schlafend und schnarchend in dersel-
ben Stellung. Charles meinre fast, er
hätte geträumt, wenn nicht die auf fein
Geschrei rasch herbeieilenden Wächter und
Reiiegefährten unzwelfelhart die spuren
emes Dacotaq an den Eindrucken irn
feuchten Lehmboden des Abhanges und
dem tiefen weichen Moose erkannt und
den Fliehenden sogar noch eine Strecke
in den Urwald hinein verfolgt hätten.
Nach einer Viertelstunde war die
ganze Reisegesellschaft auf dem Plateau
um Bröugthon versammelt, der trotz des
ihn nun umgebenden Lärmens und Ru-
fevs seinen Rausch ruhig ausschlikf,
Das unerwartete feindliche Erscheinen
des Dacotah-Krieges, der an des Aus-
führuna seiner todluchen Abncht nur
durch die zufällige Dazwischenkunft
Charles verumdert worden war, ver
fehlte nicht, Besorgniß zu erregen. Man
fürchtete weitergebende Feindseligkeiten
des wilden kriegerischen Jndianerstam-
mes, da man wohl wußte, daß die Da-
cotahS nie einzeln, fondern stets in große-
ren oder kleineren schaaren aus ihren
Territorien umherschweiften. Man
schwankte eine Weile zwischen zwei Vor-
schlagen, welche von dieser Besorgniß em-
gegeben wurden. Eni weder wollte man
MMffrMTUi ag-Twjai j tmm
jmimmtmimimkmx-A
Charles hatte man die Wacht'deS letzten 1
Wagens, uoerirazen. ,.-
ES lag eine öugftliche Spannung auf
alle Gesichtern, eine bange Stille über
ver zonst 10 munteren Gesellschaft.
' 6.'
Eine halbe Stunde schon hatte sich der
Zug langsam vorwärts bewegt. Niemand
die Wunde untersucht. Seitwärts! der
rechte Brust ist eine Kugel ohne Vet
letzang der Rippen eingeschlagen und
unier oem s?cyuuerviau, aus der Nucken
feite fühlbar.. Die Verwundete stöhn
vor Schmerzen. . :
.Frau Doolan ich möchte - bittet
sie mit leiser Sttmme. '
.Was willst Du, mem liebes Kind,-
ZSka. KZ- ri rv c M. - .
sprach. Nur das Knarren und Knirsche ! erwidert die alte Frau, die sich am die
fc qtIaj wsiv, c n- t I i - 5 . . . m r
mann . Jneichen von Ballwyl, , welcher
über 40,000 Fr. unterschlagen hat, ist
der Direktor der Walsenan statt Ball
wyl, Friedensrichter Waldispüel, gefolgt.
welcher mit gestohlenem Waifengut das
Weite suchte.
liegt. Er nennt sich Charles Rebdeley,
reistt nach seiner Angabe dem Regie
rungstrain und einem dort beschäftigten
Verwandten nach uud hat sich während
der wenigen Wochen durch seine unge
trübte muntere Laune, seine Dieaftbc-
den Wagen mit Hilfe von schnell errich-
teten Verhauen so gut w:e möglich
verschanzen und einen reitenden
Boten um Beistand an daS
Mililär Kommando der nahen
Regierungskarawane absenden oder das
Lager so schleunig als möglich abbrechen
unv der ersten Karawane sofort nach-
ziehen.
Nachdem man nch endlich sur die letz-
tere Meinung entschieden, wurde Brough-
ton, weil es unmöglich war, ihn wach zu
bekommen, auf einer Bahre von Zwei,
gen in's Lager hinabgetragen und dort
auf einen Wagen gelegt. Tann nam
man in Eile das Abendessen ein, brach
die aufgeschlagenen Zelte ad und eine
Stunde später hatte sich der kleine Zug
auf der von dem vorausgegangenen Re
aierungstrain gebahnten breiten Straße
in Bewegung gefetzt. Ein Reiter ritt
dem Zuge voran, em anderer schloß den-
selben, als Vor- und Nachhut. Die
Männer waren Alle bewaffnet. Die!
