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Hermanner Volksblatt. [volume] (Hermann, Mo.) 1875-1928, July 13, 1883, Image 2

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llAlfAltlrf I
ikrmattncr iiOUtÖUlstll.
-.. i , , . ' ;
Gedrüver Gras, Herausgeber.
t
Der Trade Dollar.
0 .'',
U Der Berichterstatter eines New Yorker
Nltt, hatte dieser Taae mit dem
Hülfsbundesschatzmcister Acton eine lln
terredung über die gegen die Annahme
der Tradedollars ins Leben getretene
Bewegung.- 'Auf die Frage, ob die Re
. gierung die Tradedollars einlösen werde,
erwiderte Herr Acton : Der Tradedollar
ist kein Geld, er wurde nicht als Geld
geprägt und ist als solches weder legali
sirt uoch anerkannt morden. Die Regie
rung hat niemals einen Tradedol'ar ein
gelöst und kann es nicht thun.- Was
soll ich denn mit dem einen machen, mel
chen ich gerade besitze ? unterbreitete der
Azrichterstatter. .Geben Sie ihn an
Jemand, der weniger von solchen Din
gen. versteht, als Sie." .Muß er also
.mrner n Cirkulation bleiben?" .Er
kann in der Assau-Ofsice deponirt wer
'den wird dann eingeschmol,en und der
Einlieferer erhält das Rohsilber." .Ha
den nicht die Tradedollars mehr Wenh,
lS die anderen, welche Sie einlösen?"
.An und sur sich ja, aber nicht gesetzlich.
Der Tradedollar hat keinen gesetzlichen
Werth.. Er ist, wie ich bereits gesagt
haiijt kein Geld und war niemals dazu
bestimmt, in den Vereinigten Stazten
in circuliren." ..Er ist also nur als
ein Souvenir geprägt?" Ja, soweit I
fci,TfS Land in Betracht kommt. Seine
(ststehungsurfache war die folgende.
Wir Hatten Gelegenheit, über Silber im
Werthe von :,000,000 zu disponiren,
indem wir dieses Geld für China präg
ten. . Es handelte sich dabei um
eine'' reine Geschäftstransaction."
.Schickten die Amerikaner ln yina die j
Tradedollars zurück?" .Nicht gerade ;
daZ, -aber man wunicyie im vuonruin
einen Silberdollar und da wurden dann
die Tradedollars theilweise dazu benutzt,
diese Stelle einzunehmen." .Wie viel
Tradedollars circuliren jetzt hier?" .Ich
denke, etwa Millionen. Der Congreß
sollte den Tradedollar legalisiren und
einlösen und dann das Silber umprä
gen.?' Der Berichterstatter benutzte die
Gelegenheit dazu, auch etwas über die
legalen Dollars zu erfahren, und er
fragte daher, wie viele davon augcnblick
lch im Unterschatzamte vorräthig seien,
."lieber :!.'! Millionen", lautete die Ant
wart. .Weshalb so viele?" Weil das
Volk sie nicht haben will. Man liebt
diese Art von Geld nicht. Der Congreß
saat. ledcs totutf it ein Dollar, aver vag
. . , rr? . t . i 4. : -
ist nicht der Fall, jedes Stück hat nur die
Prägung : ein Dollar. Eine Regierung
erkennt man an ihren Finanzen und mit
Bezug auf die Silberdollars hat der
Congreß einen traurigen Mißgriff ge
macht." Den wie vielten Theil sämmt
licher Eilbetdollars haben Sie?" .Ein
Drittel." .Wie viel Geld bcsindct sich
augenblicklich im lliiterschatzamte ?" .L'io
Millionen Dollars."
Es mag sein, daß der t?ongreß, als er
die Prägung der sogenannten Trade
Dollars zugab, nicht daran gedacht hat,
daß damit von Seiten unternehmender
Leute ein schmutziges Geschäft gemacht
werden könnte, obwohl es keineswegs
unbekannt war, welches Schicksal eine
Münze haben muß, die einen blos nomi
nellcn Werth besitzt und von den ösfent
lichcn Kasten nicht eingelöst wird.
Was jetzt mit den Trade-DollarS hier
geschieht, trug sich vor längerer Zeit mit
den österreichischen Gulden in Deutsch
land zu, welche zu vielen Millionen da
selbst im Verkehr waren, während man
in Oesterreich selbst sie nur in den
Schaufenstern der Bankiers liegen sehen
konnte.
Das schmutzige Geschäft, welches mit
derartiger Münze getrielxn wird, besteht
darin, daß man, wenn sie längere Zeit
als vollgültig im Verkehr gewesen sind,
künstlich eine Art Panik erzeugt, so daß
Jeder dieselbe um jeden Preis los zu
werden sucht, dann wird sie zu billigem
Preis angekauft und nach und nach zu
einem höhere wieder in den Verkehr ge
bracht. Die Gewinner bei diesem Spiel sind
die Aufkäufer, die Verlierer der kleine
Maun, der Arbeiter und der Farmer,
der mit seiner Wissenschaft über die Ver
hältnissc immer um einige Wochen später
den Gaunern zurück ist.
Nun brauchen wir im Geschaftsver
kehr gar keine Trade-DollarS, da andc
reS vollivnlhigcS leld genügend vor
handen ist, wenn sie nichts destowcniger
da sind, so hat daS folgende Bewandniß :
(Geldwechsler vcrkanfen diesen Dollar in
gewöhnlichen Zeiten zn 00 bis !'.'j Cts.
an Fabrikanten oder deren Geschäfts
führn', welche ihre Arbeiter damit aus
zahlen ; da cS genug Fabrikanten giebt,
deren wöchentliche Lohuzahlung .'J00
bis M)0') beträgt, so verdient der
.smarte" Fabrikant oder dessen Ka'sirer
25 30 Dollars. Aber dieses Gauner
stückchen schadet den Arbeitern außer der
Nolli. ihr' Geld" loS zu werden, an
jedem Dollar 5 15 Cents, denn manche
Krämer nehmen den Trade Dollar zu
!". andere zu iH, oder auch nur zu
Cents. Der arme Arbeiter muß also
r,15 CentS verlieren, damit der reiche
gewissenlose Fabrikant y2 1 Cent ver
dient. CS ist leicht gesagt, man braucht
das Geld ja nicht zu nehmen, die Banken
nelimen rS auch nickt. Der arme Mann
ist kein unabbängigcr Bankier und ist
aenötliiat. iracnd etwas ru nehmen, um
sich und seine Familie ernähren zu kön
nen. Wer am Ertrinken ist, greift nach
einem Strohhalm; wer Geld braucht,
nimmt irarnd 'was. daS wie Geld aus-
siebt, an, unterivcrlhigeS Geld ist immer
bester, wie gar keins.
Wenn nach allcdem Jeder vorsichtig zu
sein hat, daß er keinen Trade-Dollar an
nimmt, so wird dadurch das Uebel doch
nicht gehoben. Cine Trade-Dollar-Panik
haben wir schon vor längerer Zeit ge
habt, sie sind aber deshalb doch wieder
in den Verkehr gekommen.
Gründliche Hilfe besteht nur darin,
daß der Congreß feinen srüheren Fehler
gut macht und diese Münze zum vollen
Werth von den öffentlichen Cassrn an
nehmen und dann umprägen läßt.
Die Stadt dcrköniglichcnttaufleute
in Amerika.
