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Hermanner Volksblatt. [volume] (Hermann, Mo.) 1875-1928, January 27, 1882, Image 3

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lNslündische Nachrichten
yxovinz Oranvtnbnrs.
Berlin. Die erftorSene Frau .
Bleichrö t dem Berliner Frauen
verein, dessen Borstandsmitzlied sie eine
lZuge Reihe von Jahren war, ein Legat
von 10,000 M. hinterlassen. Am 27.
Dez. ift die Gattin deS kgl. Balleldirek
torZ Paul Teglioni, einst alS Tänzerin
unter dem St'amen Amalie alfter be
rühmt, in ihrem 78. Lebensjahre gestor
den. Eine Tochter deS Taglionischen
Paare, Marie, welche den Ruhm der
jetzt Verschiedenen als Tänzerin womög
lich noch überbot, isi seit 1866 an den
Prinzen Josef von WindischgrStz rnhei
rathet. Krau Amalie . Taglioni schied
von der Bühne, als ihre Tochter dieselbe
betrat.
Neuruppin. Kürzlich fand hier
die öffentliche Gerichtsverhandlung gegen
den Bruder und die Schwester des zum
Tode verurtheillen August Mohnke, den
Bauern Fritz Mohnke und die unverehe
lichte Emilie Mohnke aus dem Flecken
echlin statt. Beide hatten in dem be
kannten Mordvrozeß einen Meineid ge
leistet und wurden deßhalb zu je 2 Iah
" ren Zuchthaus veruriheilt. Des weite
xtn ging auS dieser Verhandlung noch
hervor, daß auch der Wilhelm Mohnke
sich desselben Vergehens schuldig gemacht,
so daß nun die ganze Familie in diese
Angelegenheit verwickelt ist.
Provinz Vommer.
Cöslin. In Vollenders genethen
zwei Brüder, Sohne des dortigen Ge
meindeoorstehers Kirchhofs, miteinander
in Streit, wobei zu den Messern gegrif
fen und der eine der Streitenden ersta
chen wurde. Der Thäter wurde ge
schlcssn dem hiefgen Gefängniß einge
liefert. Stra lsund. Bon einem furcht ba
ren Orkane, der am 19. Oktober an der
Ostseeküste wüthete und auch in hiesiger
Gegend bedeutenden Schaden verursacht
hat, wurde die Insel Rügen besonders
schwer heimgesucht. Zahlreiche Häuser
und Mühlen wurden dort umgestürzt,
Häuser abgedeckt und in den Häfen der
Insel eine große Anzahl Fahrzeuge los
gerissen und fortgetrieben, was auch den
Verlust von Menschenleben zur olge
hatte.
DrovwZ Cfttu.ttt,
Gumbinnen. Vom 9. bis 15.
Dezember fand hier eine Ausstellung von
Vehrlings-Arbeiten statt, wofür neben
Plämien aus Privatmitteln auch statt
liche Prämien bewilligt worden sind.
Heydekrug. Die kaiserliche Bot
schaft bei Eröffnung des Ncichstagö ist
auch in die litthauischc Sprache übersetzt
und im ganzen Kreise zum Aashang ter
sendet worden. Die Gendarmen sind
beauftragt worden, den ordnnngsinäßi
gen. Aushang bei den Gastwirthcn zu
überwachen und darüber dem 'andrath zu
berichten.
Provkuz Westpreuken.
Danzig. Das Vorsteheramt der
hiestgen Kausina.'inschaft hat den Erlaß
des 'ieichbkanzlcrs, in welchem derselbe,
seiner Eigenschaft, als Handeisininistcr,
den letzten Jahresbericht der Danuger
Handelskammer scharf tadelt, auösührlich
beantwortet. Da jener Erlaß von Sei
tcn des NeichskarzlerS im Neich?.?ln;ei
g er veröffentlicht nnrtbe, hat das Vorsteher
mnt auch seine Entgegnung sofort der
Oeffentlichkci! übergeben.
tlbing. Die hiesige Tabaksf'bri:
von Löser und olss ist kürzlich durch
Neubauten erweitert worden und hat
etwa 200 Arbeiter neu eingestellt, so daß
'ie jetzt t!00 Arbeiter beschäftigt.
Brovw Posen.
(5zarnikau. In dem nahen
Soxhienberg fand man die bei Willegal:
laschen Eheleuten wohnenden Leibgedin
gerbfrau Breit? uz todt in ihrem Bette.
Die sofort angestellte Obduktion der
Reiche ergab, daß die V. erdrosselr wor
den ist, außerdem fand man bei der Er
mordeten eine im Halse steckende Nadel.
Der Verdacht lenkte sich auf die Wille
galla'schcn Eheleute, welche der Arcit
kreuz ihr Leibedinge auszuzahlen haben,
und sind dieselben gesanglich eingezogen.
W ongro w itz. Dieser Tage ist in
t'Zt-zybowo-Hauland, hiesigen Gerichts
iezirks der Leibgedinger Rau in seiner
Snibe in dem Augenblick ducchs Fenucr
rrschossen worden, als er sich zu Bett be
geben wollte. Als der That verdächtig j
sind die beiden Stiefsöhne Kelm des j
Ermordeten gesanglich einzezogen wor
den. Der ältere wird als der Anstifter
und der jüngere als der Ausführende der
That bezeichnet. Der jüngere St. hatte,
ueil er seinen Vater gemchhandclt, un
längst eine Gefängnisstrafe von I Mo
naten abzubüßen.
Provinz Schlesien.
B re s l au. Der Rektor der hiesigen
Universität, Dr. Bicrmer, hat die kaizer
liche Botschaft an den Reichstag an das
Schwarze Brett heften lassen.
Nicht geringe 'ScnZatlon macht hier
das Gerügt, der General-Agent Guhr
bauer, der im Jahre 1876 mit Hinter
lassung zahlreicher falscher Wechsel von
hier verschwand, sei auf dem Wege hier
her, u:n sich der Strasbehörde zu stellen.
Sollte sich das ter'ücht bestätigen, so er
märtet man Sehr interessante Eutküllun-
i-7- - . -
gen.
B eu t h e n. dem hiesigen
Schwuroericht wurde derIjähnge Mau
rer Polaczek aus Kl. Pr.iowitz. der seine
rau im Oktober im Stollarzuwitzer
Walde auf eine scheußliche Weise ennor
det hatte, zum Tode vcrurthellt.
O v p el n. Mit der Einrichtung land
licher Fortbildunasschulcn in Oberschle
sien wird es nun Ernst, nachdem in die
fen Tagen seitens der hiesigen Regierung
an die Landräthc ihres Departements die
Weisung ergangen ist, unter Mitwir
kung der Kreisschul-Jnsvektoren für die
Errichtung der erwähnten Schulen schleu:
niest Sorge zu tragen.
Brovinz Sachse.
Weißenfelö. Von der Naum
burger Strafkammer wurde der hiesige
Kreisbauinspekkor Heidelberg von der
Anklage einer fahrlässigen Körperver
letzung mit tödtlichem Erfolg freigespro
cken. Im Verlauf eineö Streites hatte
derselbe, wie f. Z. berichtet, den Mau
rermeister Hertling aus Zeitz zum Zim
nur hinausgedrängt, worauf Hertling
die Treppe hinabgestürzt wie er selbst
freilich behauptet, von Heidelberg hin
abgestoßen) war und sich so gefährlich
verletzt batte, daß er am 15. Juli im
hiesigen Krankenhaus starb.