der Wagenräder, wv sie über KieS nnd
Steingrus rollten, dazwischen das leise
mrrooize ulilvgen ver E?cyellen, mit
oenen vas vunte Geschirr der Maul
tyierö geschmückt war, unterbrach daS
feierliche Schweige der Wildniß.
der Nähe erglänzt, geröthet von den
Strahlen der sinkenden Sonne, die rie
sig? Vegetation voaCotton und Sickorv-
Bäumen, wahrend nach Norden zu die
Höhen der Black-Hills sich m abaestutten
.miiu vom licuren Nvza ms zum violett
ten Grau in die blauduftige Ferne ver-
ileren. eyk süyrt der Weg thalwärts
eine tiefe Schlucht hinab, deren Grund
blauliqe Nebel, 'die aus dem breiten
seichten Bache steigen, verschleiern. Unten
wird die Furth von dem Zuge, trotz des
zackigen Steingerölls, über das der Bach
schäumend strömt, glücklich überschritten.
Sin hohlwegartiges trockenes Rinnsal
führt von da in die Höhe, über das die
dunkeln grünen Baumkronen, ihre Arme
ineinander schlingend, sich zu emem ne
sigen, in grüngoldenem Dämmerlicht
jchwlmmenoen Domgewölbe veremlgen.
oen, wo ver voylweg wieder m eine
weite Tbalebene zwischen sanft anstei
genden Höhenzügen einmündet, athme
vie Nelsegesayrten freier auf. Die ge
fahrllchfte Stelle ist ohne Unfall üb
wunden. Die Sonne ist indeß rasch ge-
r ri ? rw , , .r
innren, xjunnige oenoiajaneit lagern
sich ia schläfriger Breite über das Busch-
werk, das rechts und links weitab die
Thäler bedeckt und aus dem Gruppen
vlaziiauviger iLieyen uns Foyren rn
Nahe und Ferne wie mächtige Kirchen-
kuppeln emporsteigen.
Noch eine englische Meile nur ist der
Train von der Station der großen Ka-
ramane entfernt. Die ftederhafte Span
nung und Wachsamkeit auf die nächste
umgevnng vat nachgelassen. Man strei
tet, ob die von der finkenden Sonne röth
lich durchleuchtete Dunftwolke, die nord-
warts am Honzont über den Waldungen
schwebt, der Rauch des großen Lagers
sei oder nicht. Die Manner haben di,
Gewehre über den Rücken geworfen, die
ttopse muve gesenkt und marschiren lästig
vorwärts. - Die Reiter, die Führer der
Wagen lassen sich schläfrig nickend vor
wans tragen.
Da unterbricht ein Büchsenschuß und
em gellenver Aufschrei die Stille, in
Feuerstrom blitzt ans dem dunklen Busch
werk auf, gefolgt vn dem Krachen von
ein Dutzend Gewehren. Ein dunkler
Schwärm milder Reitergestalten stürmt
wie aus oem iörooooen empor durch die
Lücken des Buschwerks und wirft sich mit
geschwungenen Flinten, Tomahawks und
Messern auf die letzten Waaen deS
Trains. Unbarmherzig, schonungslos
reitet und schlägt er zu Boden, was Wi-
verstand leistet, in wilder Raubgier an
sich reißend, was die gierigen Hände auf
den Wagen erfassen können. Dazwischen
ein paar Flintenschüsse der Angegnsse
nen, Schreien und dumpfes Klirreu von
metallenen Streichen, Stampfen und
Schlagen oer Pferde. Fünf Minuten
und die wilde Rotte der dunkeln Teufel
ragt stumm, gespensterhaft wie sie qekom
wen, quer über den Pfad m die lenieiti-
gen düsteren Waldschlüchten hinein. Eine
Minute liegt das starre Schweigen des
Entsetzens, der Alpdruck der athemlosen
Angst, der bangsten Erwartung über der
Neiiegesellschast. Dann bricht em herz
erschutternver Schrei vom dritten Wa
gen aus durch die beängstigende Stille.