Cicogna nennt in seiner Geschichte der
Dogen Venedig die Stadt der königlichen
Kaufleute; nicht weil meist aus den er
stcn Kaufmanns-Fainilien die Dogen er
wählt wurden, auch nicht wegen des fürst
lichen Reichthums dieser Patrizicr-Ge-schlechter,
sondern wegen des Gemein
sinncs seiner ersten Bürger, von denen
jeder bestrebt war. die Vaterstadt um
eine Zierde oder Sehenswürdigkeit zu
bereichern, so daß die Stadt heute noch,
nachdem sie seit hundert Jahren aufge
hört hat, einen Freistaat zu vertreten und
eine politische Stellung einzunehmen, ein
örmlichcS Schmuckkästchen bittet, ein
Mekka für die Schaulustigen und Kunst
verständigen aller Länder, für Alter
thumsforscher, Architekten, Künstler und
Bildhauer ; und noch Jahrhunderte lang
wird Venedig von dem Geuteinsinn s.'iner
großen Bürger, seiner Dandolos, Fos
cari, Gradenios, Moccenigos, Ctrnaros,
Stenos u. s. . zehren können. .
Auch in Amerika sind Bürger von Ge
mejnsinn keine Seltenheit ; Philadelphia
ist stolz auf seinen Girard, New York
feiert die Namen Coopcr, Astor und
Lennor, Cincinnati verdankt den Herren
Springer, West und ProbaSco viel, St. j
Louis darf mit Genugthuung die Namen ,
Mullanphn, Wayman, rowunv yaro
nennen, iüaijiiiijiiH yui (einen wunviu
und San Francisco seinen James Lick.
Doch Baltimore ist im Stande, alle an-
o, v.. ... f .
deren amerikanischen Städte in den
Schatten zu stellen, es ist von einerAnzahl
seiner Mitbürger so reich und glänzend
bedacht worden, daß man es in gleichem
Sinne wie Cicogna Venedig, die Stadt
der königlichen Kaufleute, das heißt der
Handelsfürsten von Gemeinsinn nennen
kann. Enoch Pratt, der dieser Tage der
Stadt eine Sssentliche Bibliothek zum
Werthe von einer Million gestiftet hat,
ist der sechste Millionspender jener Stadt,
die, welche geringere Stiftungen mach
ten, gar nicht zu erwähnen.
Der erste große Kaufmann, welcher im
Geiste venezianifcher Patrizier die Stadt
Baltimore bedachte, war Wm. P a t t e r
s o n, der amerikanische Schwiegervater des
.Königs Lustik" von Westphalen. Pat
terson kam um die Zeit des Versailler
Friedensschlusses (1783) von Westindien
nach Baltimore, begründete dort ein gro
ßes Importgeschäft und war bei allen Bc
wegungen, den Handel der jungen Stadt
zu fördern, immer einer der Ersten ; so
gehörte er z. B. zu den Urhebern der
.Baltimore Ohio Bahn". Als er gegen
Ende der zwanziger Jahre starb, ver
machte er der Stadt den heutigen Pat-
terson-Park und ein Kapital von nayezu
. 000.000. Er verfüate. daß in dem
Pk ein Tempel der Freiheit errichtet
werde und daß in demselben allMruch
ein Wettkampf der Redner und Dichter
zum Preise der Freiheit stattfinden solle.
Diese Wettkämpfe haben nie stattgefun
den, den der Tempel der Freiheit ist nie
errichtet worden, indem die Hunderttau-
sende bei bel dem großen Bankrracy ,n
den dreißiger
Daß der alte
Jahren flöten gingen.
Herr Patterson etwas
cra:iky" war, schadet nichts; so waren
sie fast alle etwas von einem .Crank"
diese Baltimore? Philanthropen.
Da war John McDonogh, der
Ende des vorigen Jahrhunderts als jun
ger Spekulant nach New Orleans ging ;
er wird von Vincent Nolte, der ihn kannte,
als Erank in Lebensgröße und als zwei
ter Harpagon geschildert. In seinem
Testamente fanden sich zwei unerwartete
Vermächtnisse. Er hatte einmal die No
velle eines obscuren französischen Schrift
stellers gelesen, der ein gewisses Leiden
mit Sachverständniß behandelte und
schilderte, demselben waren mehrere Tau
send Dollars ausgesetzt. Der amerika
nische Konsul in Paris hatte große Noth,
den armen Teufel ausfindig zu machen
und traf ihn endlich in einem Dachslüb
chen am laigsamen Verhungern. Das
zweite Vermächtniß galt feinerVatcrstadt
Baltimore ; dasselbe umfaßte etwa drei
Viertel Millionen baar und mehrere tau
send Acker werthvollen Landes bei New
Orleans, davon sollte eine Handwerker
schule errichtet werden und die Schüler
..sollen täglich in der Bibel lesen und
! jährlich einmal sein Grab besuchen,"
welches sich in Baltimore besindet. Man
sieht hier, auch ein .Crank".
Was George Pcabodn für Bal
. timore, wo er den Grund zu seinem Ver
mögen legte, gethan hat, ist weltbekannt.
Er hat der Stadt eine Bibliothek gestif
tet; die heute zu den berühmtesten Bü
' chcrsammlungen des Landes gehört; mit
, derselben ist eine Bildcrgallerie und
I Skulpturengallerie verbunden, sodann
hat er ein Conservatorium dotirt, welches
jährlich eine Reihe von klassischen Con
zcrten zu nominellen Preisen giebt. Die
Dotation des Pcabodn-Jnstituts beträgt
ungefähr Hl. 500.000.
j Als im Oktober 18G5 George Pca
body sein Institut persönlich einweihte,
brachte der American" am folgenden
Tage, während alle Welt über Pcabodn
des Lobes voll war, weil er aus Freude
über die Anstalt derselben noch eine halbe
Million geschenkt hatte, die Notiz, daß
ein anderer reicher Baltimorer den Herrn
Pcabodn all 10 pieces" bieten" werde.
Eiue Nachmittagszeitung berichtete
wahrscheinlich, um einen schlechten Witz
zu machen Johns H o p k i n s habe
i beschlossen, ,,sünf Millionen Dollars"
für ein Negerwaisenhaus auszusetzen.
Alle Welt lachte, denn Johns HopkinS
I war als sehr dose" bekannt und das
Negerwaisenhans erfuhr sonderbare
Deutungen. Aber ehe ein Jahr verging,
schien aus dem Spaß Ernst zu werden,
Hopkins ließ mehrfach verlauten, daß er
eine Universität und eltt, Hospital doliren
werde. Doch bei dem Versprechen blieb
es. Der neun- oder zehnfache Millionär
blieb derselbe geizige, persönlich einfache
Mann, und ats ihm im Jahre
1070 die chnftflellerm Frau Ka
thinka Sutro - Schücking besuchte, um
einen Beitraa für die Verwundeten des
deutsch-französischen Krieges zu erbitten.
wobei sie wenigstens auf I00 gerechnet
hatte, aber zuletzt gerne l0 genommen
hatte, tagte uir ver alte (AelzyalS. er
müste jeden Cent, den er habe, für feine
beabsichtigten großen Stiftungen anf-
sparen. Die Dame ging entrüstet und
dachte jedenfalls in ihrem Herzen: Was
Der einmal stiftet, wird in einer Nadel-
büchse Platz finden." Doch so ein Balti-
morer .Erank" ist unberechenbar. Als
er im Herbst 1S7'2 starb, und sein Testa
ment eröffnet wurde, waien sechs Millio
nen Dollars für eine Universität und ein
Hospital ansgesetzt, und selbst die Neger
waisen hatte seine väterliche Fürsorge
nicht vergessen, sie erhielten außerdem
eine Viertel- oder Drittel-Million. Die
John Hopkins-Universität, obwohl erst
7 Jahre alt, gehört heute zu den ersten
Hochschulen des Laubes, und das Hospl
tat, wenn vollendet, wird das grou-
artigste der Welt sein.
Ein anderer größer Wohlthäter der
Stadt ist I o h n W i l s o n, der nahezu
eine Million für Erzlehunas- und Wohl-
thätigkeitszwecke ausgesetzt hat ; über die
Einzelnheiten seines Vermächinistes sind
wir jedoch zusaiug nicht genau unter
richtet.