Nordhausen. Ant ersten Weih
nachtsfeiertage hielt hier der Prediger
Ed. Baltzer in der freireligiösen Ge
meinde seinen Abschiensoortrag, nachdem
er seit Begründung der Gemeinde, feit
dem 5. Januar 1847, dieselbe geleitet
hat. Sein Nachfolger ist Dr. Schramm
aus Breslau.
Provinz LSeftfaleu
Dortmund. Das hiesige Stadt-erotdneten-Colleaium
hat beschlossen,
sämmtliche Volksschulen auf den Eom
munaletat zu übernehmen. Für die con
fesstonelle Selbststandigkeit der Schulen
ist volle Garantie geboten.
Siegen. Der vom Schwurgericht
in Arnöberg zu 10 I ihren Zuchthaus
verurtheilte ehemalige Polizeidiener Zke
linöky in Niederschelden hatte gegen daS
Urtheil Revision eingelegt. DaS Reichs
gericht in Leipzig hob die schwurgnrcht
che Entscheidung auf und hatte nun das
Schwurgericht abermals über diese Sache
zu entscheiden. ES erfolgte Freispre.
chung und wurde der Angeklagte sofort
aus der Haft e, tlassen, welckie fast ein
Jahr gedauert hatte. Zielinsky sollte
am 2. Dezember 1880 zwei Schüsse auf
den Amtmann von Gall in Niederschel
den abgefeuert haben, v. Gall wurde
damals lebensgefährlich verletzt und will
in Zielinöky seinen Angreifer erkannt
haben; die Beweise für Z.'S Schuld wa
ren jedoch unzulänglich.
Rveinvrov.
Mülheim a. d. R. Vor dem
Schwurgerichte in Duisburg wurde letzt
hin ein Äuff.hen erregender Prozeß ve
handelt. Die Angeklagten waren der
Polizeikbmmissär Hauytmann Ad. v.
Jüchen und der Polizeisergeant und Ge
fangenwärter H. Schüttelmeier, beide
von hier. Die Anklage gegen dieselben
lautete auf Unterschlagung im Amt und
Fälschung der amtlichen Register. Die
Kriminalprozedur endete damit, daß v.
Jüchen zu 2 Jahren Zuch:haus und
Schüttelmeier zu 2$ Jahr Zuchthaus, je
der außerdem noch zu 2025 M. Geld
büße ev. weiteren 2 Monaten Zuchthaus
verurtheilt wurde.
Aachen. Auch im hiesigen Stadt
Theater ist der Theaterkrach eingekehrt.
Nachdem sich eer Direktor Ritz als in
solvent erklärt bat, wird das Unterneh
men von den Schauspielern auf eigene
Rechnung weiter fortgeführt, doch nur
mit sehr geringen Ersolgen.
Trier. Bei dem vergeblichen Be
mühen, den 15jährigen Anton Lorsche zu
retten, der in jugendlichem Leichtsinn die
dünne Eisdecke des Mattheiser Weihers
betreten und da durchgebrochen war, ver
unglückte auch der 2?jährige Math. Bies
dorf aus Heiligenkreuz. Beide wurden
als Leichen zu Tage gefördert.
nnov.
N 0 r t h e i m. In Harriehausen ver
unalückten zwei Mägde des dorrigen Voll
mners Mecke, die 19jährige Louise Ber
tram und tie li-jährige Joh. Notnodt,
dadurcb, daß sie beim Sandgraben von
herabstürzenden Erdmassen verschüttet
wurden. Obalkich rasch Hilfe zur Stelle
war, konnte man doch nur die Leichen der
beiden jungen Mädchen zu Tage fördern.
Seiscn'Sianau.
Kassel. Vor der Strafkammer stand
letzthin der Hotelbesitzer Wend. Gerlach
von hier unter ver Anklage der Kuppelei.
Der Angeklagte hat früher das am
Bahnhof gelegene ' ,, Hotel Victoria",
welches jetzt geschlossen ist, geführt und
während dieser Zeit sich des erwähnten
Vuzehens schuldig gemacht. Tie Ver
Handlung fand mit Ausschluß der Oefsent
lichkeit statt. TaS Urtheil des Gc
richtshofcs lautete auf eine Gefängniß
strafe von drei Monaten.
H 0 f g e i s m a r. Im Laufe der bei
den letzten Jahre hat die Zahl der Feu:r
brünste iai hiesigen Kreise eine er
schreckende Höh: erreicht, wie wohl kaum
in einem zweiten Kreise der Monarchie
mit gleicher Scelcnzahl. Hat doch der
Kreis Hcfgcigmar 180 allein etwa
300,000 M. Entschädiaungsgelder nur
cm der Kasseler B.anokasse mehr erhal
ten. als bei gcz'ammte Ertrag der Viand
kasscnzeldrr aus diesem Kreise beträgt.
In jedcr Schwnrgcrichlspcriode kommen
ein oder mehrere B'..ndstlf.'UNiien zur
Verhandlung.
H eddern hei m. J,i angetrunke
nem Zustande suchte ein junger Mensch,
Jtamens Nagel, in der elterlichen Woh
nung Slreitigkcit.'n hervorzurufen. Der
ältere Brr'.der, der gerade anwesend war,
intervenirte, um den Störenfried zu be
ruhigen; allein vergebens. Es kam zum
Handgemenge, in Folge dessen der Tu
multuant semenr Brrider einen ltbcnsge
fahrlichen Messerstich in den Leib bei
brachte. Der Missethäter ?t bereits
hinter Schtoß und Riegel.
Frankfurt a. M. Da Aussicht
vorhanden ist, daß die Streitigkeiten
zwischen dem Vorstand der Patent- und
Musterschutz - Ausstellung und deren
Gläubigern auf gütlichem Äege beigelegt
werden, so sind die Termine, welche letzt
hin vor dem Gerichte abgehalten werden
sollten, auf einen späteren Zeitpunkt ver
tagt werden.
Mit obrigkeitlicher Erlaubniß hat hier
die Kongrega!icn der barmherzigen
Brüder" eine Niederlassung behufs Kran
kenpflege erachtet.
Soutc etch wachsen
M a r k n e u k i r ch en. Der bisherige
Mirinhaber der weltbekannten Jnstru-menten-Firnia
Michael Schuster jun.,
Fabrikant Oskar Schuster, der zu Neu
jähr auf ärztlichen Nath auStrat, hat sei
nen Arbeitern eine seltene Weihnachts
freude gemacht, indem er die Summe
von I4,00 M. zur Vcrtheilung an die
selben, je nach der Zeit ihrer Thätigkeit
in seiner Fabrik, spendete.
A l t e n b e r g. Als ein erfreuliches
Ercigniß für den hiesigen Bergbau wird
berichtet, daß der im Jahre 1656 gegiün
dcte Pöblcr Bergbauverein auf dem
Perlschachte zu Niederpöbcl jeyt die er
stcn Silbererze angefahret hat. Die
Gewerkschaft war bereits in der Lgc, die
erste Erwiderung, 59 Centner Erz, an
die kgl. Hütten zu machen ; es wurden
dafür 125 M. gezahlt.
Leipzig. Durch einen Sturz von
einem Neubauc zog sich der Steinhauer
Fritzsche einen Schädelbruch zu, welcher
Verletzung er bald darauf erlag.
Dresden. Die alte katholische
Fre'fchule am Oucckbrunnen wird gegen
wartig abgetragen und sodann die projek
tirte Straßenverbreiterung inZ Werk ge
setzt werden. Das daneben gelegene
katholische Gesellenhaus geht seiner
Vollendung entgegen. Hugo Oskar
Kardinal von Wittern", so lautet der
stolze Name eines vor 23 Jahren zu
Samter in der Provinz Posen geborenen
Mannes, der mit Schimpf und Schande
auö den Reihen der Armee verstoßen und
kürzlich wegen einfachen Diebstahls im
wiederholten Nückfalle vom hiesigen Land
gericht zu 0 Monaten Gefängniß verrir
theilt wurde.