Ein junges Weib ist's, das sich vom Wa-
gen herab auf ihren Mann wirst, der
mit zerschmettertem, skalrirtem Sirn-
schädel zwischen den blutbespritzten Rä-
dern feines Wagens hängt. Und als ob
dieser Schrei ringsum das Signal zum
Erwachen aus der lahmenden Ohnmacht
gegeben, entsteht nun. vermehrt durch
die rasch hereinbrechende Dunkelheit, eine
Scene der entsetzlichsten Verwirrung, ein
Stöhnen und Schreien der Verwundeten
um Hülse, das Klagen ihrer Angehön
gen, ein Rufen und Fragen und And
Worten. - Mit Mühe und nur durch
Peitschenhiebe gelingt es den Besonne
nern im Zuge vor Allem die wildgewor-
.nen Thiere zu bändigen und Ordnung
in den durcheinander geworfenen Knäuel
von Menschen, Wagen und Lastthieren
zu bringen.
Aver räum ist oies einigermaßen ge
lungen, da bringt der dumpfe Hufschlag
yerangaloppirender Pferde die Geang
lilgren in neue Verwirrung unv neue
Schrecken. Von Neuem greifen die
Männer zu den Gewebren:
Steht fest an den Wagen! Laßt sie
auf zehn Schritte heran und dann
Feuer!"
Da schreit es von drüben:
Schießt nicht! Landsleute
Freunde sind's!"
Ein Trupp Bewaffneter von der Re-
grerungskarawane ist's, der das Ge
wehrfeuer gehört und rasch entschlossen
sich aufgemacht hat, den Bedrängten
Hülfe zu bringen. Mit seinem Beistande
gelingt es, ijc zum zwettenMale gestörte
Ordnung toieder herzustellen. Der erste
Rachegedanke an die Verfolgung der räu
berischen Dacotahs wiro nach kurzem
Ueberlegen als aussichtslos aufgegeben.
Nach Ausstellung von Wachen werden
ein paar mächtige Feuer angezündet, um
bei ihrem Licht für die Verwundeten zu
sorgen, die Verluste und Schaden an
Wagen und Vieh herzustellen, damit der
Zug wieder in Bewegung gesetzt und die
Vereinigung mit dem großen Tram be
werkftelligt werden kann. Traurig genug
sind die Gruppen, welche die Feuer
beleuchten. Außer dem zungen Mann
mit zerschmetterten Schädel liegen
zwei Frauen und ein Kind von
Kugeln getroffen schwer verwundet zu
Boden, drei von den Männern sind von
Messerstichen verletzt. Auch ein Dakata
krreger liegt erschossen bei den Wagen.
Auf dem letzten Wagen aber liegt
Brougtyon's Leiche, dem eine Lanze die
Brust vurchvoyrt yat. und, rn femem
Blute schwimmend Charles Reddeley !
Man hat den armen Knaben von dem
Wagen herabgehoben und neben das
nächste Feuer aus zusammengeraffte
grüne Zweige und MooS gebettet. Die
rothe Feuergluth überstrahlt das schöne
tootenoteiche lSencht mit den schmerzlich
Erde gesetzt hat und den Oberkörver der
Verwundeten an ihre Brust .lehnt.
.sprich, mein gutes Kmd, was willst
Du?- .
.Ich möchte ist Einer aus dem La
ger hier der George Kearney heißt.
ran xzooian-
.Gewiß. Der Joaenieur Kearnev
aus dem Lager ist mit de Anderen ge
rommen, mo. Jcy vave femen Namen
mehrmals rufe hören, er ift dort dorne
an de Waae bekchäftiat. Willst Du
ran sprechen, m r
Eine leichte Rothe flieat über das
bleiche Geficht deS Verwundeten. Dann
nmt sie zweimal. !