Enoch Pratt, der Präsident einer
großen Bank und der Chef eines Hand
lungshauses, hat jetzt der Bevölkerung
eine Bibliothek gestiftet, in der man be
sonders der UnterhaltungSliteratur Rech-
nung trägt und welche den Lesern Bücher
in das Haus liefert. 'it Peavodn
Bibliothek hat nur klassische und gelehrte
Werke und kann nur zum Nachschlagen,
oder zum Studium an Ort und Stelle
dienen, Bücher werden nicht ausgelichen.
Man muß nicht glauben-, daß diese
Baltimorer Philanthropen zu den sog.
Prominenten gezählt hätten ; sie waren
oder sind meist einsache Bürger, denen
man ihren Reichthum nicht ansieht und
die sich von der Oeffentlichkeit meist fern
hielten. Mit dem halben Dutzend wird
die Zahl jedenfalls noch nicht abschließen,
eS leben wenigstens noch zwei Dutzend
Manner in vorgerückten Jahren dort, die
sich in ähnlicher Weise, wie die sechs Ge
nannten ein dauerndes Andenken bei
ihren Mitbürgern sichern werden.
(Westl. Post.)
Besll,eidenhelt aus Dankbarkeit.
Bescheidenheit ziert den wahren Hel-
den. Das sieht man auch an General
Crook. Wie schlicht und bescheiden war
sein amtlicher Bericht über seinen meister
haften Feldzug gegen die Apaches in der
Sierra Madre I Mit dieser Bescheiden-
heit paart sich bei ihm die große Neidlo-
slgiclt gegen seine ulutarbeuer. Obgleich
er den ganzen Feldnig geplant und unter
nommen hat, beansprucht er doch für sich
gar kein Lob, sondern alles Verdienst,
für den von ihm so geschickt und kühn',
vorbereiteten Schlag sprich er Anderen '
zu. ..." ' j
Man lese folgenden Tagesbefehl von
Crook, welchen p jetzt auf allen Militär
Posten in dem unter seinem Befehle ste
henden Militär-Departement von Arizona
verlesen laßt:. . '
.Der kommandirende Brigade-General
macht sich ein Vergnügen daraus,
das erfolgreiche Ergebniß des Streiches
anzukündigen, der kürzlich von Haupt
mann Emmet Cramfort vom dritten Rei
terregiment in der Nähe der Quellen der
beiden Flüsse Bavispe und Coralitos in
der Sierra Madre im mexikanischen
Staate Sonora geführt worden ist.!
.Mit fünf Compagnien Apache-Jndia-ner,
die als Kundschafter und Krieger
dienten, Offiziere und Mannschaft zu
Fuß und jeder Rationen für drei Tage
auf dem Rücken tragend, , verließ Haupt
mann Crawford das Häuptkommando.
Nach einem geduldigen und anstrengenden
Marsche durch die schlimmsten Schluchten
und Klüfte der Sierra Madre entdeckte
er am 15. Mai ein Dorf der feindlichen
Chiricahua-Apaches, überfiel und über
raschte es sogleich, zerstörte es ohne allen
Verlust auf unserer Seite, befreite fünf
gefangene mexikanische Frauen und Kin
der und tödtete eine Anzahl Feinde, die
nicht ermittelt wurde, weil das Land dort
so von Schluchten, Schlünden und Ab
gründen durchschnitten ist, daß keine ge
naue Zählung vorgenommen werden
konnte. Keine der Feindesleichen wurde
gefunden. Der ganze Vorrath dieser
Chiricahua-Apaches an Pserden und Vieh
und ihr sonstiges Eigenthum siel in un
sere Hände.
.Die Gefangenen sagten, das Dorf
sei das des Häuptlings Chato, dessen
Raubzug durch Anzona und Neu-Meriko
im März und April von Blut bezeichnet
wird.
,,Kein Lob ist zu groß für die Tapfer
keit und Ausdauer, welche von Haupt
mann Crawford und feinen Kameraden
bewiesen wurden ; denn unter den größ
ten Strapazen erstiegen sie Berge, dran
gen durch Schluchten und Klüfte, mar
schürten bei Tag und Nacht, ohne genü
gende Nahrung, einem höchst ungünstigen
Clima ausgesetzt, nur aufrechterhalten
durch Pflichtgefühl und durch den Cnt
fchluß, eine Bande von tollen Verbre
chern unschädlich zu machen, welche so
lange Zeit eine Geißel für zwei Nationen
gewesen ist.
,,Der kommandirende General dankt
herzlich dem Hauptmann Crawford für
seinen Muth, seine Fähigkeit und Pflicht
treue und spricht denselben Dank dem
Lieutenant Charles V. Gatwood vom
sechsten und dem Lieutenant James O.
Mackan vom dritten Neiter-Negiment
aus, sowie den nter ihm dienenden Un
terofsizicren und Soldaten Al. Sciber,
Archie McJntosh, Samuel Bowman,
Mickey, Frce und Severiano, welche so
Viel thaten, um die verschiedenen Com
pagnicn der Apaches-Kundfchaster und
Krieger zu organisiren und zu leiten."
?in Australien-müdcr Deutsch
Amerikaner.
Der badische Weltreisende Amandus
Goegg hat in den Vorträgen, mit wel
chen er vor einigen Jahren die Ver.
Staaten bereiste, eine so günstige Schil-.
derung von Australien entworfen, daß
ein ganz verständiger und tüchtiger
deutsch - amerikanischer Arbeiter sich da
durch bestimmen ließ, von den Ver.
Staaten nach Australien auszuwandern.
Er ist aber jetzt nach längerem Ausent
halte von dort nach New Z)ork zurück
gekehrt und schildert seine dortigen Er
fahruiigcn und Beobachtungen ganz
interessant so :
Wer ein Geschäft erlernt hat, welches
einen großen Absatzmarkt erfordert, sollte
von Australien fortbleiben. Dagegen
giebt es andere Handwerker, wie z. B.
Schmiede und Sattler, di: immer im
Innern gesucht werden und auch einen
guten Lohn erhalten. Aber das Leben
in einer solchen kleinen Ansiedelung im
Innern wird wohl nur sehr Wenigen ge
fallen. Wenigstens ist zu rathen, vor
her in einem kleinen Flecken in den Ver.
Staaten sich eine Zeit aufzuhalten, um
einen Begriff von dem Leben unter fol
chen Leuten zu bekommen.
Das Klima in Australien ist fehr ange
nehm für Leute, die gut Hitze ertragen
können. Das Thermometer steht ge
wöhnlich hoher als in den Ver. Staaten,
aber man suhlt die Hitze nicht so, die Luft
ist trockener, und man kleidet sich auch
dem Klima angemessener. In Melbourne
und Sidiicy giebt es kein natürliches
Eis. Jn Neu-Seeland hat man stellen
weise Frost, stark genug, um mehrere
Zoll dickes Eis einheimsen zu können,
aber sonst überall nur künstliches, und
sehr kostspieliges Eis.
Was Nahrungsmittel anbetrifft, so
ist Fleisch bedeutend billiger als hier,
weil eben die Hauptaussuhr - Artikel,
Wolle und Häute, es mit sich bringen,
daß Fleisch im Uebcrfluß vorhanden ist.
Die meisten jungen Leute müssen erst
in den Busch" gehen, nachdem sie im
Hafcnplatz gelandet sind, den nur scl)r
Wenigen gelingt es, jofon nrven in
ihrem Geschäft zu erlangen. Und das
Arbeiten auf dem Lande können die Leute
viel näher haben, wenn sie auf 4 Wochen
zi'. einem Farmer auf Long Island gehen ;
dort ist es noch immer viel angenehmer,
als im australischenBnsch. Hier können
sie doch wenigstens ein Glas Bier bekom-
mcn, aber dort muß man eine halbe
Tagereife machen, um cm Glas schlcch
tes Eolonial-Ale" bekommen zn können.