Thüringische Staate.
S u l z a. Die Notiz über eine angeb
lich entdeckte Petroleumquelle ist, wie oie
.,Meininger Zeitung" schreibt, mit Re
fpckt zu sagen plentu Schwindel! Kein
vernünftiger Mensch habe hier nur einen
Augenblick daran geglaubt. Gott weiß
wo irgend ein Ballon oder Faß mit Pe
troleum ausgelaufen und dessen Inhalt
an jener Stelle wieder zu Tage getreten
sei. Es sei eben dieselbe Geschichte, wie
s. Z. mit dem Kohlcnkarl in Apolda.
Uhlstedt. In Bcutelsdorf machte
der SchmiedeweisterMüller feinem Leben
ein Ende, indem er sich die Pulsadern an
Hals und Arm, sowie den Bauch auf
fchlitzte. Oldendurg.
Brake, Die von Hamburg nach
Campeche fMittel-Amerikaj abgegangene
Brigg .Sargitta", Capitan Behrens
von hier, ist vor dem englischen Kanal
gestrandet nnd gesunken. Eapitän Beh
renö und S Mann fanden dabei ihren
Tod in den Wellen ; nur ein Mann konnte
gerettet werden.
I e v e r. Die ostfriesische Küstevbahn,
welch? hier ihren Anschluß findet, wird
wahrscheinlich auch vom Jeverlande auS
bald in Angriff genommen. Dem Ver
nehmen nach wird das abzutretende Land
gut bezahlt.
LrieStte.
Hamburg. Mit seltener Frechheit
benahm sich dieser Tage ein Kaufmann,
NamenS Criefon. vor dem hiesigen
Schwurgericht. Der Mensch stand zum
zweiten Mal unter der Anklage deS
AborwZ mit tödtlichem Ausgange und
waren die Beweise erdrückend. Als der
Staatsanwalt seine Anklage begründete,
bemerkte der Angeschuldigte: Machen
Sie es nur kurz und beantragen Sie
gleich die höchste Strafe ! Crieson hatte
wohl nicht geglaubt, daß er zu zehn
Jahren Zuchthaus verurtheilt würde !
Bremen. Reichliche Niederschläge
welche nach Mitte Dezember erfolgten,
haben ein so bedeutendes Steigen deS
bisher sehr niedrigen Wasserstandes der
Weser bewirkt, daß sie nahezu über die
Ufer tritt.
Mecklenburg.
Rostock. Seitens der Quartiers ist
das Projekt einer Chaussee von hier nach
Radegast wieder aufgenommen worden.
Dagegen ist das Projekt einer kürzeren
Chausseestrecke von hier bis Clausthal
als definitiv aufgegeben zu betrachten.
Schwaan. Der Landtag hat den
Chausseebau von hier nach Doberan defi
nitio genehmigt. Da dies durch die Be-mühu'-gen
des hiesigen Bürgermeisters
Dr. Pries zu Stande gekommen ist, so
hat die Bürgerschaft demselben mehrere
Ovationen gebracht. .
(Srobherzogthurn Hessen
Mainz. Der Stadtverordnete Ha-rig-Bembe
hatte in der letzten Städte
oerordneten-Verfammlunz wegen einer
kürzlich dahier abgehaltenen Sozialisten
Versammlung den Oberbürgermeister
Dr. Dumont deshalb interpellirk, warum
dem Sozialdemokraten Hasencleoer von
dem anwesenden Polizeicommissär das
Wort entzogen worden wäre. Dr. Tu
mont lehnte die Beantwortung dieser
Interpellation ob und in Folge davon
erklärt nun Herr Harig-Bembe, die
Stadtverordneten - Versammlung nicht
mehr besuchen zu wollen, da er ein solches
Betragen Stadtverordneten gegenüber
in jeder Beziehung für unzulässig halte.
Der Oberpoftkommissar ist spur
los verschwunden. Nach hinterlassenen
Briefen zu urtheilen, hat er sich in dem
Rhein ertränkt. Sch. war katholisch,
trat dem Altkatholicismus bei und spielte
eine hervorragende Nolle in dieser Ge
meinde. So unglaublich das klingt, so
scheint dennoch der verzweifelten Ent
schlug, sich das Leben zu nehmen, aus
dem in ihm entstandenen religiösen Zwie
sxalt entsprungen zu sein.
Bauer.
Würzburg. Der Priester und
Landtagsabgeordneter Ignatz Lampert
hat nach feiner unfreiwilligen Rückkehr
von München fein Abgeordnerenmandat
niedkrgelegt und ist, sobald dies gesche
hen, verhaftet und in die Fronveste abge
führt worden. Tie ultramontane Kam
merleilung hatte ihn dringend zur Man
datsniederlcgung aufgefordert, da sie ihn
vor der Verhaftung doch nicht hätte
zchutzen können. Dre von rhm unter
schlagene Summe beläuft sich auf etwa
0,000 M.
Regen. Kürzlich wurde der Gütltr
I. Sitzbcrzer von Zimmerau auf dem
Wege tod: aufgefunden. Bei Unter
suchung bei Leiche wurde kon statt: t, daß
ein Raubmord vorliege. Als wahr
scheinlichcr Thäte? wurde von der Gen
darmeri? ein lediger Inwohner von Kos
berz in die hiesige Frohnvcste einzelic
fert. Derselbe war trst jüngst v?ni
Zuchthaus?, wo er 12 Jahre wegen
Kirchenraub zu verbüßen hatte, heimge
kehrt. UÄolnzach. Als dieser Tagender
Hanstbauer von Stopperg mit seinem
Hopsenzeld nach Hause fuhr, wurde er
im Walde von 3 Strolchen angepackt,
schwer mißha?:dclt und ihm seine Baar
schaft. etwa 500 M., geraul'k.
Schon wieder wurde bei einem hiess
gen Vereine bedeutende Unterschlagungen
entdeckt. Der Kassier des Schuhmacher-Rehstoff-Vereins
ist nämlich mit einem
bedeutenden Betrage, ca. 23.000 M.
ftüchtig gegangen. Man entdeckte erst
jeyt die großen Defekte, da der Kassier
vorgegeben hatte, er trete mit seiner Frau
eine kleinere Reise an und werde zurück
kehren. Da dieselben aber zu lange aus
bleiben, nahm man eine Revision vor,
welche obigen Verlust ergeben bat.
fiX9 der LiveinVfalz.
L a n d a u. Wegen eines ihm zuer
kannten dreitägigen Arrests hat sich in
der Fortkasernc der Unterofsizier des 1?.
Jr.f.-Regts. Simon aus Lambrecht er
schössen. L u d w i g s h a f e n. .In der hiesigen
Aktienbrauerei war der 16jährige Sohn
des Schrosserrneisters Lenz mit der Repa
ratur eines schadhaften Kessels beschäftigt,
als ein Brauarbeiter, in der Meinung es
fei Niemand mehr im Kessel, in diesen
Dampf einströmen ließ. Der junge Lenz
erlitt hlerder o schwere Brand- resp.
Brühwui'.den, daß an feinem iederauf
kommen gezweifelt wird.
ÄSürttcmbers.
Stuttgart. Frisonianum" steht
jetzt als Aufschrift an dem Hause Kro
nenstraße 36 dahier. Es ist dies
die vom verstorbenen Hofzahnarzt Dr.