.Möchte ihn sprechen, liebe Doolan.
flüstert sie. die Augen schließend, als ob
ne lchiaien wolle. t
Frau Doolan winkt nen der ableite
stehenden Männer und lvrickt leile
lara.
Nach zehn Mmuten steht George
earnn neven iynen. . , ,
Was wünschen S von m?? sraate
George hastig, aufgeregt und erhitzt
durch die anstrengende Arbeit, von der
er abgerufen. .WaS aiebts hier? Wer
tt ver veewunoere vave?- fragte er
dann leiser.
Kennen Sie ihn nicht?" fragt Frau
Doolan zurück. Er fürchtet zu sterben
und er wünschte sie zu sprechen."
Ich kenne den Knaben nicht " spricht
George langsam, eme dunkle Ermne-
rung zwar"
Er und Frau Doolan sehen letzt stumm
der Verwundeten in das todtenbleiche
schöne Gesicht.
Sie schlagt eben langsam die Augen
auf, udd wie sie eine kurze Weile George
angeblickt, fliegt ein schmerzliches La
cheln über ihre Züge und mit leiser.
kaum hörbarer Stimme spricht 'sie wie
im Traume:
Entweihet meine Hand verwegen Dich
O Heil'gcnbild fo will ich s lieblich
Dirnen.
Qniinfrti'r Heinm tnimlttihn
.vv y-. .wiv vrfVH I.
Die schwere Schuld im Kusse zu versüßen!"
Dann schließt sie wieder die Augen
und ihr Kopf sinkt ermüdet zur Seite.
George ilearny ist bei den ersten Wor-
ten erschrocken zusammengefahren, dann
lagt er sich auf beide kkniee neben der
Verwundeten nieder und erareist ihre
Hand.
Annabel Monval es ist nicht mög
lich! Sind Sie eö. Miß Annabel?"
Annabel öffnete die Augen und sieht
ihn stumm an.
Was hat Sie hieher geführt, Anna.
bcl, ia diese Wildniß, in dieses Verhäng
niß?" fragt er.
ES sollte die Sühne meiner
Schuld gegen Sie und Alice sein."
spricht sie mit leiser Stimme. Sie ist
es geworden und ich büße schwer
für meine Schuld. Ihr Leben ist
war in Gefahr. Ich war schuld
mein Leichtsinn war schuld an Ihrer
Trennung. Ich wollte Sie retten
aus der Gefahr um Sie und Alice
wieder zu vereinigen!"
Welche Gefahr. Miß Anyabel ? Sie
sprechen im Fieber," unterbrach George
sie erregt. Ich bitte erklären Sie
mir "
Annabel winkte leise, abwehrend mit
der Hanö.
Ich habe leine Zelt dazu meine
Zeit ist um," flüstert sie mit schmerzlich
verzogenem Munde. . Aber Ihre Ve
fahr ist beseitigt nicht durch mich
nicht durch mich durch Gottes Gericht!
Master Howitt und Brougihon
hüten Sie sich vor Master Ho
witt "
Ihr Kopf sank auf die Brust. Die
iMiere Bewegung, der Schmerz der
Wunde, der Blutverluft hatten ihre Kraft
erschöpft.
Miß Annabel. ich beschwöre Sie!"
begann George von Neuem ; aber Frau
Doolan legte ihre Hand abwehrend auf
seinen Arm.
Schweigen Sie Master Kearny."
sprach sie. lassen Sie des arme Kind
jetzt in Ruhe. Gehen Sie, holen Sie
schleunigst den Chirurg, vielleicht steh
es nicht so schlimm mit ihr, wie sie fürch
tet. Aber machen Sie ichneu. vamr
wir nichts versäumen."
George stürzte davon und nach weni-
gen Minuten kniete der Chirurg neben
Frau Doolan und Mß Annabel, um die
Wunde zu untersuchen, während George
ruckflchtsvoll zehn Schritte davon das
Resultat der Untersuchung mit ficberhaf
ter Unruhe erwartete. Zweimal halte er
Annabel schmerzlich stöhnen gehört, als
der Arzt die Wunde mit der Sonde un
tersuchte und die Kugel, die neben dem
Schulterblatt unter der Haut suhlbar
warjj mit einem rafchen Schnitt heraus
hob.