Thee und immer wieder Thee, Morgens,
Mittags und Abends ; denn selbst das
Wasser ist nur an sehr wenigen Orten
genießbar, da alles rinkwaner n (5l
sterncn allsgesangcnes Ncgellwasser ist.
Holz zum Bearbeiten für Tischler und
Zimmerleute giebt es nur fehr wenig.
Alles gute Bauholz wird importirt. nd
die Packkisten, worin von hier Astralöl
oder von Holland der Genever verschickt
wird, werden dort mit 25 bis 30 Cents
bezahlt, wahrend sie hier Jeder als
Brennholz benützt. Kohlen lind Eisen
wird an mehreren Stellen gefunden und
auch in Massen gewonnen, aber beides
ist nicht von guter Qualität. Die Ge
winnung des Goldes kann nur noch in
gut angclcgtcn Bergwerken geschehen, ist
also in Händen von Corporationen, und
die sind in der ganzen Welt gleich hab
suchtig. Was das gesellschaftliche Leben unter
den Deutschen anbetn ffk. ' so gibt eS in
den größeren Städten überall deutsche
Vereine, aber mir hat es nicht darin ge
fallen. In den meisten Fällen liegen
immer ganz besondere Gründe vor, die
einen Deutschen veranlassen, nach Austra
lien direkt auszuwandern: die Meisten
gehen dorthin, weil es ein bischen weiter
aus dem Wege liegt, .aus leicht begreif
lichen Ursachen". Ich habe mich im
Anfang immer gewundert, wenn ich am
Abend eine Bekanntschaft gemacht hatte
und fragte dann am nächsten Morgen
meinen Hotelwirth: .Wer war denn der
Herr, mit welchem ich gestern Abend
sprach?" Ich bekam dann recht erbau
liche Erklärungen. Natürlich gibt es
auch viele achtbare Deutsche dort, aber
mit denen kommt ein "new ctrura", wie
dort die .Grünen" heißen, nur selten in
Berührung ; sie bleiben sur sich, und nur
nach und nach kann es Einem gelingen,
in ihre Kreise zu gelangen.
Die Sonntage sind ganz nach eng-
lisch em Zuschnitt.
Was den Verdienst anbetrifft, so stellt !
er sich für einen verheirateten Mann so
z'emlich eben so hoch, u in den Ver.
Staaten. Es wird nur ncht Stunden
gearvnrer, , und Vamflag Macymmag ti
frei, doch: wird dieser halbe Tag in der
ibäofye entweder des Morgens, MlttagS
oder Abends eingebracht. Die Leute
wohne alle in kleinen Holzhäusern,
äußerst selten mehrere Partien zusammen.
Der Lebensunterhalt ist billiger als m
New Jork. Für six pence bekommt
man eine eben solche Mechlzeit wie in
New Aork für 30 Cents, und wenn der
Lohn dann auch etwas kleiner ist, so
sind die Ausgaben auch röeniger, schon
in Folge des milderen Klimas. Hat ein
Handwerker eine gute Stelle in Mel-
bourne und ist er ein nück terner Mann,
so kann er sich viel früher ein eigenes
kleines Häuschen erwerben, als in Nero
Fork, weil sie eben billiger sind; das
selbe ist aber in vielen Städten der Ver.
Staaten auch der Fall.
Inländische Nachrichten
Die einziaen Inlandsteilen!, die
jetzt vom Bunde noch erhoben werden,
sind die auf Schnaps, Malzgetränke,
Tabak und Ciga'.ren.
Anständig handelt eine pennsvl-
vanische Eisenbahngesellschaft, .die jetzt
alle die Trade-Dollars, welcher sie in
letzter Zeit an lhre Ang stellten ausge
zahlt hat zum vollen Ner.nwerth wiede'
einlöst.
Die Herabsetzung des Briefportos
tritt erst am I. Oktober in Kraft, von
wo an die Rate für alle Briefe nur noch
2 Cents für jede halbe Unze betragen
wird.
Ein tüchtiger deutscher Schullehrer,
Namens Blübdorn. der bisher an der
.Hochschule" in Lincoln in Nebraska an
gestellt mar, ist vom Schulrathe entlassen
morden, weil er Wirthshäuser besuche.
Wohlgcmerkt, wurde Herrn Blühdorn
nicht vcracworfen. daß ir unmäßiq im
Genusse geistiger Getränke sei. Die That
sache, daß er zuweilen ein anständiges
Wirthsbaus betritt und einen Gnten
trinkt, genügte, um ihn einer Vertrauens-
stellung unwürdig zn machen.
Mit der Prozessirung ihres vielqerei
tten Staats matzmelltcrs machen ne m
Tennessee keine sonderlich großen Fort
schritte. Nach langer, harter Arbeit hatte
man 7 Geschworene zusammen gebracht
und dann machte man die irntdeckung, daß
einer derselben der gutbezahlte und reich
beschenkte Milchlicferant des Angeklagten
ist, worauf derRichter in gerechtem Zorne
alle sieben zum Justiztcmpel hinasiagte
Es sollte uns freuen, wenn bei diesem
Prozesse die Gerechtigkeit triumphiren
würde, es sieht aber bis letzt gar nicht dar-
nach aus.
Der Schulzwang in Zuchthäusern
wird von einem Mitarbeiter in der .North
American Neview" in Vorschlag gebracht
Prinzipiell ist nichts dagegen-cinzuwenden.
allein zweckmäßiger und für den Staat
von unendlich größerem Vortheile wäre
es, wenn der Schulzwang für die Volks
schulen eingeführt würde. Man könnte
dadurch in erster Linie die Bevölkerung
der Zuchthäuser bis zu einem gewissen
Grade verhindern. Der Staat hat nicht
blos dle Ausgabe, sondern die Pflicht,
seine Bürqer zu erziehen. Die Resnl-
täte aber werden vergleichsweise bester
sein, wenn er mit dieser Erziehung in den
Volksschulen, anstatt im Zuchthaus ve-
ginnt.
Aur New Vloic ist es ctuc unge
heure Blamage, daß es nicht im Stande
ist, die $250,000 zusammen zu bringen.
welche zur Erbauung des thurmähnlichen
Viedestales für die Eolossalstatue der
Freiheitsgöttin dienen sollen. Die Ar
beiten für den Bau haben bereits auf
Bedloe's Island den Anfang aenommen ;
es fehlen aber noch $100.000 zu der
Summe und so appellirt denn das sain
meleomite an das Land um Beisteuer zu
der fehlenden Summe. Zn dem Zweck
versendet es eine Broschüre, welche aus
: ihrem ersten Blatt in Golddruck das Bild
der Colosial tatue tragt. Warum der
Stadtrath von New Nork. oder die
Staatsleaislatur das Gelo für den Unter
bau nicht schon längst bewilligt haben, ist
schwer einzugehen.
In Brooklyn ist dieser Tage ein
zehnjähriger Knabe, Sohn des Schuh
Händlers Frederick Kulle, an zu viel
Jce - Crcam und EiSwasscr gestorben.
Er aß Nachmittags, als er in überhitztem
Zustande von der Schule nach Hause
kam, eine große Portion Jcc-Creain und
trank mehrere Gläser Eismasser dazu.
In der Nacht wurde er sehr krank, es
stellte sich Erbrechen ein, und am nach
sten Morgen starb er trotz aller Anstren
gungen des sofort herbeigerufenen Arz
tes. Eine Obduktion der Leiche ergab,
daß der Tod in Folge von Magenent
zündilng, hervorgerufen durch den über
mäßigen Genuß des Jce-Ereams und
Eiswassers, erfolgt ist. Bei der Coro-ncrs-Untcrsuchung
lautete der Wahrspimch
der Geschworenen in dem obigen Sinne.
Den Berichten des Ackerbau-Dc-partements
zufolge betrug der Vieh
bestand in den Ver. Staaten cm 1.