Frisoni und dessen gleichfalls verstorbener
Gattin gestiftete Anstalt für vatcrlandi
sche ärztliche Wittwen. DaS betreffende
HauS mußte zu diesem Zwecke völlig um
gebaut werden und ist nun seiner neuen
Bestimmung übergeben.
H e i d en h e i m. Die Amtsoersamm
lung bewilligte S000 M. zum Bau einer
Brücke über den Wildwasserkanal an der
Gerstetter- und Southcrmerstraße im
Stubenthal, und die hiesige Stadtver
waltun r hat den Bau eines Schlachtlzau
ses in Angriff nehmen lassen. Die hie
sigen Metzger beharren trotzdem darauf,
selbst ein Schlachthaus zu bauen.
Pliezhausen. Der MethodiS
mus faßt am oberen Neckar stark Wurzel.
Hier haben die Anhänger desselben einen
eigenen Betfaal erbaut und vor einigen
Wochen feierlich eingeweiht, movon viele
von 4 6 Stunden Entfernung herbei
kamen. Ueberhaupt steht hier seit langer
leit schon das Sektenwesen in üppigster
Blüthe.
Ringschnait. Als der Besitzer
des Marrenbauernhofs die Läden seines
Kornhauscs schließen wollte, um es vor
dem Brande, der das Nachbarhaus des
Schneiders ergrissen, zu bewahren, be
kam er daö Ueberzewicht, stürzte- auf die
Straße herab und starb an den erhalte
nen Verletzungen nach ganz kurzer Zeit.
Baden.
Mannheim. Das Central Eomite
der Pfalzgau Ausstellung hat endlich
seine Schlußrechnung veröffentlicht.
Darnach beläuft sich das Gesammtdefizit
auf 28,400 M., welches durch Einzah
lung von 13 M. pro Aktie durch die Ga
rantiezeichner gedeckt werden soll. An
Eintrittsgeldern gingen 163,755 M., an
Abonnement 67,930 M. ein, bei der
Verloofung wurden 23,934 M. profitirt,
der Wein- und Bierkonsum zc. ertrugen
0524 M., die Platzgelder der Aussteller
15,158 M.
Menzenschwand. In der Säge
mühle von Emil Maier gerieth der Sä
gergehilfe Fridolin BLHIer durch Unvor
sichtigkeit in die Transmission und wurde
derart verletzt, daß bei ihm alsbald der
Tod eintrat.
Die
Tochter öcs Llillwnars
Roman von Etta Pierce. Deutsch von
Alfred Mürenberg.
sFlntfetzung.
Wie heiter blickte der Strand wie
fröhlich ertönten die Stimmen der Ba
denden! Sie hatte sich über Alle hinaus
gewagt, die Wellen berührten oft ihre
Schultern. Dennoch empfand sie keine
Furcht. In einiger Entfernung trieb
eiye Masse seltsamen, purpurfarbigen
TangeS vorüber. Beta suchte ihn zu er
haschen, und indem sie so tt)at, kam eine
größere Welle heran, und rhre Füße ver
loren den Halt. Im nächsten Moment
schien eine riesige Masse Salzwassers über
sie hinwegznbrausen, die sie zu ersticken
drohte.
Dasselbe Element, welche eben noch
ihr gefälliger Spielkamerad gewesen
war, wurde nun ihr tödtlicher Feind. Ein
einziger Gedanke zuckte durch ihr geäng
ftigtes Hirn: O Gott! Ich ertrinke!
Sie schrie um Hilfe und die näher am
Strande Badenden wiederholten den
Schrei. AuS allen anderen Stimmen
heraus glaubte sie Fräulein Vane zu hö
ren: Rettet! Rettet sie!
Dann schwanden ihr die Sinne. Ueber
ihrem blonden Haupte schloß sich die
tückische, gierige Fluth, und hilftos war
sie der Gewalt preisgegeben.
ö. Kapitel.
Signor Discordo.
Wer ist jener Mensch? fragte Val
Black, nach einer männlichen Gestalt bli
ckend, die langsam von der Hausthür von
Nr. 10 des Wursthofes fortschleuderte.
Mein neuer Miether, Signor Discor
do, antwortete Fräulein Affin.
Ist er nicht ein wenig zu viel Dandy
für den Wursthof? fuhr Val fort, der sei
nen Hut ergriffen hatte, um nach dem
Bureau von Sardis u. Eo. aufzubrechen.
Er hält auf seinen Anzug, sagte Fräu
lern Affrv, und scheint ein ruhiger, braver
Mensch zu sein, aber sehr unregelmäßig
in feinen Gewohnheiten. Er hat erst die
einzige Nacht hier geschlafen, seit er das
Zimmer mieh te.
Und wie erklärst Du Dir das ?
Er muß wegen seiner Schüler aus der
Stadt sie wohnen wahrscheinlich wei
ter draußen. Je nun, wenn er das Zim
mcr nur gelegentlich benützt, so werden
die Möbel dadurch geschont, und das ist
mir sehr lieb.
Nach dem einen Blick zu urtheilen, mit
dem ich ihn gesehen habe, hat er geradezu
ein Verbrcchergesicht.
Val!
Wahrhaftig! Gieb gut auf Deine Löf
sei Ächt, Tante Äfft, und vor Allem soll
er sich nicht in Mercy verlieben, falls er
ihr einmal auf der Treppe begegnet. Doch
da fällt mir ein : hast Du nicht bemerkt,
wie blaß und abgezehrt das arme Mad
chen diesen Sommer geworden ist durch
ihr ewiges Arbeiten? Ob sie will oder
nicht, ich werde sie vom Fleck weg hei
rathen. Eine Nöthe überflog Val's grobe Züge.
Fräulein Affry sah ihn forschend an. Du
hast sie sehr lied, mein Junge? sagte sie
seufzend.
Ja, das habe ich auch. Nichts in der
Wett könnte mir ihren Verlust ersetzen.
Nicht wahr, Du glaubst mir, wenn ich
sage : Nichts ?
Ja doch. Und wuS Tu lieb hast, mein
Junge, das muß ich auch lieb haben
ich will stets gut zu Merey sein, um
Deinetwillen.
Er gab ihr einen Dankbaren Kuß und
rradre dann nach seinem Bureau. AIS er
fort war, ging Fräulein Black, mehrere
neue Falten in ihrem komischen kleinen
Gesichtchen, an ihre Morgcnarbeit. Sie'
hatte sich in der letzten Woche sehr verän
dert. Oft, wenn Val nicht gegenwärtig
war, sah sie verstört und betrübt aus, als
läge ihr irgend etwas schwer und drückend
auf der Seele. Nachdem sie ihre Haus
Haltung in Ordnung gebracht hatte, nahm
sie Val's Zeitung vom vorigen Abend
wieder zur Hand, setzte ihre Brille auf
ud suchte eifiiz, hastig und mit sichtba
rem Zittern in den Spalten uniher. Jede
Nachricht aus dem Auslande las sie wie
der und immer wieder. ES war ihr dies
neuerdings zur Gewohnheit geworden,
und man härte denken können, die alte
Frau habe plötzlich ciu großes Interesse
an den Angelegenheiten der Welt jenseits
des grcßen Weltmeeres gewonnen.
Indessen fand sie an diesem Morgen
nichts in dem Blatte, was aufregender
Natur gewesen wäre, und legte es, halb
beruhigt, halb enttäuscht, wieder fort.
Demnächst humpelte sie die Trepp? hin
aus, in das kleine Zimmer von Merc
Dill.