Nachdem er noch emen vorlaungen
Verband anaeleat und Maßregeln in
Betreff des Transportes der Berwun
dcten gegeben, ließ er Frau Doolan
und George mit der tröstlichen Versiche
rung bei Annabel allein, daß die Hei-
lung der Wunde zwar langwierig lern
würde, aber zn ernster Besorgniß für
das Leben des mgendkräftigen Mädchens
keine Veranlassung gebe. Mit Hilfe
zweier Frauen wurde die Kranke wieder
auf den Wagen gehoben und w weich als
irgend thunlich gebettet. Nach Emse
nun der Kuael halten die Schmerzen
mehr und mehr nachgelassen unv Annabel
lag ermattet und fchlafbefangen auf dem
weichen Lager, von Zeit zu Zeit mit
dankbarem Blicke zn Frau Doalan und
George aufsehend, die neben ihr saßen,
um jede ihrer Bewegungen zu üierwa-
chen und sie vor zu heftigen Erschutte-
runaen zu behüten.
Die Leichen der drn Getodtetea wa
ren, Femo unv greuno neveneivanver,
in einer gemeinsamen Grust seitab der
Stelle, wo der Uebersall stattgefunden.
beerdigt und das einsame Wüstevgrab
mit einem Hausen großer Steine bedeckt.
Mitternacht war längst vorüber, als der
wieder geordnete Zug sich nach dem La-
ger der Regierungskarawane zu langsam
und feierlich m Bewegung letzie,
Die aoaeznnonen euer ianien neier
und tiefer zusammen und rlzre Flammen
erloschen. Bald veckte daS Schweigen
,.MiS f Afttf4f aR QYwV
brnrfSTängi nagend 5 P???! ..We " Ä Matf f
Aimmrf nh di- öst,, .'..i. That. Und biS auf die junge Fran, de.
sich dann wieder lanzsam zögernd schlie
ßen, als sei es auf immer. Die Weste
und die rechte Seite der Brust sind mit
Blut bedeckt.
Aber wie der Chirurg, der aus dem
Lager mitgekommen, ihn entkleiden will.
um nach der Schußsunde zu sehen, stößt
Charles die Hände unwillig zurück.
Jetzt aber, wie Frau Doolan, die sich
des armen Jungen stets mütterlich an,
genommen, in seine Nähe kommt, winkt
er sie zu sich heran. Und wie sie neben
ihm kniet und sich mit nassen Togen über
ihn beugt, zieht er? sie ganz nahe an sei
nen Mund und flüstert ihr ein Wort ins
Ohr, vor dem Frau Doolan erschrecken
Hälfte ging neben den Waaen, auf deren , zulückfährt.
die andere Hälfte nebst Frauen und k Sie bedeutet die Männer hastig, sie
Kindern Platz genomnie hatte. Auch z allem zu lassen. Charles Reddeley ist
Brouay'on war endlich ans temkm i rm Maschen.
lethargischen Schlafe erwacht. Ihm und Bit duldet es nun, daß Frau Doolan j Sterne uud den Mond. Die uneinge
ren Herze viefe Nacht eine unheilbare
Wunde geschlagen, schwand dak Anden
ten an die so jäh dem volle Leben Ent
rückten au? dem Gedächtnisse der Men
schen, ebenso rasch alS die gütige Hand
der Natur die einsame Gruft mit ihren
grüne Zeugen deS Lebens und der
Fortdauer der difchen Dinge schmückte.
7. .