Januar 1883 im Vergleich mit dem
Vorjahr:
1883.
1882.
10,557,553
12,637,911
26,809,20
42,012,090
Pferde..
I0.8.!3,Ill
Milchkühe.
,.13,125,685
Anderes Vieh 28,046,077
Schweine 43,270,086
Schafe 49,237,291
Davon befanden sich :
1883.
Ocstl. v.Miss.l 1,708.935
1883?
Wcstlv.Miss. 16,337,142
46.617.830
1882.
11,757,281
1882.
15,346,197
Der Werth des Viehstandes wird jetzt
auf H2, 169, 465,578 geschätzt.
In den Nord-Chicago Walzwerken
in Süd-Chicago ereignete sich wieder ein
entsetzlicher Unglücksfall. John Her
und John Holengreen, zwei schwedisch,:
Arbeiter, waren am 7. d. M. Nachmit
tags gegen 2 Uhr damit beschäftigt, einen
der großen Dampfkessel in der Ncgelfa -brik
zu reinigen. Sie befanden sich in
dem vorderen Ende des Kessels bei dem
sogenannten .Mannsloch" und brachen
den Kesselstein los, als ein Hahn, wel
cher die Röhre nach einem andern Kessel
abschloß, platzte, wodurch der Dampf
in ven essel einströmte, in welchem die
oelven Scanner eingeicyloisen waren,.
Der Dampf füllte mit solcher Kraft und
Schnelligkeit den Kessel, daß die ungluck--lichen
Männer nicht entrinnen konnten
und buchstäblich gekocht wurden. Wohl
wurde sofort der Dampf von außr ab
gedreht und den Männern Hülfe ge
bracht. Doch es mar zu spät. Here
mar bereits todt und Holengreen starb
nach wenigen Augenblicken. Der Anblick
der Leichen war gräßlich. Das Fleisch
hing in Fetzen herab.
. : Die neue südliche Ueberland-Route
schreibt der .Anz. d. W." wird
demnächst eröffnet werden. Sie ist be
deutend kürzer, als die jetzige auf den
Linien der Atchison- Topcka und Santa
Fe-Bahn undder Southern Pacisic. Auf
der neuen Route legt man die Reife von
St. Louis nach dem Stillen Ocean in
folgender Weise zurück: Die St. Louis
und San Francisco-Bahn bringt den
Reisenden nach der Nordostecke des In-dianer-Territon'ums.
Von dort führt ihn
die Atlantic nnd Pacisic-Bahn in direkt
westlicher Richtung durch das Jndin?r-
rzz -1 v. . 2 v i ; -i. i,rt.i
Vruici uuu vcii iiuiuiiigcM xcu vun
Neu-Meriko und Arizona ; die Bahn er
reicht den Coloradostrom bei de söge-
nannten .Nadeln". )ort tnkst ,c m:t
einer Zweiabahn der Southern Pacisic
zusammen,, welche -durch die 'Mojave
Wüste läuft And bei der Station Mojave
Anschluß an die Hauptlinie hat so .daß
der Umweg Über LoS Angeles vermieden
wird, der avervmas den schönsten Theil
der bisherigen Reise bildete, aber auch
bedeutenden , Zeitverlust bedingte. Aus
der neuen Route wird die Fahrt von St.
Louis nach Saa Francisco wenig mehr
als vier Tags in Anspruch nehmen.
Unter den Farmern in der Umge-
gend von Mlddletown, N. gahrk es
wieder gewaltig wegen - eines - von- der
New Yorker Milchbörse gefaßten Be
schlusses, nach welchem der Preis für
Milch für den Monat Juli auf 2$ Cents
festgesetzt wurde. Der in Folge des
kürzlichen Milchkrieges vereinbarte Preis
beträgt 3 Cents per Quart.- Wenn nun
die Händler auf Bezahlung des von der
Milchbörse festgesetzten Preises beharren
sollten, so wird es zweifellos neuerdings
zu einem Milchkriege kommen. Die
Farmer erklären, daß der Preis von 3
Cents per Quart ohnedies so niedrig sei.
daß sie sehr wenig verdienen. Sollte
derselbe aber noch weiter reducirt werden,
so könnten sie die Milch nicht liefern, da
sie dabei verlieren würden. Die Mehr-
zahl der Farmer haben übrigens Con
trakte mit den Handlern zu dem höheren
Preise abgeschlossen und nur ein Theil
derselben verkauft die Mllch rm Markte.
Wenn jedoch die Händler, welche die
Milch ohne Kontrakte beziehen, auf der
Zahlung von nur .Cents bestehen
sollten, so wird ihnen sofort die Notiz
zugehen, daß sie keine Milch erhalten
können, wenn sie nicht den von der Asso-
ciation der Producenten bestimmten Preis
befahlen.
Am Broadway in St. Louis
herrschte am 3. d. M. Abends kurz vor
11 .Uhr qroße Aufregung. Die Nach
richt, daß'das Haus No. 912 eingestürzt
fei und die Bewohner unter den Trum
mern begraben habe, verbreitete sich
schnell in der Nachbarschaft, und in sehr
kurzer Zeit hatten sich Hunderte von
Menschen in der Nähe des Platzes einge
funden, auf welchem sich die schreckliche
Katastrophe ereignet hatte. Die Hülfe
der Feuerwehr wurde requirirt und die
Mitglieder derselben räumten so schnell
als möglich die Trümmer weg. Man
fand Salomon Grecn und dessen Frau,
die Bewohner des in Ruinen verwandel
ten Hanfes niib sandte dieselben per Am
Kulanz nach dem städtischen Hospitale.
Herr Green war so schwer verletzt, daß
er unterwegs den Geist aufgab. Frau
Green trug schwere Verletzungen an der
linken Seite und am Kopfe davon und
die Hospital-Acrzte halteirihren Zustand
sür gefährlich. Green war Schuhmacher
von Profession. Die übrigen Bewohner
des Hauses, der 20jährige Schuhmacher
Charles Marks und sein elfjähriger Bru
der Jacob, erhielten leichte Verletzungen,
während ihre Schwester Annie wie drch
ein Wunder unversehrt davon kam. Die
Katastrophe wurde durch die Unvorsich
tigkeit der auf dem angrenzenden Grund
stück mit der Errichtung eines Neubaues
beschäftigten Arbeiter verursacht, welche
bei ihren Ausgrabungen dem Hause 912
so nahe kamen, daß dessen Grundmauern
erschüttert wurden.
Eine sonderbare Wettfahrt fand
dieser Tage bei New Z)ork zwischen einem
Catamaran und einem Rennpferd statt.
Ein Catamaran ist ein floßartiges Boot,
welches fast gänzlich auf dem Wasser liegt
eine große Segelfläche hat und mit einer
unglaublichen Geschwindigkeit fahren
kann. Früh um, 5 Uhr verließ der Cata
maran .Jcssy", desten Eigenthümer Fred
Hughs ist, den Dock am Fuß der östl. 24
Straße und flog bald pfeilgeschwind au
dem Wasser hin. Zu derselben Zeit ver
ließ ein leichts Gefährt, mit einem kräf
tiaen arauen Pferde bespannt, den Stall
von Dunn & Schurk in der 24. Straße
und schlug den Weg nach Norden em
Es galt eine Wettfahrt von New Fork
nach Stoney Creek m Connecticut, eine
Strecke von 90 Meilen. Das Pferd hielt
sich brav. Um 74 Uhr war es in New
Nochelle, doch auch dc.s Boot hatte gute
Fortschritte gemacht und wurde sa?t zu
derselben Ze,t m tound sichtbar. Um
Uhr erreichte der Nenner Bridgrport und
um 34 Uhr New Haven. 10 Meilen von
Stonen Creek. Hier wurde Herrn Tag
get, dem Eigenthümer des Rennpferdes
mitgetheilt, daß er die Wette verloren
habe. Der Catamaran war schon um
24 Uhr bei New Haven vorbeiqeseqelt.
Hiernach strengte Herr Tagget sein Pferd
nicht mehr außergewöhnlich an, so daß er
Stoney Creek erst um q Uhr erreichte.