DaS Mädche:: saß au: Fenster, wie ge
wohnlich den goldblonden Kopf über ihre
Näher.i gebeugt. Moll Dill war nicht
da; doch auf dem winzigen Ofen stand
ein kleiner Topf mit Thee und etwas
Semmel, von der stillduldcnden Tochter
für diese ausbewahrt. Das enge, dum
pfige Zimmer glich einem Backofen;
draußen brannte die Hochsommcr-Sonne
erbarmungslos auf die Stadt hernieder
kein Wnnder, daß Mercy in solcher At
mosphäre und bei solcher Arbeit blaß und
abgezehrt aussah.
Mercy. sprach Fräulein Affru zu ihr,
Du ruinirst Deine Gesundheit vollstän
dig. Val ist Deinetwegen untröstlich;
Du schaust auö wie ein Gespenst. Setz
Deinen Hut auf und komm mit mir ein
wenig frische Luft schöpfen. Ich helfe
Dir auch den ganzen übrigen Tag nähen,
um das Versäumte wieder nachzuholen.
Mercy's bleiches Gesicht überzog ein
Strahl der Freude.
Sie sind so gütig, sagte sie dankbar,
aber ich meineich sollte es nicht thun.
Papperlapapp! Du mußt. In ein
oder zwei Stunden sind wir wieder hier.
Mercy, Du wirst sterben, wenn Du so
fortmachst.
Noch immer zögerte Merc, doch Fräu
lein Affru blieb fest, und schließlich bra
chen sie beide auf. Oie kleine humpelnde
Frau und das Mädchen in ihrem ärm
lichen Anzüge, mit dem schönen, blassen
Gtsicht und der edlen Haltung. Die alte
Jungfer winkte mit ihrem baumwollenen
Sonnenschirme einem vorbeifahrenden
Pferdebahnwagen, stieg mit ihrer Pflege
befohlenen ein und beide fuhren nach ze
nem, den Armen und Einfamen so wer
chen Platze, dem öffentlichen Park.
In einer Zcdernholzlaube setzen sie sich
zusammen nieder, denn Fräulein Affry
konnte nicht weit gehen. Einige eure
päische Sperlinge waren ihre einzigen
Gesellschafter. 5vie Blumenbeete rings
um füllten die Luft mit ihren Wohlge
rüchen. Der Rasen war von den letzten
Regengüssen noch frisch und grün, und in
der Ferne standen die Paläste von Back
Ban, dem Hauptquartier der bostoner
Aristokratie. Mercy holte tief Athem
und bli'7te zufrieden um sich her.
Fräulein Arrtn, fütterte einige Sper
linge mit Brodkrummen aus ihrer Tasche.
Jetzt bemerkte sie, daß jene Paläste die
Aufmerksamkeit Mercy's länger fesselten,
als alles Ändere.
Wie großartig sie doch sind l sprach
endlich das Mädchen. Wie glücklich müs
sen die Menschen sein, welche dort 00h,
nen ! Wenn eine arme Person ich zum
Beispiel plötzlich zu Reichthum, zu ei
nem solchen Besitz käme, wäre es nicht
genug, um vor Freude toll zu werden ?
Mag wohl fein, entgegnete Affru, doch
so twaS pafsirt nur in Romanen. Bist
Du eigentlich in dieser Stadt geboren,
mein Znnd?
DeS weiß ich nicht, erwiderte Mercy
betrübt. Meine Mutter hat eS rairnie
gesagt .
DeS ift seltsam.
Des macht, weil sie nicht gern von
ihrer Vergangenheit spricht, noch daran
denkt. Sie lagt, daß sie einmal eine
feine Dame gewesen sei, vielleicht fühlt
sie Scham und Reue und will mtch nicht
wissen lassen, wie sie in's Elend gekom
men ist. Wenn ich sie als Kind dergleichen
fragte, dann schlug sie mich. Jetzt kann
sie das nicht mehr thun, aber sie macht
ein finsteres Gesicht und schweigt.
Kannst Du Dich denn an gar nichts
aus Deiner Kindheit, aus Deiner frühe
ften Kindheit meine ich, erinnern? fuhr
Fräulein Affry theilnehmend fort.
An nichts als an Hunger und Kälte
und leere Dachstuben, wo sie und ich zu
fammen litten. Zuweilen arbeitete sie
für Tagelohn, zuweilen wusch und bü
gelte sie für die Leute und ich verkaufte
allerlei Kleinigkeiten auf der Straße oder
sammelte Lumpen und Holz- und Koh
lenstückchen an den Werften. Hier und
da ließ sie mich zur Schule gehen, doch
nicht oft. O Gott! Ich kann die Erin
nerung nicht ertragen, Fräulein Affry,
fragen Sie mich nicht mehr.
Nein, nein, sagte diese begütigend,
verzeih mir, mein Kind, hier stockte
sie, denn in der Tbür der Laube stand ihr
neuer Miether, Signor DiScordo.
Pardon, begann er, seinen Hut lüftend,
ick höre die bekannte Stimme von Ma
dame Pardon ! Störe ick?
O durchaus nicht, versetzte Fraulein
Affry höflich. Und ohne Mercy's Be
stürzung zu bemerken, stellte sie ihr Sig
nor Discordo vor.
Ah, Himmel! Dies ist der glucklickste
Augenblick meines Lebens ! rief ver Sig
nor, pathetisch die Hand an's Herz füh
rcnd. Ick bin glückiick, Fräulem Dill zu
treffen ick bin nne sagt man ?
entzückt.
Fräulein Affry wurde über seine Lei
denschaftlichkeit stutzig ; sie hielt es daher
für nothwendig, im ruhigsten Tone zu
sagen :
Fräulein Dill ijt die Braut meines
Neffen, mein Herr, ich betrachte sie schon
jetzt als ein Glied unserer Familie.
Der Signor fuhr in wirklichem oder
erkünsteltem Schreck zusammen.
Ick gratulire Ihrem Neffen Madame,
er ist ein beneidenswcrther Mann. Ick
gratulire Fräulein Dill, möge sie glücklick
sein! Ciel! Wie warm eö ist. Da
mit ließ er sich auf der gegenüberstehen
den Bank nieder und wischte sich das ge
bräunte Gesicht mit dem Taschentuch.
Sie haben wahrscheinlich Schüler in
diesem Theil der Stadt? fragte Fräulein
Affry, die sich keinen andern Grund
denken konnte, weshalb er gerade hierher-
kam.
Ganz reckt. Madame, ick komme grade
von einer Lektion. Ah lassen Sie sich
nickt in Ihrer Unterhaltung stören. Fräu
lein Dill sieht blaß aus, ick fünfte, sie ist
krank.
Mersy's Gesicht war jetzt in der That
aschfarben. Sie sah nichts mehr von
Blumen, Rasen oder Sonnenschein. Eine
große Angst hotte sich ihrer bemächtigt,
die Gegenwart dieses Menschen erfüllte
sie mit Schrecken, und seine bösartigen
Augen, der süßliche Ton seiner Stimme
machten sie schaudern. Ihr war's, als
befinde sich irgend ein giftiges Reptil in
ihrer Nähe.
Ja, ich bin unwohl, sagte sie uufste
hend, lassen Sii uns nach Hause gehen,
Fraulein Affry.
Die alte Frau sah sie erstaunt an,
stand aber sofort auf.
Gewiß, mein Kind. Adieu, Herr Dis
cordo. Doch der Musiklehrer sprang wie ein
Gummiball von seinem Sr$ auf.
Verzeihung. Madame ! rief er voll
Eifer aus. Auch ick gehe nach 'ause und
bitte um die Ehre, Sie begleiten zu
dürfen.
Fräulein Affry konnte in dieser Bitte
nichts Unrechtes finden, und so schritt
Signor Discordo an Mercy's Seite bis
zum Pferdebahnwagen, und alle drei
kehrten zusammen nach dem Wursthofe
zurück.