Mehrere Woche sind seit diesem blu
tige Ereigniß vergangen. ES ist ein
dunkler Spätadend im Monat August
1867. Der Regen, der sich Tag über
aus eewstterschwülen Wolke, ergossen,
war im. Streit mit dem Ostwivde unter
legt und hatte sich aus. den Rückzug
nach Westen hin beqkbeit. Als ob er
sich seiner Niederlage schäme, nnd damit
Niemand sie sähe, verdeckte er mit im
durchdringlichem Wolken schleier die
friedigte Heerstraße, die vra TkstkZ her
nach der Oelregion ' utV ; zNr.5.chst r.ach
Vühole führt, war tief aufgeweicht mit
herabgeschlemmter Erde, di und wieder
mit Wasiertünipel bedeckt und von Uti
nen munter fließende Rinnsale durch
schnitten. Der ewsanle Reiter, der
diese Straße von Westen her zog, hitte
Mühe genug, seinem Pferde den ZZeg
durch vorsichtiges AuSbengen ' der be
dcnklichften Stellen zu erleichtern. Die
Mühe war wohlbedacht. Er und sei
Gcul hatte augenscheinlich eine weite
Tour hinter sich. Während von seinem
breitrrämpizen Sombrero und dem lan
gen Regenmantel, der die schlanke käf
tige Gestalt bedeckte, und dem Mantel
sack das Wasser noch i letzte Tropfe
ablief, waren - seine despornten ohcn
Reiterftiesel, Pferd und Reitzeug mit
Koth und Schmutz bedeckt, v Roß rnd
Reiter schienen müde und eS war urge
wiß. ob der langsame Schritt . sie vor
dem Einbruch der Nacht oder wann sonst
an das Ziel ihrer Reise fähren würde.
Der Reiter wenigstens schien es beftunmt
nicht zu wisse. Von Zeit z Zeit hielt
er au und sah scharf umher, alt ob er
sich zu orieutiren versuchte. Vergebens!
Nicht hundert Schritt weit reichte sein
Auge in die von Dunkelheit, von feuckte
Dünste und Busch und Berg derhüllte
Gegend.
Wieder hielt er an und bog sich tmi
r.t v ... n.i.e r.:. cr c .v . t r j. v
uvci vch jiif icuic 42ciuc iuuuycuu
vor. Zu sehen war Nichts, aber er borte
das platschende Geräusch von Rädern
und Pserdehusen, die durch Pfützen und
nasse Lehm rollten und wateten, das
Schnauben von Pferde uud hin und
wieder das gedämpfte Knallen einer.
Peitsche, einen ermunternden Zuruf,
dann ein Fluchen und Schimpfen
- . . -
rauo.cn eyien u lerne cm Hug vsn
mehreren Lastwagen zu sein.
Gleichviel ! Waren es dochMensck en.
die ersten, welchen er er zu seiner nicht
geringen Verwunderung aus dieser sonst
so frequenten Straße in der Nähe einer
aufblühenden reiche Stadt seit jwZls
Stunden begegnete.
Der Larm wurde lauter und nähme
sich langsam. Der Reiter hielt und
machte sich unter seinem Regenmantel
eifrig zu thun. ES gab ein 'knackendes
metallenes Geräusch, als ob ein Rebol
ver aufgezogen würde. Dann ritt er
vorsichtig im Schritt den Kommende
gerade entgegen -und hielt neben dem
ersten mit HauSgeräth, -Möbeln und
Menschen hoch und schwer beladen en
Wagen an.
Holla. Freund, woher deS Weges?
rief er dem ersten Fuhrmann zu, der Ne
ben feinem Gefpann im tiefen Schmutz,
Leine und Peitsche in den Händen, r vr
über watete.
Fraat die Gaule, vielleicht wiesen
die's", lautete die im heiserest Baß ge
gebene Erwiederung, hab' nicht Zeit,
hü, vorwärtSl
,Eme grobe Antwort auf eine youlcye
Frage-, rief ihm der Reiter nacb.
,So grob wie Weg und Wetter, vu
vorwärts, Viehzeug 1" schrie jener aus
die Pferde peitschend.
Zwanzig Schritte nach ihm folgte em
zweites Gespann. -
Freund", wer ver Vitnct ; wiever.