Das Pferd hatte 15 (stunden 45 Mrnu
ten gebraucht, um die 90 Meilen zurück-
zurückzulegen, während der Catamaran
nur 10 Stunden 30 Minuten brauchte
Missouri hat jetzt auch ein Gesetz
zur Fernhaltung von Quacksalbern. Von
der letzten Staatsgebung erlassen, ist es
am 2. Juli in Krast getreten und bc
stimmt Folgendes : Allen Personen, die
nicht Diplome einer ancrkanntzuten heil-
wissenschaftlichen Schule irgend eines
Landes besitzen, ist es verboten, sich für
Aerzte auszugeben, iejenigin, welche
zu praktlzlren wünschen, ohne das Dl
plom einer Universität zn besitzen, müssen
vor der Staats-Gesundheitsbehörde eine
Prüfung bestehen. Die Namen aller
Aerzte im Staate sollen in den Büchern
der genannten Vchorde verzeichnet sein,
und der Clerk" jedes County s hat eine
Liste der zum prakliziren Berechtigten
zu suhren. reute, die m,t Patentmedl-
zincn oder anderen angeblichen Heilmit
tcln hausiren, müssen eine Licenz bezah
len. Wer ohne die Erlaubniß der Ve
hördc praktizirt, soll eine Geldstrafe von
50 bis 7500 bezahlen oder 30 bis 365
Tage im Gefängniß zubringen. Das
ebenfalls erst jetzt in Kraft getretene Ge-
setz zur Regelung der zahnärztlichen
raris it ähnlich. Jeder Zahnarzt muß
ein Diplom besitzen, welches von irgend
einer Universität ausgestellt ist. Alle
Zahnärzte müssen sich reqistriren lassen
Auch eine Staatsgesundheitsbehörde selbst
besteht in Missouri erst seit Beginn die
ses Monats. Sie besteht so verord
net ein ebenfalls von der letzten Staats-
gesetzgebung angenommenes Gesetz
aus 7 Mitgliedern. Darunter müssen
wenlgsrens s Aerzie lern, welche vom
Gouverneur auf die Dauer von 7 Iah-
ren ernannt werden. Ihre Pflichten und
Vollmachten bestehen hauptsächlich in Fol
gendem : Allgemeine Beaufsichtigung der
(Vesundyeltsveryattnljse deS Staates;
Anordnung von Quarantäne-Maßregeln
beim Herannahen von Epidemien ; Prü
fung ärzlicher Diplome; Unterdrückung
von Quacksalberei u. s. m.
Betreffs des früheren Herrn Spar
bankpräsidenten und jetzigen Zebra-Unifonn-Trägers
John Halliard fchrei
ben die N. Y. Tages-Nachr." : In
Jersey-City gab es bis vor einiger Zeit
eine Sparbank mit dem namentlich das
Zutrauen der arbeitenden Klassen er
weckenden Titel Handwerker-und Ar-beiter-Sparbank",
und der Präsident
dieses Instituts wär Herr John Halliard.
In dieser Sparbank, welcher unbemit
telte Arbeiter ihr ganzes Hab und Gut,
die Früchte ihres Schweißes anvertraut,
hatten, ging es aber leider so zu, wie in
vielen Anstalten dieser Art. Da gab es
Vorgesetzte, die sich wenig um die Anae- i
legenheiten und die Art der Führung dcg
stl . f i - fi . t c
V7Ct9ai9 lummerien, uns
niedere .
I.Bcamte
! V c .
welche so lange Finger hatten.
daß es ohne 'die bekannten Unregelmä-
tzigkeiten'..' nicht abgehen konnte; und
das Ende vom Liede'wzr. daßrines scho
nen Morgens die Bank, bankerott war,
und die Depntorenl fast Alles verloren,
was sie derselben anvertraut kalten. !
Man toav -.r.uit emvörr über die schmach
volle Wirthschaft, welche an die Oeffent-
lichkeit gezogen wurde. Die entrüstete
öffentliche Memung verlangte die Bestra
fung der Schuldigen, und Halliard, der
Präsident der bankerotten Bank, wurde
denn auch prozessirt, schuldig befunden
und , zu anderthalb Jahren Zuchthaus
verurtheilt. Jetzt aber, da das Urtheil
gesprochen ist und der Verurtheilte der
Strafanstalt überliefert werden soll, bit
ten edle Menschen um seine Begnadigung
aber nicht etwa, weil ihm nicht Gerech
tigkeit widerfahren sei,"oder vielleicht weil
ihm nicht Gerechtigkeit widerfahren sei,
oder vielleicht weil er den mit seiner Bei
hülfe bestohlenen Arbeitern das ihnen ge
stohlene Geld zurückgezahlt hätte, sondern
nur, weil sr ein so anstandiger Mensch
gewesen sei, aus dem Westen zurückzu
kehren, um, sichern; Prozesse Zu stellen.
DaS Zst' roirklsch eiazig k Glücklicherweise
hat in New Jersey nicht ein einziger
Mensch das Begnadigungsrecht, sondern
ein eigens' dau eingesetzter Gerichtshof,
und dieser 'wird hoffentlich einen Men
schen, der unzählige Arbeiter in's Unglück
gestürzt, ihnen ihr Alles gestohlen hat.
nicht deshalb begnadigen, weil eine senti-
mentale ippe sich sur lhn verwendet."
Fmnischke Nachrichten.
I n.der auf demVorwerk Go-
risgräben bei Brandenburg wohnenden
Taqelöhnerfamilie Linfener litten der
Vater und seine I I jährige Tochter an
epileptischen Krämpfen. Biide befanden
sich kürzlich auf dem Felde, als plötzlich
das Madchen wieder von einem Krampf-
anfall befallen wurde. Der Vater nabm
nun, um sich und das Kind von den Lei-
w - l '. - .
den zu befreien, dasselbe m,t nach Vau)e,
und am Abend fand man das Kind in
einem Stalle ' erhängt, während er mit
durchschnittenem Halse, noch lebend, dicht
dabei an der Crde lag. mit einem Nasir-
messsr hatte er sich den Hals durch:
schnitten.
Das Münchener Schmurqe
richt hat die Mörder des Wirthes Schmidt
zu Hohenosen, Vemelnde Panq bei Kol-
bermoor, und seiner Ehesrav . den Weber
und Fuhrknecht Wilhelm Strohhoser von
Haldhausen und den verherralheten Jim-
mermann Jacob Faß! von Kolbcnnoor
nach zweitägiger Verhandlung zum Tode
verurtheilt. Die Verurtheuten hatten
in der Nacht zlum 17. Januar in dem
isolirt gelegenen Schmidt'schen Wirths
Haus gezecht mit Schmidt Streit anqcl
fangen, dann zuerst lhn und nachher seine
Frau durch Artbiebe aetödtet. etwa 60
M. in ,Geld und verschiedene Geqen
stände geraubt und schließlich das Haus
in Brand gesteckt, der zedoch noch recht-
zeitq gelöscht wurde, um das begangene
Verbrechen erkennen zu lassen. Bei der
öffentlichen Verhandlung schob Strohho-
fcr die ganze Schuld anf Faßl, während
dieser den StrohhoscT als den clgentu-
chen Morder bezeichnete.