Die Fahrt war für Mercy eine höchst
reinliche. Er sprach mit Tante - Affry,
sah aber beständig auf sie. Als der Wa
gen hielt, sprang sie zuerst hinaus. Sie
eilte den Andern voraus in den Hof, aber
Signor Discordo folgte ihr schnell, holte
sie ein, ergriff ibre sich sträubende Hand
und drückte diese Zanft.
Ah! flüsterte er, wenn Sie in mein
'er; blicken könnten, Sie wurden mich
nickt so be'andeln!
Fräulein Affry sah und hvrte nichts
von alledem, denn sie hatte eben einen
Hökerwagen herangewinkt und feilschte
mit dem Führer desselben um etwas Ge?
mille.
Ich verbiete Ihnen, je wieder zu mir
zu sprechen, sagte das Mädchen mit der
Würde einer hohen Dame. Wenn Sie
mich noch weiter belästigen, werde ich
Fräulein Black bitten, sich meiner anzu
nehmen. Und mit einem Blick zorniger
Entrüstung sprang sie nach der Thür von
Nummer 10 und die Treppe hinan in ihr
ärmliches Hintersiübchen, um dort den
lockigen Kopf auf ihren Arbeitstisch zu
legen und zu weinen, als wolle ihr das
Herz brechen.
Wer war dieser Mensch und was war
sein Zweck? Hatte er nur Wohnung bei
Fräulein Affry genommen, um nach Be?
lieben in ihrer Nähe sein zu können?
Solche Fragen zuckten ihr durch die
Seele. Sollte sie es Val sagen? Nein,
dazu war sie von Natur zu stolz und
selbstbewußt.
Ich hasse ihn ' sagte sie sich selbst und
setzte schaudernd hinzu: Und ach, ich
fürchte ihn eben so sehr!
Indessen war sie ja nicht ohne Freunde :
Ein Wort, zu Fräulein Affry oder Val
gesprochen, befreite sie von dem Italiener.
Mit diesem Trost im Herzen setzte sie sich
an ibre Arbeit und wies jeden Gedanken
an Signor Discordo und seine bösen
Augen zurück.
Der nächste Tag verging. Der Sig
nor schien heute keine Lektronen zu aeben.
denn so oft Mercy den Flur oder die
Treppe betrat, begegnete sie ihm. Es
schien, als laure er an jedem Platze auf
sie, wo ein Begegnen wahrscheinlich war.
Sie that stets, als sehe oder erkenne sie
ihn nicht als gelten seine demüthigen
Komplimente nicht ihr, und dies machte
seine sinsteren Augen noch finsterer blicken
und brachte ein widerliches Lächeln um
seinen Mmrd.
Am Abend ging sie zu Fräulein Affry
hinunter, um Thee mit ihr zu trinken,
und da stand er wieder am Fuß der
Treppe, geschniegelt und cebügelt und
hochelegant angezogen. Mercy schritt
an ihm vorbei, als gerade Val die Stu
benthür öffaete. Er hatte bessere Augen
als Tante Affry ; er bemerkte des Sig
nors Gesichtsausdrrtck, und die Eifersucht
wurde in seinem Herzen rege.
Hat der Kerl Dich angesprochen,
Mercy, fragte er.
New, antwortete sie.
Bestimmt nicht?
Ganz bestimmt nicht.
Unverschämter Lump! Er sah aus, als
wolle er Dich mit den Augen verschlingen.
Bei Gott! Ich fürchte. Du hast da eine
Eroberung gemacht.
Laß! entgegnete Mercy in einem
Tone, der ihn alsbald verstumme
machte. Doch vergaß er es darum nicht.
und die schlimme Zukunft gab ihm noch
oft Veranlassung, daran zu denken.
Der nächste Tag brach an. Moll Dill
$atte Mercy's geringe Baarschaft mit sich
genommen und war die ganze Nacht aus
geblieben. In welchem Winkel daö Mäd
chen auch ihre wenigen ' Sparpfennige
verbergen mochte die unverbesserliche
Mutter fand sie und erklärte sie dann als
gute Prise. Entmuthigt und traurig
stand Mercy auf. Moll befand sich in
irgend einer ihrer Trink-Speluttke, und
ibre Tochter besaß keinen Penny. um sich
emFrühstück zu verschaffen. Indessen
erörrnete die Hilfsgesellschaft ihr Lokal
um neun Uhr, und fie hatte fertige Arbeit
für diefe, die sie nun hinbringen konnte.
Während sie das Bündel packte, vernahm
fie Schritte auf der Treppe. Sie lief
nach der Thüre sa, c5 war Moll, die
langsam heraufkam, von einem Manne
unterstützt, der kein anderer war als
Signor Discordo!
Ick fand sie gegen die Hausthür ge
lehnt, Fräulein Drll, sagte er. Aengfti
gen Sie sick nickt ick wünschte nur Jh
nen zu dienen und half ihr herein. Sie
wird sick bald wohler fühlen.
Kein Wort kam über Mercy's bleiche
Lippen. Sie versuchte, ihre verworfene
Mutter in das Zimmer zu geleiten, doch
diese wendete sich noch einmal an den
Signor.
Ich bin Ihnen sehr verbunden, mein
Herr, stotterte fie, ich bin einmal eine
Dame gewesen und weiß auch was Hof
lichkeit ift. Nicht jeder Gentleman würde
einem betrunkenen Geschöpf wie ich bin,
betstehen
Mutter ! siel ihr Mercy in namenlo
fer Verwirrung in's Wort, komm
bitte, komm!
Signor Discordo ließ ein Stück Pa
pier in Moll Dill's Hand gleiten es
war eine Banknote drehte sich um und
ging auf seine eigene Zimmerthür zu.
Schnell wie der Blitz griff Mercy nach
dem Gelde, sprang ihm nach und warf es
mit funkelnden Augen und bleichen,
stummen Lippen ihm in das lächelnde,
bösartige Gesicht. Einen Augenblick
darauf war sie sammt ihrer Mutter in ihr
Zimmer verschwunden. ,
Ah? sprach der Signor, den zurückze
wiesenen Schein aufhebend zu sich, sie hat
Rasse ich liebe das ! Je mehr ich sie
kennen lerne, desto mehr fühle ich für sie.
Sie mag toben wüthen aber mein
ist sie doch!
Die Thurmuhren schlugen neun, als
Mercy mit ihrer Näharbeit die Treppe
hinunterstieg und dem Bureau der Hilss
gefellschaft zueilte. Sie hatte grade die
Stelle erreicht, wo Val sie bei ihrer ersten
Begegnung mit Discordo vom Ueber
fahrenwerdeu rettete, als eine schmeicheln
de Stimme ihren Namen rief. Mercy
wandte sich um und erblickte dicht hinter
sich das dunkle Gesicht des allgegenwärti
gen Discordo.
Fräulein Mercy! begann er mit einer
entschuldigenden Geste. Ick 'abe Ihnen
etwas zu sagen lassen Sie mick reden
und ick werde gehn und Sie nickt weiter
inkommodiren. Warum behandeln Sie
mick so sleckt? Warum verdammen Sie
mick, weil ick Sie liebe? Sein Sie eine
Minute gütig und hören Sie mick an.
Ick bin Ihr Sklave ick werde vor
Ihnen niederknieen, um es zu beweisen.
Doch Mercy wünschte keinen solchen
Beweis feiner Ergebenheit. Sie sah ihn
mit Blicken finsterer Entrüstung an.
Sie haben mir nichts zu sagen, Herr,
was ich hören kann oder mag. Ich werde
weder mit Ihnen sprechen, noch Sie an
hören. Er zuckte mit den Achseln.