,Jst dies die richtige Straße von Pi
hole und wie weit ist'S bis dahin?"
Der Anaeredete. ein untersetzter breit
schultriger Kerl im groben Filzkittel sah
verwundert zu ihm auf, welche Pause die
müden Pferde sich sofort zu Nutzen mach
en und stehen blieben.
Von Pithole?" sragte und antwor
tete ;ener zurück. Freilich ist'S die
Straße von Pithole her. HabtS richtig
getroffen, denn welche halbwegs vernüns
tige reatur geht nach Pithole. Wollt
Ihr nach Pithole, Mann ?
Dank Euch, Freunv, wm nacy Pl
hole!" erwiederte der Reiter, halb
achend, halb ärgerlich und denke, bin
ur mich vernünftig nennen"
Seid's, meinetwegen!" lachte - der
Andere nach. Tom, Josua," rief er
dann den ihm inzwischen nachgekommen
nen Fuhrleuten zu, und Ihr, WeibS
Volk auf dem Waaen. seht Euch den
Mann an; sagt, er sei halbwegS vernünf
lg und will nach Pltyole i"
Will nach Pithole? Wer rom naco
Pithole?" schrien und lachten die Ande
ren ihm nach und die Weiber und Lin
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Decken und sahen verwundert nach dem
Reiter heraus.
Und weshalb soll ich nicht nach Pi
thole?" fragte der Reiter wieder. WeS
halb nicht, Leute!"
Na, meinetwegen, reitet ach sPi
thole hü, vorwärts!" rief der Fuhr
mann. Fahr' zu, MorriS was stehst
wie ein Narr und gafft den Kerl an, der
nach Pithole will hü, vorwärts! Rei
tct zu, Mann, und grüßt die Leute in
Pithole, aber ein NarrenhauS findet Ihr
da nicht hu, vorwärts!"
Seine Peitsche psiff durch die Lust auf
die Pferde. Diese zogen unter dem lau
ten Gelächter und rohen Spott der Fuhr
leute an, Schmutz und Wasser spritzte
hoch auf, so daß der Reiter, der merk,
würdigerweise nach Pithole wollte, sei
Pferd eUigst seitwärts zog.'- Nach zwei
Minuten war der Wagenzug vorüber.
. Eine Weile hielt der Reifende noch,
nachdenklich aus derselben Stelle. Ob
wohl ihm gänzlich unverständlich war,,
wa? die Fuhrleute mit ihrem höhnischen
Geschwätz hatten sagen wollen soviel
wenigstens wußte er, daß er sich aus dem
richtigen Wege nach seinem Reiseziel be
fand. Er lenkte daher ach einige Mi
nute wieder in die Heerstraße ein uvd
verfolgte uubeirrt seinen Weg. . .
Die Wolken hatten sich inzwischen zn .
vertheilen begonnen, und hin und wie
der drängte sich der , volle Mond, hin
uud wieder blitzten Sterne durch die
wolkenfreien Lücken des dunkeln Him
melsgewölkeS, so daß sich ihm w solchen
Augenblicken ein weiterer Anblick dar
bot. ..-
DaS Licht deS Mondes wiegelte sich
m vem regenmeienoen nichwerr unv
Baumlaube, ia dem dichte Unterholz, f
in den hohen Gräser und beleuchtete die
auS dem ; durchweichte ; Boden aufstei
genden Dünste, so daß die Umgebung
mit einem geisterhaften zitternden Sil- ,
berfchleier überdeckt, schien.
(Fortsetzung folgt.)
I Straßburg wird im Septe-
der nach der Bonner Ztg." der Aftro
vomen-Congreß abgehalten, zu welche
die bedeutendsten Gelehrten dieses Faches '
aus Europa und Amerika sich - ein finde
werden. Die Mettopole des Reichte
dcS wurde deshalb zum diesmalige
Versammlungsort gewählt, . weil die'
neu erbaute Sternwarte , daselbst , die
weitaus beste und neuesten astronomi
schen Apparate besitzt.' " ' "
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