Aus Tscherniqow wird von
Anfang Juni berichtet: Einer der neue-
sten, aus die. jüdische Bevölkerung be-
züglichen Erlasse hat für die Christen
nicht mmder empfindliche Folgen gehabt,
als sür die Juden. (s ist das Verbot.
welches den Juden untersagt, . christliche
Dienstboten zu halten Bald nachdem
dasselbe 'unter anderen .Orten auch nach
dem Städtchen Konotop gelangt und in
allen Synagogen veilesen war. erwies
sich,"mic der Swet" berichtet, daß in
Folge dieses Verbots bernahe 300 christ
liche Dienstboten brodlos werden müssen
und bei der allgemeinen in der Stadt
herrschenden Armuth schwerlich bei aude-
ren Leuten Stellen fmden werden. Die
Betrübniß vieler Dienstboten ist daher
keine geringe; es heißt sogar, daß die-
selben beschlossen haben, dem Gouoer
neur eine Kollektivpetition einzureichen
und um Aufhebung dieses sur sie so lasti
gen Erlasses nachsuchen zu wollen.
yrn ersten Drittel oes aunt
ist Baden von schweren Gewittern und
Haqelstürmcn heimgesucht worden. Der
8. Juni war besonders verhängnißooll.
Das Wcesenthal wurde von einem schwer
ren Wetter heimgesucht, das in Schöpf-
heim und Umgebung verheerenden Hagcl
brachte. Bei Freiburg wurden die Orte
Denzlingcn, Umklrch, Hochdorf zc. schwer
betroffen. Ueber das Enzthal bei Psorz
heim zog ein heftiges Gewitter, das für
den Ort Niesern fehr verderblich wurde
Am lchlverlten wurde die hegend von
Bruchsal bis gegen Breiten heimgesucht.
Ein furchtbares Gewitter mit Hagel ent
lud sich über das Hügelland von Bruch-
sal o tllch in elner Lange von 2 3 tzrtun
den bis gegen Breiten und in einer Breite
von etwa 2 stunden. Die Orte Hei
delshcim, Helmshcim, Gondelshcim und
Neibsheim sind hauptsächlich betroffen,
theilweise Bruchsal, Upstadt und Unter
öwishcim. Der Schaden geht in die
Hunderttausende von Mark. Wiesloch,
Nußlvch, Walldorf wurden ebenfalls
schwer heimgesucht, ferner im Hanaucr
Ländchen Lcgelshurst. Willstädt, Boders-
wcicr, Eckartswcier. Bei Wagshurst,
Bühl, Zell a. H. ist die Crnte vollstän
dlg vernichtet. Im Bezirk Waldshut
endlich wird der Schaden, den die Sturme
am S. Juni angerichtet haben, auf über
300,000 M. geschäht. Am schwersten
sind betroffen Ober- und Untcregginqen
und Ossenngen.
Gewitter-, Hagel- und
Brandschaden ohne Ende. Wie am
letzten Maitag im Obcramt Hcrrenbcrg
in Baden, haben am 8. Juni furcht
bare Gewitter im Ncckarthal, sowie am
Impf, an der Jagst, bei Tübingen,
Nottenburg. Biberach ?c. gehaust. Auf
der Bahnlinie zwischenSaulgau und
Herbertingen wurde durch den vielen
Regen ein Dammrutsch verursacht. Bei
Rottenburg sitten durch Hagel, der in
bedeutender ? Menge ' siel," die. .Hopfen
garten, aus 'gleiche Weise wurden die
Tübinger Markungen Darnach, Kirchen
tcllinsfurth, Gniebel, Nübgarten und
Walhdors schwer bekrönen. Dort auent
halben sielen Korner in dek Große einer
Welschnuß und haben am meisten Ge
wächse,-, wi Hanf,. Flachs :c. Schaden
genommen Während des Gewitters
schlug der Blitz an verschiedenen Stellen
ein, ..so in rommelsyaulen, z. i.
Rottenbura' wö das Anwesen Josef
Hallmaier's dadurch entzündet und in
Äsche gelegt wurde. In Erlenmoos.
O. A. Biberach, käm Matthäus Wiest
zufolge gleicher Ursache um sein großes
Haus und um Wertpapiere, die mitver
brannten, und in Blonried, O. A.
Saulgau, der Bauer Nsthenhäusler um
sein ganzes Anwesen. ' , Sodann ist noch
von mehreren zufolge ayrial iqrelt.
Brandstifunz- oder zufolge Anderer Ur-
fachen jtattgeyaoten Brandsallen zu be-
richten. So . ist., in , Kuchen bei Geis-
mgen, wie vermuthet wird, zufolge
BrandstiftuiZg, ein Drittheil der Süd-
deutschen Baumwollweberei abgebrannt, !
wodurch ein schaden von etwa L0,V00 1
Mark entstanden ist. Zu Backnana
wurde die Grubersche Rothgerberei ein,
geäschert, . zu Oberjettingen in der Nähe
der Kirche 7 Wohnhäuser und 3 Scheuern
chaden 22,000 M.), zu Schrozbera
die Heilmann'sche Falzziegelfabnk, und
in Rlegershen bei Stimpfach Haus und
Scheuer des Kafpar Hoßler.
teuere Nachrichten.
" , Ausland.
Berlin, 4. Juli. Furchtbare Hitze
herrscht im ganzen Reiche ; viele Son
nenstiche 'kommen vor. , Man fürchtet
Schaden an der Ernte.
. M e r i k o, 4. Juni. Das Ueberein
kommen zwischen Mexiko und den Ver
einigten Staaten, wonach den Truppen
eines jeden der beiden Länder für den
Fall der Verfolgung von Indianern,
außerdem aber in keinem anderen Falle,
die Ueberschreitung der Grenze gestattet
sein soll, ist auf ein Jahr verlängert roor-
den. i; . v ; . .
L ondo n, 5. Juli. Eine Depesche
an den Daily Telegraph" von Berlin
meldet, daß daselbst Arbeiter an der
Cholera gestorben seien.
L o n d o n, 5. Juli. Zehntausend
Eisenarbeiter m Stassordshire, welche
sich beim Stnke befanden, zogen heute
mit Banner nach Dudleyport, Tigton
und Marley, drangen in die dortigen
Eisenwerke, löschten das Feuer in den
Hochöfen und unterbrachen die Arbeit.
Die in ' Dienst befindlichen Polizisten
waren nicht im Stande, das Gebühren
der trrker zu verhindern.
L o n d o n, 5. Juli. Eine Feuersbrunst
in Friedrichstadt an der Düna hat fünfzig
Gebäude, darunter das Postamt, einge-
äschert.
Berlin, 6. Juli. Jn Rirdorfin
der hiesigen Umgegend hat die Frau eines
Krämers ihren beiden Kindern den Hals
abgeschnitten, das Haus in Brand ge
steckt und sodann sich selbst den Hals ab
geschnitten. Drückende Armuth soll sie
zu der That getrieben haben.
. Wien,?. Juli. In Pest kam es ge
stern zu einenr Straßentumult, bei wel
chem mehrere Personen verwundet mur
den.
Constantinoxek. 7. Juni. Wer
tere Depeschen aus Albanien werfen auf
die Negierungsberichte über die Lage der
I -. Mi jr. o l
puinge in jenem ungiuaiicyen anoe
ein
eigenthümliches Licht. Die katholischen
Stämme haben sich nicht nur nicht vom
Aufstande losgesagt, sondern verwarfen
auch energisch sämmtliche Amnestie-An-erbietunqen
des Sultans und setzen nach
Kräften die Feindseligkeiten fort, in der
Hoffnung, zur Erlangung der Unabhän
gigkeit beizutragen.
Paris, 8. Juli. Es wird behauptet.
daß das Kabinet beschlossen hat, die Note
des Lord Granvllle dahin zu beantwor-
ten, daß die Annektkrung der Hebriden
seitens Frankreichs den Abmachungen zu
gegen sei, welche früher mit England ge-
schlössen wurden.
Cork, 8. Juli. In Jnchiggaggin
haben Geheimpolizisten eine Kiste mit
6000 Dynamit - Patronen ausgefunden.
welche von dem vor zwei Jahren hier
verübten großen Dynamit - Dicbstahl
herrühren.
London, 8. Juli.