'L ie wollen nicht ? Dann muß ick Ihnen
hier auf der offenen Straße eine Szene
machen, und das wird für Sie und Ihren
Ruf nickt gut sein. Ah ! Sie werden
blaß. J?t es denn etwas so BöseS, wenn
ein Mann Ihnen sagt, da c? Sie liebe?
Nein, daS ist nickt das Wort ick ver
göttere Sie! Hören iic: Ick bcgcne
Ihnen eines Tages durck Zusall id
folge Ihnen, weit ick nickt anders kann.
Sie sind böse aus mick und glauben, ick
will Sie beleidigen behüte der Him
mel! Nein! Ick sage zu mir: Sie ist daS
liebenswürdigste Mödken auf der Welt
ick muß sterben, wenn ick sie nickt finden
und um Verzeihung bitten kann. Ick
suke emsig, Fräulein Mercy. Mein gnter
Stern führt mick in Ihr Haus. Ick höre
Ihren frommen Gesang und meine Seele
ist glücktick. Pst! Hören Sie mick zu
Ende und halten Sie sick ganz still, sonst
werden die Leute auf uns aufmerksam.
Ick liebe Sie! Sie 'aben viel Kummer,
Zck liebe Sie ! Sie 'haben viel Kummer,
ick will Sie davon erlösen. Ick will
Ihnen schöne Kleider geben und reicken
Schmuck. Ick bin nickt arm, wenn auck
nur tin Musiklehrer. Still! Ick weiß
was Sie sagen wollen: Sieaben einen
Bräutigam den mit dem rothen 'ear.
Sie dürfen sick nickt an ihn wegwerfen.
Sie sin) schön wie eine Königin und er
ist ein häßlicher Tölpel und arm wie eine
Kirkenmaus. Bah ! Er kann nicht lieben,
wie ick liebe, ick, der Sohn des Südens.
Ick weiß, daß sie tugendhaft sind, und
auck meine Liebe ist rnn. Sie fallen
meine Frau werden ; ick nehme Sie mit
mir naß Italien. Ick lebe nur um Ihre
Liebe zu gewinnen und das muß ick, eS
koste was es wolle !
Er hielt diese Rede mit gedämpfter
Stimme, aber mit einem lauernden Blick
in seinen Augen, der Mercy solche Be
siürzung einflößte, wie sie dieselbe in
ihrem ganzen traurigen Leben noch nicht
gefühlt hatte. Doch ihr Abscheu vor die
sem unheimlichen Fremdling war stärker
als ihre Furcht.
Herr ! erwiderte sie, sich zunr Sprechen
gezwungen sehend. Alles was Sie gesagt
haben, ist empörend für mich. Wenn
Sie weiterreden wenn Sie mich wei
ter verfolgen, jo werde ich um Hilfe
rufen.
Ah! flüsterte er, wie grausam Sie
sind! Hassen Sie mick denn?
Ich verabscheue Sie!
Er that einen leisen Pfiff.
Das ist ßrecklich und thut meinem
'erzen sehr weh Z Sie lieben den Rothkopf
aber hören Sie : Ick habe eine Ah
nunz, daß Sie ihn nie heirathen werden
niemals ! Wer kommt denn da? Ick
gehe, schöne Mercy, aber ick bleibe ewig
Ihr Sklave. Adieu!
'ie hohe, breitschultrige Gesiaalt Va
Icntin Black's tauchte plötzlich an einer
Ecke dicht vor idnen auf und blieb betrof
fen stehen. Konnte er seinen Augen
trauen? Mercy in Begleitung dieses
Mannes ! Er starrte von einem zum An
dern und seine soautmuthigen Züge ver
finsterten sich. Was Discordo betrifft,
so grüßte er mit eleganter Höflichkeit und
verschwand augenblicklich in einem Sei
tengäßchen. Val faßte Mercy beinahe
unsanft am Arme.
Um's Himmels willen, wie kommst Du
zu dem Menschen? fragte er in zornigem,
mißtrauischem Tone.
Ich kann nichts dafür, sprach Mercy
bebend, denn sie fühlte daß der Schein
gegen sie war. Er holte mich ein und
zwang mich, ihn anzuhören, Val!
Was anzuhören? stieß Valentin heftig
heraus.
Seine feine entsetzlichen Liebeser
klärungen ! Er will, daß ich ihn heirathe,
Val.
Den Teufel auch ! Nun, eZ nimmt mich
gar nicht Wunder. Gieb mir Deinen
Arm, ich gehe selbft mit Dir zur HilfZge
sellschaft. Er war eifersüchtig und verstimmt ;
Mercy traten die Thränen in die Augen.
Aber Du hast gewiß Geschäftsgänge,
nicht wahr?
. Ja doch, aber das ift jetzt Ltebevsache.
Du sollst nicht mehr allein aus der Straße
gehen. Wenn Tante Affry Dlch nicht
begleiten? kann, so muß und werde ich es
thun. Wehe dem verwünschten Italiener,
wenn ich noch einmal sehe, daß er Dir
seine Gesellschaft aufdrängt!
. Val, ich hasse ihn!
DaS freut mich zu hören. ;
" Sie würde ihm noch mehr gefagt ha
ben, allein sein mürrisches Wesen machte
sie verstummen. So wurde kein Wort
weiter gewechselt, und schweigend tzingen
fie nebenemattder biZ zum Hauze'ver
Hilfsgesellschaft.
; 10 Kapitel.
1 DerBaron. . '
Im Morgenfonnenschein schleuderte
Eric Sare, ruhig seine duftende Havanna
rauchend und das Gewühl der Badende
mit kritischen Augen betrachtend, am
Strande von Newport entlang.
. Weit ab von all diesen lachenden,
tauchenden, triefenden Gestalten erblickte
er er hatte sie sofort wiedererkannt
jenes liebreizende kleine Mädchen, welches
nach Newport gekommen war, um Fräu
lein Vane zu besuchen. Ein veilchenblaues
Band hielt den Hut an dem blonden
Köpfchen fest, ihre runde Arme erinner
ten ihn an ein Marmorbild.
Waghalsiges kleines Ding k Es märe
viel gescheidter, wenn sie sich am Thau
festhielte und eben, als dieser kluge
Gedanke durh seinen Kopf ging, sah
Herr San dte weißen Arnte und das
veilchenfarbene Band verschwinden sah
Leute dem Badeplatze zurennen hörte
einen Schreckensruf hörte Fräulein
Vane schreien:
Sie ertrinkt! Um GotteSwillen rettet
sie!
Eric Saxe warf den Rock ab, stürzte
sich in die Brandung und schwamm so
schnell er konnte aus das ertrinkende
Mädchen zu. Er erreichte die Stelle, wo
sie verschwunden war, tauchte unter, er
faßte eine kleine Hand, eine starke Flechte
Haares und brachte Beta wieder an's
Tageslicht.
Ihre Augen waren geschlossen; ihr
farbloses Gesicht glich dem einer Todten.
Er wendete sich mit feiner Bürde dem
Strade zu dem Strande, wo große
Aufregung herrschte und hundert Arme
sich ausstreckten, sie zu empfangen. Fräu
lein Vene kam ihm schluchzend entgegen.
Eric! Wie kann ich Ihnen jemals
danken?
Wo ist Ihr Riechsalz! gab Herr Sare
statt aller Antwort zurück. Seien Sie
unbesorgt, sie ift gerettet. Hier kommt
Doktor Leander; es wird das Beste sein,
roenn ich sie seiner Obhut überlasse. Und
damit verschwand er im Gedränge.