Im gestrigen
Cabinetsrath wurde die
menauswanderung nach
Frage der Ar
Amerika be
sprochen. Die oberste
Armenhausbe
hörde für die irischen Bezirke leugnete
ganz emfach, daß irgend ein Armenhaus
insasse nach Amerika gesandt worden sei
und behauptete, daß die Annen, welche
in New Nork zurückgewiesen und mit der
Anchorlinic zurückgebracht wurden, der
Armenverwaltung ganz unbekannt seien.
A l era n d r i e n. . Juli. Laut
Nachrichten aus Bchcra ist in der dorti-
gen Gegend sämmtliches Rindvieh der
lrnkrnkr erlenen CAtnrtxmüritn ritrtirt
viwrvp '
die Baumwollraupe dort großen Schaden
an.
Inland.
Cincinnati, O., 4. Juli. Ein
heute Früh um 1 Uhr aus Bromn County
erhaltenes Telegramm meldet den Tod
des Erzbischofs Puccell.
Crncinnati, ., -4. auli. Fol
gendes Telegramm ist heute Früh um ein
Viertel vor Zwei hier eingetroffen:
Der Crzbischos Purcell starb um ein
Viertel vor Zwölf.
I. F. Callaghan."
Washington, 6. Juli. ' Der At-
torney General hat dem Schatzamtssekre
tär sein Gutachten dahin abgegeben, daß
dies jetzt von Seiten der Schnapsbrenner
geübte Verfahren, mit welchem sie sich
um die Steuer herumdrücken, ungesetzlich
sei.
St. Paul, 6. Juli. Das LOMei-
len westlich von Fergus Falls, an der
Manitoba-Bahn belegen Cvansville,
ein Ort von etwa 900 Einwohnern, ist
heute sast vollständig ein Raub der Flam-
men aeworoen. Dle erllcheruna be-
trögt nicht über 50,000 Dollars. Das
selbe besaß drei Getreidespeicher, von
welchen einer 100,000, und die beiden
anderen je 40,000 Bushel zu fassen ver-
mochten
Cairo, Jll., 6. Juli. Der Neger
Nelson Howard, welcher am Mittwoch
Nachmittag in Mound City den Eisen-
bahnContraktor John Kane ohne jede
ersichtliche Ursache erschoß, ist heute früh
um Zwei von einem Volkshaufen aus
dem dortigen Gefängniß herausgeholt
und gehängt worocn.
NcwNork, 8. Juli. Im Man
yaoian Bcacy Jiorei ereignete sich eine
aufregende Scene. Ein Herr im Alter
von 40 Jahren hatte mit einer jungen
blonden Dame an der Tafel Platz ge-
nommen als plötzlich eine in schwärz ge
kleidete Dame sich hinter das Paar schlich.
eine Reitpeitsche unter ihrem Mantel
hervorzog und unbarmherzig auf die
bloßen Schultern der blonden Dame los
zuschlagen begann. Dieselbe schrie und
entfloh, wahrend die schwarze Dame, auf
den Mann zeigend, erklärte: Das ist
mein Mann." Die Namen der betrcf
senden Personen waren nicht zu erfahren
Chicago, 8. Juli Neuerdings ist
ein falsches itucr 'Paplergcld, ein 10
Silber-Certisikat, aufgetaucht, von dem
viele in Circulation zu fein fchcinen. Es
ist aus dem Wege der Photographie her-
gestellt und verblaßt, nachdem es längere
Seit der freien ruft ausgestellt gewesen
Es ist von der Serie I80 und trägt die
Zisser IS 1,948007.
Des lotn.fi Ja.. 8. Juli
Gestern begann hier der Proceß wider
John Duncan, welcher beschuldigt ist sei-
ner grau wahrend ihrer Krankheit genu-
gende Nahrung, Kleidung und Heizung
verweigert und damit ihren Tod herbkl-
geführt zu haben. Eine Anzahl Frauen
werden die Wahrheit der Beschuldigung
bezeugen.
W a t e r t o w n, Wisc, 8. Juli.
Geruchtwelse verlautet hl er. deiß H
Van Slikt, ein ehemaliger Hilfsfheriff
von Iefferson County und S. M. Cour
von hier in Darota erschossen worden
seien, weil sie aus rand Anspruch ae-
macht hätten, das Anderen rechtlich ge
hörte. Der Erstgenannte hatten einen
guten Leumund, was von dem Anderen
mcht gesagt werden kann.
Lancaster. Pa.. 9. Juli. Bei
dem gestern in der hiesigen Gegend statt-
gehabten Gewitter hat der Neaen die
Hafersaat und die Maisxflanzen in
Grund und Boden aeschlaaen und auf
den Tabakseldern hat das Wasser einen
solchen Schaden angerichtet, da an vie-
len Stellen der Tabak neu gepflanzt wer-
den mutz.
Port land. Ore.. o.Juli. Furcht-
iare Waldbrände wüthen südlich von
Kolama, und. das Eisenbahngeleise ist
uf einer ' Strecke von sechs Meilen zer
stört. - Man glaubt, daß dieselben fort-
dauern werden, bis Regen eintritt. Der
angerichtete Schaden belaust sich bereits
auf Hunderttausende von Dollars.
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der große
Schmcrzcttstiller
heilt-
Rheumatismus,
RückenschmerzU
Verrenkungen,
Kopfschmerzen.
Zahnschmerzen.
Gliederreißen,
Neurnlgin, . ,
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Fjriilmngen, li
Gefkliivulst.
j)c.ve!ifciuij,
Brandwunden,
Schnittwuttvett,
Vcrstauchnniftli,
Quetsch ttttgön,
Hnstcnleidcu;
Gclenkschmerzem
P. Mobs
heilt all Schmki-zcn, wlck ln uklccli !
y
SKli
itti !iiI,'igcn
Farmer und Biclzziichtcr
sind,, ln dm St. Jakoi Ol in,.nidrlrsslcht
Hcilinittci gkgt di Scbrcchrn dc ViYsiandt.
Jeder fflascbe Ct. Jkb CI ist rine genau e
braucds-Aiiiveisung in deutsche?, iliftttr, ttn;?fl
scher, spanischer, schivedischer, hvlländilkr. dilcher.
bobmischer, portugiesischer und italienischer Sprache
bkiqeacben.
Sine lasch St. Jakob Oel tefrt-ra Cent
(fünf Flaschen sUr t.00) ist in At pvtbele $u
haben oder wird bei Bestellungen von nicht weniger
o 5.00 frei nach allen Zdeilen der Bereinigte
Staaten versandt. Man atrcssir:
Tlie Charles A. Vogelcr Co.,
(Nachfolger von 9. Bootler Co.)
Baltimore, Md.
A - w"--
3.
ii
pr.iiigusiimis
'iV'n auc .. .i'W
BZutkmnkheztett.
Wcstv.-n
eberleide
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X v -i
5 . !
Gegen
MagcttlcidczO
kie ÄleW ftamturqrr Irfrn kostet 60 Cent,
oder fünf lafchenjü.uo; in allen poilek,,, , b.ibcn
der werden tci Vestellunge von $a.in tcftcitfict
versand durch
The C'hnrle A. Vogelot C'o.,
(Wachfulger ben 9. 9oae(r Co. -
Baltimorr,Md.
Dr. August Könitz S
Kamöurgr ZZrullZYe
ist das beste Mittel gezen alle
Krankheiten der
Brust, Lunge undÄehle.
Dr. Auaustttöttla'ö ocmbur.
aer Vrusttkee wird nur in Onainal-!
Packeten, . Preis 25 Cents, oder fünf
Packete Kl, verkauft: in allen Älpotbeken
zu haben, oder wird nach Empfang des
Betrages, frei nach allen Theilen der
Ver. Staaten versandt. Man dressire:
Tho Charles A. Vozeür Co.
Gc
0naüm)
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Baltimore, Md., U, S.'.'l. .

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