Als Beta wieder zur Besinnung kam,
befand sie sich auf ihrem Zimmer, umge
ben von Fräulein Vane und deren Dienst,
boten.
Gelobt sei Gott, Sie leben! rief diese
mit Inbrunst. Ich habe einen furcht
baren Schreck bekommen sehen Sie
nur, ie ich zittere. O, Beatrice, wenn
Sie ertrunken wären Ihr Onkel würde
mir im Leben nie verziehen haben.
Beta, die sich sehr matt fühlte, konnte
nur mit leiser Stimme fragen :
Waren Sie eS, die mich rettete?
Ich ? Du gütiger Himmel ! Ich kann
ja nicht schwimmen. Nein, ein Herr
kam Ihnen - zu Hilfe für ihn war eS
natürlich eine Kleinigkeit und bedürfte
nur geringer Anstrengung mein Freund,
Herr Sare war's
Beta entgegnete kein Wort, aber daS
Blut schoß für einen Moment in ihr
bleiches Gesicht.
Sie müssen jetzt ganz artig und ruhig
ftin, um ihre Bewegenheit zu sühnen,
fuhr Fraulein Vane sich von ihrem Stuhl
neben Beta's Lager erhebend fort. Auf
Wiedersehn ich überlasse Sie der Pflege
meiner Kammerfrau, denn ich erwarte
Besuch. Marie wird Alles für Sie
thun. Damit verabschiedete sie sich und
überließ Beta ihren eigenen Gedanken.
Die nächsten vierundzwanzig Stunden
blieb sie auf ihrem Zimmer. Marie
brachte ihre Mahlzeiten dorthin, sowie
Bücher und Blumen zur Unterhaltung,
und die Mittheilung, daß Eric are
zweimal dagewesen sei und sich nach ihrem
Befinden erkundigt habe. Wie fühlte
sich Beta dem jungen Maler zu Dank
verpflichtet. Sie war romantischer Na
tur, fie zählte siebzehn Jahre, und er
hatte ihr da? Leben gerettet. Es glich
so sehr den Begebenheiten in den Roma
nea, die sie heimlich zu lesen pflegte, als
sie noch bei Madame Manners in die
Schule ging. Beta, Dir drohen Gefahr
ren ! In ihre weiße Morgenrobe gehüllt
saß sie im Lehnstuhl an dem blumenum
kränzten Fenster, blickte den ganzen Tag
hinaus auf das Meer und dachte an ein
dunkles Raphael-Antlitz und an die poe
tische, traurige Vergangenheit des Man
nes, der eS trug. Hätte ihr Vormund
ihre Gedanken errathen können, er würde
fie von Newport weggeführt haben, noch
ehe die Sonne unterging.
Am nächsten Morgen starrd Beta ge
fund und heiter auf. Sie ging mit Frau
lein Vane Einkäufe machen, flankte durch
Truro-Park und kehrte, hungrig wie ein
junger Bär, nach Haufe zurück.
Nach dem Mahle sagte ihre Gast,
freundin :
Heute will Eric Sare mein Porträt
zu malen anfangen. Die Kutsche wird
sogleich an der Thür sein, denn dies ift
die Stunde, welch: ich zur ersten Sitzung
bestimmt habe. Wenn eS Ihnen recht
ift, Beta, so können Sie mit mir in sein
Atelier kommen und ihm für den Ihnen
erwiesenen Dienst danken.
Es war Beta recht. Mit hochklopfen
dem Herzen machte sie sich zur Ausfahrt
fertig. Sie sah sehr lieb und süß aus,
als sie in Fräulein Vane's Equipage
saß, und für die Erbin einer Million
war sie doch sehr einfach gekleidet. Aber
sie benöthigte des Putzes nicht. Sie
besaß ihre Jugend, ihre Gesundheit, den
reinen hellen Teint und Augen wie
Enzianblüthen.
sFoetsetzung folgt.
Aus Kalo. u.
Zwei Studenten kommen eines Abends
aus einer Kneipe heraus, und der Eine
macht den Vorschlag, noch in ein Wiener
Cafe zu gehen.
Leider kann ich heute nicht mitgehen,
erwidert der andere, denn mein Alter
kommt um 11 Uhr auS einer Gesellschaft
nach Haufe und würde eS gewiß übel
vermerken wenn ich nicht vor ihm nach
Hause komme.
Unsinn! entgegnete de? juristische
College, Du btfl ja naturgemäß und ge
setzlich berechtigt, nach Dernem Vater zu
Hause zu kommen, denn Du bist ja setn
Nachkomme.
Boshaft.
A. : Da ist der ehrmalige Gerichts
Vollzieher, mein Geoattcrman, gestorben
und hat nicht einmal so viel hinterlassen,
daß man ihn begraben kann ; wollten Sie
nicht 20 Mark zu seiner Beerdigung bei
steuern? B: Hier haben Sie vierzig Mark;
lassen Sie gleich zwei begraben.
Boshaft.
fEin Maler bringt einem Händler sein
Bild, der ihm dafürdrei Mark bietet.
Wag, drei Mark? sagt der Maler,
Sie haben mir die Leinwand ja um sechs
Mark verkauft?
. Jawohl, entgegnete der Händler, aber
da war noch nichts d'rauf.
(i&lwti 7r.
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Rheumatismus.
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Reibe im Gesicht,
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Frostbeule,
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Gicht, Gicht,
Gicht, Gicht,
Gicht, Gicht,
Gicht, Gicht,
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Herenschuk,
Herenschuk,
Herenschuft,
, IV Herenschxk,
Hüftenleiden,
Hüfteuleide,
Hüftenleide,
Hüstenteide,
Hüftenleide,
y
Brandwunden,
Verstauchungen,
Vttftauchungen,
Verstauchungen,
Verstauchungen,
Steife Hatt,
teifenHals,
Steife Hau,
Quetschungen,
Quetschungen,
Quetschungen,
rühunge,
Srühnnge,
Srühunge,
Vrühungen,
Vrühnngen,
Irische Wunden,
Frische Wunde,
Frische Wunde,
Frische Wunde,
echnUtwunden,
Schnittwunden,
Schnittwunde,
Schnittwunden,
Schnittwunde,
Zahnschmerzen,
Seschwallene Srüste,
Geschwollene VrÄste,
Geschwollene Srüste,
Geschwollene Srüste,
opsweh, opsweh,
Kopfweh, Kopswed,
opfwey, Kopswey,
ttopfweh, KopsweY,
KSerensch merzen.
RStkenschmerzen,
Siüikenschmerze,
RSikenschmexze, v
Slückenschmerze,
ufgespruugene Hände,
usgesprungene Hände,
ufgesprungene HSnde,
Geieukschmerzen,
velenkschmerze.
Gelenkschmerze,
Selenkschmerze,
Ohrenweh,
Lhrenweh,
Ohrenweh,
Ohrenweh,
Ohrenweh,
nd all Schmerze, welche in äußer
lich eS Mittel benöthigen.
Unsitte, ntt Schmerz rrtsaton, kome
Hm nnb ia ttfc Fitt et aict M ist
sah Pflicht eine Zed, pt tm Sitl i fen
0nk hb, xlchfi lcht Ski (fti ein
rung ktx EchNH bringt, foi mtlit
an ka TUM in k j Zeit heilt. Hc kleirt
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St. Jalioös Hel.
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ArkrachSniw, tu buitsch, glllch,
Tonji?.ifr, fpatfd)fT, schiktsch, l)ll!vi
Arr, kasiifT. tb!n:ilchkr, rtu, teutsch amk
ilaltrntdjT Sxrachk bt'arttbtu.
Eine F'.asch St. Za'ei Orl saftet 60 Unti,
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